Medienecho vom Schach Magazin 64

Guten Morgen. Schon in aller Gemütlichkeit den ersten Kaffee getrunken? Ich mag ja dieses rehbraune Getränk zum Frühstück sehr. Bereits der Duft einer guten Tasse Kaffee ist eine Versuchung. Ein wenig wird gelesen. Heute das Schach Magazin 64. Schau an, mein Blog wird mit der altehrwürdigen Süddeutschen Zeitung in einem Namen genannt. Sowohl in der Printausgabe wie auf der Online-Website:

,,Die deutsche Schachbundesliga gehört zu den bedeutendsten Mannschaftsturnieren der Welt, über einhundert Titelträger kommen dort zum Einsatz, nur erfährt davon außerhalb der Schachkreise kaum jemand etwas. Es sei denn, es gibt etwas Negatives zu melden.

„Die neue Saison in der Schachbundesliga hat ihre ersten unangenehmen Schlagzeilen. Die Causa Falko Bindrich schlägt hohe Wellen“, meldet beispielsweise der Blog Sportinsider (https://sportinsider.wordpress.com/2012/10/24/causa-bindrich-schlagt-hohe-wellen/), und die auflagenstarke „Süddeutsche Zeitung“ widmete in ihrer Ausgabe vom 24. Oktober dem gleichen (negativen) Ereignis einen größeren Artikel unter dem Titel „Auffällig oft auf der Toilette“… Weitere Meldungen zu diesem unerfreulichen Thema finden Internet-Suchmaschinen in Windeseile.“

Nun, mittlerweile ist die 3. + 4. Runde in der Schachbundesliga ohne Handyvorfall ordnungsgemäß gelaufen. Wer in Ruhe im Nachklapp die größten Gurken des Schachwochenendes durcharbeiten will findet beim Entwicklungsvorsprung von Mister Schachbundesliga Georgios Souleidis interessante Stellungen und Lernstoff.

Georgios Souleidis wird in der neuen Ausgabe vom Schach Magazin 64 ebenfalls erwähnt. Eric van Reem verweist auf die Fotos von ihm auf der Website Schachbundesliga unter dem Button Emotionen. Eric van Reem werden Stammleser hier auf meinem Blog auch kennen. Während der Schach-WM 2012 zwischen Viswanathan Anand und Boris Gelfand hat er freundliche Grüße aus Moskau gesandt.

Übrigens habe ich Eric van Reem am 29. Januar 2011 hier auch bei Eine Frage des Geschmacks erwähnt.

,,Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Oder auch nicht. Der Auftritt der Berufsschachspieler in puncto Kleidung ist sicherlich diskutabel. Bei den Fotos von Eric van Reem vom Tata Steel Chess 2011 in Wijk aan Zee auf chesstigers gibt es einige modische Sünden.  Wir reden hier nicht von einem Amateur Open. Sehnsüchtig schau ich zurück. Was waren das noch für Zeiten als Schachspieler wie Bobby Fischer mit Anzug und Krawatte spielten. Das hatte Klasse. Das war Stil.“

Doch zurück zur neuen Ausgabe vom Schach Magazin 64. Auf dem Titelblatt ein junger hoffnungsvoller deutscher Spieler. Der 15-Jährige Rasmus Svane. Er gewann gegen den Weltmeister von 2004. Historisch interessierte Schachfreunde können den damaligen Titelträger sicher auch Nachts um halb drei aus dem Schlaf gerissen, sofort nennen. Es ist Rustam Kasimdzhanov. Das die Bäume auch für ein hoffnungsvolles Schachtalent nicht in den Himmel wachsen, musste Svane jedoch auch bereits erfahren. Ich berichtete im Oktober hier auf dem Blog bei Schachbundesliga Live am 21.10.2012 darüber:

,,Trier liegt gegen den Hamburger SK mit 3:4 zurück. Wenn mich mein geübtes Schachauge nicht täuscht wird diese Partie mit einem 4:4 enden. Constantin Lupulescu muss die Partie gegen Rasmus Svane eigentlich gewinnen. Es sei denn er schwächelt wie die deutsche Nationalmannschaft im Fußball gegen Schweden.

Emsdetten führt gegen Griesheim mit 5,5:1,5.

Nimmt ein Buchmacher noch Wetten auf Lupulescu an?

Hier die Live Situation.

Auf Lupulescu kann man das komplette Sparbuch setzen. Unverlierbar. Ohne Sieg wird es wohl kein Abendbrot heute Abend für ihn geben.

Constantin Lupulescu gewinnt nach 59 Zügen. Er hat nicht wie die Löw Elf am schwedischen Abend geschwächelt. Trier damit mit einem 4:4 gegen Hamburg.“

Rasmus Svane verlor also nach seinem bemerkenswerten Sieg am Vortag nach 59 Zügen gegen Constantin Lupulescu. Der Ruf  nach einem Wunderkind des Schachs ist ja immer schnell gehört. Gemach, gemach. Der spätere Schachchampion Capablanca (der Legende nach lernte er mit 4 Jahren das königliche Spiel) gewann mit 12 Jahren die kubanische Schachmeisterschaft. Oder einer der spektaktulärsten Schachspieler aus der einstigen UdSSR, Michail Tal, kam auch zeitig zu Meriten. Ich glaube mich zu erinnern, dass Michail Tal mit 23 Jahren Weltmeister war und Ruhm und Ehre für die russische Schachschule erspielte. Zurück nach Deutschland. Doch Rasmus Svane sollte jetzt nicht mit einer überbordenden Erwartungshaltung, die sich leicht zu einem nicht abzuarbeitenden Erwartungsdruck ausbreiten kann, in Beschlag genommen werden. Einfach konzentriert weiterarbeiten.

Gute Nachrichten aus Griechenland

Es gibt sie noch. Gute Nachrichten aus Griechenland. Nein, Athen will nicht den EURO in Drachmen getauscht haben. Otto Rehagel will auch nicht das Geheimnis seiner 2004er Betonabwehr beim Europameistertitel an Übungsleiter Jogi Löw weitergeben. Das königliche Spiel sorgt für frohe Kunde aus Griechenland. Gold für Deutschland. Unglaublich. Deutschland ist Schacheuropameister 2011. Chesstigers hat sogar geflaggt. Damit setzt Bundestrainer Uwe Bönsch eigentlich Übungsleiter Jogi Löw arg unter Druck. Wenn sogar die deutschen Schachspieler den EM-Titel holen, muss die DFB-Elf logischerweise nachziehen. Ich will jetzt auch gar keinen hinkenden Quervergleich ob der unterschiedlichen Budgets aufstellen.

Da sage noch einer bloggen lenke Schachspieler vom Erfolg ab. Mitglied der goldenen Crew ist auch Jan Gustafsson gewesen. Schnell mal zu seiner Website gesurft…

,,Und ich bin nach wie vor ziemlich groggy. Post-meisterliche Depression?

Nö, happy. Und faul!

Das Medienecho mag sich zunächst in Grenzen halten, aber mir passt es eigentlich gerade ganz gut rein. Keine Lust auf „Quo Vadis Deutsches Schach“, „Wie können wir diese einmalige Chance medial nutzen“ „Jetzt sind wir alle in der Pflicht, etwas draus zu machen“ „Wie ist der neugefundene Erfolg zu erklären“. Jaja, alles bestimmt gut und wichtig, dies das, aber können wir uns nicht einmal kurz freuen?“

Ein schöner Erfolg. Das soll auch entsprechend gefeiert werden. Die Entwicklung war nach dem Desaster und den Unstimmigkeiten 2010 zwischen Schachspielern und Funktionären in Deutschland nicht so zu erwarten gewesen. Ich habe die Dinge damals hier im Blog kritisch begleitet, will sie aber jetzt auch nicht wieder aus dem Archivkeller holen. Die Sponsoren werden jetzt natürlich nicht Schlange stehen, jedoch wird das Resultat den Beteiligten Arkadij Naiditsch, Jan Gustafsson, Georg Meier, Daniel Fridmann sowie den Trainern Uwe Bönsch und Rustam Kasimdzhanov gut tun. Also lasst ruhig noch ein paar Tage die Sektkorken knallen oder relaxt und habt eine gute Zeit.

Update: Leser lvapatzer verwies auf den von mir nicht erwähnten Rainer Buhmann. Immer diese Flüchtigkeitsfehler. Wird Zeit, dass ich mir ein Lektorat zulege. Bloggen, kurz nochmal über den Text schauen und dann publizieren… Dann schlägt doch hin und wieder das Fehlerteufelchen zu.

Also Ehre wem Ehre gebührt. Zur goldenen Crew gehört auch Rainer Buhmann. Hier geht es zu seiner Website. Im virtuellen Lexikon wikipedia findet sich auch bereits der aktuelle Erfolg eingewebt:

,,November 2011 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft Europamannschaftsmeister. Dieses gelang durch einen sensationellen Sieg gegen Armenien in der letzten Runde.“

Schließlich auch noch eine Fotogalerie vom Schachgroßmeister. So damit hat Rainer Buhmann den Ehrenplatz von mir bekommen und das Fehlerteufelchen hab ich damit etwas frustriert. Da muss das Teufelchen jetzt durch.

Was macht eigentlich Schachweltmeister Anand?

Das Schachmatch des Jahrzehnts ist auch bereits wieder seit 14 Tagen Geschichte.  Die Schachwelt powert weiter ihre Erfolgsgeschichte und Stefan Löffler bestückt das Blog mit immer wieder interessanten Geschichten.

Turm in der Schlacht

 © Michael Alber: Pixelio 

Was macht eigentlich Schachweltmeister Viswanathan Anand? Er lässt sich zu Recht in seiner Heimat feiern. Im Video kann sich jeder einen kleinen Eindruck über die Feierlichkeiten und die Begeisterung um Indiens Schachikone verschaffen.

Bevor Viswanathan Anand für 8 Wochen in seine Heimat flog, schaute er von Madrid kommend in Bad Soden bei den Chess Tigers vorbei. Nach dem Fototermin und dem Interviewtermin für die FAZ gab es im engsten Kreis ein Dinner mit dem Weltmeister. Bei den Fotos war echter Einsatz gefragt:

,,Um die noch günstigen Lichtverhältnisse des frühen Abends nutzen zu können, bat der anwesende Fotograf der FAZ um sofortiges Posieren des Champions im Schaufenster. Dabei war der Einsatz des physisch größten Tigers, Hans-Dieter Post, von Nöten. Nicht nur in Zentimetern ist der Turnierleiter der Chess Classic Mainz eine der größten Fans von Vishy und so gab er sich gerne als menschlicher Schutzschild vor den blendenden Sonnenstrahlen her, damit der Fotograf schöne Porträts des Champions schießen konnte.“ 

Anand sein Erfolg trägt auch den Namen von Rustam Kasimdzhanov. Er war einer der Sekundanten vom Tiger von Madras. Schachbundeliga Online-Redakteur Georgios Souleidis hat ein sehr interessantes Interview mit Kasimdzhanov geführt. Er nimmt auch Bezug auf die Nerven von Topalov und die Komponente „Heimvorteil“.

,,Am Ende waren Topalovs Nerven nicht so stark. Er spielte hier zu Hause und das ist kein Fußball. Im Schach zu Hause zu spielen, ist immer schlimm. Der Druck ist enorm hoch. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, weil ich in Taschkent wie jemand mit Elo 2400 spiele.“