Ist Usain Bolt sauber?

Usain Bolt holte sich nach dem geplatzten WM-Titeltraum über 100 Meter (oder war alles nur ein PR-Gag?) mit dem Gold über 200 Meter und der Staffel über 4 x 100 in neuer Weltrekordzeit mit seinen Laufkumpels aus Jamaika noch eine passable Medaillensammlung. Immer wieder tauchen ja seit 2008 die gleichen Fragen auf. Ist Bolt sauber? Geht das ohne Doping? In Peking lief der Wunderläufer damals unglaubliche 9,69 Sekunden über jene charismatische Kurzdistanz der 100 Meter. Die Schlagzeilen im Jahr 2008 hatten dann auch Titel wie War Usain Bolt noch gedopter wie Ben Johnson? auf Welt Online.

Dann kam Berlin 2009. Seine Show war noch perfektionierter. Er war der Star der Leichtathletik-WM in der deutschen Hauptstadt. Seine Lockerheit, seine Tanzeinlagen, seine Hinweise per Finger auf den Puma auf dem Leichtathletik-Shirt, die Pose vor der Anzeigetafel der Zeiten und seine freimütigen Erzählungen über Schnellimbiß Essgewohnheiten machten ihn zum Superstar. Seine Zeit von 9,58 Sekunden von Berlin war wieder unglaublich. Im Jahr 2007 verwies Bolt auf eine Zeit von 10,03 Sekunden. Der Leistungssprung rief viele Skeptiker auf den Plan. Er fand jedoch auch viele begeisterte Anhänger die an die perfekte Umsetzung der Biomechanik glaubten.

Sprung in das Jahr 2011. Die Zweifel an seiner sauberen Laufweise sind geblieben. Zeit Online brachte kürzlich den Artikel Neue Dopingvorwürfe gegen den schnellsten Mann der Welt und berief sich dabei auf im schwedischen Sportbladet geäußerte Dopingvorwürfe von Victor Conte. Da fällt einem gleich der Spruch mit den Steinen und dem Glashaus ein. Conte war Hauptverantwortlicher des Balco-Skandals. Einstige Sprintasse wie Tim Montgomery oder die superschnelle Marion Jones wurden mit illegalen Mitteln zur Förderung der Leistung von Victor Conte versorgt. Er ist ein Insider der alle Tricks und Schliche kennt. Inclusive Zeitfenster zur Einnahme der Mittel um bei Kontrollen sauber dazustehen. Oder eben bei ungeschickten Timing auch erwischt zu werden.

Was macht man also mit der Personalie Bolt? Ich will mir den Sonntagnachmittag nicht versauen. Ich schau kurz auf seine Website. Die Bilder sind schon gut. Keine Frage. So jetzt schwing ich mich aber in fünf Minuten mit meiner Liebsten auf das Rad und wir fahren ein wenig am Bodensee entlang. Blick auf die Berge. Phantastisch. Ganz ohne Einnahme von leistungsfördernden Mitteln. Ich bin da sauber. Hundertprozentig.

Nachdenkenswert #107

,,Nein, mit Hut und fetter Sonnenbrille rumzulaufen und sich verkleiden, das wäre peinlich. Ich bin gern Robert Harting und freue mich, wenn die Fans mich als Diskuswerfer wahrnehmen. Ich gehe ganz normal in den Supermarkt zum Einkaufen. Wenn die Leute dann mal brüllen ‚zieh dein Hemd’ aus, lache ich mit. Denn durch mich kommt das Diskuswerfen näher zu den Menschen.“

         Robert Harting, zweifacher Weltmeister im Diskuswerfen,

         im Interview mit der B.Z.

Österreich…

… ist dann doch eher eine Skisprungnation.

Bergsteigen können sie auch. Die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner schaffte es sogar in das heutige aktuelle Sportstudio im ZDF. Im Gepäck hat sie die erfolgreiche Besteigung des K2. Damit sind von ihr alle Achttausender ohne zusätzliche Sauerstoffflasche bezwungen worden. Respekt!

Doch zurück zum Fußball. Oh, ich kann die Lobeshymnen auf die Truppe von Übungsleiter Löw und den frischgebackenen Buchautor mit der Kapitänsbinde nicht mehr hören. So ein 6:2 gegen Östereich gab es bereits am 18. Mai 2002 in Leverkusen unter Nationalcoach Rudi Völler. Die Startformation setzte sich aus Oliver Kahn, Torsten Frings, Thomas Linke, Christoph Metzelder, Christian Ziege, Jens Jeremies, Dietmar Hamann, Marco Bode, Sebastian Deisler, Miroslav Klose und Carsten Jancker zusammen.

Östereichischer Fußball ist immer für eine hohe Niederlage gut. Am 27. März 1999 gab es in Valencia im Rahmen eines EM-Qualifikationsspiels eine 0:9 Niederlage gegen Spanien. Der jetzige Schalke Spieler Raul setzte alleine vier Tore in das Netz des Keeper Franz Wohlfart. Der ehemalige VfB Stuttgart Torwart haute auch den Spruch des Tages raus:

                ,,Mit mir in absoluter Hochform hätte es ein 0:8 gegeben.”

Sympathische Verlierer. Fernab vom verbissenen Leistungsdruck der Deutschen.

Hat Österreich eigentlich schon eine Goldmedaille bei der aktuellen Leichtathletik-WM in Daegu geholt? Okay, ich ziehe die Frage zurück.

Geplatzte Titelträume

Usain Bolt verlor seinen 100 Meter Weltmeistertitel beim Start. Fehlte die Konzentration? War er gedanklich schon bei der spektakulären Siegershow nach dem Zieleinlauf? Okay, er tritt ja unter anderen noch über 200 Meter an. Die Staffel dürfte auch noch Chancen gebären. Keine Chance mehr auf eine Medaille bei der Leichtathletik-WM 2011 hat Jelina Issinbajewa. 

Sie war einst ein Garant für Siege. Issinbajewa stellte Weltrekorde in Serie auf. Unangefochtene und hochbezahlte  Stabhochsprungqueen. Österreichs derStandard beschreibt die Erwartung des Publikums:

,,Die Stadion-Zuschauer hatten sie bei der Präsentation der Athletinnen wie eine Siegerin gefeiert, Jelena Isinbajewa hatte die Beifallsstürme lächelnd und winkend zur Kenntnis genommen. Es sollte aber ihr einziger Glücksmoment bleiben an diesem Abend im Stadion von Daegu.“

Geplatzte Titelträume. 2013 findet die Leichtathletik-WM in Moskau statt. Der krönende Abschluss ihrer Laufbahn steht bevor.