Quo vadis Outdoor-Branche?

Keiner hat sich so intensiv mit dem Outdoor-Leben auseinandergesetzt wie Reinhold Messner. Er ist ein Vielschreiber, er ist Redner, er ist eine charismatische Persönlichkeit, die sich mit sehr viel Hingabe dem Leben außerhalb der klimatisierten Büroräume unter Neonlicht gewidmet hat.

Foto: © Michael Wiemer

In Sachen Equipment hat er ja auch immer Maßstäbe gesetzt. Im Buch Berge versetzen – Das Credo eines Grenzgängers formulierte er auch seine Spielregeln prägnant. Weniger war bei ihm mehr. Auf Seite 89 stellte Messner 13 seiner Spielregeln dar.

,,Weg von der alten Expeditionsform: Eigenverantwortung statt Pyramidensystem (zwei zum Gipfel, zehn Helfer, 20 Sherpas, zehn Tonnen Material.“

Oder:

,,Perfektion im Verhältnis Problem – Lösung anstreben: Team-, Material-, Gewicht-, Zeitdauerminimierung.“

Und einer meiner Lieblingssätze von Messner, ebenfalls als Spielregel vom Extrembergsteiger formuliert:

,,Pionierleistung im Abenteuer ist nicht mit dem Computer planbar.“

Das Buch Berge versetzen – Das Credo eines Grenzgängers ist aus meiner Sicht das reifste und philosophisch in die größte Tiefe gehende Werk von Reinhold Messner. Ein Meisterwerk.

Es ist müßig zu diskutieren wohin die Outdoor-Branche sich in den letzten Jahrzehnten hin entwickelt hätte, wenn es nicht solche Pioniere und lebende Outdoor-Legenden wie Reinhold Messner geben würde.

Auf ispo.com, der offiziellen Website der Internationalen Sportartikel Messe von München war diese Woche zu lesen Daunenjacken im Sommer: Deshalb plant der Einzelhandel am Konsumenten vorbei.

Derweil powern Outdoor Blogger Network und OUTSIDEstories. Für beide ist aus meiner Sicht genug Platz da. Wer mag kann gerne nochmals in einen Text von mir eintauchen: Outdoor Blogger Network (OBN) schafft es auf die Titelseite der Seewoche.

Foto: © Michael Wiemer

Doch werfen wir noch einen Blick auf einen Outdoorhersteller, der erst dieses Jahr den Markt in Europa bespielt. Es ist kein Start Up. Es ist ein alteingesessenes Unternehmen, mit reichlich Tradition, Umsatz, Geschick fürs Marketing, einem Gespür für Story Telling und einem selbstbewussten Europa-Chef. Denn trotz nicht zu übersehender Marktsättigung in einzelnen Segmenten der Outdoor-Branche gibt es auch Hersteller die für sich konsequent an Wachstum glauben. So ein Beispiel ist die ,,Himalaya-Traditionsmarke“ BlackYak.

Der südkoreanische Outdoorhersteller BlackYak präsentierte im Januar auf der ISPO 2016 in München erstmals einem breiten Fachpublikum seine europäische Kollektion. Auf den Markteintritt hatte sich das 1973 als Dongjin Mountain von Tae Sun Kang gegründete Unternehmen über zwei Jahre vorbereitet. BlackYak zählt in Asien zu den führenden Outdoormarken. Maximilian Nortz, Managing Director International Business, Europe für BlackYak gab outdoor.markt, der Sportartikelzeitung für Industrie und Handel, in der Ausgabe 01 im Januar 2016 ein offensives Interview auf den Seiten 44 und 45. Maximilian Nortz präsentierte sich selbstbewusst und nahm kein Blatt vor den Mund.

,,Europa zählt nach wie vor zu den wichtigsten Märkten für Outdoor-Bekleidung. Jedoch erlebt die Branche aktuell einen Stillstand. Es mangelt an Produktinnovationen, da für viele der etablierten Marken aufgrund aktueller Herausforderungen (Wechselkurs-Problematiken, Anstieg der Produktionskosten, Handelsmargen) die Konsolidierung im Vordergrund steht. Da wir uns seit über zwei Jahren auf den Markteintritt vorbereitet und unsere europäische Kollektion komplett neu entwickelt haben, hoffen wir, dass die Kombination aus einer neuen Designsprache und echten technischen Innovationen viele Händler motiviert, trotz der Sättigung des Marktes in BlackYak zu investieren.“

Als vor rund 43 Jahren Tae Sun Kang sein erstes Ladengeschäft im „Garment-District“ der südkoreanischen Hauptstadt Seoul eröffnete, war der Blick noch nicht nach Europa gerichtet. Der Outdoorhersteller legte eine Erfolgsgeschichte hin. Heute ist BlackYak mit über 534 eigenen Filialen und einem Umsatz von 683 Millionen USD der Marktführer in Südkorea. Das Credo von Firmengründer Tae Sun Kang war geprägt davon, Bergsteigern mit der bestmöglichen Bekleidung den Aufstieg zum Gipfel zu erleichtern. Er wollte mit seiner Outdoorbekleidung den Kletterern ein ebenso wertvoller Begleiter wie die Yaks zu sein. Das Yak gilt als zuverlässiges Lastentier, Trittsicher und kraftvoll. Es ist heute noch prägnanter Bestandteil zahlreicher erfolgreicher Himalaya Expeditionen. Für Yaks stellt der geringe Sauerstoffgehalt der Luft in den Höhenlagen keine Beschränkung dar und hat sie für Bergexpeditionen unentbehrlich gemacht. Die Sauerstoffversorgung in großer Höhe ist kein Problem für die Yaks. Durch die hohe Sauerstoffaffinität des Yak Hämoglobins können die Lastentiere ausreichend Sauerstoff aufnehmen. Wer sich mehr mit den Yaks beschäftigen möchte, dem sei die Diplomarbeit von Isabel Hossle am ETH Institut für Agrarwirtschaft oder der längere Wikipedia Artikel an die Hand gegeben. Hier geht es zur PDF-Datei der Diplomarbeit von Isabell Hossle und hier zum Beitrag auf Wikipedia über die Yaks.

Doch schärfen wir nochmals den Blick auf den Outdoorhersteller.

Jetzt also der Eintritt auf den Markt in Europa. Lassen wir nochmal Maximilian Nortz von BlackYak zu Wort kommen, dem Europa-Chef des südkoreanischen Outdoorherstellers. Im besagten outdoor.markt Interview vom Januar 2016 gab er zu Protokoll:

,,Uns ist es wichtig, den Bedürfnissen unserer Kunden und derer Kunden gerecht zu werden. Wir wollen Produkte liefern, die sowohl unter extremsten (Wetter-) Bedingungen als auch für den Alltag einsetzbar sind, ohne den Eindruck zu erwecken, man versuche in Hamburg einen 8.000er zu besteigen.“

Nortz scheute auch klare Aussagen nicht. Manch Outdoor-Wettbewerber wird geneigt gewesen sein, die Stirn in Falten zu legen.

,,Der Markt ist übersättigt und stagniert, es wird eine Selektion geben. Wenn man als Marke beziehungsweise neue Marke in so einem Umfeld überleben möchte, dann führt kein Weg an Neuerungen und Innovationen vorbei.“

Das lasse ich mal so stehen.

Fehlende Innovation von Outdoorunternehmen hatte ja dieses Jahr auch bereits Extrem-Kletterer Stefan Glowacz angemahnt. Der CEO vom kleinen Outdoor-Unternehmen Red Chili nahm dabei ebenfalls kein Blatt vor den Mund und sprach Klartext. Siehe Stefan Glowacz über Trittbrettfahrer in der Outdoor-Branche.

Ist die Outdoor-Branche in einer Identitätskrise? Ich bin da immer etwas vorsichtig was superschnelle alarmistische Urteile betrifft. Aber die Gefahr der Substratsättigung ist da. Die Frage die sich stellt: Quo vadis Outdoor-Branche?

Outdoor fernab vom Neonlicht im Büro

Deutschland hat eine riesige Zahl an Outdoor-Blogs. Mir persönlich gefällt an einigen ihre individuelle Note, die Sichtweisen auf Facetten in der Outdoor Welt. So ein lesenswerter Blog ist outdoormaedchen. Oder natürlich einer meiner Heroes in der Bloggerwelt. Stefan Nestler. Er bloggt seit Jahren leidenschaftlich auf seinem Kultblog Abenteuer Sport. Jedesmal grandios zu lesender Content. Da überschlagen sich seit Jahren Marketingagenturen mit dem Thema Content und Journalist und Blogger Stefan Nestler produziert ihn einfach unverwechselbar, authentisch, spannend wie ein Jules Verne Roman. Das hat was.

Ach, hatte ich übrigens bereits gesagt, dass im Buch outdoor Legenden neben zahlreichen Männern auch Frauen ihren Platz gefunden haben.

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Neben Gerlinde Kaltenbrunner finden sich Freya Stark, Gertrude Bell, Ines Papert, Corinna Schwiegershausen, Freya Hoffmeister, Melanie Hohenester oder Cecilie Skog im Buch. Starke, abenteuerlustige, mutige Frauen. Unkonventionell.

Mein Interview mit Sabine Messner und Kai Schmid von OUTSIDEstories leitete ich einst so ein:

,,Frau Messner. Herr Schmid, in einer Gesellschaft in der viele Arbeitsplätze unter Neonlicht an Bildschirmen in den letzten Jahrzehnten in klimatisierten Büros geschaffen worden, scheint die Sehnsucht nach Abenteuer zuzunehmen. Die Outdoor Helden wie der Grenzgänger Reinhold Messner, die Huber Brüder Alexander und Thomas, der in München geborene Motorrad Abenteurer Michael Martin, Extremsportler Hubert Schwarz oder Stefan Glowacz füllen Hallen mit Ihren Multivisionsvorträgen und den erlebten Outdoor Geschichten. Power Outdoor Frauen wie Freya Hoffmeister mit ihrem Fieberglaskajak und der Australienumrundung, K2 Bezwingerin Gerlinde Kaltenbrunner oder die norwegische Extremabenteuerin Cecilie Skog kann ich mir nicht in einem 8-Stunden Büro Job an der Tastatur vorstellen. Die Outdoor Branche profitierte jahrelang im Sog dieser Prominenten Extremsportler auch mit den entsprechenden Umsätzen bei Otto Normalkonsument. Was macht für Sie persönlich die Faszination Outdoor aus?“

Dieses Jahr steht ja übrigens noch ein Messehöhepunkt für die Outdoor-Branche an. Also eigentlich zwei.

Der European Outdoor Summit 2016 in Barcelona. Siehe europeanoutdoorsummit.com vom 29. bis 30. September 2016.

Dann wäre da auch noch die Alpinmesse 2016 in Innsbruck. Siehe alpinmesse.info vom 29. bis 30. Oktober 2016.

Reblog: Hinz und Kunz über Bundesliga mit Red Bull

Menschenskinder, wie die Zeit vergeht. Jetzt also doch. Bundesliga mit Red Bull Vorzeigeprojekt RB Leipzig. Inklusive erstem Punktgewinn. Gelegenheit ganz tief ins Archiv zu steigen und einen Text hervorzuholen, indem ich die von mir erschaffenen Kunstfiguren Hinz und Kunz ein wenig plaudern ließ über Red Bull und den Weg in die Eliteliga des Fußballs in Deutschland.

Kleines Symbolfoto.

Traveler Digital Camera

Foto: © Michael Wiemer

Doch genug der Vorrede.

Vorhang auf.

Reblog: [vom 10. November 2009] Hinz und Kunz über Bundesliga mit Red Bull

Hinz: Hallo Kunz, wie fällt eine erste Zwischenbilanz von RB Leipzig auf dem Weg in die Bundesliga aus ?

Kunz: Sportlich ist die Mannschaft auf dem richtigen Weg. Die Tabellenführung wirkt bereits kolossal souverän. Der 10. Sieg im 12. Spiel in der Oberliga wurde am Wochenende vor 263 Zuschauern in Pößneck eingefahren.

Hinz: Wann erwartest Du die Mannschaft von Tino Vogel in der Bundesliga ?

Kunz: Red Bull geht da ja sehr zielstrebig und mit einer langfristigen Sponsorenstrategie heran. Der Aufstieg dieses Jahr und ein weiterer in der folgenden Saison bedeutet ja bereits die 3. Liga im Jahr 2011. Danach kann es durchaus in 2-Jahres Schritten vorangehen. Sowohl für den Aufstieg in die 2. Bundesliga wie dann auch die Krönung mit dem Schritt ins Oberhaus. Sollte es schneller passieren ist bei den Verantwortlichen von Red Bull auch keiner böse. In Hoffenheim waren die Pläne eines Bundesligaaufstiegs auch auf 2010 ausgerichtet. Rangnick hat es dann eilig gehabt wieder in die Bundesliga als Trainer zurück zu kommen.

Hinz: Dabei ist sportlicher Erfolg nicht immer exakt mit Zeitschiene am Reißbrett oder Laptop zu planen. Audi erlebt das gerade mit dem FC Ingolstadt 04.

Kunz: Ja, der einstige Fahrplan mit dem ehemaligen Bayern Spieler Thorsten Fink als Trainer sah anders aus. Es wurde schon recht offensiv von der Bundesliga gesprochen. Das Umfeld sah sich bereits unter den ersten 18 Mannschaften Deutschlands. Die Abwärtsspirale mit dem Abstieg aus Liga 2 in die Niederungen der 3. Liga mit Horst Köppel und die jetzigen Ergebnisse und der folgende Rauswurf vom erfahrenen Coach sind bittere Realität. Platz 8. ist für die Anspruchshaltung der Ingolstädter natürlich unbefriedigend.  Zum Erfolg gibt es keine Alternative.

Hinz: Der Einstieg von Red Bull beim Markranstädter Fünftligisten traf nicht nur auf Beifall.

Kunz: Das ist richtig. Red Bull hatte ja bereits Anfang des Jahres 2007 intensive Gespräche mit dem FC Sachsen geführt. Doch die schwierige komplexe Situation im Leipziger Fußball lies den Energy Drink Hersteller damals Abstand nehmen. In Düsseldorf passten die Dinge ebenfalls nicht. Auch für das Problem der Namensgebung gab es damals keine geschmeidige Lösung. Red Bull Chef Dieter Mateschitz hat ja bereits Fußballengagements bei RB Salzburg und in New York. Der Milliardär hatte ganz konkrete Vorstellungen. Ein wichtiger Punkt war das alleinige Sagen zu haben.

Red Bull schaute sich dann im Leipziger Umfeld um. Gespräche wurden mit Eilenburg und dem ZfC Meuselwitz geführt. In Markranstädt passte dann halt alles. Die Oberligalizenz wurde auf Rasen Ballsport Leipzig übertragen. Die 7 Gründungsmitglieder des Rasen Ballsport Leipzig e.V. sind Red Bull Mitarbeiter oder Vertraute. Das die ganze Geschichte nicht unter Applaus von Lok Leipzig und dem FC Sachsen ablief war klar. Die Nagelprobe erfolgt sicherlich nächstes Jahr, wenn die Newcomer bei Aufstieg von der Markranstädter Spielstätte am Bad ins Zentralstradion umziehen und dann kontinuierlich in Leipzig spielen werden.

Sommerlektüre SHOE DOG von Nike Gründer Phil Knight

Selbstverständlich mangelt es nicht an Kampfansagen von Kevin Plank, dem CEO vom amerikanischen Shooting Star Under Armour in der Sportartikelhersteller Branche in Richtung Adidas und Nike. Angriffslustig, so die Legende, hat der selbstbewusste Kevin Plank regelmäßig eine Weihnachtskarte an den Nike Gründer Phil Knight mit einem smarten Gruß versandt.

,,Eines Tages wirst Du von uns hören.“

Roland Lindner, Wirtschaftskorrespondent der FAZ in New York hatte einst in seinem Artikel über den offensiv agierenden Sportartikelaufsteiger Under Armour und dessen Frontman Kevin Plank diesen Weihnachtsgruß festgehalten.

Nun, zur Zeit bin ich ja an der Biografie von Nike Gründer Phil Knight und dessen Buch SHOE DOG dran. Es macht Freude sich durch das Werk von Knight zu lesen. Ob die Sache mit der Weihnachtskarte von Konkurrent Under Armour und dessen Marketinggenie Kevin Plank ebenfalls festgehalten ist, mag ich noch nicht zu sagen. Ich bin mit meiner Sommerlektüre noch nicht durch.

Foto: © Michael Wiemer

Das Buch SHOE DOG ist die offizielle Biografie des Nike Pioniers Phil Knight. Es dreht sich viel um Sportmarketing, Athleten, Schuhentwürfe, Namen, Markenrechte. Auch um Rückschläge, die Knight speziell in den Anfangsjahren hinnehmen musste. Es geht um starke Visionen. Seine Mannschaft der ersten Stunde waren keine normalen Mitarbeiter. Es waren besessene Power Leute die für Knight durch das Feuer gingen. Schuhe atmeten, lebten und leidenschaftlich verkauften. 24 Stunden a 7 Tage. Amerikanischer Unternehmergeist, Aufbruchsstimmung weht aus dem Buch. Mir ist klar, das Knight sich und die Geschichte selbstverständlich in den hellen Klangfarben aufgeschrieben hat. Ob es auch eine Stelle mit dem Treffen von  Phil Knight und Filmemacher Michael Moore im Buch SHOE DOG gibt, kann ich noch nicht sagen. Bin wie gesagt mit der Sommerlektüre noch nicht durch.

Michael Moore hatte in seinem Dokumentarfilm  Der große Macher (Originaltitel: The Big One) auch sein Scheinwerferlicht auf Nike gedreht. In Wikipedia zum Film heißt es:

,,Höhepunkt ist das sehr an Moores früheren Film ,,Roger & Me“ erinnernde Gespräch zwischen Michael Moore und dem Nike-Vorstandsvorsitzenden Phil Knight in Portland, Oregon über die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Phil Knight sagt, dass er die Nike-Fabriken in Indonesien noch nie besucht habe, dass der Handel, aber auch einen positiven Einfluss auf das Land habe. Knight behauptet, dass in den USA keiner mehr Schuhe nähen wolle, er aber über die Errichtung neuer Werke in den USA nachdenken würde, fänden sich genug Arbeitswillige. Daraufhin präsentiert Moore ihm hunderte Leute in Moores Heimatstadt Flint (Michigan), die sofort bei Nike genau diesen Job übernehmen würden. Flint ist durch den Niedergang der US-amerikanischen Automobilindustrie eine stark verarmte Stadt geworden. Trotzdem lenkt Knight nicht ein und am Ende einigen sich Moore und Knight auf eine Spende für einen guten Zweck. Nike hatte zuvor einen Großteil seiner Schuhproduktion nach Indonesien ausgelagert, die dort teilweise von Kindern (ab 14 Jahren) für 19 US-Cents pro Stunde Arbeitslohn gefertigt werden.“

Tief durchatmen.

Auf YouTube gibt es eine 8-minütige Sequenz vom Treffen von Michael Moore mit Phil Knight. Hier geht es entlang. Inklusive flankierendem Bildmaterial.

Das Potenzial von ARD und ZDF in Sachen investigativer Doping-Berichterstattung

Tut mir leid, aber Olympische Spiele in der jetzigen Konstellation kann ich nicht ernst nehmen. Das Statement meiner Jahrhundertliebe ist meinem Publikum ebenfalls bekannt.

Und hier am See tickt die Zeit eh anders.

Foto: © Michael Wiemer

Stammleser wissen, seit 2009 wird hier auf meinem Blog Sportinsider auch das Verhalten von ARD und ZDF begutachtet. Regelmäßig haben wir die nicht vorhandenen Berichterstattung bei Schachweltmeisterschaften oder das problematische Verhältnis in Sachen Eishockey oder die hyperventilierenden Jubelfeiern von Fußballsiegen der Mannschaft von Übungsleiter Löw thematisiert. Zuletzt hatten wir Ex-Kameramann Stefan Nowak zum alimentierten Fernsehen von ARD und ZDF mit seiner Sicht der Dinge. Der Brancheninsider nahm kein Blatt vor den Mund.

Dann wäre da auch noch das Thema Doping. Ein heißes Eisen, dass oft nur punktuell den Weg in die Wohnzimmer der Deutschen findet, die ja Jahr für Jahr das System ARD und ZDF finanzieren. Inklusive der überbordenden Sportberichterstattung. Investigativer Journalismus ist oft nur eine Randnote im gebührenfinanzierten TV. Trotz Milliarden Euro im System.

Jens Weinreich beschäftigte sich dieser Tage auch mit der Thematik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Auf seinem prämierten Blog SPORT AND POLITICS schrieb er einen längeren und bemerkenswerten Text unter dem prägnanten Titel live aus Rio (20), ARD und ZDF und die Quadratur des Kreises: ,,keine Ahnung, zu viel Fußball, zu wenig live, zu viel MAZ“Meine Wenigkeit hat dazu einen Kommentar geschrieben, die ich auch meiner Leserschaft nicht vorenthalten möchte.

,,Sehr angenehm unaufgeregter Artikel über ARD und ZDF.

Generell sind die durch Gebühren finanzierte TV-Sender natürlich in der Situation, ihr Produkt nicht beschädigen lassen zu wollen.

Bei intensiverer Unterstützung von investigativen Journalismus mit den Schwerpunkten Doping in der hochgezüchteten Industriebranche Profisport, der Korruption von Sportverbänden, den Vermarktungsdeals rund um Sportevents, den geschalteten Werbeblöcken der Wirtschaft bei der Übertragung von Sportveranstaltungen im Fernsehen mit gewünschten wohlfeilen Bildern des Sports, dem Einfluss der Politik auf die Hochglanzbilder (wir erinnern uns alle noch an den Besuch von Frau Merkel und Herrn Gauck in der Kabine der WM-Fußballer), dem Match-Fixing mit zahlreichen manipulierten Spielen (Tennis, Fußball etc.), dem laxen Umgang mit Sportverletzungen ohne Rücksicht auf Spätfolgen, die ideologischen Blicke von Sportfunktionären und Politikern sowie Moderatoren der ARD/ZDF auf einen Anachronismus Medaillenspiegel bei den olympischen Spielen, die Rolle des IOC und seines Präsidenten Herrn Bach im Fall der Whistleblowerin Julia Stepanowa, wäre das Hochglanzprodukt Sport ständigen kritischen Fragen ausgesetzt.

Dabei wäre investigativer Journalismus eine Option für ARD und ZDF. Doping zum Beispiel ist ja wie ein Krebsgeschwür. Das Thema ist unappetitlich. Es ist ein Dauerthema. Weit über russische Grenzen hinaus

Um dort in eine seriöse, ernsthafte Berichterstattung einzusteigen müsste ARD und ZDF die Axt an der eigenen Produktlinie ansetzen. Wer mag das schon?

Wenn man es zum Beispiel ernst meint mit der Doping-Berichterstattung ist ein Hajo Seppelt als Feigenblatt zu wenig (Von dem übrigens auch noch die 2. Geschichte mit Dr. Mark Bonar fehlt inklusive konkreter britischer Namen.) Um eine offensive Doping-Berichterstattung zu initiieren müssten mindestens tägliche Blöcke in die Programmwelt von ARD und ZDF gesetzt werden. Zum Beispiel Dopingwissen vor Acht. Täglich ein Blick auf Historie des Dopings. Aufarbeitung der Dopingskandale in Ländern wie Deutschland, USA. Ein fortwährender Blick auf die dopingaffinen und aufgeflogenen Staffelkumpels von Bolt. Oder die medizinischen Praktiken. Das Geschäft für moralisch skrupellose Blutpanscher. Netzwerke von Dopinglieferanten etc.

Wenn ARD und ZDF es mit der Doping-Berichterstattung wirklich journalistisch sauber aufdröseln wollten müssten Sie in Personal investieren. Eine tägliche Kontinuität über 365 Tage des Jahrs hinlegen.

Das werde ich wohl nicht so schnell erleben.“

Damit entlasse ich meine Leserschaft in ein hoffentlich entspanntes Wochenende.

Bevor es an den See geht. Familienidylle von Sepp Maier und Uli Hoeneß.

Guten Morgen.

Der Tag verspricht schön zu werden. Hier am Bodensee zeigt das Thermometer in den frühen Morgenstunden bereits 19 Grad an. Der Himmel italienisch blau gefärbt. Wunderbar. So mag ich ich es. Meiner Jahrhundertliebe habe ich versprochen heute die Tastatur deshalb nicht über Gebühr in Beschlag zu nehmen.

Doch bevor es an den See geht noch die versprochene Auflösung des Bilderrätsel.

Im Buch THE BEAUTIFUL GAME – FUSSBALL IN DEN 1970ern findet sich auf Seite 184 diese von Fred Joch aufgenommene Sequenz mit Günter Netzer und Brigitte Beckenbauer, der damaligen Frau von Franz Beckenbauer, während des Hinspiels im UEFA-Supercup zwischen Bayern München und Dynamo Kiew am 9. September 1975.

Doch schauen wir noch ein wenig weiter und blättern im Buch.

Die Familienidylle von Weltmeister und Bayern München Keeper Sepp Maier. Er war der Weltklassetorwart mit einem gestillten Titelhunger, den später selbst Oliver Kahn nie annähernd erreichte.

Der zukünftige Präsident des FC Bayern München in jungen Jahren. Sein Name: Uli Hoeneß. Seine Frau Susanne mit sichtlich viel Spaß am sonnigen Tag in den 1970ern.

So einen sonnigen und schönen sowie entspannten Sonntag wünscht Ihnen

Ihr

Michael Wiemer