Abschied vom Medaillenspiegel

Die olympischen Spiele von London im Jahr 2012 sind auch bereits wieder Geschichte. Sportfunktionäre haben so ihre Schwierigkeiten mit Zielvorgaben, Medaillenprognosen und dem ganzen Kram. Nun der Medaillenspiegel wird total überbewertet. Nasskalt ist hier unten vorbei und es scheint die Sonne in bester Form, der Himmel ist blau, die Temperaturen bei 28 Grad. So fühlt sich Sommer an.

Hier am Bodensee sind die Strandbäder gut gefüllt, es wird geschwommen, Tischtennis gespielt, eine Partie auf dem Großschachfeld mit großer Konzentration und Lust geführt, Volleyball auf sandigen Untergrund gepowert und die Segelboote sind auf dem grandiosen See auch zahlreich unterwegs. Der Medaillenspiegel ist nicht wirklich ein riesiges Thema. Gastronomen erfreuen sich der gut besuchten Freisitze. Einheimische wie Touristen genießen das Panorama auf die Berge. Ob Deutschland jetzt 1. oder 4. oder 6. oder 8. oder gar 12. oder ungeplant 15. der berühmt-berüchtigten Nationenwertung geworden ist, spielt bei den Menschen hier am Bodensee nicht die entscheidende Rolle. Es ist kein Aufreger. Die Schwäbische Zeitung hat ab morgen auf dem Sportteil wieder vermehrt Platz. Es muss keine statistische Aufbereitung der Medaillen mehr gedruckt werden. Die Spiele in London sind einfach durch.

Derweil gibt es auch wieder Lebenszeichen von Übungsleiter Löw. Trainer Baade nimmt sich der Sache unter dem Titel Einen neuen Tiefpunkt erwühlt an. Die Zeiten werden rauher.

Weise Worte von Trainer Baade

Sommer 2012. Nun also die Partie der Mannschaft von Übungsleiter Löw gegen das Team von Coach Prandelli.

Es gibt sicherlich langatmigere Halbfinalpaarungen. Jetzt gibt es bei einem Sieg eine Belohnung. Der Einzug in das Finale der Fußball-Europameisterschaft 2012. Kiew vor Augen.

2006 und 1970 gab es diese Konstellation der Auseinandersetzung um den Platz im Finale ja jeweils bei der WM. Vor 42 Jahren gewann Italien im sogenannten Jahrhundertspiel mit 4:3 in der Verlängerung gegen die Mannschaft von Trainer Schön. 2006 gab es ebenfalls kein vorbeikommen an den technisch und mental sehr versierten Spielern mit den klangvollen Namen. Bundestrainer Klinsmann musste eine Halbfinalniederlage hinnehmen. Auf der Bank war auch sein damaliger Assistent Löw zu finden.

Es ist nur ein Fußballspiel. Daran darf bei aller medialer Überhöhung dran erinnert werden. Der Kultblogger Trainer Baade fasste die Dinge kürzlich in sehr weise Worte:

,,Entfesselter Anti-Italienismus scheint bedauerlicherweise zu Turnierfußballzeiten in diesen Breiten besonders hoffähig zu sein, auch dank der gewissenlosen Arbeit einer gewissen Zeitung, welche hier aber ohnehin nicht als Denkersatz fürs eigene Hirn akzeptiert würde.“

Auch bei einem Einzug der italienischen Mannschaft in das Finale von Kiew werden viele Urlaubsreisen an den Gardasee, nach Rom oder Rimini weiter gebucht werden. Die italienische Gastronomie wird die nächsten Monate gewohnt fleißig Espressobestellungen der Bundesbüger zwischen Rostock und Friedrichshafen aufnehmen. Es handelt sich um ein Fußballspiel. Nicht mehr und nicht weniger.

Jogi Löw und die Touren mit dem Mountain Bike

Wo wohnt eigentlich Übungsleiter Löw? Kennt jeder die richtige Antwort Freiburg? Da will er auch nicht weg und unterliegt nicht den Verlockungen der Metropolen. In der Stuttgarter Zeitung (Hat-Tip geht an Trainer Baade) gibt es auch die Gründe dafür, mit Verweis auf zwei reizvolle Mountain Bike Touren:

,,Natürlich wäre es für den Bundestrainer weitaus bequemer, in Frankfurt, Hamburg oder Berlin zu wohnen. Und wenn ich samstags abends nach einem Bundesligaspiel von Wolfsburg oder Hannover, nach einem Besuch im „Aktuellen Sport-Studio“ noch zurück will nach Freiburg, stelle ich mir manches Mal die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, in eine dieser Metropolen zu ziehen. Aber eine Tour mit dem Mountain Bike von Freiburg Richtung Schwarzwald oder eine Tour am Schluchsee entschädigt dann doch für alles.“

Die Zeit im Sommer dieses Jahr ist dann für Touren mit dem Bike vielleicht etwas knapp. Es steht die EM 2012 auf dem Programm. Übungsleiter Löw ist mit der Nationalmannschaft noch titellos. Der Erwartungsdruck liegt bei ihm, ganz klar. Seit 2004 arbeitet er beim DFB. Erst im Schatten von Medienstar Klinsmann (hat der jetzige Trainer der Amis diesen Ruf eigentlich noch?), nach der WM 2006 dann eigenverantwortlich. Die Bilanz nach Titelgewinnen abzugrasen mag dem einen oder anderen übertrieben erscheinen, andererseits wonach soll sonst gemessen werden?

Am schönen Spiel der Niederländer bei der Weltmeisterschaft 1974 konnten sich die Fans im Nachbarland und andernortens erfreuen, ein Titel für die Ewigkeit war ihnen mit König Johan nicht vergönnt. Der kleinere Bruder der WM ist die Europameisterschaft. Die EM konnten einst sogar Jupp Derwall und Berti Vogts nach Deutschland holen. Ein richtig großer ist, wer wie einst Sepp Herberger, Helmut Schön oder Franz Beckenbauer den Weltmeistertitel nach Deutschland holt. Davon ist Übungsleiter Löw noch ein gutes Stück entfernt.

Ein ganz normaler Bürotag im März 2012 in Deutschland

08:00 Entspannt mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Büro

08:35 Mantel im Büro aufgehangen. E-Mail Eingang checken.

08:45 Kollegen an gewonnene Sportwette auf Augsburger 0:0 erinnern

08:50 Ersten Kaffee im Büro trinken, Rosinenbrötchen tunken

08:56 Mentale kurze musikalische Auszeit mit youtube vorbereiten

08:59 Bärtige Entspannungsmusik mit ZZ Top genießen

09:30 Konferenz. Kollegen an ausstehenden Wetteinsatz erinnern

10:00 Zurück im Büro. Ablage. Blick auf die Kultseite von Trainer Baade

10:30 Genüßlicher Blick auf das Blog Check von Hinten

11:05 Blick auf die Uhr. Zweites Frühstück in Sicht. Wird auch Zeit.

11:15  Zweites Frühstück mit Kollegen G. Austausch über Leverluschen 1:7

11:45 Kantine. Sport Diskussion fortsetzen. Es dreht sich um Little Hoffe 1:7.

12:40 Eiligen Außentermin vortäuschen: schnell mal rüber zu Kaufhof

13:45 Beim Bereichsleiter Sorge über Zustand von V. äußern

14:30 Am Drucker Powerpoint-Präsentation der Kollegin R. abgreifen

14:55 Druckerpapier und Textmarker Stabilo für daheim einstecken

15:15 All-inclusive-Angebote für Olympische Spiele London 2012 checken

15:40 Präsentation von R. unter eigenem Namen der Zentrale senden

16:10 Auszubildenden (Leverluschen 1:7 Fan) im Großraumbüro hochnehmen

16:20 Die Bundesligawettgelder von den Kollegen einsammeln

17:10 Endlich Feierabend. In der Tiefgarage auf Bereichsleiter warten:

             ,,So spät noch?“

17:50 Von der Frau wegen aufreibenden Bürotag bedauern lassen

17:55 Gut gekühltes Entspannungsbier von der Frau servieren lassen

Anmerkung

Alles an diesem Büroarbeitstag ist erfunden, das hoffe ich zumindest. Namen der Personen sowie Ablauf in der Firma sind ebenso frei erfunden wie die beschriebenen Situationen und Handlungen.

Ich versichere, dass ein Bezug zu realen Geschehnissen in deutschen Büros nicht beabsichtigt ist, auch wenn sich ein solcher finden sollte.

Texte, die weiterhelfen

Ein paar sehr lesenswerte Texte sind aufgelaufen. Es lohnt ein Blick zu Trainer Baade und seinen epischen Worten Zwischen den Feiertagen ganz grau. Dem Meistercoach ist damit vielleicht der Blogbeitrag des Jahres 2012 gelungen. Er hat die Latte sehr weit hochgelegt. Mein Kompliment. Den Text von Trainer Baade kann sich jeder auch ausdrucken und einrahmen. Phänomenal. Gibt es eigentlich einen Literatur-Nobelpreis für Blogger? Wenn ja, bitte den Coach nominieren.

Fußball und Doping beschäftigen Sportjournalist Jonathan Sachse. Auf seinem Blog hat er sich im Beitrag Graham Hunter: Xavi bekommt Wachstumshormone  mit dem Thema auseinandergesetzt. Er verspricht, dass Thema Doping und Fußball weiter zu verfolgen. Müssen jetzt die Barcelona Erfolge in anderen Licht gesehen werden? Oder auch die Titel der spanischen Nationalmannschaft? Der spanische Sport sorgte unlängst mit der verurteilten Personalie Alberto Contador für Aufsehen und negative Schlagzeilen.

Daniel Drepper interviewte vor drei Jahren Jürgen Klopp für Zeit Online und konfrontierte ihn mit dem Thema Doping im Fußball. Der charismatische Trainer blockte ab. In Doping im Fußball: Alle drei Jahre eine Kontrolle fädelt  Sportjournalist Drepper mit der Episode seinen Text ein. Er beschäftigt sich mit der Intensität der Kontrollen und verspricht ebenfalls ein beharrliches dranbleiben am Thema Fußball und Doping.

Jens Weinreich outete sich einst als Fußballanhänger vom 1. FC Magdeburg. In der Zwischenzeit hat sich der investigative Sportjournalist einen Namen gemacht. Seine Recherchen gehen in die Tiefe, seine Texte sind immer lesenswert. Der 1. FC Magdeburg gewann einst 1974 in Rotterdam gegen den AC Mailand den Europapokal der Pokalsieger mit einem 2:0 Sieg. Das italienische Team aus dem Land des damaligen Vizeweltmeisters verlor deutlich und verdient. Jetzt hat Jens Weinreich ein sportpolitisches Thema aus Italien unter dem Titel Rom 2020: Vernunft und Verantwortung aufgegriffen. Ministerpräsident Mario Monti mag sich an dem Wahnsinn um das Rennen der olympischen monetären Bewerbungsschlacht nicht mehr beteiligen.

Besuch in der Schrebergartenanlage der deutschen Sportblogger

Heute gibt es einen kleinen Spaziergang durch den Schrebergarten der deutschen Sportblogger. Fußball steht heute wieder an. Für Fußballinteressierte lohnt wieder ein Blick in den Garten von allesaussersport. Eine detaillierte Vorschau auf die Bundesliga und wie immer eine Reihe gut gepflegter Textbeete bietet dogfood alias Kai Pahl an. Beispiel gefällig?

,,Nach der Social Media-Pleite der Bayern vom Donnerstag (“Wir präsentieren einen neuen Spieler“) schaut zum Glück Facebook-Connaisseur Felix Magath vorbei und kann den Bayern zeigen wo der Social Media-Hammer hängt.“

Auch breitnigge nimmt sich dem mit falschen sozialen Medien Saatgut herum experimentierenden Rekordmeister vor und stellt fest:

,,Eigentlich fällt mir dazu nix mehr ein. Dabei wäre es so einfach für den FC Bayern. Mit sozialen Medien umzugehen. Bei dem Fan-Potential.

Aber weshalb sollte ich hier Tipps in meinen Blog-Beitrag schreiben. Da zahlen unsere Kunden in der Agentur ‘ne Stange Geld für.

Man versteht offenbar das Thema, die Fans und die Gemengelage nicht. Und hat ferner keinerlei Gespür für Situationen und Konsequenzen im sozialen Netz.“

Irgendwas mit sozialen Medien machen müssen, leider wohl machen müssen, gezwungenermaßen sozusagen. Menschenskinder, dann lieber wie König Johan Cruyff ohne Handy und E-Mail Account agieren. Der missglückte Aktionismus von Bayern München bekommt auch Aufmerksamkeit in Leipzig. Rotebrauseblogger titelte Des FC Bayern zwölfter Mann. Doch die Fußballwelt dreht sich weiter. In der vierten Liga wird bei RB Leipzig noch fleißig getestet. Luxemburg war der auserwählte Gegner: Rotebrauseblogger nimmt sich der Thematik liebevoll an:

,,Testspiel Nummer 5 der Winterpause brachte RB Leipzig gestern am Tag 6 des Trainingslagers in Belek die Nationalmannschaft Luxemburgs als Gegner. Nationalmannschaft klingt erst mal ziemlich beeindruckend. Bedenkt man, dass Luxemburgs beste Fußballlegionäre maximal in zweiten europäischen Ligen spielen (der französischen z.B.) und gar nicht dabei waren, weil sie mit ihren Clubs selbst in der Rückrundenvorbereitung (oder gar im Spielbetrieb) stecken, bleibt ein kleines Land mit der Einwohnerzahl Leipzigs, dessen Nationalmannschaft wohl fußballerisch wohlwollend gutes Regionalligaformat besitzt. Also alles in allem nicht mehr so spektakulär.“

Der Sportmanager ist auch im Online-Schrebergarten aktiv und widmet sich mit infografik: die 50 beliebtesten Sportler im social web der grafischen Aufbereitung des Kampfes um die größte Aufmerksamkeit im Online-Rosenbeet.

Stefan Löffler schreibt auf der Schachwelt unter dem Titel Deutsche Nummer eins wandert aus über einen Wechsel in das Gastgeberland der diesjährigen Schacholympiade.

Rank Zero wartete unlängst mit einer sehr schönen Partie zwischen Henrique Mecking und Antonio Rocha aus dem Jahr 1969 in Mar del Plata auf. Nach 24 Zügen war bereits alles erledigt. So eine Kurzpartie nachzuspielen ist immer wieder eine genüßliche Freude.

Sprung zum Eishockey. Bei Check von hinten geht es um ein Jubiläum, welches sich zum vierzigsten mal jährt. 1972 standen sich Kanada und die UdSSR gegenüber. Die Zeit des kalten Kriegs wehte eisig. Jetzt steht Zum 40. Jubiläum: Rematch der Summit Series an.

Schnelligkeit und spektakulären Sport hat auch das Racingblog zu bieten. Unter dem Titel Grand Am: Vorschau auf die 50. 24h Daytona kommen alle Motorsportfreunde auf ihre Kosten.

Im Garten gibt es ja auch immer die Männer die über fast alles Bescheid wissen. Die wissen eben sehr viel über Rosen, Baumschnitt, wann die beste Zeit für das Düngen des kleinen Erdbeerfeldes ist. Aus was für Früchten sich das beste Gelee machen lässt. Manchmal werden dann diese Männer auch in den Gartenvorstand gewählt. Bei den Sportbloggern gibt es auch einen mit unheimlich viel Wissen über Fußball. Meistercoach Trainer Baade. Diesmal hat er sich in unnachamlicher Art und Weise Sich selbst erhaltendes Siechtum zugewandt und bietet ein textlich winterfest gemachtes Rosenbeet an:

,,Einerseits geht die Meldung im Widerhall der Facebook-Aktion des FC Bayern fast unter. Andererseits muss man sich keine Sorgen machen, dass der FC Bayern — bald geführt und beraten von eindimensionalen alten Recken, deren Weiterbildung selbst bei besten Möglichkeiten, Experte bei Sky oder beim ZDF, und somit hautnah an den besten Spielen des Planeten dran, nur im Schneckentempo vorwärts geht — in mittlerer Zukunft gefährdet sein könnte.“

So genug durch die Schrebergartenanlage der deutschen Sportblogger für heute gewandert.

Schach Intermezzo und ein kleiner Blick rüber zu Trainer Baade

Nein, heute keine Zeilen zum Basketballfan Wulff. Oder doch noch eine kleine Randnotiz. Hier an den Stammtischen am Bodensee sieht man die Sache gelassen. –  Rücktritt? Mir doch egal. Ich seh ihn eh erst wieder zur nächsten Weihnachtsansprache -. 

Derweil bietet chesstigers wieder spannende Schachseminare in Deutschland an. Auf geht´s:

 ,,Auch 2012 bietet das Chess Tigers Training Center in Bad Soden wieder für Jedermann hochwertige Seminare mit den besten Trainern und den größten Experten Deutschlands an. Am 18. & 19. Februar wird der FIDE-Trainer GM Michael Prusikin ein Seminar zum Thema Französische Verteidigung halten. Den 10. & 11. März haben wir für Sie und André Schulz reserviert. Lernen Sie von dem Chef-Redakteur aus dem Hause ChessBase persönlich den souveränen Umgang mit Chessbase & Fritz! Am 05. & 06. Mai haben wir für Sie erneut den Guru der Endspiele, GM Karsten Müller, zum Thema Endspielstrategie verpflichtet. Nach diesen beiden Tagen werden Sie Endspiele lieben!“

Endspiele – ich habe meine Turnierpartien am liebsten vor Beginn des Endspiels gewonnen. Manch Endspiel zog sich einfach in die Länge. So sechs, sieben Stunden Partien sind nicht mein Ding gewesen. Ich mochte die zügigeren Siege.

Das Schach Magazin 64 warf kürzlich einen Blick auf das Jahr 2012 und siehe da: Es wird eine Menge geboten. Europäische Einzelmeisterschaft im März, Schachweltmeisterschaft in Moskau vom 10. bis 31. Mai (Anand und Carlsen hätte ich gerne gesehen – nun Schach ist offenbar kein Wunschkonzert) und dann die Istanbuler Festtage. Schacholympiade. Hm. Eine ganz feine Sache. Das New York Europas bietet sich an für einen kurzen Ausflug in die türkische Millionen-Metropole. Schach Magazin 64 schrieb dazu:

 ,,Für potentielle Schlachtenbummler aus dem deutschsprachigen Raum wird diese Olympiade viel leichter zu erreichen sein als die letzte, die anno 2010 im westsibirischen Chanty Mansijsk ausgetragen wurde. Wegen der vielen türkischen Mitbürger, die ihr Heimatland oft besuchen, gibt es Hunderte von schnellen und preiswerten Flügen fast aus allen großen deutschen Städten, wie auch aus Wien und aus Zürich.“

Der Zeitraum der Schacholympiade ist vom 27. August bis zum 13. September terminiert. Übrigens endete die letzte Schacholympiade mit einem Debakel für die deutschen Männer. Platz 64. Siehe dazu auch meinen Artikel vom 4. Oktober 2010 hier auf dem Blog unter dem Titel Deutschland läuft unter ferner liefen bei der Schacholympiade 2010 in Khanty Mansijsk ein.

Die am 6. Januar von DSB-Präsident Herbert Bastian veröffentlichte Stellungnahme zur Presseerklärung von Arkadij Naiditsch ist inzwischen 5296 mal aufgerufen worden (23. Januar 23.57 Uhr). Ich werd die Entwicklung noch ein wenig im Auge behalten. Am 8. Januar 2012 schrieb ich hier:

 ,,Am heutigen Abend um 22.05 Uhr, 2 Tage nach Veröffentlichung, ist der Text bereits 1904 mal aufgerufen worden.“

Was macht eigentlich der von mir geschätzte Georgios Souleidis auf seinem Blog Entwicklungsvorsprung? Wollen wir einmal nachschauen? Gesagt – Getan. Schaun wir rüber über den Gartenzaun.

Was macht eigentlich der einst beim Start mit viel Elan bloggende Schachgroßmeister Jan Gustafsson? In diesem Jahr erst ein Beitrag vom 5. Januar 2012. Da ist noch Potenzial nach oben. Am 13. September 2011 schrieb ich unter dem Titel Durchhaltevermögen zu Jan Gustafsson:

,,Ich war gespannt wie ausdauernd der deutsche Schachgroßmeister Jan Gustafsson ist. Am 19. August 2010 startete er auf seiner frisch gestalteten Website eine Kolumne. Sein damaliger erster Beitrag A beautiful Mainz war der Auftakt zu einer schnell Kultcharakter annehmenden Kolumne. Fotos, frische und unkonventionelle Kommentare von Gustafsson, ein Blick hinter die Kulissen des Schachbetriebs. Das gefiel nicht nur mir. Die Frequenz war zeitweise sehr intensiv. Er bestückte seine Website mit immer neuen Content. Jetzt ist also ein gutes Jahr vergangen. Im August 2011 füllte der sympathische Großmeister die Kolumne mit zwei Beiträgen. Im September steht er bisher mit einem Beitrag New York, alter Jan zu Buche. Es dürfen wieder gerne intensivere Gustafsson Zeiten anbrechen.“

Ja, ja … die Sache mit dem Durchhaltevermögen, der Beharrlichkeit, der Ausdauer, dem unbedingten Willen intensiv zu bloggen. Offensichtlich gar nicht immer so einfach.

In letzter Zeit hat ja die CDU recht viel einstecken müssen. Der Bundespräsident hat nun einmal das Parteibuch mit dem C an erster Stelle. Wir sind halt auch nicht mehr im Mittelalter. Diese analytischen Köpfe wie Schirrmacher und Augstein mit ihren messerscharfen Texten – es ist nicht immer Wohlfühltemperatur in diesen Tagen für den Brillenträger mit der ausgeprägten Leidenschaft (!?) fürs sparen.

Doch die Genossen bekommen heute auch noch mal ein wenig ihr Fett weg. Es darf gerne nochmals an Peer Steinbrück und Helmut Schmidt mit den Schwierigkeiten am falsch aufgestellten Schachbrett erinnert werden. Die Oppisition ist dermaßen zahm. Wer hat denen die Zähne gezogen? Über die F(ast) D(rei) P(rozent) Partei will ich den Mantel des Schweigens ausbreiten. Gehören die eigentlich schon mit zur Opposition oder regieren die noch irgendwie mit? Im Windschatten. Die Piraten brauchen jetzt gar nicht frohlocken. Haltet erst einmal 5 Jahre durch. Legt aber noch ein paar Kinderkrankheiten ab.

Zum Abschluss noch ein kleiner Schwenk zum Fußball. Kein Gelabere der öffentlich-rechtlichen, keine Torwartdiskussion um Neuer .. ich will kultigen Text zum Thema Fußball. Also ein Blick rüber zum Trainer Baade. Es findet sich mit Ein Bayer in Charlottenburg-Wilmersdorf wieder einer dieser charmanten Textperlen mit der arteigenen Handschrift vom Meistercoach. Ein Lesebefehl wird allerdings nicht ausgesprochen. Ich bin da zu sehr Freigeist. Vielleicht sind auch einige Leser gar nicht bis an die Stelle gekommen aus konditionellen Gründen. Ich kenne meine Pappenheimer.

Vorweihnachtszeit

Die Fußballfreundin Merkel bekommt selten von mir die Rückendeckung. Doch diese Woche hat die protestantische Pfarrerstochter gelassen auf die hyperaktiven Rating-Agenturen und deren Geschwätz reagiert. Meine Kanzlerin wirkte da souverän wie einst das Vorstopperspiel von ,,Katsche“ Schwarzenbeck. Hier im Süden gehen viele Frauen mit dem Thema Rating-Agentur auch tiefenentspannt um: – Heruntergestuft? Mir doch egal. Ich bezahl mit der Kreditkarte meines Mannes -. 

Wie darf man sich eigentlich die Arbeit in einer Rating-Agentur vorstellen? Werden da bei Pfefferminztee die Schnittchen mit dem vegetarischen Aufstrich gereicht? Schwer vorstellbar. Natürlich fragt man sich bei manchen Prognosen, ob die bei ihren Meetings um die Wette koksen.

Doch widmen wir uns erfreulicheren Dingen. Bei der London Chess Classic 2011 führt nach 6 Runden Hikaru Nakamura. Mehr gibt es bei chesstigers zu lesen. Die Macht des Fotos konnten wir erst diese Woche bei der Bobby Fischer Dokumentation – Zug um Zug in den Wahnsinn sehen. Da waren eindrucksvolle Fotos zu sehen. Fotografieren bei Schachturnieren ist ja so ein Thema für sich. Es ist sicherlich viel geknippstes dabei, wo die fotografische Messlatte nicht zu hoch angelegt werden darf. Doch es kommt Bewegung in den Markt. Schachenthusiast Georgois Souleidis weist auf seinem Blog Entwicklungsvorsprung auf einen Fotokurs für Jedermann von ihm hin:

,,Seit einigen Jahren gehört die Fotografie zu meinen größten Leidenschaften. In der Schachwelt bin ich ohne Kamera nicht mehr unterwegs und inzwischen hat sich soviel Bildmaterial angesammelt, dass ich regelmäßig Anfragen für Fotowünsche erhalte. Vor einigen Wochen kam mir beim Bearbeiten von Aufnahmen, die ich bei einem Schachturnier, ich meine LGA-Cup, gemacht hatte, eine Idee. Wieso nicht mal einen Fotokurs anbieten?“

Merh dazu und eine Reihe von Arbeitsproben von Georgios Souleidis gibt es auf obig verlinkten Titel von ihm zu sehen.

Fußball wird dieses Wochenende auch noch gespielt. Ich kann das Wort Herbstmeister nicht mehr hören. Eh ein Goldener Ananas Titel. Man frage bei Leverkusen nach. Interessanter ist da schon ein Artikel auf freitagsspiel über das green soccer journal. Auch dort taucht das Thema Fotografie auf. Richtige Fotografien.

Wir schreiten mit Riesenschritten auf Weihnachten zu. Nikolaus ist auch schon durch. Die Glühweintassen klappern auf den Märkten deutscher Innenstädte. Bustouristen werden herangekarrt. Da darf ein wenig Atmosphäre nicht fehlen. Diese Woche spürte sie Kultcoach Trainer Baade mit Uli Hoeness und diese Sache mit dem Nikolaus auf. Dann ist heute Abend noch etwas besonderers auf dem Terminplan. Nein, nicht das ZDF Sportstudio. Auch nicht die Tagesschau mit der eingangs erwähnten Fußballfreundin. Es ist die Zeit von El Clásico. Auf der Website el-clasico gibt es Informationshäppchen rund um das wichtigste Duell im Klubfußball.  

Deutschlands ehrgeizige Sportblogger

Auftakt der Schachbundesliga in Mülheim ist durch. Die Augen richten sich wieder dem internationalen Geschehen zu. Kramnik zelebriert einen Traumstart beim Univé Schaaktoernooi 2011 in Hoogeveen. Vertiefung gerne bei chesstigers.

Derweil powern Deutschlands ehrgeizige Sportblogger. Trainer Baade sucht und findet das Licht der Öffentlichkeit. Lesung am 27. Oktober 2011 in Duisburg. Titel: Drama Queens in kurzen Hosen. Geschmeidiger Beginn ist für 21.00 Uhr vom Meistercoach angesetzt. Es gibt auch bisher noch unveröffentlichte Texte zu hören. Trainer Baade agiert seit Jahren auf  seinem Kultblog unkonventionell, frech, offen, schonungslos ehrlich und hat Ironie nicht in der schottischen Sparsamkeitsvariante zu bieten. Er ist da wesentlich großzügiger.

Ehrgeiz ganz anderer Art zeigt Blogger Stefan Nestler und erklimmt unglaubliche Höhen. Auf seinem Blog Abenteur Sport gibt er permanent Zwischenmeldung von der Expedition zum Putha Hiunchuli. Respekt. Da schlägt jemand auf 5500 Metern bei Graupelwetter sein Lager auf und findet noch Zeit zum bloggen. Der Gipfel liegt bei 7246 Meter. Da sage mir noch einer die deutsche Sportbloggerszene sei in der Krise, die Protagonisten würden sich im Kämmerlein in gekrümmter Haltung über dem Laptop und der Tastatur quälen und sich durch Pizzaboten schlechtes Essen bringen lassen. Die Tür nur einen Spalt öffnend und kontaktscheu den Fünfer durchreichen sowie den Pappkarton mit dem schlechten Essen hastig entgegennehmen. Zurückschlürfend in die Dachkammer, durch Jalousie halb abgedunkelt, fernab von jeden Ehrgeiz. Nein, Deutschlands Sportblogger sind aus ganz anderen Holz geschnitzt. Stefan Nestler, Jahrgang 1963, bietet übrigens auch gleich noch einen Blick auf die derzeitige Position in den Bergen per SPOT Satellite Messenger an.

Ehrgeiz der Extraklasse zeigt auch Deutschlands Pionier und Großmeister der Sportblogger, Kai Pahl alias dogfood, mit seinem lesenswerten (!!)  extensiven, strukturiert aufbereiteten und phantastisch  verlinkten Artikel Play the Game 2011 – Sportpolitik in Köln auf seinem Blog allesaussersport. Das war intensiv und verlangt nach Standing Ovations.

In der sportbegeisterten Nation Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine Anzahl hochinteressanter Sportblogs gebildet. Sportjournalisten mit fundierter journalistischer Ausbildung, Autodidakten mit Leidenschaft und Kompetenz, Sportinteressierte mit Sachverstand und Fans mit Lokalesprit agieren im Netz der deutschen Sportblogger. Der Ehrgeiz mag dabei bei den Akteuren unterschiedlich ausgeprägt sein, ich möchte keinen missen.

Oliver Fritsch sei abschließend erwähnt, Hartplatzheld und Gründer von indirekter-freistoss und dem kleinen Bruder direkter-freistoss. Auf seine Internetaktivitäten kam ich einst durch einen Printartikel in 11Freunde. Wie er damals im WM Jahr 2006 die Thematik Ballack und den Umgang mit ihm bei Bayern München (der Abschied nach London schmeckte einigen Verantwortlichen wie KHR nicht)  analytisch sezierte, machte mich neugierig. Kürzlich brachte er es bis in die brand eins mit einem Rückblick auf seinen Kampf gegen kleinliche Sichten und verengte Herzen so manchen Funktionärs, und den damit verbundenen Widrigkeiten für ihn selbst. Stichwort Kaffee aus der Thermoskanne.

Fernab vom Stress: Ein Bürotag ohne Burnout

08:00 Entspannt mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Büro

08:35 Mantel im Büro aufgehangen. E-Mail Eingang checken. 

08:45 Kollegen an gewonnene Sportwette auf RB Leipzig erinnern

08:50 Ersten Kaffee im Büro trinken, Rosinenbrötchen tunken

08:59 Entspannungsblues Mama Wilson von Engerling auf youtube hören

09:30 Konferenz. Kollegen an ausstehenden Wetteinsatz erinnern

10:00 Zurück im Büro. Ablage. Blick auf Kultseite Trainer Baade.

11:15  Zweites Frühstück mit Kollegen S. Austausch über Stevens bei S04

11:45 Kantine. Sport Diskussion fortsetzen. Es dreht sich um den Ex-Coach

12:40 Eiligen Außentermin vorschützen: schnell mal rüber zu Kaufhof

13:45 Beim Bereichsleiter Sorge über Zustand von Z. äußern

14:30 Am Drucker Powerpoint-Präsentation der Kollegin R. abgreifen

14:55 Druckerpapier und Textmarker Stabilo für daheim einstecken

15:15 All-inclusive-Angebote für Rio de Janeiro 2014 checken

15:40 Präsentation von R. unter eigenem Namen der Zentrale senden

16:10 Auszubildenden (Leverkusen Fan) im Großraumbüro hochnehmen

16:20 Die Bundesligawettgelder von den Kollegen einsammeln

17:10 Endlich Feierabend. In der Tiefgarage auf Bereichsleiter warten:

             ,,So spät noch?“

17:50 Von der Frau wegen aufreibenden Bürotag bedauern lassen

17:55 Gut gekühltes Entspannungsbier von der Frau servieren lassen

Anmerkung

Alles an diesem Büroarbeitstag ist erfunden, das hoffe ich zumindest. Namen der Personen sowie Ablauf in der Firma sind ebenso frei erfunden wie die beschriebenen Situationen und Handlungen.

Ich versichere, dass ein Bezug zu realen Geschehnissen in deutschen Büros nicht beabsichtigt ist, auch wenn sich ein solcher finden sollte.