Sport am Bodensee: Emanuel Buchmann mit Sondergepäck und der VfB Friedrichshafen mit Hammerlos

Hier am Bodensee gibt es jährlich zahlreiche passionierte Radler, die den See in mehrtägigen Touren umrunden. Inwieweit dabei in den Gedanken, Träumen oder Vorstellungen die Tour de France eine Rolle spielt ist statistisch nicht belegt.

Foto:  © Michael Wiemer

Statistisch belegbar ist jedoch die Rolle deutscher Meister im Radsport bei der Tour de France. Mit dem Meistertitel schmückten sich in der Radsportgeschichte unter anderen Rudi Altig, Dietrich Thurau, Udo Bölts, Jens Heppner, Christian Henn, Jan Ullrich, Erik Zabel, Rolf Aldag, Danilo Hondo, Andreas Klöden, Gerald Ciolek, Fabian Wegmann, André Greipel. Seit letztem Wochenende hat Deutschland einen neuen Straßenmeister im Radsport. Emanuel Buchmann aus Ravensburg. Er startet erstmalig als 22-Jähriger bei der Tour de France für Bora – Argon 18. Im Interview auf der Website des Radsportteams äußert sich Buchmann zur bevorstehenden Frankreich Rundfahrt inklusive seinem erworbenen Gepäckstück:

,,Ich weiß schon, dass mir da ein großes Ding gelungen ist und dass ich jetzt ein ganzes Jahr im Meistertrikot und auch bei der Tour de France damit fahren darf. Aber so richtig 100% realisiert habe ich das noch nicht. Gerade, was es bedeutet mit dem Titel im Gepäck bei der Tour zu starten, kann ich noch gar nicht einschätzen. Es ist eine Ehre und eine Freude mit dem Trikot zu fahren. Ich denke, jetzt kennen doch einige Leute meinen Namen und mit dem Jersey kann man sich nicht mehr im Feld verstecken.”

Jetzt geht es für das Top-Talent Buchmann mit dem Meisterschmuck zur Tour, die auch wieder die Sympathie von ARD und Co fand. Waren es 3 Jahre Liebesentzug? Schon. 2011 machte die Meldung die Runde, das die Öffentlich-Rechtlichen aus der Live-Berichterstattung ab 2012 aussteigen.

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Sport am Bodensee: Die eleganten Riva Boote fernab vom TV

Nein, so elegant wie sich vorige Woche die italienischen Stilikonen von Carlo Riva hier am Bodensee bei den 4. Riva Classics zeigten, waren die Reaktionen von ARD und ZDF auf die Vergabe der TV-Rechte in Sachen Olympische Spiele 2018 bis 2024 nicht.

Traveler Digital Camera

Foto:  © Michael Wiemer

Da wäre zum Beispiel die Argumentationskette vom ARD-Sportkoordinator Balkausky. Vielleicht gar ein Beispiel für das Medienlehrbuch, wenn sonst hofierte Sender im Kampf um die Übertragungsrechte bei der Vergabe mit leeren Händen dastehen.  Meedia brachte ein Interview von Michael Rossmann (dpa) mit Axel Balkausky unter der griffigen Überschrift ARD-Sportkoordinator Balkausky zur Olympia-Schlappe: “Kampf um TV-Rechte hat eine neue Dimension erfahren.” 

,,Zunächst einmal respektieren wir den Verkauf der europaweiten Übertragungsrechte an Discovery und Eurosport als Entscheidung des IOC für eine Neuorientierung bei der Vergabe seiner Medienrechte. Ob es seitens des IOC nicht partnerschaftlicher gewesen wäre, ARD und ZDF als jahrzehntelange Partner deutlich früher als die breite Öffentlichkeit über den Verkauf an Discovery zu informieren, das sollte sich das IOC einmal selbst fragen.”

Discovery Channel sponserte einst ein teures Radsportteam und stellte 2005 mit Lance Armstrong den Tour de France Sieger. Okay, dieses Ergebnis ist mittlerweile Makulatur. Wegen Dopings wurde dieser Sieg nachträglich gestrichen. Das kolportierte Budget soll 12 Millionen US-Dollar pro Jahr betragen haben. Nach der Saison 2007 beendete Discovery Channel sein Sponsorship im skandalumwehten und durchgeschüttelten Radsport.

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Nachdenkenswert #297

,,Als neulich der FIFA Skandal mit der Verhaftung wichtiger Funktionäre des Weltfußballverbandes seinen Lauf nahm, dauerte es ebenfalls lange, bis die Krautreporter einstiegen. Und das, obwohl mit Jens Weinreich doch einer der am besten informierten Journalisten in Sachen FIFA Krautreporter ist. Weinreich kommentierte aber zunächst lieber auf Spiegel Online und fragte dann Tage später die Kraut-Leser, was sie von ihm zur FIFA noch wissen wollen. Das wirkt – mit Verlaub – ein bisschen lustlos.”

Stefan Winterbauer, Autor bei MEEDIA und Mitglied der Chefredaktion, verlängert seine Mitgliedschaft beim Projekt Krautreporter nicht und legt dies bei MEEDIA unter dem Titel Ein Jahr Krautreporter: Schrecklich relevant – aber in Zukunft ohne mich dar. 

Sport am Bodensee: Auf den Spuren von Brigitte Bardot, Sophia Loren, Sean Connery und Co.

Was haben Sophia Loren, Brigitte Bardot, Sean Connery, Richard Burton und Gunter Sachs gemeinsam? Sie waren im Laufe ihres Lebens Besitzer eines Riva Bootes und teilten die Leidenschaft für das Objekt der Begierde sowie die Lust auf elegante Linien.

 Foto:  © Michael Wiemer

Die 4. Riva Classics Bodensee ist auch bereits wieder Geschichte. Riva Boote haben ihre Wurzeln in Italien. Konstrukteur Carlo Riva machte sich 1949 selbständig. Seine Werft in Sarnico am Lago d´Iseo begann die klassischen Riva Boote zu bauen. Die elegante Linienführung des Bootskörper zog schnell die Blicke und das Interesse auf sich. Carlo Riva verwendete Holz mit einer fugenlosen Mahagonibeplankung. Der smarte Konstrukteur gab den Riva Booten reichlich Chrom, eine charakteristische Panoramascheibe sowie ein markantes und luxuriöses Innenleben mit auf den Weg. Das klassische Armaturenbrett hat Charme, integriert ist ein weißes Steuerrad. Weitere Designhighlights waren die weißen Ledersessel sowie eine dahinter liegende gepolsterte Liegefläche. Für den Antrieb der Riva Boote sorgt ein powervoller Innenborder mit dem entsprechendem intensivem Geräusch, der den Sound für die Ohren und das entsprechende Motorbootfeeling zur Verfügung stellt.

Foto:  © Michael Wiemer

27 Riva Boote aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden waren bei der 4. Riva Classics Bodensee auf dem schwäbischen Meer mit dabei. ULTRAMARIN-Marina in Kressbronn-Gohren war der Ausgangs- und Endpunkt. Highlight waren die Ausfahrten in die  Zeppelinstadt Friedrichshafen und Uhldingen-Mühlhofen. Im Hafen des Württembergischen Yacht Club in Friedrichshafen machten die zum Teil über 50 Jahre alten Riva Boote am Freitag halt. Die Besatzungen hatten einen reizvollen Termin. Sie trafen sich im Schloss mit S.K.H. Friedrich Herzog von Württemberg um über die Faszination und gelebte Leidenschaft für die Stilikone Riva zu plaudern.

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WM-Traum der DFB-Elf geplatzt und die Substratsättigung in Sachen Fußball hält weiter an

Meine Fußball Substratsättigung nach der Verhaftungswelle bei der FIFA in Zürich hält weiter an. Stammleser wissen von meinem Entzug der Aufmerksamkeit der medial gepäppelten Sportart. Doch irgendwie schwirren Ergebnisse dann doch in das eigene Blickfeld. So will ich heute früh entspannt in meine E-Mails schauen … ups. Da steht etwas von WM-Traum der DFB-Elf geplatzt.

Screenshot: www.gmx.net

Das Aus gegen die USA. Hope Solo mit ihrer Mannschaft im Finale. Schnell in mein E-Mail Fach gewechselt, die am 1. Juni von mir proklamierte Fußballsubstratsättigung hält weiter an.

Fußballsubstratsättigung

1. Es wird heute Abend nicht die Plasberg Sendung Wachsweich aber unfair im ARD zur FIFA geschaut. Dieses Gequatsche bringt ja nichts. Hat man gestern wieder bei Jauch und der rothschen Empörungsrhetorik gesehen. Dabei haben die Grünen eigentlich genug Probleme momentan im eigenen Laden.

2. Auch der deutsche Fußball hat sich in der vergangenen Woche nicht mit Ruhm in Zürich bekleckert. Es wird von mir keine weiteren Beiträge zur abgelaufenen Fußballbundesliga-Saison 2014/2015 geben. Der Rückblick auf Bayern München, den VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach erfährt keine weiteren Folgen. Verschenkter Traffic hin oder her.

3. Es wird jegliche Berichterstattung über die anstehende FIFA-Fußballweltmeisterschaft der Frauen auf Kunstrasen in Kanada von meiner Seite ausbleiben, inklusive dass ich selber keinerlei Berichterstattung  über das Event der ehrenwerten Organisation lesen oder anderweitig konsumieren werde. Hope Solo hin oder her.

4. Es wird die nächsten Wochen von mir auch keine Fußballzeitung gekauft.

5. Die aktuellen FIFA Sponsoren werden auf Umsätze von meiner Seite verzichten müssen.

6. Ganz schweres Brett, aber es muss sein. Ich schaue nächsten Samstag kein UEFA-Champions-League Finale zwischen Juventus Turin und dem FC Barcelona. Messi, Neymar, Buffon, Pirlo hin oder her. Ich mag Herrn Platini nicht auf der Tribüne sehen. Jenen wachsweich sich in der vergangenen Woche in Zürich windenden Fußballfunktionär.

7. Ich werde die nächsten Wochen auch kein Fußballstadion betreten und mir kein Spiel anschauen.

8. Okay, eigentlich ein Pflichttermin heute Abend. Aber auch er wird gecancelt. Olli Dittrich hin oder her mit seinem alternativen Sportstudio. 

Was haben eigentlich Blatter und der HSV gemeinsam? Sie können nicht loslassen.

9. Es wird auch in den nächsten Wochen kein Blick in die Fußballberichterstattung  der sonst gern gelesenen Zeitungen wie Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Südkurier etc. geben. Johannes Aumüller, Thomas Kistner oder Anno Hecker hin oder her.

10.  Es gibt eine strikte Fernsehfußballvermeidungs Strategie von mir. Konsequent. Egal wie marktschreierisch ARD, ZDF oder Sport1 ihre Fußballquotenhitangebote an den Mann bringen wollen. Ich bin nicht dabei.

 

Sportkalender am Bodensee Juli 2015

Guten Tag.

Wer meint, der Sport am Bodensee würde regional in der eigenen Suppe schwimmen, der irrt. Der frisch gebackene deutsche Straßenmeister im Radsport, der Ravensburger Emanuel Buchmann, trägt bei der Tour de France das Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring. Im Jahr des Tour de France Sieg von Jan Ullrich 1997 beging Buchmann seinen 5. Geburtstag am 18. November. Zur neuen Radsportgeneration gehört auch Dominik Nerz. Ebenfalls aus der Bodenseeregion. In jenem Ullrich Jubelsommer der in Deutschland zelebriert wurde, beging Nerz, der in Wangen zur Welt kam, am 25. August seinen 8. Geburtstag. Jetzt treten Emanuel Buchmann und Dominik Nerz bei der größten Rundfahrt der Welt für den Rennstall Bora-Argon 18 an. Medial begleitet vom Comeback von ARD und Co. Dominik Nerz ist der Kapitän von dem Team, das mit einer Wild-Card zur Höllentour fährt.

 Foto:  © Michael Wiemer

Hier am Bodensee sind ja zuweilen die Amateurradler in der glücklichen Lage, bei ihren Radtouren auch gelegentliche Pausen beim Überqueren des schwäbischen Meers mit der Fähre einzulegen.

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Nachdenkenswert #296

,,Der Weltmeister musste heute gegen Landsmann Jon Ludvig Hammer antreten und spielte eine unglaublich schlechte Eröffnung, hatte dann die Chance, sich zu retten, beging dann aber einen weiteren Fehler und wurde fachgerecht von seinem Freund und Sekundanten zerlegt. Für Carlsen bedeuten 3,5 aus 9 und 22,7 ELOs weniger das schlechteste Turnier seiner Karriere, aber schon im nächsten Turnier (der Sinquefield Cup im August) wird er garantiert wieder im vorderen Drittel der Tabelle zu finden sein, oder?”

Mike Rosa fasst auf Chess Tigers gewohnt kompetent die abschließende 9. Runde vom Norway Chess 2015 zusammen, definitiv nicht das Turnier von Schachweltmeister Magnus Carlsen. Der Turniersieg geht an Veselin Topalov, dem in Runde 9 ein Remis gegen den Turnierzweiten Viswanathan Anand reicht. Auf Platz 3 kam Hikaru Nakamura ein. Magnus Carlsen kam im 10er Teilnehmerfeld auf Rang 8 ein.