Kritik an Übungsleiter Löw: „Die Mannschaft wird in Brasilien wieder nichts gewinnen.“

Stammleser wissen, dass ich  sehr kritisch gegenüber Übungsleiter Löw bin. Erinnert sei an meine Ausführungen nach dem Aus im vercoachten Halbfinale gegen Italien bei der EM 2012.

,,Joachim Löw ist seit 1994 Trainer im Männerbereich. Das sind lange 18 Jahre. In diesem respektablen Zeitraum gab es für den ehemaligen Freiburg Spieler an zählbaren Erfolgen den DFB-Pokalsieg 1997 mit dem VfB Stuttgart gegen Energie Cottbus. Weiterhin steht die österreichische Meisterschaft mit dem FC Tirol Innsbruck im Jahr 2002 zu Buche. Die Mannschaft von Energie Cottbus spielte damals noch in der drittklassigen Regionalliga. Beim FC Tirol konnte Joachim Löw auf die Arbeit von seinem Vorgänger Kurt Jara aufbauen der bereits 2001 und 2000 mit dem Team Meister in Österreich wurde.

Andere Engagements von Übungsleiter Löw wie beim damaligen zweitklassigen Karlsruher SC in der Saison 99/2000 oder der darauffolgenden Saison bei Adanaspor in der Türkei beinhalteten bittere Erfahrungen. Er stand noch nicht einmal das jeweilige komplette Spieljahr durch. Aufgrund von Erfolglosigkeit kam es bei beiden Vereinen zur Kündigung des Arbeitspapieres.

Natürlich hat sich Joachim Löw seit damals weiterentwickelt. Doch wenn die Trainerbilanz nüchtern auf Zahlen, Daten, Fakten abgeklopft wird ist die Titelausbeute doch sehr mager.“

Ja, ich sehe die Tätigkeit von Übungsleiter Löw mit kritischen Augen. Doch ich kann den Job nicht 365 Tage im Jahr komplett ausfüllen. Flankierende Hilfe erhielt ich in dieser Woche vom zweimaligen Vizeweltmeister und ehemaligen Bayern München Double-Gewinner Trainer Felix Magath mit seiner Kritik. Aber es ist keine Einzelstimme. Auch der Weltmeister von 1990, Thomas Berthold sieht Übungsleiter Löw und die Mission WM-Titel kritisch. In einer der zahlreichen WM-Publikationen an Fußball-Magazinen im Zeitschriftenhandel gab er seine Erwartungshaltung in puncto – Wie weit kommt die DFB-Elf? mit Viertelfinale an. Diese Woche legte Berthold nach. Oliver Fritsch, einer der kompetentesten Fußballjournalisten Deutschlands, in seinem Bericht über ein „kreidebleiches“ Spiel der Mannschaft von Übungsleiter Löw gegen Polen auf Zeit Online flechtete die Skepsis vom Weltmeister und ehemaligen Bayern München Profi mit ein:

,,Thomas Berthold war auch da. Der Weltmeister von 1990 sagte bös: „Die Mannschaft wird in Brasilien wieder nichts gewinnen.“ Berthold war nicht persönlich in Hamburg, er saß bei Lanz, im Presseraum lief ZDF. Bertholds Statement wurde in der Bauchbinde eingeblendet. Der Ton des Monitors war abgedreht, weil gerade Joachim Löw das 0:0 gegen Polen analysierte.“

Jenes torlose Spiel gegen ein Polen ohne Robert Lewandowski glich in der Aufstellung eher einem zusammengewürfelten Kader. Oliver Fritsch legte auch gleich nochmals den Finger in die Wunde ob des angriffsarmen und dahinplätschernden Kicks.

,,Die beiden Tormänner hätten eine gemeinsame anderthalbstündige Hafenrundfahrt machen können, am Ergebnis hätte das nichts geändert. Ein Fußballspiel als Sedativum. Er habe sich sehr gut unterhalten, sagte Löw.“

Ja, diesen Unterhaltungswert, den Übungsleiter Löw gesehen haben will, hatte er wohl an diesem Abend fast exklusiv. Nun brauchen Testspiele sicher nicht überbewertet werden, doch das Aufstellungskarussell hat es auch bis auf die Seite vom Satiremagazin Postillion geschafft. Sie titeln mit Blick auf das nächste anstehende Testspiel gegen Kamerun: Jogi Löw nominiert 9 Handballer, 7 Eishockeyspieler und 3 Curler für nächstes Länderspiel.

Um noch eine abschließende Kritik von zwei im deutschen Fußball sich ganz ordentlich auskenndenden Personen zu bringen: Auch die Herren Tuchel (brachte zum Abschluss seiner intensiven Trainerlaufbahn bei Mainz 05 die Mannschaft in die Europaleague) und Gladbachs erfolgreichen Sportdirektor Max Eberl waren laut Sport Bild wenig amüsiert über den Kader für das Länderspiel gegen Polen.Traveler Digital Camera

Stop. Eine Stimme mit einer skeptischen Sicht auf die Dinge haben wir noch. Michael Horeni, widmet sich in seinem kritischen Kommentar bei der FAZ dem Thema Löws Klein-Klein und merkt an:

,,Jetzt nimmt Löw doch 27 Spieler mit ins Trainingslager. Und plötzlich ist Christoph Kramer dabei. Der Wackelkurs entspricht der Entscheidungsschwäche eines Bundestrainers, der sich immer wieder schwer damit getan hat, sich personell festzulegen.“

Der Journalist Horeni weist auch darauf hin wie es anders geht und gibt Brasiliens erfolgreichen und smarten Weltmeistercoach Felipe Scolari die Bestnote für sein entschlossenes Verhalten bei der Nominierung des Kaders.

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