Sport am Bodensee: Ergebnisse 11. Halbmarathon Fischbach 2014

Einst plauderte die selbsternannte Laufsau Marc Bischoff im sportinsider Interview über die Lust am Laufen und schilderte mit einem Augenzwinkern auch seinen idealen Lauftag:

,,Es ist warm, aber nicht heiß. Ich laufe am späten Vormittag ca. eine Stunde, oder etwas mehr. Ich weiß nach 10 Minuten, das es super wird. Ich höre Imogen Heap auf dem mp3-Spieler. Ich begegne auf der Strecke jungen, hübschen Frauen mit blonden Haaren. Sie grüßen mich zurück. Ich drehe mich um und sehe ihnen nach. Ich laufe gegen einen Laternenpfahl. Aber ich spüre nichts.“

Okay, die Nummer mit dem Laternenpfahl möchte natürlich auch keiner live am eigenen Laufkörper erleben. Vollkommen unkompliziert gestaltete sich da der 11. Halbmarathon Fischbach 2014. Hier geht es zu den kompletten Ergebnissen, angefangen von der Distanz der Namensgebung der Veranstaltung, über das Fischbacher Viertel(e) über die geschmeidigen 10,4 Kilometer, das Walking und Nordic-Walking über die gleiche Distanz sowie den Schülerlauf.

Gunter Kram hat auf schwäbische.de zahlreiche Akteure und die Nebengeräusche so einer Laufveranstaltung in Form von Apfelbäumen, Wiesen, Traumwetter, Kampf gegen den inneren Schweinehund sowie dem aufgeschlossenem Publikum im Bild festgehalten und auch noch einen kleinen Einleitungstext verfasst.

2 neue Sportblogs nehmen Fahrt auf

Blogs an den berühmten Nagel zu hängen war in den letzten 12 Monaten im Trend. Die selbsternannte Laufsau Marc Bischoff schloß im Dezember 2009 seinen Laufblog unter anderen mit folgenden Abschiedsworten: 

,,Für die Laufsau ist es gerade am schönsten. Die Laufsau läuft nicht, weil wir hier im Schnee ersaufen, das ist auch mal schön. Die Zugriffszahlen auf den Blog haben astronomische Höhen erreicht (7000 im letzten Monat). Und ich habe das Thema nun endgültig durch. Ich bin mir sicher, dass ich so ziemlich alles in den letzten eineinhalb Jahren verwurstet habe, was man zum Thema Jogging und Laufen unterhaltend schreiben kann.

Schuhkauf: erledigt
Laufen bei Schnee, Eis und Matsch: erledigt
Marathonteilnahme: erledigt
Wettkampfverpflegung: erledigt
Familie, Kinder: erledigt
Tücken der Technik: erledigt
Musikbegleitung: erledigt
Laufklamotten: erledigt
Trainingslehre: erledigt
Weihnachten: erledigt
lustige Videos: mehr als gut für Euch ist…
Übergewicht: durch
Krankheiten: hatschi

Also auf gut deutsch: mit fällt nix mehr ein. Nichts jedenfalls, was Euch wöchentlich unterhalten würde, und erzwingen muss man es ja nun nicht.“

Doch es waren noch weitere Nägel für andere Blogger da. Stefan Löffler wollte ab April 2010 seinen individuellen Schachblog nicht mehr weiterführen. Frank Große bot im August kein Schachtraining mehr auf seinem Blog an. Der Schachzoo von Ilja Schneider wurde auch mit keinem neuen Lesefutter mehr bestückt und schloß im August die Pforten.  Torsten Wieland verabschiedete sich im November vom lesenswerten Schalker Königsblog.

Ich finde es immer sehr schade wenn ein Blog an den Nagel gehangen wird. Doch wie im richtigen Leben geht es immer weiter. Es haben in den letzten Wochen 2 neue Sportblogs das Licht der Welt erblickt. Journalist Jonathan Sachse wurde von mir bereits in Aschenputtel Frauenfußball und die ZDF Live Berichterstattung und seine Alternative erwähnt.

Das Credo von Jonathan Sachse:

,,Meinen Blog habe ich mit dem Slogan “Leidenschaft. Transparenz. Öffentlichkeit.” überschrieben. Hiermit soll mein Verständnis von gutem Journalismus skizziert werden, das, was ich anstrebe. Ich liebe es, mich ausgiebig mit einem Thema auseinanderzusetzen. Die intensive Recherche ist meine Leidenschaft, hier bin ich Perfektionist. Aus Minuten werden schnell Stunden, gerne auch Monate.“

Hier geht es zum Blog von Jonathan Sachse. Er nimmt gerade Fahrt auf.

Ein weiteres interessantes Sportblog ist von Daniel Drepper am Start. Er bohrt auch gleich die dicken Bretter. Fuentes is back. Aber auch aus dem alltäglichen Leben eines Sportjournalisten berichtet er transparent und mit einem Blick auf das Geschäftsgebaren einer Lokalzeitung unter Wie ich beim Ahlener Tageblatt rausgeschmissen wurde…

Auch Daniel Drepper hat ein spezifisches Credo:

„Real journalism consists of what someone doesn’t want published, all the rest is public relations.“ — George Orwell. Zumindest hin und wieder soll hier echter Journalismus geboten werden. Vor allem, aber nicht nur, über die Jubel- und Erfolgsmaschine Sport.“

Beide Sportblogs von Jonathan Sachse und Daniel Drepper versprechen für die Zukunft interessanten Lesestoff. Es ist Ihnen Durchhaltevermögen, Power, Leidenschaft, unbändige Freude am bloggen und eine große Leserschar zu wünschen.

Nachdenkenswert #21

,,Es wird eventuell eine Lesereise im Frühjahr geben, und wir denken darüber nach, bei der einen oder anderen großen Laufveranstaltung Flyer mit Leseproben des Buches zu verteilen. Und wir hoffen inständig, dass das Buch einmal in einem der großen Medien besprochen wird, nicht nur in den läuferspezifischen. Denn die bisherigen Rückmeldungen zeigen: Wer das Buch kauft, mag es und empfiehlt es in der Regel weiter oder verschenkt es gar.“

      Marc Bischoff,  Laufsau und Autor, im sportinsider Interview

Legendäres Video von der Laufsau Marc Bischoff

Es gibt Sportvideos die den Tag überdauern.

Die sich nicht verflüchtigen. Nicht versenden. Die auch nach Jahren noch interessant sind. Folgendes Fundstück ist jetzt genau 1 Jahr alt. Die Laufsau Marc Bischoff präsentierte sich in sehr aufgeräumter vorweihnachtlicher Form.

Wer noch eine kleine läuferische Textnachspeise haben will, wird bei

Marc Bischoff läuft und läuft und läuft

seinen Appetit nach feingeschliffenen Worten übers Laufen stillen können.

Das Kultbuch Lauf, Du Sau!..läuft und läuft

Da sage noch einer das Internet drücke die Printmedien an die Wand. Das Buch hat keine Zukunft und ähnliche kulturpessimistischen Aussagen will ich nicht mehr hören. Es gibt Bücher die laufen und laufen. Die gehen weg wie warme Semmeln. Deutschlands Laufsau Marc Bischoff vermeldet reißenden Absatz seines Kultbuchs –Lauf, Du Sau!– und kann alle Noch-Nicht Buchbesitzer trösten.

Zeitmessung

© Klaus-Uwe Gerhardt: Pixelio 

Das freut mich sehr. Marc Bischoff ist keiner der auf den Verkauf seines Buches tatenlos wartet. Er läuft auch die ganz große Promotionrunde. Ob es das Interview bei Phoenix anlässlich der Leichtathletik WM war oder seine Power bei der Buchlesung vor Ort oder geplante Flyer Aktionen bei Laufveranstaltungen: Die Laufsau bewegt sich.

Eine kleine Reminiszenz an unser Interview:

sportinsider: ,,Du hast unlängst für den 100. Follower auf twitter die Sektkorken knallen lassen. Bei welcher Verkaufszahl Deines Buches wirst Du Champagner ordern?

Marc Bischoff: Die Gattin und ich haben schon beim ersten Tausend die Korken knallen lassen, denn dass das innerhalb von 6 Wochen passiert, damit hatte niemand gerechnet. Aber bei 10.000 schmeiße ich eine Party. Und mit Party meine ich eine richtige Party, wie sie der Laufsau würdig ist.“

So will ich Buchautoren erleben. Mit Power, Begeisterung und Optimismus.

Sportinsider Interview mit Laufsau Marc Bischoff

Marc Bischoff ist bekennender Läufer. Nein. Er ist in Deutschland die Laufsau. Marc Bischoff erhielt bereits den Ritterschlag. Der Journalist Hajo Schumacher sitzt nicht nur gelegentlich bei Maybrit Illner im Fernsehstudio, er hat vor Jahren auf Spiegel Online die Kunstfigur Achim Achilles geschaffen. Seine Leseempfehlung an das deutsche Laufvolk:  ,,Mit seinen Laufabenteuern begeistert Laufsau Marc seit Monaten die Achilles-Community. Jetzt gibt es seine besten Geschichten auch als Buch.“

Ich konnte die Laufsau Marc Bischoff zu einem laufstarken Interview gewinnen. Die eine oder andere lächelnde Laufeinheit war dabei. Los gehts!

sportinsider: Marc wie bist Du auf den Namen laufdusau für Dein Laufblog gekommen?

Marc Bischoff: Mein Wunschname

blogeinesmittvierzigersdersichaufseinealtentageeinbildetermüsse unbedingtnochmaleinenmarathonlaufen.de war zu lang.

Nein, im Ernst: Wenn man bloggt, möchte man natürlich auch gelesen werden. Es lag also nahe, einen plakativen, auffälligen Namen zu wählen. Der Motivationsspruch, mit dem Udo Bölts 1997 Jan Ullrich die Vogesen hinauftrieb, „Quäl dich du Sau“, war die Inspiration dafür. Im Prinzip sagt er in 4 Worten alles aus, was Sport, besonders Leistungssport ausmacht. Und ein bisschen von diesem Glanz wollte ich auf meine bescheidenen Beiträge übertragen. Da wusste ich noch nicht, dass die Tour de France, und besonders Jan Ullrich bald in ganz anderem Lichte glänzen würde, und damit möchte man ja dann lieber nicht in Verbindung gebracht werden. Aber da war es schon zu spät. Im Lauf der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass der Name im Internet Gold wert ist. Wer die Laufsau sucht, z.B. über „Laufsau“, oder „Lauf, du Sau!“, der findet mich sofort.

sportinsider: Wie viel Zeit investierst Du wöchentlich in Deine Passion Laufen?

Marc Bischoff: Weniger, als ins Schreiben, befürchte ich. In guten Zeiten drei Stunden, in schlechten eine halbe. Ich glaube, von einer Passion zu sprechen, wäre hier ein bisschen vermessen.

sportinsider: Du hast ein Buch zu Deiner Lauflust unter dem Titel – Lauf, Du Sau! – im AGON Sportverlag veröffentlicht. Wie würdest Du die Zusammenarbeit mit dem Verlagschef Wolfgang  Fuhr skizzieren?

Marc Bischoff: Ohne Wolfgang Fuhr und den AGON Verlag gäbe es dieses Buch schlicht nicht im Buchhandel zu kaufen. Es finden sich zwar Möglichkeiten in Deutschland ein Buch – auch ohne großes finanzielles Risiko und ohne Verlag – selbst zu veröffentlichen, aber das Produkt erreicht in den seltensten Fällen ein größeres Publikum, dazu bedarf es der Infrastruktur eines Verlages und der Verlagsvertreter. Wenn man wirklich das Potential sieht, von einem Buch ein paar tausend Stück zu verkaufen, braucht man auf jeden Fall einen professionellen Verlag. Als neuer Autor ist man natürlich froh um jeden Verlag, der die eigenen Texte zu veröffentlichen bereit ist, aber erst während der Arbeit am Produkt merkt man, wie wichtig eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Beziehung zueinander ist. Der Agon Verlag ist klein, aber sehr bemüht und wir haben noch einiges vor. Und wer, neben Laufliteratur, gute Fussballbücher sucht, der sollte sich dort einmal umsehen.

sportinsider: In Deutschland schreibt ja auch der Journalist Hajo Schumacher alias Achim Achilles bei Spiegel Online mit spitzer Feder über die Schmerzen und das Leid beim Laufen. Seid Ihr Euch schon mal persönlich über den Weg gelaufen?

Marc Bischoff: Wir beide haben in Mallorca mal einen sehr netten Abend miteinander verbracht, erst in der Show von Eckhart von Hirschhausen und dann bei einem guten Roten und einem Essen auf der TUI Party. Hajo Schumacher ist ein sehr sympathischer und offener Typ, vielseitig interessiert und mit einem bissigen Humor ausgestattet, eben genauso wie sein Alter Ego Achim Achilles. Ich bin Hajo zu großem Dank verpflichtet, er hat mich sehr bei der Vermarktung des Buches unterstützt, sei es beim Klappentext für mein Buch, oder bei Verlosungen auf der Achim-Achilles.de website. Dieses völlige Fehlen von „Stutenbissigkeit“ ist nicht selbstverständlich im Medienbereich.

sportinsider: Ein eigenes Buch will promotet sein, wenn es nicht in den Regalen der Buchhandlungen verstauben soll. Welche Buch-Lauf-Verkauf-Aktivitäten sind geplant?

Marc Bischoff: Es wird eventuell eine Lesereise im Frühjahr geben, und wir denken darüber nach, bei der einen oder anderen großen Laufveranstaltung Flyer mit Leseproben des Buches zu verteilen. Und wir hoffen inständig, dass das Buch einmal in einem der großen Medien besprochen wird, nicht nur in den läuferspezifischen. Denn die bisherigen Rückmeldungen zeigen: Wer das Buch kauft, mag es und empfiehlt es in der Regel weiter oder verschenkt es gar.

sportinsider: Wie lange hast Du am Buch gearbeitet, getüftelt, in Erinnerungen geschwelgt?

Marc Bischoff: Den Blog schreibe ich seit August 2008, also hatte ich etwa 9 Monate Vorlauf mit den Geschichten, die ja zuerst im Blog erschienen und dann ins Buch eingingen. Dazu noch etwa 4 Wochen Arbeit für Cover, Lektorat, Korrekturen etc. Das war aber nur mein Aufwand, der Verlag hat ja mindestens noch einmal so viel Aufwand hineingesteckt.

sportinsider: Du hast unlängst für den 100. Follower auf twitter die Sektkorken knallen lassen. Bei welcher Verkaufszahl Deines Buches wirst Du Champagner ordern?

Marc Bischoff: Die Gattin und ich haben schon beim ersten Tausend die Korken knallen lassen, denn dass das innerhalb von 6 Wochen passiert, damit hatte niemand gerechnet. Aber bei 10.000 schmeiße ich eine Party. Und mit Party meine ich eine richtige Party, wie sie der Laufsau würdig ist.

sportinsider: Wie viele Laufschuhe hast Du im Schuhschrank?

Marc Bischoff: 4 Schuhe. Zwei von New Balance und zwei von Asics. Von meinen alten New Balance habe ich mich neulich getrennt, schnüff. Moment, muss mal kurz ein Taschentuch holen…

sportinsider: Welches Zeitpensum investierst Du wöchentlich in das Laufblog?

Marc Bischoff: Etwa 2 Stunden am Sonntag abend. Und dann noch eine halbe Stunde pro Woche für die Recherche nach amüsanten Videos.

sportinsider: Mit welchem Prominenten würdest Du gerne einmal sporteln gehen?

Marc Bischoff: Nicht mit Haile Gebreselassie, denn dem komme ich nicht mal ansatzweise hinterher. Ottfried Fischer? Da hätte ich eine reelle Chance.

sportinsider: Hast Du ein sportliches Idol?

Marc Bischoff: Nein. Es gibt Menschen, bei denen ich einzelne Leistungen bewundere: Den Leiter unseres Lauftreffs, der mit Anfang Fünfzig seinen ersten Ironman bestritt. Die Jungs vom Team Hoyt, da heule ich jedesmal, wenn ich das Video sehe. Ich bewundere vor allem Leute, die ihren Zugang zum Sport über alle Widerstände hinweg (Behinderung, Krankheit etc.) schaffen. Dann frage ich mich immer, worüber ich überhaupt die ganze Zeit meckere.

sportinsider: Das für Dich bewegendste Ereignis der jüngeren Geschichte?

Marc Bischoff: Der Tod von Michael Jackson. Nein. War nur Spaß. Der Fall der Berliner Mauer natürlich. Oder der Tag, an dem die DVD „Robby, Tobby und das Fliewatüüt“ im Haushalt der Laufsau eintraf? Hach, ich kann mich nicht entscheiden…

sportinsider: Welche Sportart würdest Du gerne besser können?

Marc Bischoff: Schach (gilt das?)

sportinsider: Bei welchem sportlichen Großereignis wärst Du gerne als Zuschauer dabei gewesen?

Marc Bischoff: Ich bin nicht so begabt im „Sport-Zuschauen“. Das langweilt mich immer schnell. Vielleicht am ehesten beim Finale des Schlammcatchens der Frauen.

sportinsider: Dein größtes Erfolgserlebnis im Sport?

Marc Bischoff: Zieleinlauf Köln Marathon 2008. Ganz klar.

sportinsider: Welche Macke hast Du beim Laufen?

Mar Bischoff: Ich atme manchmal rhythmisch, zähle mit. „Einsundzweiunddreiundvier – pffffffht“

sportinsider: Bist Du Warm- oder Kaltduscher?

Marc Bischoff: Warm. Immer warm. Ich hab mal kalt probiert. Hat mir nicht gefallen…

sportinsider: Wie sieht der perfekte Lauftag aus?

Mar Bischoff: Es ist warm, aber nicht heiß. Ich laufe am späten Vormittag ca. eine Stunde, oder etwas mehr. Ich weiß nach 10 Minuten, das es super wird. Ich höre Imogen Heap auf dem mp3-Spieler. Ich begegne auf der Strecke jungen, hübschen Frauen mit blonden Haaren. Sie grüßen mich zurück. Ich drehe mich um und sehe ihnen nach. Ich laufe gegen einen Laternenpfahl. Aber ich spüre nichts.

sportinsider: Welche Sportart ist für Dich überflüssig?

Marc Bischoff: Handy-Weitwurf. Minigolf. Formel-1.

sportinsider: Mit welchem Sportler/in würdest Du gerne einen Tag tauschen?

Marc Bischoff: Michael Schumacher. Oder Andre Agassi. Gerade erst 40 und schon in Rente.

sportinsider: Die nächsten sportlichen Laufziele sind in Sicht. St. Pölten ist geplant. Begleitet Dich Deine Frau?

Marc Bischoff: Naja, St. Pölten. Also meinen englischen Kollegen ist irgendwann aufgefallen, dass das in Österreich liegt und man von der Grafschaft Surrey nicht so gut mit dem Auto dahin kommt. Das es teuer werden könnte. Und lange dauern würde. Also im Moment sieht es wohl doch wieder so aus, als ob die Laufsau nach good old england muss. Aber dann kommt die Gattin natürlich mit, und Söhne #1 und #2 ebenfalls.

sportinsider: Auf wie viel Liebe stößt Deine Laufpassion bei Deiner Familie?

Marc Bischoff: Die sind alle voll dabei. Ohne die familiäre Unterstützung ginge es gar nicht. Sohn#2 fragt immer, wenn er mich in Laufklamotten sieht: „Papa, wo bist du hinnedschoggt?“. Dann will er es aber ganz genau wissen.

Marc Bischoff ist Familienvater, Läufer, Buchautor und Spiritus Rector des Blogs laufdusau.

Ich bedanke mich bei Marc Bischoff für das Interview.

Laufen – etwas für Einzelgänger?

Der spätere Sieger

 © Norbert Schmitz: Pixelio

Alan Sillitoe schrieb einst einen Roman über die Einsamkeit des Laufens. Heute gibt es Volksläufe oder Marathons in namhaften Städten mit teilweise fünfstelligen Teilnehmerzahlen. Auch ich selber habe gerne an Volksläufen mit riesiger Menschenschaar am Start und Ziel teilgenommen.

Im Training laufe ich jedoch am liebsten mit meiner Liebsten oder alleine. Der Kopf wird frei. Die Nasenflügel saugen die pure Natur ein. Das grün entspannt die Augen. Vögelgezwitschere ist Musik in meinen Ohren. Natürlich ist auch manchmal der Schweinehund dabei. Vor dem Laufen. Oder mitten drin im Lauf. Dann gilt es ihn zum verstummen zu bringen.

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly ist auch ein bekennender Jogger. Beim Interview im Post-SV Magazin gab er unlängst folgendes Statement ab:

,,Ich laufe aus ganz persönlichen Gründen – also nicht um Wettbewerbe zu gewinnen oder mit besonders edlen Muskelpaketen protzen zu können. Es ist schlicht die Bewegung als Gegensatz zum überwiegenden Sitzen im Dienstbetrieb. Und es ist vielleicht auch die Bewegung, die dann die eine oder andere Sünde beim Essen und Trinken erlaubt, ohne dass man die klassische bayerische Bürgermeister-Figur annimmt.“  

Laufen hat sich als Volkssport etabliert. Für die Fortbewegung auf den eigenen Beinen brauchen wir keine Spezial-Geräte und keine exklusiven Sportanlagen. Vierstellige Mitgliedsbeiträge oder Aufnahmesperren sind uns Läufern fremd. Was zählt ist die eigene Lauflust.  Ab bestimmten Strecken natürlich auch der Wille sich zu quälen.

Mir persönlich gefallen ja immer sehr die Ausführungen der Laufsau Marc Bischoff  zum Schmerz, Leid und Lust beim Laufen. Wer ein paar Kostproben seiner feinen Texte lesen will schaut einfach bei ihm im Blog vorbei. Eine ganz spitze Feder.

Marc Bischoff läuft und läuft und läuft

Es gibt eine Reihe von langweiligen Laufautoren, ganz sicher gehört Marc Bischoff nicht dazu. Das Blog Lauf Du Sau ! ist gespickt mit textlichen Feinheiten und motiviert auch den letzten Couchpoteto die TV-Fernbedienung gegen Laufschuhe einzutauschen. Oder auch nicht.

Ein amüsanter Streifzug durch die Texte der Laufsau.

„Nun habe ich die Wahl: barfuß, mit den ollen Teva-Sandalen, die eigentlich nur noch durch diverse Lagen Pattex zusammengehalten werden, oder in MBTs. Ich entscheide mich für die Gesundheitsvariante.“

Die MBT Schuhe gibt es nicht für den Nulltarif.

„Wenn man 250 Euro sparen, und seinem ortsansässigen Orthopädiekettenoligarchen die monatliche Leasingrate für seinen neuen Panamera nicht gönnen will, kann man das MBT Feeling auch einfacher haben: man wickle sich zwei Wolldecken um die Füße, die man vorher in reichlich Wasser eingelegt hat. Dämpfung und Gewicht sind etwa gleich, aber die Kosten betragen nur einen Bruchteil. „

Für alle Leser die sich mit Autos nicht so gut auskennen. Panamera ist ein PKW aus dem Hause Porsche. Nein verlinken mag ich jetzt nicht. Die Laufsau Marc Bischoff machte kürzlich Urlaub auf einem Campingplatz in Italien. Natürlich gut organisiert und vorbereitet.

„Wir nennen sie nur die NASA Checkliste. Dieses fünfseitige Pamphlet ist der vorläufige Höhepunkt der Rekreationismusforschung, der Wissenschaft vom Urlaub machen. Es ist quasi unmöglich, einen sinnvollen Urlaub ohne diese Liste zu planen, die alle Dinge aufführt, die die Laufsau auf den Campingplatz nach Norditalien mitnehmen muss. Gattin und Kinder ausgenommen.“

Nach etwas längerer Anfahrt mit dem Auto dämmerte es der Laufsau. Die NASA Checkliste hatte offensichtlich eine Lücke. Ein Test für jede Ehe.

“ Eine Vollbremsung bei Kilometer 3,5 im Katschbergtunnel und einen Blick in den Sportsack später bestätigte sich meine düstere Vorahnung. Ich hatte nicht. Ich weckte die Gattin.
„Houston, wir haben ein Problem.“

„Mein Vorschlag, nach 340 Kilometern umzudrehen, wurde mit einem Blick quittiert, bei dem sich Mel Gibson in Braveheart in die Hose geschissen hätte. Wenn ich wollte, meinte die Gattin, konnte ich die nächsten zwei Wochen mit Flip-Flops trainieren.“

Inzwischen ist Marc Bischoff nebst Gattin und seinen zwei Söhnen wieder frisch aus dem Urlaub zurück. Natürlich ist die Laufsau auch mit neuster Technik ausgestattet.

Laufcomputer sind ja das beste Beispiel dafür, dass man sich mit neuen Besitztümern die gleiche Menge an neuen Problemen und Zeitverschwendern ins Haus holt, die einen früher nie kümmerten.“

„Gehe wieder mal auf die Gummibahn im Ludwig-Jahn-Stadion und drehe so lange 400m-Runden, bis die Maschine am Handgelenk tatsächlich 400m anzeigt. Und nicht 460, wie heute mittag. „

Die Laufsau hat die Läufer in verschiedene Kategorien eingeteilt. Hinten-Läufer sind eine davon:

„Da gibt es zum Beispiel die Hinten-Läufer, die ich so nenne, weil sie – eben: hinter mir laufen. Man hört sie kommen und am Rhythmus der Schuhe, die auf den Boden prallen, spürt man gleich, zu welcher Unterkategorie sie gehören. Mitglieder der Unterkategorie Hinten-Überholer sind Feinde. Sie sind offensichtlich schneller, fitter, toller als ich. Womöglich haben sie auch noch eine jüngere Frau, zahlreichere Kinder und ein dickeres Auto.“

Dieser kleine Auszug soll für heute genügen. 

Lust aufs Laufen bekommen ?