Nachdenkenswert #301

,,Die Storylines für die kommenden Saison sind bei vielen vermutlich schon fertiggeschrieben und dürften sich auf die Pole ‚Favorit scheitert sensationell‘ und ‚RB Leipzig steigt wie erwartet auf‘ konzentrieren. Nicht ganz unverständlicherweise möchte man hinzufügen. Denn in den vergangenen 12 Monaten hat man bei RB Leipzig für mehr als 30 Millionen Euro Spieler vor allem im entwicklungsfähigen Alter eingekauft. Und da sind noch nicht mal jene Fußballer dabei, die aufgrund der engen Verbindungen ablösefrei aus Salzburg kamen oder die inzwischen nicht mehr in Leipzig kicken.“

Matthias Kießling, Rotebrauseblogger, wirft einen monetären Blick auf die Entwicklung von Red Bulls Fußballprojekt RB Leipzig unter dem Titel Über Geld spricht man nicht, eine Rangnick-Zwischenbilanz. Den Sprung in die Bundesliga im Visier. Bei einem Aufstieg von RB Leipzig in die Liga mit Bayern München, dem VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund und Co. wäre Matthias Kießling der erste Fußballblogger Deutschlands, der eine Mannschaft aus der Fünftklassigkeit über die Stationen Regionalliga, 3. Liga, 2. Bundesliga und Bundesliga per Blog kontinuierlich begleitet hätte. In Sachen kompetente Berichterstattung über RB Leipzig und die Zusammenhänge rund um die Red Bull Welt sowie die Einordnung der alteingesessenen Medien und ihre Artikel über den  Aufstiegsaspiranten ist Rotebrauseblogger immer eine gute Adresse.

Nachdenkenswert #271

,,Ralf Rangnick hat es damit geschafft, den ersten Trainerwechsel innerhalb einer laufenden Saison bei RB Leipzig durchzuziehen. Dass er es damit geschafft hat, viele Menschen rund um RB Leipzig herum gegen sich aufzubringen, obwohl die Diskussionen um den Trainer zuletzt und vor allem auch nach dem Aue-Spiel lauter wurden, ist durchaus bemerkenswert. Dass Rangnick es geschafft hat, sich völlig konträr zur verbalen Rückendeckung für Zorniger schon jetzt gegen ihn zu entscheiden, lässt ihn nicht in einem guten Licht stehen und ist eigentlich nur dadurch erklärbar, dass er für den Sommer eine Lösung hat, die ihm über allem an Image, Medienaufregung und kurzfristigem sportlichen Erfolg steht.“

Rotebrauseblogger Matthias Kießling, Deutschlands kompetentester Fußballexperte in Sachen RB Leipzig, nimmt den abrupten Trainerwechsel beim von Red Bull  geförderten Zweitligisten unter die kritische Lupe. Die beteiligten Akteure: Alexander Zorniger, Ralf Rangnick, Achim Beierlorzer, Oliver Mintzlaff, Sharif Shoukry und Dietrich Mateschitz.

Nachdenkenswert #248

Traveler Digital Camera

,,Nimmt man den Hauptsponsor der Bayern, die Telekom, die handgeschätzt 30 Millionen Euro pro Jahr in den Münchener und damit in ihren eigenen Firmen-Erfolg investieren, dann darf man sich fragen, was wohl für einen Geldgeber wie Red Bull mit relativ exklusiver Werbewirkung bei RB Leipzig, eine angemessene Summe wäre, die er im Einklang mit der UEFA in einen deutschen Erstligisten stecken dürfte. Wesentlich mehr zumindest als die 45 Millionen Euro in drei Jahren, davon kann man ausgehen. Und vermutlich ließen sich auch mehr als die 30 jährlichen Telekom-Millionen aus Firmensicht relativ gut verargumentieren.“

Rotebrauseblogger Matthias Kießling, geht einer polemischen Äußerung von Karl-Heinz Rummenigge in Sport Bild nach und fragt: Financial Fairplay als Instrument gegen Red Bull?

RB Leipzig: Das ambitionierte Fußballprojekt von Red Bull spielt nächste Saison 2. Bundesliga

Der 1. FC Lokomotive Leipzig ließ im Zentralstadion international aufhorchen

Die größeren Erfolge des Leipziger Fußballs liegen bereits einige Jahre zurück. Der 1. FC Lokomotive Leipzig powerte sich 1987 bis ins Endspiel des Europapokal der Pokalsieger gegen Ajax Amsterdam mit einem gewissen Marco van Basten. Jener niederländische Stürmer der Extraklasse besiegelte den knappen Sieg der Amsterdamer. Ein Jahr später trumpfte van Basten dann gehörig bei der Europameisterschaft in der Bundesrepublik auf und wurde Europameister. Franz Beckenbauer wird sich schmerzhaft erinnern können. Deutschlands Titelhoffnungen zerstäubten vor eigenen Publikum. Doch ich will nicht abschweifen. Bleiben wir beim 1. FC Lokomotive Leipzig.  In der UEFA Cup Saison 73/74 spielte und kämpfte sich die Elf aus Probstheida mit grandiosen Spielen gegen den AC Turin, Wolverhampton Wanderers, Fortuna Düsseldorf (damaliger Spitzenreiter der Bundesliga) und Ipswich Town bis ins Halbfinale gegen Tottenham Hotspur.  Die Heimstätte der internationalen Spiele des 1. FC Lokomotive Leipzig war das Zentralstadion. Stadion der Hunderttausend. Meine Mutter, sie drückte immer Lok die Daumen, hatte einst dort mit beim Aufbau der riesigen Sportstätte mit geholfen. In jener legendären UEFA-Cup Serie war ich erstmals in einem Stadion mit jenem faszinierenden Fassungsvermögen. Dagegen wirkt das Stadion von Bayern München in Fröttmaning, nahe eines Klärwerkes, eher klein.

Chemie Leipzig schafft 1964 die Sensation in der DDR-Oberliga

Auch die BSG Chemie Leipzig setzte Akzente. Sie wurden DDR Meister im Jahr 1964 mit dem Trainer Alfred Kunze. Legendär. Chemiefans wie mein Onkel und sein Vater schwärmten noch in den Siebzigern davon. Die Meistermannschaft deklinierten sie bei jeder Geburtstagsfeier durch. Im Tor Klaus Günther. Die Mitspieler Bernd Herzog, Manfred Walter, Heinz Herrmann, Wolfgang Krause, Horst Slaby, Lothar Pacholski, Manfred Richter, Dieter Scherbarth, Bernd Bauchspieß und Wolfgang Behla. Es war vielleicht die größte Sensation in der Geschichte der DDR-Oberliga. Vielleicht vergleichbar mit der Meisterschaft von Neuling 1.FC Kaiserslautern 1998. Chemie kämpfte später oft gegen den Abstieg und die Leipziger Funktionäre mit Parteibuch. Abstiegskampf kann auch zur Heldenbildung taugen. Das Beispiel vor 30 Jahren ist ein Musterexemplar. Es kam jenes nicht minder legendäre Abstiegsduell gegen den 1. FC Union Berlin im Jahr 1984 in die Geschichtsbücher.

Ironie der ostdeutschen Fußballgeschichte

Ja, die Sympathiewelle von Lok und Chemie ging zuweilen quer durch Leipziger Familien. Dann kam die Zeit nach dem sozialistischen Laborversuch. Die ersten Baumärkte wurden in Leipzig gebaut. Autohäuser schossen wie Pilze aus dem Boden. Ich erinnere mich da noch an Rückmarsdorf. Die Supermärkte hatten neben Butter, Käse, der gefragten Krönung von Jacobs Kaffee, Bananen, amerikanischer Cola, farbigen Joghurt auch den Kicker und Sport Bild im Zeitschriftenregal. Spielerberater mit oft umstrittenen Ruf hatten ein neues Reiseziel. Leipzig. Präsidenten, Sportliche Leiter, Trainer und Besetzungen des Kaders wechselten in einer Schnelligkeit, in der im Vergleich Usain Bolt  eher gemächlich agiert. Lok firmierte dann unter der Flagge VfB Leipzig. Schaffte es im Aufstiegsspiel 1993 gegen Mainz 05 im Zentralstadion gar bis in die Bundesliga. Ironie der ostdeutschen Fußballgeschichte. Das erste Heimspiel vom VfB Leipzig ging gegen den sächsischen Rivalen Dynamo Dresden im Stadion der Hunderttausend über die Bühne. Für die Elbflorenzer spielte mittlerweile der ehemalige Lok-Stürmer und gebürtige Torgauer Olaf Marschall. Zwischen der Zeit bei Dynamo Dresden und der Spielzeit beim 1. FC Lokomotive Leipzig lag ein dreijähriger Ausflug in Österreich bei Admira Wacker. Das Spiel der beiden sächsischen Bundesligisten endete 3:3. Ich war Zeitzeuge im großen Rund. Jener Olaf Marschall trug dann sein Scherflein zur grandiosen Meistersaison der Kaiserslauterer 1997/1998 bei.

Doch bleiben wir in Leipzig. Die ungezählten Widrigkeiten in beiden Leipziger Fußballvereinen, Intrigen, Selbstüberschätzung, Auftritte westlicher und einheimischer Selbstdarsteller, fehlen jeglicher solider Finanzplanung, diverse Luftschlösser, dann diese unzähligen gravierenden Managementfehler, finanzielle Kollapse, Spielerabwanderungen, Klassenabstürze durch diverse Ligen, inflationäre Stuhlwechsel der Trainer, negative Schlagzeilen in großer Anzahl sowohl der Probstheidaer wie auch der Leutzscher in allen Einzelheiten seriös hier aufzulisten würde den Rahmen eines Blogbeitrages gänzlich sprengen. Irgendwann waren auch meine Geduld und Sympathien verbraucht.

Meine Jahrhundertliebe aus dem Westen und ich bauten uns später fernab von Leipzig eine neue Zukunft auf. Den Leipziger Fußball verfolgte ich mit einem Auge noch aus der Ferne.

Red Bull will ein ambitioniertes Fußballprojekt in Deutschland

Dann folgten die vermehrten Nachrichten von Red Bull in puncto ambitioniertes Fußballprojekt in Deutschland. Selbst beim ZFC Meuselwitz, aber auch in Eilenburg oder bei Fortuna Düsseldorf streckten die marketingtechnisch smarten und offensiv agierenden Österreicher die Fühler aus. Marketinggenie Dietrich Mateschitz hatte den Wert eines Engagements im deutschen Fußball erkannt. Mitnichten gab es gleich offene Türen und einen begeisternden Empfang. Red Bull hatte ja bereits Anfang des Jahres 2007 intensive Gespräche mit dem FC Sachsen geführt. Doch die schwierige komplexe Situation im Leipziger Fußball lies den Energy Drink Hersteller damals Abstand nehmen. In Düsseldorf passten die Dinge ebenfalls nicht. Auch für das Problem der Namensgebung gab es damals keine geschmeidige Lösung. Der charismatische Red Bull Chef Dieter Mateschitz hatte da bereits Fußballengagements bei RB Salzburg und in New York. Der Milliardär hatte ganz konkrete Vorstellungen. Ein wichtiger Punkt war das alleinige Sagen zu haben. Red Bull schaute sich dann im Leipziger Umfeld um. Gespräche wurden mit Eilenburg und dem ZfC Meuselwitz geführt. In Markranstädt passte dann halt alles. Die Oberligalizenz wurde auf Rasen Ballsport Leipzig übertragen. Die 7 Gründungsmitglieder des Rasen Ballsport Leipzig e.V. waren Red Bull Mitarbeiter oder Vertraute. Wir schrieben mittlerweile das Jahr 2009. Bis zur 2. Bundesliga bedurfte es an Aufstiegen der Zahl 3. Das die ganze Geschichte nicht ungeteilten Applaus erhielt war klar. Mir war das ambitionierte Projekt von Anfang an sehr sympathisch. Rein aus dem Bauch heraus. Ich kann es gar nicht näher erklären.Traveler Digital Camera

RB Leipzig und eine Frage der Lizenz

Jetzt also die 2. Bundesliga für den von Red Bull finanziell geförderten Fußballverein RB Leipzig. Eine feine Sache. Okay, die letzten Tage gab es noch ein wenig Trubel bezüglich der Lizenz. Experten für Sportrecht gaben Interviews. Die Sachlage galt es zu erörtern und von den verschiedenen Seiten zu beleuchten. Rechtsanwalt Johannes Arnhold, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Rechtswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau sowie Lehrbeauftragter für Sportrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Hochschule Fresenius in Hamburg, erklärte im LVZ-Online Interview bereits am 5. Mai die Lizenzfrage für ungefährdet.

,,RB ist gut beraten und fährt mit Sicherheit zweigleisig. Man arbeitet also an der Erfüllung der Bedingungen und hält sich zudem – für den Notfall – die Ausschöpfung des Rechtswegs offen. Soweit wird es aber wohl nicht kommen. Entweder die DFL kommt RB entgegen, weil sie keine sonderlich komfortable rechtliche Ausgangslage hat, oder RB erfüllt die Bedingungen, was ich für wahrscheinlicher halte. Die Zweitliga-Lizenz ist nach meiner Einschätzung nicht ernsthaft in Gefahr.“

Stammleser kennen meine hohe Meinung von rotebrauseblogger Matthias Kießling. Er hatte gewohnt akribisch, sachkundig und analytisch stark vorige Woche auch über das Gewittrige Mateschitz-Zwischenspiel berichtet. Traveler Digital Camera

Nun eine gute Woche später titelt die FAZ eine dpa Meldung RB Leipzig erhält Lizenz für zweite Bundesliga.

Nachdenkenswert #232

,,Randbemerkung 2: Eines der wichtigeren Themen rund um das Spiel war die Frage, ob Sky oder nicht Sky. Also die Frage, ob es sich lohnt, für die zweite Liga und RB-Live-TV-Fubßall zum Abo-Fernsehen zu wechseln oder ob Kneipenangebote, Montagsspiele bei Sport 1 und vermehrte Mitfahrten zu Auswärtsspielen nicht ausreichen, um das Wegfallen der öffentlich-rechtlichen Livestreams auszugleichen. Vermutlich wird die Frage in vielen Fällen zur Freude von Sky, die bisher in der Gegend um Leipzig mit ihrem Sportpaket nicht allzu gute Geschäfte gemacht haben dürften, beantwortet werden.“

Matthias Kießling, einer der kompetentesten Fußballblogger Deutschlands, Gründer und engagierter Betreiber von rotebrauseblogger mit einer feinen Beobachtung rund um das Aufstiegsspiel von RB Leipzig gegen den 1. FC Saarbrücken vor 42.713 Zuschauern, dem ambitionierten Fußballprojekt von Red Bull in Leipzig und etwaige Umsatzzuwächse bei Sky

Nachdenkenswert #227

,,Irgendwas mit Mateschitz, der zum ersten Mal live ein Spiel von RB Leipzig besuchte. Und sich kein schlechtes Spiel für seine Reise aussuchte. Auch der MDR war davon so von den Socken, dass er mit der Mateschitz-Cam jede Bewegung einfing und als Best Of in seinen Spielbericht einstreute. Demnächst dann als Director’s Cut auf DVD im Shop ihres Vertrauens. Vielleicht ja auch bei Amazon, dort kann man – falls ich das bisher zu selten erwähnte – über die Suchbox hier im Blog in der rechten Seitenleiste Sachen bestellen und dadurch mein schreibendes Unwesen unterstützen, da ein paar Prozent des Kaufpreises von welchem bestellten Artikel auch immer dann auf mein Konto wandern. Das nur als Hinweis, wo wir doch gerade bei Mateschitz, also Kommerz waren. Oder so..“

Matthias Kießling auf seinem Kultblog rotebrauseblogger mit Randbemerkung 5 bei seiner ausführlichen Analyse zum Spiel RB Leipzig gegen SV Darmstadt 98 vor 39.147 Zuschauern

Nachdenkenswert #195

,,Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Red Bull einen anderen Weg geht, um sein Geld im Profifußball zu versenken anzulegen und die Organisationsstruktur Verein nicht als Sponsor, sondern als Macher bzw. Quasi-Eigentümer finanziert. Das wäre letztlich nur aus vereinsrechtlicher und allgemeingesellschaftlicher (demokratietheoretischer) Perspektive interessant. In Sachen Wirtschaftsgebaren und Gewinnabsichten unterscheiden sich die Heuschrecke Red Bull nicht von den anderen Wiesenbewohnern wie Telekom, Evonik, Gazprom, Wiesenhof und wie sie nicht alle heißen.“

Rotebrauseblogger, räumt mit ein paar Denkfehlern in Sachen „Heuschrecke“ Red Bull auf

OstDerby

Der ostdeutsche Fußball ist nicht wirklich überrepräsentiert in der Medienlandschaft Deutschlands. Das haben sich auch die Macher vom OstDerby gedacht.

Als Einstimmung in die heute beginnende 3. Liga mit der Premiere von RB Leipzig, jenem Fußballverein der bereits im Vorfeld der Partie am heutigen Freitagabend beim Halleschen FC für Schlagzeilen sorgte (erinnert sein an das Interview von Red Bull Chef Dietrich Mateschitz mit der Leipziger Volkszeitung), ist das Ostderby vielleicht gar keine schlechte Wahl. Das Magazin mit der Ausgabe 2 ist bereits seit Mai auf dem Markt. Dabei auch das Streitgespräch zwischen Rotebrauseblogger und dem Chemieblogger. Hier eine kleine Leseprobe.

Wer das Magazin noch erwerben will um seine Kenntnisse über den ostdeutschen Fußball aufzufrischen, zu vertiefen oder sich der Thematik vorsichtig zu nähern, kann hier das Magazin kaufen. Es sind verschiedene Varianten in puncto Lesemodus angeboten.

Rotebrauseblogger betreibt einen kompetenten Blog über RB Leipzig , eines der aufregendsten Projekte im deutschen Sport. Der Kultblogger hat eine eigene Fantribüne.

Chemieblogger ist kein ausgewiesener Fan des von Red Bull finanziell unterstützten Teams und hat eines der markantesten schwarz-weiss Fotos aus Leutzsch zu bieten. Er liebt den Fußball und leistet sich eine eigene Meinung. Chemie Leipzig war zu Sternstunden fähig an guten Tagen. Meistertitel, Pokalsieg oder der legendäre Abstiegskampf 1984 gegen Union Berlin seien stellvertretend dafür genannt. An letzteren hatte ich kürzlich mit Video und Text erinnert.

Liegengebliebene Lesehinweise

Ich bin von der Klimaerwärmung enttäuscht. Da propagieren Wissenschaftler seit Jahren die Geschichte von der zu warm werdenden Erde. Dann dieses Winter-Comeback. Ich hab das nicht gewollt. Der Frühling war doch praktisch schon da. Der Winter eigentlich verabschiedet.

Ein paar liegengebliebene Lesehinweise möchte ich gern noch bekannt geben.

Jens Weinreich

Und noch eine Volksbefragung: Olympische Spiele 2028 in Wien?

Stefan Niggemeier

Lichtgestalten, die uns mit Prothesen wärmen: >> Der Stern << malt sich den Fall Pistorius aus

Trainer Baade

,,CIA CAPITANO“ – ABER WAS MACHT BALLACK AN DEM ABEND?

Rotebrauseblogger

Attraktive Argumente

der sportmanager

entertainment brands deren wahrheit auf dem platz liegt?

Schach-Ticker

Einer gegen Sieben

Mit diesen interessanten Lesehäppchen sollte die Wartezeit bis zum endgültigen Frühlingserwachen zu überbrücken sein. Viel Freude bei der Lektüre.

Content-Marketing: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Content is King. Immer diese altbekannten Weisheiten. Doch die Wiederholung ist die Mutter der Weisheit. Geschichten erzählen im Stile von Goldfinger, dem Kultbösewicht der Bond-Filmreihe. Begnadeten Geschichtenerzählern wird auch Jahrzehnte nach Ersterscheinung der Story immer noch gerne zugehört. Gemach, gemach zum Sport und seinen Protagonisten kommen wir gleich.

Wirtschaftsmagazin Brand eins hebt Content-Marketing auf die Titelseite

Es hallt aus verschiedenen Ecken des Landes wie eine neue Verheißung: Content-Marketing. Das Wirtschaftsmagazin Brand eins beschäftigte sich neulich in der Ausgabe mit einer Colaflasche auf dem Cover damit. Kultblogger Thomas Knüwer, einst journalistisch erfolgreich für das Handelsblatt und jetzt auf eigene Rechnung agierend, widmete dem Thema Content Marketing einen Artikel auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache. Auch der Deutschlandfunk räumte Platz für die Thematik ein. Content-Marketing schaffte es bereits zu einem eigenen wikipedia Beitrag.

,,Im Gegensatz zu werbenden Techniken, wie Anzeigen, Banner oder Werbespots, stellen die Inhalte des Content Marketings nicht die positive Darstellung des eigenen Unternehmens mit seinen Produkten in den Mittelpunkt, sondern bieten nützliche Informationen, weiterbringendes Wissen oder anziehende Unterhaltung.“

Wird da alter Wein in neuen Schläuchen angeboten? Content-Marketing gibt es doch seit Jahrzehnten. Der Beispiele gibt es viele. Extrembergsteiger, Grenzgänger, Podiumsredner und Buchautor Reinhold Messner, Rekordmeister Bayern München, der österreichische Getränkegigant Red Bull oder die bestens eingeführte Veranstaltung Match Race Germany in Langenargen seien hier stellvertretend genannt.

Reinhold Messners Geschichten verkaufen seit Jahren

Der charismatische Reinhold Messner bereitet seine Touren medial nach, erzählt den Inhalt seiner Berggeschichten gut aufbereitet auf der Bühne. In den Pausen signiert er konzentriert Bücher von seinen Fans. Mit den Lesern lässt sich der charismatische Individualist fotografieren. Ich muss nicht erwähnen, dass der Bergkönig in ausverkauften Hallen zu seinem Publikum spricht. Flankierend schreibt er mit einer Frequenz  Bücher und vermarktet sie geschickt. Dazu ist er zur rechten Zeit omnipräsent auf verschiedenen TV-Sendern und in Zeitungen. Seine Interviews haben philosophische Tiefe und bringen oft erstaunliche Erkenntnisse zum Vorschein. Nebenher gibt es auch im Kino Content-Marketing vom Mount Everest Bezwinger zu sehen. Reinhold Messner nennt dies anders. Er spricht gerne von Abfallprodukten seiner Expeditionen. Da mag es die eine oder andere Werbeagentur schütteln. Das Wort Abfallprodukt kommt eher seltener aus dem Mund eines Werbetexters oder den kreativen Büros der großen Agenturen in den größten Städten. Messner nimmt darauf keine Rücksicht. Er zieht sein Ding durch. Sein Content-Marketing basiert auf der Marke Messner und seinen zahlreichen spannend aufbereiteten Geschichten.

Content-Marketing beim deutschen Rekordmeister Bayern München

Auch Bayern München beherrscht seit Jahrzehnten Content-Marketing. Wenn ich alleine daran denke wie oft ich die Trilogie des dreifach Triumphes im Europapokal der Landesmeister 1974, 1975 und 1976 selbst weitererzählt habe. Erfolg macht sexy. Die Bayern München Story entwickelt Kinoformat. Dazu war ja bereits der 1. Teil mit den Qualitäten eines gut inszenierten Thriller versehen. Vorstopper Schwarzenbeck, in der Bundesliga schwerlich als Torschütze ausfindig zu machen, trifft doch in der 120. Minute gegen Atletico Madrid. Als Uli Hoeneß seine Laufbahn im Management von Bayern München begannn, im Alter von 27 Jahren, reiste er in die USA. Wie erzählen die dortigen Vereine zum Beispiel in der NBA ihre Erfolgsstorys? Uli Hoeneß war sich der Wichtigkeit von Content-Marketing immer bewusst. Er hat es nie so genannt. Doch auch in der Erlebniswelt der Arena in Fröttmaning, wird Content geschickt aufbereitet. Selbst ein Schachbrett hat es bis in die Dauerausstellung geschafft. Bayern München dominierte ja einst auch die Schachbundesliga. Doch das ist wieder eine andere Geschichte. Die Marke Bayern München ist fest mit den Fußballern und ihrer Erfolgsstory verbunden. In der Erlebniswelt wird sie genüsslich zelebriert. Content Marketing in Reinkultur.

Red Bull mit Content-Marketing Coup 

Über das erfolgreiche Content-Marketing von Dietrich Mateschitz und Red Bull zu sprechen, hieße Eulen nach Athen tragen. Der Formel-1 Erfolgsweg mit dem sympathischen Sebastian Vettel. Das Engagement in Leipzig mit dem Ausgangspunkt in Markranstädt und dem Ziel Bundesliga. Rotebrauseblogger begleitet den Weg aus den Niederungen des deutschen Fußballs in höhere Sphären mit Akribie, fußballerischer Kompetenz und Leidenschaft. Ohne Mandat von Red Bull. Aus eigenem Antrieb. Oder die zahlreichen Extremsportarten mit Beteiligung von Red Bull inclusive eigenem Medienunternehmen. Leonard Ameln schrieb kürzlich auf der Website vom Deutschlandfunk:

,,Auch, wer packende Geschichten zu erzählen hat, wird gesehen und gehört. Wie Red Bull: Seit 2007 gönnt man sich ein eigenes Medienunternehmen mit etwa 400 Redakteuren und einem Korrespondentennetzwerk in 160 Ländern. Mit Hartnäckigkeit und viel Geld hat sich der Brausehersteller in so ziemlich jede Fun- und Extremsportart eingekauft, die irgendwas mit Action, Adrenalin oder Abenteuer zu tun hat.“

Dazu so ein Content-Marketing Coup wie mit Felix Baumgartner. Ein Marketingtechnischer Sprung in ein neues Zeitalter. Medienaufmerksamkeit mit wunderschön inszenierten Bildern eines spektakulären Sprungs. Dazu ein Abenteuersportler mit Ecken und Kanten. Wo unsereins klimatisierte Räume durchaus zu schätzen weiß. Der Alltag voller Sicherheitsnetze durchzogen ist. Selbst Bürodrehstühle haben TÜV. An der Tankstelle geht die Glastür von alleine auf. Das Auto piepst wenn das Heck zu nahe an die Parkhausmauer kommt. Manch Bürger kann vor lauter abgeschlossenen  Versicherungen gegen alle vermeintlichen, eingebildeten oder eingetrichterten Risiken der Zivilgesellschaft kaum geradeaus laufen. Die Waschstraße bringt risikolos den Winterschmutz vom Lack. Das zivilisierte Leben hat einen Mangel an Abenteuer. Die Bürotürme speien blasse Menschen nach einem langen wie langweiligen Tag aus den Neonröhrentrakten hinaus. Da ist so ein medial inszenierter Sprung auch für viele Menschen ein wenig Teilhabe am Abenteuer.

Match Race Germany vor grandioser Naturkulisse am Bodensee seit 1997

Content-Marketing wird auch erfolgreich seit Jahren in meinem Nachbarort Langenargen praktiziert. Match Race Germany. Die Premiere fand 1997 statt. Erlebnis Segeln auf dem paradiesischen Bodensee mit der grandiosen Naturkulisse der Berge. Tief und entspannt durchatmen. Selbstbewusst ist die Veranstaltung über die Jahre gewachsen. Folgenden Text im Stile von Content-Marketing kommt mit offensiven Charme auf der Website von langenargen-tourismus daher:

,, Ein Hauch von America’s Cup weht am Bodensee, wenn sich die Welt-Elite der Matchrace – Segler in Langenargen trifft, um im spannenden Kampf Boot gegen Boot die Besten zu ermitteln.“

Übrigens noch 71 Tage bis zur Neuauflage von Match Race Germany vom 15. – 20. Mai 2013. Auch die offiziellen Zahlen der Organisatoren sprechen für sich und ein erfolgreiches  Content-Marketing.

Zuschauer 2012
Rund 35.000 Besucher verfolgten die spannenden Duelle vom Langenargener Ufer aus

Media-Daten 2012
TV int: 3.878 min. Sendezeit, 190 Mio. pot. Zuschauer
TV nat: 1.450 min. Sendezeit, 109 Mio. pot. Zuschauer
Live TV Internet: 1800 min.,
Radio: 68.13 min. Sendezeit, 8,1 Mio Zuhörer
Tageszeitungen: 455 Beiträgen
Magazine: 167 Beiträgen
Online PR: 87 Beiträge, 96,16 Mio. potenzielle Zuschauer
Web: www.matchrace.de:18.677 Besucher (nur Eventtage)
PR-Value Online: 9,3 Mio USD

PR-Value TV: 14,9 Mio USD
PR-Value Print: 7,9 Mio USD

Soweit ein paar Zahlen von Match Race Germany.

Ich nähere mich der 1000er Wortgrenze meines Beitrages. Content-Marketing: Alter Wein in neuen Schläuchen? Zeit für heute es ausklingen zu lassen.

Die Shaolin Mönche haben unter anderen ein Prinzip und tragen es seit Jahrhunderten weiter:

,,Schaue niemals zurück.“

Also schauen wir einen Blick nach vorne. Selbstredend wollen auch die großen Agenturen des Landes, wie Serviceplan, Jung von Matt oder Ogilvy ein großes Stück vom Kuchen in Sachen Content-Marketing die nächsten Jahre abbekommen. Sie wollen so schnell wie möglich aber auch 2015 mit Content-Marketing Geld verdienen. Das ist legitim. Serviceplan, Jung von Matt oder Ogilvy werden auch 2017 Rechnungen für größere Projekte an ihre Kunden legen. In Zeiten in denen die Aufmerksamkeit auf klassische Werbeformen nachlässt oder bewusst Werbung ausgeblendet wird, hat der Kampf um die Budgets in Sachen Content-Marketing sicher gerade erst begonnen.

Dabei sind die aufgezeigten erfolgreichen Beispiele Reinhold Messner, Bayern München, Red Bull und Match Race Germany bereits seit Jahren sehr unterhaltsam in Sachen Content-Marketing unterwegs. Egal ob das Kind früher einen anderen Namen trug.