Eric van Reem powert in Sachen Tata Steel Chess 2017

Kürzlich hatten wir hier ja die Schachbundesliga ausführlich behandelt. Meine Stammleser werden sich erinnern. Bevor ich mich mit der Familie den Silvesterfeierlichkeiten am wunderschönen Bodensee hingab, gab es am 31. Januar 2016 noch frischen Content: Schachbundesliga Vizepräsident Ulrich Geilmann beantwortet Fragen von Michael Wiemer.  Ja, es gibt sicherlich noch viel Arbeit für die Verantwortlichen der Schachbundesliga in Sachen Marketing, den Zuschauerzahlen vor Ort und der medialen Präsenz in Deutschland. Schaun mer mal. Ulrich Geilmann kann mit den Zuschauerzahlen vor Ort sicher nicht zufrieden sein. Ich werde am Thema weiter dranbleiben.

Mit großer Leidenschaft und Power ist der niederländische Kultblogger Eric van Reem in das neue Jahr gestartet. Er täte der Schachbundesliga auch gut. Eric van Reem konzentriert sich aktuell auf das Kultturnier Tata Steel Chess in Wijk aan Zee. Auf seinem Kultblog Chess in Tweets titelt der in Sachen Content starke Schachexperte: TATA STEEL 2017 – THE PlAYERS ON TWITTER.

Der Tweet der Woche in Sachen DKB und Handball-WM live

Der Tweet der Woche kam für mich diese Woche von Günter Klein. Er haute auf seinem Twitter-Account folgendes Statement raus:

,,Die DKB überträgt die Handball-WM live im Internet. Stadtsparkasse kontert mit Live-Übertragung meiner Kontobewegungen.“

Günter Klein ist Chefreporter Sport beim Münchner Merkur. Er unterhält für mich einen der entspanntesten Twitter-Accounts in der deutschen Sportjournalisten-Landschaft.

Auch 2016 war eines dieser vom Doping verseuchten Sportjahre

Auch das vergangene Jahr 2016 war eines dieser vom Doping verseuchten Sportjahre. Ich verfolge die Hochleistungssportszene seit 1973. Ich könnte ganze Blogartikelserien über die Dopingvorfälle seit damals schreiben. Dabei ist Doping beileibe keine Monopol-Stellung Russlands. Es gibt unzählige Länder die auffällig mit Dopingsündern geworden sind. Die Liste ist ellenlang und wird jedes Jahr mit neuen aufgeflogenen Betrugsfällen erweitert. Am 17. Juli 2013 schrieb ich über meine Hassliebe Tour de France folgenden Text hier auf sportinsider.

Hassliebe Tour de France

Höllenqual, der Mund schon lange trocken, die Waden schmerzen, die Arme vibrieren, am Lenker wird gezerrt, doch es sind noch 6 Kilometer bis L’Alpe d’Huez. Scheiß Höllentour.

Noch ein Tritt. Noch ein Tritt. Noch ein verdammter Tritt. Erbarmungsloser Fight gegen sich selbst. Der Puls scheint die Schädeldecke öffnen zu wollen.

Die Sonne peitscht den Asphalt, die Gesichter und den Rücken der Radprofis. Die Arme schmerzen. Die Beine lösen sich auf. Noch ein paar Meter.

Simpson, Tommy. Mount Ventoux 67. Scheiße. Todeskampf, Hubschrauber. Einsatzkräfte. Flug in das Krankenhaus. Alles zu spät. Sinnlos. Mount Ventoux der Killerberg. Die Todeszone. Die surreale Mondlandschaft. Die Bilder seiner Todesfahrt gehen um die Welt.

Denkmäler. Sie stürzen ein wie ein Kartenhaus bei starker Zugluft. Anquetil, Bobet, Fignon, Armstrong, Merckx,  Jan Ullrich, Contador, Guerilla-Pirat Pantani, Landis, Indurain, Winokurow, Millar, Hamilton, Zabel, Riis, Cancellar, Kohl, Rasmussen. Wanken. Bröckeln. Die Heroes kommen ins straucheln. Ich bin empört. Wütend. Phlegmatisch. Gleichgültig. Desillusioniert.

Die Doping-Scheiße. Schlimmer wie Lepra. Fukushima. Tschernobyl. Krebs in der Endphase.

Ich will diesen Zirkus ohne Doping. Ohne Bluteigendoping. Keine Klebestreifen an Hotelwänden zur Befestigung der Blutbeutel. Kein Motoman mit dicken Cocktail-Kurier-Taschen. Keine Rolex für zuverlässige Überbringerdienste am Ende der Tour.

Man möchte die Kiste abschalten. Nein, Fenster auf. Das TV-Monster über die Terrasse geschmissen in bester Kinski Manier.

Hat die Seele jetzt ihre Ruhe?

Andreas Burkert berichtet für die Süddeutsche Zeitung von der Höllentour 2013. Marcel Kittel spricht vorwurfsvolle Worte Richtung Jan Ullrich. Kittel musste sein auf der 1. Etappe errungenes Gelbes Trikot bereits nach der 2. Zielankunft wieder abgeben. Das ging aber schnell. Motivationstrainer wie Anthony Robbins empfehlen in solchen Situationen die Konzentration der Kräfte. Keine Verzettelung.

Finger krampfen. Venen erstarren. Das Sitzfleisch ist aufgerauht. Salz auf der Haut. Schweiß, der den Augen zu schaffen macht.

100 Jahre. Für die einen die größte professionelle Radsport-Rundfahrt der Welt, für die anderen die größte und skrupelloseste rollende Apotheke auf Rädern. Zeit Online bringt die ultimative mediale Festagsausgabe. Ein multimediales Scroll Dossier.

Jäger und Gejagte. Den Laborspezialisten immer einen Schritt voraus. Oder? Armstrong Beichte, die Stunde der Heuchler.

Telekom, Gerolsteiner, US-Postal, Phonak, Milram, Radio Shack pumpten Millionen in das umstrittene Spektakel.

Wasserträger fluchen und buckeln gleichzeitig.

Eurosport sendet. Auch 2013. Beharrlich. Unaufhörlich. Kontinuierlich. Das halbstaatliche Fernsehen ARD + ZDF köchelt auf Sparflamme. Nicht erst dieses Jahr. Hatten ihren moralischen nach dem Telekom-Team Kater. Jan Ullrich, einst von ARD hochgejazzt, wurde fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Moralin-sauer wird sich von der Schmuddelsportart abgewendet. Andererseits wer will es ihnen verdenken.

Derweil gibt es da diesen Froome. Trägt Gelb. Tourdominator. Scheinbar aus einer anderen Welt. Wie er am Mount Ventoux davonritt, leicht, scheinbar ohne physikalische Widerstände, im Speedmodus, erinnerte er mich stark an Pantani. Der hatte solche Berg-Guerilla Attacken auch drauf.

Schachbundesliga Vizepräsident Ulrich Geilmann beantwortet Fragen von Michael Wiemer

Die Schachbundesliga, für mich nach wie vor ein interessantes Thema. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte ich die Gelegenheit in einem Diskurs per E-Mail den Vizepräsidenten der Schachbundesliga, Ulrich Geilmann, einige Fragen zu stellen, die er ausführlich und fundiert beantwortete. Dafür an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank. Steigen wir gleich ein.

 Foto: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Schachweltmeister Magnus Carlsen und Weltklassespieler Levon Aronian, hier beim WM-Kandidatenturnier in London 2013, gaben in der Geschichte der Schachbundesliga ebenfalls ihre Visitenkarte ab. Carlsen spielte erstmalig in der Saison 2004/2005 für den SF Neukölln 1903 und später für die OSG Baden-Baden. Levon Aronian gab in der Saison 2001/2002 für den SV Wattenscheid 1930 sein Debüt in der Schachbundesliga. Über die Stationen SC Kreuzberg und SF Berlin 1903 kam er ab der Spielzeit 2012/2013 zur OSG Baden-Baden.

Herr Geilmann, wie sehen Sie denn den momentanen Stand der Schachbundesliga?

Ulrich Geilmann: Danke, dass Sie fragen, Herr Wiemer! Ich bin seit gut 10 Jahren unmittelbar mit der Schachbundesliga vertraut, zunächst als Teamchef einer Erstligamannschaft und später dann zusätzlich als Vorstandsmitglied des Schachbundesliga e. V. in unterschiedlichen Funktionen. Insoweit konnte ich die Entwicklung der höchsten deutschen Spielklasse nicht nur direkt mitverfolgen, sondern auch ein Stück weit mitgestalten.

Zurzeit bilde ich zusammen mit Markus Schäfer (Präsident), Detlef Wickert (Schatzmeister) und Jürgen Kohlstädt (Turnierdirektor) das Präsidium. Wir tun das übrigens alle ehrenamtlich und verstehen uns insoweit als Dienstleister für unsere Mitgliedsvereine, deren Interessen gleichberechtigt zu würdigen sind. Überdies vertreten wir die Schachbundesliga gegenüber nationalen und internationalen Verbänden sowie sonstigen Dritten.

Bedauerlicherweise haben wir in den letzten Jahren keine kontinuierliche Besetzung des Vorstands für Marketing und Vermarktung sicherstellen können, was sicher ein Manko ist. Bewerbungen nehmen wir aber gerne entgegen! Wer also Qualifikation, Zeit, Lust und Laune hat, den Posten unentgeltlich übernehmen zu wollen, mag sich bei uns melden.

Die Schachbundesliga ist offen für neue Entwicklungen und richtet sich an aktuellen Veränderungen und Bedürfnissen sowohl seiner Mitglieder als auch der schachinteressierten Öffentlichkeit aus. Im Rahmen seiner Aufgaben unterstützt sie auch den Deutschen Schachbund, der Mitglied im Schachbundesliga e.V. ist, bei dessen leistungssportlichen, sozialen, integrativen und bildungspolitischen Zielen. Dies ist insgesamt gesehen ein sehr dynamischer Prozess.

Die Entwicklung des Schachbundesliga e. V. verlief in vielen kleinen Schritten. Reformen waren und sind aufgrund der zum Teil heterogenen Mitgliederstruktur stets ein schwieriges demokratisches Unterfangen. Gleichwohl glaube ich, dass wir uns gerade in den letzten Jahren auf einen guten Weg gemacht haben. Dabei sind insbesondere die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, denen auch der Schachsport unterliegt, aktuell sicher nicht die besten.

Wie ist Ihrer Meinung nach die Liga in puncto Marketing aufgestellt?

Ulrich Geilmann: Als der Schachbundesliga e. V. 2007 als organisatorischer Zusammenschluss der Erstligavereine mit seinen ehrenamtlichen Strukturen gegründet worden ist, gab es die Hoffnung, damit auch die Grundlage zu schaffen, den einen oder anderen Sponsor zu finden. Seinerzeit gab es hoffnungsvolle Kontakte zu bundesweit agierenden Großunternehmen, die sich nachfolgend trotz intensiver Bemühungen des damaligen Vorstandes aber leider dann doch nicht engagierten. In der Vereinssatzung war in diesem Zusammenhang unter anderem auch die Option eingebracht worden, eine professionell aufgebaute Geschäftsstelle einzurichten. Dies blieb jedoch ohne regelmäßige Einnahmen reines Wunschdenken.

In den folgenden Jahren gab es immer wieder verschiedene Anläufe, bundesweit tätige Unternehmen für den Ligabetrieb zu interessieren. Hierzu wurde auch die Hilfe professioneller Marketingunternehmen in Anspruch genommen. Leider blieben aber auch diese Versuche sämtlich erfolglos.

Vor diesem Hintergrund hat der aktuelle Vorstand unter Einbindung der Mitgliedsvereine schon früh damit begonnen, nach neuen Wegen zu suchen. Die internen Diskussionen, die von mehreren Workshops begleitet waren, haben aus meiner Sicht zu ermutigenden Neuerungen geführt. Wir verfolgen dabei v. a. die Absicht, durch eine zeitgemäße Außendarstellung attraktive Vermarktungschancen zu eröffnen. Ziel ist weiterhin die Förderung eines positiven und ausstrahlungskräftigen Images des Schachsports im Allgemeinen und des Spitzenschachs in der Schachbundesliga im Besonderen.

Dazu gehören beispielsweise die für Schachfans kostenfreien Internetübertragungen, die auf einem hohen Niveau stattfinden. Zweifelsohne ist auch die Außendarstellung der Liga professioneller geworden. Hierzu trägt insbesondere die neu gestaltete Homepage bei, die wir im Wesentlichen unserem Webmaster Marc Lang verdanken, der die Plattform mit seinen kreativen Ideen unermüdlich verbessert. Die Berichterstattung, die u. a. Georgios Souleidis koordiniert, ist überdies von Jahr zu Jahr dichter und interessanter geworden. Schließlich haben die Mitgliedsvereine durch die Schaffung qualitativ hochwertiger Wettkampfbedingungen maßgebend dazu beigetragen, den Schachspitzensport in Deutschland zu fördern. Die Schachbundesliga entfaltet somit eine Vorbildfunktion, die mittlerweile auch international anerkannt ist. Dabei ist uns durchaus bewusst, dass wir noch viele Dinge verbessern können.

Bei all den positiven Entwicklungen darf man aber eben auch nicht vergessen, dass Schach nach wie vor eine Randsportart ist. Von daher bleibt es nach wie vor schwierig, bundesweit Finanzmittel einzuloben. Die Erstligaclubs gehen hier vor allem den Weg, regionale Sponsoren und lokale Mäzene anzusprechen. Das scheint zumindest in Grenzen zu funktionieren, ist aber eine von Jahr zu Jahr neue organisatorische Herausforderung für die zum großen Teil ehrenamtlich geführten Vereine. Dies ist sicher auch ein entscheidender Grund dafür, dass sich in den letzten Jahren leider der eine oder andere Club aus der 1. Liga verabschiedet hat. Ob hier eine Verkleinerung der Liga einen Königsweg darstellt, wird von den Mitgliedervereinen sehr umstritten diskutiert.

Welche Rolle spielt die Schachbundesliga in den Medien (FAZ, Süddeutsche Zeitung, Zeit, ARD, ZDF inklusive fehlender Bestückung der Ergebnisse der Schachbundesliga im Videotext, ARTE, 3Sat, Sport1, regionale Presse etc.)?

Ulrich Geilmann: Halten Sie tatsächlich eine Berichterstattung in Videotext noch für zeitgemäß? Auch ein gelegentlicher Bericht in Spartensendern wie ARTE oder 3Sat wird uns nicht wirklich weiterhelfen. Aber sei’s drum.

Gehört der Videotext denn Ihrer Auffassung nach ins Museum?

Ulrich Geilmann: Kann man so sagen! Einige Regionalsender bieten diesen Service aber an. Vielleicht starten Sie ja mal eine entsprechende Initiative beim Bayrischen Rundfunk! Doch zurück zu Ihrer Ausgangsfrage:

Schachsportliche Ereignisse werden von den Medien in erster Linie erst dann wahrgenommen, wenn sie einen Eventcharakter haben. Wir haben darauf reagiert, indem wir in den letzten Jahren zentrale Auftakt- und Schlussrunden auf den Weg gebracht haben. In diesem Jahr werden wir uns zum Saisonabschluss beispielsweise in Berlin treffen. Ich glaube, dass dieses Ereignis vermutlich tatsächlich bundesweite Aufmerksamkeit auch bei den von Ihnen angesprochenen überregionalen Print- und TV-Medien hervorrufen wird, zumal wir zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Schachsports eine gemeinsame Veranstaltung mit der Frauenbundesliga haben werden.

Ich bin mir allerdings unsicher, ob sich dieser Effekt verstetigen lässt. Zum einen bedeutet die Ausrichtung zentraler Runden einen hohen Finanzierungsbedarf und Organisationsaufwand, den unsere Mitgliedsvereine nur mit äußersten Kraftanstrengungen stemmen können. Zum anderen stellt sich das Problem, dass man unseren Sport live kaum massentauglich präsentieren kann. Eine Schachpartie, die in Ruhe über 5 Stunden geht,  ist eben nicht mit einem Ballspiel zu vergleichen, das nach 90 Minuten beendet ist und von Chorgesängen und Fanfaren begleitet wird. Deswegen spielt heute das Word-Wide-Web eine größere Rolle. Schach ist insoweit ein Internetsport geworden.

Die Ausrichtung zentraler Runden bedeutet für die Erstligavereine aber auch den bewussten Verzicht auf einen Heimkampf, d. h. den Verlust auf eine heimische Präsentationsmöglichkeit, und ist daher übrigens nicht unumstritten. Von daher müssen wir in Zukunft tatsächlich verstärkt darauf achten, dass solche Veranstaltungen tatsächlich höchsten Qualitätsstandards gerecht werden.

Immer wieder wird darüber diskutiert, doch einfach die Bedenkzeiten anzupassen, um medienwirksamer oder fernsehtauglich zu werden. Dem muss man entgegen halten, dass wir ja auch internationale Standards und Vorgaben einhalten müssen. Klar ist jedoch, dass eine drastische Verkürzung von Zeitvorgaben auch einen deutlichen Anstieg von Fehlern bedeutet. Möchte man das?

Übrigens lebt Öffentlichkeitsarbeit vom persönlichen Engagement. Oft entscheidet einfach auch nur der persönliche Kontakt, ob eine Berichterstattung in Magazinen oder Zeitschriften und im Radio oder Fernsehen erfolgt. Die Fernsehsendung „Schach der Großmeister“ wäre zum Beispiel ohne Claus Spahn nicht möglich gewesen.

Wer also darüber lamentiert, dass Schach nicht von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird, mag bedenken, dass das Schach in Deutschland heute mehrheitlich von unbezahlten Funktionären und nur wenigen Enthusiasten, die ihre Aufgaben mit viel Herzblut und privaten Eigenmitteln abwickeln, getragen wird. Wer was anderes will, möge Geld mitbringen! Allerdings funktioniert die lokale Berichterstattung immer dann ganz gut, wenn sich die einzelnen Vereine darum kümmern.

Auf eine Berichterstattung, die primär auf Skandalgeschichten oder die Darstellungen extrovertierter Schachnerds abhebt, verzichte ich schließlich auch gerne, mal abgesehen davon, dass diese Schlagzeilen unserem Sport langfristig schaden. Die Schachbundesliga steht dabei für Fairplay sowie Dopingfreiheit und verurteilt jegliche Form von Manipulation, insbesondere die Verwendung verbotener technischer Hilfsmittel.

Wie haben sich die Zuschauerzahlen entwickelt?

Da muss man unterscheiden:

Die Zuschauerresonanz vor Ort steht und fällt mit dem Rahmenprogramm, die der jeweilige Ausrichter anbietet. Die Schachbundesliga tritt dabei für vorbildliche Ausrichtung und öffentlichkeitswirksame Präsentation der in seinem Verantwortungsbereich durchgeführten Wettkämpfe ein. Hier gibt es gute Beispiele mit Partiekommentierung, Rahmenturnieren, Diskussionsrunden, Großmeistern zum Anfassen bis hin zu Kinderbetreuung und Catering in angenehmem Ambiente. Dies ist jedoch bedauerlicherweise nicht der Regelfall, so dass unsere Vereine bei der einen oder anderen Veranstaltung zugegeben noch nachrüsten müssen, um den Schachfans etwas zu bieten. Aber auch hier setzt oft das liebe Geld enge Grenzen.

Wir glauben übrigens, dass die Zuschauerresonanz an den Wettkampfstätten dann besser würde, wenn an Bundesligawochenenden parallel keine Schachwettkämpfe der nachgeordneten Ligen stattfinden würden. Eine entsprechende einheitliche Regelung wäre schön. Hier sind aber der Deutsche Schachbund und seine eigenständig agierenden Landesverbände gefragt.

Erlauben Sie eine kurze Zwischenfrage, Herr Geilmann? Kann man die Zuschauerresonanz vor Ort vielleicht einmal konkreter darstellen?

Ulrich Geilmann: Gerne, Herr Wiemer, auch wenn Sie die Beantwortung nicht ganz zufrieden stellen wird. Die Bundesligawochenenden werden von den Mitgliedsvereinen in Eigenverantwortung ausgetragen. Dabei werden die Zuschauerzahlen jedoch nicht stringent erfasst, weil die Clubs zum Beispiel keine Eintrittsgelder erheben. Nach meiner langjährigen Erfahrung als Teamchef schwanken die Besucherzahlen jedoch je nach Event durchschnittlich im einem zwei- bis dreistelligen Bereich. Da müssen wir noch besser werden. Bei einer zentralen Runde können in der Gesamtbetrachtung des Wochenendes aber gut und gerne auch einmal vierstellige Personenzahlen erreicht werden.

Mit der Resonanz, die wir auf unserer Liveübertragung, Homepage und Facebook-Seite haben, sind wir momentan allerdings durchaus zufrieden. Die Zugriffszahlen der Liveübertragung (derzeit durchschnittlich mehr als 11.300 Zuschauer pro Wettkampfwochenende) sind gerade im letzten Jahr deutlich angestiegen. Wir registrierten hier fast 44.300 PageImpressions pro Wochenende. Verglichen mit den letztjährigen Ergebnissen ist das eine Steigerung von knapp 60 %. Zudem sind ChessBase und Chess24 kompetente und zuverlässige Kooperationspartner. Heute ist dieser für den User weitestgehend kostenlose Dienst quasi Normalität, deshalb darf man an dieser Stelle auch einmal daran erinnern, dass die Schachbundesliga diesen Service erst zum internationalen Standard gemacht hat.

Wie schätzen Sie die Spielstärkeentwicklung der Schachbundesliga ein?

Ulrich Geilmann: Nun, ich glaube, dass die Schachbundesliga zu Recht von sich behauptet, die vermutlich stärkste Schachliga der Welt zu sein. Sie ist somit nicht nur für Weltklassespieler eine interessante Plattform. Die Schachbundesliga versteht sich dabei als zentraler Baustein des Ligaspielbetriebes im deutschen Schach.

Klar ist aber auch, dass dadurch die Finanz- und Arbeitslast der Vereine weiter gestiegen ist und damit durchaus eine Kluft zwischen der Bundesliga und den noch regional organisierten 2. Ligen entstanden ist. Insofern wird vielleicht verständlicher, wieso sich mancher Zweitligaverein schwer tut, sein hart erkämpftes Aufsichtsrecht auch tatsächlich wahrzunehmen.

Wie alles im Leben, hat die positive Spielstärkeentwicklung damit mindestens zwei Seiten.

Von daher müssen alle Reformansätze in der 1. Liga auch mögliche Effekte für die 2. Bundesligen und alle nachfolgenden Spielklassen berücksichtigen. Deshalb kann es immer nur mehrdimensionale Antworten geben, wenn man in diesem Zusammenhang die Entwicklung des deutschen Spitzenschachs, Ausländerregelungen oder die Jugendförderung der Vereine, die sicher sein muss, anspricht, was ja auch mit schöner Regelmäßigkeit getan wird. Hier sind wir mit dem Deutschen Schachbund in engem Austausch.

Patentrezepte gibt es aber eben nicht!

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten und weiterhin Ihnen und Ihrem Team viel Erfolg mit der Schachbundesliga.

Hier geht es zur offiziellen Webseite der schachbundesliga.

London Chess Classic 2016 Sequenzen von Ray Morris-Hill

Es ist das Turnier von Wesley So gewesen. Der Gewinner bekommt die volle Aufmerksamkeit. Es war generell ein gutes Jahr für ihn. Erst gewinnt er mit seinen Schachkumpels Fabiano Caruana, Samuele Shankland, Ray Robson und Hikaru Nakamura die Schacholympiade und jetzt siegt Wesley So beim London Chess Classic 2016.

Der formstarke Schachgroßmeister kam am 9. Oktober 1993 in Manila auf die Welt und spielte für Philippinen bei der Schacholympiade 2006, 2008, 2010 und 2012. 2014 wechselte So zum amerikanischen Schachverband. Ein Duell mit Magnus Carlsen um die Weltmeisterschaft ist noch nicht Realität, doch den weiteren Weg von Wesley So darf die internationale Schachwelt mit Spannung verfolgen. Jetzt jedoch ein paar Sequenzen vom Turnier in London. Ray Morris-Hill hat mir wieder ein Päckchen mit einer Reihe von Schachfotos zugesandt. Also halten wir uns nicht länger auf.

Wesley So

The start of Round 7

Out on his own

The start of Round 7

Round 7: Anish Giri vs Veselin Topalov

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Reblog: Kommentar von Michael Wiemer zum Schach-WM Kandidatenturniersieger Sergey Karjakin

So, wie entlasse ich meine treuen Leser in ein besinnliches und entspanntes 4. Adventswochenende? Vielleicht mit einer Momentaufnahme aus London. Phil Ehr, porträtiert vom englischen Fotografen Ray Morris-Hill, der mir dankenswerterweise seit vielen Jahren aus der englischen Metropole Päckchen mit wunderbaren Schachmomentaufnahmen zusendet. An dieser Stelle auch nochmals herzlichen Dank. Dank gebührt auch meinen zahlreichen Stammlesern, die mich wieder ein weiteres Jahr begleitet haben.

Phil Ehr

Foto: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Da auch bei mir die To-do-Liste vor Jahresende ellenlang ist, bediene ich mich eines Kunstgriffs und greife ins Blogarchiv. Sergey Karjakin hat ja kürzlich in New York Magnus Carlsen das Leben schwer gemacht. Harten Widerstand gezeigt und den Weltmeister ins Tie-Break gezwungen. Viele Experten hatten vor dem WM-Kampf einen klaren Sieg für Carlsen in der regulären Spielzeit vorhergesagt. Ich war mir da nicht so sicher. Sergey Karjakin hatte seine Zähigkeit und sein Potential beim Schach-WM Kandidatenturnier im März in Moskau zur Genüge unter Beweis gestellt. Genug der Vorrede. Vorhang auf!

Reblog: [vom 29. März 2016] Kommentar von Michael Wiemer zum Schach-WM Kandidatenturniersieger Sergey Karjakin 

Nörgler befürchteten einen 3. C & A Kampf um den begehrten Schachweltmeistertitel. Und einen erwartbaren Ausgang. Doch Vishy Anand tritt im November nicht gegen Magnus Carlsen an. Auch nicht der für den amerikanischen Schachverband startende Fabiano Caruana. Auch nicht Armeniens David Beckham, der wieder im geschlagenen Feld gelandete Levon Aronian. Auch nicht der selbstbewusste Lautsprecher Hikaru Nakamura. Auch nicht der Bulgare Topalov oder Remiskönig Anish Giri. Auch Peter Svidler buchte nicht das WM-Ticket für New York.

Sergey Karjakin feierte am 12. Januar 2016 seinen 26. Geburtstag. Zweieinhalb Monate später machte er sich mit dem Sieg beim WM-Schach Kandidatenturnier von Moskau nachträglich das schönste Geburtstagsgeschenk. Jetzt wartet Weltmeister Magnus Carlsen auf den russischen Großmeister mit ukrainischen Wurzeln. Karjakin wurde im ukrainischen Simferopol geboren und spielte bis 2009 für die Ukraine. 2004 gewann er mit der ukrainischen Mannschaft die Schacholympiade. Am 25. Juli 2009 erhielt Sergey Karjankin die russische Staatsbürgerschaft. Seit Oktober 2009 spielt der Carlsen Herausforderer für Russland.

Prophezeiung von Kasparow

Nein, der Sieg nach 14 Runden von Karjakin beim Schach-WM Kandidatenturnier in Moskau ist keine Überraschung. Seit längerem erzählt sich die Schachszene die Prophezeiung vom mehrfachen Schachweltmeister Gari Kasparow, der Karjakin des öfteren als einen der Anwärter für den Weltmeistertitel bezeichnete. Beim Kandidatenturnier 2014 in der sibirischen Erdölstadt Khanty Mansiysk belegte Sergey Karjakin hinter Vishy Anand Platz 2. Im selben Jahr bekam er die Auszeichnung des Ehrentitels Verdienter Meister des Sports in Russland. Sein überragendes Schachtalent zeigte sich früh. Herausforderer Karjakin errang seinen Großmeistertitel am 12. August 2002 im Alter von 12 Jahren, 7 Monaten und 0 Tagen. Damit hält er den Rekord als jüngster Schach-Großmeister aller Zeiten, wenn mich meine Statistiken nicht im Stich gelassen haben.

95.000 Euro für Karjakin

Der Preisfonds von Moskau belief sich auf 420.000,- Euro. Die Summe verteilte sich wie folgt:

1. 95.000,-
2. 88.000,-
3. 75.000,-
4. 55.000,-
5. 40.000,-
6. 28.000,-
7. 22.000,-
8. 17.000,-

Turniersieger Sergey Karjakin geht mit 95.000 Euro nach Hause. Die Börse vom WM-Kampf im November in New York gegen Megastar Magnus Carlsen wird erheblich höher sein. Apropos Kontrahent Carlsen. Sergey Karjakin hat keinen Carlsen Minderwertigkeitskomplex. Den Norweger distanzierte er im Juli 2012 bei der Schnellschach Weltmeisterschaft in Astana auf Platz 2.

Karjakin zeigte in Moskau Nervenstärke. Seine gute Ausgangsposition nach 13 Runden verteidigte er mit den weißen Figuren gekonnt in der abschließenden Partie gegen Fabiano Caruana. Ein Remis hätte Karjakin für den Turniersieg und das Ticket für New York gereicht, er beendete die Partie mit einem Sieg. 8,5 Punkte aus 14 Partien sind ein bemerkenswertes Resultat. 2013 hatte Magnus Carlsen mit Wladimir Kramnik in London beim Schach-WM Kandidatenturnier ebenfalls 8,5 Punkte auf dem Tacho. Bei der nächsten Auflage 2014 in Khanty Mansiysk erzielte Turniersieger Vishy Anand auch markante 8,5 Punkte.

Schachfotografie mit Ray Morris-Hill beim London Chess Classic 2016

Er kann es immer noch.

Die vielleicht letzten Helden unserer Zeit mit der Fähigkeit zu epischen Kämpfen, geniale Schachgroßmeister mit der Kamera ablichten. Unverwechselbar. Stilecht. Der englische Fotograf Ray Morris-Hill ist meinen zahlreichen treuen Stammlesern ein Begriff. Erinnert sei an die Aufnahmen vom Bankett vom London Chess Classic 2014.

A Champagne Reception

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Unglaublich präzise beobachtet der englische Profifotograf die Szenerie und drückt dann im richtigen Moment ab. Präzision ist alles. Flankiert vom emotionalen Moment und auch ein Blick auf die Rahmenbedingungen für die Schachspieler nach getaner Arbeit in London vor zwei Jahren.

Dinner with the Masters

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Doch vor dem Bankett ist auch dieses Jahr wieder die Arbeit auf den 64 Feldern des Königlichen Spiels angesagt. Das London Chess Classic 2016 nimmt Fahrt auf. Ray Morris-Hill hat mir frisches Fotomaterial aus London zugesandt. Ray ist sich sicher, dass es kein langweiliges Turnier wird.

,,It looks like it will be an exciting tournament!“

Aber genug der Vorrede, der anerkennenden Worte und des ehrlichen Lobes für die Profi-Momentaufnahmen des englischen Fotografen Ray Morris-Hill. Gestern hatten wir hier ja mit Eric van Reem einen weiteren Könner an der Kamera mit dem Faible für faszinierende Schachaufnahmen Raum hier auf Sportinsider gegeben. Erinnert sei an Eric van Reem Content-Power: Chess in Tweets – Weekly (1).

Heute gebührt die Bühne Ray Morris-Hill. Hier einige Sequenzen aus London.

The start of Round 3

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Nach 3 Runden führt bei den London Chess Classic 2016 der smarte Wesley So, gefolgt von Levon Aronian und Wladimir Kramnik. Auf Platz 4 notiert Fabiano Caruana, wie So und dem fünftplatzierten ehrgeizigen Hikaru Nakamura Sieger mit der USA bei der Schacholympiade in Baku in diesem Jahr. Platz 6 hat Viswanathan Anand inne. Auf Rang 7 folgt Anish Giri vor Maxime Vachier-Lagrave, Michael Adams und Veselin Topalov.

Wesley So

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Er hat gut lachen. Das Turnier läuft für Wesley So gut.

Veselin Topalov

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Eher suboptimal startete Veselin Topalov, 2010 in Sofia ein harter Widersacher im WM-Kampf gegen Viswanathan Anand.

Vladimir Kramnik

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Wladimir Kramnik in nachdenklicher Denkerpose.

Fabiano Caruana

Fotos: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Fabiano Caruana würde ich gerne in einem WM-Match gegen Magnus Carlsen zu gegebener Zeit sehen.

Hier geht es zur offiziellen Website von londonchessclassic.com.

Eric van Reem Content-Power: Chess in Tweets – Weekly (1)

Auch an diesem 3. Adventswochenende gilt die alte Binsenweisheit: Content is King. Der niederländische Power-Kultblogger Eric van Reem legt 10 Tage nach dem Hichtcock-Thriller von New York in Sachen Content nach. Sein Schachcontent ist Bestandteil zahlreicher Weltmeisterschaften gewesen. Auf seinem Kultblog Chess in Tweets offeriert er an diesem Wochenende schachliche Feinkost in Form von Fundstücken auf Twitter.

,,After the world championship in New York between Magnus Carlsen and Sergey Karjakin and the positive feedback I received, I decided to start “Chess in Tweets -Weekly” in which I will try to collect the best and most remarkable chess related tweets of the week. If you see a tweet that should be included in “CIT-weekly”, sent me a tweet @ChessClassic. And if there is a big event going on, I will probably compile an extra “mid-weekly”.  Why not?“

Derweil laufen bei Eric van Reem auch die Reiseaktivitäten via London. Der Schachblogger aus den Niederlanden und begnadete Fotograf besucht die englische Metropole. Ziel ist das London Chess Classic. Hier eine Momentaufnahme aus dem „Londoner Archiv“ von Eric van Reem.  Er porträtierte einst den amerikanischen Schachgroßmeister Hikaru Nakamura.

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Foto: © Eric van Reem

Hikaru Nakamura wurde vor zwei Tagen 29. Dieses Jahr feierte er mit seinen amerikanischen Schachkumpels Fabiano Caruana, Wesley So, Samuel Shankland und Ray Robson auch den Sieg bei der Schacholympiade in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku.

Derzeit ist Hikaru Nakamura wieder aktiv im Teilnehmerfeld vom London Chess Classic. Schaun mer mal.

Hier geht es zur offiziellen Turnier-Website londonchessclassic.com.

Pressekonferenz Sergey Karjakin in Moskau am 06.12.2016

Guten Tag. Stammleser kennen meine respektvolle Meinung zu Sergey Karjakin. Er ist ein Schachgroßmeister der sich beim WM-Kandidatenturnier im März in Moskau verdient durchgesetzt hatte. Damit buchte Karjakin das Ticket für den WM-Kampf gegen Magnus Carlsen. Nach der erfolgreichen Qualifikation für das Match mit dem Weltmeister gab es viele verschiedene Stimmen.

Kommentar von Michael Wiemer zum Schach-WM Kandidatenturniersieger Sergy Karjakin.

Für mich war es die Monate danach schon etwas überraschend wie klar zahlreiche Experten einen deutlichen Sieg von Carlsen prognostizierten. Für mich war eigentlich immer klar, dass der Norweger härter arbeiten musste als in seinen WM-Duellen gegen Anand in Chennai 2013 und 2014 in Sotschi.

Vorige Woche musste sich Sergey Karjakin erst im Tie-Break gegen Magnus Carlsen beugen. Heute gab es die Pressekonferenz mit dem Wahlrussen in Moskau. Es folgt ein 90 minütiges Video. Die ersten 25 Minten sieht man jedoch nur das leere Podium. Dann füllt es sich. RT Deutsch hat das Video online gestellt. Also Vorhang auf!

Als Weltmeister Magnus Carlsen in eine Falle von Verleger Jens-Erik Rudolph tappte

Vielleicht hätte Sergey Karjakin genauer hinschauen sollen beim Simultanschachspiel im Februar in Hamburg. Magnus Carlsen gab sich die Ehre. Das er sich in den letzten Jahren den Nimbus der Unantastbarkeit erspielt hat, änderte nichts an der Tatsache, dass auch der Norweger hin und wieder Fehler macht.

Foto: ©  Ray Morris-Hill rmhphotos.eu

Schachbuchverleger Jens-Erik Rurdolph, den meine Stammleser hier am 12. Dezember 2010 im sportinsider Interview mit seinen klugen Gedanken zum königlichen Spiel erleben durften, hatte im besagten Simultanschachspiel gegen Weltmeister Magnus Carlsen eine Sternstunde. In der Spiegel Ausgabe Nr. 47 vom 19.11.2016 wurde in einem Kurzinterview Jens-Erik Rudolph auf das Match gegen den Weltmeister angesprochen.

,,Sie haben im Februar den Schachweltmeister Magnus Carlsen besiegt? Womit haben Sie ihn bezwungen?

Jens-Erik Rudolph merkte daraufhin an:

,,Das frage ich mich heute noch. Ich habe keine groben Fehler gemacht und ihm dann ein Bauernopfer angeboten. In diese Falle ist er getappt.“

Wer die Partie im Hamburger Zollamt zwischen Magnus Carlsen und Jens-Erik Rudolph nochmals nachspielen möchte und auch in die Atmosphäre der Veranstaltung tauchen möchte dem sei der reichlich bebilderte, gut geschriebene und mit mehreren notierten Schachpartien von Schachweltmeister Carlsen im Simultanschachspiel auf ChessBase von Chefredakteur André Schulz unter dem Titel Magnus Carlsen begeistert Hamburg empfohlen.