CSC and East Village London Party

Schachspieler müsste man sein. Gawain Jones genießt sichtlich die Gesellschaft zweier charmanter Frauen bei der CSC and East Village London Party. Kelly Holmes und Beth Tweddle rahmen den 25-Jährigen englischen Schachgroßmeister ein. Großmeister Jones genießt es sichtlich. Freunden der Schachbundesliga ist er längst ein Begriff. Bei der SG Solingen, aktuell Tabellenzweiter hinter dem Serienmeister OSG Baden-Baden, holte er in dieser Saison 4 Punkte aus 6 Partien. Kelly Holmes holte bei den olympischen Spielen 2004 in Athen Gold über 800 und 1500 Meter. Beth Teddle ist die erfolgreichste Turnerin Großbritanniens. Weltmeisterin am Stufenbarren 2006 und 2010 sowie am Boden 2009.

Doch auch Fußballprominez wurde gesichtet. Seine Spielweise war die eines Pitbulls. Diesen Spitznamen erarbeitete sich Davids durch seine agressive und unerbittliche defensive Arbeit im Team von Juventus Turin. Ihn wollte man immer lieber in der eigenen Mannschaft haben. Gegen Edgar Davids zu spielen war oft ungemütlich für die Gegenspieler. Er bearbeitete das Mittelfeld und seine Kontrahenten mit Tacklings, keine Attacke setzte Davids auf Basketballmodus. Bei ihm gab es immer das absolute körperbetonte Spiel. Direktkontakt. Sein Spiel atmete jene Aggresivität, die den Zuschauer oft bewundernd nicken ließen. Genug geplaudert. Zeit für ein paar Fotos von Edgar Davids im Anzug auf der CSC and East Village London Party.

Edgar Davids lässt sich von Gawain Jones Schach erklären.

Tereza Pribanova an der Seite von Edgar Davids.

Zum Abschluss noch ein paar Fotos zum genießen. Ray Morris-Hill seine Fotos sind immer wieder eine Liebeserklärung an die Fotografie und die Menschen die er porträtiert.

Daniel King und Natasha Regan.

Lawrence Trent eingerahmt von den Damen Beth Tweddle und Kelly Holmes.

Shingai Shoniwa und Malcolm Pein.

Es sind immer wieder spektakuläre Fotos. Eine grandiose Bildkunst. Berufsfotograf Ray Morris-Hill war so freundlich mir dankenswerterweise die Fotos zur Verfügung zu stellen. Seine Website rmhphotos.eu

Die FIDE oder das Spiel mit dem schwarzen Peter

Es war die bisherige traurigste Nachricht aus der Sphäre des Königlichen Spiels 2011. Ich habe unlängst meine Gedanken und Traurigkeit zum leider nicht in London 2012 stattfindenden Schach-WM Kampf geäußert.

 Die FIDE hat in einem offenen Brief ihre Sicht der Dinge dargelegt. ChessTigers schreibt dazu:

,,Der Weltschachverband FIDE hat jüngst in Person von Vize-Präsident Israel Gelfer auf den Rückzug der Chess Promotion Ltd. vom WM-Match 2012 reagiert und zwar – wie soll es anders sein? – in Form eines „Offenen Briefes“. Darin erklärt Gelfer recht ausführlich den Standpunkt der FIDE und schiebt – wie nicht anders zu erwarten – Malcolm Pein den schwarzen Peter zu. Dabei geht es um (zu viele) Änderungen im Vergleich zu den Verträgen des WM-Matches in Sofia, um Steuern und immer öfter wird der Name Magnus Carlsen in die Waagschale geworfen.“

Was hat der Carlsen Rückzug mit dem geplatzten Austragungsort London zu tun? Gab es hinter den Kulissen Sponsoringengagements für einen Kampf von Schachweltmeister Anand gegen seinen Kronprinzen aus Norwegen?

 ChessTigers stellt die Frage so:

,,Hatte die Chess Promotion Sponsoren damit geködert, dass es 2012 zu einem Duell zwischen Anand und dem Norweger kommen würde und haben diese Geldgeber nach dem Rückzug Carlsens schlicht das Interesse verloren?“

Menschenskinder, es gibt auch noch andere Schachspieler wie Magnus Carlsen. Manchmal geht mir der Hype um den 20-Jährigen Norweger doch etwas auf die Nerven. Im vergangenen Jahr war er so unkonstant wie ein durchschnittlicher Wetterverlauf im April. Er bekannte selber, dass seine Mutter ihm immer noch die Sachen zum Anziehen rauslegt. Nichts gegen Nestwärme. Doch ich darf nochmals darauf verweisen: Michail Tal war einst mit 23 Jahren Schachweltmeister. 

Aber Carlsen hin oder her. Jetzt ist die FIDE am Zug. Ein Alternativort zu London… Ich bin gespannt.

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Artverwandter Artikel zum Thema

Offener Brief der FIDE

London 2012: Etwas Trost im Zeitungsarchiv beim Schachecho gefunden

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London 2012: Etwas Trost im Zeitungsacharchiv beim Schach-Echo gefunden

Eigentlich habe ich noch einen ganz schön dicken Hals. Ich muss umdisponieren für 2012. Schade. Die Schach-WM in London wollte ich über die komplette Zeit mit meiner Liebsten in der englischen Metropole verbringen. Doch die FIDE machte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung. Ärgerlich. ChessTigers stellt sachlich fest:

,,London sollte 2012 Austragungsort des nächsten WM-Matches sein, aber da sich die FIDE und der hauptverantwortliche Organisator Malcolm Pein (Bild) nicht im gesteckten Zeitrahmen einigen konnten, zog letzterer die Bewerbung der englischen Hauptstadt zurück.“

Malcolm Pein wäre die ideale Person für die Organisation des Schach-WM Kampfes gewesen. Seine beiden London Chess Classic 2009 und 2010 waren vom Feinsten organisiert. Sein Kommentar auf ChessVibes ist hier nachzulesen.

Stefan Löffler hat die Dinge auf der Schachwelt unter dem Titel Verpasste Geschenke zusammengefasst und zeigt sein Unverständnis über die FIDE:

,,Im Juli vorigen Jahres hat Pein der FIDE ein Angebot vorlegt. Das Preisgeld sollte ähnlich hoch liegen wie vor zwei Jahren in Sofia (damals zwei Millionen Euro für die Spieler, 400 000 für die FIDE). Die geplante Inszenierung und der mögliche Werbeeffekt für Schach waren absehbar vielfach besser. Pein hat auch die von der FIDE als Voraussetzung für Verhandlungen verlangten 50 000 Euro eingezahlt. Weltmeister Anand unterstützte die Bewerbung. Selbst als Carlsen das Kandidatenturnier absagte, blieb London am Ball. Alles passte. Nur den FIDE-Unterhändlern passte etwas nicht.“

Verbände wie die FIFA oder die FIDE spielen offenbar nach ihren eigenen Regeln.

Meine Liebste und ich werden trotzdem nächstes Jahr nach London fliegen. Wir werden uns dann ein paar Tage in der Schachmetropole aufhalten und leider keinem WM-Kampf in der Stadt an der Themse beiwohnen. Dabei hatte ich schon mit meiner Jahrhundertliebe kürzlich in einer Nürnberger Buchhandlung in der Innenstadt in einem Bildband von London geschmökert. Die Sache war auf einem guten Weg. Ich habe mir historisches Wissen angeeignet zu Fragen wie: Warum gibt es den Linksverkehr in Großbritannien? Natürlich auch die große Londoner Schachtradition eingeatmet. Die FIDE ist ein echter Spielverderber.

Wie findet man bei einer solchen traurigen Nachricht für alle Schachfreunde der Welt Trost? Ich bin in den Keller. Habe im Zeitungsarchiv der Schach-Echos geblättert. Habe dann ein Exemplar mit nach oben in das Wohnzimmer genommen. Ein wenig gelesen. Zwischendurch schweiften die Gedanken nach London. Meine Liebste und ich wollten uns in einem guten Hotel für die WM-Zeit einquartieren. Da stoße ich doch im 2. Dezemberheft 1975 vom Schach-Echo auf folgende fast tröstlichen Worte von Ute Gerusel in ihrem Bericht über das I. Internationale Schachturnier in Leipzig:

,,Zur Freude der Kiebitze befand sich auch unter den Großmeistern kein Remisschieber, so daß fast jede Runde einen spannenden Verlauf nahm. Die ausgezeichnete Organisation des Turniers mit einer ansprechenden Austragungsstätte in einem der Messehäuser wurde lediglich von einer unbefriedigenden Unterbringung im Hotel (Straßenlärm, kein Warmwasser) getrübt, bedingt durch eine gleichzeitig in Leipzig stattfindende und vorrangige Dokumentarfilmwoche. Im übrigen hatte man sich mit dem Wohlergehen der Teilnehmer – auch an den beiden freien Tagen – viel Mühe gegeben.“

Dann haben meine Liebste und ich noch ein Glas Rotwein getrunken. Der Hals ist jedoch immer noch etwas geschwollen. Verlust des WM-Schachkampfs 2012 in London. So ganz drüber weg sind wir noch nicht.

London Chess Classic 2010

Es ist nochmals ein Highlight in der internationalen Schachszene. London ruft. Organisator Malcolm Pein hatte bei der Erstauflage im Dezember 2009 einen glänzenden Job verrichtet. Bei der diesjährigen Zweitauflage kommt es zum mit Spannung erwarteten Duell zwischen Schachweltmeister Anand und dem potentiellen Thronfolger Carlsen. Beim London Chess Classic 2010 bilden folgende Schachprofis vom 8. – 15. Dezember 2010 den erlauchten Kreis auf der internationalen Schachbühne.

Teilnehmer:     Viswanathan Anand (Indien)

                            Magnus Carlsen (Norwegen)

                            Hikaru Nakamura (USA)

                            Wladimir Kramnik (Russland)

                            Michael Adams (England)

                            Nigel Short (England)

                            Luke McShane (Engalnd)

                            David Howell (England)

Magnus Carlsen konnte kürzlich seinen Titel bei der Blitzschachweltmeisterschaft in Moskau nicht verteidigen. Mir fehlte dieses Jahr ein wenig die Konstanz beim norwegischen Jungstar. Natürlich gab es Werbeauftritte und Carlsen wurde kürzlich erst 20. Einige Journalisten hatten ihm schon fast die WM-Krone überreicht. In London ist Carlsen ebenfalls wieder Titelverteidiger. Er gewann das Turnier im Dezember 2009.

 

Anand nahm vor 12 Monaten nicht am London Chess Classic 2009 teil. Kramnik hat mich beim Tal-Memorial arg enttäuscht. Da kam er nie so richtig ins Turnier. Nakamura ist immer gut für eine spektakuläre Partie. Sein unorthodoxer Spielstil ist mir jedoch nicht konstant genug. Bleiben noch die vier englischen Spitzenspieler. Abwarten und Tee trinken. Eine Prognose meinerseits sieht einen Zweikampf zwischen Anand und Carlsen. Da können letztendlich Nuancen entscheiden.

Wie schaut es mit dem Glamourfaktor aus?

Der Standort London hat seinen Charme. Ein Turnier mit dem amtierenden Schachweltmeister ist immer reizvoll für die Anhänger des Königlichen Spiels. Mit Anand und Carlsen trifft das führende Duo der FIDE-Weltrangliste aufeinander. Schachherz was willst Du mehr? Schachikone Garri Kasparow adelt die London Chess Classic 2010 durch seinen Besuch in der letzten Runde.

Spielort:   Olympic Congress Center

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