Nachdenkenswert #280

,,Das Digitale Sport Medien Magazin feiert Jubiläum – die 50. Ausgabe!

Natürlich blickt RESULT Sports zurück auf die Anfänge, zunächst im Newsletter-Format, ab 2012 dann als Magazin. Aber auch die Aktualität findet ihren großen Platz. Anett Sattler spricht über die Entwicklungen der Digitalen Medien im Handball, aber auch über ihre eigenen Profile. Strava ist den Radfahrern und Läufern ein Begriff: Gareth Nettleton berichtet im Expertengespräch, wie sich die Plattform entwickelt und wie sie die Schnittstellen zu den großen Sozialen Netzwerken nutzt.”

Das ESB Marketing Netzwerk mit Sitz in St. Gallen, blickt auf das Jubiläum vom Digitale Sport Medien Magazin, einem Fachmagazin für Anwender und Entscheider der digitalen Medien im Sport.

Hier geht es zur aktuellen Ausgabe.

Nachdenkenswert #279

,,Wir haben an Begehrlichkeit verloren, weil wir uns nicht genug auf die Bedürfnisse unserer Kunden konzentriert haben.”

Herbert Hainer, (60),  Adidas-Chef und Unternehmer des Jahres 2005, auf einer Präsentation der neuen Strategie des Sportartikelkonzerns in Herzogenaurach. Um den Rückstand auf Nike nicht größer werden zu lassen, plant Adidas in den Metropolen Los Angeles, New York, London, Paris, Schanghai und Tokio verstärkt Präsenz zu zeigen und intensiv in Werbung zu investieren. Apropos Bedürfnisse der Kunden. Der Kundenwunsch soll stärker in den Fokus gerückt werden. Zukünftig will Adidas schneller agieren und in den nächsten 60 Monaten ca. 50% seiner Produkte in kürzeren Zeiträumen herstellen.

Sport am Bodensee: 3-Länder-Marathon geht mit viel Neuem in die 9. Auflage

Städte ohne Marathonveranstaltung sind fast soziale Außenseiter. Nein, soweit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen wollen. Hier am idyllischen Bodensee gibt es seit Jahren einen gut eingeführten 3-Länder-Marathon mit Start in Lindau und Zielort Bregenz. Einige Texte von mir gab es hierzu bereits in der Vergangenheit zu lesen. Erinnert sei an:

Hier eine 16-Minütige Videosequenz aus dem Vorjahr.

Die eindrucksvollen und emotionalen Höhepunkte des Sparkasse Marathons 2014 fassten seinerzeit RTV Vorarlberg und kommu.at zusammen.

Aus Sicht des Sportmarketings hat die Veranstaltung zugelegt.

In der frisch hereingekommenen Pressemeldung heißt es:

,,Neuigkeit Nummer 1: Das Lauf-Event heißt nun auch offiziell, wie es unter den Laufbegeisterten immer schon genannt wurde: 3-Länder-Marathon. Ende letzten Jahres konnten sich die Organisatoren die Namensrechte sichern.”

Dann wird auch das Festspielhaus stärker mit in den Laufevent 2015 eingebunden. Bonus ist die Pastaparty. Inklusive 3 Tage Messe.

,,Neuigkeit Nummer 3: Das Festspielhaus wird noch stärker in den Marathon integriert. Bisher war das Passieren der Festspielbühne mit der wechselnden Kulisse schon eines der läuferischen Highlights. Ab diesem Jahr finden im Festspielhaus die Marathon-Messe (neu Sport-Aktiv-Messe), inklusive Startnummernausgabe, Pastaparty und Gesundheitssymposium statt. Die Messe dauert in diesem Jahr erstmals drei Tage (Fr 2.10.- So 4.10.15).”

Dann haben wir auch noch den Fokus auf Intersky. Die Bodenseeairline ist mit im Boot der Partner vom renommierten Marathon.

,,Neuigkeit Nummer 4: Intersky, die Bodenseeairline, ist ab sofort neuer Partner des Sparkasse 3-Länder-Marathon und „Offical Carrier“ des größten Sportevents am Bodensee. “

Dann gibt es noch strukturelle Änderungen beim Laufevent. Stichwort SEG Sport Event GmbH und Skinfit International GmbH.

,,Neuigkeit Nummer 5: Das sportliche Großereignis hat sich eine neue Struktur geschaffen und ist in der SEG Sport Event GmbH eingebettet. Neben dem bisherigen Veranstalter, der Sparkasse Bregenz Bank AG, ist auch die Skinfit International GmbH als gleichberechtigter Hauptgesellschafter eingestiegen. Beide halten je 45 %. Die restlichen 10 % der Anteile werden durch das OK-Team gehalten. “

Soweit einige Neuigkeiten zum 3-Länder-Marathon 2015.

Nein, ich bin heute noch nicht gejoggt. Gemach, gemach.

Dafür kann ich traditionell einen Blick auf den Sportkalender Bodensee anbieten.

Sportkalender am Bodensee 

25.03.2015 Segeln: Seminar Regelkunde rund um das Bundesliga-Format beim Yacht-Club Radolfzell 

 26.03.2015 Handball: Kadetten Schaffhausen – Wacker Thun ab 19.30 Uhr

28.03.2015 Handball: SV Allensbach – TSV Travemünde ab 19.30 Uhr

28.03.2015 Basketball: Baskets Konstanz – TBB Trier II ab 20.00 Uhr

29.03.2015 Eishockey: EV Lindau Islanders – Höchstadter EC ab 17.30 Uhr

29.03.2015 Basketball: TV Konstanz – MTV Stuttgart ab 17.30 Uhr 

Die Auswahl der Termine ist subjektiv und unvollständig.

Adidas und das Sportsponsoring

Nach der WM ist der Aktienkurs von Adidas unter die Marke von 60 Euro gerutscht. Dazu vielleicht in den nächsten Wochen etwas mehr davon. Heute möchte ich einfach einen Blogbeitrag aus dem Archiv holen, der sich mit dem Thema Adidas und das Sportsponsoring befasst.

Reblog [vom 3. September 2012]

Es hätte ein großer Tag werden können …

Seoul, 24. Setember 1988. Im 100-Meter Lauf der Männer bei den olympischen Spielen gewann Ben Johnson. Das Adidas Logo auf dem Lauf-Shirt, die markanten drei Streifen an der Seite der Hosen. Sportfotografen aus aller Welt hatten das Motiv des spektakulären Zieleinlaufs eingefangen. Die Zeit blieb bei 9,79 Sekunden stehen. Der muskelbepackte Sprinter verwies den vierfachen Goldmedaillengewinnter von Atlanta, Carl Lewis, auf Rang zwei. Doch die Freude in Herzogenaurach wurde jäh unterbrochen. Der Star-Läufer Ben Johnson wurde des Dopings überführt. Weltrekordzeit und olympisches Gold schmolzen wie die Butter in der glühenden Mittagshitze eines gelungenen Sommers dahin.

Adidas stattete Leichtathleten erstmalig bei den olympischen Spielen 1928 in Amsterdam aus. Der Sportartikelhersteller sollte eine lange Erfolgsgeschichte hinlegen. Adi Dassler betreute in der niederländischen Metropole die Sportler vor Ort höchst persönlich. In der Geschichte der olympischen Spiele unvergessen die Laufleistung von Emil Zátopek. 1952 in Helsinki erläuft er sich Gold über 5.000, 10.000 m und im Marathon. Zeitfenster: Eine Woche. Faszinierend und bis heute unerreicht. 1997 wurde Emil Zátopek in Tschechien zum Sportler des Jahrhunderts gewählt. Hier eine Videosequenz vom Marathonsieg in Helsinki 1952.

Adidas legte in den 90er Jahren auch einen Werbespot mit Zapotek auf. Der Trainingsschuh aus dem Jahr 1950 ist die Härte. Die Werbestrategen haben dabei auch den Prager Frühling 1968 in die Sequenz mit eingebaut.

Reinhold Messner, Grenzgänger, Extrembergsteiger, faszinierende Sportlerpersönlichkeit, einer meiner persönlichen Sporthelden bestieg am 8. Mai 1978 zusammen mit seinem Partner Peter Haberle ohne Sauerstoffgerät den Mount Everest. Den Königsberg. Mythos Mount Everest. Bis zum Basecamp trug Reinhold Messner Adidas Bergstiefel. Die Leicht-Trekking-Schuhe hatten die Franken speziell für den charismatischen 8000er Spezialisten entwickelt. In Kürze kommt ein neuer Messner Film in die Kinos. Ich freu mich drauf.

Der eine oder andere Leser wird vielleicht schon etwas unruhig und sich fragen: Wo bleibt denn der Fußball? Gemach, gemach.

Adidas und Fußball im Jahr 1954 … Da war doch was? Ja, die deutsche Fußballnationalelf gewinnt in Bern die Weltmeisterschaft. Mit dabei Adi Dassler. Der Legende nach werden im Endspiel bei Regenwetter in der Halbzeitpause die Schraubstollen der Adidas-Schuhe den Platzverhältnissen auf dem aufgeweichten und von der 1. Halbzeit durchwühlten Geläuf angepasst. Die hochfavorisierte Nationalmannschaft von Ungarn muss sich am Ende mit 2:3 geschlagen geben. Deutschland ist erstmalig Fußballweltmeister.

20 Jahre später. Fast eine Selbstverständlichkeit, dass die deutsche Elf beim Finalsieg 1974 gegen die Niederlande ebenfalls Adidas Schuhe trug. Franz Beckenbauer führte als Kapitän die Mannschaft durchs Turnier, und selbst nach dem 0:1 gegen die Georg Buschner Elf aus dem damaligen Nachbarland DDR, hielt der Weltklasse-Libero Kurs auf die Mission Weltmeistertitel. Im eigenen Wohnzimmer gab es einen 2:1 Sieg gegen die Mannschaft von König Johan Cruyff.

Bereits 1972 holte sich die erfolgshungrige Mannschaft den EM-Titel. Die Schuhe mit den drei Streifen waren wieder mit von der Partie. Vom damaligen Fußball aus der Kategorie Feinkost schwärmen heute noch viele Fußballfreunde. Schönen Gruß an Netzer, Breitner, Müller, Beckenbbauer, Maier, Hoeneß und Co.

Es bedarf keiner Fähigkeiten eines Hellsehers um auch die Spielkleidung und Besohlung der erfolgreichen deutschen Fußballweltmeister von 1990 sowie der Europameister von 1980 und 1996 bei Adidas zu vermuten.

Doch Adidas kann nicht nur Leichtathletik und Fußball. 3 Jahre vor dem Finalsieg der Helmut Schön Elf gegen die niederländischen Fußballer gab es am 8. März 1971 den Boxkampf des Jahrhunderts. Weltweit beachtet und gesehen. Muhammad Ali und Joe Frazier standen sich in einem unbarmherzigen Duell gegenüber. Beide Boxer trugen Boxstiefel von Adidas.

Doch zurück in das Jahr 2012. Kürzlich wurde während der olympischen Spiele von London die Partnerschaft zwischen dem DOSB und Adidas verlängert. Die Herzogenauracher statten die deutschen Sportler auch in Sotschi 2014 und in Rio de Janeiro 2016 aus. Bei den olympischen Spielen in diesem Sommer sind über 60.000 Produkte für die deutschen Sportler geliefert worden. Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender von Adidas, auf der DOSB Website dazu erfreut:

“Die Olympischen Spiele haben gezeigt, wie der Sport eine junge Generation inspirieren kann. Die Spiele sind die perfekte Bühne für unsere Marke und unsere Innovationen. Die Partnerschaft mit starken Verbänden wie dem DOSB ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie.”

Herbert Hainer ist Medienprofi. In zahlreichen Interviews hat er in den letzten Jahren immer wieder seine Sicht der Dinge dargelegt. Strategische Entscheidungen im Sponsoring versucht zu begründen, die Performance von Adidas herausgestrichen und Fragen nach dem Marketing offensiv beantwortet. Hier eine kleine Auswahl seiner Interviews:

Der Adidas-Chef erläutert die Gewichtung zwischen Europameisterschaft und Weltmeisterschaft im Fußball sowie den olympischen Spielen, monetäre Zusammenhänge, erklärt wie er mit Spielern wie Franck Ribery und der Neigung Nike Schuhe zu tragen, umgeht. Seit 1970 stellt Adidas den WM-Ball. Die Flugfähigkeit des Balls, immer wieder sehr gerne von Torhütern diskutiert, erläutert Hainer medial unterhaltsam aufbereitet.

Die FAZ titelte einst im Jahre 2002 Sponsoring: Sieger trinken Coca-Cola in Adidas Hosen.

,,Sport-Sponsoring ist ein riskantes Unterfangen, kann sich aber für die Konzerne lohnen: Wenn das Image des Siegers zum Image des Sponsors wird.”

Der im Eingang angesprochene Fauxpas mit Ben Johnson ist Geschichte. Tennisqueen Steffi Graf nutzte das Schuhwerk aus Herzogenaurach mit den drei Streifen. Aktuell grüßt Bayern München mit symphatischen Spielern wie Thomas Müller oder dem preisintensiven Neuzugang  Javier Martínez in Adidas Trikots spielend von der Tabellenspitze der Bundesliga. Souverän mit einer breiten Brust. Der Respekt der Konkurrenz ist wieder da. Der amtierende Europameister und Weltmeister Spanien spielt in den Hemden mit den drei Streifen. Champions-League Sieger Chelsea London kleidet sich vor dem Gang auf den Rasen ebenfalls konzentriert und mit Vorfreude auf  Siege mit der Adidas Sportkleidung ein. Okay, des Sieges im Mai in München hätte es jetzt nicht unbedingt bedurft. Schwamm drüber.

ING-DiBa hat Basketball “fast exklusiv” und rund um das Argentinien Spiel werden erstmalig die Banden auf 11 Unternehmen begrenzt

Dirk Nowitzki ist eine der deutschen Aushängeschilder. Nach der erfolgreichen NBA Saison vor 3 Jahren sagte sein Entdecker und Förderer  Holger Geschwindner im bemerkenswerten Interview mit der Stuttgarter Zeitung:

,,Für uns ist das im Grunde dasselbe. Nur die Anzahl der Anfragen ist gestiegen. Plötzlich tauchen Verwandte von vor 30 Jahren wieder auf, und man hat auf einmal ganz viele Freunde. Aber wir haben in den vergangenen 13 Jahren sehr gut gelernt zu unterscheiden. Allerdings ist es schon erstaunlich, dass ein Deutscher aus einem Fußballland mit ein bisschen Basketball so einen Hype auslösen kann.”

Katharina Herrmann, Vorstand Marketing der ING-DiBa, wurde im Interview mit sponsor news anlässlich der Verlängerung des Sponsoringvertrages mit Basketballstar Dirk Nowitzki gefragt:

,,Wäre die ING-DiBa mit einer Massensportart wie Fußball nicht noch besser aufgestellt als mit Basketball, um den Namen weiter bekannt zu machen?” 

Die 1968 in Wiesbaden geborene Spezialistin für Zielgruppenmarketing, kam einst im Juli 1998 nach Stationen bei der Sparkasse und der Commerzbank zur ING-Diba. Zum Vorstandsmitglied in Deutschland wurde sie zum 1. Januar 2011 bestellt. Ihr klares Votum für die Sportart Basketball und Testimonial Nowitzki :

,,Wir haben uns damals bewusst für Basketball entschieden, da wir so eine wunderbare dynamische Sportart fast exklusiv für uns werblich besetzen konnten. Für Fußball hätten wir weitaus mehr Geld in die Hand nehmen müssen und wären trotzdem nur einer unter vielen Werbetreibenden gewesen. Diese Entscheidung haben wir nicht bereut, im Gegenteil. Die Verlängerung des Sponsoringvertrages mit Dirk und dem DBB sowie dem Deutschen Rollstuhlbasketball ist ein deutlicher Beleg hierfür.”

Wie eng das Gedrängle beim Fußball ist zeigt auch diese Nachricht vom Schweizer Branchenblatt Sponsoring Extra über das neue Marketingkonzept in Sachen Bandenwerbung zwischen dem DFB und dem Vermarktungspartner Infront Sports & Media. Kernaussage ist die Begrenzung auf 11 Unternehmen, die während der Freundschafts- und Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft auf Banden werben dürfen.

,,Die Anzahl der Bandenpartner bei jedem Spiel wird künftig auf elf Marken begrenzt, die zirka im 30-Sekunden Rhythmus auf der Bande rotieren werden.”

Im illustren Kreis beim Argentinien-Spiel in Düsseldorf sind dies: Allianz, Bauhaus, Bitburger, Commerzbank, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Engelbert Strauss, Flyeralarm, Hörmann, Mercedes und Würth. Das Bandenkonzept wird zukünftig auch bei den Frauen und den DFB-Mannschaften der U21, U20 sowie U19 angewandt.

Im Management von Vermarkter Infront Sport & Media findet sich neben Philippe Blatter auch Günter Netzer. Die einstige Gladbach Fußballikone und Real Madrid Spieler ist Executive Director. Vor 5 Monaten plauderte ein entspannter Netzer beim SWR UniTalk hier am Bodensee in Konstanz auch über Traumgeschäfte im Business Fußball.Traveler Digital CameraGünter Netzer war tiefenentspannt und selbst meiner Jahrhundertliebe, die ihn ob seiner Auftritte mit Sportkamerad Delling in der ARD bis dahin durchaus etwas kritisch sah, gefiel der Abend ausgesprochen gut. Der Hörsaal war proppevoll. Fritz Frey moderierte ebenfalls gut und unverkrampft.Foto (9)

Der Abend verflog wie im Fluge.  An jenem 1. April waren die Temperaturen am Bodensee sehr warm und die Sonne strahlte angenehm den ganzen Tag. Dies hatte Petrus dieser Tage nicht immer zu bieten.

Bliebe noch Repucom für heute. Das Beratungsunternehmen hat unter dem Titel: Neuer Sponsoringtrend im europäischen Fußball: Regionale Partnerschaften einen englischen Verein ausfindig gemacht, der den Bogen raus hat. Manchester United, im vergangenen Jahr nicht gerade mit sportlichen Erfolg von sich reden machend, hat bei den regionalen Sponsorship-Deals die Nase vorn.

,,Der aktuelle European Football Club Income Stream Report von Repucom zeigt, dass der neue Sponsoringtrend – die Vermarktung von regionalen Partnerschaften – bei europäischen Fußballklubs immer mehr im Kommen ist. Manchester United gibt in diesem Zusammenhang den Ton an. Der englische Rekordmeister generierte in der Saison 2013/2014 mit regionalen Partnerschaften über 350 Prozent höhere Einnahmen als der FC Barcelona, der zweitbeste Club in dieser Kategorie.”

 Es gibt bevorzugte Regionen. Wer Asien vermutet liegt nicht daneben.

,,Denn weltweit betrachtet ist Asien für die europäischen Vereine mit insgesamt 47 Deals der beliebteste Kontinent für regionale Partnerschaften. Finanzdienstleistung, Telekommunikation sowie Lebensmittel & Getränke gehören zu den meistvertretenen Branchen.”

Auch die Branchen sind nicht wirklich überraschend.

Uhlsport müsste sich eigentlich über den Pokalsieg von Dynamo Dresden gegen Schalke gefreut haben

Traveler Digital CameraUhlsport, jener deutsche Sportartikelhersteller mit Branchen Know How für Torhüter, wird das Ergebnis von Dynamo Dresden gegen Schalke 04 im DFB-Pokal hocherfreut zur Kenntnis genommen haben. Das Balinger Unternehmen hat ein Portfolio an Torhütern. Dazu gehört auch Benjamin Kirsten, der Keeper von Dynamo Dresden. Er war ein starker Rückhalt gegen Schalke 04 und trug seinen Teil an der Pokalsensation bei. Kirsten. Der Name ist Fußballfreunden in ganz Deutschland ein Begriff. Benjamin Kirsten sein Vater Ulf Kirsten war dreifacher Torschützenkönig in der Bundesliga. Bei seinem Debüt im DFB-Trikot am 14. Oktober 1992 beim 1:1 Unentschieden gegen Mexiko war ich mit ehemaligen Schulkumpels nach Dresden ins Rudolf-Harbig-Stadion gefahren und erlebte ihn live. In seiner Nationalmannschaftskarriere kam er auf 49 Länderspiele für die DDR und 51 für die Bundesrepublik Deutschland. Ein exzellenter Torjäger. Der Junior schlug die Torhüterlaufbahn ein. Verhinderung von Toren statt erfolgreicher Torschüsse. Vor dem Spiel mit Schalke sagte Benjamin Kirsten im Interview mit Sport1:

,,Es ist das erste Pflichtspiel für Schalke und da könnte unsere Chance liegen. Sie werden aber genauso konzentriert an die Sache rangehen wie wir. Wir haben ein Heimspiel, und bei uns ist es natürlich etwas Besonderes, vor dieser Kulisse zu spielen. Das ist kein Gerede, es ist so. Die Stimmung wird wahnsinnig sein, und die Fans werden uns nach vorne peitschen. Auf unsere Fans können wir immer zählen. Wir müssen einfach auf die kleine Chance hoffen, die wir haben. Ich freue mich unheimlich auf das Spiel.”

Die Freude war nach dem Pokalsieg des Drittligisten Dynamo Dresden gegen den Champions-League Teilnehmer Schalke 04 riesengroß. Uhlsport könnte eigentlich mit Benjamin Kirsten noch offensiver agieren, um die eigene Marke publik zu machen. In Sachen Content Marketing wäre zum Beispiel eine intensive Geschichte vorstellbar. Die mediale Saisonbegleitung von Benjamin Kirsten bis zum vielleicht erfolgreichen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Parallel dazu eine Marketingoffensive mit dem ebenfalls unter Vertrag befindlichen Weltmeister Ron-Robert Zieler.

Heuchelei um Lance Armstrong

Heute ploppte die Pantani Geschichte auf. Aus dem Anlass vielleicht auch Gelegenheit einen Text vom Oktober 2012 vom einstigen Velo-Jesus Lance Armstrong rauszuholen.

Reblog (vom 24. Oktober 2012)

Hat jemand die 15 Tonnen Sekundärliteratur zur Causa Armstrong durch? Es ist die Stunde der Heuchler. An Lance Armstrong wird sich abgearbeitet. Riecht ein wenig nach dem Versuch die Thematik Doping im Radsport wieder einmal als Einzeltäterschaft hinzustellen. Man muss den Texaner nicht mögen. Armstrong hat das Ding ja nie alleine durchgezogen. Bei seinem Comeback 2009 griff Christian Ewers im Stern Nr. 28 am 2.7.2009 in seinem Artikel über Lance Armstrong eine Episode vom März des selbigen Jahres heraus:

,,Im März ließ Armstrong einen Dopingkontrolleur 20 Minuten warten, vorgeblich, weil er erst mal duschen wollte. In 20 Minuten kann man auch bequem eine Dopingprobe manipulieren, verschleiernde Medikamente nehmen oder gar den Urin austauschen. Ein klarer Verstoß gegen die Vorschrift, der normalerweise wie ein Dopingvergehen geahndet wird – für Armstrong kein Problem. Er telefonierte mit dem Chef des Internationalen Radsportverbandes, ein paar Tage später war die Sache aus der Welt.”

Die jetzt zur Schau gestellte Naivät von Sponsoren des einstigen Tourgott Lance Armstrong kann ich nicht nachvollziehen. Klar, in dieser Ausführlichkeit, wie jetzt vorliegend, gab es noch keinen Roman über die ausgeklügelten Dopingpraktiken mit all seinen Verästelungen, Abgründen, Manipulationen und gezahlten Provisionen für Kurierfahrer auf dem Motorrad incl. Spitznamen. Doch die Tour ist offenbar nicht mit Brot und Wasser zu gewinnen. Derweil wird die Tour de France 2013 präsentiert. Der Radsportzirkus geht weiter. Die monetären Interessen vom Veranstalter, von Sponsoren, Funktionären und Verbänden (ich hab sicherlich noch einige Interessenten und Nutznießer vergessen) müssen bedient werden. Die Frankreichrundfahrt ist eine unendliche Geschichte des Dopings. Der surreale Tod von Tommy Simpson im Jahr 1967 am Mount Ventoux sei stellvertretend hier nochmals erwähnt und zu sehen. Jugendliche Leser meines Blogs unter 18 Jahren mögen an dieser Stelle bitte aussteigen.

Tief durchatmen.

Die Tour de France verlor ihre Unschuld.

2 Jahre vorher hatte Simpson dem Magazin The People ein Interview gegeben. In der tabellarisch aufbereiteten Dopingübersicht von Cycling4Fans steht vermerkt:

,,Tom Simpson gibt in einem Interview mit dem Journal “The People” zu sich zu dopen – niemand fand das besonders schockierend.”

21 Jahre nach der Todesfahrt von Tomy Simpson gab es 1998 den Festina-Skandal. Die Branche war unverbesserlich. Dann trat Lance Armstrong nach überstandener schwerer Hodenkrebskrankheit auf den Plan und schickte sich an die Tour de France von 1999 bis 2005 zu gewinnen. Es gab großartige Duelle gegen das deutsche Radsporttalent Jan Ullrich. Er hatte erstmalig für Deutschland 1997 die Höllentour gewonnen. Er hatte viele Fans. Einer davon war damals der SPD Politiker Rudolf Scharping. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hatte große Momente in der euphorischen Übertragungswelle. Doch gegen Lance Armstrong zog Jan Ullrich immer wieder den kürzeren. Rudolf Scharping äußerte sich dieser Tage in seiner Funktion als Radsportfunktionär (Präsident Bund Deutscher Radfahrer) zur Ära Armstrong gegenüber dem kicker:

“Die Entscheidung der UCI ist nach der Beweislast nur konsequent. Entscheidend ist, dass ein verseuchtes Jahrzehnt aufgearbeitet und endlich abgeschlossen wird.”

Endlich das Kapitel zumachen. So wünscht sich dies der ehemalige SPD Hoffnungsträger für das Bundeskanzleramt. Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Troika Scharping, Lafontaine und Schröder?

Ist es Zeit für ein Begräbnis der Sportart Radsport? Vor einigen Jahren sagte ein Bestatter zu mir:

,,Sehr viele Trauernde essen lieber trockenen Kuchen.”

Ehemalige deutsche Sponsoren im Radsport wie Telekom, Gerolsteiner oder Milram haben bereits vor Jahren ihre Sponsorships in der skandalumwitterten Branche der Lohnfahrer beendet.

Eigentlich hätten wir alle bereits trockenen Kuchen essen müssen.