Reblog: Hinz und Kunz über Bundesliga mit Red Bull

Menschenskinder, wie die Zeit vergeht. Jetzt also doch. Bundesliga mit Red Bull Vorzeigeprojekt RB Leipzig. Inklusive erstem Punktgewinn. Gelegenheit ganz tief ins Archiv zu steigen und einen Text hervorzuholen, indem ich die von mir erschaffenen Kunstfiguren Hinz und Kunz ein wenig plaudern ließ über Red Bull und den Weg in die Eliteliga des Fußballs in Deutschland.

Kleines Symbolfoto.

Traveler Digital Camera

Foto: © Michael Wiemer

Doch genug der Vorrede.

Vorhang auf.

Reblog: [vom 10. November 2009] Hinz und Kunz über Bundesliga mit Red Bull

Hinz: Hallo Kunz, wie fällt eine erste Zwischenbilanz von RB Leipzig auf dem Weg in die Bundesliga aus ?

Kunz: Sportlich ist die Mannschaft auf dem richtigen Weg. Die Tabellenführung wirkt bereits kolossal souverän. Der 10. Sieg im 12. Spiel in der Oberliga wurde am Wochenende vor 263 Zuschauern in Pößneck eingefahren.

Hinz: Wann erwartest Du die Mannschaft von Tino Vogel in der Bundesliga ?

Kunz: Red Bull geht da ja sehr zielstrebig und mit einer langfristigen Sponsorenstrategie heran. Der Aufstieg dieses Jahr und ein weiterer in der folgenden Saison bedeutet ja bereits die 3. Liga im Jahr 2011. Danach kann es durchaus in 2-Jahres Schritten vorangehen. Sowohl für den Aufstieg in die 2. Bundesliga wie dann auch die Krönung mit dem Schritt ins Oberhaus. Sollte es schneller passieren ist bei den Verantwortlichen von Red Bull auch keiner böse. In Hoffenheim waren die Pläne eines Bundesligaaufstiegs auch auf 2010 ausgerichtet. Rangnick hat es dann eilig gehabt wieder in die Bundesliga als Trainer zurück zu kommen.

Hinz: Dabei ist sportlicher Erfolg nicht immer exakt mit Zeitschiene am Reißbrett oder Laptop zu planen. Audi erlebt das gerade mit dem FC Ingolstadt 04.

Kunz: Ja, der einstige Fahrplan mit dem ehemaligen Bayern Spieler Thorsten Fink als Trainer sah anders aus. Es wurde schon recht offensiv von der Bundesliga gesprochen. Das Umfeld sah sich bereits unter den ersten 18 Mannschaften Deutschlands. Die Abwärtsspirale mit dem Abstieg aus Liga 2 in die Niederungen der 3. Liga mit Horst Köppel und die jetzigen Ergebnisse und der folgende Rauswurf vom erfahrenen Coach sind bittere Realität. Platz 8. ist für die Anspruchshaltung der Ingolstädter natürlich unbefriedigend.  Zum Erfolg gibt es keine Alternative.

Hinz: Der Einstieg von Red Bull beim Markranstädter Fünftligisten traf nicht nur auf Beifall.

Kunz: Das ist richtig. Red Bull hatte ja bereits Anfang des Jahres 2007 intensive Gespräche mit dem FC Sachsen geführt. Doch die schwierige komplexe Situation im Leipziger Fußball lies den Energy Drink Hersteller damals Abstand nehmen. In Düsseldorf passten die Dinge ebenfalls nicht. Auch für das Problem der Namensgebung gab es damals keine geschmeidige Lösung. Red Bull Chef Dieter Mateschitz hat ja bereits Fußballengagements bei RB Salzburg und in New York. Der Milliardär hatte ganz konkrete Vorstellungen. Ein wichtiger Punkt war das alleinige Sagen zu haben.

Red Bull schaute sich dann im Leipziger Umfeld um. Gespräche wurden mit Eilenburg und dem ZfC Meuselwitz geführt. In Markranstädt passte dann halt alles. Die Oberligalizenz wurde auf Rasen Ballsport Leipzig übertragen. Die 7 Gründungsmitglieder des Rasen Ballsport Leipzig e.V. sind Red Bull Mitarbeiter oder Vertraute. Das die ganze Geschichte nicht unter Applaus von Lok Leipzig und dem FC Sachsen ablief war klar. Die Nagelprobe erfolgt sicherlich nächstes Jahr, wenn die Newcomer bei Aufstieg von der Markranstädter Spielstätte am Bad ins Zentralstradion umziehen und dann kontinuierlich in Leipzig spielen werden.

Sommerlektüre SHOE DOG von Nike Gründer Phil Knight

Selbstverständlich mangelt es nicht an Kampfansagen von Kevin Plank, dem CEO vom amerikanischen Shooting Star Under Armour in der Sportartikelhersteller Branche in Richtung Adidas und Nike. Angriffslustig, so die Legende, hat der selbstbewusste Kevin Plank regelmäßig eine Weihnachtskarte an den Nike Gründer Phil Knight mit einem smarten Gruß versandt.

,,Eines Tages wirst Du von uns hören.“

Roland Lindner, Wirtschaftskorrespondent der FAZ in New York hatte einst in seinem Artikel über den offensiv agierenden Sportartikelaufsteiger Under Armour und dessen Frontman Kevin Plank diesen Weihnachtsgruß festgehalten.

Nun, zur Zeit bin ich ja an der Biografie von Nike Gründer Phil Knight und dessen Buch SHOE DOG dran. Es macht Freude sich durch das Werk von Knight zu lesen. Ob die Sache mit der Weihnachtskarte von Konkurrent Under Armour und dessen Marketinggenie Kevin Plank ebenfalls festgehalten ist, mag ich noch nicht zu sagen. Ich bin mit meiner Sommerlektüre noch nicht durch.

Foto: © Michael Wiemer

Das Buch SHOE DOG ist die offizielle Biografie des Nike Pioniers Phil Knight. Es dreht sich viel um Sportmarketing, Athleten, Schuhentwürfe, Namen, Markenrechte. Auch um Rückschläge, die Knight speziell in den Anfangsjahren hinnehmen musste. Es geht um starke Visionen. Seine Mannschaft der ersten Stunde waren keine normalen Mitarbeiter. Es waren besessene Power Leute die für Knight durch das Feuer gingen. Schuhe atmeten, lebten und leidenschaftlich verkauften. 24 Stunden a 7 Tage. Amerikanischer Unternehmergeist, Aufbruchsstimmung weht aus dem Buch. Mir ist klar, das Knight sich und die Geschichte selbstverständlich in den hellen Klangfarben aufgeschrieben hat. Ob es auch eine Stelle mit dem Treffen von  Phil Knight und Filmemacher Michael Moore im Buch SHOE DOG gibt, kann ich noch nicht sagen. Bin wie gesagt mit der Sommerlektüre noch nicht durch.

Michael Moore hatte in seinem Dokumentarfilm  Der große Macher (Originaltitel: The Big One) auch sein Scheinwerferlicht auf Nike gedreht. In Wikipedia zum Film heißt es:

,,Höhepunkt ist das sehr an Moores früheren Film ,,Roger & Me“ erinnernde Gespräch zwischen Michael Moore und dem Nike-Vorstandsvorsitzenden Phil Knight in Portland, Oregon über die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Phil Knight sagt, dass er die Nike-Fabriken in Indonesien noch nie besucht habe, dass der Handel, aber auch einen positiven Einfluss auf das Land habe. Knight behauptet, dass in den USA keiner mehr Schuhe nähen wolle, er aber über die Errichtung neuer Werke in den USA nachdenken würde, fänden sich genug Arbeitswillige. Daraufhin präsentiert Moore ihm hunderte Leute in Moores Heimatstadt Flint (Michigan), die sofort bei Nike genau diesen Job übernehmen würden. Flint ist durch den Niedergang der US-amerikanischen Automobilindustrie eine stark verarmte Stadt geworden. Trotzdem lenkt Knight nicht ein und am Ende einigen sich Moore und Knight auf eine Spende für einen guten Zweck. Nike hatte zuvor einen Großteil seiner Schuhproduktion nach Indonesien ausgelagert, die dort teilweise von Kindern (ab 14 Jahren) für 19 US-Cents pro Stunde Arbeitslohn gefertigt werden.“

Tief durchatmen.

Auf YouTube gibt es eine 8-minütige Sequenz vom Treffen von Michael Moore mit Phil Knight. Hier geht es entlang. Inklusive flankierendem Bildmaterial.

Das Potenzial von ARD und ZDF in Sachen investigativer Doping-Berichterstattung

Tut mir leid, aber Olympische Spiele in der jetzigen Konstellation kann ich nicht ernst nehmen. Das Statement meiner Jahrhundertliebe ist meinem Publikum ebenfalls bekannt.

Und hier am See tickt die Zeit eh anders.

Foto: © Michael Wiemer

Stammleser wissen, seit 2009 wird hier auf meinem Blog Sportinsider auch das Verhalten von ARD und ZDF begutachtet. Regelmäßig haben wir die nicht vorhandenen Berichterstattung bei Schachweltmeisterschaften oder das problematische Verhältnis in Sachen Eishockey oder die hyperventilierenden Jubelfeiern von Fußballsiegen der Mannschaft von Übungsleiter Löw thematisiert. Zuletzt hatten wir Ex-Kameramann Stefan Nowak zum alimentierten Fernsehen von ARD und ZDF mit seiner Sicht der Dinge. Der Brancheninsider nahm kein Blatt vor den Mund.

Dann wäre da auch noch das Thema Doping. Ein heißes Eisen, dass oft nur punktuell den Weg in die Wohnzimmer der Deutschen findet, die ja Jahr für Jahr das System ARD und ZDF finanzieren. Inklusive der überbordenden Sportberichterstattung. Investigativer Journalismus ist oft nur eine Randnote im gebührenfinanzierten TV. Trotz Milliarden Euro im System.

Jens Weinreich beschäftigte sich dieser Tage auch mit der Thematik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Auf seinem prämierten Blog SPORT AND POLITICS schrieb er einen längeren und bemerkenswerten Text unter dem prägnanten Titel live aus Rio (20), ARD und ZDF und die Quadratur des Kreises: ,,keine Ahnung, zu viel Fußball, zu wenig live, zu viel MAZ“Meine Wenigkeit hat dazu einen Kommentar geschrieben, die ich auch meiner Leserschaft nicht vorenthalten möchte.

,,Sehr angenehm unaufgeregter Artikel über ARD und ZDF.

Generell sind die durch Gebühren finanzierte TV-Sender natürlich in der Situation, ihr Produkt nicht beschädigen lassen zu wollen.

Bei intensiverer Unterstützung von investigativen Journalismus mit den Schwerpunkten Doping in der hochgezüchteten Industriebranche Profisport, der Korruption von Sportverbänden, den Vermarktungsdeals rund um Sportevents, den geschalteten Werbeblöcken der Wirtschaft bei der Übertragung von Sportveranstaltungen im Fernsehen mit gewünschten wohlfeilen Bildern des Sports, dem Einfluss der Politik auf die Hochglanzbilder (wir erinnern uns alle noch an den Besuch von Frau Merkel und Herrn Gauck in der Kabine der WM-Fußballer), dem Match-Fixing mit zahlreichen manipulierten Spielen (Tennis, Fußball etc.), dem laxen Umgang mit Sportverletzungen ohne Rücksicht auf Spätfolgen, die ideologischen Blicke von Sportfunktionären und Politikern sowie Moderatoren der ARD/ZDF auf einen Anachronismus Medaillenspiegel bei den olympischen Spielen, die Rolle des IOC und seines Präsidenten Herrn Bach im Fall der Whistleblowerin Julia Stepanowa, wäre das Hochglanzprodukt Sport ständigen kritischen Fragen ausgesetzt.

Dabei wäre investigativer Journalismus eine Option für ARD und ZDF. Doping zum Beispiel ist ja wie ein Krebsgeschwür. Das Thema ist unappetitlich. Es ist ein Dauerthema. Weit über russische Grenzen hinaus

Um dort in eine seriöse, ernsthafte Berichterstattung einzusteigen müsste ARD und ZDF die Axt an der eigenen Produktlinie ansetzen. Wer mag das schon?

Wenn man es zum Beispiel ernst meint mit der Doping-Berichterstattung ist ein Hajo Seppelt als Feigenblatt zu wenig (Von dem übrigens auch noch die 2. Geschichte mit Dr. Mark Bonar fehlt inklusive konkreter britischer Namen.) Um eine offensive Doping-Berichterstattung zu initiieren müssten mindestens tägliche Blöcke in die Programmwelt von ARD und ZDF gesetzt werden. Zum Beispiel Dopingwissen vor Acht. Täglich ein Blick auf Historie des Dopings. Aufarbeitung der Dopingskandale in Ländern wie Deutschland, USA. Ein fortwährender Blick auf die dopingaffinen und aufgeflogenen Staffelkumpels von Bolt. Oder die medizinischen Praktiken. Das Geschäft für moralisch skrupellose Blutpanscher. Netzwerke von Dopinglieferanten etc.

Wenn ARD und ZDF es mit der Doping-Berichterstattung wirklich journalistisch sauber aufdröseln wollten müssten Sie in Personal investieren. Eine tägliche Kontinuität über 365 Tage des Jahrs hinlegen.

Das werde ich wohl nicht so schnell erleben.“

Damit entlasse ich meine Leserschaft in ein hoffentlich entspanntes Wochenende.

Bevor es an den See geht. Familienidylle von Sepp Maier und Uli Hoeneß.

Guten Morgen.

Der Tag verspricht schön zu werden. Hier am Bodensee zeigt das Thermometer in den frühen Morgenstunden bereits 19 Grad an. Der Himmel italienisch blau gefärbt. Wunderbar. So mag ich ich es. Meiner Jahrhundertliebe habe ich versprochen heute die Tastatur deshalb nicht über Gebühr in Beschlag zu nehmen.

Doch bevor es an den See geht noch die versprochene Auflösung des Bilderrätsel.

Im Buch THE BEAUTIFUL GAME – FUSSBALL IN DEN 1970ern findet sich auf Seite 184 diese von Fred Joch aufgenommene Sequenz mit Günter Netzer und Brigitte Beckenbauer, der damaligen Frau von Franz Beckenbauer, während des Hinspiels im UEFA-Supercup zwischen Bayern München und Dynamo Kiew am 9. September 1975.

Doch schauen wir noch ein wenig weiter und blättern im Buch.

Die Familienidylle von Weltmeister und Bayern München Keeper Sepp Maier. Er war der Weltklassetorwart mit einem gestillten Titelhunger, den später selbst Oliver Kahn nie annähernd erreichte.

Der zukünftige Präsident des FC Bayern München in jungen Jahren. Sein Name: Uli Hoeneß. Seine Frau Susanne mit sichtlich viel Spaß am sonnigen Tag in den 1970ern.

So einen sonnigen und schönen sowie entspannten Sonntag wünscht Ihnen

Ihr

Michael Wiemer

Fußball in den 1970ern

Versprochen ist versprochen. Wenn wir in einem Fußballbuch blättern, dann richtig. Wir sind immer noch beim grandiosen Werk THE BEAUTIFUL GAME – FUSSBALL IN DEN 197oern. Reuel Golden ist dort wirklich ein faszinierendes Exemplar jener Epoche eines Franz Beckenbauer, dem dreifachen Weltmeister Pele, König Johan Cruyff etc. gelungen. Die Fotos und Begleittexte sind keine Momentaufnahmen, die nach 30 Sekunden drüber schauen wieder vergessen sind.

Meinen Lesern gab ich vorige Woche einige Impressionen an die Hand zur Überbrückung des Sommerlochs. Da hatten wir Franz Beckenbauer und Pele im Duschraum. Nackt wie sie Gott schuf. Oder den jungen Diego Maradona beim Friseur. Im Friseursalon unter der Haube sitzend. Oder die Offiziere beim Fußballspiel zwischen St. Etienne und Dynamo Kiew. Oder Johan Cryff bei der Übergabe eines riesigen Europapokals. Im gestreiften Klubdress.

Dann hatten wir Sequenzen am Mittwoch dieser Woche von Dino Zoff, dem Weltklassetorwart mit dem Springseil. Dann Helmut Schön und Franz Beckenbauer in Glückseligkeit nach dem Endspiel 1974 in München. In einem Stadion, was damals architektonisch herausragend seiner Zeit voraus war. Das gute alte Olympiastadion. Dann eine Porträtaufnahme vom Rasen mit einem König. Sein Name: Johan Cruyff. Oder der mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und starken Oberschenkeln ausgestattete Gerd Müller.

Also blättern wir wieder ein wenig …

Foto: © Michael Wiemer

Und heute fang ich mit einem Bilderrätsel an.

Nun, wurden die beiden erkannt? Die Auflösung gibt es hier am Sonntag, den 14. August 2016.

So, aber blättern wir an diesem Freitag genüsslich weiter. Im Fernsehen kommt ja momentan eh kein seriöser Sport. So hört man.

Ja, ich muss auch für meine niederländischen Leser Content bieten. Und für alle die ein Faible für modernen Fußball 1974 hatten. Eins ist klar, damals spielte die Mannschaft um Johann Cruyff den besten Fußball. Dahinter brillierte Polen. Deutschland wurde trotzdem Weltmeister, vielleicht war sogar die 0:1 Niederlage in der Vorrunde gegen die DDR das entscheidende Rädchen.

Die Architektur vom Olympiastadion München sprach ich schon an. Ich bin auch heute noch davon begeistert.

Was für ein Stadion.

So und dann wäre da auch noch die Leichtigkeit des Fußballs ….

Ja, das Foto spricht für sich.

Meinen Lesern wünsche ich ein entspanntes Wochenende.

Ihr

Michael Wiemer

Dino Zoff, Johan Cruyff, Franz Beckenbauer, Helmut Schön und Gerd Müller Sequenzen

Guten Morgen.

13 Grad am Bodensee. Entschieden zu kühl für die Jahreszeit sind in solchen Tagen die Metereologen geneigt zu sagen. Aber das wird schon wieder. Mit den warmen Tagen. Gelegenheit wie in der vergangenen Woche versprochen, weitere Sequenzen aus einem Lieblingsbuch von mir folgen zu lassen.

Foto: © Michael Wiemer

Also blättern wir genüsslich in dem Buch  mit den faszinierenden Fotos.

Die italienische Torwartlegende Dino Zoff bei Auflockerungsübungen.

Oder die Sequenz vom vielleicht besten Fußballer seit es niederländische Mannschaften in die Spitze des internationalen Fußballs geschafft haben. Er war der überragende Spieler der WM 74, er prägte eine Ära. Er war ein Typ. König Johan Cruyff.

Dann wäre da auch noch ein Foto nach dem WM-Endspiel 1974 zwischen Deutschland und den Niederlande im Münchner Olympiastadion. Kapitän Franz Beckenbauer und Bundestrainer Helmut Schön. Sie freuen sich über den Weltmeistertitel. Errungen in einem Spiel, das mit einem schnellen 0:1 Rückstand begann.

Die 70-iger wären nicht komplett ohne einen Blick auf den Top-Torjäger dieser Zeit. WM-Rekordtorschütze 1970 bei der WM in Mexiko. Siegtorschütze im WM-Finale 1974. Serientorschütze in der Bundesliga. Nicht zu vergessen seine Tore in den internationalen Cupspielen. Stichwort Europapokal der Landesmeister. Bayern Münchens Basis für Erfolge im Europapokal legte er. Sein Name ist Gerd Müller. Aber das wussten Sie ja bereits.

Für heute schlagen wir das Buch THE BEAUTIFUL GAME – FUSSBALL IN DEN 1970ern wieder zu.

Eine entspannte Woche wünscht Ihnen

Ihr

Michael Wiemer

Reblog: Das Zentralstadion

Heute findet bekanntlich hier in der Bodenseeregion das Fußballtestspiel Borussia Dortmund vs. AFC Sunderland statt. Spielstätte ist die Cashpoint Arena vom österreichischen Bundesligisten SCR Altach. Die Vorschau auf das Spiel gab es diese Woche hier. Fassungsvermögen des Stadions: 8.500. Ich bin ja in einer Stadt aufgewachsen die neben den beiden Spielstätten der BSG Chemie Leipzig und dem 1. FC Lokomotive Leipzig auch ein Zentralstadion hatte.

Anlässlich des II. Deutschen Turn- und Sportfestes vom 2. – 5. August 1956 wurde in Leipzig das Zentrlastadion eingeweiht. Das Stadion der Hunderttausend.

Gelegenheit tief ins Blogarchiv zu steigen und einen Artikel wieder ans Tageslicht zu holen.

Reblog: Das Zentralstadion [vom 13. November 2009]

Das Red Bull Fußballteam RB Leipzig spielt momentan noch im Stadion am Bad in Markranstädt. Steigt die Mannschaft am Ende der Saison auf, wird das Zentralstadion die neue Spielstätte des ambitionierten Vereins sein. Es lohnt ein kleiner historischer Rückblick auf das Leipziger Zentralstadion.

In dem Zeitraum zwischen 1954 und 1956 bestand die Großbaustelle in Leipzig 17 Monate. Neben den Bauarbeitern leisteten 180 218 Leipziger immense 735 992 Aufbaustunden. 170 000 Kubikmeter Erde wurden ausgehoben und 2700 Bohrpfähle in den feuchten Grund getrieben.

Direkt vom Stadtzentrum brachte die Trümmerbahn den Trümmerschutt auf die Baustelle, um die 23 Meter hohe und 8 Meter breite Dammkrone aufzuschütten. Es erschließt sich von dort oben ein herrlicher Blick auf das Fußballfeld, die Aschenbahn und die 75, insgesamt 50 Kilometer langen Sitzreihen.

Die Sportstätte konnte 100 000 Zuschauer aufnehmen – das Markenzeichen des Leipziger Zentralstadions. Stadion der Hunderttausend. Mit seinem 43 Meter hohen Glockenturm und der knapp 4 Tonnen schweren Werner-Seelenbinder-Glocke, wird anläßlich des II. Deutschen Turn- und Sportfestes vom 2. – 5. August 1956 diese imposante Sportstätte eingeweiht.

Die Messestadt besitzt damit ein rieiges Stadion. Es wird schnell zum Zuschauermagnet. Am 8. September 1956 besuchen 100 000 Zuschauer das denkwürdige Ortsderby Rotation gegen SC Lok Leipzig. Dies ist bis heute der gültige Zuschauerrekord für Fußball-Punktspiele in Deutschland. Am 25. November bezieht der SC Lok Leipzig gegen Schalke 04 eine 1:3 Niederlage vor ebenfalls 100 000 Zuschauer.

Der Rekord wird jedoch am 6. Oktober aufgestellt. 110 000 Zuschauer sehen beim innerdeutschen Duell zwischen DDR Meister SC Wismut Karl-Marx-Stadt und dem 1. FC Kaiserslautern ein 3:5 und das legendäre Jahrhunderttor von Fritz Walter. 400 000 Kartenbestellungen lagen damals vor, zusätzliche 10 000 Stehplätze wurden verkauft.

Im Zentralstadion ist jedoch auch die Leichtathletik heimisch. Gisela Birkemeyer stellte 1960 bei den DDR-Leichtathletikmeisterschaften einen Weltrekord über 80 m Hürden auf. Renate Stecher lief 1973 während des Leichtathletik Länderkampf DDR, Großbritannien und Bulgarien als erste Frau der Welt die 100 m unter 11 Sekunden. Ihre Weltrekordzeit betrug 10,9 Sekunden.

Weitere historische Höhepunkte im alten Zentralstadion gibt es hier.

Der Zahn der Zeit nagte an der alten Sportstätte. Hier ein Bild aus dem Jahr 1996. So entschieden Bund und Länder 2000 den Umbau des Stadions. Zum Deutschen Turnfest im Jahr 2004 wurde das neue Zentralstadion eröffnet. 44.345 Zuschauer finden in der reinen Fußballarena Platz. Zuletzt war das Zentralstadion Austragungsstätte des WM-Qualifikationsspiels Deutschland gegen Liechtenstein.

Wie geht es konkret mit Red Bull und dem Zentralstadion weiter?

Michael Kömel ist der Besitzer des Zentralstadions. Er hat mit Red Bull einen Mietvertrag bis zum Jahr 2030 abgeschlossen. Der Kontrakt beinhaltet auch die Namensrechte. Die Entscheidung über die zukünftige Namensgebung des legendären Zentralstadions liegt jetzt in den Händen des österreichischen Energy Drink Herstellers und Sportförderers. Im Sommer interviewte Sebastian Pittelkow in der taz den Stadionbesitzer Michael Kömel zu sportlichen und wirtschaftlichen Chancen:

Michael Kömel:,,Ich freue mich auf Red Bull. Es wird jetzt noch eine neue Farbe im Leipziger Vereinsfußball geben. Aktuelle Umfragen zeigen, das Hoffenheim der zweitbeliebteste Bundesligist der abgelaufenen Saison ist. Daran sieht man, auch ein Verein mit einem großen Investor kann dahin kommen. Zwar kann man sich, wenn man mit etwas mehr Geld spielt, den Erfolg nicht kaufen, aber für Leipzig steigen die Chancen.“

Hier gehts zum kompletten taz Interview „Auch andere werden profitieren“.