Noch 10 Tage bis zur Fußball-WM in Südafrika

Noch 10 Tage bis zum Beginn der fußballerischen Leibesübungen in Südafrika. Wie sehen die deutschen Eliteblogger mit dem Herzblut Bayern München und fundierten Fußballsachverstand die Dinge? Ein kleiner Streifzug:

Auf Breitnigge gibt es die Sympathie für die Mannschaft mit den zwei Vizeweltmeistertiteln aus den Jahren 74 und 78. Die holländische Begründung ist für jeden Bayern München Fan eigentlich einleuchtend:

,,Ein bärenstarker Kapitän, ein Trainer, der uns nach Jahrzehnten endlich den Fußball gebracht hat, den wir zuvor immer nur bei anderen bewundern durften und ein Flügelflitzer, der in Deutschland und vielleicht auch in Europa auf der Liste der potentiellen Fußballer des Jahres weit oben stehen dürfte.“

Der Kaisergrantler sieht den Weltmeistertitel genauso weit weg wie ich.  Die unendliche Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen gibt es bei ihm in Kurzfassung:

,,Ist eigentlich irgendwas glatt gelaufen in der Vorbereitung zu dieser WM? Das Gerede um Löw´s Vertrag, das Theater mit Frings und Kuranyi, der Ausfall von Adler, der Ausfall von Ballack, der Ausfall von Träsch (inzwischen weiß ich auch wie der aussieht). Wurde schon mal eine Mannschaft Weltmeister, die so eine Vorbereitung hatte? Ich behaupte, nö! Schade, Deutschland.“

Fernglas FCB erinnert an die unsäglichen Werbefeldzüge in diversen bundesrepublikanischen Einkaufszonen und kann sich einer etwaigen Sympathie für Holland auch nicht entziehen:

,,Der nationale Taumel der 2006-er WM ist nicht reproduzierbar, obwohl sich die Werbewelt alle Mühe gibt, unsere Einkaufszentren in schwarz-rot-gold zu ersticken. Ist mir alles zuviel. Ich schaue mich schon nach einer Alternativ-Nation um, die ich supporten könnte. Leider sind die Schotten nicht dabei, wenngleich man nicht viel Freude an deren Rumpel-Fußball hätte. Wie wäre es mit der Niederlande? Immerhin ist mein Klub nun beinahe schon orange.“

Mingablog setzt sich kritisch mit der Vereinnahmung des Fußballs und der inszenierten Sommermärchen Geschichte auseinander:

Vor zwei Jahren waren „Vuvuzelas“ unbekannt, sie gehörten zur afrikanischen Tradition und es hat sich in Europa kein Schwein dafür interessiert. Jetzt sieht, und was noch viel schlimmer ist, hört man sie überall. Sie haben nichts mit unserer Fankultur zu tun. Sie haben nichts mit Bayern zu tun. Aber sie sind halt hip, weil Fußball hip ist. Hip seit 2006, als uns der größte Blender der Nation – der vor einem Jahr bei uns gezeigt hat wie „gut“ er wirklich ist – zu einem Sommermärchen verholfen hat das sich mehr und mehr als Albtraum entpuppt.“

Meine Liebste spricht in dem Zusammenhang des inszenierten WM-Fieber etc. auch gerne von Substratsättigung. Dazu kommt eine nicht gerade überbordende Begeisterung gegenüber Übungsleiter Löw. Ich habe meine erste WM als 11-Jähriger damals mit meinem Vater in der Max Schmeling Villa erlebt. Es war ein prägendes und emotionales Erlebnis. Manchmal hänge ich dieser Zeit etwas wehmütig nach.