Hitchcock-Thriller: Ravensburg Towerstars – EVL Landshut Eishockey

Der Sport am Bodensee erlebte einen Thriller. Bis zum letzten Freitag waren die Ravensburg Towerstars im Besitz einer komfortablen 3:1 Serienführung gegen den EVL Landshut Eishockey. Dann kam die Heimniederlage am Abend. Zwei Tage später am Sonntag die Auswärtspleite in Landshut. Die Führung in der Serie war pulverisiert. Es stand 3:3. Vor dem entscheidenden Match schrieb ich:

,,Das mag ich an den Situationen bei den Playoffs so, der Spannungsbogen ist oftmals bis zum geht nicht mehr gespannt. Ein Hitchcock-Thriller liegt in der Luft. Somit ideale Voraussetzungen für ein packendes, dramatisches, leidenschaftliches, umkämpftes und denkwürdiges Spiel auf dem Eis in der schnellsten Mannschafssportart der Welt.“

Am Ende war es ein spektakulärer Hitchcock-Thriller. Ohne Happy End für die Ravensburger. Tief durchatmen. Die Enttäuschung aus den Klamotten schütteln. Diese 6:7 Niederlage nach einem zwischenzeitlichen 2:6 Rückstand machte Werbung für das Eishockey und tat trotzdem dem Gastgeber unheimlich weh.

Ravensburg Towerstars – EVL Landshut Eishockey 6:7 (2:1, 0:5, 4:1)

Tore: 0:1 (6.) Davidek, 1:1 (8.) Kelly, 2:1 (10.) Menge, 2:2 (21.) Abstreiter, 2:3 (25.) Daschner, 2:4 (34.) Daschner, 2:5 (36.) Trew, 2:6 (37.) Trew, 3:6 (45.) Friedrich, 4:6 (47.) Cameron, 5:6 (52.) Kelly, 5:7 (53.) Loibl, 6:7 (55.) Menge;

Strafminuten: Ravensburg 11 + Spieldauer-Disziplinarstrafe Deck, Landshut 4;

Zuschauer: 2.600.

Der engagierte Towerstars Presseprecher Frank Enderle titelt Trotz phantastischer Aufholjagd ist die Saison zu Ende und wirft auch einen Blick auf das letzte dramatische Drittel:

,,Doch was im Schlussabschnitt geboten wurde, hatte wohl niemand mehr auf der Rechnung. Die Oberschwaben wollten sich ihrem Schicksal nicht ergeben und mit Marko Friedrich wurde nach rund fünf Minuten eine eindrucksvolle Aufholjagd eingeläutet. Jetzt spielen nur noch die Towerstars, Landshut wirkte völlig von der Rolle und das Bestreben, Ruhe ins Spiel zu bekommen ging prompt nach hinten los. Bis zur 52. Spielminute hatten Dustin Cameron und Matt Kelly den direkten Anschluss hergestellt und die Ravensburger Eissporthalle peitsche die Oberschwaben nach vorne.“

Doch ein Hitchcock-Thriller ist ja gespickt mit Wendungen. Die Eishockeycracks aus Landshut schlugen erbarmungslos zurück. Die intensiv fighteten Towerstars gaben jedoch nicht klein bei und warteten noch mit einer dramaturgisch spannenden Antwort auf.

,,Ein erneuter Rückschlag schien das 5:7 durch Loibl nur 28 Sekunden später mit einer der wenigen Chancen der Gäste überhaupt im Schlussdrittel  zu sein. Doch erneut rauften die Towerstars alle Krampf und Moral zusammen und Daniel Mange besorgte in der 55. Minute prompt den vielumjubelten 6:7 Anschlusstreffer.“

Es war noch Zeit auf der Uhr. Doch trotz aller intensiven Bemühungen der Gastgeber vor 2.600 Zuschauern, am Ende blieb es bei der knappen Führung für den EVL Landshut Eishockey. Sie ziehen in das DEL2 Halbfinale der Playoffs ein.

Nicht unerwähnt darf bei diesem Thriller auch das Thema Strafen bleiben. Frank Enderle hatte in seiner Vorschau zum entscheidenden Spiel im Viertelfinale der Playoffs den Finger auf die Wunde der Ravensburg Towerstars gelegt und gewarnt:

,,Erfahrung gemacht hat man auch mit den Stärken des EVL Landshut Eishockey. Beim Spiel fünf gegen fünf waren die Ravensburger Cracks zwar fast in allen bisherigen Begegnungen die optisch bessere Mannschaft, die unbestritten stärkste Waffe der Niederbayern ist neben dem starken Torhüter Brian Stewart aber unbestritten das Powerplay. 30 Prozent ihrer Überzahlsituationen konnten die Niederbayern gegen die Towerstars in ein Tor ummünzen, konkret waren es 10 Tore. Es spricht also von selbst, dass die Towerstars  zwar aggressiv und selbstbewusst in die Zweikämpfe gehen, aber Strafzeiten möglichst vermeiden sollten.“

Nun, die Sache mit der Vermeidung von Strafzeiten ging daneben. Thorsten Kern titelt auf schwäbische.de prägnant Decks Strafe läutet das Saisonaus der Towerstars ein.

,,Wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge (Davidek blutete) schickte Brill Nathan Deck mit fünf plus Spieldauer zum Duschen. „Wenn Blut zu sehen ist“, sagte Kujala, „dann ist halt so die Regel.“ Diese Unterzahl wurde aber ganz bitter für alle Ravensburger. Daschner mit einem weiteren strammen Schuss und zwei Mal Bill Trew schossen innerhalb von 3:30 Minuten die 6:2-Führung heraus.“

Die Statistik in Sachen Strafminuten las sich am Ende des Hitchcock-Thriller in Ravensburg so:

Ravensburg: 11 + Spieldauer-Disziplinarstrafe Deck,

Landshut: 4

Diese verlorene 3:4 Serie im Playoff-Viertelfinale wird für die Verantwortlichen der Ravensburg Towerstars nicht an einem Tag danach bis in die letzte Verästelung zu analysieren sein. Eine 3:1 Serienführung noch aus der Hand gegeben zu haben, 3 Matchbälle nicht verwandelt zu haben, ist nicht zwischen Tür und Angel zu skizzieren.

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