Fünf Damen bei Eva Moser auf dem Schachbrett

Der Tag am Bodensee ist heute eher grau. Die Wolkendecke ist erbarmungslos. Das wird der Anachronismus Medaillenspiegel für den einen oder anderen Sportfunktionär auch sein. Mich  persönlich haben die zwei Goldmedaillen vom sympathischen polnischen Skispringer Kamil Stoch sehr gefreut. Er ist am 25. Mai 1987 in Zakopane zur Welt gekommen. Ich habe damals in den 80igern oft in Polen Urlaub gemacht. 1988 bei einer langen und intensiven Rundfahrt mit dem Trabant durch Polen auch in Zakopane in der Natur fernab offizieller Zeltplätze mit einem Kumpel und seinem Sohn gezeltet. Unsere damaligen Frauen mochten uns nicht auf eine abenteuerliche Fahrt mit inoffiziellen aufbauen des kleinen Zeltes begleiten. So blieben ihnen spektakuläre Erlebnisse vorenthalten. Gerne erinnere ich mich an die bemerkenswerte Bergtour auf den Rysy. Die polnische Mentalität hat mir gefallen. Offen, selbstbewusst, stolz und von einem starken Freiheitswillen durchdrungen. Wir haben damals auch die schwarze Madonna von Czestochowa und die Werft in Gdansk (Danzig) gesehen. Frische Blumen vor dem Werktor im Gedenken an ermordete Arbeiter im Jahr 1971.

Seither reagiere ich sehr allergisch auf Polen-Witze, unangebrachte Überheblichkeit gegenüber unserem Nachbarvolk und habe recht große Sympathien für die Sportlerinnen und Sportler aus Polen. Ich war 1989 selber in Leipzig als Montagsdemonstrant dabei. Im Nachgang gab es ja oft den Kampf um die Deutungshoheit der Ereignisse. War Außenminister Genscher der heimliche Held? Wie hoch war der Anteil von Perestroika und Glasnost Befürworter Michail Gorbatschow? Die russischen Panzer blieben in den Kasernen stehen. Es gab durchaus Gedanken von SED-Hardlinern, die brutale chinesische Variante zu wählen. Was für einen Anteil trug der damalige schwergewichtige Bundeskanzler Kohl für einen friedlichen Wechsel? Mir selber war der unheimlich große Anteil am Abgang des sozialistischen Laborversuchs in der DDR durch die polnischen Menschen, ihren Mut, den beizeiten geprobten aufrechten Gang, sehr bewusst.

Derweil gibt es auch wieder neuen und frischen Content von Schachpublizist Hartmut Metz. Er hatte kürzlich über Fünf Damen bei starker Dame auf dem Brett ausführlich berichtet. In meiner Schachlaufbahn hatte ich noch nie 5 Damen auf dem königlichen Schachfeld. Eva Moser, Österreichs stärkste Spielerin war mit involviert in diese bemerkenswerte Schachpartie. Seit meinem Simultanspiel im Kunsthaus Bregenz gegen Eva Moser verfolge ich Ihre Laufbahn noch ausführlicher.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraDoch Hartmutz Metz hat in guter Tradition auch wieder diese Woche seine Schachkolumne am Sonntag publiziert unter dem Titel ,,Ostfriesisches Bauernzentrum“ gewinnt und  widmet sich in einem Rückblick auf das niederländische Kultturnier in Wijk aan Zee einer Partie die unter der Rubrik Hirn schlägt Gier ganz gut aufgehoben ist. Die Protagonisten sind die Schachspieler Dominguez und Caruana.

Stefan Nestler und seine Nepal Expedition

Während am vergangenen Sonnabend die Bergsteigerlegende Reinhold Messner seinen 67. Geburtstag feiern konnte, bereitet sich derweil Stefan Nestler auf eine Nepal Expedition zum Siebentausender Putha-Hiunchuli vor.  Stolze 7246 m wollen erklommen werden. Sein Versprechen auf dem Blog Stefan Nestler´s Abenteur Sport lautet verlockend:

,,In den nächsten Wochen werde ich euch in meinem Blog mit nach Nepal nehmen, auf eine Expedition zum Siebentausender Putha-Hiunchuli. Ich versuche natürlich, meine Berichte so zu schreiben, dass auch Nicht-Bergsteiger sie verstehen können. Nobody is perfect. Möglicherweise rutsche ich doch ab und zu in die alpine Fachsprache ab.“

Um keine Reibungsverluste bei seinen Lesern ohne intime Kenntnissse der alpinen Fachwörter zu haben gibt Stefan Nestler ihnen ein Glossar mit an die Hand. Das Putha-Hiunchuli-ABC.  

Der Deutsche Welle Reporter Nestler hat bereits in der Vergangenheit einige lesenswerte Blogs geführt. Erinnert sei an den Everest-Blog 2005, den Manaslu-Blog 2007 oder den Nordpol-Blog 2009

Mein höchster Berg war bisher … ach lassen wir das. Es war der Rysy. Für mich ein gigantischer Berg.  In einem Jahr zweifach bestiegen. Damals in den Achtzigern. Zuerst von Zakopane aus und später vom Nachbarland, damals noch mit der Bezeichnung CSSR versehen, mit großem Einsatz erklommen. Der Aufstieg von polnischer Seite war sehr intensiv und es brannte sich in mein emotionales Gedächtnis ein. Wahnsinnig schöne Momente. Das Blut fließt gleich wieder schneller, nur wenn ich dran denke. Gänsehaut pur. Glück. Gesichtszüge voller Freude und Stolz.

Heute gibt es noch eine interne Hausmitteilung von mir.

Ich verabschiede mich für ein paar Tage und wünsche meinen Lesern bis dahin eine gute Zeit.