Nachdenkenswert #433

,,Aber wir müssen uns nach der Marktlage richten. Adidas ist ein internationales Unternehmen. Wir stehen ohne Wenn und Aber zum Standort Deutschland, aber wir machen in Deutschland nur fünf Prozent unseres Umsatzes. Also suchen wir Symbole mit weltweiter Strahlkraft. Bayern München gehört sicherlich dazu, aber auch Real Madrid, Manchester United oder Juventus Turin. Natürlich müssen wir hier mehr bezahlen, aber wir kriegen auch deutlich mehr dafür. Wir verkaufen mehr Trikots und haben international eine viel höhere Präsenz.“

Herbert Hainer, der wie geplant nächsten Freitag am 30. September 2016 das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Adidas niederlegen wird, im großen Sport Bild Interview diese Woche.

Nachdenkenswert #432

,,Die Verödung der Innenstädte ist ein Problem, das längst nicht nur Stadtplanern, Gewerbetreibenden und Handelsexperten bewusst ist, sondern auch immer mehr Endverbrauchern auffällt. Bereits jeder Dritte bemerkt, dass in seiner Umgebung mehr Geschäfte schließen als neu eröffnen, in kleineren Städten realisieren das schon 36 % der Bewohner (Großstädte 30 %). Allerdings würden mehr Verbraucher lokal statt online einkaufen, wenn sie sich online besser über das Angebot des stationären Handels informieren könnten. Eine aktuelle Studie der Local-Commerce-Plattform Yatego (München) zeigt, dass nur jeder vierte Verbraucher damit zufrieden ist, wie lokale Händler sich online präsentieren.“

SAZsport, legt den Finger auf die Wunde. Die 1974 gegründete Fachzeitung für den deutschsprachigen Sporthandel mit Sitz in München über Kundenerwartung und Realität im lokalen Handel, die oft auseinanderklaffen.

Nachdenkenswert #431

,,Nach Angaben der chinesischen Behörden kamen bei dem Naturereignis, das sich bereits am 17. Juli ereignete, neun tibetische Hirten ums Leben, außerdem wurden mehr als 350 Schafe und 110 Yaks unter den Eis- und Felsmassen begraben. Die amerikanische Raumfahrtagentur NASA veröffentlichte jetzt Satellitenbilder, die das Ausmaß verdeutlichen: Das abgerutschte Eis bedeckte eine Fläche von zehn Quadratkilometern und färbte den angrenzenden See weiß. An einigen Stellen türmten sich Eis und Geröll bis zu 30 Meter hoch auf. Die Ursache des Gletscherabbruchs ist noch unklar.“

Stefan Nestler, Blogger und Journalist, auf seinem prämierten Kultblog Abenteuer Sport über den Riesen-Gletscherabbruch in Tibet. Stefan Nestler hat in seinem Blogbeitrag auch den Wissenschaftler Samuel Nussbaumer aus der Schweiz vom World Glacier Monitoring Service (WGMS) zum Gletscherabbruch in Tibet interviewt.

Stefan Nestler, Journalist, Blogger und Gründer von Abenteuer Sport bekam im vergangenen Dezember bei einer Gala in Abu Dhabi vom Weltverband der Sportjournalisten (AIPS) im Rahmen der Sport Media Pearl Awards den  1. Preis in der Kategorie Journalistischer Weblog überreicht.

Da sage noch einer Blogs wären ein Auslaufmodell. Blogger Stefan Nestler ist seit vielen Jahren im illustren Kreis meiner Blogroll. Ich mag seine Art Geschichten vom Berg zu erzählen, dem aufdröseln von Motivationsgründen von Bergsteigern oder seine Interviews mit Legende Reinhold Messner etc. Er bloggt seit Jahren mit Herz und Leidenschaft. Spart unangenehme Themen nicht aus. Schaut hinter die Kulissen. Setzt Hintergrundgeschichten immer sorgfältig als ganzes Puzzle zusammen. Wer das Blog Abenteuer Sport von Stefan Nestler noch nicht kennt und gerne einen ersten Einblick gewinnen möchte, dem sei auch ein Interview von ihm mit der „Everest Doktorin“ Luanne Freer unter dem Titel Luanne Freer: ,,Niemand spricht offen über Doping am Everest“ empfohlen.

Der beständige Stefan Nestler erzählt seine Geschichten auch immer frei von journalistischer Überdrehtheit oder Hysterie. Er jagt nicht dem Mainstream nach. Das ist sehr wohltuend.

Nachdenkenswert #430

,,Es stimmt, das Tempo, das der Markt vorlegt, ist rasant. Themen, die früher mehrere Jahre Bestand hatten, haben heute oftmals nur eine Halbwertszeit von wenigen Monaten. Dieser Veränderung müssen wir uns stellen. Viele Zukunftsthemen haben wir in unserer Strategie 2020 angepackt: Digitalisierung, Handel 4.0, intelligentes Datenmanagement etc. Entscheidend bei der Umsetzung ist, gemeinsam mit unseren Händlern Lösungen zu finden und den Mut zu haben, neue Wege zu gehen. Als handelnde Personen in Heilbronn brauchen wir dafür das Vertrauen der gesamten Intersport-Familie. Das fängt in den Köpfen an. Ein Beispiel: Nur wenn wir als Gemeinschaft mehr Verbindlichkeit gegenüber der Industrie herstellen können, werden wir auf Sicht Partner Nummer 1 auf Handelsseite bleiben.“

Jochen Schnell, von Intersport, im Interview mit outdoormarkt.com auf die Frage: ,,Die Outdoor- und Sport-Branche ist sowohl im Handel als auch in der Industrie einem ständigen Wandel, hohem Tempo und der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet unterworfen – wie muss sich Intersport verändern, um dem Wandel gewachsen zu sein?“

Nachdenkenswert #429

,,Amazon hat soeben die Regionen, in denen eine taggleiche Lieferung möglich ist, um die sechs Städte Aachen, Augsburg, Braunschweig, Heidelberg, Mannheim und Münster erweitert. Damit haben nun mehr als 22 Millionen Menschen in insgesamt 20 Metropolregionen die Möglichkeit, Same-Day-Delivery zu nutzen. Der Service ist nur bei entsprechend qualifizierten und gekennzeichneten Produkten möglich; dazu zählen rund eine Million Artikel, u.a. auch aus dem Bereich Sport und Outdoor. Bestellungen, die am Morgen aufgegeben werden, werden am Abend im Zeitraum zwischen 18 und 21 Uhr zugestellt. Same-Day-Delivery ist für Amazon-Prime-Kunden kostenlos, Nicht-Prime-Kunden bezahlen pro Bestellung eine Gebühr von 9,99 EUR.“

SAZsport, über die Aktivitäten von Amazon am Ziel eines flächendeckenden Same-Day-Delivery, der auch die Artikel aus dem Bereich Sport und Outdoor nicht unberührt lässt.

Nachdenkenswert #428

„In den letzten Jahrzehnten erlebten wir einen nahezu kontinuierlichen Anstieg unserer Besucherzahlen. Erstmals registrieren wir nun einem Rückgang, primär bei den deutschen Fachbesuchern. Die Gründe dafür reichen vom bisherigen Saisonverlauf bis hin zum steigenden Wettbewerb durch eine zunehmende Zahl von Eigenveranstaltungen der Hersteller. Wir haben umfangreiches Feedback zu unserer Neukonzeption erhalten und viel über die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung mit unseren Kunden gesprochen. Ein Ergebnis daraus ist, dass wir die Endverbraucher-Ansprache im nächsten Jahr mit einem Festival Day auf den Samstag konzentrieren. Damit findet die Eurobike 2017 ohne den ursprünglich mit eingeplanten Sonntag, von Mittwoch, 30. August bis Samstag, 2. September statt.“

Stefan Reisinger, Eurobike-Bereichsleiter, mit einer ersten Bilanz  über die zurückgegangene Anzahl an interessierten Fachbesuchern auf der internationalen Fahrradmesse Eurobike 2016 in Friedrichshafen.

Insgesamt kamen in diesem Jahr 42.720 Fachbesucher an den Bodensee. Im Jahr 2015 verzeichnete die Eurobike 45.870 Fachbesucher.

Einer der Hauptgründe wird von Brancheninsidern klar benannt. Das Ausbleiben einiger großer Hersteller, wie etwa Deutschlands größter Radhersteller, die Derby-Cycle-Gruppe  mit den Marken Focus, Rixe und Kalkhoff oder der renommierte amerikanische Radriese Trek. In der Branche wird zur Zeit intensiv diskutiert, wohin die Branchenmesse in den nächsten Jahren steuert.

Auch die konzeptionelle Neuausrichtung mit 5 Messetagen, davon zwei offene Tage für das Publikum wurde unter anderen aus Kostengründen von Ausstellern kritisiert. Eurobike-Bereichsleiter Stefan Reisinger reagierte bereits und kürzte. Im nächsten Jahr wird es nur einen Tag für das Publikum geben. Die Messe wird dann wie von Reisinger angekündigt vom 30. August bis 2. September 2017 stattfinden.

Nachdenkenswert #427

,,Bereits im Juli hat Shimano eine Absichtserklärung zur Übernahme der belgischen Helmmarke Lazer Sport bekannt gegeben (SAZbike v. 11.7.2016). Dieser Deal wurde nun während der Eurobike final abgeschlossen. Lazer wird Teil der großen Shimano-Gruppe mit den Partnern Pearl Izumi, Pro und Bikefitting.com. Damit die Brandidentität erhalten bleibt, wird an Sean van Waes (Managing Director) und Peter Steenwegen (Sales Director) als Teil der Managementebene festgehalten. Auch alle Mitarbeiter von Lazer am Werk in Antwerpen sollen weiter beschäftigt werden. Die Kooperation der beiden Unternehmen soll Vorteile bei Distribution und Service bringen.“

SAZbike über den ratifizierten Lazer-Deal von Shimano während der Eurobike in Friedrichshafen.