MORE THAN JUST A GAME

Der leidgeprüfte afrikanische Kontinent ist erstmalig Ausrichter einer Fußballweltmeisterschaft. Südafrika wird die Schlagzeilen in den nächsten Wochen bestimmen. Ich war 13 Jahre alt und im Fernsehen in den Nachrichten wurden Bilder vom blutigen Aufstand von Soweto im Jahr 1976 gezeigt. In dem Jahr gab es auch Olympische Sommerspiele in Montreal. Die Nichtteilnahme von 16 afrikanischen Ländern an den Olympischen Sommerspielen hatte ihren Grund in der Reise der Rugby Nationalmannschaft von Neuseeland im Apartheidregime Südafrika. 

Südafrika war international geächtet. Ein Schmuddelkind auf der internationalen Politlandkarte. Simon Anholt sagte in der brand eins 10/2009 folgende interessante Sätze:

,,Südafrika war das Land der Apartheid, eine Paria-Nation. Ich wurde noch so erzogen, dass man Obst von dort nicht kaufen soll. In den vergangenen Jahren hat sich Südafrika dann plötzlich zur ,,Regenbogen-Nation“ gewandelt, die Fußball-Weltmeisterschaft wird dort ausgetragen, das Land hat – mit Einschränkungen – heute ein gutes Image. Das liegt aber nicht daran, dass sein Fremdenverkehrsamt so tolle Werbung gemacht hat, sondern dass Nelson Mandela freikam, eine innovative Verfassung installiert wurde, die Korruption zurückging, die Wirtschaft wuchs – kurz: Südafrika wurde ein besserer Ort.“ 

Der 1961 geborene Simon Anholt hat Anthropologie und Linguistik in Oxford studiert. Anholt berät Länder- und Stadtregierungen in über 40 Staaten. Mit den Marktforschern von GfK Custom Research erstellt er jährlich drei Studien: den Nation Brands Index, den City Brands Index und den State Brands Index.

Das Image von Südafrika wird auch durch die WM geprägt werden. Es ist das mediale Ereignis in den nächsten 4 Wochen. Dabei ist die Gefahr der Substratsättigung groß. Die elementaren Probleme der Bevölkerung in Südafrika werden bleiben.