Das unzensierte SCM Fanblog auf WordPress

 

1974 erlebte ich meine erste Handball Weltmeisterschaft als fast 11-Jähriger. Im WM-Finale sprang Weltklassehandballer Wolfgang Lakenmacher in den Kreis mit dem Ball in der Hand. Der rumänische Torwart der Extraklasse lächelte. Penu lächelte eigentlich immer das ganze Spiel. Sein Markenzeichen waren sein entnervendes Lächeln und der Oberlippenbart. Extrem gut halten konnte er auch. Wahnsinn ! Diese Paraden. Der Ball verließ nicht die Hand von Wolfgang Lakenmacher. Rumänien gewann das Endspiel in Berlin 14:12 gegen die DDR. Lakenmacher spielte beim SC Magdeburg. Die großen Zeiten sollten kommen.

Es folgten auf Europapokalebene die großen innerdeutschen Duelle gegen Gummersbach. Den Begriff – innerdeutsch- gebrauchten wir damals nicht. Der SC Magdeburg hatte jetzt mit Wieland Schmidt einen Weltklassetorwart. Er hielt Bälle, die hatten die gegnerischen Spieler bereits im Netz gesehen. Unglaubliche Reflexe. Er strahlte eine innere Gelassenheit aus. Auch im Duell eins gegen eins. Es waren die Zeiten mit Günter Dreibrodt, Ingolf Wiegert, Hartmut Krüger, Ernst Gerlach. Der SC Magdeburg war europäische Spitzenklasse. 1978 und 1981 gewannen die Handballer den Europapokal der Landesmeister. Der Verein war eine Marke, obwohl es sowas in der DDR eigentlich nicht so richtig gab. Der Handballclub war immer Gespräch. Selbiges Phänomen kennt man von Bayern München im Fußball.

Nach der Wende versanken ganze namhafte Fußballvereine in der Versenkung. Die jetzigen 3 ostdeutschen Vereine in der 2. Bundesliga waren in der DDR sogenannte Fahrstuhlmannschaften. Aufstieg und Abstieg hatte eine alltägliche Kontinuität bekommen. Routine. Auch der einzige Fußballeuropapokal Sieger der DDR, der 1. FC Magdeburg, konnte den Absturz nicht bremsen. 1974 hatte der 1. FCM in Rotterdam den AC Mailand mit 2:0 geschlagen. An der Seitenlinie stand bei den Italienern ein junger Trainer. Giovanni Trappatoni. Die Elf von Heinz Krügel hatte den haushohen Favoriten im Finale des Europapokals der Pokalsieger verdient bezwungen. Jetzt wird Fußball in der Regionalliga gespielt.

Anders die Handballer. Der SC Magdeburg holte mit Stefan Kretzschmar den charismatischen Handballer mit Wiedererkennungseffekt. Ich habe noch seine Mutter spielen sehen. Sie war eine Weltklassehandballerin. Handball-Feinkost gab es bei den Duellen SC Leipzig gegen Spartak Kiew. Mit Stefan Kretzschmar holte der SC Magdeburg  Gladiators 2002 als erste deutsche Handballmannschaft die Champions-League. Handball in Magdeburg stand immer für Power, Leidenschaft, Tempo, Klasse.

 

Schwenk in die Neuzeit. Deutschland, 2009. Stefan Kretzschmar verlässt im Sommer den Verein und seinen Posten als Sportdirektor. In Magdeburg regt sich Unmut bei den Fans. Jetzt hat sich auf WordPress ein SCM Fanblog gebildet. Ausgangspunkt war unter anderen die Schließung des Forums auf der offiziellen SCM Homepage. Gut das es für solche Fälle in der heutigen Zeit Alternativen wie bei WordPress gibt. Es wird im neuen SCM Fanblog auch auf die gewünschte Transparenz für die Zuschauer  um die Hintergründe im Verein hingewiesen. Die Trainersuche gestaltet sich zur Zeit schwierig.

Ach so, Handball wird auch noch gespielt. Am Sonntag, den 22.11.2009, trifft der SC Magdeburg in eigener Halle auf die HBW Balingen-Weilstetten.

2 Gedanken zu “Das unzensierte SCM Fanblog auf WordPress

  1. scmfans 19. November 2009 / 12:03

    Danke für deinen historischen Rückblick und die Erwähnung unseres Blogs. Ja, da wird man schon wehmütig.

  2. sportinsider 19. November 2009 / 12:45

    Bitte, sehr gern geschehen. Das waren phänomenale Spiele. Handball vom Feinsten.

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