Nachdenkenswert #324

,,Man kann dem Spiegel Fragen stellen. Etwa ob er zu laut geklappert, also die Story überverkauft hat. Vielleicht ist an der einen oder anderen Stelle auch Bluff im Spiel. Die Textstelle mit der angeblichen Handschrift Niersbachs lässt tatsächlich offen, warum sich die Redakteure so sicher sind.

Aber unstrittig sind auch die neuen Fakten der Story. In dem Artikel stehen Kontonummern, Zahlungen, das Zweitkonto der Fifa, der Name Robert Louis-Dreyfus. Ebenso unstrittig wie mysteriös ist das Herumlavieren des DFB, ob und wann er oder sein Präsident von der Zahlung wussten. An diesen Fragen ändern die vielen Nebelkerzen der DFB-Freunde nichts, das Land wartet auf Antworten.“

Oliver Fritsch, deutscher Fußballinternetpionier und Gründer der Videoplattform Hartplatzhelden, beschäftigt sich gewohnt stark in der Analyse auf Zeit Online mit dem Konter des Establishments und der heftigen medialen Auseinandersetzung.  

Klartext von Oliver Fritsch in Sachen Adidas auf Zeit Online

Es gibt in Deutschland schon noch Fußballjournalisten mit Rückgrat. Die unbeirrt recherchieren, Tabuthemen angehen und auch vor großen Namen nicht einknicken. Es kann den Adidas Marketingverantwortlichen nicht gefallen haben, was der unerschrockene Oliver Fritsch bei Zeit Online heute schrieb. Er blickt hinter die Fassade, hat sich in Bücher vertieft die kritisches zum Sportartikelhersteller festgehalten haben. Bemerkenswert auch die Kommentare zum über 3 Seiten gehenden Artikel von Oliver Fritsch. Horst Dassler, Geldkoffer, der Deal mit dem DFB, die Beziehung vom ehemaligen Adidas Mann Robert Louis-Dreyfus zu  Uli Hoeneß und der Grundstock für die Börsenspekulationen, selbst Erich Honecker erscheint in einer Randnotiz, der Gegenwind für Herbert Hainer bei der kürzlichen Aktionärsversammlung in Fürth, die kritische Stimme von Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionäre, Bodenverlust im Konkurrenzkampf mit Nike, Arbeits- und Menschenrechte kommen im Text vom Fußballinternetpionier Fritsch vor. Auch Maik Pflaum von Romero kommt zu Wort.Traveler Digital Camera

Stammleser werden sich an meine Beiträge zur Christlichen Initiative Romero erinnern. So gab es unter anderen die E-Mail an Adidas Chef Herbert Hainer: NäherInnen verdienen einen Lohn zum Leben zu lesen. Jene Protestmail ist immer noch im aktiven Status bei Romero. In einer Zeit der Reizüberflutung ist es ja nicht immer einfach das eigene Phlegma zu überwinden. Oliver Fritsch zeigt beim Zeit Online Artikel am Ende übrigens ein prägnantes Flashmob Video. Nicht gerade imagefördernd für Adidas.

Maik Pflaum hatte auch jenes erschütternde Interview mit der ehemaligen Adidas-Näherin Estela Ramirez geführt. Jeder sollte sich die Zeit nehmen zum kompletten Interview von Estela Ramirez im PDF Format. Unbedingt noch konzentriert vor Beginn der Fußball WM lesen. Eine sehr wichtige Pflichtlektüre. Hier geht es zum  Interview_mit_Estela_Ramirez unter dem Titel “Wir müssen unsere Kräfte globalisieren”.

Wer weiter in die Thematik einsteigen will, dem sei ein ausführlicher Besuch des Online-Auftrittes von Romero empfohlen. Hier geht es zur Website von Christliche Initiative Romero.