Nachdenkenswert #499

,,Seit wir in den vergangenen Jahren mehr über die Produktionsbedingungen und Hintergründe dieser formidablen Show erfahren haben, als wir je wissen wollten, stellt sich nun aber die Frage, inwiefern man sich den Genuss des Spektakels noch gestatten darf. Kann man einfach ignorieren, dass das gezeigte Leistungsniveau erlogen ist, dass die vermeintlich edlen Helden in Wirklichkeit nicht besser sind als Hedge-Fond-Manager, die sich ein paar Linien Koks reinziehen, damit sie spät in der Nacht fit genug sind, um noch ein paar Millionen mehr scheffeln zu können? Kann man das einfach weiter in sich hineinstopfen wie Hormonfleisch aus industrieller Massentierhaltung?“

Sebastian Moll, Tourbeobachter, der in New York lebende Journalist berichtete im Sommer 2011 in der damals noch existierenden Financial Times Deutschland über das Phänomen Tour de France. Die Überschrift seines damaligen Artikels lautete: Darf man sich an der Tour de France erfreuen?

In diesen Tagen schrieb Sebastian Moll in der FAZ einen bemerkenswerten Text über die Tour de France 2017. Er titelte: Die Amerikaner schalten auch ohne Sagan ein.

Reminiszenz an Outdoor Industrie und Sportartikelhersteller und der Status quo in puncto fairer Produktionsbedingungen

Die letzten Wochen habe ich verstärkt den Fokus auf die sportive Outdoor-Branche geworfen. Erinnert sei an die OutDoor 2017 in Friedrichshafen, die Diskussionen über den Publikumstag, die mediale Frequenz der Messe oder die Podiumsdiskussionen.

Foto:  © Michael Wiemer

Thematisch habe ich auch die Themen um den Hype Influencer, Content-Marketing (alter Wein in neuen Schläuchen), die Prioritäten in Sachen Verkauf und Ausweitung der Umsätze in der Outdoor-Branche aufgedröselt. Inklusive der Fragestellung: Sind Deutschlands Outdoor-Blogger kompatibel mit der Outdoor-Industrie? Erinnert sei an Hochdosiertes Outdoor-Marketing.

Er war der am meisten nachgefragte Artikel der letzten 14 Tage.

Dem war bereits die OutDoor-Nachlese 2017 vorausgegangen.

Doch wir wollen auch das Thema der Outdoor Industrie und den Status quo in puncto fairer Produktionsbedingungen nicht aus den Augen lassen.

Daher heute ein fokussierter Gang in mein Archiv und ein Text vom September des vergangenen Jahres hervorgeholt.

Reblog [vom 29. September 2016]

Outdoor Industrie und Sportartikelhersteller und der Status quo in puncto fairer Produktionsbedingungen

Am morgigen Freitag, den 30. September 2016, gibt es den sogenannten ,,Fashion Fairday“. Autorin Regina Henkel hat sich auf ispo.com in einem Artikel unter dem Titel Löhne in der Supply Chain: Bekleidungsindustrie sucht nach fairen Lösungen mit der Thematik auseinandergesetzt.

Foto: © Michael Wiemer

Mit den Produktionsbedingungen, den Lohnverhältnissen, den Rahmenbedingungen in den Fabriken vor Ort in der Bekleidungsindustrie beschäftigt sich seit Jahren auch die Christliche Initiative Romero (CIR), benannt nach dem 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischof Oscar Arnulfo Romero, und setzt sich intensiv mit dem Thema auseinander. Seit Jahren ist Maik Pflaum ein intimer Kenner der Produktionsbedingungen der Sportartikelindustrie und der Outdoorhersteller, für CIR tätig. Stammleser meines Blogs kennen auch das Interview von Maik Pflaum mit Estela Ramirez von der Gewerkschaft SITRASACOSI aus El Salvador. Hier geht es zur PDF-Datei. Estela Ramirez gab Maik Pflaum Einblicke in die Arbeitsbedingungen der Näherinnen, die für die großen Zweieinhalb der Sportartikelbranche in den Fabriken El Salvadors arbeiten.

Diese Woche bat ich Maik Pflaum um ein Statement zum aktuellen Status der Outdoor Industrie und der Sportartikelhersteller in puncto Fairness in der Produktion.

Wie schätzen Sie denn die aktuellen Bemühungen der Outdoor Industrie und der Sportartikelhersteller im Hinblick auf faire Produktionsbedingungen ein? Wie ist der Status Quo? Inwieweit klafft eine Lücke zwischen Ankündigungen und Umsetzungen?

 Maik Pflaum: ,,Hier gibt es viel Licht und Schatten. Sehr ärgerlich sind die Zustände in der Sportbekleidungsindustrie: Hier hat sich seit 10 oder 15 Jahren nichts Substantielles bewegt. Ärgerlich deswegen, weil hier drei Konzerne den Weltmarktmarkt dominieren: Nike, Adidas-Reebok und Puma. Es wäre ein leichtes, sich gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Sie lassen ja sowieso in den gleichen Fabriken fertigen und hätten die Nachfragemacht, Dinge zu bewegen. Aber das Gegenteil ist der Fall: es wird immer weiter versucht, noch billiger produzieren zu lassen. Damit den Aktionär*innen neue Rekordgewinne in Aussicht gestellt werden können. Wer für Adidas oder Nike oder Puma fertigt und sich krank schuftet, verdient in aller Regel nicht genügend, um den Grundbedarf einer Durchschnittsfamilie abdecken zu können. „Fair Play“ sieht anders aus!

Bei den Outdoor-Herstellern hat sich viel getan. Viele wurden seit unserer Kampagne ab 2009 Mitglied in der Fair Wear Foundation(FWF). Das ist m.E. nach die fortschrittlichste und anspruchsvollste Kontrolleinrichtung im Bereich der Arbeitsrechte. Jack Wolfskin, Vaude, Deuter, Schöffel,… Die Liste der Mitglieder ist zum Glück lang. Alle arbeiten engagiert mit, lernen voneinander. Wie sich die einzelnen Unternehmen bewähren, kann transparent auf der Seite der FWF im jeweiligen Brand Performance Check (www3.fairwear.org/36/brands/) nachgelesen werden. Einziger Schwachpunkt: auch hier liegen die Löhne oftmals noch nicht auf Grundbedürfnis-Niveau, und das Engagement, dies zu erreichen, müsste bei den meisten höher sein.“

Nachdenkenswert #498

,,Ich denke, dass wir im Hinspiel spielerisch sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft waren, viele Torchancen herausgearbeitet haben und am Ende durch eine Unaufmerksamkeit den Gegentreffer kassierten – wir sind definitiv nicht mit einem schlechten Gefühl aus dem letzten Spiel gegangen. Wenn wir unsere Leistung hier in Brest voll ausschöpfen, stehen uns alle Türen offen – und damit der Einzug in die nächste Runde.“

Philipp Netzer, Kapitän vom SCR Altach , auf der Pressekonferenz vor dem heutigen Rückspiel der Europa-League Qualifikation 2. Runde gegen den weißrussischen Cupsieger Dinamo Brest. Altach schaffte im Hinspiel vor einer Woche hier am Bodensee nur ein 1:1. Am Freitag, den 21.07.2017, kommt die Mannschaft mit Neo-Coach Klaus Schmidt und Kapitän Philipp Netzer mit dem Flieger in Friedrichshafen an. Gegen 13.00 Uhr wird der österreichische Fußballbundesligist dann in Altach zurückerwartet.

Firmenlauf Friedrichshafen, Bregenz Handball- und Festspielstadt, Matthias Stocker mit DKB Tor des Monats Juni, Vital Heynen, Philipp Collin und Markus Steuerwald in der SZ

Laufveranstaltungen gibt es am Bodensee in einer Häufigkeit wie der Volleyballgigant VfB Friedrichshafen Titel in der Ära Stelian Moculescu sammelte. Auch Nachfolger Vital Heynen fügte sich in seiner ersten Saison mühelos in das Erfolgsschema ein. Supercup und Pokalgewinn. Doch bleiben wir beim Thema Lauf. Am Donnerstag, den 20. Juli, einem wieder sehr warm prognostizierten Tag am Bodensee, findet der Firmenlauf Friedrichshafen statt. 18.00 Uhr, Neue Messe Friedrichshafen, sind die Koordinaten. Mehr Details  gibt es unter firmenlauf-fn.

Gibt es einen Countdown-Zähler? Darauf kann man die 33 Grad setzen, die es heute gab. Jetzt am heutigen Mittwoch um 19.21 Uhr zeigt das Thermometer noch satte und wohlmeinende 29 Grad an. Da ich heute dem See auch noch Hallo sagen werde, fasse ich mich also kurz. Der Countdown für den Firmenlauf Friedrichshafen zeigt diese Eckdaten an: 22 Stunden, 37 Minuten und 2 Sekunden.

Wechsel an das österreichische Bodenseeufer. In der Festspielstadt Bregenz beginnen heute die Festspiele. Carmen steht auf dem Programm. Nach Zauberflöte 2013 und 2014 und Turandot 2015 und 2016 jetzt also die Oper Carmen auf der Seebühne Bregenz. Meine Jahrhundertliebe schwärmt heute noch von den besuchten Aufführungen 2014 und 2015.

Am 17. Januar dieses Jahres erinnerte ich auch an Bregenz und die Begegnung mit einem gewissen James Bond. Bond, Bond 007.


Bregenz und die Festspielbühne haben es einst sogar in einen James Bond Film geschafft. Sie erinnern sich vielleicht. Der smarte 007 am Bodensee in geheimer Mission. Im 22. Film der Bond-Reihe diente Bregenz in Ein Quantum Trost als Filmkulisse. Bruder Wikipedia erinnert sich:

,,Bond ortet Greene in Bregenz und belauscht während einer Tosca-Aufführung der Bregenzer Festspiele ein verstecktes Treffen. Dadurch kann er mehrere Mitglieder und Verbündete der Geheimorganisation enttarnen, unter denen sich auch Mr. White befindet, der allerdings von Bond nicht entdeckt wird. Außerdem erfährt Bond nun erstmals den Namen der Geheimorganisation, als eines der Mitglieder die Frage stellt, ob man den Namen „Tierra-Projekt“ (der Name von Greenes Umweltprojekt, das er zur Tarnung betreibt) durch den Namen „Quantum“ ersetzen soll. In der Küche des Festspieltheaters kommt es zu einer Schießerei mit Greenes Leibwächtern. Bond lässt den Leibwächter des Sondergesandten des Premierministers, in der Annahme er arbeite für Quantum, von einem Dach fallen. Der fällt auf Greenes Auto und wird von einem der Leibwächter Greenes erschossen. Dieses wiederum bringt M in Erklärungsnot, da sie davon ausgeht, Bond habe den Mann erschossen. Sie ruft ihn zurück nach London. Da er ihren Anweisungen nicht nachkommt, sperrt sie seine Konten, Kreditkarten und Pässe.“

Nun, Bond fand auch nach den Anweisungen von M wieder Lösungen für sein Problem.


Doch Bregenz ist neben den traditionellen Festspielen und dem Drehort für James Bond auch eine Handballstadt. Die Auslosung für die Qualifikationsrunde des EHF-Cup ergab ein vielleicht nicht von allen gewünschtes österreichisches Duell. Bregenz Handball trifft auf Westwien. Am 2./3. September wird erst in der Südstadt gespielt. Dann erfolgt eine Woche später das Rückspiel in Bregenz. Auf den Sieger wartet ein Handballteam aus dem Nachbarland Schweiz: Wacker Thun.

Sport Mixed Zone Bodensee 

Volleyball: Die interessierten Fans vom VfB Friedrichshafen und der deutschen Volleyballnationalmannschaft sollten sich heute noch die Mittwochausgabe der Süddeutschen Zeitung holen. Sebastian Winter hat dort eine Artikel über die Brisanz der monetären Unterschiede zwischen Verein und Nationalteam geschrieben. Im Artikel kommt auch Vital Heynen vor. Ebenfalls der VfB Friedrichshafen Neuzugang Philipp Collin sowie Libero Markus Steuerwald. Und Heynens Nachfolger auf der Trainerbank Deutschlands, der Italiener Andrea Giani. Aber lest selber. Wer den Gang zum Zeitungskiosk bei der heutigen Hitze nicht mag und lieber noch schwimmen gehen mag oder sich auf das Rad setzen möchte: Der Artikel steht auch seit gestern Abend online auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung zur Verfügung. +++ Handball: HSG Konstanz Pressesprecher Andreas Joas hat Neuigkeiten zu vermelden und leitet die in seinem lesenswerten Artikel so ein: ,, Der Abschied vom aktiven Handball war schwer, doch er wird Matthias Stocker nicht nur durch seine neue Tätigkeit als Trainer der HSG Konstanz II erleichtert. Erst vor wenigen Tagen erhielt er Post von der Handball-Bundesliga (HBL) – und die Trophäe mit eingraviertem Namen für das DKB Tor des Monats Juni. Knapp 60 Prozent der Stimmen wurden für Stockers artistischen Heber im Fallen abgegeben. Damit steht er nun schon im nächsten Wettstreit: Bis 28. Juli kann unter www.dkb-handball-bundesliga.de/de/s/dkb-tor-des-monats/ mit der Chance auf attraktive Preise für das DKB Tor des Jahres abgestimmt werden. Einer von neun Monatssiegern ist dabei der ehemalige HSG-Spielmacher mit seinem spektakulären Treffer in Neuhausen, der mitentscheidend für den vorzeitigen Klassenerhalt war.“ +++ Volleyball: Nochmals die faszinierende Ballsportart. Der VfB Friedrichshafen bastelt weiter am Kader für die Saison 2017/2018. Neuester Transfer ist Bartlomiej Boladz aus Polen. Ein spannender Neuzugang. Die Details gibt es hier aufgedröselt.

Nachdenkenswert #497

,,Wir hatten ein starkes Teilnehmerfeld auf Marken- wie auch der Medienseite und freuen uns über eine ausgezeichnete Kundenresonanz. Die grandiose Unterstützung durch unsere Südtiroler Partner trug entscheidend dazu bei, dass Rennräder und MTBs, mit und ohne E-Antrieb, erfolgreich getestet und in entspannter Atmosphäre besprochen wurden.“

Stefan Reisinger, Outdoor/Eurobike Bereichsleiter zum Eurobike Media Days 2017, der Aufwärmphase zur bevorstehenden Eurobike in Friedrichshafen am Bodensee auf pedelec-elektro-fahrrad.de.

Was die HSG Konstanz den Kadetten Schaffhausen voraus hat

Es war ein gut zu lesendes Interview des Monats mit Wolfram Eitel, dem Trainer vom FV Ravensburg, WFV-Pokalsieger 2016 und 6. in der abgelaufenen Saison der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. Frage 7 des 13 Fragen umfassenden Interviews kommt auf den Punkt in puncto Aufstiegsambition und den Erwartungsdruck. Wolfram Eitel drückt sich nicht um die Antwort:

,,Oli Kahn hat mal gesagt: „Ich spüre den Druck vor lauter Druck nicht mehr“….dem stimme ich gerne zu. Ich hatte und habe immer den Anspruch an mich, dass ich die Mannschaft zum nächsten Spieltag so optimal wie möglich vorbereite, sodass wir eine reale Chance haben, dieses Spiel zu gewinnen.

Dieser Ehrgeiz und die Fokussierung lässt es gar nicht zu, dass ich mir Gedanke über den Anspruch aus dem Umfeld mache. Das bringt auch nichts und kostet nur unnötig Kraft. Ich weiß natürlich um die Erwartungen aus dem Umfeld, aber in der täglichen Arbeit mit der Mannschaft, braucht mir niemand zu sagen, dass 3 Punkte für uns besser sind als für den Gegner.“

Das lasse ich mal so stehen.

Letztmalig hatten wir uns mit dem FV Ravensburg hier auf sportinsider am Freitag beschäftigt. Mentale Vorbereitung auf die Kadervorstellung.

Schwenk zum Handball.

Was die HSG Konstanz den Kadetten Schaffhausen voraus hat

Kadetten Schaffhausen sorgten in den letzten zwei Jahren für Trainerentlassungen, die für Schlagzeilen sorgten. Erinnert sei an die Breaking News am Bodensee zu Weihnachten 2015. Die Trennung von Handballweltmeister Markus Baur teilten die Kadetten am 24.12.2015 auf ihrer Webseite mit. Markus Baur war amtierender Meistertrainer in Schaffhausen. Sein Nachfolger, der Däne Lars Walther, errang dann 2016 ebenfalls den Meistertitel. Auch Lars Walther musste dann im Februar 2017 seine Entlassung hinnehmen. Nachfolger Peter Kukučka holte dann 2017 ebenso wie zuvor Lars Walther und Markus Baur die Meisterschaft. Peter Kukučka ist noch im Amt.

Es mag ja unterschiedliche Gründe für Entlassungen geben, wir haben gerade ein solches Bühnenstück in der abgelaufenen Fußballbundesliga bei Borussia Dortmund und Thomas Tuchel erleben dürfen, doch mir persönlich wird zu oft gewechselt. Anders dagegen die Handballer der HSG Konstanz.

Die Jungen Wilden sorgten in der abgelaufenen Saison in Konstanz und bei den Auswärtsspielen der 2. Handball-Bundesliga als Aufsteiger für Furore. Cheftrainer Daniel Eblen hat das Amt am Bodensee bei der HSG Konstanz seit 2004 (Kein Schreibfehler) inne. So sieht personelle Kontinuität aus. Da können sich die Kadetten, bei allem sportlichen Erfolg den der Schweizer Serienmeister aufzuweisen hat, eine Scheibe abschneiden.

Foto: © Peter Pisac

Trainer Daniel Eblen ist in der Konzilstadt Konstanz am Bodensee geboren. Auf dem Foto hält er seinen Vater Otto Eblen, den Präsidenten der HSG Konstanz, im Arm. Für den 42-Jährigen gab es bisher in seiner Handballkarriere als Spieler und Trainer nur einen Verein, die HSG Konstanz. In der sportlichen Vita vom ehrgeizigen und seriös arbeitenden Daniel Eblen sind verankert: Spieler mit der HSG Konstanz in der 2. Handball-Bundesliga, als Trainer Drittliga Meister 2016 und der damit verbundene Aufstieg sowie der keine Selbstverständlichkeit darstellende Klassenerhalt. Ein Blick auf das Teilnehmerfeld der Saison 2016/2017 offenbart dies. Stellvertretend seien hier TUSEM Essen, VfL Bad Schwartau und die HSG Nordhorn-Lingen genannt.

Alleine der Aufstieg im vergangenen Jahr darf als Handballmärchen in der größten und für viele schönsten Stadt am Bodensee angesehen werden. Trainer Daniel Eblen und Präsident Otto Eblen waren das Architektenduo für den fulminanten sportlichen Aufstieg der HSG Konstanz in die 2. Handball-Bundesliga vor gut einem Jahr. Ja, gefeiert wurde dann auch noch. Standesgemäß am Bodensee …

Foto: © Peter Pisa

Die HSG Konstanz hat den Fokus auf die neue Saisonvorbereitung 2017/2018 gelegt und weiß wie immer dies gekonnt auch auf ihrem Power Twitter-Account mitzuteilen. 9 Testspiele stehen auf dem Programm.

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist ja das eine. Das andere ist eine gut gepflegte Webseite. Pressesprecher Andreas Joas hat von mir hier des öfteren Lob erhalten für seine schwungvollen und voller Leidenschaft geprägten Texte auf der Homepage der HSG Konstanz. In Sachen Saisonvorbereitung und Testspielen hat er ebenfalls wieder kraftvoll in die Tastatur gehauen. Andreas Joas titelt seinen Artikel mit HSG startet in intensive Vorbereitung mit 9 Testspielen – Highlight gegen Champions-League-Teilnehmer.

Es findet sich auch ein Match gegen die in Sachen Trainer nicht immer Geduld aufbringenden Kadetten Schaffhausen. In der vorigen Saison hatten die Kadetten ja eine Hammergruppe in der Champions-League zugelost bekommen. In Gruppe A waren Telekom Veszprem, Barcelona, Paris St. Germain, THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, Bjerringbro Silkeborg aus dem Land des Olympiasiegers Dänemark sowie der polnische Vizemeister Wisla Plock die Hochkaräter für das Team des damals noch im Amt befindlichen Lars Walther.

Werfen wir einen kurzen Blick auf das Gesamtpaket an Testspielen der Konstanzer.

Testspiele HSG Konstanz Sommer 2017

Fr. 21. Juli, 19.45 Uhr, Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule (GSS): HSG Konstanz – SG Kronau-Östringen II

Di. 25. Juli, 20 Uhr, Sporthalle Ost: SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz

Fr. 28. Juli, 19.30 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – HC Kriens-Luzern

Sa. 29. Juli, 19 Uhr, BBC-Arena: Kadetten Schaffhausen – HSG Konstanz

Mi. 2. August, 20.30 Uhr, Egelsee-Sporthalle Kreuzlingen: HSG Konstanz – BSV Bern Muri

Do. 10. August, NN, NN: BSV Bern Muri – HSG Konstanz

Fr. 11. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II

Di. 15. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – SV Salamander Kornwestheim

Mi. 16. August, 19 Uhr, Sporthalle Buchenwald: Fortitudo Gossau – HSG Konstanz

Das kann sich sehen lassen.

Sport Mixed Zone Bodensee

Volleyball: Der aktuell vermeldete Neuzugang Philipp Collin inklusive dem smarten Lob der Leipziger Volkszeitung (ich berichtete hier darüber) bekommt den Ritterschlag vom belgischen Starcoach Vital Heynen. Auf der Webseite vom VfB Friedrichshafen merkt Heynen an: ,,Er ist einer der wenigen sehr kompletten Mittelblocker.“ +++ Segeln: Die Segel-Bundesliga fiebert der 4. Regatta vom 21. – 23. Juli 2017 entgegen. Der Württembergische Yacht-Club ist neben dem Lindauer Segler-Club und dem Segel- und Motorboot Club Überlingen vom Bodensee in der Eliteklasse dabei und leitet seine Vorschau mit der Crew-Besatzung ein: ,,Der vierte „Spieltag“ der 1. Segel-Bundesliga 2017 vom 21. bis 23. Juli (Freitag bis Sonntag) steht auf dem Terminplan. Im Rahmen der Travemünder Woche wird auf der Ostsee unmittelbar vor der Strandpromenade von Travemünde gesegelt. Für den Württembergischen Yacht-Club gehen diesmal Max Rieger, Felix Diesch, Conrad Rebholz und Lukas Ammon ins Rennen. Ursprünglich war die Rieger-Crew vorgesehen, die bereits Ende April am Chiemsee im Einsatz war. Doch Moritz Rieger hat sich am Fuß verletzt und ist nicht einsatzfähig.“ In der 2. Segel-Bundesliga ist der Bodensee ebenfalls vertreten mit dem Konstanzer Yacht Club und dem Bodensee-Yacht-Club Überlingen. +++ Handball: Auch Bregenz Handball ist in der Vorbereitung auf die neue Saison. Letzte Woche gab es bei den Festspielstädtern die obligatorische Einkleidung. 11 Testspiele stehen auf dem Programm. Am 18. Juli wird gespannt nach Wien geschaut. In der österreichischen Hauptstadt findet die Auslosung für die 1. Qualifikationsrunde im EHF Cup statt. Hier gibt es die Details.

Ist die Frage im Jahr 2017 eigentlich noch erlaubt: Ist die Tour de France pervers?

Um unangenehme Themen habe ich mich nie gedrückt. Doping inbegriffen. Stichwort Tour de France. Steigen wir ungedopt ins Archiv:

Reblog: [vom 21. Juni 2013]

Ist die Tour de France pervers?

Die Lohnarbeiter der Asphaltstraßen sind in Kürze wieder im Einsatz. Die Brot und Wasser Tour durch Frankreich steht auf dem Programm.

Es wird wieder jenes von den Organisatoren gewünschte Spektakel werden. Die Tour de France feiert Geburtstag. Die 100. Rundfahrt hält wieder ein fast unmenschlich anmutendes Streckenprofil bereit. Nur die harten kommen in den Garten. Für die einen ist es nach wie vor das faszinierendste Radrennen des Planeten und für andere die größte rollende Apotheke der Welt. Die Liste der grandiosen Pedalritter und ihrer anschließenden Entzauberung durch aufgeflogenes Doping ist ellenlang. Wie wird dies eigentlich bei den Anbietern von professionellen Sportwetten gehändelt? Ich meine, da gewinnt einer die Tour um sie Monate oder Jahre später wieder annulliert zu bekommen. Gib mir mein täglich Landis oder Contador. Oft haben auch die Zweitplazierten bei genauerer Betrachtungsweise Dreck am Stecken gehabt.  Der Wettschein ist zu dem Zeitpunkt oft bereits zerknüllt und nicht wieder auffindbar. Wettdrama der arteigenen Art. Verrückte Sportart. Verlogenheit inbegriffen. Aber auch die Stunde der Moralapostel. Erinnert sei an die Heuchelei um Lance Armstrong. Andererseits sind da diese faszinierenden Duelle in der Vergangenheit gewesen, diese Kämpfe Mann gegen Mann, diese kraftvollen Antritte am Berg, das sich schinden, die auch für den Fernsehzuschauer sichtbare Quälerei der Rennradfahrer. Nein, ich bring jetzt kein Udo Bölts Gedächtnis-Zitat. Dann diese Landschaftsaufnahmen. Die grandiose Naturkulisse. Die Wohnmobile an der Strecke. Die Faszination einer ganz großen Zirkusveranstaltung. Die Menschen lieben Spektakel.  Auch bei den Sprintankünften oder beim Zeitfahren, dem gnadenlosen Kampf gegen die Uhr. Was waren das für Duelle Lance Armstrong kontra Jan Ullrich. Hitchcock-Thriller der Extraklasse. Fast ganz Deutschland fieberte einst mit, hielt den Atem an und drückte die Daumen.

Auch der Tod ist mit eingepreist. Tommy Simpson starb 1967. Sein surrealer Tod am Mount Ventoux war sinnlos. Die Show ging weiter.

Nachdenkenswert #496

,,Vor ein paar Tagen wurde in der WAZ ein “Pro und Contra” zu den vor allem von Mronz, aber auch von verantwortlichen Politikern in NRW forcierten Olympiaplänen 2032 veröffentlicht (interessant sind die Kommentare). Mir wurde dabei die Rolle des “Contra” zugedacht, der ehemalige Olympiaschwimmer und heutige ZDF-Experte Christian Keller übernahm das “Pro”. Ich mag derlei Titulierungen nicht. Wer meinen Text aufmerksam liest, wird unschwer erkennen, dass es nicht um ein “Contra” geht, sondern dass ich schlicht Fakten benenne und zu beschreiben versuche, warum der erste und vielleicht auch zweite und dritte Schritt nötig ist – und nicht gleich der vierte oder fünfte.“

Jens Weinreich, profunder Kenner der olympischen Vorgänge, auf seinem Blog SPORT AND POLITICS unter dem Titel Gegen die Wand: Deutschland und seine Olympiabewerbungen #NRW2032, zur Olympiabewerbung 2032.