Nachdenkenswert #119

,,Weil Hjalmar Johansen vergessen wurde. Und weil er an beiden Polen Großartiges geleistet hat. Er hat am Nordpol nicht nur mit Nansen mitgehalten, sondern ihm immer wieder das Leben gerettet. In der Antarktis wäre die ganze Expedition ohne Hjalmar Johansen gescheitert. Er wurde am Ende trotzdem nicht zum Südpol mitgenommen und ist nach seiner Rückkehr abgestürzt. Er wurde zum Säufer und Clochard und hat sich umgebracht. Aber weil ich beide Polgeschichten erzähle, geht die Story über die Figur Hjalmar Johansen dramatisch perfekt auf. Außerdem ist es viel schöner, über eine gebrochene Person zu erzählen. Amundsen und Nansen respektiere ich auch. Beide waren nur auf ihr Ziel fixiert. Amundsen war es beinahe gleichgültig, ob einer neben ihm verreckt.“

Reinhold Messner, Extrembergsteiger und Grenzgänger, über die Motivation in seinem bemerkenswerten Buch Pol die Leistung des Ausgegrenzten Hjalmar Johansen zu beleuchten, im Interview mit der Osnabrücker  Zeitung

Stefan Nestler und seine Nepal Expedition

Während am vergangenen Sonnabend die Bergsteigerlegende Reinhold Messner seinen 67. Geburtstag feiern konnte, bereitet sich derweil Stefan Nestler auf eine Nepal Expedition zum Siebentausender Putha-Hiunchuli vor.  Stolze 7246 m wollen erklommen werden. Sein Versprechen auf dem Blog Stefan Nestler´s Abenteur Sport lautet verlockend:

,,In den nächsten Wochen werde ich euch in meinem Blog mit nach Nepal nehmen, auf eine Expedition zum Siebentausender Putha-Hiunchuli. Ich versuche natürlich, meine Berichte so zu schreiben, dass auch Nicht-Bergsteiger sie verstehen können. Nobody is perfect. Möglicherweise rutsche ich doch ab und zu in die alpine Fachsprache ab.“

Um keine Reibungsverluste bei seinen Lesern ohne intime Kenntnissse der alpinen Fachwörter zu haben gibt Stefan Nestler ihnen ein Glossar mit an die Hand. Das Putha-Hiunchuli-ABC.  

Der Deutsche Welle Reporter Nestler hat bereits in der Vergangenheit einige lesenswerte Blogs geführt. Erinnert sei an den Everest-Blog 2005, den Manaslu-Blog 2007 oder den Nordpol-Blog 2009

Mein höchster Berg war bisher … ach lassen wir das. Es war der Rysy. Für mich ein gigantischer Berg.  In einem Jahr zweifach bestiegen. Damals in den Achtzigern. Zuerst von Zakopane aus und später vom Nachbarland, damals noch mit der Bezeichnung CSSR versehen, mit großem Einsatz erklommen. Der Aufstieg von polnischer Seite war sehr intensiv und es brannte sich in mein emotionales Gedächtnis ein. Wahnsinnig schöne Momente. Das Blut fließt gleich wieder schneller, nur wenn ich dran denke. Gänsehaut pur. Glück. Gesichtszüge voller Freude und Stolz.

Heute gibt es noch eine interne Hausmitteilung von mir.

Ich verabschiede mich für ein paar Tage und wünsche meinen Lesern bis dahin eine gute Zeit.