Kati Witt und Olympia 2018 – hält das Eis?

Die unendliche Geschichte um die Bewerbung für Olympia 2018 geht weiter. Durch den Abgang von Willy Bogner, von Jens Weinreich mit klaren Worten begleitet, steht die ehemalige DDR Eiskunstläuferin Kati Witt verstärkt im Rampenlicht. Bekommt die Bewerbung jetzt die zweite Luft?

Die Augsburger Allgemeine titelt Katarina Witt: Außenministerin der Olympiabewerbung.

,,Die bayerischen Männer zeigen ihr die kalte Schulter. Das „schönste Gesicht des Sozialismus“ haut einen wie Markus Wasmeier nicht vom Hocker. „Eine Kati Witt kann nie in München und Bayern Akzente setzen“, sagt der ehemalige Skirennfahrer.“

Ich bin ja gespannt auf die Reaktion der Bauern und Grundstückseigentümer in Garmisch-Partenkirchen auf die Personalie Witt bei etwaigen persönlichen Gesprächen. Als Einstimmung bietet sich folgende Sequenz an: 

Weiterführende Lektüre zu Olympia 2018

Witt soll nicht allein bleiben

Kritisches Olympisches Lexikon

Olympia 2018 – es ist Sand im Getriebe

Ich bin diese Woche mit meiner Liebsten am Bodensee gewesen. Olympia 2018 ist da eigentlich weit weg. Ein Tag ohne Zeitung ist ein verlorener Tag. Mit Blick auf den See bei einem Yogi-Tee und  einem Stück Blaubeerkuchen geht es uns sehr gut. Kurzer Blick zu meiner Liebsten. Ich melde mich kurz ab zur Zeitungslektüre.

Beim lesen der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch, den 14. Juli 2010, hatte es Münchens Olympia Bewerbung für 2018 sogar auf die Titelseite gebracht. In dicken Lettern stand da:

                     Münchens Olympia-Bewerbung in Gefahr

Hm. 1 Euro Jobber Willy Bogner hat Geldsorgen in Sachen Budget für die Bewerbung und drohte mit Rücktritt. Ist jetzt am Freitag alles Schnee von vorgestern. Doch so richtig will die Bewerbung nicht flutschen.

Auf Seite 30 in der Mittwochausgabe vom 14. Juli 2010 in der Süddeutschen Zeitung berichtet Katja Riedel unter der Überschrift Aufstand der Bauern über die Situation vor Ort.

,,Garmisch-Partenkirchen – Wer dieser Tage mit den Bauern im Oberland spricht, hört nur ein Wort: Krieg. ,,Das ist ein echter Bauernaufstand, was wir hier erleben“, sagt zum Beispiel Annemie Reindl. 6700 Quadratmeter Land sollen sie und ihre Mutter hergeben, damit Olympia 2018 nach München und auch nach Garmisch-Partenkirchen kommen kann, wo die alpinen Skiwettbewerbe ausgetragen werden sollen. 6700 Quadratmeter, die Reindl nicht hergeben wird – so wie viele betroffene Landwirte, mit denen die Süddeutsche Zeitung gesprochen hat.“

Frau Reindl spricht auch Klartext in Sachen Bewerbungsgesellschaft und Bürgermeister. 

,,Ihre Mutter und sie werden ihr Land jetzt nicht hergeben. ,,Die haben das Pferd von hinten aufgezäumt“, sagt Reindl. Die Bewerbungsgesellschaft und auch der Garmischer Bürgermeister hätten Gespür vermissen lassen, dass es nicht nur um Wiesen, sondern um die Existenz und das Selbstverständnis der Landwirte gehe.“

Auf der Website NOlympia gibt es Sprüche des Tages – Mitteilungen an die Bürger in Garmisch-Partenkirchen. Tief durchatmen. Bei manchen Sprüchen stockt einem doch glatt der Atem. Meinen die genannten Ihre Sprüche ernst oder handelt es sich um Realsatire?

Der Qualitätsjournalist und Grimme Online Award Preisträger von 2009, Jens Weinreich, ist wie immer ausführlich und kompetent am Thema dran und titelt Dilettantenstadl München 2018: Bogner will mehr Steuermittel, Widerstand wächst, Bewerbung am Ende? Die Zeit zum Lesen bitte unbedingt nehmen. Der Artikel von Jens Weinreich ist Pflichtlektüre für jeden mündigen Bürger.

Ludwig Hartmann ist Abgeordneter im Bayerischen Landtag und Energie- und klimapolitischer Sprecher von Bündnis 90/ Die Grünen. Er hat einen Brief nach Lausanne an Herrn Jaques Rogge geschrieben. Der 68-Jährige Belgier ist Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Ludwig Hartmann hält Jaques Rogge auf dem laufenden über die Kritik an der Bewerbung ,,München + 2″  und die Initiativen der Plattform NOlympia