Nachdenkenswert #399

,,Zur Halbzeitpause wies wenig darauf hin, dass dieser 5. November 1977 in die Bundesligageschichte eingehen würde. Der große FC Bayern führte 2:1 standesgemäß beim MSV Duisburg, Gerd Müller hatte getroffen, es war also alles wie immer.

Dann kam die zweite Halbzeit.

Am Ende stand es 6:3 für den MSV Duisburg, Bernard Dietz hatte als Verteidiger vier Treffer erzielt, fünf MSV-Tore in einer Halbzeit gegen Nationaltorwart Sepp Maier. Ein Spiel ist zum Vereinsmythos geworden.

Ein 6:3 könnte der MSV Duisburg an diesem Abend gut gebrauchen.“

Peter Ahrens, in seiner unnachahmlichen Art auf Spiegel Online mit einem Artikel unter dem Titel Traditionsverein MSV Duisburg: Schimanski blutet das Herz und dem Hinweis welches Ergebnis dem MSV Duisburg zum Klassenerhalt im Relegationsrückspiel gegen die nach oben schielenden Würzburger Kickers nach der 0:2 Hinspielniederlage reichen würde.

Kadetten Schaffhausen steuern nach den Breaking News mit Markus Baur und dem Ausrüsterwechsel von Adidas zu Hummel dem Double entgegen

Der amtierende Handballmeister der Schweiz, die Kadetten Schaffhausen, sorgte diese Saison für zwei in der Bodenseeregion für Aufsehen sorgende Schlagzeilen. Da war der am 24.12.2015 auf der Vereinswebsite bekanntgegebene Rauswurf von Trainer Markus Baur und kürzlich der offiziell veröffentlichte Ausrüsterwechsel vom langjährigen Partner Adidas zu Hummel. Apropos Hummel. Da wechselt der bisherige Head of Sports Marketing, Marc Nicolai Pfeifer, zum gerade abgestiegenen Fußballclub Stuttgarter Kickers. SAZsport vermeldet:

,,Marc Nicolai Pfeifer, bisher Head of Sports Marketing D/A/CH bei Hummel, hat soeben den dänischen Teamsportausrüster nach fast fünf Jahren verlassen. Sein Nachfolger wird Olaf Steen, der bisher Sports Marketing Coordinator war. Pfeifer wird ab 1. Juli Leiter Finanzen, Marketing und Organisation bei den eben erst aus der 3. Liga abgestiegenen Fußballern der Stuttgarter Kickers, die künftig in der Regionalliga Südwest spielen werden.“

Stuttgart hatte kürzlich ja sowohl den Abstieg vom VfB Stuttgart aus der Bundesliga in die 2. Bundesliga sowie den Abstieg vom VfB Stuttgart II und den Stuttgarter Kickers aus der 3. Liga in die viertklassige Regionalliga erlebt. Die Abstiegs-Triple-City Stuttgart (Copyright Michael Wiemer) wurde kürzlich von mir hier auf sportinsider mit einigen nachdenklichen Worten bedacht.

Mit dem Erfolg ist es ja immer so eine Sache. Hier am Bodensee schien die ersten Monate 2016 auch ein Fluch über der Leistungssportszene zu liegen. Keine Titel für SV Germania 04 Weingarten, EV Lindau Islanders, Ravensburg Towerstars, FC St. Gallen, SCR Altach, FV Ravensburg oder die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen.

Foto: © Michael Wiemer

Doch wollen wir uns nicht verzetteln. Handball, da speziell die Kadetten Schaffhausen und ihr Ex-Trainer Markus Baur, verdienen jetzt die volle Aufmerksamkeit.

Markus Baur war als Spieler mit Deutschland 2007 Handballweltmeister geworden. Ein Wintermärchen, anders wie das medial gehypte Fußball Sommermärchen im Jahr zuvor, mit dem entsprechenden Happy End. Nach seiner Spielerkarriere schlug Markus Baur die Trainerlaufbahn ein. Zur Saison 2013/2014 heuerte der am Bodensee in Meersburg geborene Handballexperte in Schaffhausen an. Mit den Kadetten wurde er 2014 Meister und Cupsieger. Nach dieser erfolgreichen Auftaktsaison mit dem Gewinn des Double verteidigte er mit seinem Team die Meisterschaft 2015. Zusätzlich gewann er noch den Supercup. Auch in der Saison 2015/2016 war er national in der Liga sehr gut unterwegs. In den Breaking News zwischen den Weihnachtsfeiertagen las sich die Pressemitteilung der Kadetten Schaffhausen an jenem 24.12.2015 so:

,,Die Kadetten werden den Ende Saison auslaufenden Vertrag mit dem Trainer des NLA Teams Markus Baur nicht verlängern. Die Doppelfunktion als Trainer der Kadetten und der U 20 Nationalmannschaft des Deutschen Handball Bundes führt vermehrt zu terminlichen Überschneidungen, weil die Daten für die internationalen Wettbewerbe der Jugend Aus-wahlteams im Gegensatz zu jenen der Männer Nationalmannschaften nicht mit jenen in den nationalen Meisterschaften sowie Europa Cup oder Champions League abgestimmt sind. So müssten die Kadetten wegen der gleichzeitig in Dänemark stattfindenden U 20 Europameisterschaft während mehreren Wochen gleich zu Beginn der Vorbereitungsphase im Juli und August 2016 ohne ihren Cheftrainer arbeiten. Weil aber der Saisonauftakt in den internationalen Wettbewerben immer früher stattfindet und in der laufenden Saison gerade die schwachen Leistungen in den ersten Runden der Champions League den Kadetten zum Verhängnis wurden, ist dieses Risiko nicht mehr zu verantworten.“

Nachfolger von Markus Baur wurde der Däne Lars Walther. Mit den Kadetten gewann er kürzlich den Schweizer Pokal und schickt sich jetzt an in der Playoff-Finalserie im entscheidenden 5. Spiel am Donnerstag, den 26.05.2016, gegen Wacker Thun die Meisterschaft und damit das Double 2015/2016 zu gewinnen. In der Serie steht es 2:2. Das Heimspiel in der BBC Arena fängt 19.30 Uhr an. Siehe auch Finallisima in Schaffhausen. Die Meisterschaft wäre der 9. Meistertitel für Kadetten Schaffhausen.

Sport Mixed Zone Bodensee:

Handball: Heute steigt das 1. Playoff-Finalspiel zwischen Fivers WAT Margareten und Bregenz Handball in Wien. Der Bregenzer Lukas Frühstück merkt an: ,,Die Spiele werden sicher ein harter Kampf auf Biegen und Brechen. Die Wiener werden wie gewohnt extrem hart agieren und versuchen uns den Schneid abzukaufen. Entscheidend ist, dass wir uns nicht aus dem Konzept bringen lassen und unser Spiel einfach durchziehen. Wir wollen unbedingt in Wien gewinnen und in Bregenz den Sack zu machen. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als in der eigenen Halle vor eigenem Publikum den 10. Titel zu gewinnen“. Nach dem heutigen Auftakt in Wien findet das Spiel in Bregenz am 27. Mai um 18.10 Uhr statt. Wien hat dieses Jahr eine bemerkenswerte Saison gespielt. Von 30 Ligaspielen gewannen die Hauptstädter 27. Von 3 Saisonniederlagen fielen jedoch 2 in der Festspielstadt Bregenz. +++ Saisonabschluss: Alpla HC Hard scheiterte bekanntlich nach zuletzt vier Meistertiteln in Serie dieses Jahr im Playoff-Halbfinale am Erzrivalen Bregenz Handball. Jetzt gibt es zu Fronleichnam am 26. 05.2016 die Saisonabschlussfeier in der Sporthalle am See. Dabei werden Trainer Markus Burger, Office-Leiter Dominic Faigle und der zur HSG Konstanz wechselnde Samuel Wendel verabschiedet. +++ Eishockey: Die Kaderplanung beim EV Lindau Islanders läuft ebenfalls auf Hochtouren. Tor: Beppi Mayer Abwehr: Tobias Fuchs, Philipp Haug, Adrian Kirsch Sturm: Zdenek Cech, Jiri Mikesz, Michal Mlnyek Abgänge: Sebastian Buchwieser (Trainer EC Peiting), Marko Babic. Auch Routinier Martin Sekera hat für die neue Saison weiter seine Unterstützung zugesagt, jedoch mit verändertem Status. Er wird zu 75% als Nachwuchs Headcoach agieren und zu 25% als Spieler. Offen ist auch immer noch die Trainernachfolge für den scheidenden Sebastian Buchwieser. Dort wollten sich die Lindauer jedoch bewusst bei der Neubesetzung nicht unter Zeitdruck setzen lassen und leben ihren Worten entsprechend dies auch in der Praxis.

HSG Konstanz erhält Lizenz zur 2. Handball-Bundesliga ohne Auflagen und exklusive Stipendien für Talente wie Samuel Wendel

Der Bodensee mausert sich immer mehr zu einer robusten und erfolgreichen Handballregion. In den letzten 4 Jahren gewann auf österreichischer Seite Alpla HC Hard die Meisterschaft. Dieses Jahr steht Bregenz Handball im Playoff-Finale gegen Fivers WAT Margareten und hat am 24. Mai das erste Spiel in Wien. Die Festspielstädter aus Bregenz (meine Jahrhundertliebe schwärmt heute noch von den Aufführungen der namhaften Zauberflöte 2014 und von Turandot 2015 auf der Festspielbühne) waren 2001, 2002, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 Handballmeister in Österreich. Die Kadetten Schaffhausen aus der Schweiz holten dieses Jahr den Pokal und haben die Chance ihren Meistertitel am Donnerstag, den 26. Mai, gegen Wacker Thun in heimischer BBC Arena zu verteidigen.

Auch auf deutscher Seite des Bodensees lassen sich die Dinge erfreulich an. Bei den Handballdamen gab es den 3. Platz der SV Allensbach in der 3. Bundesliga Süd. Traditionell gut eingeführt ist der Internationale Skoda Cup, der im vergangenen Jahr im August seine 17. Auflage in Allensbach erlebte. Auch im Turnierkalender am Bodensee fest verankert das Dreikönigsturnier der HSG Friedrichshafen-Fischbach, mit der 66. Auflage im Januar 2016 können sie auch auf eine lange Tradition verweisen.

Dann wäre da noch das Handballmärchen von der größten und für viele schönsten Stadt am Bodensee. Sie sind das Architektenduo für den fulminanten sportlichen Aufstieg der HSG Konstanz in die 2. Handball-Bundesliga. Coach Daniel Eblen und sein Vater Otto Eblen, der Präsident der HSG Konstanz.

Foto: © Peter Pisa

Der Aufstieg war keine Selbstverständlichkeit, die Handballer aus der größten Stadt am idyllischen Bodensee, wurden am Saisonanfang nicht zu den Top-Favoriten auf die Meisterschaft gezählt. Coach Daniel Eblen vor Beginn der Saison 2015/2016:

„Wir haben auf diese Saison – auch schon letzte – einige wichtige Säulen verloren. Die Mannschaft ist nochmal verjüngt worden. Es wäre schön, wenn wir gut in die Saison starten und von Anfang an einen gesunden Abstand zu den Abstiegsrängen herstellen könnten. Dann – ohne großen Druck – kann eine junge Mannschaft einiges erreichen.“

Daniel Eblen ist in der Konzilstadt Konstanz am Bodensee geboren. Für den 41-Jährigen gab es bisher in seiner Handballkarriere als Spieler und Trainer nur einen Verein, die HSG Konstanz. Seit 2004 begleitet Daniel Eben die Position des Cheftrainers. Jetzt warten in der neuen Saison Mannschaften wie TUSEM Essen, VfL Bad Schwartau, HSG Nordhorn-Lingen, HC Empor Rostock (wenn sie einen 4 Punkte-Vorsprung auf HG Saarlouis in den letzten zwei Saisonspielen nicht verspielen), EHV Aue, TV Emsdetten oder SG BBM Bietigheim auf den Aufsteiger vom Bodensee.

Wer schon immer mal wissen wollte, was es für attraktive Alternativen zum Autokorso bei Meisterschaftsfeiern noch gibt, der erhielt auch Anschauungsunterricht.

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Foto: © Peter Pisa

Die Handballmänner jubelten im Konstanzer Hafen mehr wie 500 Fans zu. Derweil nehmen die Vorbereitungen auf die neue Saison in der 2. Bundesliga konkrete Formen an. In Sachen Spielertransfers ist man aktiv und die Lizenz ist ohne Auflagen an die HSG Konstanz erteilt wurden. Letzteres ist seit Montag, den 23. Mai 2016 amtlich. Die unabhängige Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga GmbH (HBL) hat der HSG Konstanz die Lizenz für die 2. Bundesliga ohne Auflagen erteilt. In einer Pressemitteilung der HBL heißt es:

,,Dortmund, 23. Mai 2016 – Am heutigen Montag gibt die unabhängige Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga GmbH nach Prüfung der eingereichten Lizenzunterlagen ihre Entscheidung über die Lizenzanträge der Drittligisten zur Teilnahme am Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga bekannt. Folgende Klubs haben sowohl die sportliche, als auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erbracht:

  1. Dessau-Rosslauer HV, Aufsteiger Liga Nord (dessau-rosslauer-hv.de)
  2. HSG Konstanz, Aufsteiger Liga Süd (hsgkonstanz.de)
  3. TV 05/07 Hüttenberg, Aufsteiger Liga Ost (tv-huettenberg.de)
  4. SG Leutershausen, Aufsteiger Liga Süd* (sg-leutershausen.de)

*Die Clubs 1-3 haben die Saison als Meister ihrer Staffel abgeschlossen. Die SG Leutershausen komplettiert das Aufsteigerfeld als Zweitplatzierter der 3. Liga Süd, da aus der Staffel „West“ kein Lizenzantrag zur Teilnahme am Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga vorlag. Die Entscheidungen trifft die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga. Die Kommission setzt sich zusammen aus: Rolf Nottmeier (Richter am Arbeitsgericht Minden), Olaf Rittmeier (Steuerberater) und Frank Bohmann (Geschäftsführer DKB Handball-Bundesliga).“

Soweit zur Thematik Lizenz für die 2. Handball-Bundesliga.

In Sachen Spielertransfer gibt es auch eine frische Meldung. Der engagierte junge Pressesprecher Andreas Joas der HSG Konstanz vermeldet auf der Website des Aufsteigers Fünfter Neuzugang: HSG Konstanz verpflichtet Talent von Österreichs Serienmeister Hard.  Der 19-Jährige Samuel Wendel unterschrieb einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2019. Die Nachrichtenwebsite Vorarlberger Online (vol.at – eine Marke von russmedia) weist auf den „Konstanzer Weg“ in Sachen „exklusive Stipendien“ hin und merkt an:

,,ALPLA HC Hard-Nachwuchsspieler Samuel Wendel wechselt in die 2. Bundesliga nach Deutschland. Der 19-Jährige unterschieb einen Dreijahresvertrag beim Aufsteiger HSG Konstanz. Gleichzeitig wird das Harder Urgestein an der Universität Konstanz ein Wirtschaftsstudium (Dauer drei Jahre) beginnen.

 Der ehemalige Jugendnationalspieler profitiert dabei vom sogenannten „Konstanzer Weg“. Dies ist eine einzigartige Kooperation der Exzellenzuniversität mit dem Bundesligisten. An talentierte und leistungswillige Handballer werden dabei exklusive Stipendien vergeben.“

Ein smarter Weg.

HSG Konstanz Pressesprecher Andreas Joas fasst die bisherigen Verpflichtungen für die neue Saison vor dem Österreicher Samuel Wendel aus der Bodenseestadt Hard zusammen:

,,Zuvor hatte die HSG bereits Rechtsaußen Gregor Thomann, 198-facher Torschütze in der Saison 2015/16 (24, HBW Balingen-Weilstetten), den für 87 Tore verantwortlichen Kreisläufer Sebastian Bösing (21, TSG Haßloch) und den 101 Mal erfolgreichen Rückraumkanonier Felix Gäßler (22, SG Köndringen-Teningen) unter Vertrag genommen. Zusammen mit Chris Berchtenbreiter (22, SG Köndringen-Teningen), dem nach 135 Saisontoren besten Kreisläufer der 3. Liga Süd, nimmt der Zweitliga-Kader der HSG somit immer mehr Gestalt an.“

Konstanz scheint in diesen Tagen nicht die schlechteste Adresse für ambitionierte Handballer zu sein.

Sport Mixed Zone Bodensee

Handball: Bregenz Handball spielt heute das 1. Spiel in der Finalserie um die österreichische Meisterschaft bei Fivers WAT Margareten. Nach dem Halbfinalsieg gegen Alpla HC Hard brennt Bregenz auf die Finalserie in der Handball Liga Austria. Bregenz Handball beim HC Fivers Margareten, kein unbekanntes Duell. In der Geschichte des Handballs in Österreich trafen sich beide Teams bisher in der Finalserie sechsmal. Jetzt die 7. Finalbegegnung. Am heutigen Dienstag, den 24. Mai um 20.00 Uhr, wird in der Sporthalle Hollgasse in Wien das erste Spiel angepfiffen. ORF Sport+ überträgt live. +++ Fußball: Der Tabellensiebente FC St. Gallen wirft die Rabattmaschine an. Auf die Trikots der abgelaufenen Saison 2015/2016 gibt es 50%. Was für eine Rabattschlacht. +++ Deutsche Segel-Bundesliga: Nach dem Auftakt auf dem Starnberger See kommt es zur 2. Regatta der 1. und 2. Segel-Bundesliga in Konstanz vom 27. bis 29. Mai 2016. Hier geht es zur offiziellen Website der Segel-Bundesliga mit zahlreichen Infos und den aktuellen Tabellen der beiden Bundesligen.

Nachdenkenswert #398

,,Es kommt die Abfahrt und der Sturm, der einen dabei umtost, es kommen Kurven, die Gott erschuf, als er am siebten Tag gut gegessen hatte und etwas Entspannung brauchte, es gehen alle Skrupel und ja, natürlich sollte man sich auf einer vierzig Jahre alten Kiste mit schlechten Bremsen nicht einfach der Schwerkraft hingeben, aber der Stachel des Todes ist woanders und egal, wo die Hölle gerade siegen mag: Es ist so einfach. Es ist so viel Freude. Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen, aber der Krampus hat jetzt mal Pause und das Rad liegt wie ein Brett auf dem Asphalt. Über 2000 Meter geht es hinauf, aber über 2000 Meter geht es auch hinunter.“

Don Alphonso, mit einem lesenswerten Artikel über das besondere Radrennen L’Eroica in der FAZ auf seinem Blog Stützen der Gesellschaft. Die L’Eroica findet im Chianti-Gebiet der Toskana statt. Moderne Räder ab 1987 sind nicht zugelassen. Die Radveranstaltung für historische Rennräder findet seit vergangenem Jahr im Frühjahr und Herbst statt. Die L’Eroica hat mittlerweile Ableger  in Holland, England, Spanien, Japan, Südafrika und Nord- und Südamerika. Don Alphonso hat die seltene Gabe das von ihm gefahrene Rennen so poetisch zu erzählen und zu bebildern, dass es eine emotionale Sogwirkung erzielt.

Premiere feierte die L’Eroica in der Toskana 1997.

Die Beendigung des Fluchs am Bodensee

Es schien sich ein Fluch über die Leistungssportszene 2016 am Bodensee gelegt zu haben. Viele Chancen, doch kein Meistertitel. In der Ringer-Bundesliga unterlag der in der Bodenseeregion verankerte Ringsportverein SV Germania 04 Weingarten dem Titelverteidiger ASV Nendingen in zwei Finalduellen mit 12:12 und 7:11. Der Eishockeymeister der Bayernliga 2015, der EV Lindau Islanders, musste im Playoff-Halbfinale abreißen lassen und dem EHC Waldkraiburg zum Finaleinzug gratulieren. Auch für die Eishockeycracks der Ravensburg Towerstars war in der DEL2 im Playoff-Halbfinale gegen den späteren Meister Kassel Huskies Endstation. Pressesprecher Frank Enderle bat ich vor dem entscheidenden Spiel in Kassel um ein Statement für sportinsider und fragte ihn auch nach seinen Pulswerten während der Playoff-Spiele. Eishockeyexperte Frank Enderle merkte damals in der 14. KW im April 2016 vor dem entscheidenden Freitagspiel an:

,,Wegen den Pulswerten … eine nette Frage. Ehrlich gesagt bin ich diese Saison trotz heißer Szenen zum Finale der Hauptrunde, im Viertelfinale gegen Bad Nauheim und auch gegen Kassel überraschend ruhig und ausgeglichen. Ich denke, das liegt daran, dass ich in den letzten Jahren so einiges – immer hautnah am Geschehen dran – miterlebt habe. Nicht … dass das jetzt alles bloße Routine ist. Aber ich habe während der Spiele, egal ob zu Hause oder auswärts, immer sehr viel zu tun. Man wird da automatisch etwas gelassener. Wobei ich mich über einen Sieg immer noch genauso freue und einer Niederlage auch nachtrauere.“

Frank Enderle musste miterleben wie an jenem 8. April die Kassel Huskies ihr Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars mit 4:1 gewannen und damit die Playoff-Halbfinalserie im Best-of-Seven Modus mit 4:2 gewannen. Die Uhr zeigte damals 21:58 Uhr in Kassel an.

Jahrelang war der VfB Friedrichshafen ein Garant für Titel die an den Bodensee gingen. Die Volleyballer legten unter Coach Stelian Moculescu eine atemberaubende Bilanz hin:

Deutscher Volleyballmeister von 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2015 und Pokalsieger 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2012, 2014, 2015 sowie Champions-League-Sieger 2007.

In der Volleyball-Saison 2015/2106 sollten zwei Titel verteidigt werden. Der nationale Pokal und die Meisterschaft …

Foto: © Michael Wiemer

Auch die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen schienen in dieser Saison mit einem Fluch belegt. Gestartet als Doublegewinner, schied man im Pokal zeitig gegen United Volleys RheinMain im November 2015 aus. Dazu das Aus in der Vorrunde der Champions-League mit Niederlagen in Moskau, Paris, Ankara und der Heimniederlage gegen das türkische Volleyballteam. In der Meisterschaft gelang dann im Halbfinale gegen den Neuling United Volleys Rhein Main die Revanche für die Pokalniederlage. Doch im Playoff-Finale gab es ein 0:3 in der Serie gegen den Erzrivalen Berlin Recycling Volleys. Trainerlegende Stelian Moculescu beendete seine Trainerlaufbahn beim VfB Friedrichshafen mit einer titellosen Saison.

Auch die Fußballvereine in der Bodenseeregion wie der SCR Altach in der höchsten österreichischen Spielklasse oder das in der Ostschweiz beheimatete Team vom FC St. Gallen in der Super League waren beizeiten chancenlos in ihren Ligen auf Meisterehren. Es stand sogar eher lange Zeit der Kampf gegen den Sog des Abstiegsgespenstes an.

Doch der Fluch der titellosen Zeit im Jahr 2016 in der Bodenseeregion wurde inzwischen längst beendet. Die Handballer von Kadetten Schaffhausen holten sich mit ihrem in der Saison für Markus Baur gekommenen dänischen Coach Lars Walther den Cup in der Schweiz. Auch die Handballer der HSG Konstanz waren auf der Erfolgsspur. Sie stiegen in die 2. Handball-Bundesliga auf und feierten ihre Meisterschaft ausgelassen. In der entscheidenden Punktspielendphase gab es auch von der Stadt Konstanz eine Motivationsspritze. Es wurden für den Fall des Aufstiegs 354.000 Euro in 3 Tranchen a 117.000 Euro für die nächsten 3 Jahre verbindlich in Aussicht gestellt.

Die Kadetten Schaffhausen können ihrem Pokalerfolg diese Woche auch noch den Meistertitel und damit die Verteidigung der Meisterschaft beifügen. In der Playoff-Finalserie gegen Wacker Thun steht es 2:2. Dabei verloren die Kadetten beide Auswärtsspiele. Es waren diese atemberaubenden klatschnassen Trikot Hitchcock-Thriller. Inklusive Verlängerung am letzten Dienstag und der ersten Niederlage gegen Thun und der zweiten Verlustpartie am Sonntag in letzter Sekunde. Am Donnerstag, den 26. Mai ab 19.30 Uhr, geht es für Schaffhausen um die Meisterschaft. Ein Sieg in der heimischen BBC Arena ist dafür nötig.

Sport Mixed Zone Bodensee 

Volleyball: Der VfB Friedrichshafen bastelt am Kader für die neue Saison. Erste bemerkenswerte Spielerverpflichtung ist Libero Markus Steuerwald, der 2007 mit den Häflern die Champions-League sowie das Triple gewann und 2010 Richtung Paris wechselte. Mit Paris Volley wurde er 2016 Meister und kommt nun wieder an den Bodensee zurück. Den neuen VfB Coach und Noch-Bundestrainer Vital Heynen kennt Steuerwald aus der gemeinsamen Nationalmannschaftszeit gut. +++ Fußball: Nach der 1:2 Testspielniederlage gegen Borussia Mönchengladbach setzte es für den FC St. Gallen eine böse 1:4 Heimniederlage gegen den FC Luzern. Nach dem Klassenerhalt am Pfingstmontag war bei dem Team von Trainer Joe Zinnbauer die Luft raus. Spürbar raus. Bayern München Leihgabe Gianluca Gaudino, im Testspiel gegen Gladbach eingewechselt, spielte beim FC St. Gallen 90 Minuten durch. Am 25. Mai 2016 bestreitet St. Gallen das letzte Punktspiel der Saison beim FC Lugano. +++ Segeln: Die Internationale Bodenseewoche in Konstanz vom vergangenen Wochenende wird vom Südkurier in Text und Bild reflektiert. +++ Schach: Die Offene Stadtmeisterschaft 2016 vom Schachverein Friedrichshafen gewinnt Reiner Schnorrberger vor Florian Benkö und Frank Dangelmayer. Danach folgten auf dem 4. Platz Peter Kalker und auf Rang 5 Christopher Welling. Damit gewann seit dem Sieg von Peter Kalker im Jahr 2009 erstmalig wieder ein Spieler vom gastgebenden SV Friedrichshafen die Stadtmeisterschaft. Nach 4 Runden führte Florian Benkö aus Tettnang mit 4 aus 4 vor Reiner Schnorrberger und Peter Kalker mit jeweils 3 Punkten. In der abschließenden 5. Runde musste die finale Entscheidung fallen. Es kam zum direkten Duell zwischen Reiner Schnorrberger und Florian Benkö. Schachfreund Schnorrberger gewann mit den weißen Figuren die Partie und sicherte sich den Turniersieg. Christopher Welling und Altmeister Peter Kalker spielten Remis. 15 Schachspieler nahmen an der Offenen Stadtmeisterschaft 2016 vom SV Friedrichshafen teil. Sie kamen aus Friedrichshafen, Tettnang, Markdorf, Ravensburg und Überlingen. Gespielt wurde im Vereinsheim des TSV Fischbach.

Eine Postsendung antiquarischer Schachbücher ist avisiert

Es ist avisiert. Sie wird kommen. Die Rede ist von einer Postsendung. Ein Päckchen mit antiquarischen Schachbüchern. Die nächste Schachweltmeisterschaft ist ja bekanntlich erst im November. Die Zeit bis dahin muss überbrückt werden. Sergey Karjakin erlebte nach seinem Sieg beim WM-Kandidatenturnier in Moskau ja kleinliche norwegische Schachorganisatoren. Ein Bobby Fischer hatte auch oft mit Unverständnis oder Ablehnung von Organisatoren diverser Schachkämpfe zu leben gelernt und zog sein Ding trotzdem durch.

Foto: © Michael Wiemer

Es werden antiquarische Schachbücher sein, die noch etwas älter sind wie jenes Buch von Svetozar Gligoric aus dem Jahr 1972 vom Schachmatch des Jahrhunderts in Reykjavik zwischen Boris Spasskij und Bobby Fischer.

Foto: © Michael Wiemer

Ich mag Schachbücher mit Patina. Wenn die Geschichte auf 64 Feldern sich ausbreitet, die Protagonisten und die zeitlichen Rahmenbedingungen sich offenbaren. Präziser wie manch Film, der in inflationärer Anzahl von Rezensionen zu ersticken droht. Nichts gegen Rezensionen eines neuen Bobby Fischer Films, aber dann bitte mit etwas mehr Sorgfalt und Liebe zu den geschichtlichen Details. Andererseits will ich nicht in das Fahrwasser von Medien-Korinthen-Niggi abdriften. Erbsenzählerei bis zum Exzess ist nun auch wahrlich nicht mein Ding. In den Rezensionen zum Fischer Filmwerk fand ich so zahlreiche Ungenauigkeiten, dass man davon gut und gerne einen neuen Blog auflegen könnte. Vielleicht ein andermal etwas mehr.

Foto: © Michael Wiemer

Jetzt gilt die Vorfreude der avisierten Päckchensendung mit den antiquarischen Schachbüchern.

Nachdenkenswert #397

,,Für die kommenden Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 wird Getty Images ein Team von über 120 Mitarbeitern einsetzen, darunter eine Elitemannschaft aus preisgekrönten professionellen Sportfotografen wie Matthias Hangst, Alexander Hassenstein, Adam Pretty und viele mehr. Die Fotografen von Getty Images werden in Rio über 1,5 Millionen Fotos schießen, von denen mehr als 85.000 weltweit vertrieben werden. Zusätzlich zu einem Gigapixel-Spezialisten, der die zentralen Ereignisse und Momente auf 360°-Panorama-Aufnahmen festhalten wird, werden alle Fotografen von Getty Images mit 360°-Kameras ausgestattet, um die Zuschauer dem Herz der olympischen Action näher zu bringen. Überkopf- und Unterwasser-Roboterkameras werden täglich an zehn Austragungsorten Aufnahmen der Leichtathletik-, Turn- und Wassersport-Wettkämpfe einfangen.“

Wolfgang Wähner-Schmidt, Vice President & Regional Director bei Getty Images Deutschland, im Interview mit dem in St. Gallen sitzenden ESB Marketing Netzwerk über die Aufgaben von Getty Image als offizielle Fotoagentur sowie offizieller Bildlieferant des IOC und über die Veränderungen der Berichterstattung von spektakulären, großen Sportereignissen für Medien und Marken im Zeitalter der Digitalisierung.

Hier geht es zum kompletten Interview auf esb-online.com. Wolfgang Wähner-Schmidt präsentiert sich dabei selbstbewusst wie einst Muhammad Ali oder Bobby Fischer in ihren besten sportlichen Zeiten.