Geld schläft auch bei Volksläufen nicht

Berlin Marathon 03

 © Jutta Wieland:  Pixelio

Der Bluesmusiker B.B. King sagte einst zu seinem jüngeren Musikerkollegen Joe Bonamassa:

,,Sieh zu, dass du bezahlt wirst! Niemand wird mit dir ausgehen, wenn du pleite bist!“

Nun, die weisen Worte der Blueslegende B.B. King haben die Event-Agenturen von Stadtläufen über die Marathondistanz oder beim Triathlon verinnerlicht. Mehr dazu auf sportspool.tv bei Sport inside: Das Geschäft mit den Jedermännern

Der eine oder andere wird Massenläufe durch die Städte der Republik in Zukunft mit anderen Augen sehen.

On The Road I

 © Martina Taylor:  Pixelio

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Nachdenkenswert #12

,,Natürlich fragt man sich bei manchen Marketingmaßnahmen, ob die bei ihren Meetings um die Wette koksen. Das Intelligente und Zukunftsweisende an diesen Marketingexperimenten ist die Reaktion auf unser Bedürfnis nach intensiven, aber gleichzeitig sicheren Erlebnissen. Nike ist ein Erlebnis-Anbieter neben anderen, von der Loveparade über den Marathon durch die Stadt bis zum Hamburger Hafengeburtstag.“

Friedrich von Borries, Architekt und Design-Theoretiker,

im  vierseitigen Interview mit Peter Laudenbach im     Wirtschaftsmagazin brand eins 10/09

Laufen – etwas für Einzelgänger?

Der spätere Sieger

 © Norbert Schmitz: Pixelio

Alan Sillitoe schrieb einst einen Roman über die Einsamkeit des Laufens. Heute gibt es Volksläufe oder Marathons in namhaften Städten mit teilweise fünfstelligen Teilnehmerzahlen. Auch ich selber habe gerne an Volksläufen mit riesiger Menschenschaar am Start und Ziel teilgenommen.

Im Training laufe ich jedoch am liebsten mit meiner Liebsten oder alleine. Der Kopf wird frei. Die Nasenflügel saugen die pure Natur ein. Das grün entspannt die Augen. Vögelgezwitschere ist Musik in meinen Ohren. Natürlich ist auch manchmal der Schweinehund dabei. Vor dem Laufen. Oder mitten drin im Lauf. Dann gilt es ihn zum verstummen zu bringen.

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly ist auch ein bekennender Jogger. Beim Interview im Post-SV Magazin gab er unlängst folgendes Statement ab:

,,Ich laufe aus ganz persönlichen Gründen – also nicht um Wettbewerbe zu gewinnen oder mit besonders edlen Muskelpaketen protzen zu können. Es ist schlicht die Bewegung als Gegensatz zum überwiegenden Sitzen im Dienstbetrieb. Und es ist vielleicht auch die Bewegung, die dann die eine oder andere Sünde beim Essen und Trinken erlaubt, ohne dass man die klassische bayerische Bürgermeister-Figur annimmt.“  

Laufen hat sich als Volkssport etabliert. Für die Fortbewegung auf den eigenen Beinen brauchen wir keine Spezial-Geräte und keine exklusiven Sportanlagen. Vierstellige Mitgliedsbeiträge oder Aufnahmesperren sind uns Läufern fremd. Was zählt ist die eigene Lauflust.  Ab bestimmten Strecken natürlich auch der Wille sich zu quälen.

Mir persönlich gefallen ja immer sehr die Ausführungen der Laufsau Marc Bischoff  zum Schmerz, Leid und Lust beim Laufen. Wer ein paar Kostproben seiner feinen Texte lesen will schaut einfach bei ihm im Blog vorbei. Eine ganz spitze Feder.