Das Hotel am Bodensee

Der von mir so innig geliebte Bodensee hat zahlreiche Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zahlreiche Tourismuskataloge werben für die verschiedensten Häuser mit der individuellen Leistungspalette. In der Regel wird dort alles zum Wohle des Gastes aufbereitet. Eine Wohlfühlatmosphäre soll den Aufenthalt begleiten. Auch der aktive Sport wird beworben. Inklusive der Möglichkeit für ausgiebige Radtouren rund um den Bodensee. Kürzlich stolperte ich über eine Aussage von Jörg Jaksche in Sport Bild Nr. 30/13:

,,An meine erste Epo-Spritze kann ich mich noch gut erinnern. Es war in einem Hotel am Bodensee. Ein Betreuer setzte mir auf meinem Zimmer die Spritze. Ich wusste, Epo verdickt mein Blut, es kann plötzlich mehr Sauerstoff zu den Muskeln transportieren.“

Diese Zeilen haben keine Chance in einem Tourismuskatalog am Bodensee aufgenommen zu werden. Jörg Jaksche nahm auch der großen Frankreichrundfahrt teil. Seine Laufbahn, die so manchen Funktionär schlecht aussehen ließ, ist eine nachdenklich stimmende Vita eines einst hoffnungsvoll in den Radsport gestarteten jungen Mannes. Nach seiner Offenbarung wollte kein Team Jörg Jaksche für seriöse Konditionen unter Vertrag nehmen. Er galt vielen gemeinhin als Nestbeschmutzer. Einstige Weggefährten machten einen großen Bogen um ihn. Die intensive Hassliebe Tour de France hat viele ungezählte Hotelaufenthalte mit Blutverdickungsaktionen aufzuweisen. Eine Obsession der besonderen Art. Inklusive Schweigegelübden.

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