Nachdenkenswert #227

,,Irgendwas mit Mateschitz, der zum ersten Mal live ein Spiel von RB Leipzig besuchte. Und sich kein schlechtes Spiel für seine Reise aussuchte. Auch der MDR war davon so von den Socken, dass er mit der Mateschitz-Cam jede Bewegung einfing und als Best Of in seinen Spielbericht einstreute. Demnächst dann als Director’s Cut auf DVD im Shop ihres Vertrauens. Vielleicht ja auch bei Amazon, dort kann man – falls ich das bisher zu selten erwähnte – über die Suchbox hier im Blog in der rechten Seitenleiste Sachen bestellen und dadurch mein schreibendes Unwesen unterstützen, da ein paar Prozent des Kaufpreises von welchem bestellten Artikel auch immer dann auf mein Konto wandern. Das nur als Hinweis, wo wir doch gerade bei Mateschitz, also Kommerz waren. Oder so..“

Matthias Kießling auf seinem Kultblog rotebrauseblogger mit Randbemerkung 5 bei seiner ausführlichen Analyse zum Spiel RB Leipzig gegen SV Darmstadt 98 vor 39.147 Zuschauern

Hansa Rostock mit Bernd Hofmann einig

Die Spatzen pfiffen es von den Dächern. Der frisch abgestiegene Fußballclub Hansa Rostock hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Sein Name: Bernd Hofmann. Auf der vereinsinternen Website verkündet der ehemalige Bundesligist und zukünftige Drittligist:

,,In der Fußball-Branche genießt Bernd Hofmann einen sehr guten Ruf. Als Geschäftsführer leitete er fünf Jahre lang die Geschicke beim 1. FC Union Berlin, führte den Verein ins DFB-Pokalfinale 2001 und in die 2. Bundesliga. Von 2005 bis 2009 fungierte der Finanz- und Vermarktungsexperte dann als Manager des 1. FC Magedeburg, bekleidete dort auch die Funktion des Geschäftsführers der Stadionvermarktungsgesellschaft. Zudem gehörte Bernd Hofmann mehrere Jahre dem DFB-Spielausschuss an.“ 

Der Scherbenhaufen ist groß. In den letzten Tagen dürfte sicherlich dieser Abstieg von Hansa Rostock vielen erst richtig bewußt geworden sein. Die Schlagzeilen waren wie bei der Welt mit  Hansa Rostock, der letzte DDR-Meister, stürzt ins Bodenlose entsprechend geprägt. Nun kleine Anmerkung von mir: Die Ostseestädter waren nie DDR Meister. Tief durchatmen. Hansa Rostock in der 3. Liga. Daran gilt es sich erst zu gewöhnen. Jedoch auch nicht zu lange, sonst ist das sich erheben und der angepeilte Aufstieg in die 2. Bundesliga ein sehr schweres Unterfangen. Johann Peter Eckermann schrieb einst:

,,Wenn man sich zu lange in engen, kleinene Verhältnissen rumdrückt, so leidet der Geist und Charakter; man wird zuletzt großer Dinge unfähig und hat Mühe, sich zu erheben.“  

Die Fußballlandschaft in Deutschland ist gepflastert von Mannschaften die den Absturz nicht überwunden haben oder wie der Verein von meinem Freund, der 1. FC Saarbrücken, eine schwere und lange Rückkehr an den Gabentisch des lukrativen Profifußballs bestreiten.

Was sagt eigentlich Volkes Stimme zum katastrophalen Abstieg? In der Ostsee-Zeitung äußert sich Leser Jan Beckmann aus Rostock:

,,Setzen Sie sich zusammen und unterhalten Sie sich nicht durch die Medien miteinander. Die Zeit des Klüngelns, „Mecklenburgens“ und Vertuschens muss umgehend beendet werden.“

Hansa Rostock war ja eher durch die Schwäche vieler anderer angestammter Fußballvereine in der DDR in die Bundesliga gekommen. Als der Serienmeister BFC Dynamo auf einmal seine Spieler wie Thomas Doll oder Andreas Thon nicht halten konnte, Dynamo Dresden Mathias Sammer und Ulf Kirsten verlor, gab es mit dem West-Trainer Uwe Reinders einen Coach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er flößte den Spielern das entsprechende Selbstbewußtsein ein. Noch größer war für mich persönlich die Leistung wie lange Hansa Mitglied der Bundesliga war. Respekt. Dann kam der Abstieg in die 2. Bundesliga. 1860 München kann ein mehrstrophiges Lied davon singen, wie schwer eine sofortige Rückkehr ins Oberhaus ist. Doch die Hanseaten setzten diese Saison noch einen drauf. Sie taumelten, kamen dann auf diesen Trost-Rettungsanker-Relegationstabellenplatz. Doch gegen selbstbewusste Ingolstädter, die selber einen Abstieg aus der 2. Bundesliga hinter sich hatten, war Rostock in der Gesamtsumme der zwei Spiele für zu leicht befunden worden.

Nun ist Aufbauarbeit angesagt. Ehrliche Analyse. Wegschieben persönlicher Eitelkeiten. Die Herausforderungen von Bernd Hofmann gleichen einer Herkulesaufgabe. Mannschaften wie der Karlsruher SC oder der 1. FC Nürnberg haben nach Abstürzen in die Drittklassigkeit die Aufstiegshürden bis in die Bundesliga genommen. Karlsruhe spielt jedoch wieder 2. Liga und der Club blieb über die Relegation gegen den FC Augsburg mit einem blauen Auge  in der Bundesliga drin.

Jetzt trifft Hansa Rostock auf alte Bekannnte. Carl Zeiss Jena oder Dynamo Dresden. Hat auch seinen eigenen Charme. Der mdr wird darob vielleicht noch nicht einmal sonderlich traurig sein. Sogenannte Ostduelle sind immer gut für die Quote.

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Artverwandte Artikel zum Thema

Das neue Dynamo      –  Der Tagesspiegel –

Untergang der Hansa-Kogge    –  Die Süddeutsche Zeitung –

Ausschreitungen nach Hansa-Abstieg  – Ostsee-Zeitung  –

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