Schachspieler für Studie gesucht

Die über 70-Jährigen drängen in das Licht der Öffentlichkeit. Während in Berlin Personalien wie Otto Rehagel oder Joachim Gauck die Medien auf Trab halten, kommen neue Nachrichten in Sachen Schach aus der Bankenmetropole Deutschlands. Die Goethe Universität Frankfurt am Main sucht Schachspieler für eine Studie. Chesstigers leitet den Text für alle Interessenten mit schachlichen Hintergrund folgendermaßen ein:

,,Sind Sie einer jener Schachspieler, die während einer Partie alles um sich herum vergessen, völlig in die Stellung eintauchen – sich also dem „Flow“ hingeben können? Dann sind Sie – unabhängig von Ihrer Spielstärke – der perfekte Proband für die Studie der Goethe Universität in Frankfurt am Main, in welcher dieses Phänomen und seine Wirkung auf den Menschen ergründet werden soll.“

Jetzt will ich aber auch alle aktuellen Schachgroßmeister Deutschlands nach Frankfurt am Main fahren sehen. Vielleicht nehmen auch Peer Steinbrück, Helmut Schmidt oder Karl-Theodor zu Guttenberg an der Studie teil. Alle drei Schachamateure sorgten ja im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Am Bodensee gibt es in den Buchhandlungen noch das Buch der beiden SPD-Genossen mit dem Titelbild vom falsch aufgestellten Schachbrett. Kann ja selbst in den besten Kreisen passieren.

Kann der designierte neue Bundespräsident Gauck eigentlich Schach spielen?

Basketballfan Wulff in Bedrängnis

Herr Wulff spielt mit seiner Frau und Sicherheitsbeamten voller Freude Basketball in einer Halle. Bettina Wulff gab dies kürzlich im Interview mit Zeit Online zum Besten. Eventuell bleibt momentan etwas weniger Zeit für das Spiel übrig. Andere Themen dürften auf der Tagesordnung stehen.

Manchmal provozieren aktuelle Umstände einen Rückblick auf vergangene Texte. Am 5. Oktober 2010 titelte ich hier im Blog Die Ernte der WM: Bundesverdienstkreuz für Übungsleiter Löw oder die Nähe von Wulff zum Fußball. Den Text leite ich mit folgenden Worten ein:

,,Nein, seine Wahl knallte nicht durch die Decke wie der DAX im Bullenmarkt. Im Gegenteil. Die Präsidentenkür dauerte länger wie erwartet. Das CDU-Mitglied Christian Wulff benötigte sagenhafte 3 Wahlgänge.“

Vielleicht steht ja in Kürze eine erneute Wahl an. Fußballfreundin Angela Merkel sprach ja einst Schachspieler Karl-Theodor zu Guttenberg ihr vollstes Vertrauen aus. Selbiges intensive ausgesprochene Urvertrauen erlebte jetzt auch Basketballfan Christian Wulff. Don Alphonso schreibt auf seinem Blog Stützen der Gesellschaft in der FAZ Wie man Wulffe zähmt und ist wie immer brillant in seiner Analyse.

Scheibchenweise scheint sich die Sache mit dem Kredit zum Störfall ersten Grades zu entwickeln. Salamitaktik hin oder her. Die Geschichte nimmt seinen Lauf.

Die Flut der Bücher

Deutschland scheint ein Leseland zu sein. Erst powert der Autor mit der Buchbinde Kapitänsbinde sein Erstlingswerk in den Markt. Okay, einige ehemalige Trainer wie Rudi Völler oder Felix Magath waren ob einiger Textpässe in den tiefen Raum nicht so euphorisch. Dann kam der Auftritt der Schachamateure und SPD-Genossen Peer Steinbrück und Helmut Schmidt. Mit ihnen alle Schwierigkeiten am falsch aufgestellten Schachbrett. Doch das Buch verkauft sich wohl wie geschnitten Brot.

Politiker und Schach ist ja oft ein paar Schuhe. Das königliche Spiel verleiht Image, strahlt über die 64 Felder hinaus, es weht ein Hauch von besonderer Intelligenz und der Fähigkeit zum Denken. Karl-Theodor zu Guttenberg kann auch Schach titelte ich hier im Blog am 26. Oktober 2010. Da war die Welt für ihn noch in Ordnung. Er hatte ein Ministeramt inne und hielt Reden. Jetzt hat auch er ein Buch auf den Markt gegeben. Es verkauft sich wohl noch besser wie geschnitten Brot. Die Buchhändler kommen laut einem Stimmungsbericht von Antenne Bayern im Freistaat kaum mit der Auslieferung nach. Vorerst nicht gescheitert: Die Verkaufszahlen. Das Timing des Marketing und die Begleitmusik waren wohl sehr verkaufsfördernd. Warum habe ich eigentlich noch kein Exemplar von ihm in  meinem Bücherregal?

Stammleser wissen von meinem Faible für Bergsteiger Sefan Nestler. Auf seinem Blog hat er sich den Bildband Expeditionen – Extremklettern am Ende der Welt von Stefan Glowacz zu Gemüte gezogen. Ein Auszug der Rezension von Stefan Nestler:

,,Schon die erste Reportage über eine Expedition 1995 zum Mount Harrison Smith zog mich in ihren Bann. Eindrucksvoll belegen die Bilder, dass sich Stefan Glowacz und seine Mitstreiter wirklich gequält haben, um zu dem Berg und wieder zurück zu gelangen. Sie hatten, um Gewicht zu sparen, die Lebensmittel so sehr reduziert, dass sie für die letzten vier Tage gerade noch vier kleine Stückchen Schokolade pro Nase übrig hatten. Die ausgemergelten Gesichter der hungrigen Abenteurer, die am Zielort auf ihre Beute im Tante-Emma-Laden starren, sprechen Bände.“

Stefan Glowacz habe ich unlängst bei Stefan Raab auf der Couch erlebt. Extrem cooler Typ. Daumen hoch. Er plauderte gelassen mit WOK-Weltmeister und Entertainer Stefan Raab. Da ist man gar nicht versucht per Fernbedienung zum nächsten Sender zu hüpfen. Heute Abend wird aber gelesen. Bei der Fülle an Büchern auf dem deutschen Markt will ich nicht zum sozialen Außenseiter mutieren.   

Karl-Theodor zu Guttenberg kann auch Schach

Die Klitschkos können es. Felix Magath kann es. Karl-Theodor zu Guttenberg kann es auch. Die Rede ist vom Schach, jenem strategischen Königsspiel auf 64 Feldern. Die Welt Online titelt Schach: Die Guttenbergs spielen nur mit weißen Figuren und bringt ein historisches Familienfoto von Vater und Sohn beim Schachmatch.

,,Alle Figuren auf dem sehr schönen, mutmaßlich über viele Generationen weitervererbten Schachbrett sind – weiß. Zwar stehen auf dem Fensterbrett fünf schwarze Elefanten, aber die zählen nicht, selbst der kleinste der fünf Elefanten ist zu groß für das Schachbrett. Nur weiße Figuren also, keine schwarzen, so genau man auch hinschaut, wie sehr man das Foto auch absucht, und damit verbunden einmal mehr die Frage: Wie schaffen das die Guttenbergs? Ist denen normales Schach zu einfach?“

Der Hat-Tip geht an Georgios Souleidis vom Entwicklungsvorsprung.

Benjamin von Stuckrad-Barre ist ein wirklich lesenswerter Text zum Familienfoto der Guttenbergschen Schachpartie gelungen.