Sport am Bodensee: Ravensburg Towerstars mit Nachtschicht und Michael Martin in Markdorf

Sollte irgendwann einer auf die Idee kommen, ein Sportbuch mit Anekdoten von verspäteten Anreisen zu Punktspielen zu schreiben, könnten auch die Eishockeyspieler der Ravensburg Towerstars eine Episode beisteuern. Frank Enderle, Pressesprecher der Puzzlestädter, mit einem Anfahrtsbericht nach Bad Nauheim unter dem prägnanten Titel Towerstars behalten in der Nachtschicht die Nerven:

,,Die Anfahrt zu diesem Spiel stand wahrlich unter keinem guten Stern. Trotz des von der DEL2 vorgeschriebenen und großzügig eingeplanten Zeitpuffers verlor der Teambus der Towerstars auf dem Weg nach Bad Nauheim in mehreren Staus viel Zeit. Als das Spiel um 19.30 Uhr hätte beginnen sollen, war das Team noch einige Kilometer vom Ortsrand der Kurstadt entfernt. In ständiger Absprache mit der Bad Nauheimer Clubführung und den Unparteiischen wurde das Spiel letztlich um 20.50 Uhr angepfiffen.“

Kosten verspätete Anfahrten auch Prozentpunkte in Sachen Konzentration? Wäre mal interessant das Phänomen statistisch aufzubereiten. Jedenfalls hakte es bei den Ravensburg Towerstars am Anfang noch. Nach 18 Sekunden erzielte Bad Nauheim das 1:0. Frank Enderle merkt an:

,,Die Oberschwaben waren wohl auch aufgrund der widrigen Spielvorbereitung mit den Gedanken wohl noch im Bus, als die Gäste schon mit 1:0 in Führung gingen. 18 Sekunden nachdem Hauptschiedsrichter Sven Fischer den Puck zum Anspielbully eingeworfen hatten, nutzten die Gastgeber ihre allererste Präsenz im Ravensburger Drittel aus. Dusan Frosch lauerte am linken Pfosten und überwand Matthias Nemec.“

Am Ende gewannen die Ravensburger mit 5:4 im Penaltyschießen und gestalten diese Nachtschicht in der DEL2 bei Rote Teufel Bad Nauheim erfolgreich für sich. Zwei Tage später am gestrigen Sonntag sollte dann vor heimischem Publikum gegen die Frankfurter Löwen nachgelegt werden. Am Ende gab es jedoch eine 1:3 Heimniederlage gegen den Tabellenführer. Die Gäste aus der Bankenmetropole nutzten die Chancen in der Schlussphase konsequent.

Abenteurer, Motorradfahrer und Fotograf Michael Martin in Markdorf

Der deutsche Abenteurer, Fotograf, Motorradfahrer und Buchautor Michael Martin bereist seit über 30 Jahren mit einem Motorrad die Welt. Sein Equipment umfasst unter anderen eine professionelle Fotoausrüstung. Das Nachrichtenmagazin Spiegel titelte einst Wüstenfotograf Michael Martin: Der Rocker hinter der Kamera. Der Abenteurer hat auch den Weg in mein Bücherregal gefunden.

Foto:  © Copyright – Michael Wiemer

Im Buch outdoor Legenden, dem smart geschriebenen und bemerkenswert bebilderten Werk über wagemutige Abenteurer, Forscher und Pioniere (genannt seien hier stellvertretend Frey Hoffmeister, Thor Heyerdahl, Reinhold Messner, Roald Amundsen, Edmund Hillary, Tenzing Norgay, Stefan Glowacz, Gerlinde Kaltenbrunner, Hans Kammerlander, Beni Böhm, Hubert Schwarz, Arved Fuchs, Ernest Shackleton oder Rüdiger Nehberg) kommt Abenteurer Michael Martin auf den Seiten 141 bis 143 zu Wort.

Aktuell gibt es in der Stadtgalerie Markdorf, kürzlich durch eine Vernissage mit Bürgermeister Georg Riedmann eröffnet, 40 eindrucksvolle Fotos von Michael Martin seinen Expeditionen zu sehen. Wer die fotografischen Kunstwerke noch nicht gesehen hat und sich für Naturfotografien von einem Outdoor-Profi fernab durchschnittlicher Massenware interessiert, dem sei ein Besuch in der Stadtgalerie Markdorf wärmstens empfohlen. Meine Jahrhundertliebe und ich waren begeistert.

Mixed Zone Bodensee

3-Länder-Marathon: Der 9. Sparkassen 3-Länder-Marathon am Bodensee sah am Ende einen Sieger aus Äthiopien. Tadesse Dabi trug sich mit 2:13:43 Stunden in die Siegerliste der renommierten Laufveranstaltung ein. Die Konkurrenz aus Kenia mit  Richard Kiprono Bett und Peter Wangari kamen mit Respektabstand in Bregenz ins Ziel. Bei den Frauen siegte Kathrin Müller aus Deutschland. Sie kam mit der Favoritenrolle an den Start. 2014 hatte Müller den Halbmarathon gewonnen. Gute Einstimmung auf ihren Marathonstart 2015 am Bodensee. Ihre Siegerzeit betrug 2:50:46. Hier gibt es auf der offiziellen Website die Details. +++ Fußball: In der Oberliga Baden-Württemberg gewinnt der FV Ravensburg gegen den SVG Freiberg mit 5:2 am Tag der Deutschen Einheit. Die Mannschaft von Trainer Wolfram Eitel siegte in Unterzahl. Das Spiel war hitzig. Jeweils zweifach in die Torschützenliste konnten sich Steffen Wohlfahrt und Ndriqim Halili eintragen. +++ Eishockey: Der Champion EV Lindau Islanders bescherte in der vergangenen Saison seinen Fans in den Play-offs zahlreiche Hitchcock-Thriller Auftritte. Am Ende stand mit der Meisterschaft in der Bayernliga der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte zu Buche. Inklusive anschließender meisterlicher, langer, intensiver und spektakulärer Feier im Nana. Jetzt zerlegte der EV Lindau im 7. Vorbereitungsspiel auf die neue Saison Landsberg mit 11:2. Am Freitag, den 9. Oktober, beginnt dann die neue Saison mit dem Heimspiel in der Eissportarena Lindau mit dem Auftaktmatch gegen Buchloe. Zwei Tage später erneut die Gastgeberrolle für den EV Lindau gegen Pegnitz.

Hier geht es zum Sportkalender am Bodensee

Sportinsider Interview mit Sabine Messner und Kai Schmid von OUTSIDEstories

Die Faszination Outdoor ist ungebrochen, eine willkommene Gelegenheit zum Jahresanfang die beiden erfahrenen  Outdoor Spezialisten Sabine Messner und Kai Schmid von OUTSIDEstories zu interviewen. Herrausgekommen ist ein spannender Einblick in Ihre Erfolgsgeschichte, das persönliche Lieblingsequipment, die ambitionierten Pläne für 2015 und darüber hinaus.

Frau Messner. Herr Schmid, in einer Gesellschaft in der viele Arbeitsplätze unter Neonlicht an Bildschirmen in den letzten Jahrzehnten in klimatisierten Büros geschaffen worden, scheint die Sehnsucht nach Abenteuer zuzunehmen. Die Outdoor Helden wie der Grenzgänger Reinhold Messner, die Huber Brüder Alexander und Thomas, der in München geborene Motorrad Abenteurer Michael Martin, Extremsportler Hubert Schwarz oder Stefan Glowacz füllen Hallen mit Ihren Multivisionsvorträgen und den erlebten Outdoor Geschichten. Power Outdoor Frauen wie Freya Hoffmeister mit ihrem Fieberglaskajak und der Australienumrundung, K2 Bezwingerin Gerlinde Kaltenbrunner oder die norwegische Extremabenteuerin Cecilie Skog kann ich mir nicht in einem 8-Stunden Büro Job an der Tastatur vorstellen. Die Outdoor Branche profitierte jahrelang im Sog dieser Prominenten Extremsportler auch mit den entsprechenden Umsätzen bei Otto Normalkonsument. Was macht für Sie persönlich die Faszination Outdoor aus?Sabine_Messner_QF

Sabine Messner: Ich bin ein Stadtkind und habe über 40 Jahre meines Lebens dort verbracht. Im Laufe vieler Wochenenden am Fuße der Oberbayerischen Berge habe ich die Nähe zur Natur, die Ruhe, die gute Luft und die kurzen Wege um draußen aktiv zu sein schätzen gelernt. Vor ca. eineinhalb Jahren bin ich mit meiner Familie dorthin gezogen, wo die Berge zum greifen nahe sind. Der Begriff Outdoor ist für mich nicht ausschließlich mit extremen Leistungen am Berg verbunden, sondern steht deshalb für alles was man draußen in der Natur unternehmen kann, um Ruhe und Ausgleich zum Büroalltag zu finden und um die Natur zu spüren. Das ist für mich die Faszination Outdoor.Kai_SchmidKai Schmid: Das Leben ist ein Abenteuer – keine geführte Tour. So steht „Outdoor“ für mich für eine Lebenseinstellung. Es drückt für mich aus, dass man die Dinge auf sich zukommen lassen muss. Nicht alles folgt einem Masterplan.

Zuletzt gab es in der Outdoorbranche durchaus auch kritische Stimmen. Andre Tauber titelte im Sommer auf der Online Website der Welt Die Outdoor-Branche vergisst den Normalo. Ein technologisches Hochrüsten der Hersteller bringt Produkte auf den Markt, die bei genauerer Betrachtung oft nur für die Profisportler nötig sind. Redakteur Tauber ließ auch einen Branchenkenner zu Wort kommen:

„Nehmen Sie einen Menschen, der einen Sportgeländewagen kauft“, sagte Rolf Schmid, Chef des Schweizer Outdoor-Herstellers Mammut “Das größte Hindernis, das die meisten Fahrzeuge überwinden müssen, ist die Einfahrt in die Garage. Trotzdem werden sie gekauft, weil die Käufer damit ein Abenteuer verbinden.“

Wie sehen Sie beide die Entwicklung?

Kai Schmid: Mein Namensvetter hat mit dem SUV-Gedanken sicherlich recht. Genau das ist es meines Erachtens auch: das Gefühl, das ultimative Abenteuer erleben zu können, wenn man nur wollte. Und das will man mit Markenkleidung zeigen und ausdrücken. An dieser Stelle möchte ich aber auch betonen, dass das nur ein Aspekt ist, der Leute dazu treibt viel Geld für Ausrüstung auszugeben. Der andere ist eben der, dass man für entsprechendes Geld auch Top-Qualität bekommt. Und wenn es regnet und stürmt hat die Jacke eben nicht ein bisschen dicht zu sein, sondern komplett dicht. Egal ob auf dem Trail oder in der Stadt auf dem Fahrrad mit Kinderanhänger. Aber betrachtet man neben der Outdoor-Bekleidung technischere Produkte, so wird schnell klar, dass hochwertige Ausrüstung auch Lebenswichtig sein kann: vom sicher sitzenden, eng anliegenden Rucksack, über wasserdichte Bekleidung bis hin zu Klettersteigsets, Kochern oder Wasserreinigern. Und hierbei möchte sich jeder auf innovative und zuverlässige Technik verlassen.

Sabine Messner: Jeder Mensch sucht sein persönliches Abenteuer – auch der „Normalo“, um mit Herrn Taubers Worten zu sprechen. Genau hier setzt das Konzept der OUTSIDEstories an: Wir wollen jeden outdoor-affinen Menschen ansprechen, eben eine Plattform „von und für Outdoor-Begeisterte“. Hier werden die Produkte von Usern aus der Community beurteilt und bewertet, und der Leser hat die Chance sich, idealerweise aus mehreren Bewertungen, eine eigene Meinung über ein Produkt zu bilden: ausprobiert und getestet von erfahrenen Outdoor-Enthusiasten, die auch aus der Community selbst rekrutiert werden. Hier werden Innovationen um des reinen Marketings Willen schnell identifiziert.

Erzählen Sie ein wenig von der Gründungsgeschichte von OUTSIDEstories. Was sind die Ziele der nächsten 12 Monate? Welche Erfolgsstory möchten Sie in 3 Jahren über sich und das Unternehmen lesen und hören?

Sabine Messner: Unser Konzept für die OUTSIDEstories baut auf mehr als 17 Jahre Erfahrung mit der Kommunikation rund um Produkte für Outdoor-Aktivitäten und ebensolanger Zusammenarbeit mit der Outdoor-Branche, kombiniert mit den neueren Möglichkeiten der Kommunikation im Internet und der Tatsache, dass immer mehr Menschen ihr Informationsbedürfnis im Internet stillen – eben bis hin zur Kaufentscheidung für Outdoor-Ausrüstung.

Kai Schmid: Outside-Stories ist viel mehr als nur ein Blog. Die Idee: Outside-Stories wird eine user-basierte Bewertungsplattform speziell für Outdoor-Produkte und -Ausrüstung, die hilft beste Kaufentscheidungen zu fällen und Preisvergleiche bei Online-Stores durchzuführen. Oder mit anderen Worten: die Community stellt ihre Erfahrungen mit Produkten für weitere Kaufentscheidungen der Community zur Verfügung. Ein authentischer und zugleich demokratischer Ansatz – und das fasziniert uns an unserer Idee. Dieser Teil der Plattform von OUTSIDEstories ist zur Zeit im Aufbau und wird Anfang Februar 2015 live gehen.

Im Herbst 2014 haben wir den Blog Outside-Stories und eine dazugehörige Facebook-Seite bereits ins Leben gerufen, die umfassend aus der Outdoor-Branche informieren. Quasi ein „Drehkreuz“ für alle Aspekte des Draußen seins. Wir und unser Team produzieren ständig neue Inhalte zum Thema. Der redaktionelle Anspruch dabei ist hoch. So wird man auf dem Blog eher keine singulären Produktvorstellungen finden, sondern lediglich Kaufberatungen in Verbindung mit einem Link zu Tests in klassischen Medien. Wir haben also immer den maximalen Usernutzen im Visier. Zudem arbeiten wir neben unserem Team auch mit Gastautoren, die uns spannende Stories von draußen liefern. Etwa den Extremkletterer Robert Jasper oder den erfolgreichen deutschen Skilangläufer Peter Schlickenrieder. Mit weiteren sind wir im Gespräch.

Sabine Messner und Kais Schmid: Unsere wichtigsten Ziele für Ende 2015:

1. Die wichtigen Hersteller der Branche versorgen OUTSIDEstories und damit unsere Produkt-Tester (ProduktScouts) regelmäßig – jeweils vor Saisonbeginn – mit ihren Produkt-Innovationen und Kollektions-Highlights, um so ihre Produkte über gute Bewertungen den suchenden Konsumenten auf OUTSIDEstories entsprechend zu präsentieren und mit dem Handel zu verlinken.

2. Wir – bzw. die Community – haben ein schlagkräftiges Team von ProduktScouts rekrutiert. Hierfür läuft die erste Bewerbungsrunde bereits seit 13. November 2014. Über 50 Bewerbungen liegen uns bereits vor: Mehr Infos findet man hier:

Zum ProduktScout:
Zum Gewinnspiel:
Alle Bewertungen im Überblick:

Die Erfolgsstory in drei Jahren: OUTSIDEstories ist in der Outdoor-Community einserseits als Informationplattform über Produkte und die Szene als fixe Größe verankert. Und andererseits ist OUTSIDEstories vor Kaufentscheidungen für ein Outdoor-Ausrüstungs-Produkt von der Outdoor-Community als Beratungsplattform zu einer festen Größe geworden. Dann haben die Community und wir ganze Arbeit geleistet.

Auf Ihrer Website outside-stories.de ist zu lesen: Ein Social-Mag für alle Wilden, die gerne rausgehen. Jede Online-Strategie in puncto Marketing benötigt auch eine genaue Vorstellung der Zielgruppe, die angesprochen werden soll. Wie konkret ist dies bei Ihnen umrissen?

Kai Schmid: Unsere Zielgruppen lassen sich in einer Typologie sehr konkret beschreiben. Sie generieren sich aus „Core-Outdoorern“ – etwa Profis, wie Extrembergsteiger u.ä., „Advanced Outdoorer“ – die fortgeschrittenen Outdoorer – das sind ambitionierte Trekker, Biker etc., aber keine Profis, „Light Outdoorer“, etwa Wanderer oder Angler sowie die „Lifestyle Outdoorer“, die zwar Outdoorausrüstung besitzen, aber nicht ernsthaft einsetzen. Zudem gibt es selbstverständlich verschiedene Alterscluster für Outdoorer, die wir im Prinzip alle bedienen. Am aktivsten sind derzeit die 25- bis 39-jährigen.

Sabine Messner: Hier möchte ich ergänzend gerne die sogenannten ProduktScouts nennen: das sind erfahrene Outdoor-Enthusiasten, die von unserer Community aufgrund von außergewöhnlich hilfreichen Produkt-Bewertungen viele Stimmen gesammelt haben und so von der Community in das Team der ProduktScouts gewählt werden. Um unserer Community möglichst früh eine Basis an Bewertungen von innovativen Produkten zur Verfügung zu stellen, bekommen sie von uns regelmäßig innovative Outdoor-Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt. Diese Bewertungen gehen dann auf OUTSIDEstories rechtzeitig zum Verkaufsstart im Handel online.

Jedes Jahr trifft sich hier unten am Bodensee in Friedrichshafen die Branche zur Fachmesse OutDoor. Zahlreiche Unternehmen investieren nicht nur in einen markanten Messeauftritt, sondern auch ganzjährig wird intensives Marketing betrieben. Gelebte Online-Power auf facebook, Twitter, Mehrautorenblogs etc., großflächige Plakataktionen in den großen Städten Deutschlands, Kataloge mit akribisch aufgenommenen Fotos, Einsatz von Testimonials. Welche Ausrüster in der Outdoor Branche haben für Sie persönlich die überzeugendsten Marketingstories zu erzählen?

Sabine Messner: Im heutigen Internet-Zeitalter werden authentische Testimonial immer wichtiger. Gerade im Bereich der technischen Features von Produkten sind glaubwürdige Meinungen von Experten oft kaufentscheidend. Genau hierauf zielt das Konzept der OUTSIDEstories.

Kai Schmid: Die erzählten Marken-Stories im Marketing sind das eine. Meist ähneln sie sich sogar auf frappierende Art und Weise. Entscheidender für mich ist, ob eine Firmenphilosophie auch von den Mitarbeitern oder Testimonials wirklich gelebt wird, wenn sie brennen für ihre Marke. Das ist der große Unterschied. Ich habe schon Leute gesehen, die sich das Logo sogar tätowiert haben. Doch je größer die Marken werden (wollen), desto mehr geht häufig der ursprüngliche Geist verloren.

Wie sieht Ihr individuelles, privates Outdoor Equipment aus. Was und warum sind die Lieblinge?

Sabine Messner: Für mich steht wohlfühlen ganz oben auf der Liste. Mein absolutes Lieblingsteil ist eine weiße Tedddy-Fleece-Jacke mit Gore Windstopper … sie wärmt mich auf jeder Reise: am Berggipfel nach dem Aufstieg, im Sommer, wenn es am Abend kühler wird, aber auch im Flugzeug, um mich vor der zugigen Klimaanlage zu schützen.

Kai Schmid: Mein persönliches Equipment ist durchaus zusammengewürfelt und beileibe nicht immer nur von unseren Kunden. Bei Schuhen etwa entscheidet die Passform, nicht der Markenname. Eines meiner Lieblingsteile ist eine Softshell-Testjacke von Gore Windstopper, die ich mal geschenkt bekommen habe. Die ist so spitze gemacht und funktional, dass ich nichts anderes anziehen möchte, wenn ich unterwegs bin.

Sie beide schreiben selber auch Artikel im Mehrautorenblog auf outside-stories.de. Herr Schmid, Sie berichteten dabei auch über ein Motorraderlebnis in Wales und leiteten Ihren Beitrag so ein:

,,Das Schöne an unserem Job ist, dass wir hin und wieder auch mal an außergewöhnliche Orte kommen. So auch Ende Juli/Anfang August diesen Jahres, als wir der Präsentation eines neuen Reifens von Continental beiwohnen konnten. Zwei Tage On- und Offroadtest auf großen Reise-Enduros. Das klingt schon verführerisch. Der Ort: Wales. Hier wechseln Wolken, Wind und Sonne schneller als man von einer Kurve zur anderen kommt.“

Da ich eingangs auch Michael Martin erwähnte, jenen Abenteurer der 1997 sein Motorrad ausgraben musste. Abenteuertatort: Die libysche Sahara. Was wäre für Sie, Herr Schmid, eine noch in Angriff zu nehmende ultimative Motorradreise?

Kai Schmid: Das ist ein gutes Thema, schön dass Sie das ansprechen: Ein kleiner Traum von mir war schon immer eine Sahara-Durchquerung auf der klassischen Tanezrouft-Piste mit einem Abstecher ins Hoggar-Gebirge von Algerien bis runter in den Niger, mit dem Motorrad – übrigens sehr stark inspiriert von den Dia-Vorträgen Michael Martins, die ich mir schon während meines Studiums mit Herzklopfen angeschaut habe. Verwirklicht habe ich diesen Traum Anfang der 90er Jahre mit einer 7-monatigen Motorrad-Reise von München nach Südindien, zusammen mit zwei Studienkollegen – eine davon ist Sabine, meine heutige Geschäftspartnerin. Die ultimative Motorradreise durch die Sahara-Durchquerung ist heute leider wegen der Extremisten quasi nicht mehr durchführbar.

Frau Messner, wer und warum sind Ihre persönlichen Heldinnen oder Helden in der Geschichte der extremen Sportleistungen im Outdoor?

Sabine Messner: Ja, da waren zum Beispiel Luis Trenker, Arved Fuchs oder vielleicht mein Namensvetter Reinhold Messner. Aber um ehrlich zu sein – ich habe für mich selbst noch nie nach den Taten dieser Helden oder Heldinnen geschielt. Vor deren Leistung habe ich einen Höllenrepsekt. Ein Held ist für mich auch, wer im Alltag an seine Grenzen geht, auch und vor allem, ohne sein Leben aufs Spiel zu setzen. Das kann die Frau sein, die die Höhenangst im Hochseilgarten überwindet, oder der Familienvater, der seinen kleinen Sohn in der Kraxe auf den Heimgarten trägt. Oder jemand, der nach einem schweren Unfall mit viel Energie und Ausdauer wieder ins normale Leben zurückfindet. Hierfür habe ich größte Bewunderung. Das sind meine Helden.

Was wünschen Sie sich für OUTSIDEstories im Jahr 2015?

Sabine Messner: Erst einmal noch jede Menge Schnee für alle Snowsport-Liebhaber. Tolle Themen für unseren Blog aus der Branche, die unsere Redaktion mit viel Herzblut unter die Leute bringen wird. Viele neue Produktinnovationen auf der Ispo für die unsere Community. Jede Menge Outdoor-Enthusiasten, die unser Konzept gut finden, gerne ihre Erfahrungen mit Outdoor-Ausrüstung an die Community weitergeben und unsere Plattform für ihre Kaufentscheidungen nutzen. Und natürlich viele Hersteller, die unser Konzept überzeugt und es bewußt für sich nutzen.

Kai Schmid: Einen reibungslosen Launch der Bewertungsseite und viele,viele User.

Frau Messner, Herr Schmid, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.