Bayern München Trikot von Arjen Robben abzugeben

Er war in aller Munde. Das war Fußball zum Zunge schnalzen. Arjen Robben bekommt auf dem Bayern München Blog Miasanrot den verdienten Lorbeerkranz überreicht:

,,Und dann kam es, wie es kommen musste: Arjen Robben, der nie verlieren will. Der nicht verlieren kann, setzte sich auf der Außenbahn durch, zog im Robben-Style nach innen und überlupfte überlegt Gulasic.

Der 5:4 Siegtreffer. Die Extase der Münchner Spieler kannte keine Grenzen mehr:

Der charismatische Niederländer bekam nach der Partie auch noch eine Extra-Streicheleinheit und das Küsschen von Coach Carlo Ancelotti Es war nicht nur das überragende Solo zum Siegtor, dass Arjen Robben die Huldigungen einbrachte. Der Weltklassestürmer hatte vorher den Rekordmeister Bayern München überhaupt noch im Spiel gehalten. Bei beiden Anschlusstreffern zum 2:3 und 3:4 hatte der 33-Jährige entscheidende Aktien daran.

Ein kurzer Rückblick sei gestattet. Sowohl beim wichtigen Anschlusstreffer zum 2:3 legte Arjen Robben einen Eckball gefühlvoll und mit Übersicht in den Rückraum. Der scheidende Kapitän Philipp Lahm flankte aus dem Halbfeld. Am langen Pfosten setzte sich Weltmeister Xabi Alonso, der ebenfalls zum Saisonende seine Laufbahn beendet, gegen den RB Leipzig Spieler Stefan Ilsanker durch und fand einen Verwerter für seinen Ball. Thiago, der in der italienischen Küstenstadt San Pietro Vernotico zur Welt kam, köpfte ein.

Doch Red Bulls Projektteam erhöhte auf 4:2. Tief durchatmen. So stand es auch noch in der 84. Minute. Dann half wieder Arjen Robben. Mit einem Schuss aus gut 20 Metern, der noch vom Leipziger Naby Deco Keita abgefälscht wurde, traf der Vizeweltmeister von 2010 die Latte. Der Abpraller wurde von Torjäger Robert Lewandowski per Kopf verwertet.

Nach Alabas Freistosstor zum 4:4 hatten sich viele bereits auf ein Remis in der Red Bull Arena eingerichtet. Zuschauer schauten auf die Uhr. Spieler blickten zum Schiedsrichter. Doch Arjen Robben war noch hungrig. Es lief die 5. Minute der Nachspielzeit. Sein sensationelles Solo führte durch die komplette Hälfte der Leipziger. Das Happy End mit dem 5:4 Siegtor von Arjen Robben zauberte ein Glückslächeln auf die Gesichter der mitgereisten Bayern München Fans und führte zur besagten zärtlichen Geste von Carlo Ancelotti.

Dieses Trikot von Arjen Robben stammt aus der Saison 2014/2015. Inklusive seiner Unterschrift und Mitspielern.

Für alle Bayern München Fans, und da insbesondere jene mit einem Faible für Trikots von Arjen Robben, gebe ich dieses Trikot aus meinem Fundus ab.

Das Bayern München Trikot von Arjen Robben aus der Saison 2014/2015 ist in sehr gutem Zustand. Bei Interesse bitte melden:

Per E-Mail an: michael.wiemer@gmx.net

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6 aus 6 in St. Louis, WM-Poker von Carlsen und ein neuer Sehnsuchtsort von Übungsleiter Löw

Langsam wird es unheimlich. Der famos aufspielende Fabiano Caruana setzt mit Beginn der 2. Turnierhälfte beim Sinquefield Cup 2014 in St. Louis seine sensationelle Siegesserie fort. Der junge Großmeister (22) hält jetzt bereits 3 Punkte Vorsprung auf Weltmeister Magnus Carlsen. Der Norweger pokert ja zur Zeit in Sachen WM-Kampf. Zur Vertragsunterzeichnung hat er bereits eine Verlängerung eingeräumt bekommen. Thomas Richter prägnant auf Schach-Ticker:

,,Alles OK für Carlsen? Naja, erstens wollte er auch eine Verlegung des WM-Matches, mehr Preisgeld, am liebsten einen anderen Austragungsort und offenbar Fernsehberichte nicht auf Russisch sondern auf Norwegisch. Zweitens meinte sein Manager nun “7. September reicht uns nicht, wir wollen eine Deadline am 17. September!”. Was ist zwischenzeitlich neu? Eigentlich nur Carlsens holpriger Start beim Sinquefield Cup.“

Magnus, es nervt.

Zwischeneinschub. Der ehemalige Schachzooblogger Ilja Schneider hat auf dem Schachblog von Zeit-Online ein Interview mit Herbert Bastian, dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes, unter dem Titel: „Gari Kasparow polarisiert zu stark“ geführt.

Schachpublizist und Blogger Johannes Fischer hat sich der 6. Runde auf Chessbase in gewohnter Ausführlichkeit angenommen und verweist auch auf die Bescheidenheit des kürzlich für Italien bei der Schacholympiade am Start gewesenen Fabiano Caruana und eine historische Parallele in Sachen 6 aus 6.

,,Im Interview nach der Partie suchte Maurice Ashley nach historischen Vorbildern für Caruanas 6 aus 6 Auftakt und musste schon eine Weile zurückgehen. So startete Anatoli Karpov in Linares 1994 mit 6 aus 6 und gewann das Spitzenturnier am Ende mit 11 aus 13. Doch Caruana blieb gewohnt zurückhaltend und meinte: „Was mein Spiel betrifft, bin ich Karpov nicht einmal nahe.“ Und er meinte, in den restlichen vier Runden wolle er einfach „normales Schach“ spielen.“

Nun, mit 6 aus 6 war auch Argentinien bei der Fußball-WM gestartet. Siegen gegen Bosnien-Herzegowina, dem Iran und Nigeria in der Vorrunde folgten die Erfolge in der K.o. Runde gegen die Schweiz, Belgien und die Niederlande. Im Finale setzte dann die Mannschaft von Übungsleiter Löw das Stoppzeichen für die argentinischen Fußballer. Heute also im Rahmen des Freundschaftsspiels in Düsseldorf die Neuauflage vom 13. Juli. Der neue Sehnsuchtsort der deutschen Elf ist Paris. Dort findet 2016 das EM-Finale statt. Es gab reichlich personelle Meldungen, die das Gefüge der Nationalmannschaft betreffen. Die Rücktritte von Lahm, Mertesacker und Klose aus dem DFB-Team. Das Timing stimmt auf alle Fälle bei Klose. Mit 36 Jahren werden nicht viele Weltmeister im Fußball. Die beiden anderen Rücktritte sind auch nachvollziehbar. Philipp Lahm kann sich auf Bayern München konzentrieren. Sein neues Ziel ist Berlin. Dort findet 2015 das Endspiel der Champions-League statt. Der bei Arsenal London unter Vertrag stehende Per Mertesacker braucht keinen Verdrängungskampf um seine Position in der Nationalmannschaft ausfechten. Dazu der Wechsel von Hansi Flick auf den Posten des Sportdirektors und die Verpflichtung des ehemaligen Löw Spielers Thomas Schneider als Co. Trainer. Ein neuer Kapitän mit Bastian Schweinsteiger ist ebenfalls gefunden.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (23)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (23)

Es war ein gnadenloses Spiel. Die Schlacht tobte und beinhaltete alles, was einen Fußball-Thriller ausmacht, von dem noch 32 Jahre danach gesprochen wird. Im Buch 1982 Spanien aus der  Reihe der WM-Bibliothek der Süddeutschen Zeitung bekommt das epische Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich auf den Seiten 82 bis 91 den gebührenden Platz in Wort und Bild. Traveler Digital Camera

10 Seiten für das Drama von Sevilla. Jenes epochale und surreale Naturereignis. Dazu das mehrseitige Interview mit Harald Schumacher auf den Seiten 122 bis 127. Als Vergleich in der 86er Ausgabe der WM Bibliothek der Süddeutschen Zeitung bekommt das erneute Halbfinale Deutschland gegen Frankreich nur ganze 4 Seiten.

Zum Kraftakt 1982 sind hunderte von Artikeln geschrieben wurden. Unzählbare Kommentare veröffentlicht und ein jeder Rückblick auf das WM Turnier in Spanien vor 32 Jahren kommt ohne dieses spektakuläre Spiel nicht aus. Die Videozusammenfassung zigfach mit offenen Mund gesehen. Immer wieder. Und nochmals mit Gänsehaut angeschaut. Wahnsinn. Die 11-minütige Zusammenfassung des 82er Thrillers von Sport1 in der Rubrik SportHistory auf YouTube. Das schnelle Führungstor von Pierre Littbarski, der Elfmeterausgleich durch Michel Platini, dann jene verhängnisvolle 57. Minute bei der Attacke von Harald Schumacher gegen Patrick Battiston. Im oben erwähnten Interview mit Schumacher auf die Frage:

,,Als das Ausmaß seiner Verletzung bekannt wurde, hätten Sie ins Krankenhaus  fahren können?“

,,Völlig richtig. Und es tut mir leid, das ich es nicht gemacht habe. Berti Vogts hat es noch 2006 im ZDF ein Versagen der DFB-Delegation genannt, dass seinerzeit niemand mit mir ins Krankenhaus gefahren ist. Wäre mein damaliger Manager Rüdiger Schmitz an dem Abend in Sevilla gewesen, hätten wir Blumen gekauft und uns so lange an Battistons Krankenbett gesetzt, bis er uns gesagt hätte: Alles okay, es wird schon wieder.“

Später in der Verlängerung die Führung der Franzosen durch Marius Tresor in der 92. und Giresse zum 3:1 in der 108 Minute. Abwehrchef Tresor, dessen Schilderungen vom dramatischen Halbfinale und der Endspielerwartung 1998 im Fußball-Magazin France Football erschien, und auszugsweise von der Süddeutschen Zeitung im WM-Buch 1982 auf Seite 90 und 91 übersetzt wurde:

,,Ich bin in den Wolken. Giresse trifft zum 3:1, unglaublich. Wir sind im Finale.“

Nein, war Frankreich an jenem Abend in Sevilla am 8. Juli 1982 nicht. Auf der Bank war da noch ein Spieler von Bayern München. Mit Verletzung schleppte er sich durchs Turnier. Nach seiner Einwechslung in der 98. Minute erzielt Karl-Heinz Rummenigge 240 Sekunden später in der 102. Minute den Anschlusstreffer. Dann jener atemberaubende Fallrückzieher von Klaus Fischer in der 108. Minute gegen Frankreichs Keeper Ettori und das folgende Elfmeterdrama. Fehlschuss Stielike. Zweimal hält anschließend Bösewicht Schumacher die Elfmeter von Six und Bossis.Traveler Digital Camera

Die Karriere von Mittelfeldstar Michel Platini blieb unvollendet. Seine Laufbahn wurde nicht durch den Weltmeistertitel gekrönt. Später schlug er dann die Funktionärslaufbahn ein, wo er mir wesentlich weniger gefällt wie seinerzeit als Spieler. Sowohl in Wort wie in Handlungen. Nein, ich bin kein Blatter Freund. Aber Platini fiel mir mehrmals unangenehm in den letzten Jahren auf. Dazu vielleicht zu gegebener Zeit mehr.

Erst Didier Deschamps, Fabien Barthez, Bixente Lizarazu, Laurent Blanc, Lilian Thuram, Frank Leboeuf, Stephan Guivarc´h, Patrick Viera, Christian Karambeu, Marcel Desailly Youri Djorkaeff, Zinedine Zidane, Emanuel Petit, Thierry Henry, David Trezueget und Co. holten 1998 im eigenen Land den Titel. Didier Deschamps werden wir auch heute wieder sehen. Er ist der smarte Coach der Franzosen im Jahr 2014. Nach dem Ausscheiden von US-Coach Klinsmann, hat er jetzt das Alleinstellungsmerkmal der 8 Trainer im Turnier. Er war als Spieler Weltmeister.

Über Übungsleiter Löw und das Algerien-Spiel inklusive Taktik und der Personalie Lahm etc. ist dieser Tage eigentlich in den Medien alles durcherzählt und dekliniert wurden. Neuer hielt Löw und die Mannschaft im Turnier. Kein Ruhmesblatt für die taktische Ausrichtung der Mannschaft. Doch das war Montag. Heute ist Freitag. Es ist eigentlich alles gesagt. Siehe hier, hier oder hier. Daher halte ich mich heute kurz. Die Chancen zwischen Deutschland und Frankreich stehen aus meiner Sicht bei 50% zu 50%.

Frankreich – Deutschland  

Freitag, 04. Juli, 18.00 Uhr, Rio de Janeiro, im ARD

Brasilien – Kolumbien

Freitag, 04. Juli, 22.00 Uhr, Fortaleza, im ARD

Im Zweiten Spiel am heutigen Tag dann noch der Gastgeber Brasilien gegen die unbequemen und starken Kolumbianer. WM-Favorit Brasilien ist bisher noch nicht richtig durchgestartet. Ihrem Spiel merkt man zuweilen noch deutlich den Erwartungsdruck an. Die PS, die Scolaris Team zweifellos unter der Motorhaube hat, wurden bisher noch nicht ansatzweise auf die Straße gebracht. Gelingt es ihnen, das Gaspedal durchzudrücken, wird es schwer. Nicht nur für Kolumbien sondern auch für den späteren Halbfinalgegner. Aber Gemach, gemach. In der Geschichte der WM gab es oft spätere Weltmeister die sich bis zum Viertelfinale sehr schwer taten und dann erst die Bremsen lösten.

Brasilien erwarte ich im Halbfinale.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Heute ist Ruhetag. Zeit zum durchschnaufen.copy-045.jpgDerweil gibt es vielleicht auch die Gelegenheit noch ein wenig zu stöbern in interessantem Zahlenmaterial. Eine gute visualisierte Übersicht der Körpergrößen und Gewichtsmaße aller Teams der WM-Endrunde gibt es hier gut aufbereitet zu sehen.

Die Leichtgewichte bei Deutschland sind Philipp Lahm mit 66 Kilo, Mario Götze mit 68 Kilo und Kevin Großkreutz mit 72 Kilo. Das meiste Gewicht in der DFB-Elf bringt Manuel Neuer mit 92 Kilo auf die Waage. Das sind 30 Kilo mehr wie Argentiniens Lionel Messi.

48 Vorrundenspiele sind um. Jetzt geht es in die K.o. Phase. Die Entscheidung fällt nach 90 Minuten, bei Bedarf nach Verlängerung oder dem sagenumwobenen Elfmeterschießen. Einer der 16 Achtelfinalisten wird am Ende der Weltmeister 2014 sein. Vor dem Turnier war mein WM-Favorit Brasilien. Das hat sich auch nach der Vorrunde nicht geändert. Wie sagte Schauspieler und Fußballfreund Heiner Lauterbach am 16. Juni so schön im Südkurier:

,,Ich habe noch nie eine WM gesehen, bei der der Weltmeister sieben gute Spiele gemacht hat. Der ist immer auch mal gestolpert.“

In der Geschichte der WM haben Uruguay, Italien, England, Deutschland, Argentinien und Frankreich vor heimischem Publikum ihre Weltmeisterschaften 1930, 1934, 1966, 1974, 1978 und 1998 zu Titeln genutzt. Dieser nicht zu unterschätzende Heimvorteil der Elf von Felipe Scolari kann gerade in engen Spielen die entscheidenden 2 bis 3 oder auch 4 Prozent ausmachen. Da haben wir jetzt noch gar nicht über Wunderstürmer Neymar gesprochen.

Ein Dauerthema der WM ist natürlich die Berichterstattung von ARD und ZDF. 11 Freunde Chefredakteur Philipp Köster im lesenswerten Interview bei Meedia:

,,Nervig ist eigentlich nur, dass sich die Sender offenbar durchgehend als versteckte PR-Kompanie des DFB verstehen. Ständig ist von “wir” die Rede, wenn es um die Nationalelf geht. Und ein Reporter, der im Morgenmagazin der deutschen Nationalelf zuruft: “Gebt Gas, Jungs!” – da fragt man sich ja wirklich, ob der noch alle Latten auf dem Zaun hat.“

Stammleser wissen, dass ich nicht zum Fanclub von KMH (Katrin Müller-Hohenstein) gehöre. Kürzlich hatte ich bei einem sogenannten Interview mit Mario Götze umgeschaltet. Auch Philipp Köster hatte sich die Fußball fremdelnde Plauderei zwischen dem Bayern Spieler Götze und der ehemaligen Antenne Bayern Moderatorin zeitweise angeschaut.

,,Trotzdem drängt sich die Frage auf, warum Müller-Hohenstein jedes Gespräch in Rekordschnelle in Richtung Kaffeeklatsch steuert. Wenn man Mario Götze schon mal ausführlicher vors Mikrofon bekommt, wäre das doch eine feine Gelegenheit, ihn mal zu ein paar fußballerischen Dingen zu befragen. Stattdessen geht es dann um Frühstücksrituale und darum, ob er sich nicht der Schafkopfrunde der Kollegen anschließen möchte. Da schaltet man doch gerne schnell mal um.“

Richtig, Fußball wurde gestern auch noch gespielt. Unter anderen Deutschland gegen USA. Für ein Fazit der Tätigkeit von Übungsleiter Löw ist es noch zu früh. Es war übrigens auch keine „Todesgruppe“ wie Jürgen Klinsmann nach dem Spiel kund tat. Diese Überhöhung von Fußball nervt manchmal. Die DFB Elf kommt am Ende ihrer Pflichtaufgabe nach. Jetzt also gegen Angstgegner Algerien. Die bisherige Länderspielstatistik sieht zwei Spiele mit Verlustpartien. Die erste gab es vor 50 Jahren. Am Neujahrstag 1964 gab es eine 0:2 Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen das algerische Team. Und dann war da ja noch 1982. Jener 16. Juni mit der 1:2 Niederlage der Derwall-Elf gegen Algerien, der zwischenzeitliche Ausgleich durch Karl-Heinz Rummenigge nur Makulatur.

Russland wahr wahrlich nicht von Glück überschüttet bei dieser WM. Erst der Torwartpatzer zum halben Eigentor gegen Südkorea, dann der nicht gegebene Elfmeter im Spiel mit Belgien und jetzt vor dem Ausgleichstreffer durch Algerien diese Laserpointerattacke auf den russischen Keeper Akinfejew. Ein Glück für das Nationalteam Russlands, sie müssen für das nächste Turnier durch keine Qualifikation.

Kein gutes Omen für Übungsleiter Löw

Heute steht das DFB-Pokalendspiel Bayern München – Borussia Dortmund auf dem Plan. Es ist kein gutes Omen für Übungsleiter Löw.

2008 gab es diese Paarung in Berlin. Anschließend verlor Übungsleiter Löw in der Vorrunde der EM gegen Kroatien, einige Medien brachten da bereits Rücktrittsforderungen ins Spiel, später gab es durch das Ballack Tor gegen Österreich doch das smarte Überspringen der Vorrunde. Im Finale gab es dann jedoch einen mutlosen Auftritt gegen Spanien und eine Finalniederlage.

Auch 2012 standen sich Bayern München und Borussia Dortmund im DFB-Pokalendspiel in Berlin, jener Hauptstadt mit dem Hang zu schlecht geplanten und überteuerten Großprojekten, gegenüber. Anschließend gab es bei der EM 2012 jene berühmt-berüchtigte Niederlage im Halbfinale gegen Italien für Joachim Löw. Stefan Niggemeier titelte Deutschland ringt um Fassung und merkte an:

,,Am Ende nahm das ZDF dann aber doch nur ein ,,ZDF-Spezial“ gleich nach der Hauptausgabe der „heute“-Sendung zusätzlich ins Programm. (Nein, nicht zu den Euro-Beschlüssen. Zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft im Halbfinale bei der Europameisterschaft.)“

In der besagten ZDF-Sendung nach dem EM-Aus 2012 war ein Film von Boris Büchler zu sehen. Der TV-erfahrene Medienjournalist und Kultblogger Niggemeier hat damals die Eingangsworte von Büchler festgehalten:

,,Für den Mann, den sie Jogi nennen, ist die EM Geschichte. Endstation Warschau. Die Stunde Null der vielzitierten goldenen Generation, der anscheinend die Siegermentalität bei großen Spielen, bei Turnieren fehlt. 2012 sollte für das Gesamtwerk des Bundestrainers ein entscheidendes werden. Doch Löw und seine Auserwählten bleiben die Unvollendeten.“

Nun also die WM 2014 in Brasilien vor der Brust und es stehen sich am heutigen Sonnabend die Nationalspieler von Bayern München und Borussia Dortmund im Olympiastadion gegenüber.

In den Jahren der Weltmeistererfolge der deutschen Nationalmannschaft gab es übrigens diese DFB-Pokalendspiele:

1954: VfB Stuttgart – 1.FC Köln 1:0 n.V.   in Ludwigshafen

1974: Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:1 n.V   in Düsseldorf

1990: 1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 3:2   in Berlin

Noch ein paar Worte zu den beiden Erzrivalen, die heute hochmotiviert in das Finale gehen werden. Eine Saison ohne Titel für Borussia Dortmund, wäre nach dem Double 2012 dann bereits die zweite Saison ohne zählbares für die Vitrine. Für Bayern München wäre nur die Meisterschaft 2014 nach dem Triple vom vergangen Jahr auch zu wenig.

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Früheste eingefahrene Meisterschaft hin oder her. Das Momentum scheint auf Seiten der Mannschaft vom begnadeten Geschichtenerzähler Jürgen Klopp zu liegen. Das Punktspiel unlängst in Fröttmaning gewann Dortmund souverän mit 3:0. Eines dieser Spiele, in denen sich Pep Guardiola verstärkt an seinen kahlen Kopf fasste. Er wirkte ratlos. Nach dem Debakel gegen Real Madrid, da gibt es nichts schön zu reden, wirkte Bayern dünnhäutig. Es gibt keinen Grund Kübelweise Häme über einen deutschen Fußballverein zu kippen, wenn er im Halbfinale der Champions-League an einem Team wie Real Madrid scheitert. Doch die Art und Weise war bedenklich. In beiden Spielen war die Anzahl der Torchancen in Richtung Kasten von Casillas sehr überschaubar. Am Ende standen 0:5 Tore und zwei verlorene Spiele zu Buche. Auch im Rückspiel hätte Bayern wohl noch weitere 60 Minuten spielen können ohne Torerfolg. Was zählten da all die schönen Ballbesitzstatistiken. Ich hatte mich bereits nach dem Hinspiel gewundert. Da sprachen die Bayern, Spieler wie Funktionäre, von Dominanz. Sie beriefen sich auf die Ballbesitzstatistik. Die Logik erschloss sich mir nicht. Europäische K.o. Wettbewerbe werden immer noch nach Toren abgerechnet.

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Borussia Dortmund lieferte Real da im Viertelfinale im Rückspiel einen anderen Kampf. Aber Quervergleiche hinken ja oft. Heute beginnt das Spiel, wo ist das Phrasenschwein, wieder bei 0. Borussia Dortmund schlug Bayern München im Endspiel 2012 mit 5:2. Aber damals fiel die Niederlage zu hoch aus. Ob Lewandowski diesmal wieder zu ähnlicher Toreffektivität in der Lage ist, sei Mal dahingestellt. Bayern hatte damals auch jenes Champions-League-Finale gegen Chelsea als Rucksack mit zu tragen. Das kostete vielleicht auch einige Prozentpunkte an Konzentration. Ja keine Verletzung zuziehen. Eine Woche vor dem herbeigesehnten Endspiel in Fröttmaning. Oliver Fritsch schrieb seinerzeit auf Zeit Online:

,,Und die Bayern? Sehr starke erste Halbzeit, da stimme ich Heynckes zu. Aber viele schlimme Fehler in der Abwehr, auch da hat er Recht. Umschalten nach Ballverlust – schon mal gehört? Zweite Halbzeit mit den Gedanken wohl beim nächsten Samstag. Aber man merkte auch, in diesem Finale stand für sie viel auf dem Spiel, vor allem in der Image-Tabelle. Die Bayern haben das Endspiel ernst genommen. Und 2:5 tut weh. A penny for Your thoughts, Uli Hoeneß …“

Den Satz des Abends sprach damals übrigens Philipp Lahm nach der 2:5 Niederlage:

,,Wir waren klar die bessere Mannschaft.“

Also eine Rechnung wäre da also noch offen. Schaun mer Mal.

Literaturkritik oder der feine Unterschied

Während Robert Harting zeigt wie echte Kerle Gold holen, Gerlinde Kaltenbrunner inzwischen wieder erfolgreich vom K2 abgestiegen ist, hallt es in der Republik auf dem Gebiet des veröffentlichten Sportbuches nach. Der linke Verteidiger wollte ein leises Buch schreiben. Der Sportjournalist Jan Müller zeichnet in der Frankfurter Rundschau eine intensivere Literaturkritik und verweist auf unüberhörbare Zwischentöne:

,,Im Ganzen aber fühlt sich der 27-Jährige furchtbar missverstanden. Es handele sich um ein „leises Buch“, sagte Lahm, was in weiten Teilen tatsächlich zutrifft. Nur: Die Vorveröffentlichung im lautesten Organ der Republik war kein Zufall, sondern intensiv abgestimmt. Die Macher von Bild haben ihren Job instinktsicher gemacht.“

Jan Müller verweist auch auf die Lücke zwischen Lahm und Löw bei der Pressekonferenz im Foyer der Düsseldorfer Stadthalle. Es bleibt doch auch nichts verborgen. Dabei dürfte Löw recht wenig über die literarischen Ergüsse des international titellosen Spielers erfreut gewesen sein. Jan Müller dazu in der obig verlinkten Literaturkritik in der Frankfurter Rundschau prägnant:

,,Literarische Frühversuche eines Führungsspielers mit derart brachialem medialen Nachhall kommen dem Fußballlehrer so gelegen wie Kopfläuse auf dem Kissenbezug.“

Der Satz ist schon fast reif für den Literaturnobelpreis. Bravo, Jan Müller. Lahm kann ja in den nächsten Jahren den feinen Unterschied auf dem Platz beweisen. Brasilien 2014. Die deutsche Nationalelf dürstet seit über 20 Jahren nach einem weiteren WM-Titel. Die siegreiche Europameisterschaft ist auch schon wieder 15 Jahre her. Momentan gibt es zum Beispiel zwischen dem arg im Buch gescholtenen Jürgen Klinsmann und dem Buchautor Lahm jenen feinen Unterschied auf den kürzlich Trainer Baade verwies. Wenn Lahm den Worten Taten folgen lässt, nichts dagegen. Übrigens Rudi Völler (ebenfalls fast despektierlich im Buch behandelt) holte als Spieler neben dem Weltmeistertitel auch noch die Champions-League mit Olympique Marseille. Wo? In München. Am 26. Mai 1993. Der Buchautor darf es gerne nachmachen.

Deutschland gegen Spanien oder ein Gespür für den Ball

Udo Lattek hatte Tränen in den Augen. Ein ganz bitterer Abend. Das Filetstück des spanischen Fußballs, der FC Barcelona, hatte gerade das Prunkstück der Bundesliga zerlegt. Die Anzeigetafel zeigte nach 90 Minuten ein desaströses 4:0 an. An der Seitenlinie ein ratloser Vereinstrainer-Novize Klinsmann. Mark van Bommel (Herzlichen Glückwunsch übrigens zum Einzug ins Finale) schüttelte den Kopf und sagte nach dem Spiel in Barcelona:

,,Wenn wir angegriffen haben, waren sie immer schon weg – wie sollten wir da in die Zweikämpfe kommen.“

Ein Jahr vorher im Sommer 2008 gab es ein Endspiel der Europameisterschaft in Wien. Die spanische Nationalmannschaft gewann „nur“ 1:0. Klingt nach einer knappen Niederlage der Löw Elf. Die Überlegenheit von Spanien war wesentlich höher. Ein wenig Flauschcontent im Rückblick, selbst auf die Gefahr hin Mehmet Scholl zu nerven (er mag die Musik nicht).

Spanien wechselte nach dem EM Sieg planmäßig den Coach. Der neue Trainer ist der renommierte Vicente del Bosque. Er führte den Europameister souverän durch die WM Qualifikation. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung verweist er auf die Frischzellenkur der deutschen Mannschaft seit 2008.

 «Deutschland hat seine Mannschaft seit Juni 2008 praktisch zu 50 Prozent erneuert, mit Spielern wie (Thomas) Müller, (Jérome) Boateng, der Torwart, Özil. Es ist eine neue Mannschaft. Die Nachwuchsarbeit hat Früchte getragen. Deutschland hatte, seit wir es kennen, immer diesen Wettbewerbsgeist, aber jetzt gab es noch einen wesentlichen Fortschritt.»

Sportme titelt Deutschland gegen Spanien: Wer macht uns den Müller im WM-Halbfinale? und verweist auf die Barcelona Achse der Spanier und die verloren gegangene Dominanz von 2008.

,,Gegen die kombinationsstarken Spanier wird vor allem in der Defensiv-Arbeit viel Konzentration gefordert sein. Jede Unaufmerksamkeit kann von den Männern um Xavi und Iniesta genutzt werden. Die Spanier sind im Gegensatz zum DFB-Team noch nahezu dieselben wie vor zwei Jahren. Die Barcelona-Achse Pique-Puyol-Xavi-Iniesta flößt mit Sicherheit jedem Gegner respekt ein. Doch im Gegensatz zu 2008 dominieren die Spanier nicht. Die Auftaktpartie wurde blamabel gegen die Schweiz verloren und auch in den restlichen Spielen erinnerte nur wenig an den alten Glanz. Vor allem Fernando Torres enttäuschte und muss nun um seinen Platz in der Starelf bangen.“

Der Kaisergrantler befindet: Der wahre Held der WM – Louis van Gaal und verweist auf die Vorarbeit des Bayern Coach für Übungsleiter Löw. Stichwort Müller, Schweinsteiger und Lahm. Er legt auch das nötige Selbstbewußtsein an den Tag:
,,Es wird mal wieder Zeit etwas bayerische Arroganz an den Tag zu legen. Ist ja kaum noch auszuhalten, dieses Zusammengehörigkeitsgefühl. Kleiner Spaß. So eine WM kann für einen “verhassten” Bayern-Fan ganz angenehm sein. Ich bin aber auch froh, wenn es wieder in die alte Bayern-Sparte geht. Am liebsten als Weltmeister.“

DFB-Team will Feuerwerk gegen Spanien entfachen titelt Zeit Online und  druckt einen Artikel vom Sportinformationsdienst.

,,Die Störfeuer ignorieren, ein Feuerwerk entfachen, ins Endspiel einziehen: Die deutsche Nationalmannschaft will ungeachtet der von Philipp Lahm losgetretenen Diskussion um die Zukunft von Michael Ballack sportlich weiter für Schlagzeilen sorgen und auf ihrem Weg zum vierten Stern auch den vorletzten Schritt erfolgreich bewältigen. Der Machtkampf um die Kapitänsbinde und die Chefrolle in der DFB-Auswahl in der Zeit nach Südafrika soll deshalb im WM-Halbfinale heute (20.30 Uhr/ARD und Sky live) in Durban gegen Europameister Spanien kein Thema sein.“

Apropos Störfeuer und die unsägliche Diskussion um die Kapitänsbinde mit den Personalien Lahm/Ballack. 11 Freunde verweist im Artikel Der falsche Souffleur auf die Wortmeldung von Lothar Matthäus zum Thema:

,,Ausgerechnet Matthäus, der Marathon-Deutsche, der ewige Libero, der wahrscheinlich noch 2006 den Sommermärchenonkel gegeben hätte, wäre er nur gefragt worden, hat sich in der Debatte um die Zukunft Ballacks zu Wort gemeldet: Seine Zeit sei vorbei, er solle sich lieber auf Leverkusen konzentrieren. Auf einen ruhigen Lebensabend. Mit Blick auf den Rhein.“

Der Stern bemüht in einem Check Aberglauben, Fakten und Zahlen und nimmt sich auch der Kleiderordnung von Übungsleiter Löw an.

,,Jogi Löw wird wieder seinen Vier-Tore-Pulli tragen. Den 299 Euro teueren Kaschmirstrick hatte er beim 4:0 gegen Australien sowie beim 4:1 gegen England und beim 4:0 gegen Argentinien an. Damit das Oberteil seine volle Wirkung entfalten kann, zwingen Oliver Bierhoff, Hansi Flick und Andreas Köpke ihren Chef dazu, den Pullover nicht zu waschen.“

Schaun wir. Noch 10 Stunden und 30 Minuten bis zum Anpfiff. Dann zeigt sich wer das größere Gespür für die Kleidung, den Ball und den historischen Moment hat. 
 
Peter Blaumann von der Schaumburger Zeitung hat sich unters Volk gemischt und nach den Tipps gefragt. Thomas Zimmermann, Rentner aus Bad Eilsen beruft sich bei seiner Prognose auf eine Tennisqueen:
 „Ich halte es mit Steffi Graf. Die tippt auf einen 2:0-Sieg für Deutschland. Im Finale gegen Holland werden wir den Endspielsieg von 1974 wiederholen.“ 

Pressespiegel WM zum Spiel Deutschland – Argentinien

Hat Übungsleiter Löw bereits ein Glückwunschtelegramm des Dankes an Louis van Gaal und Hermann Gerland gesandt? Aber was war bitte mit den Argentiniern los? Nach dem 0:1 in der 3. Minute verfallen sie in eine Melancholie und kommen aus der Nummer nicht wieder raus. Die deutschen Fußballer spielen Fußball für die kleinen Geschichtsbücher. Das erreichen der letzten Vier ist nicht spektakulär in der deutschen Fußballhistorie. Das Halbfinale erreichten auch die Löw Vorgänger Klinsmann und Völler. Letzteren gelang mit einer fußballerisch limitierten Elf sowie den zwei Recken Kahn und Ballack der Einzug ins Finale. Die Art und Weise des Fußballspiels und der auch in dieser Höhe verdiente 4:0 Sieg gegen Argentinien sind jedoch spektakulär zu nennen. Joachim Löw kann also Geschichte schreiben. 

Ein kleiner Blick in den Pressespiegel. 

Die Süddeutsche Zeitung titelt Von Kätzchen zu Löwen und verweist auf die Lahm Aussage vor dem Turnier:

,,Viele belächelten den Kapitän Philipp Lahm, als er im Vorfeld der Südafrika-Reise die Mannschaft als beste gepriesen hatte, in der er je gespielt habe. Wer will ihm jetzt noch widersprechen? Hat er geahnt, dass Arne Friedrich sich in die Reihe der zähsten deutschen Verteidiger spielt? Dass Bastian Schweinsteiger sich zum König des Mittelfelds krönt, Sami Khedira endlose Lauferei mit gescheiten Pässen verbindet, Mesut Özil das feinste Füßchen der WM hat, Thomas Müller den neuen Spielertypen des freigeistigen Räumesuchers erfindet? Dass Lukas Podolski und Miroslav Klose sich abermals von Bundesliga-Kätzchen in Nationalmannschafts-Löwen verwandeln?“

Michael Horeni in der FAZ verweist auf die nicht vorhersehbare Entwicklung der Mannschaft, die schwere Kunst der Prognose und titelt Ein Team zum Träumen:

,,Fußball-Deuschland steht kopf: Wer vor drei Wochen behauptet hätte, Deutschland erreicht das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft und nimmt dabei erst die Engländer 4:1 im Achtelfinale auseinander und dann im Viertelfinale die Argentinier mit 4:0 – und der überragende Innenverteidiger Arne Friedrich erzielt dabei den dritten und den Argentiniern den letzten Nerv raubenden Treffer, der wäre in Deutschland als blutiger Fußball-Laie verlacht worden. Oder er hätte im Wettbüro ein Vermögen verdient.“

Die Welt Online erinnert an die junge Mannschaft und die Teilnahme einiger Spieler an der Junioren Europameisterschaft im vergangenen Jahr und titelt Der Titel ist für Deutschland zum Greifen nah:

,,Es fällt schwer daran zu glauben, dass diese Mannschaft zu großen Teilen noch vor einem Jahr bei der Junioren-Europameisterschaft kickte. Sie hat sich im Laufe des Turniers gefunden, sie lebt nicht mehr von ihrer jugendlichen Leichtigkeit. Wer vier Tore gegen England schießt und vier gegen Argentinien nachlegt, der besitzt mehr als nur Euphorie, der besitzt eine außergewöhnliche Klasse und damit die Möglichkeit, einen großen Titel zu gewinnen.“ 

Spiegel Online verweist auf den Anteil von Übungsleiter Joachim Löw am Erfolg gegen Argentinien und titelt Besser geht´s nicht – oder doch?:

,,Der Bundestrainer trägt seinen Anteil am Erfolg. Löw hat wie schon gegen England aus einem Berg Daten, zusammengestellt von Chefscout Urs Siegenthaler, die wichtigsten Erkenntnisse extrahiert und dem Team mitgegeben. Vor allem die, dass Argentinien eine zweigeteilte Mannschaft ist mit fünf Defensiven, die wenig nach vorn machen. Und fünf Offensiven, die ungern nach hinten arbeiten. Entstanden vorne Ballverluste, gab es in der Mitte Lücken – und die wurden laut Löw verblüffend gut genutzt: „Wie wir die Argentinier mit Tempogegenstößen ausgehebelt haben, das war schon beeindruckend.“

Deutschland gegen England oder der Vorteil einer Partie am Sonntag

Die Banken werden in Deutschland aufatmen. Die Kundschaft kann am Montag mit voller Konzentration bedient werden. Das Spiel der Löw Truppe gegen die Fußballer aus England ist am Sonntag optimal terminiert. Bei dem Spiel gegen Serbien in der Vorrunde war dies anders. An einem Freitag mit der unsäglichen Anstoßzeit von 13.30 Uhr. Was haben damals Bankinstitute wie die Sparkasse eigentlich gemacht? Die Nürnberger Nachrichten brachte am Samstag, den 19. Juni 2010,  mit dem Titel – Schreck vor der WM-Leinwand – folgenden kurzweiligen Bericht von der Sparkasse Nürnberg:

,,Ortswechsel: Im dritten Stock der Sparkasse am Lorenzer Platz haben sich etwa 100 Fußball-Begeisterte versammelt. Im Konferenzraum, in dem sonst geschäftliche Sitzungen stattfinden, rollt nun die Lederkugel über die Leinwand.“

Einen Hinweis in Sachen Kleiderordnung bekamen die Mitarbeiter der Sparkasse ebenfalls. In Sachen Arbeitszeit wurde ordnungsgemäß ausgestempelt.

,,Das Kreditinstitut hat seine 2000 Beschäftigten in der Zentrale und in allen Niederlassungen aufgerufen, an diesem Tag statt mit Anzug, Krawatte oder feinem Kostüm im Fußball-Outfit zur Arbeit erscheinen. Allerdings: Ordnung muss sein – das gemeinsame Fernsehen gilt nicht als Arbeitszeit, die Mitarbeiter müssen sich zuvor ausstempeln. Während die Banker im Konferenzraum bis zum Ausgleich hoffen, stehen einige Kollegen im fast menschenleeren Schalterraum, um die Kundschaft zu bedienen – falls denn jemand auftaucht.“

Da ist doch so ein Spiel am Sonntag um 16 Uhr ein wirklich passender Termin. Wetter soll auch passen. Bis dahin hat sich Übungsleiter Löw sicher auch den einen oder anderen Gedanken gemacht und die Schwachstellen aus dem Spiel gegen Ghana analysiert. Die Vorrunde war durchwachsen. Trotz Australien. Ich fand den Sieg gegen zahme und erschreckend schwache Australier nie den Hype wert, die Niederlage gegen Serbien war selbst verschuldet. Ausreden ob des Schiedsrichters lasse ich nicht gelten. Gegen Ghana wackelte die Abwehr mit Mertesacker in einigen Szenen beträchtlich. Im Mittelfeld fehlte kontinuierliche Kreativität. Im Angriffsspiel konnte mich keiner überzeugen. Ghanas Schwäche im Abschluss kam der deutschen Mannschaft ganz Recht. Sie verhinderte das Ärgste.

Doch nun ist das Geplänkel in der Vorrunde für die Truppe um Kapitän Lahm zu Ende. Für mich beginnt jetzt eigentlich die Fußball-WM erst richtig. K.o. Spiele mag ich. Duelle auf Biegen und Brechen. Etwaige Verlängerungen oder Elfmeterschießen inbegriffen. Insofern bin ich auch froh das mit England gleich eine richtige Hausnummer erscheint. Nichts gegen die USA. Doch Deutschland gegen England ist halt ein anderes Kaliber. Tief durchatmen.