Eishockey-WM: Deutschland-Slowakei Live auf dem Eishockey-Blog

Dem Auftaktsieg gegen die USA vor der Rekordkulisse auf Schalke folgten respektable Ergebnisse der Krupp Männer. Heute winkt im Spiel gegen die Slowakei das Viertelfinale. Nach dem desaströsen und ernüchternden Auftritt in Vancouver ein Lichtstrahl am Horizont. Die Nachhaltigkeit muss jedoch erst noch Ihren Praxistest ablegen. Heute wird 16.00 Uhr nebenan beim Eishockey-Blog live gebloggt.

Bundestrainer Uwe Krupp bringt es bei sport1 auf den Punkt:

„Historisch gesehen, geht es für die deutsche Mannschaft immer um ein Spiel. Die Jungs kennen das. Das ist der rote Faden, der sich durch alle Nationalmannschaften zieht. Wenn du gewinnst, ist alles gut. Wenn du verlierst, ist alles schlecht.“

Rechenschieber und andere mathematische Hilfsmittel können in der Tasche bleiben. Es hilft nur ein Sieg für das Viertelfinale. Spox titelt Tanz mit dem Teufel und bringt noch einen Powersatz von Krupp aus der Pressekonferenz:

,,Ohne Druck wäre ein Diamant nur ein Stück Kohle.“

Also Jungs, dann legt einfach los.

Deutschland mit Traumstart bei der Eishockey-WM

Gelsenkirchen, 07.05.2010.  Dieses Datum geht in die Geschichte der Eishockeyweltmeisterschaften ein. 77.803 Zuschauer bildeten die Kulisse für einen neuen Weltrekord. Die deutsche Crew gewann gegen die USA nach Verlängerung mit 2:1. Den Olympiazweiten bezwungen zu haben, vor der Weltrekordkulisse, ist ein bemerkenswerter Auftakt. Spektakulär. Überraschend. Torhüter Endras wuchs über sich hinaus. Ein klein wenig fühlte ich mich an Tretjak erinnert. Die Mannschaft zeigte eine geschlossene und einsatzstarke Leistung. Bundestrainer Uwe Krupp sagte einst:

,,Schulterklopfen ist nur 50 Zentimeter von einem Tritt in den Hintern entfernt, du bist immer nur so gut wie dein letztes Turnier.“

Nach dem Auftaktsieg vor den Augen von Bundespräsident Köhler (CDU) dürfte es ein paar mehr Schulterklopfer wie in Vancouver gegeben haben. Zeit Online hatte im Artikel Wen interessiert’s? geschrieben:

Eishockey? Ja, heute beginnt hierzulande die WM. Zwischen Olympia und Fußball-WM will ein unbeachteter Sport Massen begeistern. Aber wen reißt Eishockey noch vom Hocker?

Als ich 2003 meine Liebste erstmalig mit zum Eishockey Live in die Arena zum Spiel Nürnberger ICE Tigers gegen Eisbären Berlin nahm, meinte sie hinterher zu mir: ,,Es geht ja auf und ab. Viel schneller als Fußball“.

Die Zeit lag mit ihrer Prognose über den Spielausgang etwas daneben.

,,Es soll das meistbesuchte Eishockeyspiel aller Zeiten werden. Die Partie Deutschland gegen die USA gerät da schon fast zur Nebensache – zumal für die deutsche Mannschaft kaum zu gewinnen.“

Die Schweizer NZZ wirft unter dem Titel WM in Deutschland spektakulär eröffnet noch einen Blick auf eine spezielle Personalie:

,,Zu seinem ersten WM-Auftritt mit Deutschland kam Justin Krueger, der Sohn des ehemaligen und langjährigen Schweizer Nationaltrainers Ralph Krueger. Der 23-jährige Verteidiger, der im kanadischen College-Team Cornell Big Red spielt, erhielt von Trainer Uwe Krupp viel Eiszeit. Zusammen mit seinen Teamkollegen konnte er am Ende des Rekordspiels den perfekten Auftakt zur Heim-WM zelebrieren.“

Für die Fans wird es eine lange Nacht. Sie war sehnsüchtig erhofft wurden.

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Hinz und Kunz über den Sportmonat März

Noch einen Kaffee . . .

  © Hans Snoek: Pixelio

Hinz: Hallo Kunz, wir sind spät dran mit dem Rückblick auf den Sportmonat März.

Kunz: Gemach, gemach mein Hinz. Erzähle mir erst von Deinen echten Sorgen.

Hinz: Ach, Kunz. Heute wieder sehr angriffslustig. Wollen wir in die Chronologie des Märzs einsteigen?

Kunz: Ja. Sonst laufen uns noch die Leser weg.

Hinz: Wie war der Start in den März?

Kunz: Wir beide haben ja vorzüglich gespeist. Das Spiel selbst konntest Du ja vergessen.

Hinz: Das war nix. Vorfreude auf die Fußball WM sieht anders aus. Löw hat aber auch Baustellen in einer inflationären Anzahl.

Kunz: Trotzdem darfst Du gegen Argentinien nicht so einen lustlosen Kick abliefern. Die Truppe von Diego Maradona ist ja nicht mit der 86er Mannschaft der Gauchos zu vergleichen. Die jetzige Elf hat sich mit Müh und Not durch die Südamerikagruppe gekämpft. Ich erinnere an die 1:6 Niederlage in Bolivien. Deutschland hat also nicht gegen eine überirdische Mannschaft in München verloren. Mir fehlt bei der Löw Mannschaft einfach auch das Feuer. Das zieht sich ja wie ein roter Faden durch. Voriges Jahr in Düsseldorf die 0:1 Niederlage gegen Norwegen. Die Skandinavier waren irgendwo in der Region 60 der FIFA Weltrangliste. Nenn mir bitte 3 überzeugende Spiele in den letzten 12 Monaten? Lass es sein. Du wirst selbst bei guten Willen nicht drei Finger nach oben bewegen können.

Hinz: Bist Du nicht etwas zu streng?

Kunz: Hinz, was soll denn die Frage? Kämpfen, Laufbereitschaft, Zweikämpfe suchen und annehmen sind handwerkliche Basistugenden. Da muss ich nicht drüber diskutieren. Darauf aufsetzend  könnten sich spielerische Momente entwickeln. Löw war ja bereits an seinem Ziel Europameister vorbeigeschrammt. Dafür gab es dann jene eigenartige „Siegesfeier“ am Brandenburger Tor. Herr Ober, zwei Kaffee bitte und zwei gedeckte Schweizer Apfelkuchen. Danke.

Hinz: Der Sportfunktionär Zwanziger hat einen Abstimmungserfolg zu verzeichnen gehabt. 47:0 war das Ergebnis. Er bleibt im Amt.

Kunz: Klingt nach Harmonie oder einem Ergebnis beim Damen-Eishockey. Da fällt mir doch glatt das Torverhälnis der Kanadischen Frauen bei den Olympischen Spielen ein. 43:2 . Die gewinnen schon mal ihre Spiele wie beim Auftakt in Vancouver gegen die Slowakei mit 18:0.

Hinz: Stichwort Eishockey. Deutschland richtet dieses Jahr die Eishockey WM aus. Es gab die bemerkenswerte Aktion Spieltag58.

Kunz: Ja, die Initiatoren Robert Schäfer, Dominik Kaiser, Stefan Schäfer und Chantalle Alberstadt sind Eishockeyfans mit Herzblut. Im Interview mit der Stadionwelt oder mit sportinsider legten sie die Beweggründe ausführlich dar. Quo vadis Deutsches Eishockey?

spieltag58.de - Adler Mannheim

Foto: Aktion Spieltag58

Hinz: Die monetären Schwierigkeiten in Kassel, Krefeld oder Köln sind nicht zu übersehen gewesen. Bei den angelaufenen Playoffs gab es dann auch noch eine Marketingpanne bei den Wölfen.

Kunz: Manchmal passt alles zusammen. Die Wolfsburger Autopanne. Meine Lieblingsworte sprach VW-Marketing-Chef Stefan Moser: ,,Die Manöver waren genauso abgesprochen. Vielleicht war ja das Eis dieses Mal weicher als sonst.“   Ich hab ja den Laptop bei. Ich glaube auf dem Eishockey Blog war auch ein Sky Video zu sehen. Hier hab ichs. Hinz, ich spiel es für Dich nochmals ab.

Hinz: Ohne Worte. Dann können die weiteren Playoffs ja ohne Pannen über die Bühne gehen. Ich freu mich übrigens trotzdem auch auf die Eishockey WM. Der Countdown läuft.

Kunz: Bundestrainer Uwe Krupp sagte einst: ,,Schulterklopfen ist nur 50 Zentimeter von einem Tritt in den Hintern entfernt, du bist immer nur so gut wie dein letztes Turnier.“ Nach Vancouver war der Kreis der Schulterklopfer sicherlich überschaubar. Interessant in dem Zusammenhang ist auch nochmals ein Blick auf die Interviews von Uwe Krupp und Torwart Thomas Greiss vor den Olympischen Spielen.  

Hinz: Themawechsel. Die Rückkehr des Königs verlief nicht wie geplant.

Kunz: Michael Schumacher war sicher selbst enttäuscht über den Auftakt. Es ist aber kein Grund jetzt den Klug-Scheißer Modus einzuschalten. Jedes Comeback birgt Risiken. Lance Armstrong hat im vergangenen Jahr auch nicht die Tour gewonnen. Ali holte sich gesundheitliche Blessuren. Maske sein Kampf war mehr Entertainment und persönliche Genugtuung. Lass uns einfach nach Ende der Saison nochmals über Schumacher sein Comeback sprechen. Mercedes wird trotzdem das eine oder andere Auto verkaufen. Herr Ober, Danke. Der gedeckte Apfelkuchen sieht ja wieder unwiderstehlich frisch aus. Hinz lass es Dir schmecken.

Hinz: Die 81. Deutsche Schachmeisterschaft sah Niclas Huschenbeth vorn.

Kunz: Verdient. Er ist ein hoffnungsvolles Talent. Neue Gesichter werden dem Deutschen Schach gut tun. Einen Magnus Carlsen haben auch andere Länder nicht so ohne weiteres zu bieten. Huschenbeth legte einen bemerkenswerten Endspurt bei der Meisterschaft hin. In den letzten 6 Spielen holte er starke 5,5 Punkte. Der eigentliche Favorit Igor Khenkin trug jedoch auch seinen Teil dazu bei. Er remisierte die letzten 5 Partien durch und bekam dafür die Quittung.

Hinz: Der Kuchen ist köstlich. Der Kaffee ist hier auch so aromatisch. Die Plaudereien mit Dir machen mir immer sehr viel Spaß.

Kunz: Hinz, Du brauchst Dich nicht einschleimen. Ich übernehme ja die Rechnung.

Interviews zu Olympia in Vancouver

Heute eine kleine und feine Auswahl an Sportinterviews im Hinblick auf die nächsten  Tage in Vancouver. In der Frankfurter Rundschau gibt Eishockey Coach Uwe Krupp ein interessantes Interview zum Thema Eishockey ist in Kanada Religion. Der Bundestrainer hat selber 17 Jahre in der NHL gespielt und dabei mit seinen Mannschaften öfters in Kanada Auftritte auf Eis gehabt. Die Einstellung gegenüber dem Eishockey ist von großer Achtung geprägt. Die Sportart steht in der Bedeutung bei den Gastgebern an erster Stelle.

,,Jeder weiß, dass Olympia in Vancouver stattfindet, aber in den Augen der Kanadier gibt es eigentlich nur das Eishockeyturnier. Da wird zwar auch noch irgendwo Ski gelaufen, aber Eishockey ist in dem Land einfach Religion.“

Uwe Krupp läßt seine eigene berufliche Zukunft offen, betont im Interview die Wichtigkeit bei Olympia sich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentieren zu können und schaut schon auf die bevorstehende Heim-WM.

,,Die WM im eigenen Land gibt uns wiederum die Chance, uns vor dem Heimpublikum präsentieren zu können. Wir wollen dann natürlich versuchen, eine gewisse Euphorie in der Bevölkerung auszulösen. Wenn uns das gelingen sollte, könnte die WM sehr bedeutsam werden fürs deutsche Eishockey.“

Die Chancen bei Olympia sind Außenseiterchancen. In der Vorrunde gegen Finnland, Schweden und Weißrussland sieht er sein Team jedoch mit der Möglichkeit einer Überraschung.

Offensiver geht da Thomas Greiss, Torwart der deutschen Eishockeymannschaft, mit dem Thema Chancen bei Olympia in Vancouver um. Im Interview mit spox meint er selbstbewußt:

,,Natürlich sind wir Außenseiter, aber mit ein bisschen Glück können wir an einem guten Tag schon für die eine oder andere Überraschung sorgen. Die Schweiz hat in Turin auch Kanada geschlagen. Griechenland ist auch Fußball-Europameister geworden. Man weiß nie, was passiert, da geht schon was für uns.“

Amelie Kober ihr Sportgerät ist das Snowboard. Sie gibt im Interview mit der faz Auskunft über den Untergrund, verschiedene Schneetemperaturen und ihre Boards.

,,In Cyprus Hill in der Nähe von Vancouver, wo die Snowboardrennen stattfinden, sind die Bedingungen schwierig, weil dort das Wetter sehr schnell wechseln kann. Deshalb werden wir uns auf alle möglichen Bedingungen vorbereiten. Ich werde drei verschieden präparierte, auf verschiedene Schneetemperaturen ausgerichtete Rennboards und ein Trainingsboard dabeihaben, so dass ich auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein werde.“

Ski-Langläufer Tobias Angerer spricht im Interview mit der faz über Wachs und die verantwortungsvolle Arbeit der Techniker sowie die Manpower in der Technikabteilung bei den Norwegern.

,,Bei der Nationalmannschaft haben wir inzwischen ein Serviceteam mit acht Technikern, die jahrelange Erfahrung haben, und das ist auch gut so. Es gibt Spezialisten für alles. Einige beschäftigen sich nur mit dem Schleifen der Skier. Im Vergleich zu den Skandinaviern aber sind wir ein sehr kleines Team, die Norweger etwa kommen mit dreimal so vielen Technikern an die Strecke.“

Magdalena Neuner zeigt sich im Interview mit Eurosport optimistisch und gibt bereits einen verbalen Treffer ab.

,,Sechs Podestplätze bei acht Wettkämpfen sind auf alle Fälle eine gute Ausgangsposition für eine Medaille. Mein erklärtes Ziel lautet aber Olympiasieger zu werden. Ich weiß, dass ich es drauf habe, das habe ich in Antholz gezeigt. Der Wunsch nach Olympia-Gold ist nicht nur Spinnerei und Träumerei – es ist auf jeden Fall möglich.“

Die Konkurrentinnen werden jedoch nicht unterschätzt. Die Biathletin sieht bei ihrer Olympiapremiere auch die Stärken der anderen.

,, Helena Jonsson ist momentan extrem stark am Schießstand. Es fällt auf, dass sie selbst in schwierigsten Situationen die Nerven behält. Auch läuferisch ist sie in einer bestechenden Form. Auch Anna-Carin Olofsson-Zidek ist wieder zurück und gut drauf. Ann Kristin Flatland ist ebenfalls topfit in der Loipe. Die Konkurrenz schläft nicht, aber wir auch nicht. Ich denke, die Wettkämpfe bei Olympia garantieren auf alle Fälle Spannung pur.“

Soweit die Protagonisten Krupp, Greiss, Kober, Angerer und Neuner.