Rotebrauseblogger Interview mit RB Leipzig Cheftrainer Alexander Zorniger

Rotebrauseblogger alias Matthias Kießling ist ein sehr lesenswertes Interview mit dem RB Leipzig Coach Alexander Zorniger gelungen. Alleine der Einstieg in das Frage-und-Antwort-Spiel machte Appetit auf mehr:

,,Wissen Sie eigentlich, dass Sie bei Wikipedia einen Eintrag hatten, der wegen Irrelevanz gelöscht wurde? Begründung: Sie sind schließlich nur Trainer im „Amateurbereich“..

Zorniger geht nicht nur bei dieser Frage eloquent und mit einem gesunden Menschenverstand zur Sache. Rotebrauseblogger seine Interviews gehen auch immer sehr in die Tiefe und holen aus dem Gesprächspartner offenbar das Beste heraus. Dabei äußert sich Cheftrainer Alexander Zorniger im langen und lesenswerten Interview auch über ein Pressing der besonderen Art:

,,Wie gesagt, es wäre auch mal interessant, aber ich weiß nicht, ob ich dazu mit meinen Mannschaften mal irgendwann taktisch in der Lage sein werde, mit einem 3-4-3 ein aggressives, fast in die Selbstaufgabe gehendes Pressing zu gehen. Dazu brauchst du drei pfeilschnelle Tiere in der Offensive, dazu brauchst du 4 Topballeroberer mit unglaublichen technischen Möglichkeiten und du brauchst drei Vollathleten in der Defensive.“

So mehr wird jetzt aber nicht verraten. Alles weitere bitte beim rotebrauseblogger.

Ein ganz normaler Bürotag in Deutschland im April 2012

08:00 Entspannt mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Büro

08:35 Mantel im Büro aufgehangen. E-Mail Eingang checken.

08:45 Kollegen an gewonnene Sportwette auf Schalke Niederlage erinnern

08:50 Ersten Kaffee im Büro trinken, Rosinenbrötchen tunken

08:56 Mentale kurze musikalische Auszeit mit youtube vorbereiten

08:59 Bluesige Entspannungsmusik mit Stefan Diestelmann genießen

09:30 Konferenz. Kollegen an ausstehenden Wetteinsatz erinnern

10:00 Zurück im Büro. Ablage. Blick auf die Kultseite von rotebrauseblogger

10:30 Genüßlicher Blick auf das Eishockey-Blog Check von Hinten

11:05 Blick auf die Uhr. Zweites Frühstück in Sicht. Wird auch Zeit.

11:15  Zweites Frühstück mit Kollegen L. Austausch über Robben Ego

11:45 Kantine. Sport Diskussion fortsetzen. Es dreht sich um Aktien vom BVB

12:40 Eiligen Außentermin vortäuschen: schnell mal rüber zu Kaufhof

13:45 Beim Bereichsleiter Sorge über Zustand von E. äußern

14:30 Am Drucker Powerpoint-Präsentation der Kollegin W. abgreifen

14:55 Druckerpapier und Textmarker Stabilo für daheim einstecken

15:15 All-inclusive-Angebote für DFB-Pokalfinale 2012 in Berlin checken

15:40 Präsentation von W. unter eigenem Namen der Zentrale senden

16:10 Auszubildenden (HSV Fan) im Großraumbüro hochnehmen

16:20 Die Bundesligawettgelder von den Kollegen einsammeln

17:10 Endlich Feierabend. In der Tiefgarage auf Bereichsleiter warten:

             ,,So spät noch?“

17:50 Von der Frau wegen aufreibenden Bürotag bedauern lassen

17:55 Gut gekühltes Entspannungsbier von der Frau servieren lassen

Anmerkung

Alles an diesem Büroarbeitstag ist erfunden, das hoffe ich zumindest. Namen der Personen sowie Ablauf in der Firma sind ebenso frei erfunden wie die beschriebenen Situationen und Handlungen.

Ich versichere, dass ein Bezug zu realen Geschehnissen in deutschen Büros nicht beabsichtigt ist, auch wenn sich ein solcher finden sollte.

Sportjournalismus: Die Schwierigkeiten mit der Erfolgsstory von RB Leipzig und Red Bull

Der eine oder andere Sportjournalist hat so seine liebe Mühe und Not mit der Entwicklung von RB Leipzig und dem österreichischen Unternehmen Red Bull, Getränkehersteller einer Kultdose, und versehen mit einem ausgewiesenen Händchen für Sportsponsoring. Tief durchatmen.

Rotebrauseblogger, nimmt sich mit gewohnt analytischer Schärfe und Sachverstand der Thematik des doch recht vorbelasteten Berichtens über RB Leipzig und die dazugehörigen Rahmenbedingungen in einem Bericht von 11Freunde durch Christoph Biermann an.

,,Entscheidender Nachteil des Artikels der 11Freunde ist, dass er das Kernproblem gekonnt umschifft. Man stellt zwar (richtigerweise) fest, dass RB Leipzig „eklatant gegen den Geist der 50+1-Regel“ verstoße, gerät dann aber ein wenig von der Bahn bei der Spekulation, warum RB Leipzig seine Vereinskonstruktion von den Verbänden nicht um die Ohren gehauen wurde. „Viele Kräfte“ sieht man mit den Worten eines ungenannten DFB-Funktionärs am Werk und verlagert die Lösung der Frage, warum es RB Leipzig in der vorliegenden Form gibt, in geheimnisvolle Hinterzimmer der Macht.“

Rotebrauseblogger zeigt auch sehr schön die Widersprüchlichkeit der aufgeführten Zeugen in Sachen RB Leipzig. Da wären aus Dortmund Herr Watzke und aus Mainz Herr Heidel. Natürlich werden da gnadenlos Schubladen geöffnet und vorgekochte Fertigmeinungen herausgeholt. Wird schon passen. Irgendwas bleibt immer hängen. Mit zunehmenden sportlichen Erfolg wird der eine oder andere Sportjournalist womöglich weitere Schubladen öffnen. Garantiert. Dabei lässt sich jetzt bereits erahnen, wie schwer es bei zunehmenden sportlichen Erfolg von RB Leipzig für den einen oder anderen werden wird, die Contenance zu wahren.

RB Leipzig mit Torspektakel zum Rückrundenauftakt

Sie sind mein Favorit für den Aufstieg in die 3. Liga dieses Jahr. RB Leipzig. Darum schweifte mein Blick vom Bodensee auch hoch zur ehemaligen (und zukünftigen!?) Fußballmetropole. Leipzig erlebte einst legendäre internationale Fußballspiele. Davon will ich jetzt bei RB Leipzig noch nicht sprechen. Ich finde es gar nicht schlecht, dass man nicht im ICE Tempo wie Hoffenheim die oberste Etage der Fußballligen erklimmt. RB Leipzig hat da einen etwas anderen Tempo-Zug gewählt. Gemach, gemach. Stufe für Stufe. Da ist auch ein Nicht-Aufstiegsjahr wie in der letzten Saison kein Weltuntergang. Jetzt also der Auftakt zur Rückrunde in der Regionalliga. Rotebrauseblogger lag mit seiner Prognose gar nicht schlecht:

,,Hinterher kann man ja immer klugscheißen. Dass man es vorher ahnen konnte, dass das Spiel gegen Wilhelmshaven nicht die irre Herausforderung wird. Dass auch ein hoher Sieg drin liegt. Ich hatte vor dem Spiel immerhin auch auf ein 5:1 getippt, weil die Testspiele von RB Leipzig darauf schließen ließen, dass man gerade die Offensivabläufe erheblich verbessert hat und Roman Wallner aus einem sehr guten Team ein sehr gutes Team mit Sternchen machen kann.“

Am Ende stand ein 8:2 von RB Leipzig gegen SV Wilhelmshaven zu vermelden. Solch ein Ausrufezeichen ist auch psychologisch immer gut. Dieses Ergebnis macht Appetit auf mehr. 4958 Zuschauer sind auch respektabel.

Es sei an die Zuschauerzahl im DFB-Pokalviertelfinale von Little Hoffenheim gegen Greuther Fürth erinnert. Ohne die Fans aus Fürth wäre es fast eine Geisterkulisse für ein eminent wichtiges Pokalspiel um den Einzug ins Halbfinale gewesen. Danach musste Kulttrainer Stanislawski seine Sachen incl. Kaffeekanne einpacken. Hoffenheim und RB Leipzig hat sich Rotebrauseblogger übrigens kürzlich auch in gewohnt tiefer Analyse unter dem Titel Von Hoffenheim lernen, hieße zumindest lernen vorgenommen. Er arbeitet auch fein die Unterschiede der Milliardäre Dietrich Mateschitz und Dietmar Hopp im Umgang mit den Medien heraus.

Besuch in der Schrebergartenanlage der deutschen Sportblogger

Heute gibt es einen kleinen Spaziergang durch den Schrebergarten der deutschen Sportblogger. Fußball steht heute wieder an. Für Fußballinteressierte lohnt wieder ein Blick in den Garten von allesaussersport. Eine detaillierte Vorschau auf die Bundesliga und wie immer eine Reihe gut gepflegter Textbeete bietet dogfood alias Kai Pahl an. Beispiel gefällig?

,,Nach der Social Media-Pleite der Bayern vom Donnerstag (“Wir präsentieren einen neuen Spieler“) schaut zum Glück Facebook-Connaisseur Felix Magath vorbei und kann den Bayern zeigen wo der Social Media-Hammer hängt.“

Auch breitnigge nimmt sich dem mit falschen sozialen Medien Saatgut herum experimentierenden Rekordmeister vor und stellt fest:

,,Eigentlich fällt mir dazu nix mehr ein. Dabei wäre es so einfach für den FC Bayern. Mit sozialen Medien umzugehen. Bei dem Fan-Potential.

Aber weshalb sollte ich hier Tipps in meinen Blog-Beitrag schreiben. Da zahlen unsere Kunden in der Agentur ‘ne Stange Geld für.

Man versteht offenbar das Thema, die Fans und die Gemengelage nicht. Und hat ferner keinerlei Gespür für Situationen und Konsequenzen im sozialen Netz.“

Irgendwas mit sozialen Medien machen müssen, leider wohl machen müssen, gezwungenermaßen sozusagen. Menschenskinder, dann lieber wie König Johan Cruyff ohne Handy und E-Mail Account agieren. Der missglückte Aktionismus von Bayern München bekommt auch Aufmerksamkeit in Leipzig. Rotebrauseblogger titelte Des FC Bayern zwölfter Mann. Doch die Fußballwelt dreht sich weiter. In der vierten Liga wird bei RB Leipzig noch fleißig getestet. Luxemburg war der auserwählte Gegner: Rotebrauseblogger nimmt sich der Thematik liebevoll an:

,,Testspiel Nummer 5 der Winterpause brachte RB Leipzig gestern am Tag 6 des Trainingslagers in Belek die Nationalmannschaft Luxemburgs als Gegner. Nationalmannschaft klingt erst mal ziemlich beeindruckend. Bedenkt man, dass Luxemburgs beste Fußballlegionäre maximal in zweiten europäischen Ligen spielen (der französischen z.B.) und gar nicht dabei waren, weil sie mit ihren Clubs selbst in der Rückrundenvorbereitung (oder gar im Spielbetrieb) stecken, bleibt ein kleines Land mit der Einwohnerzahl Leipzigs, dessen Nationalmannschaft wohl fußballerisch wohlwollend gutes Regionalligaformat besitzt. Also alles in allem nicht mehr so spektakulär.“

Der Sportmanager ist auch im Online-Schrebergarten aktiv und widmet sich mit infografik: die 50 beliebtesten Sportler im social web der grafischen Aufbereitung des Kampfes um die größte Aufmerksamkeit im Online-Rosenbeet.

Stefan Löffler schreibt auf der Schachwelt unter dem Titel Deutsche Nummer eins wandert aus über einen Wechsel in das Gastgeberland der diesjährigen Schacholympiade.

Rank Zero wartete unlängst mit einer sehr schönen Partie zwischen Henrique Mecking und Antonio Rocha aus dem Jahr 1969 in Mar del Plata auf. Nach 24 Zügen war bereits alles erledigt. So eine Kurzpartie nachzuspielen ist immer wieder eine genüßliche Freude.

Sprung zum Eishockey. Bei Check von hinten geht es um ein Jubiläum, welches sich zum vierzigsten mal jährt. 1972 standen sich Kanada und die UdSSR gegenüber. Die Zeit des kalten Kriegs wehte eisig. Jetzt steht Zum 40. Jubiläum: Rematch der Summit Series an.

Schnelligkeit und spektakulären Sport hat auch das Racingblog zu bieten. Unter dem Titel Grand Am: Vorschau auf die 50. 24h Daytona kommen alle Motorsportfreunde auf ihre Kosten.

Im Garten gibt es ja auch immer die Männer die über fast alles Bescheid wissen. Die wissen eben sehr viel über Rosen, Baumschnitt, wann die beste Zeit für das Düngen des kleinen Erdbeerfeldes ist. Aus was für Früchten sich das beste Gelee machen lässt. Manchmal werden dann diese Männer auch in den Gartenvorstand gewählt. Bei den Sportbloggern gibt es auch einen mit unheimlich viel Wissen über Fußball. Meistercoach Trainer Baade. Diesmal hat er sich in unnachamlicher Art und Weise Sich selbst erhaltendes Siechtum zugewandt und bietet ein textlich winterfest gemachtes Rosenbeet an:

,,Einerseits geht die Meldung im Widerhall der Facebook-Aktion des FC Bayern fast unter. Andererseits muss man sich keine Sorgen machen, dass der FC Bayern — bald geführt und beraten von eindimensionalen alten Recken, deren Weiterbildung selbst bei besten Möglichkeiten, Experte bei Sky oder beim ZDF, und somit hautnah an den besten Spielen des Planeten dran, nur im Schneckentempo vorwärts geht — in mittlerer Zukunft gefährdet sein könnte.“

So genug durch die Schrebergartenanlage der deutschen Sportblogger für heute gewandert.

Projekte von Red Bull mit RB Leipzig und Bayern München

Die momentan spannendsten Sportprojekte in Deutschland, der Versuch von Red Bull den Fußballverein RB Leipzig von der 5. Liga in die Bundesliga zu bringen sowie das Basketball Vorhaben von Bayern München unter der Führung vom charismatischen Coach Bauermann, haben noch nicht den großen Glanz versprühen können. Vielleicht ist dies für beide Projekte sogar gut. Ein wenig Geduld, gepaart mit Demut und scharfer Analyse des Ist-Zustands können nicht schaden.

RB Leipzig nahm ja recht geschwind die Hürde 5. Liga um dann im vergangenen Jahr beizeiten keine Aufstiegschance mehr in die 3. Liga zu haben. Der momentane Tabellenplatz 4 nach dem 1:1 gegen den VFC Plauen in der großen Red Bull Arena in Leipzig kann nur eine Zwischenetappe sein. Eine Momentaufnahme. Die Lichtblicke und Schattenblicke des Spiels gegen den VFC Plauen hat in gewohnt feiner Art rotebrauseblogger zusammengefasst.

 Mich verwundert ja bisweilen immer ein wenig die herablassende Art des einen oder anderen Gegner des Projekts von Red Bull. Wenn ich mich in der aktuellen Bundesliga umschaue sehe ich keinen Verein der ohne Geldgeber agiert. Arenen heißen schon lange Allianz oder Signal Iduna Park und auf der Brust pranken solch namhafte Großunternehmen wie Gazprom und unverhohlen wird Wolfsburg vom VW Werk finanziell gepowert oder auch Leverkusen vom Bayer Werk. Selbst bei Nischenfußballvereinen mit angeblich anderer Moral im beinharten Profifußball-Business, wie dem SC Freiburg, gibt es einen Trikotsponsor. Den Schwenk zu St. Pauli will ich jetzt erst gar nicht vollziehen. Auch dort hat der Kommerz längst Einzug gehalten.

Die Basketballtruppe von Bauermann schaffte auf Anhieb den Aufstieg in die BBL, der Etat wurde aufpoliert und in Höhe der alten Platzhirsche Brose Baskets aus Bamberg und Alba Berlin gestemmt. Nun gab es zum Auftakt in Bonn eine Niederlage. Uli Hoeneß telefonierte vor dem Spiel noch mit Dirk Bauermann und übermittelte die besten Wünsche an die Mannschaft. Geholfen hat es nicht. Vielleicht waren nach dem bemerkenswerten Sieg im Freundschaftsspiel gegen Fenerbahce Istanbul auch die Blütenträume schon ein wenig zu sehr gereift. Eine ganze Liga schien auf den Eintritt von Bayern München ins höchste Oberhaus des deutschen Basketballs zu warten. Welt Online titelte Bayern München bringt Glamour in eine graue Liga. Basketball ist auf alle Fälle in München angesagt. So waren beim Spiel gegen Fenerbahce Istanbul der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber, der Fußballweltmeister von 1974 Paul Breitner und der aktuelle Nationalspieler Bastian Schweinsteiger mit Freundin gesichtet worden.

Red Bull powert VW weg oder RB Leipzig zeigt eine emotionale Höchstleistung

Gestern Abend habe ich auf den Sieg von RB Leipzig gegen die Wölfchen einen Prosecco getrunken. War der VW Konzern zu geizig? Hat man dem einstigen Meistercoach Magath zu wenig Geld zur Verfügung gestellt?  Oder greift das Red Bull Fußballprojekt in Leipzig langsam unter dem neuen Coach Pacult? 31.212 Zuschauer wurden offiziell in der einstigen Leipziger Kultstätte gezählt. Auch das dürfte den Verantwortlichen bei Red Bull ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert haben. An RB Leipzig scheiden sich ja oft die Geister. Oft kommen die Wörter Kommerz oder Kunstprodukt sowie gerne auch die fehlende Tradition zur Sprache. Retortenfußball ist auch noch so ein Schlagwort. Rotebrauseblogger fasst in seinem lesenswerten Bericht vom Spiel (er war live vor Ort in der Red Bull Arena dabei) die Thematik so zusammen:

,,Ich habe jedenfalls jede Minute des Spiels genossen und wenn das, was da gestern Abend los war, Retorten- oder Kommerzfußball gewesen ist, dann kann ich Retorten- und Kommerzfußball ziemlich gut leiden. Wie sich Mannschaft und Publikum über 90 Minuten gegenseitig hochgeputscht und zu emotionalen Höchstleistungen getrieben haben, war sehr schick.“

Da dürften die Kritiker von RB Leipzig momentan nicht viel zu lachen haben. Ich halte die Diskussion über Kommerzfußball eh für scheinheilig. Profifußball funktioniert ohne Geld nicht. Wie war das mit der Meisterschaft vom VfL Wolfsburg im Jahr 2009? Kann sich noch jemand an die Unsummen an Geld bei Einkäufen für die Werkself von Bayer Leverkusen in der Ära Calmund erinnern? Was ist mit der an die Börse gegangenen Marke Borussia Dortmund? Zum Glück habe ich zum damaligen Ausgabekurs keine Aktien gekauft. War ja wohl kein ehrenamtlicher Gang. Also ich sehe die Dinge entspannt.

Red Bull Chef Dietrich Mateschitz mit RB Leipzig im Plan

Der eine oder andere Fußballfreund wird sich vielleicht die Augen reiben. Wieso soll Red Bull Chef Mateschitz mit RB Leipzig im Plan liegen? Ist der Aufstieg in die 3. Liga nicht gerade mit größeren Abstand auf die Chemnitzer verpasst worden? Die abgelaufene Saison hat Rotebrauseblogger kürzlich kompetent und scharfsinnig unter dem Titel RB Leipzig und die vielen Tiefen und wenigen Höhen analysiert. Vor der Saison hatte ich auch einen weiteren Aufstieg prognostiziert. Doch Fußball ist nicht immer ein Wunschkonzert. Zeitpläne und ehrgeizige Ziele sind bei Red Bull auch mit dem entsprechend langen Atem versehen. Vielleicht ist da auch ein Rückblick auf jenes Interview von 2009 mit Dietrich Mateschitz bei Sport Bild aufschlussreich:

,,Wir werden versuchen, sowohl die Mannschaft als auch den gesamten Trainerstab maßgeschneidert der jeweiligen Situation bzw. dem jeweiligen Ziel anzupassen, d.h. wir werden versuchen, die Mannschaft möglichst rasch aber nichtsdestotrotz gesund wachsend von der derzeit 5. Liga in die 2. Liga zu führen. Dafür muss man dreimal aufsteigen, wenn uns das in 4 oder 5 Jahren gelingt, wäre das ein guter Zeitplan. Der letzte Schritt in die Bundesliga kann derzeit noch nicht wirklich geplant oder auch absehbar sein, zu viele unterschiedliche Faktoren spielen dafür eine Rolle, aber unser Ziel wird es auf jeden Fall sein.“

Red Bull Chef Dietrich Mateschitz hat das Projekt mit RB Leipzig langfristig angelegt. Mich haben daher die eine oder andere Personalentscheidung (Linke, Beiersdorfer) etwas überrascht. Das sah mir ein wenig nach Kurzatmigkeit aus. Doch bei einem Aufstieg in der nächsten Saison in die 3. Liga wird sich das Personalkarussell etwas langsamer drehen wie in dieser Saison. Die letzten 12 Monate haben gezeigt, dass auch die Regionalliga erst einmal gestemmt sein will.  Der charismatische Mateschitz, Marketinggenie und begeisterter Anhänger eines professionellen Sportsponsorings hat in jenem Zeitraum mit Formel 1 Pilot Sebastian Vettel in einer anderen Sportart sehr viel Freude gehabt. Ein Titel, ein weiterer in dieser Saison vor der Brust. Tief durchatmen. Das ist bemerkenswert.

Natürlich gibt es auch sehr kritische Stimmen. Erbsen zählend wird auf den hinkenden Zeitplan verwiesen. Meist sind sie nicht frei von einer gewissen Schadenfreude. Als Beispiel sei hier auf den Artikel Die Arroganz der Fußballplaner in der Zeit Online verwiesen. Doch es gab auch einst für das Engagement von Mateschitz im Formel-1 Business mit dem jungen Sebastian Vettel Stirnrunzeln.

Geamach, Gemach. Das wird schon mit RB Leipzig. Wenn das Team Stück für Stück aufsteigt will es dann sowieso jeder bereits vorher gewusst haben. Plan hin oder her.

Ein paar Fußball-Häppchen

Meine Liebste sagte einst zu mir:

,,Irgendein Fußballspiel ist immer“

Bei genauerem betrachten des aktuellen Wettangebots der Buchmacher zum Beispiel merkt man: Fußball wird immer gespielt. Das dürfen dann auch gerne etwas exotischere Ligen sein. Hauptsache es wird gespielt. Eigentlich laden manche Begegnungen förmlich zum spekulieren ein. Wir wollen da gar nicht gleich an Wettmanipulation denken. Obwohl der Verdacht ja immer mitspielt.

Fred Kowasch, Organisator und Spiritus Rector von sportspool.tv,  hatte ja unlängst in einem Kommentar zum Urteil im Wettskandal treffend geschrieben:

,,Wenn die ‚Bochumer Prozesse‘ eines gezeigt haben, dann das: Der Fußball ist ein verlogenes Geschäft. Von dem alle profitieren. Spieler, Zocker, Wettunternehmen, Vereine, Medien und Fußballverbände. Da braucht man sich über mangelnden Aufklärungswillen nicht zu wundern.“

Fußball lieferte in letzter Zeit generell sehr viele unappetitliche Schlagzeilen. Dabei wollten meine Liebste und ich demnächst in die schöne Stadt Zürich fahren. Machen wir trotz Tollhaus FIFA.

Bald ist die Frauenfußball-WM. Ich habe einen Bekannten, der bereits Eröffnungsspiel- und Endspieltickets hat. Da möchte ich doch glatt einen kleinen bildlichen Beitrag zur Damen-WM von sportspool.tv zur Vorfreude empfehlen.

Doch es gibt auch noch ein paar Häppchen jenseits vom Trommelwirbel um die Damen-WM im eigenen Land. Ich hätte die 4. Liga anzubieten. Männerfußball. Okay, der Tod des Glück ist der Vergleich. Doch ich darf doch im Bezug auf Frauenfußball nochmals auf die Teilnahmslosigkeit der Zuschauer im Alltag verweisen. Michael Horeni hat dies im März auf FAZ.Net unter dem Thema Liga im Abseits so beschrieben:

,,1035 Zuschauer am Sonntag in der Hamburger Hagenbeckstraße sind da schon etwas. Eineinhalb Stunden später spielen knapp drei Kilometer davon die Männer des HSV. 50.000 Zuschauer kommen gegen Mainz. 1000 zu 50.000, so sind, an guten Frauenfußball-Tagen, die Verhältnisse, nicht nur in Hamburg. Die HSV-Frauen haben in dieser Saison den Minusrekord der Liga aufgestellt: 78 Fans. Bei Bayer Leverkusen (102) aber sieht es kaum besser aus, auch nicht beim VfL Wolfsburg (118) und auch nicht beim FC Bayern (157). Im Schnitt kommt die Frauen-Bundesliga in dieser Saison auf rund 800 Zuschauer pro Spiel.“
Das ist nicht wirklich viel. 800 Zuschauer pro Spiel. Eine marginalisierte Sportart im Alltag. Wir reden hier von der Frauenbundesliga. Was läuft da eigentlich schief? Der Ligabetrieb bleibt vom Hype um die Nationalmannschaft unberührt. Die dürftigen Zuschauerzahlen wird es vermutlich auch nach der WM geben.  Natürlich wird auch eine gewaltige Marketingwelle zur Zeit für das Damenturnier gefahren. Das nervt mich dann schon wieder. Welche Reklameagentur kam eigentlich auf die Idee das Turnier mit dem Etikett Sommermärchen zu versehen? 
 
Wechseln wir die Gefilde und nähern uns der 4. Liga. Männerfußball. Einst spielte er für den Hamburger SV. Später unter Felix Magath beim Vfl Wolfsburg. Die Rede ist von Alexander Laas. Seit vergangener Saison spielt er in der 4. Liga beim von Red Bull unterstützten Fußballverein RB Leipzig. Rotebrauseblogger hat in einem bemerkenswerten facettenreichen und hochinteressanten Interview Alexander Laas befragt. Vorsicht, das Interview hat Überlänge, jede Zeile ist es jedoch wert.
 

Nostalgie

Blogger und Eishockeyexperte Tilman Pauls hat kürzlich auf seinem Eishockey-Blog eine spezielle Wunschliste auserkoren. Meine 14 für die DEL. Meinen Augen wollte ich fast nicht trauen. Da findet sich doch auch der 25-fache Eishockeymeister der DDR, SG Dynamo Weisswasser, wieder. Jahr auf, Jahr ab duellierte  sich die SG Dynamo Weisswasser mit dem SC Dynamo Berlin um die Meisterschaft. Mehr Teilnehmer gab es nicht. Es war eine 2-er Liga. Eine der vielen Kuriositäten im DDR Sport. Eishockey war wie Schach als nicht förderungswürdig von den SED-Bonzen eingestuft worden. Die gesamtdeutsche Karte aller Meister hat dieses wikipedia Aussehen.

Nostalgie weht ab sofort verstärkt auch in der 2. Fußball-Bundesliga. Zu den ehemaligen DDR Oberliga Vereinen BSG Wismut Erzgebirge Auge, Energie Cottbus und Union Berlin gesellen sich jetzt noch Hansa Rostock sowie Dynamo Dresden dazu. Rostock sammelte ja bereits in der DDR massiv Erfahrungen mit dem Eigenleben einer Fahrstuhlmannschaft. Sie legten zwischen 1975 und 1980 sagenhafte 6 Ab- und Aufstiege in Serie hin. 1975 ging es mit dem Abstieg in die Niederungen des DDR Fußballs. 1976 der Aufstieg. Im selbigen Jahr coachte Georg Buschner die DDR Nationalelf zu jenem historischen Olympiasieg in Montreal gegen den damaligen Weltmeisterdritten Polen. 1977 wieder ein trostloser Abstieg für Hansa Rostock. 1978 im Jahr der Fußball WM in Argentinien ein Aufstieg der Hanseaten. 1979 wieder ein tränenreicher Abrutsch in die unteren Gefilden. 1980 ein erneuter Aufstieg in die DDR Oberliga.

Dynamo Dresden weckte in den Duellen 1973 gegen Bayern München meinen Faible für Bayern München. Für Freunde der gepflegten Spielaufstellung hier die Details vom Spiel im Europapokal der Landesmeister am 24. Oktober 1973 Bayern München – Dynamo Dresden 4:3 (2:3). Im Rückspiel am 7. November 1973 führte Bayern München durch zwei schnelle Tore von Uli Hoeneß nach 12 Minuten mit 2:0 in Dresden. Dann drehte Dynamo Dresden ab der 42. Minute innerhalb von 14 Minuten durch Tore von Wätzlich, Schade und Häfner das Spiel. Mit der 3:2 Führung wäre Dynamo Dresden weiter gewesen. Arithmetik der Europapokalspiele kann so einfach sein. Doch es kam anders. Die kompletten Daten zum legendären Rückspiel gibt es hier.

Energie Cottbus trat einst in der DDR Oberliga im Stadion der Freundschaft mit Libero Fritz Bohla an. Auch die Lausitzer waren öfters unten wie oben. Die Big Points setzte man nach der Wende. Legendär der Durchmarsch mit Coach Ede Geyer bis in die Bundesliga sowie die DFB-Pokalfinalteilnahme gegen den VfB Stuttgart. Bei den Schwaben stand damals ein gewisser Joachim Löw an der Seitenlinie.  Unverständlich bis heute blieb mir der kampflose und desolate Auftritt in den Relegationsspielen 2009 gegen den 1. FC Nürnberg. Damit hat Energie Cottbus eigentlich die moralische Berechtigung in der Bundesliga zu spielen für die nächsten 50 Jahre verwirkt.

Die aktuellen Leistungen von BSG Wismut Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga sind bemerkenswert. Einst stand der viel zu früh verstorbene Uli Ebert zwischen den Pfosten. Die Trainer bekamen den begehrten Grubenschnaps. Der ehemalige Aue Coach Uli Thomale (später feierte er mit dem 1. FC Lokomotive den Einzug in das Europapokalfinale der Pokalsieger gegen Ajax Amsterdam) wird in der Chronik von Ronny John wie folgt zum Nutzen des Schnaps zitiert:

„Der war bei Werkstatt-Terminen für das Auto oft sehr hilfreiche, denn er war ziemlich begehrt.“

Heute im Jahr 2011 haben sich die Dinge im deutschen Werkstattnetz deutlich entspannt. Meine Liebste telefonierte diese Woche kurz mit ihrer Mercedes Werkstatt wegen der großen Inspektion. Unmittelbar danach hatte sie ihren Wunschtermin für den nächsten Tag. Okay, durch Umzug etc. war der Termin etwas verrutscht. Grubenschnaps musste meine Jahrhundertliebe nicht anbieten.

Bliebe noch der 1. FC Union Berlin. Die Tour mit dem kultigen – Eisern Union – zieht bei mir nicht. Ich fand die Truppe noch nie kultig oder erfolgreich. Das Fans in altbewährter sozialistischer Manier Subbotnik leisteten um das Stadion hinzukriegen… Mein Beileid. Es gab dazu auch andere Stimmen.

Matthias Dell schrieb auf der freitag am 6. April 2009:

,,Dabei ist Fußballkult eigentlich das falsche Wort. Es greift zu kurz. Union ist ein Lebensmodell, eine Mikrogesellschaft. Ein Musterbeispiel für gemeinschaftlichen Zusammenhalt in Zeiten, in denen die ARD Themenwochen übers „Ehrenamt“ veranstaltet, Bildungsexperten den Verlust von Partizipation beklagen und Gesellschaftskritiker auseinanderbrechende Milieus diagnostizieren. Union ist deshalb exemplarisch, weil der Klub den Spagat hält zwischen einem Vereinsleben, das schon immer Bindemittel einer heterogenen Gesellschaft gewesen ist, und den Ansprüchen, die eine Kommerzialisierung an den Sport richtet.“

Rotebrauseblogger wusste unlängst von einer kleinkarierten Spielabsage von Union Berlin zu berichten. Die Herren wollten nicht gegen RB Leipzig spielen. Wehe wenn ich einen Union Spieler mit einer Red Bull Dose in der Hand sehe. Dabei werden die Fußballer von Union nicht mit Erdnüssen bezahlt. Auch in der Saison 2011/2012 nimmt man von den Zuschauern Eintrittsgelder. Hier die aktuellen Ticketpreise. Diese moralin-sauere Miene und das – Nein, mit RB Leipzig wollen wir nicht spielen – hat auf Jahre alle meine etwaigen Bonuspunkte für Union Berlin verspielt.