Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (2)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (2)

Das Auftaktspiel Brasilien gegen Kroatien ist durch. Ist denn bereits Weihnachten gewesen? Das vorzeitige Elfmetergeschenk vom japanischen Schiedsrichter war ja wohl ein Schenkelklopfer. Für die Mannschaft von Niko Kovac hat das Ding natürlich ein Geschmäckle. Ich will jetzt aber keine Verschwörungstheorien in den Raum stellen. Schiris sind Menschen. Menschen machen Fehler. Vizemeister Borussia Dortmund musste dies kürzlich schmerzhaft im DFB-Pokalendspiel gegen Bayern München auch erfahren.

Strittige Elfmeterentscheidungen hat es bei der WM immer gegeben, man frage nach bei den Protagonisten der umstrittenen Strafraumszene in München 1974. Hölzenbein holte einen Elfmeter heraus, der vielleicht gar keiner war. Kürzlich alberte Sepp Maier mit Bernd Hölzenbein und dem ZDF Reporter Voss herum. Der Bayern Keeper attestierte dem ehemaligen Spieler Hölzenbein auch eine Fallsucht in der Bundesliga. Können die Niederländer ihre schnelle 1:0 Führung länger behaupten, wer weiß wie das Endspiel 1974 ausgegangen wäre.Traveler Digital Camera

Heute stehen 3 Partien auf dem Programm, darunter die Finalbegegnung aus dem Jahr 2010 zwischen Spanien und den Niederlande. Die spanische Mannschaft muss an dieser Stelle eigentlich eine Casillas Gedächtnisminute einlegen. Der Weltklassetorwart verhinderte den Treffer von Arjen Robben. Diese vergebene Großchance wird dem sympathischen Stürmer sicher noch oft verfolgt haben. Mexiko trifft auf Kamerun, die kürzlich im Testspiel in Mönchengladbach gegen die Elf von Übungsleiter Löw einen robusten Eindruck hinterließen. Volker Finke erreichte ein 2:2 mit seiner Mannschaft und setzte Akzente. Interessant wird heute auch der Auftritt der südamerikanischen Mannschaft aus Chile gegen Australien. Die Chilenen setzten im Frühjahr der deutschen Mannschaft beim Freundschafstspiel in Stuttgart erheblich zu und werden von einigen Experten als Geheimtipp gehandelt. Australien feierte seine WM-Premiere übrigens vor 40 Jahren mit dem Spiel gegen die DDR bei dem Turnier in der BRD und kreuzten in der Vorgruppe auch die Kräfte mit der chilenischen Mannschaft.

Mexiko – Kamerun

Freitag, 13. Juni, 18.00 Uhr, Natal, im ZDF

Spanien – Niederlande

Freitag, 13. Juni, 21.00 Uhr, Salvador, im ZDF

Chile – Australien

Freitag, 13. Juni, 24.00 Uhr, Cuiaba, im ZDF

Weltmeister gegen dreifachen Vizeweltmeister

Von der Ansetzung her sticht das Spiel in Salvador zwischen Weltmeister Spanien und dem dreifachen Vizeweltmeister Niederlande heraus. Paul Breitner hob diese Woche bei einer Veranstaltung in der Erlebniswelt der Allianz-Arena Spanien auf seinen persönlichen Weltmeisterfavoritenthron. Er spielte ja selbst im Land des aktuellen Titelträgers bei Real Madrid. Die Niederlande haben 2010 Brasilien den Weg versperrt. Es ist immer wieder erstaunlich wieviel fußballerische Kraft das kleine Land entwickelt. Ich freu mich auch auf Louis van Gaal. Er ist ein Trainertyp. Mit Ecken und Kanten. Selbstbewusst bis in die Haarspitzen. Gerne erinnere ich mich an seine Arbeit bei Bayern München in der Saison 2009/2010. Ohne ihn hätten Holger Badstuber und Thomas Müller die WM 2010 nicht live mitgespielt. Seine Bilanz im Premierenjahr war mit dem deutschen Meistertitel, dem DFB-Pokalsieg und dem Einzug in das Finale der Champions-League besser wie die ersten 12 Monate von Pep Guardiola an der Säbener Straße. Im zweiten Jahr gab es dann den Kampf der Alpha-Männchen van Gaal und Hoeneß, den konnte der Niederländer nicht gewinnen.

Volker Finke gefühlte Hundert Jahre in Freiburg

Bei Mexiko gegen Kamerun sehen wir auch einen Trainer, der einst in der Bundesliga seine Spuren hinterlassen hat. Die Rede ist von Volker Finke. Er war gefühlt Hundert Jahre beim SC Freiburg. Aber wie bei Rehagel und Schaaf in Bremen oder Schäfer in Karlsruhe, irgendwann gab es die Trennung. Später das Intermezzo beim 1. FC Köln. Bei Kamerun komme ich in der Retrospektive immer ins Schwärmen, denke sofort an Roger Milla. Er konnte Tore so herrlich fröhlich, schwungvoll feiern und zelebrieren. Fernab jeglicher Hüftsteife. Mexiko war 1970 und 1986 Ausrichter der WM und erlebten die spektakulären Finalspiele Brasilien mit Pele gegen Italien und Argentinien mit Maradona gegen Deutschland. Selber ist ihnen durchaus 2014 ein Überstehen der Gruppenphase zuzutrauen. Die klimatischen Bedingungen werden sie zu meistern wissen. Für ihre Gruppengegner werden sie unangenehm zu bespielen sein. Sie haben immer diese gewisse geistige Hartnäckigkeit gepaart mit körperlicher Robustheit. Vielleicht können sie im Turnier überraschen. Beim Confed Cup vor einem Jahr wusste Mexiko durchaus zu gefallen.

Chile mit Klassespieler Vidal und Potenzial in der Chancenverwertung

Chile wird ebenfalls immer wieder genannt, wenn die Frage nach den möglichen Überraschungen beim WM-Turnier 2014 aufkommt. Wie unangenehm sie zu bespielen sind, sahen die Zuschauer im nicht ausverkauften Stadion in Stuttgart beim Länderspiel gegen Deutschland. Bei besserer Chancenverwertung gewinnen die Chilenen gar das Spiel. Am Ende jedoch verloren sie es eben. Dies ließ dann bei mir durchaus auch die Frage aufkommen: Kann die Mannschaft dieses Manko bis zur WM abstellen? Einige Akteure wie Vidal haben internationale Klasse und Erfahrung. Sie sind durchaus in der Lage die Grußppenphase zu überstehen. Man wird sehen. In Australien hat der deutsche Fußballer Thomas Broich sein Glück gefunden. Doch das Land ist kein klassisches Reiseziel ambitionierter Kicker. Die Nationalmannschaft sollte dennoch nicht unterschätzt werden. Weltmeister Italien hatte auf dem Weg zum Titel im Jahr 2006 seine liebe Mühe mit den Australiern.

Auf Betriebstemperatur sind sportspool.tv, fokus-fussball und Kai Pahl auf allesaussersport.

10 Lesehinweise zur Fußball-WM 2014

So, es kommt unaufhörlich näher. Gemeint ist das Sportereignis 2014. Weder die einst als Höllentour verfilmte Tour de France, noch die Leichtathletik-EM in Zürich im legendären Leichtathletik-Stadion Letzigrund, noch die Schachweltmeisterschaft im November zwischen Anand und Carlsen wird in der medialen Aufmerksamkeit an sie heranreichen. Die Rede ist von der Fußball-WM 2014 in Brasilien. Zeit am Pfingstwochenende ein paar interessante Lesehinweise an den geneigten Fußballfreund oder Freundin zu geben.Traveler Digital Camera1. sportspool.tv mit einem Blick auf den vielleicht sympathischsten Vizeweltmeister

2. Trainer Baade mit einem Blick aller WM-Elfer in einem Elfmeterschießen

3. imlanddesfussballs mit einer Weltmeister-Umfrage unter 51 brasilianischen Sportjournalisten

4. Jens Weinreich und die äußerst sympathische FIFA-Familie mit den Valckes

5. eckesocrates mit dem Bauchspieß-Interview, Torschütze vor 140.000  Maracanã Zuschauern

6. Zeit Online mit Moritz-Müller Wirth über Bundestrainer Jürgen Klinsmann am 5. Juli 2006

7. The Wall Street Journal mit Frau Steinhilber und Herrn Dormann von Uhlsport im Interview

8. Abendzeitung-München mit den Top-Apps für die Fußballweltmeisterschaft

9. Spox blickt auf die Jobgarantie von Übungsleiter Löw

10. NZZ mit einer Reportage über Gökhan Inler und Valentin Stocker

Das Leichtathletik-WM Blog von Sportspool.tv

Es liegt Jahrzehnte zurück. Die Zeit war auf 8 Wochen Sommerferien eingestellt. Die Begebenheit trug sich im Kinderferienlager in Friedrichroda zu. Ausgestattet mit dem Wissen der Sport-Tageszeitung Deutsches Sportecho konnte ich alle aktuellen Weltrekorde der Leichtathletik aufsagen. Ich war damals 12 Jahre alt. Heute muss ich schon den einen oder anderen Weltrekord googeln. Ich schau mir allerdings auch die Statistiken nicht mehr so intensiv wie damals an. Deutsches Sportecho gibt es ja auch nicht mehr. Sie veröffentlichten immer regelmäßig die Leichtathletik-Jahresweltbestenliste und die entsprechenden Weltrekorde dazu. So prägte es sich in meiner Großhirnrinde signifikant ein. Ich hatte wirklich alle Weltrekorde der Leichtathletik drauf. Die Kinder in meiner Ferienlagergruppe fragten mich durcheinander ab und ich zeigte keine einzige Schwäche in meinen Antworten. Ob die 8,90 von Bob Beamon oder die 2,00 Meter von Rosi Ackermann – ich hatte alle Daten der Leichtathletik-Weltrekorde im Kopf.

Springen wir in das Jahr 2011 zurück. Sie ist schon einige Tage in Bewegung. Die Leichtathletik-WM im südafrikanischen südkoreanischen Daegu. Das WM-Blog von sportspool.tv bringt in komprimierter Form eine lesenswerte Presseschau für alle Freunde der Leichtathletik heraus. Der Bogen wird gespannt von der Flucht von Betty Heidler aus dem Trainingslager über das hochinteressante Interview mit dem DLV-Vizepräsident Lohre (kleiner Seitenhieb an den Kaiser inclusive)  zum Thema Doping bis hin zur PR-Gag Nummer von Bolt oder der Veränderung einer deutschen Stabhochspringerin.

Ein paar Fußball-Häppchen

Meine Liebste sagte einst zu mir:

,,Irgendein Fußballspiel ist immer“

Bei genauerem betrachten des aktuellen Wettangebots der Buchmacher zum Beispiel merkt man: Fußball wird immer gespielt. Das dürfen dann auch gerne etwas exotischere Ligen sein. Hauptsache es wird gespielt. Eigentlich laden manche Begegnungen förmlich zum spekulieren ein. Wir wollen da gar nicht gleich an Wettmanipulation denken. Obwohl der Verdacht ja immer mitspielt.

Fred Kowasch, Organisator und Spiritus Rector von sportspool.tv,  hatte ja unlängst in einem Kommentar zum Urteil im Wettskandal treffend geschrieben:

,,Wenn die ‚Bochumer Prozesse‘ eines gezeigt haben, dann das: Der Fußball ist ein verlogenes Geschäft. Von dem alle profitieren. Spieler, Zocker, Wettunternehmen, Vereine, Medien und Fußballverbände. Da braucht man sich über mangelnden Aufklärungswillen nicht zu wundern.“

Fußball lieferte in letzter Zeit generell sehr viele unappetitliche Schlagzeilen. Dabei wollten meine Liebste und ich demnächst in die schöne Stadt Zürich fahren. Machen wir trotz Tollhaus FIFA.

Bald ist die Frauenfußball-WM. Ich habe einen Bekannten, der bereits Eröffnungsspiel- und Endspieltickets hat. Da möchte ich doch glatt einen kleinen bildlichen Beitrag zur Damen-WM von sportspool.tv zur Vorfreude empfehlen.

Doch es gibt auch noch ein paar Häppchen jenseits vom Trommelwirbel um die Damen-WM im eigenen Land. Ich hätte die 4. Liga anzubieten. Männerfußball. Okay, der Tod des Glück ist der Vergleich. Doch ich darf doch im Bezug auf Frauenfußball nochmals auf die Teilnahmslosigkeit der Zuschauer im Alltag verweisen. Michael Horeni hat dies im März auf FAZ.Net unter dem Thema Liga im Abseits so beschrieben:

,,1035 Zuschauer am Sonntag in der Hamburger Hagenbeckstraße sind da schon etwas. Eineinhalb Stunden später spielen knapp drei Kilometer davon die Männer des HSV. 50.000 Zuschauer kommen gegen Mainz. 1000 zu 50.000, so sind, an guten Frauenfußball-Tagen, die Verhältnisse, nicht nur in Hamburg. Die HSV-Frauen haben in dieser Saison den Minusrekord der Liga aufgestellt: 78 Fans. Bei Bayer Leverkusen (102) aber sieht es kaum besser aus, auch nicht beim VfL Wolfsburg (118) und auch nicht beim FC Bayern (157). Im Schnitt kommt die Frauen-Bundesliga in dieser Saison auf rund 800 Zuschauer pro Spiel.“
Das ist nicht wirklich viel. 800 Zuschauer pro Spiel. Eine marginalisierte Sportart im Alltag. Wir reden hier von der Frauenbundesliga. Was läuft da eigentlich schief? Der Ligabetrieb bleibt vom Hype um die Nationalmannschaft unberührt. Die dürftigen Zuschauerzahlen wird es vermutlich auch nach der WM geben.  Natürlich wird auch eine gewaltige Marketingwelle zur Zeit für das Damenturnier gefahren. Das nervt mich dann schon wieder. Welche Reklameagentur kam eigentlich auf die Idee das Turnier mit dem Etikett Sommermärchen zu versehen? 
 
Wechseln wir die Gefilde und nähern uns der 4. Liga. Männerfußball. Einst spielte er für den Hamburger SV. Später unter Felix Magath beim Vfl Wolfsburg. Die Rede ist von Alexander Laas. Seit vergangener Saison spielt er in der 4. Liga beim von Red Bull unterstützten Fußballverein RB Leipzig. Rotebrauseblogger hat in einem bemerkenswerten facettenreichen und hochinteressanten Interview Alexander Laas befragt. Vorsicht, das Interview hat Überlänge, jede Zeile ist es jedoch wert.
 

Großartiges Interview von Garri Kasparow in der FAZ

Schachikone Garri Kasparow hat ein wirklich bemerkenswertes Interview in der FAZ gegeben. Großartig. Stefan Löffler (hier im Blog von mir des öfteren erwähnt) stellt in die Tiefe gehende Fragen und der einstige Schachweltmeister weicht keinen Millimeter aus. Dabei bekommt auch Magnus Carlsen die Leviten gelesen:

,,Ein Spieler seines Talents, mit seiner Zugkraft bei den Medien und als erste Nummer eins aus dem Westen seit Bobby Fischer wäre enorm gut für das Schach. Dafür muss man seine Dominanz ständig beweisen. Das gelingt ihm jedoch nicht mehr. So reicht es nicht, in den Schlagzeilen zu bleiben, auch Leute für das Spiel zu interessieren, die sich sonst nicht um Schach kümmern. Magnus ist zwanzig. In dem Alter muss man kämpfen. Er hat ein enormes Talent und ist in gewissem Maße verpflichtet, dieses Talent der Schachwelt zu geben.“

Der Hat-Tip geht an Fred Kowasch von sportspool.tv.

Kasparow hatte Carlsen gecoacht. Doch im Frühjahr 2010 endete die Zusammenarbeit. Im vergangenen Jahr zeigte der Norweger ungewohnte Schwächen. Am 14. Oktober titelte ich hier auf dem Blog Schachgenie Magnus Carlsen schwächelt. Doch Garri Kasparow nimmt auch Stellung zu Themen fernab des Schachsports. Stichwort Sotschi. Stichwort Fußball WM 2018. Stichwort Akquisiteur Putin.  

Fußball: Wettskandal bietet großes Kino in Bochum

Am 20. Dezember gibt es in diesem Jahr noch einen Prozesstag in Bochum um den Wettskandal im Fußball. Nummer 10. Fortsetzung folgt dann im neuen Jahr. Filmautor Fred Kowasch, Spiritus Rector und Macher von interpool.tv sowie sportspool.tv, verfolgt im juristischen Bochumer Strafraum die Geschehnisse vor Ort. Er verfolgt kontinuierlich die Entwicklung im Gerichtsraum. Atmosphärisch beschreibt Fred Kowasch auf sportspool.tv die Situation. Seine Einleitungsworte vom 9. Prozesstag:

,,Er sitzt da im schicken Anzug, vorn über gebeugt am Tisch der Zeugen. Fast scheint es, als könne er seinen Auftritt kaum erwarten. Kurz vor Zehn Uhr Morgens, Saal C 240, Bochumer Landgericht. 9. Prozeßtag im ersten Wettskandalprozeß. In den nächsten gut drei Stunden wird es hier richtig ‚grosses Kino‘ geben.“

Was danach an Details zu Tage kommt bietet großes Kino. Konkrete Geldsummen werden genannt, der Staatsanwalt Andreas Bachmann attestiert „Champions League“ Niveau. Bestechungsabsprachen wurden mit einer Selbstverständlichkeit wie der Einkauf von Brötchen beim Bäcker getätigt. Eigentlich ein Filmstoff für Dieter Wedel.

Die FIFA und der schöne Schein

Rückblick. Die FIFA hat ein arteigenes Verständnis von Journalismus. Andrew Jennings legt dies immer wieder bei BBC offen. Sehr empfehlenswerte 9 Minuten aus dem bei Arte ausgestrahlten Film. Es geht um eine Pressekonferenz mit eigener Dramaturgie, Geld und den schönen Schein, den Wählerblock im Reich von Sepp Blatter, Türsteher die Jennings nicht vorbeilassen sollen, ausgestellte Schecks mit größeren Summen und Selbstbezahlung.

Da fehlen einem doch fast die Worte. Oder? Unglaublich. Heute kürt die FIFA die Ausrichter der WM-2018 und 2022. Am heutigen Tag wird also die Ernte eingefahren. Andrew Jennings hat dieser Tage ja sein aktuelles Dokument bei BBC Panorama: – FIFA´s Dirty Secret gezeigt. Teil 1 gibt es hier und Teil 2 hier.

Da wir gerade bei Fußball-Großereignissen und unerfreulichen Begleitumständen sind. Wie war das eigentlich nochmal 2006 mit dem Leben der Anderen? Fred Kowasch, Organisator und Macher von interpool.tv und sportspool.tv wirft einen Blick zurück:

,,Die aktuelle Veröffentlichung von wikileaks streift auch den Sport. Bisher noch nicht im Original nachzulesen: wie das Bundeskriminalamt im Umfeld der Fußball-WM 2006 in Deutschland Datensätze von 147.000 Personen – unter ihnen Helfer, Ordner, Lieferanten und Journalisten –  mit der ‚Terrordatenbank‘ des FBI abgeglichen haben soll. Das berichtet zumindest das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL auf Seite 29 in seiner aktuellen Ausgabe.“

Muss jetzt das Sommermärchen umgeschrieben werden? Die Frauenfußball-Nationalmannschaft Deutschlands wirbt auf ihrer Facebook-Seite ebenfalls mit diesem Marketing-Begriff.  Sommermärchen Reloaded.

Doch zurück zur Entscheidung der FIFA über die Gastgeber der Fußball-WM 2018 und 2022. Power-Blogger und Qualitätsjournalist Jens Weinreich ist wieder hautnah dran und bietet einen Live-Blog vom Tag der Entscheidung in Zürich. In seiner unnachahmlichen Art wird er seine Sicht der Dinge transparent darlegen. 

In Gedenken an Robert Enke –

Einen Gruß an meine Eltern

© Margot Kessler; Pixelio

Nach dem Tod von Robert Enke gab es unzählig viel zu lesen. Es gab nichts was fehlte. Ehrliche Ratlosigkeit, geheuchelte Worte, Pathos, unsäglich viele oberflächliche Schnellschüsse, selbsternannte Experten mit Depressionsdiagnosen, eiligst auftauchende Moralapostel ob des harten und gefühllosen Fußballbusiness, Trauer, Wut, Verzweiflung, Entsetzen. Es war jede Nische besetzt.

Einen der besseren Texte in der damaligen Zeit gab es von Beachvolleyball Profi und Weltmeister Jonas Reckermann auf seinem Blog zu lesen:

,,Als Sportler wird einem früh vermittelt, dass es ein Nachteil ist, seine Probleme nach außen zu zeigen. Dies fängt bei der Verleugnung oder Verbergung von Verletzungen oder Erkrankungen an. Entweder soll der Gegner dadurch nicht psychologisch gestärkt werden oder aber die Öffentlichkeit, insbesondere Zuschauer, Medien und Sponsoren sollen den Eindruck eines „perfekten“ Sportlers erhalten. Mag dies bei physischen Erkrankungen noch durch gute Sportmediziner und gesunden Menschenverstand lenkbar sein, so scheint man auf psychische Probleme nicht oder nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Kaum ein Verein arbeitet intensiv mit (Sport)Psychologen. Und wenn man von einer psychischen Erkrankung ausgeht, dann ist externe Hilfe ebenso nötig und gegebenenfalls auch jemand der dies als solche überhaupt erkennt.”

Die Worte haben mich damals nachdenklich gestimmt.

Nun ist ein Jahr rum. Die damalige Trauerspirale in Deutschland wird wohl von den Medien auch diesmal wieder in Gang gesetzt. Fred Kowasch, Organisator und Spiritus Rector von sportspool.tv, gibt bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die zu erwartende Trauerkultur.

Geld schläft auch bei Volksläufen nicht

Berlin Marathon 03

 © Jutta Wieland:  Pixelio

Der Bluesmusiker B.B. King sagte einst zu seinem jüngeren Musikerkollegen Joe Bonamassa:

,,Sieh zu, dass du bezahlt wirst! Niemand wird mit dir ausgehen, wenn du pleite bist!“

Nun, die weisen Worte der Blueslegende B.B. King haben die Event-Agenturen von Stadtläufen über die Marathondistanz oder beim Triathlon verinnerlicht. Mehr dazu auf sportspool.tv bei Sport inside: Das Geschäft mit den Jedermännern

Der eine oder andere wird Massenläufe durch die Städte der Republik in Zukunft mit anderen Augen sehen.

On The Road I

 © Martina Taylor:  Pixelio

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Höllentour 2010 zu Ende. Die Zweifel bleiben.

Die Zeit rast. Die Höllentour im Juli ist auch bereits wieder Geschichte. Die Männer mit dem besten Müsli, Alberto Contador und Andy Schleck, dominierten das Peleton. Der Spanier gewann seine 3. Tour de France. Contador sein Fazit:

„Diese Tour war für mich emotionaler als die Ausgaben 2007 und 2009, die ich gewann. Es war sehr schwer für mich. Es stimmt – es gab einige Tage, da war ich nicht in Bestform.“

Beim Namen Contador gibt es immer skeptische Blicke und die Vergangenheit ist nicht vergessen. Eurosport.Yahoo erinnert daran unter dem Titel  Nicht alles «bueno» – Zweifel bei Contador bleiben. Es wird an die unsägliche Fuentes Affäre erinnert:

,,Diese Leistungsexplosionen am Berg sind es aber auch immer wieder, die Zweifel nähren. Das könne doch nicht mit rechten Dingen zugehen, sagen Kritiker. Gut für Contador, dass Spanien bei Doping- Ermittlungen gern mal ein Auge zudrückt. Die Initialen AC als naheliegendes Kürzel für «Alberto Contador» fanden sich 2006 in den Fuentes-Unterlagen und Medikationsplänen, die der Guardia Civil vorliegen.“

Es wird mit Manolo Saiz auch an einen der Wegbereiter der Karriere von Alberto Contador erinnert.

,,Nach kurzer Zeit verschwand sein Name aus den Akten und Contador kann heute erklären, dass es niemals eine «Affäre Fuentes» im Zusammenhang mit ihm gab. Den Weg in den Profiradsport hat ihm übrigens Manolo Saiz geebnet, der damalige Chef vom Team Once und eine Hauptfigur des Skandals.“

Wer sich tiefer in die Thematik Dopingskandal um „Arzt“ Fuentes  einlesen will findet bei sportspool.tv ausführliches Material:

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 Der Doping-Bericht der Guardia Civil zum DOWNLOAD – Teil 1 + 2 / ‚Fuentes‘-Dokumente

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Contador reiht sich ein in eine Reihe spanischer Sporterfolge. König Fußball, Basketball, Tennis oder Radsport. Der spanische Sportminister Jaime Lissavetzky hat laut Nürnberger Nachrichten vom 24. Juli 2010 bereits einen Schutzwall errichtet.

,,Ich akzeptiere keine Kritik, die unseren Sport beschmutzt.“

Hm. Die Höllentour 2010  zu Ende. Die Zweifel bleiben.