Jens Weinreich geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport?

Langsam wird das Wetter wieder besser. Bayern München hat sich nicht den optimalen Zeitpunkt für das feiern vom Triple in der bayerischen Landeshauptstadt ausgesucht. Kein Kaiserwetter wie bei der WM 2006 mit Bundestrainer Klinsmann. Kein meteorologischer Schmusekurs wie einst bei der emotionalen Balkonfete mit Louis van Gaal im Jahr 2010. Während in Deutschland die letzten Tage teilweise bindfadenartige Regenfälle und Kälte auch einer Segelregatta am Bodensee zu schaffen machte, gibt es interessanten Lesestoff aus St. Petersburg. Jens Weinreich hat eine journalistische Schwerstarbeit hingelegt und powert vom Sportaccord-Kongress auf seinem Kultblog.

Der beharrliche und konsequente Grimme Online Award Preisträger von 2009 geht der Frage nach: Wer regiert den Weltsport? Teil 1: Wladimir Putin, Marius Vizer und Scheich Ahmad  Al-Sabah. Jens Weinreich hat die Geschichte um Macht, monetäre Zuteilungen, ringen um die olympische Sportart Ringen, prognostizierte und dann auch eintreffende Wahlergebnisse, Umarmungen der speziellen Art und noch viel mehr geschickt aufgedröselt. Er packt all die Namen und Verbindungen in eine atemberaubende Bildgeschichte. In Deutschland können dies nicht sehr viele. In dieser Komplexität, der hartnäckigen Berichterstattung und schonungslosen Offenlegung der Funktionärswelt auf dem Gebiet des Sports ist Jens Weinreich vielleicht sogar mit einem Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ausgestattet.

Chess Tigers on Tour mit dem Potenzial zum Kultblog

Lauter gute Nachrichten vom Schach.

Nein, nicht vom zögerlich in die eröffnung kommenden Peer Steinbrück. Über seine Strategie reden wir ein andermal.

Das Grenke Classic Baden-Baden habe ich vor einigen Tagen bereits lobend erwähnt.

Eric van Reem legt nach seinem Kultblog Mate in Moscow einen weiteren Schachblog auf.

Schachfrerunde können jetzt bereits gespannt sein auf die unglaubliche Power, Kreativität, bildliche Begleitung (Stichwort hierzu – das Reportoire an unglaublich vielen Fotos von Schachgroßmeistern), Originalität von Chess Tigers on Tour.

Meine Vorfreude ist riesig.

Eric van Reem, stellvertretender Vorsitzender der Chess Tigers, hatte voriges Jahr in Moskau bei der WM bewiesen wie groß sein Talent zum bloggen ist.

Man spürt förmlich seine Begeisterung.

Er bestreitet auch unkonventionelle Wege.

Auch ein Blick jenseits des Schachbretts spiegelt sich in seinen Aufnahmen (siehe Moskau) wieder.

Viel Erfolg und die nötige Ausdauer, Leidenschaft sowie stets gute Ideen wünsche ich Chess Tigers on Tour.

Der meinungsstarke Starblogger Andrew Sullivan fasste einst in seinem Werk  Warum ich blogge auf Seite 104 seine Sicht der Dinge prägnant zusammen:

,,Ein Reporter kann warten- muss warten-, bis alle Informanten die Ergebnisse seiner Recherche bestätigt haben. Ein Romanautor kann Monate oder Jahre verbringen, bevor er der Welt seine Wörter vorlegt.

Für Blogger ist immer heute der Abgabetermin.

Bloggen verhält sich deshalb zum Schreiben wie Extremsportarten zu Leichtathletik: mehr Freistil, unfallgefährdeter, weniger regelgebunden, lebendiger. Bloggen bedeutet in vielerlei Hinsicht laut herauszuschreiben.“

Was macht eigentlich Stefan Nestler?

Er bloggt. Er bloggt auch in der Höhe. Er bloggt unaufhörlich. Dabei erklimmt er Meter für Meter den Berg. Power-Blogger und Bergsteiger Stefan Nestler setzt Signale. Auf seinem Kultblog Abenteuer Sport lässt er uns Zivilisten in der gemütlichen Bundesrepublik mitlesen und fiebern. Vor dem Finale wurde es nochmal so richtig ungemütlich:

,,In der vergangenen Nacht dachte ich ernsthaft, die Expedition sei gelaufen. Ein Sturm schüttelte die Zelte heftig. Es schneite. Graupel gelangte ins Zeltinnere. Ich wälzte mich von einer Seite auf die Andere und schlief kaum. Als der Morgen graute, war fast alles vergessen. Etwa 20 Zentimeter Neuschnee lagen auf den Hängen. Der Himmel war wolkenlos. Die Aussicht von Lager 2 atemberaubend.“

Mittlerweile hat Stefan Nestler mit den anderen Teilnehmern der Expedition Lager  3 auf 6560 Metern erreicht. Am morgigen Tag soll es gelingen, Zeitdruck ist ob des angekündigten Schneefalls ebenfalls da. Bis 10.00 Uhr soll der Gipfel erklommen werden. Es dürfen die Daumen gedrückt werden.