Für die jungen Wilden der HSG Konstanz beginnt mit dem DHB-Pokal der Ernst des Lebens

Irgendeiner muss ja hier am Bodensee den Anfang machen. Während die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen noch eine Weile Zeit haben bis zum Saisonauftakt mit dem Supercup gegen den Erzrivalen aus der Hauptstadt, den amtierenden Meister Berlin Recycling Volleys am 8.10.2017  in Hannover, auch die Männer auf Eis vom EV Lindau Islanders oder den Ravensburg Towerstars haben für ihre ersten Auftritte in Pflichtspielen noch die Phase der Vorbereitung, legen die Handballer der HSG Konstanz mit Trainer Daniel Eblen dieses Wochenende los.

So eine Saisonvorbereitung ist ja wie ein gut geschnittener Film aus Hollywood. Anfang, Mittelteil und Ende. Den Schlussteil haben die Männer von Daniel Eblen hinter sich. Jetzt beginnt für die HSG Konstanz der Ernst des Lebens. Die jungen Wilden aus der größten Stadt am Bodensee spielen dieses Wochenende im DHB-Pokal. Danach schließt sich die Woche darauf der Beginn der Punktspielsaison in der 2. Handball-Bundesliga an. Ein Blick auf das Programm:

DHB-Pokal, 1. Runde am 19. und 20. August in Teningen:

Samstag, 19. August 2017:

17:00 Uhr: SG Köndringen-Teningen – HC Elbflorenz Dresden

20:00 Uhr: HSG Konstanz – HSG Wetzlar

Sonntag, 20. August 2017:

16:00 Uhr: Sieger Spiel 1 – Sieger Spiel 2

Auftakt vom Spielplan in der 2. Handball-Bundesliga:

26.08.2017, 20:00 Uhr, Schänzle-Sporthalle: HSG Konstanz – ASV Hamm-Westfalen

02.09.2017, 19:00 Uhr, Castello Düsseldorf: HC Rhein Vikings – HSG Konstanz

09.09.2017, 20:00 Uhr, Schänzle-Sporthalle: HSG Konstanz – Eintracht Hildesheim

Dabei gab es beim letzten Testspiel HSG Konstanz einen Erfolg bei Fortitudo Gossau. Andreas Joas, engagierter Pressesprecher des vielleicht interessantesten Sportprojekts der nächsten 3 bis  4 Jahren hier am Bodensee (Stammleser erinnern sich an meine Prognose im vergangenen Sommer) leitet seinen Spielbericht so ein:

,,Die Generalprobe vor dem ersten Pflichtspiel der Saison im DHB-Pokal gegen Erstligist Wetzlar ist der HSG Konstanz gelungen – zumindest wenn man das Ergebnis betrachtet. Beim 31:25 (14:13)-Erfolg beim Nationalliga-A-Klub Fortitudo Gossau war dennoch nicht alles Gold, was glänzte. Nach drei Siegen in den letzten drei Testspielen war eine gewisse Müdigkeit, die dem deutschen Zweitligisten in Gossau immer wieder anzusehen war, jedoch von Cheftrainer Daniel Eblen beabsichtigt, sodass er sich über einige Fehler und eine verbesserungswürdige Chancenverwertung nicht wunderte.“

Es gab auch einen Wermutstropfen. Der nächste Ausfall ist für Daniel Eblen und die Mannschaft zu verkraften.

,,Nach einer schwierigen, aber am Ende doch erfolgreichen Vorbereitung, in der die HSG Konstanz nie mit dem kompletten Kader auflaufen konnte, hat der A-Lizenzinhaber kurz vor dem Pflichtspielauftakt im DHB-Pokal den nächsten Ausfall zu beklagen. Zu den beiden längerfristig ausfallenden Michael Oehler und Fabian Schlaich gesellt sich nun auch Neuzugang Maximilian Schwarz. Der Linkshänder muss, nach eben erst überstandener Erkrankung, nun mit einer Entzündung in der Schulter wieder pausieren. Wie lange, ist noch offen.“

Tief durchatmen. Gute Genesungswünsche.

Sport Mixed Zone Bodensee

Volleyball: Die Zeit bis zum Saisonstart des VfB Friedrichshafens versuchen die Häfler mit Anekdoten wie zuletzt die von Kapitän Simon Tischer  und seinem Friseur (ich berichtete) zu überbrücken. Und dann wäre da ja auch noch weiterer Content. Takvam – Der Umschüler titelt der VfB Friedrichshafen. Gut zu lesen, wie kürzlich bei Simon Tischer auch hier wieder ein entspannter Plauderton. Bitte mehr davon. +++ Eishockey: Die Ravensburg Towerstars testen gegen starke Gegner. Der Eishockey-Bodensee-Cup steht auf dem Programm. Frank Enderle bringt die Dinge auf den Punkt. ,, Nach drei Tagen Training in der heimischen Eissporthalle steht für die Ravensburg Towerstars am kommenden Wochenende das Vorbereitungsturnier „Bodensee-Cup“ auf dem Programm. Dabei treffen sie am Freitag um 16.30 Uhr auf die Schwenninger Wild Wings, am Samstag um 19.30 Uhr kommt es dann zum Duell gegen den Schweizer NLB Club HC Thurgau. Vierter am Turnier beteiligter Club ist Torpedo Nizhny Novgorod.“ Weitere Details von Eishockeyexperte Enderle gibt es hier. +++ Handball: Die Drittligafrauen der SV Allensbach tragen am Wochenende den Skoda Cup aus. Spielplan und Infos gibt es hier. +++  Tennis: Für Freunde des kleinen Filzball gibt es ein smartes Programm. 10 Jahre „Überlingen Open“ vom 20.-27. August 2017 beim TC Überlingen. Weltranglisten-Tennis in Überlingen ist vielleicht auch für Bodenseetouristen und Familienväter die sich nicht nur im Umkreis ihrer Ferienwohnung bewegen wollen, eine Alternative. Mehr auf überlingen-open.de.  

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Nachdenkenswert #508

,,Hörgeräte gehören zur Realwirtschaft, Fußballklubs sind Teil des Showgeschäfts, des Leistungssports. Da gelten andere Spielregeln. Daran habe ich mich gewöhnt. Im Fall Neymar frage ich mich aber, wie diese vielen Millionen abgeschrieben werden. Normalerweise würde der Klub, inklusive Abschreibung, mit 100 Millionen Euro pro Jahr belastet. Eine Refinanzierung dieser Investition ist doch gar nicht möglich.“

Martin Kind, 73-Jähriger Hörgeräte Unternehmer und Präsident des Fußballbundesligisten Hannover 96, im heutigen Interview mit dem Handelsblatt auf die Frage: ,,Herr Kind, der Spieler Neymar ist gerade für unglaubliche 222 Millionen Euro von Barcelona nach Paris gewechselt. Diese Summe entspricht fast dem Jahresumsatz Ihrer Hörgeräte-Gruppe in Deutschland. Fragen Sie sich manchmal, in welch verrückter Welt Sie als Fußballpräsident eigentlich leben?

Eurobike 2017 wirft ihre Schatten voraus, HSG Konstanz testet vor DHB-Pokalspiel und Richard Ringer

Guten Morgen. Hier am Bodensee versprechen die Metereologen ein traumhaft schönes Wetter am heutigen Augustdienstag. Wir schreiben den 15.08.2017. Beim Blick auf den Sportkalender am Bodensee nähert sich eine sportive Branchenmessse: Die Eurobike. Längst hat sie auch einen Eintrag bei Bruder Wikipedia, der mit diesen Worten beginnt:

,,Die Eurobike ist eine internationale Messe rund ums Fahrrad und Elektrofahrrad. Sie findet seit 1991 jährlich Ende August, auf dem Gelände der Messe Friedrichshafen, statt. Sie ist vor der Interbike in Las Vegas und der Taipei Cycle Show in Taiwan die weltweit größte Leitmesse im Fahrradsektor.[1] Im Jahr 2016 waren 77.100 Besucher aus über 100 Ländern auf der Eurobike.[2][3]“

Im vergangenen Jahr hatte die Eurobike 2 Publikumstage. Das führte durchaus zu kontroversen Diskussionen. Bei so einer Messe schwingt immer auch der Kostenfaktor mit. Händler und Hersteller haben auch das Tagesgeschäft im Blick. Stefan Reisinger, Bereichsleiter OutDoor/Eurobike der Messe Friedrichshafen, verkündete dann für 2017 auch die Reduzierung auf 1 Publikumstag und bilanzierte nach der Eurobike Ausgabe 2016:

„In den letzten Jahrzehnten erlebten wir einen nahezu kontinuierlichen Anstieg unserer Besucherzahlen. Erstmals registrieren wir nun einem Rückgang, primär bei den deutschen Fachbesuchern. Die Gründe dafür reichen vom bisherigen Saisonverlauf bis hin zum steigenden Wettbewerb durch eine zunehmende Zahl von Eigenveranstaltungen der Hersteller. Wir haben umfangreiches Feedback zu unserer Neukonzeption erhalten und viel über die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung mit unseren Kunden gesprochen. Ein Ergebnis daraus ist, dass wir die Endverbraucher-Ansprache im nächsten Jahr mit einem Festival Day auf den Samstag konzentrieren. Damit findet die Eurobike 2017 ohne den ursprünglich mit eingeplanten Sonntag, von Mittwoch, 30. August bis Samstag, 2. September statt.“

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 42.720 Fachbesucher nach Friedrichshafen. Im Jahr 2015 zählte die Eurobike 45.870 Fachbesucher.

Einer der Hauptgründe für den Rückgang an Fachbesuchern wird von Brancheninsidern klar benannt. Das Ausbleiben einiger großer Hersteller, wie etwa Deutschlands größter Radhersteller, die Derby-Cycle-Gruppe  mit den Marken Focus, Kalkhoff und Rixe oder der renommierte amerikanische Radgigant Trek. In der umsatzstarken Radbranche wird zur Zeit intensiv diskutiert, wohin die Branchenmesse in den nächsten Jahren steuert.

2016 wurde die konzeptionelle Neuausrichtung mit 5 Messetagen, davon zwei offene Tage für das Publikum unter anderen aus Kostengründen von Ausstellern kritisiert. Eurobike-Bereichsleiter Stefan Reisinger reagierte unmittelbar und halbierte die Anzahl der Publikumstage. Nach der Kürzung war klar, dass es 2017 nur einen Tag für das Publikum geben wird. Den Publikumstag gibt es unter dem Label Festival Day am 2. September 2017. Hier geht es zur offiziellen Webseite der Messe eurobike-show.de.

Zur mentalen Einstimmung lege ich ein Bild aus meinem Archiv vom Bodensee bei.

Foto: © Michael Wiemer

Es sei an dieser Stelle ein Blick über den Tellerrand gestattet.

Das Radthemen übrigens auch anders angegangen werden können, zeigt Don Alphonso auf seinem Blog Stützen der Gesellschaft in der FAZ mit einem lesenswerten und reichlich gut bebilderten Artikel unter dem Titel Der hohe Preis der Tugendsignale. Er gewährt dabei einen Blick in seine bemerkenswerte Sammlung und legt diesen liebevolle Beschreibungen bei.

,,Das ist ein Team Raleigh von 1977. Es sieht nicht nur aus wie neu, es ist neu. Es ist seit 1977 einmal um den Block gefahren. An Weihnachten 1977 durch den neuen Besitzer, der damit beschenkt wurde. Der wartete dann auf den Frühling, hatte dann Besseres zu tun, im Sommer auch, und außerdem war damals der Radhype rund um Didi Thurau, der auf so einem Rad eine Weile die Tour de France anführte, auch schon wieder vorbei. Die nächste Strecke fuhr ich nach dem Erwerb von seinem Sohn und Erben damit letztes Jahr zum Phototermin.

Dietrich Thurau wurde 1977 zum Sportler des Jahres in Deutschland gewählt.

Hier aus der Bodenseeregion nahm ja dieses Jahr der Ravensburger Emanuel Buchmann an der Tour de France teil. Sein täglicher Trainingshausberg ist der Pfänder.

Sport Mixed Zone Bodensee

Handball: Ich wiederhole mich gerne. Eines der interessantesten Sportprojekte am Bodensee sind die jungen Wilden der HSG Konstanz. Die Handballer haben diese Woche noch zwei Testspiele, bevor es im DHB-Pokal  in Teningen gegen die HSG Wetzlar geht. Heute steht 20.00 Uhr in der Geschwister-Scholl-Halle das Spiel gegen SV Salamander Kornwestheim auf dem Programm. Am Mittwoch wird bei Fortitudo Gossau aus der Schweiz gespielt. Am Samstag, den 19.08.2017, spielt das Team von Coach Daniel Eblen im DHB-Pokal in Teningen gegen die HSG Wetzlar. Bei einem Sieg geht es am Sonntag gegen den Sieger der Begegnung SG Köndringen-Teningen – HC Elbflorenz Dresden. Die Vorschau von Andreas Joas gibt es hier. +++ Leichathletik: Richard Ringer arbeitete am Freitag, den 4. August 2017 noch im Büro bei Rolls Royce Power Systems. Am selben Tag eröffnete die Leichtathletik-WM. Der Läufer vom VfB LC Friedrichshafen flog dann am Montag, den 07.08.2017 in die englische Metropole. Mittwoch, den 16.08.2017 gab es den 5.000 Meter Vorlauf. Nicht der beste Tag von Richard Ringer. Er schied aus. Nächste Termine im Laufkalender von Ringer sind die Diamond League in Birmingham über 3.000 Meter am 20.08.2017. Eine Woche später ist Berlin mit der ISTAF angesagt. Am 27.08.2017 geht der in Überlingen am Bodensee geborene Läufer über 5.000 Meter an den Start. +++ Volleyball: Es ist ja für den deutschen Vizemeister VfB Friedrichshafen gar nicht so einfach über das ganze Jahr die Identifikation mit den Fans aufrechtzuerhalten, Am 7. Mai war der Showdown in der ZF Arena gegen den Erzrivalen Berlin Recycling Volleys das letzte Pflichtspiel vor heimischem Publikum. Das nächste Heimspiel zum Auftakt der Volleyball-Bundesliga gibt es am 15. Oktober gegen Hypo Tirol Alpenvolleys. Da kommen zur Überbrückung des Sommerlochs kleine Anekdoten wie über Kapitän Simon Tischer, seinen Friseur Mario Castello, dem signierten Trikot von Tischer an der Wand von Castello oder dem Seitenhieb auf den Profifußball gerade recht. Hier geht es zur im Plauderton erzählten Anekdote auf der Webseite des VfB Friedrichshafen.

Nachdenkenswert #507

„Der Schwerpunkt wird nun darauf liegen, uns weiter einzuspielen. Man sieht, dass schon noch etwas Abstand zwischen den Jungs, die letztes Jahr viel Erfahrungen in der 2. Bundesliga sammeln konnten und auch eingespielt sind und den Neuen sowie den ganz Jungen ist.“

Daniel Eblen, Trainer der HSG Konstanz seit 2004, und damit dienstältester Coach in der 2. Handball-Bundesliga, über die Neuzugänge. Alle weiteren Details auch im Hinblick auf die anstehenden Testspiele gegen SV Salamander Kornwestheim und bei Fortitudo Gossau sowie das DHB-Pokalspiel in Teningen gegen die HSG Wetzlar hat Presseprecher Andreas Joas gewohnt smart aufgedröselt.

Reblog: 5 Gründe, warum der EV Lindau Islanders dem EHC Waldkraiburg gratulieren musste

Sie haben alle eines gemeinsam: Die HSG Konstanz mit Coach Daniel Eblen, der VfB Friedrichshafen mit dem belgischen Startrainer Vital Heynen, die Ravensburg Towerstars mit Neo-Coach Jiri Ehrenberger oder die EV Lindau Islanders mit dem Trainer, dessen Namen auch in jeden Hollywoodfilm passen würden. Der Kanadier Dustin Whitecotton. Die Gemeinsamkeit der genannten Teams hier am Bodensee ist die noch nicht begonnene Punktspielsaison. Gelegenheit ins Archiv zu steigen und einen Artikel aus der letzten Saison hervorzuholen.

Wen nehmen wir? Die Handballer der HSG Konstanz mit dem gelungenen Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga. Oder die Volleyballer aus der Zeppelinstadt mit dem Sieg im Supercup, dem Pokalsieg und dem Showdown in der Meisterschaft in der ZF Arena gegen den polarisierenden Erzrivalen Berlin Recycling Volleys am 7. Mai 2017. Oder die schwere Saison der Ravensburg Towerstars mit der Trainerentlassung von Daniel Naud im Oktober 2016, dem Tod von Nachfolger Toni Krinner und dem verpassen der Playoffs. Inklusive der Neuverpflichtung von Trainer Jiri Ehrenberger. In der Verlosung hätte ich auch noch die Playoffs der EV Lindau Islanders in der Saison 2016/2017.

Die Wahl fiel dann auf die Inselstädter. Legen wir los.

Reblog: [vom 12. April 2017]

5 Gründe, warum der EV Lindau Islanders dem EHC Waldkraiburg gratulieren musste

Die Playoff-Spiele um die Bayrische Meisterschaft im Eishockey sind bereits ein paar Tage Geschichte. Mein Bekannter, bekennender Fan der EV Lindau Islanders, hat sich immer noch nicht beruhigen können. Er ist der Meinung, die Meisterschaft 2017 ist leichtfertig verspielt worden. Schauen wir uns die Sache genauer an. Es gibt für mich 5 Gründe, warum die Inselstädter nach der Meisterschaft 2015 diesmal ohne Titel aus den Playoff-Finalspielen in die Sommerpause gehen.

Grund 1: Die Sache mit der Gerüchteküche und der Fokussierung

Es gab ja eine schnelle 2:0 Führung in der Serie für die Inselstädter. Ein weiterer Sieg hätte für Lindau gereicht. Die Eishockey-Cracks wären die Helden hier am Bodensee gewesen. Doch irgendwie drang dann eigenartiges an mein Ohr. Das 3. Spiel war beim EHC Waldkraiburg am 31. März 2017 terminiert. Matchball für Lindau. Aus der Gerüchteküche waren Sachen zu hören … die Meisterschaftsfeier vor eigenem Publikum wäre doch besonders schön, das wäre dann das Spiel am 2. April 2017. Stop. Hatte ich mich da verhört? Die Fokussierung hätte doch komplett auf dem Freitagsspiel am 31. März liegen müssen. Eine Entscheidung in der Meisterschaft kommt doch nie zu früh.

Auf der Webseite vom EV Lindau Islanders las sich der Einleitungstext zur Vorschau so:

,,Wird es das Wochenende der Entscheidung für die EV Lindau Islanders oder geht die Finalserie um die Bayrische Meisterschaft in die Verlängerung? Am Freitag (19:45 Uhr) in Waldkraiburg und am Sonntag (17:30) in der Eissportarena Lindau haben die Islanders zwei Chancen den dritten und entscheidenden Sieg einzufahren. Gelingt dies nicht, muss noch eine weitere Woche auf die Entscheidung gewartet werden.

„Soweit soll es aber nicht kommen. Wir denken erst einmal nur an Freitag. Auf diesem Spiel liegt unsere volle Konzentration“, sagt EVL- Trainer Dustin Whitecotton und lässt keinen Zweifel daran, dass seine Mannschaft kein Problem damit hätte, den möglichen Titel auswärts zu feiern. Zwar wäre für die Vereinskasse ein weiteres Heimspiel am Sonntag in der Eissportarena sicher ein Segen, „aber so denken wir nicht. Wir wollen Meister werden und nicht dem Gegner Hoffnung und die Chance auf eine Wende geben.“

Nun, in Waldkraiburg wurde knapp mit 1:2 verloren. Die Mannschaft von Coach Rainer Zerwesz verkürzte den Rückstand in der Serie gegenüber dem EV Lindau Islanders auf 1:2. Damit gab es zwar einen weiteren Geldsegen in der Lindauer Vereinskasse mit dem zusätzlichen Heimspiel. Doch die Meisterschaft war nicht eingetütet.

Grund 2: Die unproduktive Strafbank

Lindaus Coach Dustin Whitecotton, ein Name wie für ein Sportdrama aus Hollywood geschaffen, hatte jetzt einen weiteren Matchball. Am Sonntag dem 2. April kam es jedoch zu unproduktiven Strafzeiten seiner Eishockey-Cracks. Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele. In der Regel. Der EHC Waldkraiburg kam mit der Wucht einer Steinlawine daher, powerte was das Zeug hielt und gewann am Bodensee das 4. Spiel mit 5:2 und glich in der Serie aus. Stand 2:2. Dustin Whitecotton merkte nach der Niederlage an:

„Waldkraiburg hat das Spiel heute in Überzahl gewonnen. Das ist unsere Lehre für Spiel fünf: Wegbleiben von der Strafbank.“

Tief durchatmen. Schmerzhafte vier Gegentore fielen an jenem ersten Sonntag im April 2017 bei gegnerischer Überzahl oder kurz danach.

Es kam nun zum entscheidenden Spiel beim EHC Waldkraiburg. Der Blick auf die Strafbank ergab ein Bild der fehlenden Umsetzung der Lehre aus Spiel 4. Die Statistik in Spiel 5 gab ein deutliches Statement ab.

Strafminuten: Waldkraiburg 14 – Lindau 18 + 10 (Koberger).

Grund 3: Mentale Stärke vom EHC Waldkraiburg

Der Showdown fand dann am 7. April in Waldkraiburg statt. Die Serie stand 2:2. Das Thema der unproduktiven Strafbank war im letzten Spiel also ein sich wiederholendes Puzzleteil. Doch entscheidend im letzten Spiel, dem Power 5:2 Sieg vom EHC Waldkraiburg gegen den EV Lindau Islanders, war die mentale Stärke. Waldkraiburg mobilisierte alle Reserven in puncto Willen. Deutschlands renommierter Verkaufstrainer Dirk Kreuter sagt bei seinen Vorträgen gerne auch diese Worte:

,,Es gibt zwei Arten von Menschen: Die, die rausgehen und sich holen, was sie wollen … und alle anderen.“

Die Eishockey-Cracks von Coach Rainer Zerwesz holten sich nach 2016 erneut die Meisterschaft. Den Titel.

Grund 4: Das Momentum

Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich intensiv mit dem Momentum in Playoffs. Dieses Momentum hatte Waldkraiburg nach der Verkürzung des 0:2 Rückstands in der Serie auf 1:2. Ab da arbeitete das Momentum für den Titelverteidiger. Sie wirkten bärenstark und steigerten sich in der Best of Five Serie nach der deutlichen 1:5 Auftaktheimniederlage und dem anschließenden 0:2 in Spiel 2 beim EV Lindau Islanders. Das Momentum steht im englischen für Wucht, Schwung und Impuls. Bei Momentum habe ich auch ein Bild im Kopf. Ein ICE mit 300 Km/h wird von keiner Mauer aufgehalten. Er durchbricht sie einfach. Dieses Momentum ist wie eine magische Kraft.

Grund 5: Nachlassendes Selbstvertrauen der Lindauer

Lindau vergab mit dem Matchball beim Stand der Serie von 2:0 nicht nur einen psychologischen Moment. Nein, ihr bis dahin großes Selbstvertrauen bekam Kratzer. Es wurde schwächer im direkten Vergleich mit Waldkraiburg, die ihrerseits aufdrehten und das Vertrauen in sich selbst deutlich erhöhten. Die Körpersprache der Lindauer gefiel in den beiden Auftaktpartien. Da war das Selbstvertrauen noch da. Später konnte sich der Beobachter nicht des Eindrucks erwehren, dass in puncto Selbstvertrauen eine Abnahme bei den Inselstädtern zu verzeichnen war. Das Ende ist bekannt.

Nachdenkenswert #506

,,Die Effekte und Erkenntnisse des Trainingslagers in Latsch werden am Sonntag erstmals öffentlich auf dem Prüfstand stehen, wenn auf der Rückfahrt das erste Testspiel gegen die Bulldogs des EC Dornbirn auf dem Plan steht. Die Prioritäten hierfür sind vermeintlich einfach gestrickt. Nicht das letztliche Spielergebnis, sondern der Auftritt im Gesamten steht im Vordergrund. „Natürlich werden die Jungs nach so einer harten Woche etwas müde sein, aber gegen so einen attraktiv besetzten Gegner lassen sich durchaus erste Erkenntnisse finden“, betont Towerstars Trainer Jiri Ehrenberger. „Zehn Tage nach Start der Vorbereitung ist auch ein guter Zeitpunkt für das Testspiel und mit dem Video danach haben wir erstes Material zur Analyse“, ergänzt der Coach. Ein Testspiel haben die Bulldogs übrigens am Freitag absolviert und kamen beim 1:8 gegen die Lakers von Rapperswil-Jona böse unter die Räder.“

Frank Enderle, Eishockeyenthusiast und Pressesprecher der Ravensburg Towerstars, auf der Webseite der Oberschwaben mit Blick auf das anstehende Testspiel gegen die Eishockey-Cracks der Bulldogs des EC Dornbirn.

Es war ein Sonntag. Im August 2015 zerlegte Dornbirn die Ravensburg Towerstars in einem Testspiel mit 8:1. Das DEL2 Team wurde schwindlig gespielt. Es war der 16.08.2015. Tief durchatmen. Fans aus der oberschwäbischen Puzzlestadt hier in der Bodenseeregion werden diesen Tag nicht als Feiertag rot in ihren Kalender eingetragen haben. Nach 33 Minuten führte seinerzeit das österreichische Team EC Dornbirn Bulldogs bereits mit 7:0 gegen die Towerstars aus Ravensburg. Danach nahmen die Eishockey-Cracks aus Vorarlberg den Fuß vom Gaspedal und riegelten den Motor ab. Sonst wäre das Ergebnis für die deutsche Mannschaft mit dem damaligen Trainer Daniel Naud noch ärger ausgefallen und im zweistelligen Bereich an jenem Sonntagabend im August 2015 gelandet.

 

Lasse Viren, Richard Ringer und der Tagesablauf eines Trainingslagers von Eishockey-Cracks in Südtirol

Guten Morgen.

Wer schon immer mal wissen wolle wie so ein Trainingslager von Eishockey-Cracks in der Taktung eines Tages abläuft, bekommt heute hier noch Antwort. Etwas Geduld bis zur Sport Mixed Zone Bodensee. Dann lüften wir das Geheimnis.

Nein, es war gestern nicht der Tag von Richard Ringer vom VfB LC Friedrichshafen bei der Leichtathletik WM in London. Im Vorlauf über 5.000 Meter schied er aus.

Lasse Viren: Die Sache mit den roten Blutkörperchen

Ja, ich kenne noch die Zeiten, da ist über 5.000 Meter in der Leichathletik ein Europäer souverän zu Titeln gelaufen. 1976 verfolgte ich intensiv die Olympischen Sommerspiele in Montreal. Ein Polizist aus dem finnischen Myrskila reiste da als Doppelolympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter an. Lasse Viren hatte sich 1972 in München die beiden Goldmedaillen erlaufen. Monate vor dem Beginn  der Spiele 1976 in Montral gab es jedoch auch eine Formschwäche des Läufers aus Finnland. Doch er steuerte im Winter und Frühjahr dagegen. Im Buch über die XXI. Olympischen Spiele mit dem Titel Montreal 1976 von Heide Rosendahl, der Olympiasiegerin von 1972 im Weitsprung und über 4 x 100 Meter, im Corvus Verlag erschienen, wird dies auf Seite 30 dargelegt.

,,Im letzten Winter flog er nach Kolumbien und im Frühjahr nach Kenia, um im Höhentraining frischen Sauerstoff zu tanken. Beim Leistungstraining in Höhen ab 1800 Metern produziert der Körper zum Ausgleich mehr rote Blutkörperchen, weil in Höhenlagen die Luft dünner ist. Die Blutkörperchen sorgen für den Transport des Sauerstoffs zu den Muskeln. Größere Belastbarkeit und Ausdauer sind die Folge.“

Die Ausführungen im Buch Montral 1976 gehen dann weiter und lesen sich so:

,,Angeblich hat sich Lasse Viren einen Teil dieses Blutes auf der Höhe seiner Trainingsform abzapfen lassen, um dann kurz vor den Wettkämpfen von Montreal durch einen Bluttausch den Zustand verbesserter Leistungsfähigkeit zu erreichen. Wissenschaftler haben getestet, daß auf diese Art Langstreckler ihre Leistungen bis zu 15% steigern können.“

Der Polizist und München 1972 Doppelolympiasieger Lasse Viren gewann dann auch in Montreal die Strecken über 5.000 und 10.000 Meter und belegte einen bemerkenswerten 5. Platz beim Marathon hinter Olympiasieger Waldemar Cierpinski aus der DDR, Frank Shorter aus den USA, dem Belgier Karel Lismont und Donald Kardong aus den USA.

Noch ein paar Worte zur 5.000 Meter Disziplin. Lasse Viren gewann in Montreal 1976 in der Siegerzeit von 13:24,8 Minuten. Auf Platz zwei kam der Neuseeländer Dick Quax mit einer Laufzeit von 13:25,2.  Aus der BRD sicherte sich im dramatischen Finish Klaus-Peter Hildenbrand mit einem spektakulären Hechtsprung ins Ziel eine Medaille und fing den vor ihm liegenden Rod Dixon aus Neuseeland noch ab. Bronzemedaillengewinner Hildenbrand konnte auf eine Zeit von 13:25,4 verweisen. Beim viertplatzierte Dixon blieb die Uhr bei 13:25,5 stehen. Den 5. Platz erlief sich Brendan Forster aus Großbritannien mit einer Laufzeit von 13:26,2. Auf Rang 6 liegt Willy Polleunis aus Belgien mit 13:27,0 Minuten ein.

,,Der Tod des Glücks ist der Vergleich“

Dies sagt der deutsche Managementtrainer Dr. Reinhard K. Sprenger auf einer seiner CDs und in seinen Seminaren, Doch ich will mich nicht um die Zeit von Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) beim gestrigen Vorlauf bei der Weltmeisterschaft in London drücken. Richard Ringer lief 13:36,8 und kam als 17. ins Ziel. Das war leider das Aus. Für Schlagzeilen sorgte der Läufer vom Bodensee hinterher. Seine Kritik an den Hygieneverhältnissen im Hotel war deutlich. Sport1 titelt Ringer: Toilette selber putzen.

Doping und Hajo Seppelt Berichterstattung in der ARD

So weit heute die Leichtathletik. Doch noch ein letztes Wort zu einer unappetitlichen Thematik. Doping. Bullshit Doping. Hajo Seppelt hatte ja vor der WM mit seinem Doping Bericht den Partycrasher gegeben. In seiner 30-minütigen Doku Geheimsache Doping: Wie Afrikas Sporthelden verkauft werden, vor dem Beginn der Leichtathletik-WM in der ARD am 3. August 2017 gesendet, war man geneigt sich abzuwenden von dem Sport um Laufzeiten, Startprämien, Leistungssteigernden Substanzen, Verstrickungen mit dubiosen Hintermännern sowie einer brutalen Ausbeutung afrikanischer Läufer. Wer mehr erfahren will, folgt dem Twitter-Account vom sich über Jahre in die Thematik hineingewühlten Journalisten. Diese Recherchen sind nicht immer leicht oder ungefährlich. Andererseits platziert die ARD solche Themen immer sehr weit außerhalb der Primetime. Wer mag schon ernsthaft sein Hochglanzprodukt permanent durch Doping Filme und Hintergrundberichte über skandalöse Zustände in der Industriebranche Sport beschädigen?

Ich würde mir auch Daniel Drepper, Jonathan Sachse oder Jens Weinreich mit kritischen Hintergrundberichten zum Profisport im durch Zwangsgebühren alimentierten TV vorstellen können. Und weniger KMH oder hochgejazzte Supercupspaßveranstaltungen. So ganz nebenbei warte ich natürlich auch noch auf eine Lieferung: Wann liefert Hajo Seppelt den 2. Teil der  Mark Bonar Geschichte?

Schwenk zur schnellsten Mannschaftssportart der Welt.

Eingangs bat ich um etwas Geduld für alle, die die Taktung eines Trainingslagertages von Eishockey-Cracks chronologisch erzählt bekommen wollen.

Sport Mixed Zone Bodensee

Eishockey: Wer schon immer mal wissen wollte, wie denn so ein Trainingslager in Südtirol für ein DEL2 Team aussieht, dem sei die chronologische Erzählung eines Tagesablaufs der Ravensburg Towerstars durch Frank Enderle an die Hand gegeben. +++ Handball: Sie ist schon über eine Woche durch, doch Stammleser wissen meine Art zu schätzen, nicht jeder Breaking News sofort hektisch nachzuhecheln. Die HSG Konstanz hat selbstverständlich auch zur U-21 Handballweltmeisterschaft nach Algerien geschaut. Ihr talentierter Torwart Stefan Hanemann war dabei. HSG Pressesprecher Andreas Joas nahm sich nach der Rückkehr der Sache in einem Artikel auf der Vereinswebseite gewohnt solide und einfühlsam an. Unter dem Titel Nach ,,Schlag ins Gesicht“ bei WM: Stefan Hanemann froh über ,,größte Ehre für Deutschland spielen zu dürfen“ leitet Handballexperte Andreas Joas seinen Text mit folgenden Worten ein: ,,Sieben Spiele, sieben souveräne Siege, Halbfinale. Alles war perfekt gelaufen für Stefan Hanemann von der HSG Konstanz und die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Algerien. Dann kamen zwei unglückliche Niederlagen gegen Europameister Spanien im Halbfinale und Weltmeister Frankreich im Spiel um Platz drei. Nach dem undankbaren vierten Platz und zwei Tagen zurück in der Heimat sagt Stefan Hanemann, es gehe ihm mittlerweile wieder „ganz okay.“ Doch die Enttäuschung sitzt tief.“ +++ Leichtathletik: Der 3-Länder Marathon am Bodensee mit Start in Lindau, Zwischenstation in St. Margrethen und Zieleinlauf in Bregenz am 8. Oktober 2017 wirft seine Schatten voraus. Rennleiter Günter Ernst bietet einen Trainingslauf und eine Streckenbesichtigung an. Die Teilnahme ist kostenlos.  Für Laufinteressierte stehen wahlweise die zweite Hälfte des Skinfit-Halbmarathons (10,5 km) oder 2/3 der Marathon-Strecke (31 km) ab Bregenz zur Verfügung. Geplanter gemeinsamer Start ist der Sonntag, dem 27. August 2017 um 8.00 Uhr. Treffpunkt ist direkt beim Casino-Stadion in Bregenz – also beim Ziel der 11. Ausgabe des 3-Länder-Marathon am Bodensee. Zur Anmeldung bis zum 24. August 2017 geht es hier entlang.

Don Dahlmann sucht Autoren für Racingblog. Derweil steht Richard Ringer vom VfB LC Friedrichshafen vor einem schweren Rennen.

Guten Morgen.

Bevor wir uns dem Sportgeschehen am Bodensee widmen, ein kurzer Blick über den Tellerrand. Don Dahlmann, Gründer und Spiritus Rector von Racingblog sucht neue Autoren. Seit vielen Jahren ist Racingblog in meiner Blogroll. Nun sind Geschmäcker ja verschieden, Anspruchshaltungen können erheblich differenzieren, und Text ist nicht gleich Text. Doch für mich persönlich ist Racingblog das mit Abstand beste Motorsportblog in Deutschland. Also, wer PS-Affinität besitzt, für Motorsport brennt und eine flotte Schreibe aufweist, der schaut bei Don Dahlmann am besten vorbei, er hat unter dem Titel In eigener Sache: Wir suchen Verstärkung (NASCAR, USCC u.a.) die Details aufgedröselt.

Richard Ringer und die Enttäuschung von Rio

Schwenk zum Sport am Bodensee. Heute schaut der VfB LC Friedrichshafen nach London. Es steht der 5.000 Meter Vorlauf der Männer mit Richard Ringer auf dem Programm. ARD ist ab 21.05 Uhr dabei. Gestern schwächelte ja der andere durch Zwangsgebühren alimentierte Sender ZDF erheblich in Sachen Leichtathletik-WM. Lustlos wurde das Spiel im Supercup zwischen Real Madrid und Manchester United mit den Trainerikonen Zidane und Mourinho abgespult.

Peter Ahrens, Sportredakteur bei Spiegel Online, twitterte:

,,Das ZDF ist ja lernfähig: Bei der nächsten Leichtathletik-WM wird es dann nicht mehr Champions League zeigen.“

Das war nicht der einzige Tweet von Peter Ahrens gestern Abend auf seinem Twitter-Account. Er schob nach.

,,Wenn das ZDF bereits um Mitternacht den Stabhochsprung zeigt, könnte ich eventuell den Sieger vorher schon verraten.“

Heute Abend also die ARD mit den Bildern von der Leichtathletik-WM in London. Richard Ringer ist in seiner Disziplin in Deutschland der Beste. Voriges Jahr setzte er über 5.000 Meter mit der Bronzemedaille bei der Europameisterschaft in Amsterdam ein Ausrufezeichen. Die olympischen Spiele in Rio de Janeiro standen dagegen unter keinem guten Stern für den Läufer vom VfB LC Friedrichshafen. Mit seinem Ausscheiden im Vorlauf und seiner Reaktion auf seinem Facebook Account schaffte er es in die Schlagzeilen vom Stern: 

,,Der Frust sitzt offenbar tief bei Richard Ringer.“

So der Stern mit Anspielung auf die Selbstkritik von Richard Ringer auf Facebook. Der in Überlingen am Bodensee geborene Leichtathlet hatte sich selber nach dem Ausscheiden in der brasilianischen Metropole nicht geschont. Ungewöhnlich hart für einen Leistungssportler ging er mit sich selbst in Gericht. Seine Worte auf Facebook waren nicht geschönt, er versuchte sich nicht an halbgaren Ausreden. Richard Ringer sprach Klartext. Auf seinem Facebook-Account standen die Worte wie in Stein gemeißelt:

,,Was war das denn Bitteschön. So hab ich mir meinen Auftritt bei den olympischen Spielen nicht vorgestellt. Nach nicht mal 3km ging gar nichts mehr, obwohl ‚gehen‘ passt doch, so langsam wie ich war. Beine und Arme waren schwer wie Blei. Ich schäme mich so für diese nicht vorhandene Leistung. Ich wollte auch keine Interviews geben, weil ich so schnell wie möglich raus wollte von dem Ort der Stars, wo ich heute nicht hingehöre.“

So weit Richard Ringer vor einem Jahr. Diese Klarheit würde auch anderen Sportler gut zu Gesicht stehen. Zu oft werden Ausreden hervorgebracht, wie zuletzt bei Deutschlands Fußballtorhüterin Almuth Schult ob der verschobenen Regenpartie gegen Dänemark bei der Frauen-EM in den Niederlande.

Sport Mixed Zone Bodensee

Fußball: Wer als Mann seit zwei Wochen mit der Familie Urlaub am Bodensee macht und gerne mal für 90 Minuten Plus ausbüchsen möchte, dem sei ein Fußballspiel auf der Schweizer Seite der Bodenseeregion empfohle. Der FC St. Gallen empfängt den FC Luzern. Heute 20.00 Uhr im Kybunpark. An die vergangenen Saison haben zwei deutsche Fußballprotagonisten keine guten Erinnerungen. Trainer Joe Zinnbauer wurde entlassen und Talent Gianluca Gaudino, die Leihgabe von Bayern München, kam auch nicht über Ansätze hinaus. Gaudino war vom 09. Januar 2016 bis 30. Juni 2017 an den FC St. Gallen ausgeliehen. In dieser Zeit absolvierte er 32 Spiele. Jetzt ging er nicht zurück zu Bayern München, sondern wurde verkauft an Chievo Verona in die italienische Serie A. Gianluca Gaudino spielte einst auch beim U-15 MTU-Hallencup in Friedrichshafen. +++ Eishockey: Letzte Woche absolvierten die Cracks der Ravensburg Towerstars ihre Eignungstests. Ziel war das Diagnostikzentrum in Scheidegg sowie der Partner in Sachen Fitness und Physiotherapie „radius“ in Ravensburg. Athletikcoach Tobias Jung überprüfte bei den Eishockeyspielern des ambitionierten DEL2 Teams diverse Parameter der Bewegungsfähigkeit. +++ Handball: Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk schiebt sich die HSG Konstanz dem Punktspiel in der heimischen Schänzle-Sporthalle gegen ASV Hamm-Westfalen am 26. August entgegen. Die Vorbereitungsphase ist intensiv. Der erfahrene Coach Daniel Eblen feilt an der Form und der Balance im Kader. Inklusive der Einarbeitung der Neuzugänge. Ja, ich habe bewusst das Wort Einarbeitung gewählt. Vereinswechsel sollten nicht unterschätzt werden. Für die Spieler, die ja keine Roboter sind, ist es ja oft eine Umgewöhnung an vielen Stellen. Neue Stadt, neue Spielphilosophie und Mitspieler, charakterliche Unterschiede zwischen Alt-Vereinstrainer und Neu-Vereinscoach, neues häusliches Domizil etc. Einer der Neuzugänge ist Felix Klingler. Er wechselte vom Zweitligaabsteiger TV Neuhausen an den Bodensee zur HSG Konstanz. Klingler geht der Ruf voraus, einer der besten Rechtsaußen der zweiten Handball-Bundesliga zu sein. HSG Konstanz Mann für die Öffentlichkeitsarbeit, der engagierte Andreas Joas, hat Felix Klinger in einem kurzweilig zu lesenden Interview einige Fragen gestellt und interessante Antworten bekommen.

Vital Heynen, SPONSORs Interview mit Hannes Jagerhofer, Konstantin Poltrum, Emanuel Buchmann, Richard Ringer, Eurobike 2017 etc.

Was wäre die Volleyball-Bundesliga ohne Vital Heynen?

Langweiliger.

Dies gilt auch für die Champions-League.

Erinnert sei da an die öffentlichkeitswirksame Bierwette vom belgischen Volleyballtrainer des VfB Friedrichshafen vor dem Spiel gegen die russischen Giganten von Zenit Kazan.

Am 27. April 2017 haute ich in die Tastatur hier auf sportinsider folgende Textzeilen zu Vital Heynen:

,,Kommen wir zu Starcoach Vital Heynen. Er brennt. Er hat Selbstbewusstsein. Er hat einen Matchplan. Er ist fordernd. Er fördert. Er mag keine Niederlagen. Vieles kennen die Volleyballfans auch von Vorgänger Stelian Moculescu. Vital Heynen ist jedoch Vital Heynen. Ein Original. Er setzte in seiner ersten Saison, unabhängig wie die Meisterschaft jetzt ausgeht, bereits bemerkenswerte Akzente. Er nahm selbstbewusst den Kampf gegen den Triple Sieger 2016 Berlin Recycling Volleys auf. Impfte seiner Mannschaft neues Selbstvertrauen ein. Entfachte neue Leidenschaft. Die Spieler folgten ihm. Supercup, Pokalsieg, Dominanz in der heimischen Liga. Er ging auch originelle Wege. Erinnert sei an die spektakuläre Bierwette vor dem Champions-League Spiel gegen Zenit Kazan. Vital Heynen scheute im Schwabenland, geprägt von traditioneller Sparsamkeit, keine Kosten. Öffnete den eigenen Geldbeutel. Er motivierte seine Spieler zum Satzgewinn gegen die russische Übermannschaft. Kazan ist mit Stars und großer finanzieller Power gespickt. Ein Satzgewinn gegen die Superstars ist nicht hoch genug zu bewerten. Vital Heynen zeigte sich nicht nur bei der Bierwette als Meister in Sachen Marketing. Man stelle sich ihn vor als Vertriebsprofi bei der Akquise neuer Sponsoren im Außendienst. Eine Power-Umsatz-Maschine bei der Deutschlands bester Verkaufstrainer Dirk Kreuter seine Freude hätte. Vital Heynen ist ein smarter Verkäufer. Auch in eigener Sache. Und das ist gut so.“

In der Zwischenzeit hat Vital Heynen in seiner Trainer-Doppelfunktion bekanntlich auch sein Heimatland Belgien erfolgreich zur WM 2018 gecoacht. In Kortrijk distanzierten die belgischen Volleyballer Estland, Deutschland, Slowakei, Spanien und Weißrussland auf die Plätze.

Premiere: Volleyball-WM 2018 mit Gastgeber Italien und Bulgarien

An der Volleyball-Weltmeisterschaft nächstes Jahr nehmen erstmalig 24 Länder teil. Premiere hat auch die Gastgeberrolle zweier Nationen. Bulgarien und Italien werden gemeinsam die WM austragen. Ohne Qualifiktion gesetzt sind Weltmeister Polen und die beiden Gastgeber. Aus Europa haben sich neben Belgien auch Frankreich, Niederlande, Slowenien, Russland, Serbien und Finnland qualifiziert. Nord-/Mittelamerika darf 5 Länder entsenden. Asien 4. Afrika 3 und Südamerika 2. Während Europa seine Teams mit 10 Startplätzen komplett hat, sind auf den anderen Kontinenten die diversen Qualifikationen noch nicht durch. So findet zum Beispiel momentan vom 7. bis 11. August in Chile die Volleyball-Südamerikameisterschaft 2017 statt. Der Sieger hat einen Startplatz für die WM 2018 sicher. Den zweiten Startplatz ermitteln die Südamerikaner dann in einem Qualifikationsturnier in Argentinien vom 31. August bis 4. September.

Beachvolleyball-WM 2018: SPONSORs Interview mit Hannes Jagerhofer

Nein, während der Beachvolleyball-WM gab es kein Publing Viewing in der ZF Arena. Es wäre durchaus ein interessantes Marketingtool für den VfB Friedrichshafen gewesen, die eigenen Fans während der Volleyballsommerpause mit feinstem Ballsport übers Netz per großer Leinwand zu begeistern. Mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Fanbindung zu intensivieren. Zumal Chantal Laboureur (geboren in Friedrichshafen und für den MTV Stuttgart spielend) und ihre Partnerin Julia Sude (geboren in Gießen und für den VfB Friedrichshafen aktiv) lange Zeit ein kongeniales Duo auf der Donauinsel bei der Beachvolleyball-WM in Wien bildeten. Ihre Auftritte in der Gruppenphase und im Achtelfinale waren begeisternd und weckten Erwartungshaltungen, die dann jedoch abrupt im Viertelfinale rissen. Beach-volleyball.de zum Abschneiden von Laboureur/Sude:

,,Sie waren als Weltranglistenzweite und Major-Siegerinnen nach Wien gereist, am Ende steht immerhin das beste Karriere-Ergebnis des Duos: Chantal Laboureur und Julia Sude scheiden im WM-Viertelfinale gegen Kanada aus und werden Fünfte.“

Schwenk zur marketingtechnischen Nachlese der Beachvolleyball-WM. Im Branchenblatt SPONSORs gibt es ein bemerkenswertes Interview unter dem Titel ,,Die CEOs haben die Welt nicht mehr verstanden“ mit dem Veranstalter der Beachvolleyball-WM auf der Wiener Donauinsel, dem smarten und gut vernetzten Hannes Jagerhofer:

,,Die kennen Turniere, bei denen man einen Sessel an einer Barbecue-Station hat. Hier kommen 10 000 Leute und machen Party. Am Freitag waren CEOs von drei großen Brands da, als zwei österreichische Männer ins Viertelfinale eingezogen sind. Die haben bei der Atmosphäre die Welt nicht mehr verstanden, so etwas haben sie noch nicht erlebt.“

Die Beachvolleyball-WM hatte ein Gesamtbudget von 9,2 Millionen Euro. Von Stadt und Bund kamen jeweils 1,3 Millionen Euro. Die übrige Geldsumme ist über Sponsoring und Hospitility hereingekommen.

,,Die Zuschüsse waren eine sehr faire Geschichte, wir sind sehr happy damit. Der Rest kommt über Sponsoring und Hospitality, die Medienrechte werden über die gesamte Major Tour vergeben und fließen hier nicht ein.“

VIP Tickets sind in einer Bandbreite von 250 bis 900 Euro verkauft worden. Hannes Jagerhofer war mit dem Abverkauf von ca. 30% der 2.200 Hospitality Plätze zufrieden. Die Major Tour veranstaltet Jagerhofer in einem Joint Venture seit ca. 2 Jahren mit dem marketingstarkem Unternehmen Red Bull.

Seinen Wohnsitz verlegt Hannes Jagerhofer nach Amerika um die profesionelle Akquise vor Ort fokussiert voranzubringen.

,,In den USA ist der Sponsorenmarkt ein ganz anderer, da sitzen die großen Firmen wie Anheuser-Busch oder Visa. Im Vergleich dazu sind die Marketingbudgets der Firmen in Österreich lächerlich. Aber um mit denen Geschäft zu machen, muss man vor Ort sein. Perspektivisch wollen wir drei Turniere der Major Series in den USA machen, den Rest in Europa.“

So weit ein Streifzug durch das interessante Interview von Hannes Jagerhofer mit dem Branchenmagazin SPONSORs.

Hier am Bodensee gab es im Sommer auch zwei Beachvolleyball Veranstaltungen. Eine in Friedrichshafen. Die andere in Überlingen. In der Zeppelinstadt erlebten die Beach Days ihre 2. Auflage im Juni. Länger gibt es das Ballsportspektakel übers Netz am Bodensee in Überlingen. Die 4. Auflage mit dem Spielort Überlingen Landungsplatz inklusive der obligatorischen 250 Tonnen Sand fand vom 1. bis 6. August statt. Der Südkurier titelt Beachvolleyball: Konstanzer Triumph in Überlingen.

Sport Mixed Zone Bodensee

Handball: HSG Konstanz vermeldet einen Testsieg gegen den Schweizer Tabellenfünften BSV Bern Muri. Torwart Konstantin Poltrum im Spielbericht des Handballenthusiasten und Pressesprecher der HSG, Andreas Joas: „Ich bin wieder schmerzfrei und habe mich gut gefühlt“, erklärte Konstantin Poltrum und lobte die Abwehrarbeit: „Es war ein dankbares Spiel für mich, weil die Abwehr gut gearbeitet hat und es für mich somit klarere Würfe gab.“ +++ Eishockey: Die Ravensburg Towerstars haben den Auftakt der sechs Wochen umfassenden Saisonvorbereitung auf die DEL2 Spielzeit 2017/2018 hinter sich. Eistatort war das Dornbirner Messestadion auf der österreichischen Seite des Bodensees. Eishockeyexperte Frank Enderle hat alle Details gewohnt solide aufgedröselt. Inklusive Videosequenz. +++ Fußball: Der SCR Altach bkommt es nach den erfolgreichen Spielen Dinamo Brest und dem KAA Gent in der Europa-League jetzt mit Maccabi Tel Aviv zu tun. Läuft es international gut für die Altacher, so ist der nationale Saisonstart eher bieder verlaufen. Nach durchwachsenen Leistungen steht durch zwei Auswärtsniederlagen im Tabellentableau nach dem 3. Spieltag der 6. Platz mit 3 Pünktchen in der 10 Mannschaften umfassenden Bundesliga Österreichs sowie bereits 6 Punkten Rückstand zum Tabellenersten Sturm Graz zu Buche. +++ Fußball: Der FC St. Gallen hat anders wie Altach, keine internationalen Verpflichtungen. Der Fokus kann 100% der heimischen Super League gelten. Den Auftakt in die Saison bildete das 3:3 bei FC Lausanne-Sport. Dann die Heimpremiere. Dem 2:0 Heimsieg gegen den FC Sion schließt sich jetzt am Mittwoch, dem 9. August 2017, das nächste Heimspiel gegen den FC Luzern an. +++ Eurobike: Die große Radmesse in Friedrichshafen wirft bereits ihre Schatten voraus. Es ist intensiv plakatiert. Als ich am Samstag mit meiner Jahrhundertliebe von Lindau über die offene Grenze nach Österreich zu den Bregenzer Festspielen fuhr, war es ebenfalls nicht zu übersehen. Der Hinweis auf die vom 30. August bis 2. September in Friedrichshafen stattfindende Eurobike 2017. Das diesjährige Splittung geht so: Business Days 30. August bis 1. September und Publikumstag mit dem Label Festival Day am 2. September. Wer sich mental ein wenig einschwingen möchte, hier geht es zum Ausstellerverzeichnis der Eurobike 2017. +++ Radsport: Der Ravensburger Emanuel Buchmann war während der Tour de France 2017 auch öfters hier Thema auf sportinsider. Nach der Frankreichrundfahrt fuhr der Oberschwabe die UCI World Tour Clásica Ciclista San Sebastián, einem Straßenrennen über 231 Kilometer. Der Pole Kwiatkowski gewann vor dem Franzosen Gallopin und dem Niederländer Mollema. Buchmann belegte Rang 19. Doch Emanuel Buchmann kann auch siegen. Am Wochenende gewann er das Rennen Rund um den Kurpark in Bad Homburg. Der Radprofi vom Team Bora-hansgrohe verwies die Tour de France Teilnehmer Niklas Arndt und Simon Geschke auf die Plätze. Die Details des Radrennens fasst die Frankfurter Rundschau unter dem Titel Bergspezialist gewinnt Rennen zusammen. +++ Leichtathletik: Der hier am Bodensee in Überlingen geborene Langstreckenläufer Richard Ringer und seit 2005 für den VfB LC Friedrichshafen die Laufschuhe schnürende 28-jährige hat sicherlich bei der Weltmeisterschaft in London nicht die Favoritenrolle inne. Zu stark ist die Dominanz der afrikanischen Läufer. Richard Ringer belegte bei den Europameisterschaften über 5.000 Meter im vergangenen Jahr Platz 3.  So eine Platzierung bei der WM in London würde mit dem Prädikat einer sehr großen Überraschung versehen werden. Ein Sieg wäre eine Sensation. Eine große. Noch Am morgigen Mittwoch steht der Vorlauf an. Ziel ist es, ihn zu überstehen. Günter Kram ist auf der Webseite vom Südkurier mit einem Text zur Personalie Richard Ringer unter dem Titel Erst Aufträge abarbeiten, dann fliegt Richard Ringer zur WM zu lesen. Richard Ringer stand seinem Arbeitgeber Rolls Royce Power Systems noch bis zum letzten Freitag zur Verfügung. Bis 17.00 Uhr, so Günter Kram, hat der Leichtathlet noch im Büro gearbeitet. Zweieinhalb Stunden später eröffnete die WM in London. Richard Ringer flog dann 3 Tage später gestern am Abend von Frankfurt nach London. +++ Leichtathletik: Beim Blick auf den Sportkalender am Bodensee schiebt sich langsam der 3-Länder Marathon mit Start in Lindau, der Zwischenstation in St. Margrethen und dem Zieleinlauf in der Festspielstadt Bregenz in den Mittelpunkt. Den Countdown für den am 8. Oktober 2017 stattfindenden Marathon zeigt der Zähler auf der offiziellen Webseite der Veranstaltung mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks an: 8 Wochen, 4 Tage, 20 Stunden, 48 Minuten und 10 Sekunden.