Reminiszenz an Outdoor Industrie und Sportartikelhersteller und der Status quo in puncto fairer Produktionsbedingungen

Die letzten Wochen habe ich verstärkt den Fokus auf die sportive Outdoor-Branche geworfen. Erinnert sei an die OutDoor 2017 in Friedrichshafen, die Diskussionen über den Publikumstag, die mediale Frequenz der Messe oder die Podiumsdiskussionen.

Foto:  © Michael Wiemer

Thematisch habe ich auch die Themen um den Hype Influencer, Content-Marketing (alter Wein in neuen Schläuchen), die Prioritäten in Sachen Verkauf und Ausweitung der Umsätze in der Outdoor-Branche aufgedröselt. Inklusive der Fragestellung: Sind Deutschlands Outdoor-Blogger kompatibel mit der Outdoor-Industrie? Erinnert sei an Hochdosiertes Outdoor-Marketing.

Er war der am meisten nachgefragte Artikel der letzten 14 Tage.

Dem war bereits die OutDoor-Nachlese 2017 vorausgegangen.

Doch wir wollen auch das Thema der Outdoor Industrie und den Status quo in puncto fairer Produktionsbedingungen nicht aus den Augen lassen.

Daher heute ein fokussierter Gang in mein Archiv und ein Text vom September des vergangenen Jahres hervorgeholt.

Reblog [vom 29. September 2016]

Outdoor Industrie und Sportartikelhersteller und der Status quo in puncto fairer Produktionsbedingungen

Am morgigen Freitag, den 30. September 2016, gibt es den sogenannten ,,Fashion Fairday“. Autorin Regina Henkel hat sich auf ispo.com in einem Artikel unter dem Titel Löhne in der Supply Chain: Bekleidungsindustrie sucht nach fairen Lösungen mit der Thematik auseinandergesetzt.

Foto: © Michael Wiemer

Mit den Produktionsbedingungen, den Lohnverhältnissen, den Rahmenbedingungen in den Fabriken vor Ort in der Bekleidungsindustrie beschäftigt sich seit Jahren auch die Christliche Initiative Romero (CIR), benannt nach dem 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischof Oscar Arnulfo Romero, und setzt sich intensiv mit dem Thema auseinander. Seit Jahren ist Maik Pflaum ein intimer Kenner der Produktionsbedingungen der Sportartikelindustrie und der Outdoorhersteller, für CIR tätig. Stammleser meines Blogs kennen auch das Interview von Maik Pflaum mit Estela Ramirez von der Gewerkschaft SITRASACOSI aus El Salvador. Hier geht es zur PDF-Datei. Estela Ramirez gab Maik Pflaum Einblicke in die Arbeitsbedingungen der Näherinnen, die für die großen Zweieinhalb der Sportartikelbranche in den Fabriken El Salvadors arbeiten.

Diese Woche bat ich Maik Pflaum um ein Statement zum aktuellen Status der Outdoor Industrie und der Sportartikelhersteller in puncto Fairness in der Produktion.

Wie schätzen Sie denn die aktuellen Bemühungen der Outdoor Industrie und der Sportartikelhersteller im Hinblick auf faire Produktionsbedingungen ein? Wie ist der Status Quo? Inwieweit klafft eine Lücke zwischen Ankündigungen und Umsetzungen?

 Maik Pflaum: ,,Hier gibt es viel Licht und Schatten. Sehr ärgerlich sind die Zustände in der Sportbekleidungsindustrie: Hier hat sich seit 10 oder 15 Jahren nichts Substantielles bewegt. Ärgerlich deswegen, weil hier drei Konzerne den Weltmarktmarkt dominieren: Nike, Adidas-Reebok und Puma. Es wäre ein leichtes, sich gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Sie lassen ja sowieso in den gleichen Fabriken fertigen und hätten die Nachfragemacht, Dinge zu bewegen. Aber das Gegenteil ist der Fall: es wird immer weiter versucht, noch billiger produzieren zu lassen. Damit den Aktionär*innen neue Rekordgewinne in Aussicht gestellt werden können. Wer für Adidas oder Nike oder Puma fertigt und sich krank schuftet, verdient in aller Regel nicht genügend, um den Grundbedarf einer Durchschnittsfamilie abdecken zu können. „Fair Play“ sieht anders aus!

Bei den Outdoor-Herstellern hat sich viel getan. Viele wurden seit unserer Kampagne ab 2009 Mitglied in der Fair Wear Foundation(FWF). Das ist m.E. nach die fortschrittlichste und anspruchsvollste Kontrolleinrichtung im Bereich der Arbeitsrechte. Jack Wolfskin, Vaude, Deuter, Schöffel,… Die Liste der Mitglieder ist zum Glück lang. Alle arbeiten engagiert mit, lernen voneinander. Wie sich die einzelnen Unternehmen bewähren, kann transparent auf der Seite der FWF im jeweiligen Brand Performance Check (www3.fairwear.org/36/brands/) nachgelesen werden. Einziger Schwachpunkt: auch hier liegen die Löhne oftmals noch nicht auf Grundbedürfnis-Niveau, und das Engagement, dies zu erreichen, müsste bei den meisten höher sein.“

Ist die Frage im Jahr 2017 eigentlich noch erlaubt: Ist die Tour de France pervers?

Um unangenehme Themen habe ich mich nie gedrückt. Doping inbegriffen. Stichwort Tour de France. Steigen wir ungedopt ins Archiv:

Reblog: [vom 21. Juni 2013]

Ist die Tour de France pervers?

Die Lohnarbeiter der Asphaltstraßen sind in Kürze wieder im Einsatz. Die Brot und Wasser Tour durch Frankreich steht auf dem Programm.

Es wird wieder jenes von den Organisatoren gewünschte Spektakel werden. Die Tour de France feiert Geburtstag. Die 100. Rundfahrt hält wieder ein fast unmenschlich anmutendes Streckenprofil bereit. Nur die harten kommen in den Garten. Für die einen ist es nach wie vor das faszinierendste Radrennen des Planeten und für andere die größte rollende Apotheke der Welt. Die Liste der grandiosen Pedalritter und ihrer anschließenden Entzauberung durch aufgeflogenes Doping ist ellenlang. Wie wird dies eigentlich bei den Anbietern von professionellen Sportwetten gehändelt? Ich meine, da gewinnt einer die Tour um sie Monate oder Jahre später wieder annulliert zu bekommen. Gib mir mein täglich Landis oder Contador. Oft haben auch die Zweitplazierten bei genauerer Betrachtungsweise Dreck am Stecken gehabt.  Der Wettschein ist zu dem Zeitpunkt oft bereits zerknüllt und nicht wieder auffindbar. Wettdrama der arteigenen Art. Verrückte Sportart. Verlogenheit inbegriffen. Aber auch die Stunde der Moralapostel. Erinnert sei an die Heuchelei um Lance Armstrong. Andererseits sind da diese faszinierenden Duelle in der Vergangenheit gewesen, diese Kämpfe Mann gegen Mann, diese kraftvollen Antritte am Berg, das sich schinden, die auch für den Fernsehzuschauer sichtbare Quälerei der Rennradfahrer. Nein, ich bring jetzt kein Udo Bölts Gedächtnis-Zitat. Dann diese Landschaftsaufnahmen. Die grandiose Naturkulisse. Die Wohnmobile an der Strecke. Die Faszination einer ganz großen Zirkusveranstaltung. Die Menschen lieben Spektakel.  Auch bei den Sprintankünften oder beim Zeitfahren, dem gnadenlosen Kampf gegen die Uhr. Was waren das für Duelle Lance Armstrong kontra Jan Ullrich. Hitchcock-Thriller der Extraklasse. Fast ganz Deutschland fieberte einst mit, hielt den Atem an und drückte die Daumen.

Auch der Tod ist mit eingepreist. Tommy Simpson starb 1967. Sein surrealer Tod am Mount Ventoux war sinnlos. Die Show ging weiter.

Eine Prise WordPress Länderstatistik

Der Monat Juni ist vorbeigeflogen, wie gestern Marcel Kittel bei der Tour de France an seinen Gegnern auf dem Asphalt von Lüttich. Für die einen ist die Frankreichrundfahrt das größte und faszinierendste Sportereignis. Für andere die größte rollende Apotheke der Welt.

Zeit für eine Prise Statistik. Die Länderstatistik von WordPress für den Monat Juni 2017 für das Sportblog Sportinsider hatte folgendes Ranking aufzuweisen:

Länderstatistik von WordPress für Sportinsider im Juni 2017

1. Deutschland 🇩🇪 

2. USA 🇺🇸 

3. Österreich 🇦🇹 

4. Schweiz 🇨🇭 

5. Italien 🇮🇹 

6. Frankreich 🇫🇷 

7. Niederlande 🇳🇱 

8. Belgien 🇧🇪 

9. Spanien 🇪🇸 

10. Mexiko 🇲🇽 

Trotz meiner Vorliebe für Fußballweltmeisterschaften geht der Confed Cup permanent an mir vorbei

Seit 1974 verfolge ich Fußballweltmeisterschaften. Intensiv. Einst wurde bei meinem ersten Ferienjob auf dem Fleischhof mit meinem Schulkumpel U. auf dem Weg zur dreiwöchigen Ferienarbeit die WM 78 durchdiskutiert. Deutschland war damals von einer erfolgreichen Titelverteidigung so weit entfernt wie ein Spanferkel vom Veganer Kongress. 1982 saß ich im Wohnzimmer der Eltern meiner Freundin. Italien gewann verdient 3:1 gegen Deutschland. Die großen Spiele gab es vorher mit Italien gegen Argentinien, den Gentile Festspielen gegen Maradona oder den Sieg der italienischen Fußballer gegen das Traumteam von Brasilien mit Zico und Socrates. Oder die Schlacht von Sevilla. Deutschland gegen Frankreich.

Foto:  © Michael Wiemer

1986 erlebte ich weite Teile der WM in Polen. Trotz Wanderungen im polnischen Riesengebirge war Fußball zu empfangen. Zeitmanagement ist alles. Das Finale sah ich dann bei einem guten Freund in Deutschland im Wohnzimmer zusammen mit seinen Eltern. Der fußballbegeisterte Vater von meinem Freund jubelte beim 2:2 Ausgleich von Deutschland, vorher hatten wir mit ansehen müssen wie ausgerechnet Toni Schumacher im Finale patzte. Nach dem Ausgleich nach 0:2 Rückstand standen für uns die Zeichen auf Verlängerung. Die Mutter von meinem Freund H. holte bereits weitere Getränke aus der Küche. Das weitere Ende mit dem abrupten Aus der deutschen WM Träume und Maradonas Triumph (ja es war seine Weltmeisterschaft) waren Fakt.

Dann 1990. Spielberg, Hitchcock, Wedel oder Eichinger hätten kein besseres Drehbuch präsentieren können. Jahr der deutschen Einheit. WM-Revanche im Finale gegen Argentinien. Franz Beckenbauer coacht ein cleveres Team zum 3. Weltmeistertitel. Ort des Triumphes: Rom. Unvergessliche Jubelbilder, ein Land in Glückseligkeit. Amtierender Bundeskanzler war seinerzeit Helmut Kohl. Franz Beckenbauer übergab den Staffelstab an Berti Vogts und prognostizierte ihm aufgrund des Spielerzustroms aus der DDR auch eine jahrelange Unbesiegbarkeit mit der deutschen Nationalelf. Okay, dass hat sich dann doch etwas anders entwickelt.

Dann die Weltmeisterschaften 1998 mit dem Titel für Gastgeber Frankreich. Mit Zidane. Premiere. Die WM 98 erlebte ich erstmals in einem Klubhaus Public Viewing. Dazu sah ich erstmalig Netzer und Delling plaudern und dachte mir: Wie entspannt kommen die beiden daher. Es war eine vollkommen andere Betrachtungsweise von Fußballspielen wie bisher im TV dargeboten. 2002 erlebte ich das Endspiel in Berlin. Anfangs dachte ich, da geht was. Doch gefehlt. Es wurde die tragische Nacht von Oliver Kahn.

2006 hatte ich eine Überdosis an Public Viewing. Alles schön, alles emotional, alles auch weiter in guter Erinnerung. Doch das Finale wollte ich in Ruhe mit meiner Jahrhundertliebe im Wohnzimmer verbringen. Dem Ausraster von Zidane folgte das Elfmeterschießen. Einer meiner Lieblingstorhüter, Gianluigi Buffon, hier am Bodensee auch von dem einen oder anderen italienischen Gastronom abgöttisch verehrt, holte sich mit seinen Defensivkünstlern den Weltmeistertitel.

2010 hätte ich im Finale den Holländern die Weltmeisterschaft gegönnt. Doch nach den Niederlagen in den Endspielen 1974 gegen Gastgeber Deutschland in München und 1978 gegen die ebenfalls mit Heimvorteil antretenden Argentiniern komplettierten die Niederlande die Triple Niederlagen Serie. Dieses Jahr haben wir hier in Deutschland politisch so eine Triple Niederlagen Serie vom aus Brüssel nach Berlin transferierten SPD Genossen Martin Schulz erlebt. Der Wahlniederlage in Saarbrücken folgte die Wahlpleite in Kiel und darauf folgte die eklatante Niederlage in Düsseldorf. Verdiente Abwahl meinen Bekannte in meiner Umgebung, die einst die SPD gewählt haben. Verrat an den Idealen rächt sich. Über kurz oder lang.

Die letzte Weltmeisterschaft ist gefühlte 5 Jahre her. 2014 erlebte ich zum Beispiel hier am Bodensee wie Schweizer Segler emotional dem Spiel Argentinien vs. Schweiz gebannt folgten. Ort vom Public Viewing war ein historischer. Mein charmanter Assistent Wikipedia reicht mir gerade einen Text:

,,Die Motorfähre Schussen war eine Eisenbahn- und Automobilfähre auf dem Bodensee, die von 1929 bis 1983 auf der Fährlinie zwischen Friedrichshafen und Romanshorn eingesetzt wurde. Nach der Ausmusterung der Fähre wurden die Aufbauten an Land aufgestellt und dienen als Clubheim des Segel-Motorboot-Club Friedrichshafen.“

Das Spiel Argentinien vs. Schweiz per Public Viewing in der Schussen ging mit 1:0 nach Verlängerung für die Südamerikaner aus. Bemerkenswert wie die Schweizer Segler und Fußballfreunde mit dem Aus umgingen. Kein großes Wehklagen, keine Schiedsrichterschelte. Es sollte halt nicht sein.

Argentinien wurde dann bei der WM 2014 erst von Deutschland durch das Tor von Mario Götze (an dieser Stelle gute Genesungswünsche) verdient gestoppt. Wenn Louis van Gaal nicht so eine ängstliche Taktik gegen Argentinien im Halbfinale gewählt hätte, wäre es vielleicht zu meinem Traumfinale Deutschland vs. Niederlande gekommen. Das WM-Finale 1974 zwischen dem Franz Beckenbauer Team und dem Johan Cruyff Ensemble sah ich einst in der Max Schmeling Villa in Bad Saarow mit meinem Vater. Im zum Fernsehraum umgestalteten Kaminzimmer waren zahlreiche Männer versammelten die das Spiel mit ihren Kommentaren, Flüchen, Hoffnungen begleiteten. Schließlich Abpfiff. Jubel in der Villa. Die ganze Geschichte habe ich am 5. Februar 2010 unter dem Titel WM 74 niedergeschrieben.

Unvergessen auch das Tableau von 1974:

Deutschland – Niederlande 2:1 (2:1)

Deutschland: Maier – Vogts, Schwarzenbeck, Beckenbauer – Breitner, Bonhof, U. Hoeneß, Overath – Grabowski, G. Müller, Hölzenbein

Niederlande: Jongbloed – Suurbier, Rijsbergen (69. de Jong), Haan – Krol, Jansen, van Hanegem, Neeskens – Rep, Cruyff, Rensenbrink (46. R. van de Kerkhof)

0:1 Neeskens (2., Foulelfmeter)
1:1 Breitner (25., Foulelfmeter)
2:1 Müller (43.)

Schiedsrichter: Taylor (England)
Zuschauer: 77.833 (ausverkauft)


Doch trotz meiner Vorliebe für Fußballweltmeisterschaften geht der Confed Cup permanent an mir vorbei. Irgendwie komme ich an diesen Wettbewerb nicht heran.

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (9)

Die OutDoor 2017 naht. Sie ist greifbar. Nah. Spürbar nah. Wer erstmalig zur Branchenmesse an den Bodensee anreist, dem kann ich auch noch etwas an die Hand geben. Es gibt eine grandiose Kulisse an See und Bergen gratis dazu. Wer bisher noch nie am Bodensee war holt sich bei den folgenden Berufsfotografen ein paar entsprechende Impressionen und die entsprechende Vorfreude. Da wäre Achim Mende auf bodensee.aero und Holger Spiering bei bodenseefotografie.de. Sie seien hier von mir ausdrücklich empfohlen.

Freunde des Sportblogs Sportinsider werden es im Laufe der vielen Jahre immer wieder registriert haben, die intensive Beschäftigung mit den verschiedenen Facetten der Outdoor-Branche ist kein einmaliger Flirt meinerseits. Erinnert sei an Wandern mit Reinhold Messner. Der Grenzgänger war des öfteren Thema bei mir. Ich mag ihn und seine Lebensleistung. Erinnert sei auch an Rebell und Grenzgänger Reinhold Messner.

Wir drückten uns auch nicht um die unangenehmen Themen, die die Outdoor-Branche ja ebenfalls hat. Erinnert sei an die Ansichten von Greenpeace und CI Romero. Power und Tempo gab es auch. Satt. Da war zum Beispiel bodensee-overlander mit dem rockigen Jahresrückblick 2016. Oder  die Sicht auf das Outdoor Blogger Network. Oder  auf OUTSIDEstories mit Sabine Messner und Kai Schmid. Die beiden letztgenannten Protagonisten der Outdoor-Branche, die sich ähnlich stark um Blogger bemühen wie andere Teilnehmer des Markts, hatte ich hier im Sportinsider Interview. Wer letztendlich das Rennen gewinnt beim Kampf um Outdoor-Blogger, loyaler Community, vielen Sympathisanten, begeisterten Fans, Marktanteilen, Anteilen an Marketingbudgets der Outdoor-Hersteller, Umsätzen, Content und Förderer ist nicht seriös zu prognostizieren. Vielleicht gibt es auch einen Player, den jetzt noch gar keiner auf dem Radar hat, der die Oberhand bei den Outdoor-Bloggern gewinnt. Und zum Erfolgsmodell und zur Marke wird. Schaun mer mal.

Gelegenheit munter ins Archiv zu steigen und das Sportinsider Interview mit Sabine Messner und Kai Schmid von OUTSIDEstories erneut ans Licht der Öffentlichkeit zu holen.

Reblog: [vom 11. Januar 2015]

Sportinsider Interview mit Sabine Messner und Kai Schmid von OUTSIDEstories

Die Faszination Outdoor ist ungebrochen, eine willkommene Gelegenheit zum Jahresanfang die beiden erfahrenen  Outdoor Spezialisten Sabine Messner und Kai Schmid von OUTSIDEstories zu interviewen. Herrausgekommen ist ein spannender Einblick in Ihre Erfolgsgeschichte, das persönliche Lieblingsequipment, die ambitionierten Pläne für 2015 und darüber hinaus.

Frau Messner, Herr Schmid, in einer Gesellschaft in der viele Arbeitsplätze unter Neonlicht an Bildschirmen in den letzten Jahrzehnten in klimatisierten Büros geschaffen worden, scheint die Sehnsucht nach Abenteuer zuzunehmen. Die Outdoor Helden wie der Grenzgänger Reinhold Messner, die Huber Brüder Alexander und Thomas, der in München geborene Motorrad Abenteurer Michael Martin, Extremsportler Hubert Schwarz oder Stefan Glowacz füllen Hallen mit Ihren Multivisionsvorträgen und den erlebten Outdoor Geschichten. Power Outdoor Frauen wie Freya Hoffmeister mit ihrem Fieberglaskajak und der Australienumrundung, K2 Bezwingerin Gerlinde Kaltenbrunner oder die norwegische Extremabenteuerin Cecilie Skog kann ich mir nicht in einem 8-Stunden Büro Job an der Tastatur vorstellen. Die Outdoor Branche profitierte jahrelang im Sog dieser Prominenten Extremsportler auch mit den entsprechenden Umsätzen bei Otto Normalkonsument. Was macht für Sie persönlich die Faszination Outdoor aus?Sabine_Messner_QF

Sabine Messner: Ich bin ein Stadtkind und habe über 40 Jahre meines Lebens dort verbracht. Im Laufe vieler Wochenenden am Fuße der Oberbayerischen Berge habe ich die Nähe zur Natur, die Ruhe, die gute Luft und die kurzen Wege um draußen aktiv zu sein schätzen gelernt. Vor ca. eineinhalb Jahren bin ich mit meiner Familie dorthin gezogen, wo die Berge zum greifen nahe sind. Der Begriff Outdoor ist für mich nicht ausschließlich mit extremen Leistungen am Berg verbunden, sondern steht deshalb für alles was man draußen in der Natur unternehmen kann, um Ruhe und Ausgleich zum Büroalltag zu finden und um die Natur zu spüren. Das ist für mich die Faszination Outdoor.Kai_SchmidKai Schmid: Das Leben ist ein Abenteuer – keine geführte Tour. So steht „Outdoor“ für mich für eine Lebenseinstellung. Es drückt für mich aus, dass man die Dinge auf sich zukommen lassen muss. Nicht alles folgt einem Masterplan.

Zuletzt gab es in der Outdoorbranche durchaus auch kritische Stimmen. Andre Tauber titelte im Sommer auf der Online Website der Welt Die Outdoor-Branche vergisst den Normalo. Ein technologisches Hochrüsten der Hersteller bringt Produkte auf den Markt, die bei genauerer Betrachtung oft nur für die Profisportler nötig sind. Redakteur Tauber ließ auch einen Branchenkenner zu Wort kommen:

„Nehmen Sie einen Menschen, der einen Sportgeländewagen kauft“, sagte Rolf Schmid, Chef des Schweizer Outdoor-Herstellers Mammut “Das größte Hindernis, das die meisten Fahrzeuge überwinden müssen, ist die Einfahrt in die Garage. Trotzdem werden sie gekauft, weil die Käufer damit ein Abenteuer verbinden.“

Wie sehen Sie beide die Entwicklung?

Kai Schmid: Mein Namensvetter hat mit dem SUV-Gedanken sicherlich recht. Genau das ist es meines Erachtens auch: das Gefühl, das ultimative Abenteuer erleben zu können, wenn man nur wollte. Und das will man mit Markenkleidung zeigen und ausdrücken. An dieser Stelle möchte ich aber auch betonen, dass das nur ein Aspekt ist, der Leute dazu treibt viel Geld für Ausrüstung auszugeben. Der andere ist eben der, dass man für entsprechendes Geld auch Top-Qualität bekommt. Und wenn es regnet und stürmt hat die Jacke eben nicht ein bisschen dicht zu sein, sondern komplett dicht. Egal ob auf dem Trail oder in der Stadt auf dem Fahrrad mit Kinderanhänger. Aber betrachtet man neben der Outdoor-Bekleidung technischere Produkte, so wird schnell klar, dass hochwertige Ausrüstung auch Lebenswichtig sein kann: vom sicher sitzenden, eng anliegenden Rucksack, über wasserdichte Bekleidung bis hin zu Klettersteigsets, Kochern oder Wasserreinigern. Und hierbei möchte sich jeder auf innovative und zuverlässige Technik verlassen.

Sabine Messner: Jeder Mensch sucht sein persönliches Abenteuer – auch der „Normalo“, um mit Herrn Taubers Worten zu sprechen. Genau hier setzt das Konzept der OUTSIDEstories an: Wir wollen jeden outdoor-affinen Menschen ansprechen, eben eine Plattform „von und für Outdoor-Begeisterte“. Hier werden die Produkte von Usern aus der Community beurteilt und bewertet, und der Leser hat die Chance sich, idealerweise aus mehreren Bewertungen, eine eigene Meinung über ein Produkt zu bilden: ausprobiert und getestet von erfahrenen Outdoor-Enthusiasten, die auch aus der Community selbst rekrutiert werden. Hier werden Innovationen um des reinen Marketings Willen schnell identifiziert.

Erzählen Sie ein wenig von der Gründungsgeschichte von OUTSIDEstories. Was sind die Ziele der nächsten 12 Monate? Welche Erfolgsstory möchten Sie in 3 Jahren über sich und das Unternehmen lesen und hören?

Sabine Messner: Unser Konzept für die OUTSIDEstories baut auf mehr als 17 Jahre Erfahrung mit der Kommunikation rund um Produkte für Outdoor-Aktivitäten und ebensolanger Zusammenarbeit mit der Outdoor-Branche, kombiniert mit den neueren Möglichkeiten der Kommunikation im Internet und der Tatsache, dass immer mehr Menschen ihr Informationsbedürfnis im Internet stillen – eben bis hin zur Kaufentscheidung für Outdoor-Ausrüstung.

Kai Schmid: Outside-Stories ist viel mehr als nur ein Blog. Die Idee: Outside-Stories wird eine user-basierte Bewertungsplattform speziell für Outdoor-Produkte und -Ausrüstung, die hilft beste Kaufentscheidungen zu fällen und Preisvergleiche bei Online-Stores durchzuführen. Oder mit anderen Worten: die Community stellt ihre Erfahrungen mit Produkten für weitere Kaufentscheidungen der Community zur Verfügung. Ein authentischer und zugleich demokratischer Ansatz – und das fasziniert uns an unserer Idee. Dieser Teil der Plattform von OUTSIDEstories ist zur Zeit im Aufbau und wird Anfang Februar 2015 live gehen.

Im Herbst 2014 haben wir den Blog Outside-Stories und eine dazugehörige Facebook-Seite bereits ins Leben gerufen, die umfassend aus der Outdoor-Branche informieren. Quasi ein „Drehkreuz“ für alle Aspekte des Draußen seins. Wir und unser Team produzieren ständig neue Inhalte zum Thema. Der redaktionelle Anspruch dabei ist hoch. So wird man auf dem Blog eher keine singulären Produktvorstellungen finden, sondern lediglich Kaufberatungen in Verbindung mit einem Link zu Tests in klassischen Medien. Wir haben also immer den maximalen Usernutzen im Visier. Zudem arbeiten wir neben unserem Team auch mit Gastautoren, die uns spannende Stories von draußen liefern. Etwa den Extremkletterer Robert Jasper oder den erfolgreichen deutschen Skilangläufer Peter Schlickenrieder. Mit weiteren sind wir im Gespräch.

Sabine Messner und Kais Schmid: Unsere wichtigsten Ziele für Ende 2015:

1. Die wichtigen Hersteller der Branche versorgen OUTSIDEstories und damit unsere Produkt-Tester (ProduktScouts) regelmäßig – jeweils vor Saisonbeginn – mit ihren Produkt-Innovationen und Kollektions-Highlights, um so ihre Produkte über gute Bewertungen den suchenden Konsumenten auf OUTSIDEstories entsprechend zu präsentieren und mit dem Handel zu verlinken.

2. Wir – bzw. die Community – haben ein schlagkräftiges Team von ProduktScouts rekrutiert. Hierfür läuft die erste Bewerbungsrunde bereits seit 13. November 2014. Über 50 Bewerbungen liegen uns bereits vor: Mehr Infos findet man hier:

Zum ProduktScout:
Zum Gewinnspiel:
Alle Bewertungen im Überblick:

Die Erfolgsstory in drei Jahren: OUTSIDEstories ist in der Outdoor-Community einserseits als Informationplattform über Produkte und die Szene als fixe Größe verankert. Und andererseits ist OUTSIDEstories vor Kaufentscheidungen für ein Outdoor-Ausrüstungs-Produkt von der Outdoor-Community als Beratungsplattform zu einer festen Größe geworden. Dann haben die Community und wir ganze Arbeit geleistet.

Auf Ihrer Website outside-stories.de ist zu lesen: Ein Social-Mag für alle Wilden, die gerne rausgehen. Jede Online-Strategie in puncto Marketing benötigt auch eine genaue Vorstellung der Zielgruppe, die angesprochen werden soll. Wie konkret ist dies bei Ihnen umrissen?

Kai Schmid: Unsere Zielgruppen lassen sich in einer Typologie sehr konkret beschreiben. Sie generieren sich aus „Core-Outdoorern“ – etwa Profis, wie Extrembergsteiger u.ä., „Advanced Outdoorer“ – die fortgeschrittenen Outdoorer – das sind ambitionierte Trekker, Biker etc., aber keine Profis, „Light Outdoorer“, etwa Wanderer oder Angler sowie die „Lifestyle Outdoorer“, die zwar Outdoorausrüstung besitzen, aber nicht ernsthaft einsetzen. Zudem gibt es selbstverständlich verschiedene Alterscluster für Outdoorer, die wir im Prinzip alle bedienen. Am aktivsten sind derzeit die 25- bis 39-jährigen.

Sabine Messner: Hier möchte ich ergänzend gerne die sogenannten ProduktScouts nennen: das sind erfahrene Outdoor-Enthusiasten, die von unserer Community aufgrund von außergewöhnlich hilfreichen Produkt-Bewertungen viele Stimmen gesammelt haben und so von der Community in das Team der ProduktScouts gewählt werden. Um unserer Community möglichst früh eine Basis an Bewertungen von innovativen Produkten zur Verfügung zu stellen, bekommen sie von uns regelmäßig innovative Outdoor-Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt. Diese Bewertungen gehen dann auf OUTSIDEstories rechtzeitig zum Verkaufsstart im Handel online.

Jedes Jahr trifft sich hier unten am Bodensee in Friedrichshafen die Branche zur Fachmesse OutDoor. Zahlreiche Unternehmen investieren nicht nur in einen markanten Messeauftritt, sondern auch ganzjährig wird intensives Marketing betrieben. Gelebte Online-Power auf facebook, Twitter, Mehrautorenblogs etc., großflächige Plakataktionen in den großen Städten Deutschlands, Kataloge mit akribisch aufgenommenen Fotos, Einsatz von Testimonials. Welche Ausrüster in der Outdoor Branche haben für Sie persönlich die überzeugendsten Marketingstories zu erzählen?

Sabine Messner: Im heutigen Internet-Zeitalter werden authentische Testimonial immer wichtiger. Gerade im Bereich der technischen Features von Produkten sind glaubwürdige Meinungen von Experten oft kaufentscheidend. Genau hierauf zielt das Konzept der OUTSIDEstories.

Kai Schmid: Die erzählten Marken-Stories im Marketing sind das eine. Meist ähneln sie sich sogar auf frappierende Art und Weise. Entscheidender für mich ist, ob eine Firmenphilosophie auch von den Mitarbeitern oder Testimonials wirklich gelebt wird, wenn sie brennen für ihre Marke. Das ist der große Unterschied. Ich habe schon Leute gesehen, die sich das Logo sogar tätowiert haben. Doch je größer die Marken werden (wollen), desto mehr geht häufig der ursprüngliche Geist verloren.

Wie sieht Ihr individuelles, privates Outdoor Equipment aus. Was und warum sind die Lieblinge?

Sabine Messner: Für mich steht wohlfühlen ganz oben auf der Liste. Mein absolutes Lieblingsteil ist eine weiße Tedddy-Fleece-Jacke mit Gore Windstopper … sie wärmt mich auf jeder Reise: am Berggipfel nach dem Aufstieg, im Sommer, wenn es am Abend kühler wird, aber auch im Flugzeug, um mich vor der zugigen Klimaanlage zu schützen.

Kai Schmid: Mein persönliches Equipment ist durchaus zusammengewürfelt und beileibe nicht immer nur von unseren Kunden. Bei Schuhen etwa entscheidet die Passform, nicht der Markenname. Eines meiner Lieblingsteile ist eine Softshell-Testjacke von Gore Windstopper, die ich mal geschenkt bekommen habe. Die ist so spitze gemacht und funktional, dass ich nichts anderes anziehen möchte, wenn ich unterwegs bin.

Sie beide schreiben selber auch Artikel im Mehrautorenblog auf outside-stories.de. Herr Schmid, Sie berichteten dabei auch über ein Motorraderlebnis in Wales und leiteten Ihren Beitrag so ein:

,,Das Schöne an unserem Job ist, dass wir hin und wieder auch mal an außergewöhnliche Orte kommen. So auch Ende Juli/Anfang August diesen Jahres, als wir der Präsentation eines neuen Reifens von Continental beiwohnen konnten. Zwei Tage On- und Offroadtest auf großen Reise-Enduros. Das klingt schon verführerisch. Der Ort: Wales. Hier wechseln Wolken, Wind und Sonne schneller als man von einer Kurve zur anderen kommt.“

Da ich eingangs auch Michael Martin erwähnte, jenen Abenteurer der 1997 sein Motorrad ausgraben musste. Abenteuertatort: Die libysche Sahara. Was wäre für Sie, Herr Schmid, eine noch in Angriff zu nehmende ultimative Motorradreise?

Kai Schmid: Das ist ein gutes Thema, schön dass Sie das ansprechen: Ein kleiner Traum von mir war schon immer eine Sahara-Durchquerung auf der klassischen Tanezrouft-Piste mit einem Abstecher ins Hoggar-Gebirge von Algerien bis runter in den Niger, mit dem Motorrad – übrigens sehr stark inspiriert von den Dia-Vorträgen Michael Martins, die ich mir schon während meines Studiums mit Herzklopfen angeschaut habe. Verwirklicht habe ich diesen Traum Anfang der 90er Jahre mit einer 7-monatigen Motorrad-Reise von München nach Südindien, zusammen mit zwei Studienkollegen – eine davon ist Sabine, meine heutige Geschäftspartnerin. Die ultimative Motorradreise durch die Sahara-Durchquerung ist heute leider wegen der Extremisten quasi nicht mehr durchführbar.

Frau Messner, wer und warum sind Ihre persönlichen Heldinnen oder Helden in der Geschichte der extremen Sportleistungen im Outdoor?

Sabine Messner: Ja, da waren zum Beispiel Luis Trenker, Arved Fuchs oder vielleicht mein Namensvetter Reinhold Messner. Aber um ehrlich zu sein – ich habe für mich selbst noch nie nach den Taten dieser Helden oder Heldinnen geschielt. Vor deren Leistung habe ich einen Höllenrepsekt. Ein Held ist für mich auch, wer im Alltag an seine Grenzen geht, auch und vor allem, ohne sein Leben aufs Spiel zu setzen. Das kann die Frau sein, die die Höhenangst im Hochseilgarten überwindet, oder der Familienvater, der seinen kleinen Sohn in der Kraxe auf den Heimgarten trägt. Oder jemand, der nach einem schweren Unfall mit viel Energie und Ausdauer wieder ins normale Leben zurückfindet. Hierfür habe ich größte Bewunderung. Das sind meine Helden.

Was wünschen Sie sich für OUTSIDEstories im Jahr 2015?

Sabine Messner: Erst einmal noch jede Menge Schnee für alle Snowsport-Liebhaber. Tolle Themen für unseren Blog aus der Branche, die unsere Redaktion mit viel Herzblut unter die Leute bringen wird. Viele neue Produktinnovationen auf der Ispo für die unsere Community. Jede Menge Outdoor-Enthusiasten, die unser Konzept gut finden, gerne ihre Erfahrungen mit Outdoor-Ausrüstung an die Community weitergeben und unsere Plattform für ihre Kaufentscheidungen nutzen. Und natürlich viele Hersteller, die unser Konzept überzeugt und es bewußt für sich nutzen.

Kai Schmid: Einen reibungslosen Launch der Bewertungsseite und viele,viele User.

Frau Messner, Herr Schmid, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

Reblog: MTU-Hallencup 2016, bodensee-overlander und wie man eine Weltreise finanziert, Coach Heynen mit VfB Friedrichshafen auf Kurs, Towerstars mit anziehender Formkurve, HSG Konstanz und Spitzenreiter SCR Altach

Reblog Varianten erfreuen sich großer Beliebtheit.  Das stellte ich kürzlich erst wieder fest. Konkret bei Reblog: OutDoor Industry Awards, Content-Marketing und 100 Millionen Euro Umsatz mit Schlafsäcken. Mag sein, dass die anstehende OutDoor in Friedrichshafen vom 18. Juni bis 21. Juni 2017 ein übriges in Sachen Traffic beitrug. Heute ein Blick ins Archiv vom November 2016. Ebenfalls mit einer Outdoor Komponente. Stichwort bodensee-overlander. Große Persönlichkeiten der Sportszene am Bodensee wie MTU-Hallencup Organisator Klaus Segelbacher oder VfB Coach Vital Heynen in seiner ersten Saison bei den Häflern waren Thema. Auch die am Bodensee für Furore sorgenden Handballer aus Konstanz. Die Jungen Wilden. Heisskalt gab es auch: Die Ravensburg Towerstars. Inklusive dem Blick zum damaligen Spitzenreiter der österreichischen Bundesliga. Es wehte große Fußballluft vom SCR Altach über den Bodensee, der sich in der Saison davor noch mit Abstiegsnot herumschlug. Legen wir los.

Reblog: [vom 29. November 2016]

MTU-Hallencup 2016, bodensee-overlander und wie man eine Weltreise finanziert, Coach Heynen mit VfB Friedrichshafen auf Kurs, Towerstars mit anziehender Formkurve, HSG Konstanz und Spitzenreiter SCR Altach

Noch ist nicht raus ob der MTU-Hallencup 2016 ein ähnlicher Hitcock-Thriller wird wie die in die Verlängerung gehende Schach-WM in New York. Der niederländische Kultblogger und einstige “Presseattaché vom Team Anand“, der sehr geschätzte Eric van Reem, hat seit Beginn der Weltmeisterschaft in der amerikanischen Metropole zwischen Weltmeister Manus Carlsen und Herausforderer Sergey Karjakin akribisch und mit entsprechender Leidenschaft Chess in Tweets erstellt. Und da wäre dann zum anstehenden Tie-Break am Mittwochabend auch noch die Wortmeldung eines Schachweltmeisters aus der guten alten Zeit ohne Internet. Anatoli Karpow gegenüber der Agentur Tass:

„Das ist kein Schach mehr. So kann man den Meister in einem Hinterhof ermitteln, aber nicht den Weltmeister.“

Okay, das lasse ich mal so stehen.

Kommen wir zum von mir eingangs erwähnten Fußballturnier. Der MTU-Hallencup 2016, jenes renommierte U-15 Event wird das kommende Wochenende am 3. und 4. Dezember ausgetragen. Sportsmemorabilia ist ja ein weites Feld. Wer sich auf Fußballplakate spezialisiert hat und alle bisherigen 13 vom MTU-Cup am Bodensee in Friedrichshafen komplett hat, dem dürfte auch die Zuordnung dieses Plakats sofort geschmeidig über die Lippen kommen:

Traveler Digital Camera

Foto: © Michael Wiemer

Dies war das Ankündigkungsplakat für den MTU-Hallencup 2013, der 11. Auflage. Jetzt kommt also das 14. Turnier. Organisator Klaus Segelbacher ist seit Jahren unermüdlich in der Akquise für ein hochwertiges Teilnehmerfeld. Barcelona, Manchester, Chelsea, Mailand und Co. nach Friedrichshafen zu bekommen war und ist keine Selbstverständlichkeit. Auch dieses Jahr hat Klaus Segelbacher wieder ein illustres Feld organisiert.

Kürzlich schrieb ich hier auf sportinsider:

,,Noch stehen hier am Bodensee einige schöne Termine an. Da wäre der MTU-Hallencup 2016 zu nennen. Das gut eingeführte U-15 Hallenfußballturnier ist wieder erstklassig besetzt. Schalke 04, Ajax Amsterdam, AC Mailand, FC St. Gallen, Chelsea, Dinamo Zagreb, Eintracht Frankfurt, Manchester United, Borussia Mönchengladbach, Bayern München, Borussia Dortmund, FC Barcelona „Grana“, FC Barcelona „Blau“, Benfica Lissabon, Olimpik Sarajevo und Altinordu FK. Dazu aus der Bodenseeregion die Teams von der TSG Ailingen, MTU LZ Friedrichshafen, SGM Fischbach/Schnetzenhausen, SV Kressbronn, VfB Friedrichshafen I, VfB Friedrichshafen II, TuS Immenstaad.

Hier geht es zum Spielplan vom MTU-Hallencup 2016 am Bodensee in Friedrichshafen mit den Paarungen am 3. und 4. Dezember. Spielstätte ist die ZF Arena, die angestammte Heimat der Volleyballer vom VfB Friedrichshafen.

Zur Einstimmung in das Turnier eine kleine Reminiszenz an den Marktwert ehemaliger MTU-Hallencup Fußballer. Einst liefen Marcus Reus, Mario Götze, Thomas Müller, David Alaba, Gianluca Gaudino oder Holger Badstuber am Bodensee auf.“

Und auch in Sachen Schiedsrichter gab es diese Woche eine Meldung, die das Nachwuchsturnier aufwertet. Ex-Bundesligaschiedsrichter Knut Kircher pfeift am Sonntag in der Endrunde. Selbstverständlich wird er auch das Finale pfeifen. Referee Kircher, geboren in Tübingen, war auch FIFA-Schiedsrichter. Er pfiff 12 Länderspiele und 23 Europapokalspiele. Chrristof Kneer schrieb am 14. Mai 2016 in der Süddeutschen Zeitung in Hinblick auf das durch die Altersbegrenzung bedingte letzte Bundesligaspiel von Knut Kircher:

,,Wenn sich Kircher mit seinen 196 Zentimetern Körpergröße vor einem Spieler aufbaut, steht dieser Spieler erst mal im Schatten. Meistens legt dieser furchterregende Dunkelmann seine Hand dann aus sehr großer Höhe sehr freundlich auf der Schulter des Spielers ab, und mehr muss diese Hand dann gar nicht tun. Sie muss keine gelbe Karte aus der Tasche holen.“

Wer also sehen will wie sich Knut Kircher jetzt auf Kunstrasen gegenüber den U-15 Spielern verhält dem sei ein Besuch am Sonntag, den 4. Dezember in der ZF Arena in Friedrichshafen, in der unmittelbaren Nähe des Bodensee-Centers empfohlen.

Foto: © Michael Wiemer

Apropos ZF Arena. Das ist ja ansonsten die angestammte Spielstätte der Volleyballer vom VfB Friedrichshafen. Die letzte Hälfte des Novembers war sehr erfolgreich. Qualifikation gegen Hypo Tirol Innsbruck für die besten 20 Teams der Champions-League. Die Häfler haben jetzt mit Paris Volley, Zenit Kazan und Arkas Izmir spannende und reizvolle Spiele vor der Brust. Es ist noch zu früh das Wirken von Neu-Trainer Vital Heynen mit einer tiefen analytischen Zwischenbilanz zu versehen. Doch nach der Quali gegen Hypo Tirol Innsbruck für die CL qualifizierte sich Friedrichshafen problemlos für das nationale Pokalfinale mit dem Sieg bei Netzhoppers KW-Bestensee und spielt jetzt um die Trophäe gegen den Dauererzrivalen Berlin Recycling Volleys. Termin für das DVV-Pokalfinale ist der 29. Januar in der SAP Arena in Mannheim. Vital Heynen hat die Häfler auch in der Meisterschaft in Position gebracht. Im Spitzenspiel bei United Volleys Rhein Main gab es einen 3:2 Erfolg. Die Details gibt es auf der offiziellen Website vom VfB Friedrichshafen nachzulesen. Dazu kam vor Saisonbeginn der Gewinn des neu geschaffenen Supercups gegen die Berliner in der Hauptstadt. Das schaut insgesamt alles schon sehr solide aus.

Sport Mixed Zone Bodensee:

Eishockey: Die Ravensburg Towerstars waren vor der Saison für mich einer der Favoriten auf den Titel in der DEL2. Doch die Mannschaft von Coach Daniel Naud kam nicht mit dem Momentum in die neue Spielzeit. Es folgte der Trainerwechsel mit Toni Krinner. Jetzt greifen die Automatismen, die zielstrebige Power und Chancenverwertung ist wieder da. Dazu steht auch die Defensive kompakter und konzentrierter. Nach dem 6 Punkte Wochenende mit dem krönenden Abschluss eines 4:0 Sieges gegen die Heilbronner Falken am Sonntag und dem Freitagauswärtsderbysieg in Kaufbeuren kletterten die Towerstars auf Platz 5 in der Tabelle. +++ Handball: Die Jungen Wilden der HSG Konstanz laufen bekanntlich mit einer Bürde meiner Prognose herum. In den nächsten 3 bis 5 Jahren halte ich den Aufsteiger in die 2. Handball-Bundesliga ja aufgrund der Strukturen, Personalkontinuität auf der Trainerbank, der Sponsorenarbeit, dem Konstanzer Weg mit den Stipendien etc. für den Aufstieg in die Eliteklasse des deutschen Handballs für fähig. Doch jetzt steht erstmal der Akklimatisierungsprozess im Aufstiegsjahr in der 2. Handball-Bundesliga an. Nach 11 Spieltagen liegt die HSG Konstanz im 20 Mannschaft starken Feld auf Platz 11. Zuletzt gab es vor der bemerkenswerten Kulisse von 1350 Zuschauern in der heimischen Schänzle-Halle allerdings eine Niederlage gegen TUSEM Essen. Hier geht es zum Spielbericht von Andreas Joas. +++ Fußball: In der österreichischen Bundesliga fährt der SCR Altach heute einen Sieg gegen den SV Ried ein und grüßt damit von der Tabellenspitze. Allerdings hat der bisherige Spitzenreiter Sturm Graz ein Spiel weniger. Für Altach war es der 7 Heimsieg. Nach 17 Spielen hat man 36 Punkte eingespielt. Die Saison nimmt eine ganz andere Dramaturgie wie im letzten Jahr. Von Abstiegskampf ist Altach diese Spielzeit so weit entfernt wie ein Spanferkel vom Veganer Kongress. +++ Outdoor: Abenteuer Weltreise. Das Blog bodensee-overlander ist Stammlesern von sportinsider keine Unbekannte Komponente. Die anstehende Weltreise nimmt Konturen an. Siehe auch Wie du deine Weltreise finanzieren kannst!

Rockiges Interview von Krennwurzn mit Ex-DSB Präsident Herbert Bastian

Ja, ich müsste auch wieder ein Schach-Simultanspiel besuchen. Wie einst im Kunsthaus Bregenz hier am Bodensee. Simultan mit Österreichs Großmeisterin Eva Moser. War sehr unterhaltsam.

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Foto:  © Michael Wiemer

Mein Blick vom Schachbrett ging auch dahin …

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Foto:  © Michael Wiemer

Doch wir wollen heute das Scheinwerferlicht auf andere werfen.

Deutschlands Schachblogs schwächeln. Ich habe dies unlängst thematisiert unter dem Titel Die unendliche Geschichte der Schachblogs in Deutschland Seit Jahren gibt es jedoch auch das Mehrautoren-Schachblog von Großmeister Jörg Hickl auf seiner Webseite schach-welt.de. Der 52-Jährige Großmeister Jörg Hickl kann sich dort in Sachen Schach-Content auch auf Krennwurzn verlassen. In der Schachszene ist Krennwurzn ein Begriff. Seine Art der Interviews ist bemerkenswert. Als Beleg sei das rockige Interview mit Ex-DSB Präsident Herbert Bastian angeführt.

Reblog: Ex-Kameramann Stefan Nowak zum alimentierten Fernsehen von ARD und ZDF

Wir wollen uns durch ein gutes Frühstück nicht die Sicht auf aktuelle Dinge vernebeln lassen.

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ARD und ZDF fehlt weiter die moralische Legimitation. Freigeist Don Alphonso fragte kürzlich auf seinem Twitter-Account:

,,Was kostet eigentlich so? Kann mir das mal jemand von den besserverdienden ARDlern ins Gesicht sagen?“

Die ARD blieb Don Alphonso die Antwort schuldig.

Frank Lübberding sezierte die Aktion ,,Sag´s mir ins Gesicht“ in der FAZ unter dem Titel Tagesschau-Chefredakteur wartet vergeblich auf Trolle.

ARD Mann Kai Gniffke hatte seinen Auftritt. Oder auch nicht. Frank Lübberding merkte in seinem FAZ Artikel letzte Woche dazu an:

,,Nicht jede Einladung wird bekanntlich angenommen. So erging es gestern Abend Kai Gniffke als Chefredakteur von „ARD-aktuell“. Ihm sollten Zuschauer auf Facebook live und ungeschnitten „ins Gesicht sagen,“ was gemeinhin unter Hasskommentaren verstanden wird, neudeutsch „hate speech“ genannt (Link zum Videomitschnitt). So saß er da und wartete auf jene Mitmenschen, die in den sozialen Netzwerken nicht nur ARD-Journalisten das Leben schwer machen. Gniffke wartete allerdings vergeblich. Es gab niemanden, der ihn mit Beleidigungen traktierte oder sich sonst im Ton vergriffen hatte.“

Soweit Frank Lübberding und seine Sicht auf die ,,Sag´s mir ins Gesicht“ Aktion und die ARD Personalie Kai Gniffke.

Dabei wäre ARD gut beraten sich der freien Marktwirtschaft zu stellen und selber die Aufhebung der Zwangsgebühren zu fordern. Dann den Markt entscheiden lassen. Warum zeigen sich die Sendeanstalten ARD und ZDF so mutlos? Kein Zutrauen zur eigenen Anziehungskraft ihres Programmes? So ganz frei auf dem Markt agierend, abhängig vom Bezahlwillen der Bevölkerung. Zeigen ob die Politberichterstattung, Sportberichterstattung, Kulturberichterstattung, Wissenschaftsberichterstattung oder der Volksmusiksektor genug Kunden findet, die bereit sind dafür zu bezahlen. Warum so mutlos? Warum einer Diskussion ausweichen, die längst überfällig ist. Ich will da die überbordenden Honorare für Moderatoren hier jetzt gar nicht thematisieren. Oder die Sache mit der Transparenz.

Die durch Zwangsgebühren gemästeten Sendeanstalten ARD und ZDF erinnern eher an die Planwirtschaft in der DDR, denn an eine freie Marktwirtschaft.

Wie sieht es eigentlich aus mit der Rechenschaftspflicht der ARD und ZDF gegenüber der Bevölkerung und damit der Gesellschaft?

Doch genug der Vorrede. Gelegenheit an dieser Stelle ins Archiv zu steigen.

Reblog: [vom 24. Juni 2016]

Ex-Kameramann Stefan Nowak zum alimentierten Fernsehen von ARD und ZDF

Ex-Kameramann Stefan Nowak war 20 Jahre in der Branche und stieg dann bewusst aus. Auf kameramann.de berichtet Brancheninsider Nowak über nachdenkenswerte Details die auch Nicht-Kameramänner lesen sollten. Unter dem Titel Das Ende der Leidenschaft zeichnet er ein nachdenklich stimmendes Bild:

,,Wem das klar geworden ist, der erkennt, dass es nicht besser werden wird. Die durchschnittlichen ARD/ZDF-Zuschauer sind 63 Jahre alt; die Privatfernseher gerade mal fünfzehn Jahre jünger. Dementsprechend grottoid ist der überwiegende Teil der ausgestrahlten Programme.“

Zum grottoiden Teil darf man getrost auch große Teile der aktuellen Fußballberichterstattung von ARD und ZDF bezeichnen. Persönlich bin ich durch geschmeidiges agieren bisher um KMH herumgekommen. Keine einzige Minute mit KMH. Doch ich will mich gar nicht an einzelnen Puzzlesteinen festbeißen. Wahrlich nicht. Andere Protagonisten und fragwürdige sowie marktschreierisch herkommende Konzeptversuche wie Beckmanns Sportschule sind auch nicht viel besser.

Gehen wir nochmals zu Stefan Nowak. Er bringt auch die fehlende Rechenschaftspflicht von ARD und ZDF sowie die monetäre Seite für die Beteiligten auf den Punkt:

,,Die Verantwortlichen in den Sendern interessiert das nicht; die Öffentlich-Rechtlichen muss es nicht interessieren, denn sie werden von der Gesellschaft ohne Rechenschaftspflicht zwangsalimentiert, und bei den Privaten dient das Programm ohnehin nur zum Füllen der Pausen zwischen den Werbeblöcken. Da zählen nicht Inhalte, sondern die Shareholder Value. Mittlerweile ist mir klargeworden, dass die sinkenden Budgets nur ein Teil des Problems sind. Die Sender und Produzenten wissen mittlerweile genau, dass sich in der Branche immer ein Arschloch finden wird, das gezielt zu den Gewerkschafts- und Berufsverbandstreffen geht, um dort die diskutierten und aufgerufenen Mindesthonorare in Erfahrung zu bringen. Dann geht dieser „Kollege“ oder die „Kollegin“ zum Sender oder Produzenten und unterbietet diesen Preis, kriegt also den Auftrag – und die Anderen schauen in die Röhre.“

Ja, das System ARD und ZDF gehört auf den Prüfstand. Wollen wir uns so ein System weiter leisten? Ohne Rechenschaftspflicht? Mit einem wie ein Alibischild vor sich hergetragenen Bildungsauftrag geplaudere. Echt jetzt? Es gibt da einen Bildungsauftrag? Der wird auch umgesetzt? Inklusive einer nervtötenden Fußballberichterstattung auf zwei Sendern mit flankierenden Nebengeräuschen.  ARD und ZDF fehlt letztendlich auch die moralische Legitimation.

Übrigens Stefan Nowak hat für sich persönlich einen Ausweg aus der Situation gefunden. Der ehemalige Kameramann arbeitet heute im Ingenieurabbruch mit Spezialmaschinen. Zufrieden und ohne Bitterkeit. Arbeitsgeräte sind jetzt 100-Tonnen Longfront-Bagger oder auch 2-Tonnen Mini-Abbruchmaschinen, mit denen er Gebäudeanlagen zerlegt.

Reminiszenz an Dietrich Mateschitz, Red Bull und das Sportsponsoring

Einst gab es von Oliver Kahn vor gut 7 Jahren im Magazin Business Punk zu Red Bull, der Marketingphilosophie  und Dietrich Mateschitz folgendes Statement zu lesen:

,,Dietrich Mateschitz von Red Bull. Hier macht einer einfach einiges anders. Seine ganze Marketingphilosophie ist interessant: Er macht nicht einfach einen Sponsorvertrag mit Bayern München und lässt seine Marke vorn auf die Trikots schreiben. Er investiert in Rasenball Markranstädt. Und will jetzt diesen Fußballverein nach oben bringen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dieser Klub mittelfristig in der Bundesliga spielt. Mit solchen Aktionen erreicht Mateschitz eine ganz andere Awareness, die für ihn anscheindend wertvoller als der Mainstream ist.“ 

Hat jeder den Fehler gefunden?

Ich merkte seinerzeit hier auf sportinsider am 6. Februar 2010 an:

,,Soweit Oliver Kahn. Kleine Anmerkung von mir. Der Verein heißt laut Vereinsregister RasenBallsport Leipzig e.V. So viel Liebe zum Detail muss sein. Jedoch hat auch im alten Jahr THE RED BULLETIN – das fast unabhängige Monatsmagazin- die Mannschaft RasenBall genannt. Einigen wir uns umgangssprachlich auf RB Leipzig. Dieser Name wird sich auf Dauer eh etablieren. Das ist dann auch für niemanden ein Zungenbrecher.“

Mittlerweile kommt vielen in Fußballdeutschland der Name RB Leipzig doch schon recht geschmeidig über die Lippen.

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Foto: © Michael Wiemer

Vielleicht ist aber die Gelegenheit auch ganz gut ins Archiv zu steigen und einen Artikel über Marketing-Genie Dietrich Mateschitz, Red Bull und das Sponsoring im Sport herauszuholen. Los geht´s.

Reblog: [vom 3. Dezember 2009] Red Bull und das Sportsponsoring

Dietrich Mateschitz ist ein Marketing-Genie. Er hat im Sportsponsoring weltweit Akzente gesetzt. Mit dem Energy Drink Red Bull revolutionierte der österreichische Unternehmer einen ganzen Markt.

Im Sponsoring ist der Milliardär mit Red Bull gut aufgestellt. Die Fußballer von RB Salzburg sind aktueller Meister in der höchsten österreichischen Fußball-Liga. Ab der Saison 2009/2010 konnte der renommierte Huub Stevens als neuer Trainer verpflichtet worden. Auch die Salzburger Eishockeycracks tragen das Logo des Energy Drinks auf dem Trikot. International sponsert Dietrich Mateschitz in Amerika mit New York Red Bulls ein Major League Soccer Team und in Deutschland das Markranstädter Fußballteam RB Leipzig. Eine ganze Reihe hochkarätiger Sportveranstaltungen wie das Red Bull Air Race World Championship erfreut sich des Namenssponsorings der Österreicher. Die Formel 1 ist ein weiteres sehr erfolgreiches Sponsoring von Red Bull.

In der vorletzten Saison war Sebastian Vettel in Monza der jüngste Formel 1 Sieger. Der symphatische 21-Jährige lächelt natürlich in die Kameras. Shootingstar Vettel wechselte vor der abgelaufenen Saison vom italienischen Team Toro Rosso (Besitzer Dietrich Mateschitz) zum östereichischen Rennstall Red Bull. Der zweite Geniestreich des Formel 1 Fahrers erfolgte dann beim China GP in Shanghai. In der Regenschlacht legte der Heppenheimer eine Glanzvorstellung hin und verwies damals seinen Teamkollegen Mark Webber auf den 2. Rang.

Sebastian Vettel war nach dem zweiten Sieg seiner Karriere völlig aus dem Häuschen. Nach dem China-GP dankte der Red Bull Pilot seinem Team via Funk:

„Was für ein Rennen! Grüße nach Österreich und ein großer Dank an die ganze Red-Bull-Familie.“

Der 21-Jährigen neue Formel 1 Star hat keinerlei Starallüren. Seine Interviews sind ungefiltert. Sein Lachen nicht einstudiert. Mit 9 Jahren (so die Legende) suchte Sebastian Vettel schon die ersten Sponsoren. Den Vertrag mit Red Bull ließ er nur durch einen Anwalt checken. Mehr nicht. Kein Manager. Kein Beraterstab. Keine Juristen-Gruppe. Vettel mag es einfach.

Dies war und ist auch eines der Erfolgsgeheimnisse von Dietrich Mateschitz. Nach eigener Aussage weiß er gar nicht, wie er vor Red Bull ohne Energy Drink über den Tag gekommen ist. Jetzt will er bis zu 5 Dosen am Tag trinken. Für seine Mitarbeiter bestehe keine Konsumpflicht. Sein Statement:

,,Für mich ist Red Bull Grundnahrungsmittel. Ich fange mit dem Frühstücksbullen an. Nach Mitternacht höre ich auf, die Dosen zu zählen.“

Werden wir Sebastian Vettel und Red Bull noch öfter auf dem Podium sehen ? Ja, das werden wir erleben. Die Chancen stehen verdammt gut. Dietrich Mateschitz und Red Bull verleihen Sebastian Vettel Flügel. Der siebenmalige Formel-1 Weltmeister Michael Schumacher hat viel Freude am Newcomer. Nach dem China-GP sagte er in die Mikrofone der Reporter:

,,Das war grandios. Da kann man nur mit Spaß zuschauen und genießen.“

Red Bull hat auch klare Ziele mit den oben genannten Fußballteam von RB Leipzig. Die Bundesliga ist das Ziel. Spricht man mit Protagonisten des ostdeutschen Fußballs,wie Präsident Hubert Wolf vom ZfC Meuselwitz oder dem Geschäftsführer Frank Duschka von Energie Cottbus, erklingen klare Signale: Red Bull macht das genau so professionell wie in der Formel 1. Die gehen ihren Weg.

Weiterführende Artikel zum Thema Red Bull und Sponsoring

1. Hinz und Kunz über Bundesliga mit Red Bull  

2. Dietrich Mateschitz will RB Leipzig in die Bundesliga führen

3. Mateschitz sieht Vettel 2011 auf dem WM-Thron

Reminiszenz an das Potenzial von Audi im Marketing

Nein, heute wird nicht gegen die Bundesliga gesendet. Ganz entspannt werden wir nach einer Tasse Kaffee ins Archiv hinunter steigen. Wir haben ja immer wieder Themen von Sportmarketing, Sponsoring, Sponsorships und deren Hintergründe aufgedröselt. Erinnert sei an Adidas und das Sportsponsoring.

Oder Red Bull und das Sportsponsoring.

Oder der Blick auf das Marketing in der sportiven BMW Welt in München.

Doch heute legen wir eine Reblog Variante vom Potenzial von Audi in Sachen Marketing auf. Protagonisten wie Pep Guardiola oder Lance Armstrong kamen in dem Text im Sommer 2013 von mir vor. Also genug der Vorrede. Legen wir los.

Reblog: [vom 2. August 2013]

Audi und das Potenzial im Marketing 

Audi hat mich ein wenig enttäuscht. Die Übergabe eines 520 PS starken Autos an Pep Guardiola ist das eine. Aus marketingtechnischer Sicht fehlt mir die Fortsetzung der Story. Pep seine Hände am Lenkrad. Sein schneeweißes Hemd im Kontrast zum Innenraum und Cockpit des Fahrzeuges. Wen hat Pep Guardiola auf der Rücksitzbank? Wie ist die Position der Beine von Guardiola beim fahren mit dem Audi. Ich habe da auch immer noch jenes Bild eines Profisportlers vor Augen. Rückblick in das Jahr 2009. Der Stern hat auf dem Cover der Ausgabe Nr. 28 vom 02.07.2009 einen Musiker mit diesen unendlich traurigen Augen.

Traveler Digital CameraIm Inhaltsverzeichnis der Hinweis auf das Sport-Comeback des Jahres 2009. Der damals siebenfache Tour de France Sieger Lance Armstrong wird medial in Szene gesetzt.Traveler Digital CameraIm gut bebilderten Beitrag von Christian Ewers (Text) und Elizabeth Kreutz (Fotos) über den Tourdominator ist dann auch Lance Armstrong am Lenkrad eines Audi zu sehen. Konzentriert, der Blick ist nach vorne gerichtet. Die Töchter auf der Rücksitzbank. Der Vati fährt sie zur Schule.Traveler Digital CameraIhm reicht der linke Arm locker am Steuer. Die vier Ringe sind seine Begleiter. Ja, solche Bilder haben eine emotionale Sogwirkung. Traveler Digital CameraNun, heute schreiben wir das Jahr 2013. Lance Armstrong ist seine Toursiege los. Sein einstiger Konkurrent Jan Ullrich setzt sich für die Rückgabe der sieben Tour de France Siege für den einstigen Patron der Frankreichrundfahrt in der aktuellen Sport Bild ein.

Derweil fährt Pep Guardiola den Sieg mit Bayern München beim Audi-Cup ein.