Nachdenkenswert #465

,,Um Punkt 21.33 Uhr erbebte die Berta-Benz-Halle in ihren Grundfesten! Welch ein Drama, welch eine Erleichterung! Fünf Jahre nach ihrem letzten Titel-Gewinn sicherten sich die Germanen am Samstag in Pforzheim zum insgesamt dritten Mal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Für den entscheidenden Sieg sorgte Weltmeister und Neuzugang Frank Stäbler.

Zwar verloren die Weingartener den Final-Rückkampf beim KSV Ispringen letztlich noch mit 11:13, doch das interessierte im Gäste-Lager keinen mehr. Zu groß war die Erleichterung darüber, dass Stäbler den SVG mit seinem 3:2-Erfolg gegen den Serben Aleksandar Maksimovic im vorletzten Duell des Abends endlich vom Final-Fluch der vorangegangenen Jahre befreit hatte. „Nach diesen drei knappen Niederlagen gegen Nendingen waren wir einfach mal dran“, resümierte Weingartens sportlicher Leiter Sebastian Mayer.“

Der SV Germania 04 Weingarten, holte sich nach 2011 und 2012 jetzt erneut den Meistertitel im Ringen und eröffnete 2017 damit die Titeljagd in der Bodenseeregion. Hier der ausgiebige Bericht vom entscheidenden Kampf in der Bundesliga auf der offiziellen Webseite des Meisters unter dem Titel Fluch besiegt! Germanen zum dritten Mal Deutscher Mannschaftsmeister.

Weingarten hatte im vergangenen Jahr für einen Transfercoup gesorgt und Weltmeister Frank Stäbler verpflichtet. Für mich, neben der Verpflichtung von Coach Vital Heynen beim Volleyballvizemeister VfB Friedrichshafen, der Transfer des Jahres 2016 im Sport am Bodensee.

Nachdenkenswert #464

,,Wir haben in den vergangenen Tagen viel gespielt und gut und hart trainiert. Ein paar Blessuren gibt´s auch, da hab ich einfach darauf gesetzt, dass die Junges etwas an der frischen Luft machen – und das am besten zusammen.“

Vital Heynen, belgischer Erfolgscoach beim VfB Friedrichshafen, mit einem Statement zum etwas anderen Trainingsprogramm vor dem Bundesligaspiel beim TV Ingersoll Bühl. Seine Volleyballer bat er in Winterstiefeln und dicken Jacken zum winterlichen Spaziergang und Kaffeekränzchen.

Nachdenkenswert #463

,,Während man in England die Fans des dortigen Fußballs kostenlos die – im Falle der Nationalmannschaft zugegebenermaßen deutlich wenigeren – Trophäen bestaunen lässt, muss man in Dortmund so viele Euro berappen, wie eine Halbserie in der Bundesliga Spieltage hat: 17 Euro kostet der Eintritt für einen Erwachsenen. Ein äußerst stolzer Preis für ein Museum. So viel kostet nicht mal das Deutsche Museum in München (11 Euro) oder das Louvre in Paris (15 Euro) — und Mona Lisa gibt es in Dortmund definitiv nicht zu sehen.“

Trainer Baade, Deutschlands vielleicht intellektuellster Fußballblogger, war in Dortmund. Besuchte das Deutsche Fußballmuseum. In unnachahmlicher Art breitet er in epischer Länge seine Eindrücke vom Museumstag aus. Hier geht es zum Museumsrundgang vom Kultblogger.

Nachdenkenswert #462

,,Zu der Geräuschkulisse gehören auch die handelsüblichen Pawlow’schen Effekte.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky weint wieder bitterliche Krokodilstränen, weil „Sponsoren-TV“ kein Ersatz sei für die „journalistisch-qualitative Herangehensweise“ von Free-TV sei (via handball-world.com). Auf der Katrin Müller-Hohenstein-Skala sind dies mindestens 7,5 von 10 Badelatschen.“

Kai Pahl, Medienexperte, auf seinem Blog allesaussersport über die Handball-WM-Nachwehen in Sachen Übertragungsrechte. Speziell ARD und ZDF haben sich in den letzten Jahren ja bei sportlichen Veranstaltungen mit wenig journalistischer, sachlicher und oft fehlender Ablieferung von Qualitätsarbeit in der Berichterstattung immer wieder selbst in Frage gestellt. Die Event- und Boulevardfolklore war teilweise arg bizarr und gipfelte in den unsäglichen KMH Auswüchsen.

Die Spiele der deutschen Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson werden auf handball.dkb.de gestreamt. Sigurdsson schlug einst seine Zelte hier am Bodensee in Vorarlberg in Bregenz auf und wurde vierfacher österreichischer Handballmeister und zweifacher Pokalsieger im Zeitraum 2003 bis 2007.

Nachdenkenswert #461

,,Die Reaktion der Spieler im Training, als ich verkündet habe, dass wir aufsteigen wollen. Es stand positives Entsetzen in den Gesichtern der Spieler. Danach haben sie dieses Ziel sofort angenommen. Zusammen mit dem Aufstieg und den Emotionen danach war das ein sehr bewegender Moment. Wir haben dies nach jahrelanger Arbeit in der 3. Liga zusammen erreicht, weil wir daran geglaubt haben. Nun glauben wir daran und werden alles dafür tun, dass wir das Erreichte auch halten können. Zu den 38 Handball-Bundesligastandorten zu gehören ist schon was für eine Stadt wie Konstanz. Wir haben gesehen, was alles entstehen kann und wissen, dass dies etwas Besonderes ist.“

Otto Eblen, Präsident der HSG Konstanz, im Interview mit Andreas Joas. Der 69-Jährige Präsident Eblen ist seit mehr als 35 Jahren im Verein in verschiedensten Funktionen tätig, seit 1991 im Präsidentenamt. Sein Sohn Daniel Eblen trainiert den Aufsteiger in die 2. Handball-Bundesliga seit 2004.

Nachdenkenswert #460

„Wir müssen aus solchen Spielen natürlich unsere Lehren ziehen.“

Toni Krinner, Coach der in der DEL2 spielenden Ravensburg Towerstars und mit einem der interessantesten Lebensläufe deutscher Eishockeytrainer versehen, nach dem Spiel bei Aufsteiger Bayreuth. Toni Krinner verlängerte in der vergangenen Woche seinen Vertrag mit den Ravensburgern um im abschließenden Auswärtsspiel im Jahr 2016 bei Aufsteiger EHC Bayreuth – Tigers zu verlieren. Am Dienstag, den 03. Januar 2017, geht es in heimischen Gefilden gegen die Starbulls Rosenheim, am Freitag, an Heilige Drei Könige, dann das nächste Heimmatch gegen den ESV Kaufbeuren und am Sonntag zum Abschluss der Woche die Auswärtsbegegnung bei den Heilbronner Falken.

Hier geht es zur Vorschau von Towerstars Pressesprecher Frank Enderle auf das Heimspiel gegen die Starbulls Rosenheim.

Nachdenkenswert #459

,,Was als Turnier mit 108 Teilnehmern begann, mündete schließlich in einem Fernduell, das sich Sergey Karjakin und Magnus Carlsen in Doha lieferten. Die Konkurrenz auf Abstand haltend, zogen die beiden Kontrahenten ein großes Spektakel ab, das Karjakin schlussendlich hauchdünn für sich entscheiden konnte.“

Marco Baldauf, mit einem lesenswerten Bericht über den Sieg von Sergey Karjakin bei der spektakulären Blitzweltmeisterschaft in Doha auf ChessBase. Karjakin kann also vorzeitig die Champagnerkorken knallen lassen. Das die Hauptstadt von Katar solche Schachevents austrägt ist auch ein spannendes Thema, dem man sich bei Gelegenheit widmen kann. 

Nachdenkenswert #458

,,Schach wird immer gespielt, auch am Heiligabend. In den vergangenen Tagen hat Michael Dombrowsky bereits zwei Partien berühmter Spieler vorgestellt, die an diesem Tag gespielt wurden. Hier folgt nun eine weitere – verbunden mit einer ganz besonderen Weihnachtsgeschichte“. Viktor Kortschnoj gegen Robert Hübner, Kandidatenfinale Meran 1980…“

Michael Dombrowsky erzählt auf Deutschlands bester Schachwebseite ChessBase eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte.

Meinen zahlreichen treuen Lesern wünsche ich viel Freude und Zufriedenheit an den anstehenden Weihnachtsfeiertagen sowie viel Gesundheit, Frieden, Erfolg und Optimismus für das Jahr 2017.

Nachdenkenswert #457

,,Was für ein Showdown zum Abschluss des Kalenderjahres 2016. Die beiden besten Mannschaften der Bundesliga treffen drei Tage vor Weihnachten an einem Mittwochabend aufeinander. Man hätte vor ein paar Monaten sicherlich nicht gedacht, dass damit München gegen Leipzig hätten gemeint sein können, aber für eine Pointe ist das mal gar keine so schlechte. Eine Pointe, die an diesem 16. Spieltag tatsächlich alles überstrahlt, was der Spieltagsplaner sonst noch so auf das Board gezaubert hat.“

Matthias Kießling, Deutschlands einziger Fußballblogger, der eine Mannschaft von der fünftklassigen Liga über die Regionalliga, 3. Liga, 2. Bundesliga in die Bundesliga bloggend begleitet hat. Dies immer kompetent, immer gut in die Tiefe recherchiert, analysestark, sachlich, fußballliebend und fundiert aufbereitet. Sein Kultblog rotebrauseblogger hat in Sachen Berichterstattung über RB Leipzig für mich persönlich das Beste in Deutschland zu bieten, was es über den ambitionierten und von Red Bull gepowerten Fußballverein aus der einstigen zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem 1. FC Lokomotive Leipzig aufgeteilten Stadt zu lesen gibt.

Nachdenkenswert #456

,,Das waren heute zwei gleichwertige Mannschaften. Im Fußball wäre das ein 0:0 gewesen und wir hätten im Elfmeterschießen gewonnen. Schließlich ging das hier in allen drei Sätzen über die volle Distanz und darüber hinaus.“

Vital Heynen, Volleyballtrainer vom VfB Friedrichshafen, nach dem Prestigesieg bei Berlin Recycling Volleys mit 3:0 (32:30, 27:25, 29:27) auf der Webseite der Häfler.