Nachdenkenswert #180

,,Vermutlich sind alle so erschöpft wie ich es bin. Es geht in den nächsten Pub. Ich muss mich setzen und erstmal ein Bier runterkippen. Mission erfüllt. Der Cup ist bei uns! Nach zwölf Jahren. Nach Madrid, nach München. Endlich bei uns. Meine Fahne habe ich doch noch mitgenommen – die hängt jetzt in meinem Büro.“

André Zechbauer, Jahrgang 1967, mit der niedrigen FC Bayern München Mitgliedsnummer 5346 ausgestattet, Organisator, Spiritus Rector und Macher von Fernglas FCB mit einer Reminiszenz an seinen Aufenthalt in London anlässlich des Finales von Wembley

WM-Endspiel Prise

Nein, heute kein Schach. Es sei denn hier. Heute gibt es eine WM-Endspiel Prise für alle Fußballfreunde. Es war mein erstes Fußballfinale einer Weltmeisterschaft. Das Münchner Olympiastadion war damals einer der architektonischen Höhepunkte im Sportstättenbau. Der Referee kam aus England. Die englische Fußballnationalmannschaft war in der Qualifikation an Polen hängen geblieben. Polnische Fußballfreunde werden freudige Augen bekommen bei der Erinnerung an das Spiel in Chorzow und die Verteidigungsschlacht von Wembley. Doch ich schweife gerade etwas ab. Es war alles angerichtet. In meinen Erinnerungen an meine erste Fußball-WM als Zuschauer liest sich das so:

,,Mein erstes richtig wahrgenommene WM Endspiel war 1974. Ich war 11. Mein Vater impfte mir vorher ein, ja nicht auf die Holländer zu halten. Wie er da bloß drauf kam. Wir waren im Fernsehraum der ehemaligen Max-Schmeling Villa in Bad Saarow ungefähr 15 Mann. Fast alles erwachsene Männer. Meine Mutter und meine zwei jüngeren Schwestern waren derweil im Urlaub 1,5 Kilometer von der Villa entfernt am See baden. Holland ging blitzschnell durch einen Elfer in Führung.“

Doch lassen wir das Spiel gerne noch einmal Revue passieren.