Programmhinweis in Sachen IOC-Berichterstattung von Jens Weinreich

Freut sich eigentlich jemand auf die Olympischen Spiele?

Victor Conte, Gründer und Präsident des Pharmaunternehmens BAY AREA LABORATORY CO-OPERATIVE (BALCO), kam einst im Buch Wenn Sport Geschichte schreibt von Jan Stradling zu Wort:

,,… in der Sportwelt gibt es nicht nur keinen Weihnachtsmann, es gibt auch keinen Osterhasen und keine Zahnfee … Ich meine, die Geschichte der Olympischen Spiele ist voll von Korruption, Vertuschung, dem Gebrauch verbotener leistungssteigernder Mittel – sie ist nicht so, wie die Welt glaubt.“

Diese Worte waren auf Seite 278 dem Kapitel Das Schmutzigste Rennen der Geschichte, jenem 100-Meter Lauf mit Ben Johnson im südkoreanischen Seoul 1988 während der Olympischen Sommerspiele, vorangestellt. Das Kapitel endet auf den Seiten 289 und 290 mit einer Chronik über Doping im Sport. Die Chronik ist unvollständig. Auf zwei Seiten kann sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie beinhaltet den Hinweis auf sowjetische Gewichtheber im Jahr 1954 und dem Stichwort Testosteron oder den Hinweis, dass DDR-Schwimmerinnen 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal 11 von 13 möglichen Goldmedaillen gewannen. Später sollten bizarre Einzelheiten über ein auf den olympischen Medaillenspiegel fixiertes sowie staatlich gefördertes Dopingprogramm der kleinen Republik DDR ans Tageslicht kommen. Das exzessives Doping kein sozialistisches Alleinstellungsmerkmal war hatte Jan Stradling auf Seite 287 festgehalten:

,,Die Zeitschrift Sports Illustrated erhielt 2003 Unterlagen von Dr. Wade Exum, der von 1991 bis 2000 Direktor der Dopingkontrollagentur für das NOC der USA war. Daraus ging hervor, dass mindestens 100 Sportler bei Dopingkontrollen durchgefallen waren, aber trotzdem an den Spielen 1992 und 1998 teilnehmen durften.“

Tief durchatmen.

Brian Williams, Moderator von Radio Canada kommt auf Seite 284 zum Johnson Lauf zu Wort.

,,Ben Johnson hat [den Olympia-Organisatoren in Seoul] den Auftritt nicht nur verhagelt, sondern geradezu geflutet.“

Für diese Olympischen Spiele haben sich in Deutschland zuletzt Bewerberstädte wie Hamburg oder München (zweifach) aus der Bevölkerung klare Absagen geholt.

Foto:  © Michael Wiemer

Wem die ARD-Berichterstattung über das IOC zu lasch, naiv oder nicht tief genug recherchiert ist, dem sein in diesen Tagen der Twitter-Account von Jens Weinreich empfohlen. Unter @JensWeinreich gibt es entsprechende Lektüre.

Auch auf seinem Blog SPORT AND POLITICS hat Jens Weinreich sich ausführlich dem Thema IOC gewidmet. Er ist seit vielen Jahren profunder Kenner der Vorgänge beim IOC und mit einer journalistischen Hartnäckigkeit, Haltung und Recherchetiefe ausgestattet, die selten in Deutschland ist. Am Sonntag legte er einen Live-Blog auf und leitete ihn mit folgenden Worten ein:

,,Erste russische Medien meldeten bereits vor einer dreiviertel Stunde die Erlösung, den Olympiasieg: Russisches Team in Rio de Janeiro, russisches NOK (ROC) nicht suspendiert.“

Jens Weinreich war im Angesicht der historischen Situation bienenfleißig.

,,Ich werde aus der Telefonschalte live bloggen und auch danach hier aktiv sein, mit kleineren Unterbrechungen bis tief in die Nacht.“

Es war kein guter Tag für Juliana Stepanowa.

Heute legt Journalist und Blogger Jens Weinreich nach. Er hat einen sehr langen Text über den amtierenden IOC-Präsident Thomas Bach auf seinem Blog SPORT AND POLITICS verfasst.

Ebenfalls hat Sportredakteurin Evi Simeoni sich der Personalie Thomas Bach angenommen und titelt Der abwägende IOC-Präsident und leitet ihren Artikel mit folgenden Worten ein:

,,Dass die Doping-Lüge und die entfesselte Macht- und Geldgier der Funktionäre Olympia seine Popularität kosten könnten, hat Thomas Bach erkannt und will gegensteuern. Aber dafür könnte es zu spät sein.“

An die analytische Stärke und Präzision von Weinreich kommt Simeoni jedoch nicht heran. Aber vielleicht ist es auch nicht fair diesen Vergleich zu ziehen. Jens Weinreich kniet sich in die Berichterstattung rein, lebt seine Online-Leidenschaft aus, geht in die Tiefe der Recherche, macht keine Abkürzungen, fügt ein Puzzlestein zum anderen.

Wann liefert Hajo Seppelt den 2. Teil der Mark Bonar Geschichte?

Hajo Seppelt ist immer wieder in diesen Tagen Gesprächspartner, so auch bei einer Telefonschalte der ARD während einer Tour de France Etappe am gestrigen Sonntag. Normalerweise schaue ich auf Eurosport punktuell die Tour, doch bei Werbeblöcken schalte ich dann kurzfristig auch schon mal um. Und siehe da, Hajo Seppelt kommt zu Wort. Telefonschalte nach Kanada. Stichwort Toronto. Okay, zum Radsport konnte er jetzt nichts erhellend neues beisteuern. Oder bin ich zu kritisch?

Dem gemeinen Gebührenzahler ist Hajo Seppelt eigentlich noch den 2. Teil seines Streifens über den englischen Gynäkologen Mark Bonar schuldig. Am 3. April 2016 flutete Seppelt die deutschen Wohnzimmer mit dem Bericht über den Sportflüsterer Bonar. In meiner Wahrnehmung kam der englische Gynäkologe wie ein pubertär schwätzender Prahler daher. Konkrete Namen wurden nicht genannt. Man konnte jedoch fast Angst bekommen, dass die englischen Fußballer demnächst alles in Grund und Boden rennen. Taten sie dann bei der EM in Frankreich jedoch nicht. Aber Bonar hatte ja zahlreiche Sportler auch aus anderen Sportarten nach eigenen Angaben mit leistungsstimulierenden Substanzen versorgt. Wie gesagt den 2. Teil über Mark Bonar mit konkreten Namen aus dem englischen Sport muss Seppelt noch liefern. Andererseits ist er ja auch im Dauerstress. Da legt er die journalistische Axt an den russischen Dopingsumpf an und fliegt nach Moskau. Später bekommt er vor laufender Kamera weibliche russische Hartnäckigkeit zu spüren. Hajo Seppelt reagiert nicht gelassen. Dann der Trip in die Türkei. Eine türkische Läuferin will ihre mehrjährige Sperre mit einer Beichte herunterdimmen. Und jetzt Toronto.

Am 6. April 2016 schrieb ich unter dem Titel Ein paar Worte zu Hajo Seppelt. Derweil geht der Playoff-Wahnsinn weiter.:

,,Nein, ich habe nie den Ehrgeiz gehabt Deutschlands Nummer 1 in Sachen Doping-Berichterstattung zu werden. Mich 365 Tage am Stück, 24 Stunden mit den unappetitlichen Dingen der Industriebranche Profisport zu beschäftigen, wäre mir dann doch monothematisch zu eng.  Auch meine Leser haben ja schöne Interessen. Die Besucherströme zum Countdown des Schach-WM Kandidatenturniers in Moskau im März 2016  oder der Sport am Bodensee: Auf den Spuren von Brigitte Bardot, Sophia Loren, Sean Connery und Co. sprechen da eine deutliche Sprache. Der Mensch mag nicht immer nur im Doping-Müll wühlen, sich damit auseinandersetzen und eigenes Sehverhalten ständig kritisch zu hinterfragen. Das Leben ist schön. Es hat viele Facetten zu bieten.“

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Foto:  © Michael Wiemer

,,Nichtsdestotrotz ist ernsthafte Auseinandersetzung von Journalisten mit dem Thema Doping wichtig. Siehe oben die Qualitätsarbeit bei Monitor im Jahr 1998. Später gab es dann eine Phase, wenn ich gefragt wurde, wer denn zuverlässig und seriös über Doping in Deutschland berichtet, dass ich die Namen Daniel Drepper, Jonathan Sachse und Jens Weinreich in die Runde warf. Sie hatten Drive, bedienten Blogs mit Texten, Quellen, interessanten Recherchen. Hajo Seppelt hatte ich zu jener Zeit nicht auf dem Notizzettel, wenngleich ich seine Arbeiten kannte. Hajo Seppelt war in den letzten Jahren fleißig. Im vorletzten Jahr dann seine Dokumentation „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht.“ sowie 2015 „Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik.“

Es hagelte Auszeichnungen. Zu Recht. Zwei seien an dieser Stelle erwähnt: 2016 gab es den Bud-Greenspan-Award der New York Television and Film Writers für die Dokumentationen „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“ und „Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik“ und 2015 die bemerkenswerten Siegerpreise beim ersten weltweiten Journalistenwettbewerb „Sports Media Pearl Award“ des Weltverbands der Sportjournalisten (AIPS) in Abu Dhabi in der Kategorie Video documentary für den Film „Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik“ und in der Kategorie Best investigative reporting.“

Doch zurück zum gestrigen Telefonstatement in der ARD während der Tour de France Berichterstattung. Hajo Seppelt blieb in Sachen Doping im Radsport vage. Kratzte noch nicht mal mitteltief an der Oberfläche. Die Schalte brachte für mich keine neuen Erkenntnisse in Sachen Radsport. Toronto hin oder her. Für die einen ist die spektakulär umstrittene Tour de France eh die größte rollende Apotheke der Welt. Für andere das faszinierendste Sportereignis auf unserem Planeten.

Deutschland vs. Frankreich. Eine Abnutzungs-Schlacht wie 1982?

Es war ein gnadenloses Spiel. Die Abnutzungs-Schlacht tobte und beinhaltete alles, was einen Fußball-Thriller ausmacht, von dem noch 34 Jahre danach gesprochen wird. Im Buch 1982 Spanien aus der  Reihe der WM-Bibliothek der Süddeutschen Zeitung bekommt das epische Halbfinale zwischen den damals beide in Adidas-Trikots auflaufenden Teams von Deutschland und Frankreich auf den Seiten 82 bis 91 den gebührenden Platz in Wort und Bild. Traveler Digital Camera

Foto:  © Michael Wiemer

10 Buchseiten für das Drama von Sevilla. Jenes epochale und surreale Naturereignis. Dazu das mehrseitige Interview mit Torwart Harald Schumacher auf den Seiten 122 bis 127. Als Vergleich, in der 86er Ausgabe der WM Bibliothek der Süddeutschen Zeitung bekommt das erneute Halbfinale Deutschland gegen Frankreich nur ganze 4 Seiten eingeräumt.

Zum Kraftakt 1982 sind ja hunderte von Artikeln geschrieben wurden. Unzählbare Kommentare veröffentlicht und ein jeder Rückblick auf das WM Turnier in Spanien vor 34 Jahren kommt ohne dieses spektakuläre Spiel nicht aus. Die Videozusammenfassung habe ich mehrfach mit offenen Mund gesehen. Immer wieder.

Und nochmals mit Gänsehaut angeschaut. Wahnsinn. Die 11-minütige Zusammenfassung des Thrillers von Sevilla von Sport1 in der aufgelegten Rubrik SportHistory auf YouTube. Das schnelle Führungstor von Pierre Littbarski, der Elfmeterausgleich durch Michel Platini, dann jene verhängnisvolle 57. Minute bei der Attacke von Harald Schumacher gegen Patrick Battiston. Im oben erwähnten Interview mit Schumacher antwortete der Keeper auf die Frage:

,,Als das Ausmaß seiner Verletzung bekannt wurde, hätten Sie ins Krankenhaus  fahren können?“

,,Völlig richtig. Und es tut mir leid, das ich es nicht gemacht habe. Berti Vogts hat es noch 2006 im ZDF ein Versagen der DFB-Delegation genannt, dass seinerzeit niemand mit mir ins Krankenhaus gefahren ist. Wäre mein damaliger Manager Rüdiger Schmitz an dem Abend in Sevilla gewesen, hätten wir Blumen gekauft und uns so lange an Battistons Krankenbett gesetzt, bis er uns gesagt hätte: Alles okay, es wird schon wieder.“

Später in der Verlängerung in Sevilla die Führung der Franzosen durch Marius Tresor in der 92. und Giresse zum 3:1 in der 98. Minute. Abwehrchef Tresor, dessen Schilderungen vom dramatischen Halbfinale und der Endspielerwartung 1998 im Fußball-Magazin France Football erschien, und auszugsweise von der Süddeutschen Zeitung im WM-Buch 1982 auf Seite 90 und 91 übersetzt wurde:

,,Ich bin in den Wolken. Giresse trifft zum 3:1, unglaublich. Wir sind im Finale.“

Nein, war Frankreich an jenem Abend in Sevilla am 8. Juli 1982 nicht. Auf der Bank war da noch ein Spieler von Bayern München. Mit Verletzung schleppte er sich durchs Turnier. Nach seiner Einwechslung in der 98. Minute erzielt Stürmer Karl-Heinz Rummenigge 240 Sekunden später in der 102. Minute den Anschlusstreffer. Dann jener atemberaubende Fallrückzieher von Klaus Fischer in der 108. Minute gegen Frankreichs Torwart Ettori und das folgende Elfmeterdrama. Fehlschuss von Stielike. Zweimal hält anschließend Bösewicht Schumacher die Elfmeter von Six und Bossis.Traveler Digital Camera

Foto:  © Michael Wiemer

Die Karriere von Mittelfeldstar Michel Platini blieb unvollendet. Seine Laufbahn wurde nicht durch den Weltmeistertitel gekrönt. Später schlug er dann die Funktionärslaufbahn ein, wo er mir wesentlich weniger gefiel wie seinerzeit als Spieler. Sowohl in Wort wie in Handlungen. Nein, ich bin kein Blatter Freund gewesen. Aber Platini fiel mir mehrmals unangenehm in den letzten Jahren auf. Dazu vielleicht zu gegebener Zeit mehr. Was macht eigentlich der Ex-UEFA Präsident Platini momentan?

Erst Didier Deschamps, Fabien Barthez, Bixente Lizarazu, Laurent Blanc, Lilian Thuram, Frank Leboeuf, Stephan Guivarc´h, Patrick Viera, Christian Karambeu, Marcel Desailly Youri Djorkaeff, Zinedine Zidane, Emanuel Petit, Thierry Henry, David Trezueget und Co. holten 1998 im eigenen Land den Titel für Frankreich. Didier Deschamps werden wir auch heute wieder sehen. Er ist der smarte Coach der Franzosen an der Seitenlinie.

,,Heute Abend halte ich auf Wales.“

Der Sommer ist schön.

Foto: © Michael Wiemer

Hier am Bodensee wird traditionell relaxt. Der Blick auf das Wasser ist entspannt.

Ach, da war doch noch was … Irgendwas mit Fußball.

Die EM in Frankreich geht in ihre nächsten 3 Viertelfinalspiele. Meine Jahrhundertliebe legte sich bereits fest.

,,Heute Abend halte ich auf Wales.“

Sie war selbst einige Zeit in Wales, hat dort gelebt und gearbeitet. Ihre Sympathien sind heute ungeteilt. Belgien als Geheimfavorit hin oder her.

Meine Jahrhundertliebe sah einst in Cardiff zahlreiche Männer sich auf der Wiese sportlich betätigen.

,,Wie bei einer Massenprügelei.“

Okay, sie spielten Rugby.

Meine Jahrhundertliebe hat heute noch zahlreiche Erinnerungen an Cardiff.

Übrigens Wales Star Gareth Bale ist in Cardiff geboren. Er übte in frühen Tagen neben Fußball, Hockey, Leichtathletik ebenfalls Rugby aus. Nun irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden. Die traf Bale. Er lag mit Fußball richtig, wie sich zeigen sollte.

Reblog: Digitale Pressemappen zur WM-Kampagne ,,FAIR PLAY – fair pay“

Die Christliche Initiative Romero hat anlässlich der EM 2016 in Frankreich eine Protestmail an Adidas, Nike und Puma online gestellt. Hier geht es zur Protestmail. Es geht um das Dauerthema existenzsichernde Löhne für die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Zulieferfabriken der Sportartikelhersteller Adidas, Nike und Puma. Kein Ruhmesblatt für die um ein cooles Image ihrer Markenkleidung bemühten Sportartikelhersteller. Die Protestmail ist an die Adidas, Nike und Puma Chefs gerichtet: Herbert Hainer, Mark Parker und Bjørn Gulden. Die Christliche Initiative Romero mahnt seit Jahren die Zustände in den Zulieferfabriken von Adidas, Nike und Puma an.

Dazu auch ein Blick ins Archiv.

Reblog [vom 26. Mai 2014]

Digitale Pressemappen zur WM-Kampagne ,,FAIR PlAY – fair pay“    

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Foto: © Michael Wiemer

Die Marketingaktivitäten der großen Sportartikelhersteller im Hinblick auf die bevorstehende WM sind in vollen Gange. Adidas, Nike, Puma. Trainer Baade sprach kürzlich von „Big Zweieinhalb“. Die Christliche Initiative Romero schaut seit Jahren hinter die Kulissen der Bekleidungsindustrie, spricht Missstände offen an, setzt sich seit 1981 für bessere Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt von CIR ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen in Nicaragua, El Salvador und Guatemala sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland.

Die ehemalige Adidas Näherin Estela Ramirez sprach auf  ihrer Rundreise durch Deutschland auch auf der Hauptversammlung von Adidas, jenem fränkischen Sportartikelhersteller der kürzlich von Oliver Fritsch auf Zeit Online kritisch unter die Lupe genommen wurde. Dabei erlebte er auch diese Erfahrung in Sachen fehlender Transparenz:

,,Unsere sportpolitischen Fragen wollte Adidas nicht beantworten. Etwa, wie Hainer den Fall Hoeneß bewerte, ob das Unternehmen plane, sich als Namenssponsor des neuen DFB-Nachwuchsleistungszentrums zu bewerben, ob es seine Geschichte unter Horst Dassler aufarbeite und was mit der Vorlieben-Kartei passiert sei.“

In unserer Zeit der Informationsüberflutung ist es ja gar nicht immer so einfach stringent an den Themen, Informationen, Handlungssträngen, Entwicklungen dranzubleiben und ihnen zu folgen. Oder? Nebelkerzen auszuweichen bzw. sie zu erkennen. Ein Thema auch sehr hartnäckig zu verfolgen. Daher habe ich zur besseren Übersicht die in den letzten Wochen erschienen Pressemitteilungen, das Interview mit Estela Ramirez, die Antwort von Adidas auf die Petition für würdige Löhne etc., in der Form der digitalen Pressemappen zur WM-Kampagne „FAIR PLAY – fair pay“ von CIR hier komplett aufgeführt:

Digitale Pressemappen  zur WM-Kampagne „FAIR PLAY – fair pay“

Es ist teilweise schwer verdauliche Kost.

Elisabeth Pähtz mit mehr Länderspielen wie Lothar Matthäus und Co.

Es gibt dieses Jahr noch zwei Termine im internationalen Schachkalender die mich brennend interessieren.

Da wäre im November der Kampf um die Schachweltmeisterschaft zwischen Champion Magnus Carlsen und Herausforderer Sergey Karjakin. Dazu zu gegebener Zeit mehr. Und bitte dieses mit Spannung erwartete Match in der amerikanischen Metropole New York mit den beiden begnadeten Schachspielern, diesen großartigen Persönlichkeiten, nicht mit politischer Folklore eines herbeigeredeten Ost-West Konfliktes überfrachten. Danke.

Schon einmal in der langen Geschichte der Schachweltmeisterschaften wurden zwei Großmeister von ihren jeweiligen Gesellschaftssystemen missbraucht für ideologische Grabenkämpfe.

Foto: © Michael Wiemer

Und dann wäre dann noch die Schacholympiade. Bei mir persönlich auch vorgemerkt. Vom 1. bis 14. September 2016 findet in Baku die 42. Schacholympiade statt. Ursprünglich war die zweite Septemberhälfte als Termin im internationalen Schachkalender geplant, doch dann wurde das Schachevent vorgezogen. Austragungsort ist die 2012 für den European Song Contest erbaute „Crystal Hall“ in der aserbaidschanischen Hauptstadt.

Das deutsche Aufgebot ist von Bundestrainer Rogozenco nominiert. André Schulz, kompetenter Chefredakteur von ChessBase, merkt an:

,,In seiner Presserklärung hat der Deutsche Schachbund nun auch erstmals die Anzahl der bisherigen Länderspiel der einzelnen Spieler mitgeteilt – eine begrüßenswerte Neuerung. Wer hätte gedacht, dass Elisabeth Pähtz schon fast 200 Länderspiele „auf dem Buckel“ hat und damit alle Fußball-Rekordnationalspieler mit Leichtigkeit in die Tasche steckt?“

Das Aufgebot mit den entsprechend vermerkten Länderspielen sieht dann konkret so aus:

Männer:

GM Liviu-Dieter Nisipeanu (Elo 2668, Nr. 1 in Deutschland, 18 Länderspiele)
GM Georg Meier (2657/2/92)
GM Rainer Buhmann (2653/3/58)
GM Matthias Blübaum (2633/4/41)
GM Daniel Fridman (2607/6/81)

Frauen:

IM Elisabeth Pähtz (2502/1/190)
WGM Marta Michna (2375/2/52)
WGM Melanie Lubbe (2319/10/93)
WGM Elena Levushkina (2321/7/26)
WIM Judith Fuchs (2321/7/64)

Antonio Conte zaubert italienischen Gastronomen ein Lächeln ins Gesicht

So, Italien ist im Viertelfinale. Das zaubert dann den hiesigen italienischen Gastronomen am Bodensee doch ein Lächeln ins Gesicht. Die Eiscafebesitzer und Restaurantinhaber sind ob der taktischen Meisterleistung von Coach Antonio Conte und dem smarten Auftritt der Squadra Azzurra begeistert und haben sich den nächsten Termin ihrer Mannschaft fest eingetragen. Noch ein paar Worte zum Mann auf der Trainerbank mit dem Matchplan, der Spanien den Zahn zog. Conte spielte in seiner aktiven Profifußballerlaufbahn exakt bei zwei Vereinen: Für den US Lecce in seinem Geburtsort sowie für Juventus Turin. Mit 16 debütierte er in der Serie A für US Lecce. Da schrieben die Chronisten den 6. April 1986. Antonio Conte wechselte 1991 zu Juventus Turin. Höhepunkt war der Gewinn der Champions-League in der Saison 1995/1996. Bei den Turinern war er in der Stammelf jahrelang gesetzt und trug auch die Kapitänsbinde. 2004 beendete er seine Laufbahn. Inklusive 5 Meisterschaften mit Juve.

Foto: © Michael Wiemer

Die Trainerlaufbahn begann Conte dann 2005 beim AC Siena als Assistenztrainer. Nach diesem ersten Jahr hineinschnuppern in das Trainergeschäft wollte er selber die Hauptverantwortung tragen. Nach Stationen als Cheftrainer bei AC Arezzo, AS Bari, Atlanta Bergamo und AC Siena heuerte er 2011 beim renommiertem Juventus Turin an. Mit dem AS Bari und dem AC Siena gelangen Conte jeweils Aufstiege aus der Serie B in die Serie A. In seiner Zeit bei Juve von 2011 bis 2014 wurde er dreimal Meister in Folge. Danach folgte am 15. Juli 2014 die einvernehmliche Auflösung des Vertrages. Am 14. August des Weltmeisterjahres, Italien überstand die Vorrunde nicht, übernahm Antonio Conte die Squadra Azzurra. Die EM in Frankreich ist seine Abschiedstournee. In der neuen Saison übernimmt der leidenschaftliche Trainer den FC Chelsea.

Am 13. Juni 2016 stieg Italien mit der Partie gegen Belgien ins Turnier. Kai Pahl an jenem Tag auf allesaussersport vor Anpfiff der Begegnung:

,,Mein Endspieltipp lautet Deutschland – Italien 1:2 und ich setzte dabei auf drei Faktoren: Trainer Antonio Conte, der ein kompletter Trainer ist und nach seiner Juve-Zeit nun seine letzten Wochen als Nationaltrainer arbeitet, bevor er zu Chelsea wechselt. Gianluigi Buffon, der als 38jähriger alter Mann eine fabulöse Saison bei Juventus hinter sich hat. Und die Juventus-Abwehr vor Buffon: Chiellini, Barzagli und Bonucci. Die größten Fragezeichen gab es im Vorfeld im Sturm, wo die Spieler, trotz recht hohen Alters, unerfahren sind. Southamptons Pellè ist 30 Jahre alt, kommt aber nur auf 13 Länderspiele und 5 Tore.“

Bei der letzten Europameisterschaft verlor Deutschland gegen Italien das Halbfinale. Jetzt trifft man also im Viertelfinale aufeinander. Auch bei der WM 2006, damals war Löw noch Assistenztrainer von Motivator Klinsmann, setzte es im Halbfinale eine schmerzhafte Niederlage gegen die Squadra Azzurra.

Es wird auch das Duell zweier Torhüter, Gianluigi Buffon und Manuel Neuer, die bei dieser EM noch kein Tor gegen sich hinnehmen mussten. Beide kennen sich auch von Champions-League Spielen zwischen Juventus Turin und Bayern München.