WM-Schach-Kampf Anand-Topalov bleibt spannend

Die 2. Turnierhälfte des Schachspektakels von Sofia hat begonnen. Viswanathan Anand und Veselin Topalov trennen sich nach einem intensiven Spiel in der 7. Partie nach 58 Zügen Remis.

World chess champion Viswanathan Anand of India concentrates before seventh game against his opponent Bulgarian chess grandmaster and former world chess champion Veselin Topalov at the FIDE World Chess Championship match in Sofia, May 3, 2010. REUTERS/Oleg Popov (BULGARIA - Tags: SPORT CHESS)

Es steht 4:3 für den amtierenden Weltmeister Anand. Chessbase schreibt zusammenfassend zur Montagspartie:

,,Erst opferte der Bulgare eine Qualität, dann zwei Figuren für den Turm, so dass er in der Summe eine Figur weniger hatte. Als Kompensation besaß der Herausforderer zwei starke Bauern im Zentrum und starke Initiative. Anand verteidigte sich sehr aufmerksam und umschiffte in unklarer und verwickelter Position alle Gefahren. Später kompensierte ein schwarzer Freibauer die weiße Mehrfigur.“

Topalov begann die Partie wie eine Blitzschachmeisterschaft. Atemberaubend schnell zog er die Figuren. Der bulgarische Herausforderer definierte das Wort Angriffslust neu. Chesstigers merkt dazu im Artikel WM 2010 – Umsichtiger Weltmeister führt 4:3 an:

,, Während Topalov die ersten zwanzig Züge in rund vier Minuten aufs Brett donnerte, nahm sich Anand viel Zeit und ließ sich auch von seiner Mehrfigur nicht blenden. Obwohl ihn der Bulgare ein ums andere Mal vor sehr schwere Entscheidungen stellte und Anand zwischenzeitlich eine Stunde weniger Bedenkzeit auf der Uhr hatte, verlor der Inder nie die Übersicht und ließ es sich in wahrscheinlich ausgeglichener Lage sogar nicht nehmen, die gegnerische Offerte zu einer dreimaligen Stellungswiederholung abzulehnen. An der Punktteilung konnte der amtierende Champion zwar letztlich auch nicht entscheidend rütteln, aber so stellte er unter Beweis, dass sein Siegeswille keineswegs geringer ist, als der seines Gegners.“

Die 7. Partie war das 3. Remis hintereinander. Anand blieb in zwei aufeinanderfolgenden Weiß-Partien ein voller Erfolg versagt. Topalov ist der erwartete Kämpfer und schwere Kontrahent für den Bundesligaspieler der OSG Baden-Baden. Es bleibt weiter spannend.

Anand in Sofia angekommen

Heute scheint der Tag der Anreise zu sein. Jens Weinreich ist von seiner Abenteurreise aus Russland auch wieder zurück. Viswanathan Anand ist in der bulgarischen Hauptstadt Sofia angekommen. 40 Stunden Autofahrt aus Deutschland liegen hinter dem amtierenden Schachweltmeister. Es war kein Zuckerschlecken. Chesstigers bringt das Statement der All India Chess Federation in deutscher Übersetzung.

,,Der 40-jährige Weltmeister und seine Frau sind nach solch einer langen Reise natürlich sehr müde und hatten gehofft, die Organisatoren würden ihr verständliches Ersuchen um eine dreitägige Verlegung akzeptieren. Anand ist es nicht gewohnt, so lange Distanzen über die Straße zu bewältigen und keine Verlegung um drei Tage zu gewähren, könnte Herausforderer Veselin Topalov einen signifikanten Vorteil verschaffen.“

Leichtes Säbelrasseln zu Beginn des Wettkampfs. Topalov läuft ja auch Gefahr in einen Lagerkoller zu verfallen. Eine Verschiebung bringt den ganzen geplanten Turnierablauf durcheinander. Also fangt jetzt an zu spielen.

Turm in der Schlacht

 © Michael Alber: Pixelio

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