Der Sporthandelsriese Sports Direct sorgt für negative Schlagzeilen

Wer gepflegt eine Tasse Kaffee und ein Crossaint zum Frühstück zu sich nimmt oder opulenter sein Breakfest zelebriert, dabei in alter Tradition hier vorbei schaut, dem empfehle ich heute dieses Multitasking abrupt einzustellen. Das Weiterlesen könnte den Appetit gehörig verderben.

Foto: © Michael Wiemer

Der britische Sporthandelsriese Sports Direct sorgt für negative Schlagzeilen. Sowohl in der Printausgabe Ausgabe 01/Januar 2016 vom outdoor.markt, der Sportartikelzeitung für Industrie und Handel, auf Seite 70 wie auch in der Online-Ausgabe kommen desaströse Arbeitsbedingungen ans Licht. Düstere Erinnerungen an den berühmt-berüchtigten Manchester Kapitalismus oder auch an den sozialen Kahlschlag unter Thatcher werden dabei wach. Den Tod der bösen Stiefmutter feierten manche Briten ausgelassen in Partylaune, wie seinerzeit Deniz Baspinar auf Zeit Online zu berichten wusste.

,,Die “eiserne” Lady wurde beschrieben als unnachgiebig, ohne Mitgefühl und ohne ein “Quäntchen Menschlichkeit”, wie es im Rückblick der britische Sänger Morrissey ausdrückte.”

Ich will Morrissey da nicht widersprechen. Er bringt die verheerende und durch nichts zu beschönigende Kahlschlagpolitik von Margaret Thatcher ganz treffend auf den Punkt.

Doch bleiben wir bei Sports Direct. Wir tauchen in den Bericht von outdoor.markt ein.

,,Während Sports Direct sich in Österreich auf dem Markt schwer tut, sieht es in der Heimat Großbritannien noch düsterer aus. Nachdem das Unternehmen wegen seiner Arbeitsbedingungen, unter Beschuss geraten war, die laut Gewerkschaftssprecher Luke Primarolo „von der Ausbeutung durch ‚Null-Stunden-Ver­träge‘ in den Geschäften bis hin zu gulagähnlichen Arbeitsbedingungen im Zentrallager in Shirebrook“ reichen, hatte Sports Direct-Besitzer Mike Ashley zum Jahres­ende angekündigt, mit sofortiger Wirkung den Mindestlohn einfüh­ren zu wollen.”

Null-Stunden-Verträge klingt nach Bullshit, nach nicht schön zu redendem Bullshit. Da bedarf es keiner Konsultation eines Arbeitsrechtlers. Das Frühstück ist hoffentlich vorhin beendet worden. Denn es wird neben den skandalösen Null-Stunden-Verträgen auch das Scheinwerferlicht von outdoor.markt auf die Leibesvisitation beim britischen Discounter Sports Direct geworfen:

,,Die umstrittenen „Null-Stunden-Verträge“ be­inhalten, dass die Beschäftigten nur dann arbeiten, wenn sie vom Arbeitgeber gebraucht werden, sie stehen­ also auf Abruf bereit. Zudem würden die Lagerarbeiter­ von Sports Direct nach jeder Schicht untersucht und müssten sogar die Hosenbeine aufrollen und einen Teil ihrer Unterwäsche zeigen, berichtete der englische „Guardian“­. Die Leibesvisitationen der Mitarbeiter dauerten im Schnitt in der Woche über eine Stunde und seien unbezahlt.”

Das ist nur die Spitze des Eisberges. Da haben wir noch gar nicht über das streichen von Geld gesprochen. Stichwort einstempeln. Bereits nach einer Verspätung von 1 Minute gibt es monetär geahndetes streichen vom ohnehin nicht üppigen Entgelt. Oder die vertragliche verankerte Vorschrift, welche Bekleidungsmarke während der Arbeitszeit zu tragen ist. Und welche nicht. Die Liste soll laut dem Bericht vom Guardian, auf den sich outdoor.markt bezieht, ausufernde 802 Sport- und Bekleidungsmarken beinhalten.

Ach, Sports Direct will doch glatt die negativen Schlagzeilen glattbügeln. Die Wartezeiten der Leibesvisitationen sollen verkürzt werden. Echt. Und der Sporthandelsriese hat eine Lohnerhöhung um 15 britische Penc auf den Mindestlohn angekündigt.

Das Schach-WM Kandidatenturnier 2016 in Moskau rückt näher

Das Schach-WM Kandidatenturnier in Moskau rückt näher. Vom 10. bis 30 März 2016 findet das Treffen von acht hochkarätigen Großmeistern statt. Ziel: Das Recht des Herausforderers ausspielen. Schachweltmeister Magnus Carlsen wartet dann auf den Sieger von Moskau. Wollen wir es ein wenig aufdröseln. Vielleicht wird es ja die Stunde von jenem Mann, der 2015 beim London Chess Classic von Anands ehemaligen  Presseattaché Eric van Reem so im Foto eingefangen wurde.

Foto: © Eric van Reem

Hikaru Nakamura, momentan auf Platz 6 der Elo-Rangliste hinter Weltmeister Magnus Carlsen, Wladimir Kramnik, Fabiano Caruana, Anish Giri und Levon Aronian.

Am 13. Dezember 2013 schrieb ich hier auf sportinsider anlässlich des London Chess Classic:

,,Hikaru Nakamura. Zur Zeit grüßt er von Platz 3 der Elo-Rangliste. Strotzt vor Selbstbewußtsein. Immer auch für einen Spruch gut. Er ist noch hungrig. Ob der ehrgeizige Nakamura eines Tages ernsthaft Magnus Carlsen attackieren kann, wird sich zeigen müssen.”

Jetzt wäre die Gelegenheit zur Attacke da.

Schach-WM Kandidatenturnier in Moskau vom 10. – 30. März 2016

Die FIDE gab im November 2015 den Austragungsort für das kommende Kandidatenturnier bekannt. Die Schachveranstaltung findet vom 10. bis zum 30. März in Moskau statt. Der Sponsor des Schach-WM Kandidatenturneirs ist die Tashir Group des armenischen Millionärs Samvel Karapetyan, die auch schon das Petrosian Memorial im Jahr 2014 gesponsert haben.

Die 8 Teilnehmer des Kandidatenturniers 2016 in Moskau

  1. Viswanathan Anand (WM-Finalist)
  2. Hikaru Nakamura (Grand Prix)
  3. Fabiano Caruana (Grand Prix)
  4. Sergey Karjakin (Worldcup)
  5. Peter Svidler (Worldcup)
  6. Levon Aronian (Wildcard des Veranstalters)
  7. Veselin Topalov (Eloschnitt 2015)
  8. Anish Giri (Eloschnitt 2015)

In Moskau wird ein doppeltes Rundenturnier absolviert. Jeder Schachgroßmeister spielt gegen jeden Kontrahenten zweimal (1 x mit Weiß, 1 x mit Schwarz).

Der Sieger hat das Recht Ende des Jahres 2016 gegen Weltmeister Magnus Carlsen anzutreten. Veranstaltungsort ist da noch offen. Die Spatzen pfeifen die USA aus vermarktungstechnischer Sicht in die Gerüchteküche. Aber schaun mer mal. 2014 waren auch Zürich, Paris und St. Louis in der Verlosung und das WM-Match ging letztendlich nach Sotschi, die Anfangs keiner auf dem Plan hatte. Aus norwegischer Sicht ist immer wieder zu hören, dass sie ein WM-Match für ihren Weltmeister gerne in Norwegen stattfinden lassen würden und verweisen dabei öfters auf Anands Heimspiel 2013 in Chennai. Es bleibt spannend.

Das Kandidatenturnier ist terminlich auch im FIDE Kalender verankert.

Hier geht es zum FIDE Kalender

Auch der umtriebige und wissensdurstige Bruder Wikipedia hat sich schon mit dem WM-Schach Kandidatenturnier 2016 in der russischen Metropole Moskau und seinem Teilnehmerfeld beschäftigt. Fleißig. Auch mit Verlinkungen zu den bisherigen Kandidatenturnieren.

Hier geht es zum Wikipedia Eintrag Kandidatenturnier 2016

In Sachen Schach-Live Berichterstattung wird auch wieder chessdom Angebote anbieten. So hört man. Unter chessdom.com/category/live haben sie die derzeitigen aktuellen Schachturniere aufgelistet. Kurz vor Beginn des Schach-WM Kandidatenturnieres 2016 nehmen sie dann auch erfahrungsgemäß Moskau in ihr Live-Programm auf.

Ganz interessant zur mentalen Einstimmung im Vorfeld vom WM-Kandidatenturnier die Twitter-Accounts einiger in Moskau teilnehmenden Schachgroßmeister.

Twitter von Vishy Anand

Twitter Hikaru Nakamura

Twitter Anish Giri

Twitter Fabiano Caruana

Twitter Levon Aronian

Wer übrigens im Laufe der nächsten Tage und Wochen interessante Links rund um das Moskauer WM-Kandidatenturnier 2016 hat, feine Hinweise auf außergewöhnliche Fundstücke im Netz kundtun mag, kann dies gerne per E-Mail an mich unter michael.wiemer@gmx.net oder WhatsApp +491781965854 senden.

Kultcoach Moculescu: ,,Als ich angefangen habe, waren die Spieler Studenten, die haben drei Mal die Woche trainiert und vielleicht 100 Mark im Monat bekommen.”

Stammleser wissen von meinem Faible für Stelian Moculescu, Deutschlands Mister Volleyball und Kultcoach des deutschen Doublesiegers VfB Friedrichshafen. Seine Erfolgsstory mit den Häflern ist ellenlang und sprengt fast den Briefkopf.

Die Titelbilanz von Kultcoach Stelian Moculescu mit dem VfB Friedrichshafen liest sich im Detail so:

Deutscher Volleyballmeister: 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2015

Deutscher Pokalsieger: 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2012, 2014, 2015

Champions-League-Sieger: 2007

Foto: © Michael Wiemer

Stelian Moculescu gab vor dem Match in der Max-Schmeling-Halle in der Hauptstadt beim Erzrivalen Berlin Recycling Volleys dem Berliner Tagesspiegel ein Interview unter dem Titel ,,Der deutsche Volleyball droht zu verschwinden.” und merkt zum Aus der Nationalmannschaft in der Olympiaqualifikation an:

,,Durch das Ausscheiden besteht nun die Gefahr, dass der deutsche Volleyball nach jahrelanger Aufbauarbeit, die auch ich geleistet habe, wieder im Nichts verschwindet.”

Wie immer bei Moculescu Interviews, lässt der Erfolgstrainer an Klarheit in seinen Aussagen nichts vermissen.

,,Als ich angefangen habe, waren die Spieler Studenten, die haben drei Mal die Woche trainiert und vielleicht 100 Mark im Monat bekommen. Das waren keine Profis, Volleyball war deren Hobby, so wie es mein Hobby war. Inzwischen haben die Jungs ja sogar Spielerberater. Das ist alles nicht mehr so einfach.”

Stelian Moculescu feierte im vergangenen Jahr seinen 65. Geburtstag. Glückwünsche aus der ganzen Republik erreichten ihn. Siehe auch: Sport am Bodensee: Glückwünsche an Erfolgscoach Stelian Moculescu zum 65. sind ein Statement.

Moculescu lebt Volleyball. 1972 nahm er mit der rumänischen Nationalmannschaft als Spieler an den olympischen Spielen in München teil. Am 11. September setzte er sich von der Mannschaft ab und blieb in der BRD. Mit viel Kraft, Leidenschaft, Akribie, Durchhaltevermögen erklomm er die Sprossen einer Erfolgsgeschichte, die im deutschen Volleyball seinesgleichen sucht. Die unglaubliche Erfolgsbilanz des VfB Friedrichhafens steht und fällt mit dem Erfolgscoach Stelian Moculsecu.

Siehe auch:

Doch im eingangs erwähnten Berliner Tagesspiel Interview geht Stelian Moculescu auch auf die heutige Spielergeneration ein und hält fest:

,,Was ich aber schon feststelle, ist, dass die Entwicklungen dazu geführt haben, dass die Spieler unselbstständiger geworden sind. Das stört mich wirklich. Über Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die, dass die Jungs ständig Gameboy spielen oder auf ihren Handys rumdaddeln, ärgere ich mich kaum mehr.”

Das lasse ich mal so stehen.

Sport Mixed Zone Bodensee:

Eishockey: Der bereits für das Playoff-Viertelfinale in der Bayernliga qualifizierte EV Lindau lässt es am Sonntag richtig beim Spiel in der Zwischenrunde gegen Moosburg krachen. Die Inselstädter leiten ihren Spielbericht unter dem Titel Superstimmung, Superergebnis so ein: ,,775 maskierte Eishockeyfans,  Hästräger verschiedener Narrenzünfte und Fans, die einfach nur Eishockey sehen wollten, feierten gemeinsam bei ausgelassener Stimmung einen tollen 11:2 (2:1, 5:1, 4:0)-Sieg ihrer EV Lindau Islanders.” +++ Volleyball: Nach dem Prestigesieg am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle gegen Berlin Recycling Volleys wartet auf den VfB Friedrichshafen die nächste Aufgabe. Am Dienstag, den 9. Februar 2016, steht das Auswärtsspiel bei den Netzhoppers KW Bestensee an. Hier geht es zur Vorschau. +++ Ex-Towerstars Coach Kujala entführt Punkte aus Ravensburg: Psychologisch immer hochinteressant sind Duelle, wenn der Ex-Trainer mit seinem neuen Team an alter Wirkungsstätte aufkreuzt. Gestern Abend siegte Petri Kujala mit seinem Team Bad Nauheim bei den Ravensburg Towerstars. Die Details hat Frank Enderle gewohnt kompetent aufgedröselt. +++ Fußball: Ex-St. Gallen Coach Saibene entführt Punkte aus der AFG Arena. Sein Team FC Thun bringt dem FC St. Gallen mit Trainer Joe Zinnbauer eine schmerzhafte Heimniederlage zum Auftakt der Rückrunde bei. Interessante Info-Bonuspunkte: Jeff Saibene spielte zwischen 1986 und 2001 insgesamt 64 Länderspiele für Luxemburg. Auf Seiten des FC St. Gallen kam Bayern München Leihgabe Gianluca Gaudino zum ersten Punktspieleinsatz. Gaudino zählt zur bemerkenswerten Anzahl von Spielern die einst beim MTU-Hallencup in Friedrichshafen spielten. Siehe den Marktwert ehemaliger MTU-Hallencup Spieler.

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Nachdenkenswert #362

,,Es geht um die beste Formation, um die besten Mitglieder und die beste Organisation. Mit der Outdoor Spezialisten Einheit und den Outdoor Profis verfügt die Sport 2000 über die beste Formation. Das Handels-Know-how aus Limburg ist, gepaart mit allen Ressourcen der ANWR-Group wie auch der Sport 2000, verantwortlich für unsere marktführende Stellung. Mit mittlerweile 145 Outdoor Profis und über 20 Neuzugängen in 2015 haben wir die besten Händler an Bord. Besonders freuen wir uns über den Beitritt der Outdoor-Insider-Gruppe, Urgesteine der Branche, Platzhirsche an den jeweiligen Standorten und lupenreine Outdoorer mit glasklaren Konzepten.”

Hans-Hermann Deters, Geschäftsführer der Verbundgruppe Sport 2000, die auch auf der ISPO 2016 vertreten war, im Interview mit dem Magazin outdoor.markt Ausgabe 01/2016. Die Geschichte von Sport 200 begann 1966 mit der Gründung der Verbundgruppe durch die sportbegeisterten Händler Pierre Batteux, Just Fontaine und Jean Djorkaeff. 

50. Super Bowl im Restaurant Rigg’s

Heute ist für Freunde des gepflegten Sportspektakels der Fokus auf die 50. Ausgabe vom Super Bowl gerichtet. Immer gut informiert und mit beeindruckender Expertise und lesenswerter Vorschau: Kai Pahl auf allesaussersport.

Auch in der Bodenseeregion wird American Football gespielt. Die Ravensburg Razorbacks krönten das Jahr 2015 mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ab der Saiosn 2016 spielen die Oberschwaben in der German Football League2 (GFL2). Auf Razorbacks TV gibt es einen Schwung an Videomaterial der Puzzlestädter. Der Coach der Razorbacks, Thomas Miller, hat den 50. Super Bowl genau wie seine Spieler im Terminkalender. Miller gestern in der Schwäbischen Zeitung:

,,Ich bin auf dem Weg nach Berlin zu Verwandten, dort werde ich mir das Spiel in Ruhe anschauen. Viele Jungs aus unserer Mannschaft schauen sich das Superbowl im Restaurant Rigg’s an.”

Das Sportereignis ist auch ein riesiges Marketing-Spektakel, mit allen Zutaten für eine große Show. Werbeblöcke werden mit Summen geordert, die rational kaum zu argumentieren sind. Ein intimer Kenner des Mythos Super Bowl ist auch der Journalist Jürgen Kalwa, der einst auch mit dem Kultblog American Arena am Start war. Das Blog hat er dann eines Tages leider an den berühmten Nagel gehangen. Geblieben sind seine analytisch fein aufgedröselten und kenntnisreichen Texte zum Beispiel in der FAZ, wo Kalwa einen Artikel unter dem Titel ,,Football ist weich geworden – so wie unser Land.” heute veröffentlicht hat.

Sport Mixed Zone Bodensee:

Volleyball: Die 8. Niederlage der Saison (wettbewerbsübergreifend) möchte der Meister VfB Friedrichshafen heute in der Berliner Max-Schmeling-Halle beim Erzrivalen Recycling Volleys vermeiden. Ab 15.00 Uhr auf sportdeutschland.tv. +++ Eishockey: Zwei Heimspiele für den EV Lindau gegen Moosburg in der Bayernliga und die Ravensburg Towerstars gegen Bad Nauheim mit Ex-Towerstars Coach Petri Kujala in der DEL2. +++ Fußball: Der FC St. Gallen startet in die Rückrunde gegen den FC Thun ab 13.45 Uhr in der AFG Arena. In der Vorbereitung gab es für das Team von Coach Joe Zinnbauer auch zwei Testspiele gegen deutsche Teams. Eine 1:3 Niederlage gegen RB Leipzig und ein 1:0 Sieg gegen Fortuna Düsseldorf.

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Steffen Wohlfahrt, EV Lindau, Ravensburg Towerstars, SCR Altach und eine Stellenausschreibung beim VfB Friedrichshafen

Hier am Bodensee ist des öfteren Nebel. Das ist kein Problem, es gibt auch im Winter oft genug wunderbare Momente, die die Tage mit Nebel vergessen machen.

Traveler Digital Camera

Foto: © Michael Wiemer

Entspannte Touristen genießen dann den Blick auf den See und entschleunigen.

Der Fußballer Steffen Wohlahrt spielt in der Bodenseeregion beim fünftklassigen FV Ravensburg in der Oberliga Baden-Württemberg. Er ist in Friedrichshafen am 14. September 1983 zur Welt gekommen und kann auf eine durchaus bunte Transferhistorie verweisen. Über die Stationen SC Freiburg II und Freiburg I kam Wohlfahrth 2006 zum FC Ingolstadt. Weitere Stationen waren Bayern München II, Wehen Wiesbaden und Ross County in Schottland. Von dort wechselte er am 3. August 2013 zum FV Ravensburg. Mit der Studentennationalmannschaft war der Stürmer kürzlich zu zwei Spielen in Indien. Nach der Reise gab er der Schwäbischen Zeitung in der heutigen Samstagausgabe zu Protokoll:

,,Man kennt den Nebel im Winter am Bodensee. Aber den Smog und der Gestank in Neu-Dehli und Kalkutta sind unbeschreiblich.”

Selbstredend habe ich in meinem Bildarchiv auch Nebelaufnahmen vom Bodensee. Aber ich will  heute nicht die Stimmung trüben.

Apropos Stimmung. Der EV Lindau ist nach dem gestrigen 6:3 Sieg im Auswärtsspiel in Moosburg in der Zwischenrunde der Bayernliga auch bester Laune für das morgige Eishockeyheimspiel in Lindau gegen den selben Gegner.

Auch die Ravensburg Towerstars sorgen für gute Stimmung. Ihr gestriges Heimspiel in der DEL2 gegen die Lausitzer Füchse endete mit 2:1. Allerdings attestiert Frank Enderle ein Happy End nach zähem Spiel inklusive dem Siegtor 108 Sekunden vor Schluss.

Schwenk zum österreichischen Fußball. Dort kam die Bundesliga aus der Winterpause zurück. Die in der Bodenseeregion spielende Mannschaft vom SCR Altach verspielten in letzter Minute den Heimsieg gegen den SK Sturm Graz und trübte damit die Stimmung. Altach legte los wie die Feuerwehr und führte bereits nach 11 Minuten mit 2:0. Doch die Mannschaft um Philipp Netzer musste in der 32. Minute den Anschlusstreffer hinnehmen und den späten Ausgleich in der Nachspielzeit. Hier gibt es alle Details.

Eine Stellenausschreibung gibt es beim deutschen Volleyballmeister VfB Friedrichshafen. Es wird ein Leiter Marketing/Vertrieb gesucht. Quelle: Website VfB Friedrichshafen. Dies hatte sich angedeutet. Am 10. Dezember 2015 trennte sich der VfB Friedrichshafen von seinem langjährigen Manager Stefan Mau. 4 Tage später gab es am Montag, den 14. Dezember 2015 eine kurzfristig einberufene Pressekonferenz. Siehe auch: Wunibald Wösle: ,,Der Schwerpunkt, neben dem sportlichen Erfolg muss auf das Marketing gelegt werden und hier liegt nicht die Hauptkompetenz von Stefan Mau.”

Volleyball wird an diesem Wochenende auch noch gespielt. Die Max-Schmeling-Halle ist das Ziel. Dort trifft der VfB Friedrichshafen auf den Meister der Jahre 2012, 2013 und 2014. Berlin Recycling Volleys hatte im Hinspiel in der ZF Arena klar gewonnen. Im Sprachgebrauch scheint sich das “Duell der Giganten” einzubürgern. Auch der VfB Friedrichshafen hantierte damit in seiner Vorschau auf der eigenen Website. Ebenso die Berliner. Die Hauptstädter und Pokalfinalist 2016 verhehlen denn auch nicht ihre Vorfreude und kündigen das Spitzenspiel auf ihrer Homepage so an:

,,Exakt drei Wochen vor dem großen DVV-Pokalfinale in Mannheim erwartet die BR Volleys und ihre Fans ein weiteres, ganz besonderes Volleyballspektakel: Am Sonntag (07. Feb um 15.00 Uhr) kommt es in der Max-Schmeling-Halle zu einem neuen „Duell der Giganten“ mit dem VfB Friedrichshafen. Bisher gingen die Berliner in dieser Partie zuhause 24 Mal als Sieger vom Parkett, 25 Mal hatte der amtierende Deutsche Meister das bessere Ende für sich. Am Wochenende treffen die beiden deutschen Topclubs also zum 50. Mal in der Hauptstadt aufeinander und wollen den Fans ein angemessenes Jubiläumsduell präsentieren.”

Eigentlich ist ja auch der VfB Friedrichshafen ein Dauerabonnent auf Pokalendspiele. Doch gegen United Volleys RheinMain kam das Aus für die Männer von Stelian Moculescu. Vielleicht die schmerzhafteste Niederlage der bisherigen 7 Verlustpartien in dieser Saison. Vier Spiele wurden in der Champions-League in Moskau, Ankara, Paris und zu Hause gegen Ankara abgegeben sowie in der Liga gegen Berlin Recycling Volleys und bei TV Ingersoll Bühl.

Sport Mixed Zone Bodensee

Handball: Während Deutschlands Handballer noch ein wenig in Nürnberg ihren Spaß haben durften, gab es am Bodensee beim Spitzenspiel Alpla HC Hard vs. Bregenz Handball bereits wieder den Ernst des Lebens. Der Norweger Espen Lie Hansen musste nach den Niederlagen bei der WM gegen Deutschland und Kroatien und gestern mit seinem Verein Bregenz Handball in Hard bereits die 3. Niederlage in Folge hinnehmen. Meister Alpla HC Hard gewann das 77. Derby gegen die Festspielstädter mit 27:25. +++ Segeln: Auf bodensee-regatten sind die Termine für 2016 vermerkt. +++ Fußball: Am Sonntag das Duell FC St. Gallen vs. FC Thun. Der Ex-HSV Trainer Joe Zinnbauer führt sein Team gegen Thun, die von Ex-St.Gallen Coach Jeff Saibene trainiert werden. Zinnbauer in der Pressekonferenz: ,, Ich überrasche ihn nicht, ich hoffe, die Mannschaft überrascht ihn. Er kennt uns besser als ich Thun kenne. Jeff wird sicherlich alles versuchen, um hier etwas mitzunehmen, ich habe aber einen Analysten und einen Co-Trainer und noch einen zweiten Co-Trainer, der unter ihm sogar noch gespielt hat, also kennen wir auch ihn, wie er tickt. Dementsprechend kommt es, so glaube ich, nicht darauf an, wie die beiden Trainer aufeinander stossen, sondern wie die Mannschaften es annehmen. Ich hoffe, dass meine Mannschaft den Schritt mehr tut und den Willen mehr hat, das Spiel am Sonntag zu gewinnen.”

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Handballspitzenspiel am Bodensee: Alpla HC Hard vs. Bregenz Handball

Die Öffentlich-Rechtlichen in der Personalunion ARD und ZDF überschlugen sich förmlich über den Europameistertitel der Mannschaft von Dagur Sigurdsson, der einst am Bodensee bei Bregenz Handball anheuerte. Diesen deutschen Trubel und Medienhype um die neu entdeckte Trendsportart Handball hat Kai Pahl ganz gut diese Woche auf seinem Sportblog allesaussersport auf den Punkt gebracht und wirft dabei auch einen Blick auf die TV-Rechte der Handball-WM.

,,Handball – Handball ist jetzt in Deutschland der große heiße Scheiß. Etliche Sportfunktionäre machen einen auf Barbara Rittner und leiten aus dem EM-Titel Sendeverpflichtungen ab und schieben teilweise ARD/ZDF die Schuld für die Probleme mit den TV-Rechten der Handball-WM zu, die der Rechteinhaber BeIN Sports nicht an Sender geben will, die europaweit unverschlüsselt zu empfangen sind – wo waren eigentlich die Handball-Funktionäre, als der Vertrag mit BeIN Sports unterschrieben worden ist? Wo höre ich die Kritik am Weltverband und die Forderungen an die IHF, sich auf solche Deals nicht mehr einzulassen?”

Meine erste Handball-WM war die 1974 in Berlin, mit dem 14:12 Erfolg von Rumänien gegen die DDR. Seinerzeit glänzte der rumänische Torwart Cornel Penu. Er zog Weltklassespieler Wolfgang Lakenmacher den Nerv. Die Szenen hatten sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Was für ein Duell. Es war mein erstes prägendes Handballereignis. Es war Wahnsinn. Als fast 11-Jähriger erlebte ich vor 42 Jahren ein unvergessliches Finale. Im spektakulären Endspiel von Berlin sprang Weltklassehandballer Wolfgang Lakenmacher mit dem Handball in der Hand in den Kreis. Rumäniens charismatischer Startorwart der Extraklasse lächelte. Cornel Penu lächelte eigentlich immer während der kompletten Spielzeit. Penus Markenzeichen waren sein entnervendes Lächeln und der markante Oberlippenbart. Extrem teuflisch gut halten konnte er auch, mit einer aufreizenden Gesichtsmimik. Der Wahnsinn ! Unglaublich.  Diese Paraden. Diese magische Ausstrahlung. Der Ball verließ übrigens damals nicht die Hand von Wolfgang Lakenmacher. Das nervenstarke damalige Weltklasseteam Rumänien gewann das Finale 1974 in Berlin mit besagtem 14:12 gegen die DDR. Der im Finale gebändigte Lakenmacher spielte beim SC Magdeburg. Die großen Zeiten sollten für ihn und seine Vereinsmannschaft noch kommen.

Schwenk in die heutige Zeit. Am Abend steht hier am Bodensee das ewig junge Duell der Erzrivalen Alpla Hard vs. Bregenz Handball auf dem Programm. Das 77. Duell.

Mit diesem Derby-Kracher und neu verteilten Rollen geht es am heutigen Freitag ab 17.30 Uhr ( Live auf LAOLA1.tv und A1 TV Plus) ins Obere Play-off der Handball Liga Austria (HLA). Österreichs amtierender Meister ALPLA HC Hard hat den Vizemeister aus der Festspielstadt Bregenz in der Sporthalle am See zu Gast. Hard Coach Markus Burger, dessen Vertrag zum Saisonende nicht verlängert wird, verweist auf der Vereinswebsite auf die Bedeutung des Schlüsselspiels:

 „Wir haben in dieser Woche die letzten 15 Spielminuten beim Cup-Aus bei Westwien genau analysiert. Gegen Bregenz, mit dem überragenden Legionär Espen Lie Hansen, brauchen wir eine ganz starke Abwehrleistung. Es wird ein Kampf um jeden Ball. Wenn wir nach vorne kommen wollen ist ab sofort jedes Spiel ein Endspiel.“

Alpla HC Hard hatte bei Westwien im Pokal noch einen 5 Tore Vorsprung nach 46 Minuten verspielt.

Von den bisherigen 76 Derbyspielen siegte Bregenz 43 Mal, Hard hatte 25 Mal das bessere Ende für sich und 8 Handballpartien endeten Unentschieden.

Jener angesprochen Legionär Espen Lie Hansen wurde mit Norwegen 4. bei der EM in Polen. Im Halbfinale unterlag er mit seinem Team Deutschland mit 33:34 nach Verlängerung und verpasste nur knapp den Einzug ins Finale. Im Spiel um Platz 3 mussten sich die Norweger dann Kroatien beugen.

Beim Blick auf das Sportwochenende am Bodensee ist das Handballduell Hard vs. Bregenz mein persönliches Highlight:

05.02.2016 Handball: Alpla HC Hard – Bregenz Handball 17.30 Uhr

05.02.2016 Eishockey: Dornbirner Eishockey Club – UPC Vienna Capitals 19.15 Uhr

05.02.2016 Eishockey: Ravensburg Towerstars – Lausitzer Füchse 20.00 Uhr

06.02.2016 Fußball: SCR Altach – SK Sturm Graz 16.00 Uhr

07.02.2016 Fußball: FC St. Gallen – FC Thun 13.45 Uhr 

07.02.2016 Handball: TSV St. Otmar St. Gallen – Pfadi Winterthur 17.00 Uhr

07.02.2016 Eishockey: EV Lindau Islanders – EV Moosburg 19.30 Uhr

07.02.2016 Eishockey: Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim 18.30 Uhr

Schaun mer mal.

Sport Mixed Zone Bodensee  

Handball: Lars Walther, Nachfolger vom zwischen den Weihnachtsfeiertagen entlassenen Markus Baur (Weltmeister 2007), zieht mit den Kadetten Schaffhausen nach dem ungefährdeten 28:22 gegen Kriens-Luzern in der Schweiz ins Pokalhalbfinale. Dort stehen auch Wacker Thun, Pfadi Winterthur und St. Otmar St. Gallen. +++ Volleyball: der VfB Friedrichshafen tritt dieses Wochenende die Reise vom Bodensee nach Berlin an. Ziel ist die Max-Schmeling-Halle und Kontrahent Berlin Recycling Volleys. Der Häfler Kultcoach Stelian Moculescu ist sich sicher: ,,Die Tagesform entscheidet. Alles andere ist egal. Punkte, Niederlagen, Siege – es zählt allein die Leistung an diesem Tag.” +++ Fußball: Der FC St. Gallen steigt nach der Winterpause wieder in den Spielbetrieb ein. Der ehemalige HSV Coach Joe Zinnbauer, seit Herbst bei den Ostschweizern, auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den FC Thun: ,,Wir hätten in der Vorbereitung alles gewinnen können und dann in der Liga alles verlieren. So wie ich gehört habe, war es in den letzten beiden Jahren so: Man hat alles gewonnen in der Vorbereitung oder zumindest ziemlich viel und ist dann in die Rückrunde holprig gestartet. Jetzt haben wir eine holprige Vorbereitung absolviert, vielleicht werden wir jetzt etwas konstanter.” +++ Eishockey: Nach den Niederlagen gegen Landsberg geht der EV Lindau auf Formsuche beim Auswärtsspiel in Moosburg in der Zwischenrunde der Bayernliga. Die Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale haben die Inselstädter bereits in der Tasche. Die zwei Niederlagen gegen Landsberg waren nach einer Siegesserie so nicht zu erwarten gewesen. Am Sonntag dann das Heimspiel gegen den EV Moosburg. +++ Ravensburg Towerstars: Wir bleiben beim Eishockey. Frank Enderle mit seiner Vorschau auf die zwei Heimspiele in der DEL 2gegen die Lausitzer Füchse und die Roten Teufel von Bad Nauheim mit dem Ex-Towerstars Coach Petri Kujala.

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