Nachdenkenswert #454

,,Ab ins Abenteuer Asien. Einfach losfahren. Gar nicht erst planen. Treiben lassen. Einfach in unsere Flitterjahre fahren. Mega romantisch! Mit der Zeit hat sich eingeschlichen, dass wir durch Zentralasien bis nach Singapur fahren werden. Das hat etwas kompliziertes mit sich gebracht, Visa-Bestimmungen! Also doch nicht so romantisch? Einen Planungseinblick in unsere Visa-Highlights haben wir bereits geschrieben. “

Claudia Prawatschke und Bernd Schmidt, auf ihrem Blog bodensee-overlander mit weiteren Planungsdetails zur geplanten Weltreise.

Nachdenkenswert 452

,,Man darf sich also nicht wundern, dass sich Schach im Allgemeinen nicht gut vermarkten lässt.

Natürlich wird man mir jetzt vorhalten, dass Spitzenereignisse stets medienpräsent sind. Stimmt! Neulich war sogar der DSB-Präsident, Herbert Bastian, im Frühstücksfernsehen und selbst die Tageszeitungen berichten über die WM. Das wird hoffentlich dann auch für die zentrale Abschlussrunde der Schachbundesliga in Berlin gelten.“

Ulrich Geilmann, mit Randnotizen auf schachbundesliga.de. Doch man sollte die Kirche im Dorf lassen. Die Schach-WM in New York ist die eine Sache. Die Schachbundesliga eine vollkommen andere. Der Tod des Glücks ist der Vergleich. Marketingtechnisch hat die Schachbundesliga selbst noch ein paar Hausaufgaben zu machen.

Im Mai 2016 äußerte sich Schachpublizist Johannes Fischer im Sportinsider Interview auf meine Frage ,,Noch ein paar Worte zur Schachbundesliga. Wie ist die Liga aufgestellt in puncto Marketing, der Rolle in den Medien, den Zuschauerzahlen sowie der Spielstärke?“ wie folgt:

,,Ach ja, die Bundesliga. Ich glaube, die könnte etwas flotter sein und eine Auffrischung gebrauchen. Wenn ich mit Freunden aus Schachkreisen über die Bundesliga rede, finde ich selten jemanden, der sich wirklich dafür interessiert geschweige denn begeistert. Die Saison ist zu lang, die vielen Rückzüge verzerren den sportlichen Wert der Liga, und es fehlen Vereine, mit denen man sich identifizieren, mit denen man mitfiebern kann.

Das ist schade, denn in der Bundesliga spielen nicht nur unglaublich viele starke Spieler, sondern in der Bundesliga wird auch viel Geld für Schach ausgegeben. Mit dem Gesamtbudget der Liga könnte man sicher ein phantastisches Schachereignis auf die Beine stellen. Aber ich glaube, ein paar Reformen täten der Bundesliga gut.

Ich weiß, technisch ist das alles schwierig und aufgrund von Regeln, Bestimmungen, Traditionen, etc. wahrscheinlich nicht machbar, aber einfach ins Unreine gesprochen, könnte ich mir vorstellen, dass die Bundesliga attraktiver wäre, wenn man sie auf zehn oder zwölf Vereine reduziert, die irgendwann im Laufe des Jahres an einem zentralen Ort um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft spielen. Das könnte ein richtiges Schachfestival werden – und vor allem ein Turnier, bei dem sich die besten deutschen Spieler mit der internationalen Spitze trifft.“

Nachdenkenswert #451

,,Frei nach dem englischen Fußballspieler Gary Lineker gilt derzeit vielmehr: Schach ist ein einfaches Spiel. Zwei Spieler grübeln stundenlang über die besten Züge, und am Ende gewinnt Magnus Carlsen. Natürlich patzt auch der Titelverteidiger hin und wieder, unschlagbar ist er nicht. Allerdings, um einen weiteren Vergleich mit einer anderen Sportart zu ziehen, spielt er einfach am beständigsten und besten und dominiert quasi auf allen Belagen wie der Tennisspieler Roger Federer zu seinen Glanzzeiten.“

Alexander Armbruster, ehemaliger Werksstudent im Aktienstrategieteam einer Privatbank und später Volontär bei der FAZ und dann Wirtschaftsredakteur bei selbiger Zeitung auf dem im Sommer 2016 eingeführten Schachblog Berührt, geführt in der FAZ. Das Konkurrenzblatt Süddeutsche Zeitung konnte sich bisher noch nicht entschließen einen Schachblog aufzulegen. Das Schachblog Von Hängepartien und Bauernopfern von Zeit Online hat sich in eine Art Stand-By-Modus geschaltet. Der letzte Artikel stammt vom 26. Mai 2016 von Johannes Fischer. Und es komme mir jetzt keiner mit dem Alibi Ulrich Stock. Ja, er hat für Zeit Online berichtet, durchaus mit unterschiedlicher Tagesform. Siehe auch die Diskussion zu seinem Fazit nach der 11. Runde in der Schachcommunity auf Google + vom 27.11.2016. Ulrich Stock hat jahrelang von der WM sehr lesenswerte Texte geschrieben. Hier hat er einfach keinen guten Tag gehabt. Doch braucht man deshalb ja nicht das Schachblog auf Zeit Online einschlafen zu lassen.

Nachdenkenswert #450

,,Moin. Sie haben es am Montag zu meinem Erstaunen sehr schnell gemacht. Als ich nach dem ersten Serie A-Spiel rüber zu chess24.com ging, war Spiel 12 der Schach-WM schon beendet. Carlsen ging mit seinen weißen Figuren gar nicht erst auf Risiko und spielte stattdessen schnell auf Remis. Nach nur 35 Minuten und 30 Spielzügen schüttelte man sich für das schnellste Remis der WM-Geschichte, die Hand und wird sich am heutigen Mittwoch ab 20 Uhr für den Tie Breaker wieder finden.“

Kai Pahl, Sportblogger und Medienexperte auf allesaussersport zum heute Abend anstehenden Hitchcock-Thriller Tie-Break zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Sergey Karjakin in New York. Der Modus Tie-Break ist in den letzten Tagen oft diskutiert worden. Der niederländische Kultblogger Eric van Reem, einst Mitglied im A-Team von Weltmeister Viswanathan Anand, hat eine Reihe dezidierter Tweets auf Chess in Tweets zusammengestellt, die sich mit der Thematik beschäftigen.

 

Nachdenkenswert #449

,,Ich glaube, der Begriff „Ära“ wird schnell verwandt. Als Bobby Fischer 1972 Weltmeister wurde, sprachen viele vom Beginn einer neuen Ära. Aber die war schon vorbei, bevor sie begonnen hatte.

Allerdings finde ich es beeindruckend, wie lange Carlsen schon mit deutlichem Elo-Vorsprung vor allen anderen Spitzenspielern liegt. Da er noch jung ist, glaube ich, dass alle seine jetzigen Konkurrenten nur geringe Chancen haben, ihn als Nummer eins der Schachwelt abzulösen. Natürlich, Sergej Karjakin kann den WM-Kampf im November gewinnen und Weltmeister werden, aber ich glaube, Carlsen würde auch dann weiter die Nummer eins der Welt bleiben und sich den Titel irgendwann zurückholen.

Aber Carlsen kann sich selber gefährlich werden. Vielleicht hört er auf, an seinem Schach zu arbeiten, weil er zu lange die Nummer eins ist, weil er übermütig wird, da ihm lange niemand wirklich gefährlich wurde oder weil ihm ernsthafte Herausforderungen fehlen. Vielleicht nimmt er die Dinge dann zu leicht und nimmt seine Gegner nicht mehr ernst.

Doch wenn Carlsen innerlich stabil und stark bleibt, dann glaube ich, dass er die nächsten fünf bis zehn Jahre die Nummer eins bleibt und das Weltschach dominieren wird.“

Johannes Fischer, Schachpublizist, im Sportinsider Interview

Nachdenkenswert #448

,,Sechste Partie, sechstes Remis – 3:3! Tiger Hillarp Persson, zeitlebens als Schachspieler auf der Suche nach Asymmetrie, hat sich der technischen Angelegenheit vom Freitag angenommen und berichtet, unter welchen Umständen er sich in die Welten des Marshallangriffs vertiefen könnte, wenn er es denn dazu gezwungen würde. Wir baten den schwedischen Großmeister um seine Sichtweise. Alles zur sechsten Partie im Newsblog.“

ChessBase, Deutschlands beste Schachwebseite, mit dem Newsblog WCC Carlsen-Karjakin, 2016-11-19 

Nachdenkenswert #447

,,Nach sechs Stunden und 25 Minuten Spielzeit ist nach dem Krimi vom Montag auch die vierte Runde der Schachweltmeisterschaft in New York mit einem hart umkämpften Remis im 94. Zug zu Ende gegangen. Der russische Herausforderer Sergej Karjakin, obwohl mit Weiß spielend, geriet nach der Eröffnung unter Druck und in eine wesentlich schlechtere Stellung. Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen versuchte alles, um den Punkt zu machen, konnte Karjakins Festung aber letztlich nicht knacken.“

Ulrich Stock, er ist Deutschlands Schachfreunden ein Begriff. Traditionell ist Stock zu den Schachweltmeisterschaften der letzten Jahre in publizistischer Hochform mit seinen unverwechselbaren Texten auf Zeit Online.

Nachdenkenswert #446

,,Und seit Karjakin zehn ist haben viele (und er selbst natürlich auch) in ihm einen möglichen zukünftigen Schachweltmeister gesehen. Und manchmal werden Kindheitsträume wahr!
Doch trotz alledem ist Carlsen einfach der bessere Spieler. Wenn es nicht zu tiefen Formkrisen, Krankheit und anderen Überraschungen kommt, dann glaube ich, dass Carlsen Karjakin schlagen kann. Mein Tipp lautet 6.5-4.5 für Carlsen.“

Yannick Pelletier, Großmeister aus der Schweiz, Mannschaftsmeister mit der traditionsreichen Schachgesellschaft Zürich 2008, 2009, 2010 und 2016 und französischer Mannschaftsmeister mit dem Club de Clichy-Echecs-92 in den Jahren 2007, 2008, 2012 und 2013 zu den Chancen im Schach-WM Kampf zwischen Magnus Carlsen vs. Sergey Karjakin auf chessbaseIn der dortigen Meinungsumfrage äußern sich zu den Chancen im medial stark beachteten Match um den Schachweltmeistertitel in New York auch Ruslan Ponomariov, Yasser Seirawan, Mikhail Golubev, Daniel King, Karsten Müller, Robert Rabiega, Rainer Polzin, Arno Nickel, Herbert Bastian, Carsten Schmidt, Ullrich Krause, Elisabeth Pähtz und Jörg Hickl.

Nachdenkenswert #445

,,Natürlich wird – es ist New York – das „Event“ glänzend vermarktet. Der Preis für den Turnierpass liegt zwischen 350 und 3000 Dollar, es gibt VIP-Lounges, Direktübertragungen im Internet mit 360-Grad-Panorama-View und Virtual-Reality-Brillen, als ob Schach für sich nicht schon virtuelle Realität genug wäre. Alles erscheint hier neu und großartig, und man fragt sich, ob man vielleicht Gay Talese, der schon glänzende Reportagen über Joe Louis, Joe Di Maggio und die chinesische Fußballerin Liu Ying geschrieben hat, um einen Kommentar bitten könnte. Taleses liebste Recherchemethode war bekanntlich „the fine art of hanging around“. Kein schlechter Zugang zu einer Schach-WM nach der Wahl.“

DerStandard.at über die Schach-WM: Gipfeltreffen in Lower Manhattan. In der Metropole New York beginnt am 11. November 20.00 Uhr deutscher Zeit die Schachweltmeisterschaft zwischen dem smarten Titelverteidiger Magnus Carlsen und dem ehrgeizigen Herausforderer Sergey Karjakin. 

Nachdenkenswert #444

,,Erstmals meldete sich der neue Adidas-CEO Kasper Rorsted öffentlich zu Wort, nachdem die Geschäftszahlen für das dritte Quartal (übrigens knapp 14 % Umsatzplus) veröffentlicht wurden. Der ehemalige Henkel-Chef verkündete dabei, dass in der Zentrale von Tochter Reebok (Boston) die Zahl der Mitarbeiter auf 650 reduziert werden soll. 150 Angestellte sollen in die amerikanische Adidas-Niederlassung nach Portland versetzt werden, weiteren 150 Mitarbeitern wird gekündigt. „Wir werden Reebok in Boston stromlinienförmiger aufstellen und ein globales Markenteam schaffen, dass sich dann zu 100 % um Reebok widmen kann“, ließ Rorsted verlauten. Von den aktuell 120 Reebok-Outlets in Nordamerika sollen die Hälfte zugesperrt werden, auch mehrere Stores in Eigenregie sollen geschlossen werden. „Stattdessen wollen wir den Fokus wieder darauf richten, das Geschäft mit unseren Großhandelspartnern auszubauen“, so Rorsted.

Der geplante Verkauf der drei Golfmarken Taylor Made, Adams und Ashworth steht indes kurz bevor. Rorsted denkt, dass noch in diesem Jahr Nägel mit Köpfen gemacht werden können.“

SAZsport, 1974 gegründete Fachzeitung für den deutschsprachigen Sporthandel, über die vom neuen Adidas-CEO Kasper Rorsted verkündeten geplanten Änderungen bei der Adidas Tochter Reebook und dem geplanten Verkauf der Golfsparte.