Der Sporthandelsriese Sports Direct sorgt für negative Schlagzeilen

Wer gepflegt eine Tasse Kaffee und ein Crossaint zum Frühstück zu sich nimmt oder opulenter sein Breakfest zelebriert, dabei in alter Tradition hier vorbei schaut, dem empfehle ich heute dieses Multitasking abrupt einzustellen. Das Weiterlesen könnte den Appetit gehörig verderben.

Foto: © Michael Wiemer

Der britische Sporthandelsriese Sports Direct sorgt für negative Schlagzeilen. Sowohl in der Printausgabe Ausgabe 01/Januar 2016 vom outdoor.markt, der Sportartikelzeitung für Industrie und Handel, auf Seite 70 wie auch in der Online-Ausgabe kommen desaströse Arbeitsbedingungen ans Licht. Düstere Erinnerungen an den berühmt-berüchtigten Manchester Kapitalismus oder auch an den sozialen Kahlschlag unter Thatcher werden dabei wach. Den Tod der bösen Stiefmutter feierten manche Briten ausgelassen in Partylaune, wie seinerzeit Deniz Baspinar auf Zeit Online zu berichten wusste.

,,Die „eiserne“ Lady wurde beschrieben als unnachgiebig, ohne Mitgefühl und ohne ein „Quäntchen Menschlichkeit“, wie es im Rückblick der britische Sänger Morrissey ausdrückte.“

Ich will Morrissey da nicht widersprechen. Er bringt die verheerende und durch nichts zu beschönigende Kahlschlagpolitik von Margaret Thatcher ganz treffend auf den Punkt.

Doch bleiben wir bei Sports Direct. Wir tauchen in den Bericht von outdoor.markt ein.

,,Während Sports Direct sich in Österreich auf dem Markt schwer tut, sieht es in der Heimat Großbritannien noch düsterer aus. Nachdem das Unternehmen wegen seiner Arbeitsbedingungen, unter Beschuss geraten war, die laut Gewerkschaftssprecher Luke Primarolo „von der Ausbeutung durch ‚Null-Stunden-Ver­träge‘ in den Geschäften bis hin zu gulagähnlichen Arbeitsbedingungen im Zentrallager in Shirebrook“ reichen, hatte Sports Direct-Besitzer Mike Ashley zum Jahres­ende angekündigt, mit sofortiger Wirkung den Mindestlohn einfüh­ren zu wollen.“

Null-Stunden-Verträge klingt nach Bullshit, nach nicht schön zu redendem Bullshit. Da bedarf es keiner Konsultation eines Arbeitsrechtlers. Das Frühstück ist hoffentlich vorhin beendet worden. Denn es wird neben den skandalösen Null-Stunden-Verträgen auch das Scheinwerferlicht von outdoor.markt auf die Leibesvisitation beim britischen Discounter Sports Direct geworfen:

,,Die umstrittenen „Null-Stunden-Verträge“ be­inhalten, dass die Beschäftigten nur dann arbeiten, wenn sie vom Arbeitgeber gebraucht werden, sie stehen­ also auf Abruf bereit. Zudem würden die Lagerarbeiter­ von Sports Direct nach jeder Schicht untersucht und müssten sogar die Hosenbeine aufrollen und einen Teil ihrer Unterwäsche zeigen, berichtete der englische „Guardian“­. Die Leibesvisitationen der Mitarbeiter dauerten im Schnitt in der Woche über eine Stunde und seien unbezahlt.“

Das ist nur die Spitze des Eisberges. Da haben wir noch gar nicht über das streichen von Geld gesprochen. Stichwort einstempeln. Bereits nach einer Verspätung von 1 Minute gibt es monetär geahndetes streichen vom ohnehin nicht üppigen Entgelt. Oder die vertragliche verankerte Vorschrift, welche Bekleidungsmarke während der Arbeitszeit zu tragen ist. Und welche nicht. Die Liste soll laut dem Bericht vom Guardian, auf den sich outdoor.markt bezieht, ausufernde 802 Sport- und Bekleidungsmarken beinhalten.

Ach, Sports Direct will doch glatt die negativen Schlagzeilen glattbügeln. Die Wartezeiten der Leibesvisitationen sollen verkürzt werden. Echt. Und der Sporthandelsriese hat eine Lohnerhöhung um 15 britische Penc auf den Mindestlohn angekündigt.

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