Lasse Viren, Richard Ringer und der Tagesablauf eines Trainingslagers von Eishockey-Cracks in Südtirol

Guten Morgen.

Wer schon immer mal wissen wolle wie so ein Trainingslager von Eishockey-Cracks in der Taktung eines Tages abläuft, bekommt heute hier noch Antwort. Etwas Geduld bis zur Sport Mixed Zone Bodensee. Dann lüften wir das Geheimnis.

Nein, es war gestern nicht der Tag von Richard Ringer vom VfB LC Friedrichshafen bei der Leichtathletik WM in London. Im Vorlauf über 5.000 Meter schied er aus.

Lasse Viren: Die Sache mit den roten Blutkörperchen

Ja, ich kenne noch die Zeiten, da ist über 5.000 Meter in der Leichathletik ein Europäer souverän zu Titeln gelaufen. 1976 verfolgte ich intensiv die Olympischen Sommerspiele in Montreal. Ein Polizist aus dem finnischen Myrskila reiste da als Doppelolympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter an. Lasse Viren hatte sich 1972 in München die beiden Goldmedaillen erlaufen. Monate vor dem Beginn  der Spiele 1976 in Montral gab es jedoch auch eine Formschwäche des Läufers aus Finnland. Doch er steuerte im Winter und Frühjahr dagegen. Im Buch über die XXI. Olympischen Spiele mit dem Titel Montreal 1976 von Heide Rosendahl, der Olympiasiegerin von 1972 im Weitsprung und über 4 x 100 Meter, im Corvus Verlag erschienen, wird dies auf Seite 30 dargelegt.

,,Im letzten Winter flog er nach Kolumbien und im Frühjahr nach Kenia, um im Höhentraining frischen Sauerstoff zu tanken. Beim Leistungstraining in Höhen ab 1800 Metern produziert der Körper zum Ausgleich mehr rote Blutkörperchen, weil in Höhenlagen die Luft dünner ist. Die Blutkörperchen sorgen für den Transport des Sauerstoffs zu den Muskeln. Größere Belastbarkeit und Ausdauer sind die Folge.“

Die Ausführungen im Buch Montral 1976 gehen dann weiter und lesen sich so:

,,Angeblich hat sich Lasse Viren einen Teil dieses Blutes auf der Höhe seiner Trainingsform abzapfen lassen, um dann kurz vor den Wettkämpfen von Montreal durch einen Bluttausch den Zustand verbesserter Leistungsfähigkeit zu erreichen. Wissenschaftler haben getestet, daß auf diese Art Langstreckler ihre Leistungen bis zu 15% steigern können.“

Der Polizist und München 1972 Doppelolympiasieger Lasse Viren gewann dann auch in Montreal die Strecken über 5.000 und 10.000 Meter und belegte einen bemerkenswerten 5. Platz beim Marathon hinter Olympiasieger Waldemar Cierpinski aus der DDR, Frank Shorter aus den USA, dem Belgier Karel Lismont und Donald Kardong aus den USA.

Noch ein paar Worte zur 5.000 Meter Disziplin. Lasse Viren gewann in Montreal 1976 in der Siegerzeit von 13:24,8 Minuten. Auf Platz zwei kam der Neuseeländer Dick Quax mit einer Laufzeit von 13:25,2.  Aus der BRD sicherte sich im dramatischen Finish Klaus-Peter Hildenbrand mit einem spektakulären Hechtsprung ins Ziel eine Medaille und fing den vor ihm liegenden Rod Dixon aus Neuseeland noch ab. Bronzemedaillengewinner Hildenbrand konnte auf eine Zeit von 13:25,4 verweisen. Beim viertplatzierte Dixon blieb die Uhr bei 13:25,5 stehen. Den 5. Platz erlief sich Brendan Forster aus Großbritannien mit einer Laufzeit von 13:26,2. Auf Rang 6 liegt Willy Polleunis aus Belgien mit 13:27,0 Minuten ein.

,,Der Tod des Glücks ist der Vergleich“

Dies sagt der deutsche Managementtrainer Dr. Reinhard K. Sprenger auf einer seiner CDs und in seinen Seminaren, Doch ich will mich nicht um die Zeit von Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) beim gestrigen Vorlauf bei der Weltmeisterschaft in London drücken. Richard Ringer lief 13:36,8 und kam als 17. ins Ziel. Das war leider das Aus. Für Schlagzeilen sorgte der Läufer vom Bodensee hinterher. Seine Kritik an den Hygieneverhältnissen im Hotel war deutlich. Sport1 titelt Ringer: Toilette selber putzen.

Doping und Hajo Seppelt Berichterstattung in der ARD

So weit heute die Leichtathletik. Doch noch ein letztes Wort zu einer unappetitlichen Thematik. Doping. Bullshit Doping. Hajo Seppelt hatte ja vor der WM mit seinem Doping Bericht den Partycrasher gegeben. In seiner 30-minütigen Doku Geheimsache Doping: Wie Afrikas Sporthelden verkauft werden, vor dem Beginn der Leichtathletik-WM in der ARD am 3. August 2017 gesendet, war man geneigt sich abzuwenden von dem Sport um Laufzeiten, Startprämien, Leistungssteigernden Substanzen, Verstrickungen mit dubiosen Hintermännern sowie einer brutalen Ausbeutung afrikanischer Läufer. Wer mehr erfahren will, folgt dem Twitter-Account vom sich über Jahre in die Thematik hineingewühlten Journalisten. Diese Recherchen sind nicht immer leicht oder ungefährlich. Andererseits platziert die ARD solche Themen immer sehr weit außerhalb der Primetime. Wer mag schon ernsthaft sein Hochglanzprodukt permanent durch Doping Filme und Hintergrundberichte über skandalöse Zustände in der Industriebranche Sport beschädigen?

Ich würde mir auch Daniel Drepper, Jonathan Sachse oder Jens Weinreich mit kritischen Hintergrundberichten zum Profisport im durch Zwangsgebühren alimentierten TV vorstellen können. Und weniger KMH oder hochgejazzte Supercupspaßveranstaltungen. So ganz nebenbei warte ich natürlich auch noch auf eine Lieferung: Wann liefert Hajo Seppelt den 2. Teil der  Mark Bonar Geschichte?

Schwenk zur schnellsten Mannschaftssportart der Welt.

Eingangs bat ich um etwas Geduld für alle, die die Taktung eines Trainingslagertages von Eishockey-Cracks chronologisch erzählt bekommen wollen.

Sport Mixed Zone Bodensee

Eishockey: Wer schon immer mal wissen wollte, wie denn so ein Trainingslager in Südtirol für ein DEL2 Team aussieht, dem sei die chronologische Erzählung eines Tagesablaufs der Ravensburg Towerstars durch Frank Enderle an die Hand gegeben. +++ Handball: Sie ist schon über eine Woche durch, doch Stammleser wissen meine Art zu schätzen, nicht jeder Breaking News sofort hektisch nachzuhecheln. Die HSG Konstanz hat selbstverständlich auch zur U-21 Handballweltmeisterschaft nach Algerien geschaut. Ihr talentierter Torwart Stefan Hanemann war dabei. HSG Pressesprecher Andreas Joas nahm sich nach der Rückkehr der Sache in einem Artikel auf der Vereinswebseite gewohnt solide und einfühlsam an. Unter dem Titel Nach ,,Schlag ins Gesicht“ bei WM: Stefan Hanemann froh über ,,größte Ehre für Deutschland spielen zu dürfen“ leitet Handballexperte Andreas Joas seinen Text mit folgenden Worten ein: ,,Sieben Spiele, sieben souveräne Siege, Halbfinale. Alles war perfekt gelaufen für Stefan Hanemann von der HSG Konstanz und die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Algerien. Dann kamen zwei unglückliche Niederlagen gegen Europameister Spanien im Halbfinale und Weltmeister Frankreich im Spiel um Platz drei. Nach dem undankbaren vierten Platz und zwei Tagen zurück in der Heimat sagt Stefan Hanemann, es gehe ihm mittlerweile wieder „ganz okay.“ Doch die Enttäuschung sitzt tief.“ +++ Leichtathletik: Der 3-Länder Marathon am Bodensee mit Start in Lindau, Zwischenstation in St. Margrethen und Zieleinlauf in Bregenz am 8. Oktober 2017 wirft seine Schatten voraus. Rennleiter Günter Ernst bietet einen Trainingslauf und eine Streckenbesichtigung an. Die Teilnahme ist kostenlos.  Für Laufinteressierte stehen wahlweise die zweite Hälfte des Skinfit-Halbmarathons (10,5 km) oder 2/3 der Marathon-Strecke (31 km) ab Bregenz zur Verfügung. Geplanter gemeinsamer Start ist der Sonntag, dem 27. August 2017 um 8.00 Uhr. Treffpunkt ist direkt beim Casino-Stadion in Bregenz – also beim Ziel der 11. Ausgabe des 3-Länder-Marathon am Bodensee. Zur Anmeldung bis zum 24. August 2017 geht es hier entlang.

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Reblog: Ein paar Worte zu Hajo Seppelt. Derweil geht der Playoff-Wahnsinn weiter.

Sie waren auf einem Höllentrip. Ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit, etwaig besorgte Mütter oder das sorgenvolle Gesicht ihres Sachbearbeiters der örtlichen Krankenkasse. Die Rede ist vom promovierten Sportjournalisten Raoul Duke und seinem Spezi, dem unkonventionellen Rechtsanwalt Dr. Gonzo. Sie lassen es krachen. Doping? Was ist das? Duke und Dr. Gonzo hatten sich auf den Weg gemacht. Ziel war das  Offroad-Rennen Mint 400 in der Wüste bei Las Vegas. Sportjournalist Raoul Duke hatte einen Auftrag für ein Magazin. Aufgabe war die Berichterstattung über das Rennen. Auf dem Weg nach Las Vegas lassen Duke und Dr. Gonzo nichts aus. Ihr Drogenrausch wird im Film Fear and Loathing in Las Vegas von Regisseur Terry Gilliam so geschildert.

„Wir hatten zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Mescalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, ’nen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher … sowie ’nen Liter Tequila, ’ne Flasche Rum, ’ne Kiste Bier, ’nen halben Liter Ether und zwei Dutzend Poppers. Nicht, dass wir das alles für unseren Trip brauchten, aber wenn man sich erst mal vorgenommen hat, ’ne ernsthafte Drogen-Sammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden.“

Sportjournalist Raoul Duke wurde in dem 1998 herausgekommenen Film, dessen Drehbuch auf  dem Roman Angst und Schrecken in Las Vegas von Hunter S. Thompson basiert, von Johnny Depp gespielt. Seinen Begleiter Dr. Gonzo spielte Benicio del Toro. Verlassen wir an dieser Stelle den Kinosaal. Duke und Dr. Gonzo haben mit ihrem gemieteten Chevrolet Impala Cabriolet noch ein paar Fahrkilometer vor sich.

Schwenken wir zum brutalen Thema Doping im Hochleistungssport. Bullshit. Da gibt es keine zwei Meinungen. In Deutschland ist die Schar der Sportjournalisten, die sich dem Thema Doping kontinuierlich widmen, doch sehr überschaubar. Hajo Seppelt ist einer von ihnen. Blicken wir in mein Blogarchiv. Und legen los.

Reblog: [vom 6. April 2016] 

Ein paar Worte zu Hajo Seppelt. Derweil geht der Playoff-Wahnsinn weiter

Während die Promotion-Tour von Hajo Seppelt weitergeht, siehe das Spox Interview unter dem Titel „Man muss im Fußball recherchieren“ und bevor ich mich dem Sportgeschehen am Bodensee zuwende, generell ein paar Worte zur Doping-Berichterstattung in Deutschland. Ja, es gab sie, die Sternstunden des investigativen Journalismus. Erinnert sei an das Jahr 1998. Damals strahlte die ARD die Sendung Monitor mit dem unvergesslichen Moderator Klaus Bednarz aus. Seine Anmoderation zum Bericht von Wolfgang Bausch, Fred Kowasch und Jo Angerer über Doping im Radsport (Hier geht es zum Video des Originalfilmbeitrages bei Monitor) war ein Lehrbeipiel wie seriöser und kompetenter Journalismus in Sachen Doping-Berichterstattung aussehen kann.

Nein, ich habe nie den Ehrgeiz gehabt Deutschlands Nummer 1 in Sachen Doping-Berichterstattung zu werden. Mich 365 Tage am Stück, 24 Stunden mit den unappetitlichen Dingen der Industriebranche Profisport zu beschäftigen, wäre mir dann doch monothematisch zu eng.  Auch meine Leser haben ja schöne Interessen. Die Besucherströme zum Countdown des Schach-WM Kandidatenturniers in Moskau im März 2016  oder der Sport am Bodensee: Auf den Spuren von Brigitte Bardot, Sophia Loren, Sean Connery und Co. sprechen da eine deutliche Sprache. Der Mensch mag nicht immer nur im Doping-Müll wühlen, sich damit auseinandersetzen und eigenes Sehverhalten ständig kritisch zu hinterfragen. Das Leben ist schön. Es hat viele Facetten zu bieten.

Traveler Digital Camera

Foto:  © Michael Wiemer

Nichtsdestotrotz ist ernsthafte Auseinandersetzung von Journalisten mit dem Thema Doping wichtig. Siehe oben die Qualitätsarbeit bei Monitor im Jahr 1998. Später gab es dann eine Phase, wenn ich gefragt wurde, wer denn zuverlässig und seriös über Doping in Deutschland berichtet, dass ich die Namen Daniel Drepper, Jonathan Sachse und Jens Weinreich in die Runde warf. Sie hatten Drive, bedienten Blogs mit Texten, Quellen, interessanten Recherchen. Hajo Seppelt hatte ich zu jener Zeit nicht auf dem Notizzettel, wenngleich ich seine Arbeiten kannte. Hajo Seppelt war in den letzten Jahren fleißig. Im vorletzten Jahr dann seine Dokumentation „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht.“ sowie 2015 „Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik.“

Es hagelte Auszeichnungen. Zu Recht. Zwei seien an dieser Stelle erwähnt: 2016 gab es den Bud-Greenspan-Award der New York Television and Film Writers für die Dokumentationen „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“ und „Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik“ und 2015 die bemerkenswerten Siegerpreise beim ersten weltweiten Journalistenwettbewerb „Sports Media Pearl Award“ des Weltverbands der Sportjournalisten (AIPS) in Abu Dhabi in der Kategorie Video documentary für den Film „Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik“ und in der Kategorie Best investigative reporting.

Jetzt also am letzten Sonntag Hajo Seppelts neuestes Werk bei WDR sport inside mit dem Bericht über den Londoner Gynäkologen und Sportflüsterer Dr. Mark Bonar. Auch die ARD brachte ihn. Und Seppelt durfte auch in der Tagesschau sein Statement abgeben. Noch fehlen konkrete Namen. Seppelt im eingangs erwähnten Spox Interview:

,,Es sind im Rahmen der Aufnahmen mit der versteckten Kamera Namen genannt worden, bei denen es sich zum Teil um sehr bekannte Fußballer und Sportler handelt, die den meisten Fans weltweit bekannt sein dürften. Wir sind da sehr vorsichtig und werden keinen öffentlich anschwärzen, solange die Beweislage nicht eindeutig ist – und das ist sie in diesem Fall nicht. Es gibt Behauptungen eines Arztes, der offenkundig Dopingmittel verschreibt und sich in der Szene sehr gut auskennt. Ein anderer sagt, dass er Fußballer zu ihm geschickt hat. Die Indizienkette ist also schon sehr dicht. Doch das reicht aus unserer Sicht noch nicht aus, um Namen öffentlich zu nennen.“

Das lasse ich mal so stehen.

Wenden wir uns dem Sportgeschehen am Bodensee zu. Gestern Abend standen die Ravensburg Towerstars mit dem Rücken zur Wand. Der kanadische Coach Daniel Naud hatte die Oberschwaben jedoch gut eingestellt. Im DEL2 Playoff-Halbfinale gab es einen begeisternden 6:3 Sieg gegen das Eishockeyteam der Kassel Huskies. Damit steht es in der Best of Seven Serie 2:3. Nächstes Spiel am Freitag in Kassel.

Auch die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen sind im Playoff-Fieber. Sie schauen heute genau hin. Sollte erwartungsgemäß Erzrivale Berlin Recycling Volleys gegen CV Mitteldeutschland weiterkommen, geht es im Playoff-Halbfinale am 13. April gegen die United Volleys RheinMain, den Pokalschreck der Häfler. Der Vorverkauf für die Tickets ist bereits angelaufen. Die Geschäftsstelle in der Meistershofener Straße 25 in Friedrichshafen und der Onlineticketpartner reservix sind adäquate Adressen für alle Fans. Nein, Vital Heynen ist als neuer Trainer noch nicht offiziell verkündet. Alle warten gebannt nach der Dechiffrierung des Interviews von Vital Heynen mit der Schwäbischen Zeitung auf das Rauchzeichen.

Schwenk zum Segeln. Das Match Race Germany in Langenargen hatte im vergangenen Jahr den Sieger Tomislav Basic aus Kroatien gesehen. Er verwies den Schweizer Eric Monnin und den Dänen Joachim Aschenbrenner auf die Plätze. Die diesjährige Ausgabe ist bereits in Sicht. Der Countdown vermeldet: 35 Tage, 23 Stunden, 19 Minuten und 33 Sekunden. Das Segelevent ist vom 12. – 16. Mai 2016 terminiert.

Sport Mixed Zone Bodensee

Fußball: Der FC St. Gallen schmiert im Auswärtsspiel beim FC Zürich ab. Coach Joe Zinnbauer bedient: ,,Die Viererkette habe heute jedoch überhaupt nicht ins Spiel gefunden. Und auch die Kette davor nicht. Und auch nicht noch weiter vorne.“ +++ Niederlagenserie gestoppt: Der Fußball-Oberligist FV Ravensburg hatte zuletzt 4 Niederlagen am Stück einstecken müssen. Am Wochenende dann der Sieg beim FC Freiburg. Heute steht Pokal für die Ravensburger (Pokalfinalist im WFV-Pokal 2015) an. Sie spielen im WFV-Viertelfinale beim SSV Ulm 1846 im Donaustadion. +++ Befreiungsschlag: Das Fußballteam vom  SCR Altach stand die letzten Wochen im intensiven Abstiegskampf. Jetzt gelang mit dem 2:0 Heimsieg gegen Austria Wien ein Befreiungsschlag. Hier die statistischen Details und Trainerstimmen. +++ Handball: Österreichs Handballmeister Alpla HC Hard verliert im letzten Spiel im Oberen Playoff in Wien bei Fivers Margareten. Am Sonntagnachmittag in Gummersbach dann der Einsatz der Harder Handballspieler Dominik Schmid und Gerald Zeiner im Länderspiel Deutschland vs. Österreich. Der ehemalige Harder Spieler Robert Weber, zur Zeit in Diensten des SC Magdeburg, traf fünffach gegen Deutschland.

„Ach, der heißt wirklich Hajo Seppelt.“

Nein, bis zur Medienmarke ist es noch ein wenig Weg für Hajo Seppelt. Mir wurde dies erst kürzlich klar bei einem wunderschönen Spaziergang am Bodensee mit meiner Jahrhundertliebe.

Foto:  © Michael Wiemer

Wir hatten irgendwann das Thema des Beitrags von Hajo Seppelt bei sport inside auf dem WDR über den in pubertärer Art etwas angeberisch daher schwätzenden Frauenarzt Dr. Mark Bonar. Ich berichtete über meinen Eindruck von dem Kurzfilm bei frischer Seeluft. Beiläufig erwähnte ich, dass mir in der Filmsequenz von Hajo Seppelt konkrete Namen von dopenden Sportlern fehlen. Es sei so doch vieles vage. Zumal Dr. Bonar wirklich, ich wiederhole mich da gerne, im pubertären Stil angab mit der Zahl der britischen Leistungssportler die in seiner Praxis aufliefen und grenzwertig versorgt worden seien. Hajo Seppelt müsste da schon noch liefern, meinte ich entspannt. Meine Jahrhundertliebe spontan:

,,Ach, der heißt wirklich Hajo Seppelt.“

Sie weiß von meiner Angewohnheit, hin und wieder Kosenamen zu vergeben. Sie meinte, auch Hajo Seppelt hätte ich mit solch einem versehen. Nein, das Mitglied der ARD-Dopingredaktion heißt wirklich Hajo Seppelt. Man klärt ja gerne auf. Wir beide mussten schmunzeln. Am See ist es auch schwer verbissen zu werden oder sich zu streiten.

Foto:  © Michael Wiemer

Dabei ist Hajo Seppelt durchaus in den letzten Jahren in Sachen Doping-Berichterstattung in Deutschland an Jonathan Sachse, Daniel Drepper oder Jens Weinreich vorbeigezogen, wie einst Marco Pantani am Berg an seinen „hundsgewöhnlichen Proletariern“ (Copyrhight by Peter Sloterdijk der einst im Spiegel im Jahr 2008 im Interview unter dem Titel „Hundsgewöhnliche Proletarier“ über die Höllentour, die Profanität des Dopings, die zerstörerische Kraft dänischer Nihilisten und den Zauber der Tour de France plauderte).

Das Seppelt im Kampf um die Aufmerksamkeit und in der Frequenz in Sachen Doping-Berichterstattung gefühlt deutlich klar an Jonathan Sachse, Daniel Drepper und Jens Weinreich vorbeizog, ist auch ein Verdienst der ARD. Die ARD polstert die Doping-Redaktion finanziell aus, sorgt für flankierende Logistik bei Flügen nach London und bei der sich immer wieder als medienwirksam zeigenden Promotion-Tour der Vermarktung von Dopingbeiträgen. Seppelt braucht auch keine Crowdfunding Aktionen zu fahren um sich an die Arbeit zu machen. Hajo Seppelt war die letzten Jahre bienenfleißig und sammelte Auszeichnungen wie andere Panini Bilder oder AGON BigCards von Fußballlegenden. Er konzentrierte sich auf das Thema Doping, verzettelte sich nicht mit anderen Themen und meine Jahrhundertliebe weiß seit unserem neulichen Spaziergang am Bodensee auch Bescheid. Sein Name ist Hajo Seppelt. Fairerweise muss ich anfügen, als ich meine Jahrhundertliebe 2000 kennenlernte, fand sie Kahn nicht als Bezeichnung eines der weltbesten Torhüters zu seiner Zeit, sondern eher als Synonym für ein Ruderboot. Sie kommt aus einer Familie, die sich für die Übertragung von Sport im Fernsehen oder den Sportteil in der Zeitung wenig interessiert. Die Ausnahme ist da Motorsport. Fußball stand da eher auf dem Index. Oliver Kahn, wer bitte soll das sein?

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Foto:  © Michael Wiemer

Dabei ist für mich einer der Sternstunden der Doping-Berichterstattung in Deutschland immer noch der Monitor Beitrag aus dem Jahr 1998. In Ein paar Worte zu Hajo Seppelt. Derweil geht der Playoff Wahnsinn weiter merkte ich an:

,,Während die Promotion-Tour von Hajo Seppelt weitergeht, siehe das Spox Interview unter dem Titel „Man muss im Fußball recherchieren“ und bevor ich mich dem Sportgeschehen am Bodensee zuwende, generell ein paar Worte zur Doping-Berichterstattung in Deutschland. Ja, es gab sie, die Sternstunden des investigativen Journalismus. Erinnert sei an das Jahr 1998. Damals strahlte die ARD die Sendung Monitor mit dem unvergesslichen Moderator Klaus Bednarz aus. Seine Anmoderation zum Bericht von Wolfgang Bausch, Fred Kowasch und Jo Angerer über Doping im Radsport (Hier geht es zum Video des Originalfilmbeitrages bei Monitor) war ein Lehrbeipiel wie seriöser und kompetenter Journalismus in Sachen Doping-Berichterstattung aussehen kann.“

Klaus Bednarz hatte prägnante Worte vor dem Abspielen des investigativen Films von Wolfgang Bausch, Fred Kowasch und Jo Angerer vorangestellt.

,,Nun, wie angekündigt zu dem Thema, das spätestens seit der Tour de France die gesamte Sportwelt in Atem hält: Das Thema Doping. Und hier scheint es eine Art himmlisches Wunder zu geben. Alle dopen, nur die Deutschen nicht. Und das ausgerechnet im Zeitalter der Globalisierung. Die Italiener dopen. Die Franzosen dopen. Die Schweizer dopen. Die Belgier dopen. Die Briten … Nur die Deutschen Radsportler sind sauber. So jedenfalls stellen es die Deutschen Radsportfunktionäre dar. In Wirklichkeit wird auch im Deutschen Radsport gedopt bis sich die Lungen blähen und die Muskeln platzen. Und zwar nicht nur bei den Profis sondern auch bei den Amateuren und sogar bei Jugendfahrern. Ein Bericht von Wolfgang Bausch, Fred Kowasch und Jo Angerer.”

 Tief durchatmen.

Reblog: FIFA kürt in Zürich die Fußball-WM Ausrichter 2018 + 2022

Die FIFA. Immer wieder die FIFA. Jener überaus sympathische Männerbund mit dem schlagzeilenträchtigen Geschäftsgebaren. Der beharrliche Recherchejournalist und kritische Blogger Jens Weinreich titelt auf seinem Kultblog SPORTS AND POLITICS live aus Zürich: Götterdämmerung im Home of FIFA.  Einleitend merkt er an:

,,Moin moin. Und sie dreht sich noch, die Welt des Joseph Blatter. Noch. Doch seit gestern ist vieles anders. Dieser 27. Mai 2015 war ein historischer Tag. Seit gestern dürfen sich korrupte Funktionäre, und davon gibt es im Weltsport ja noch einige Tausendschaften mehr als jene 14, gegen die Anklage erhoben wird inklusive jener sieben, die im Baur au Lac verhaftet wurden, seit gestern dürfen sich diese Typen in der Schweiz nicht mehr sicher fühlen. Dazu habe ich ein wenig gedichtet, u.a. hier auf SpOn.

Ich denke, es ist völlig offen, ob am Freitag auf dem FIFA-Kongress gewählt wird.“

Gelegenheit für mich ins eigene Blogarchiv zu steigen und einen FIFA Text aus dem Jahr 2010 herauszuholen.

Reblog [vom 01. Dezember 2010]

FIFA kürt in Zürich die Fußball-WM Ausrichter 2018 + 2022

Dieser Tage steht Zürich allerorts im Mittelpunkt. Nachdem am Wochenende Schachweltmeister Viswanathan Anand in der Stadt gesichtet wurde und einen entspannten Eindruck machte, steht jetzt die Mischung von Funktionärspolitik und Fußball auf dem Programm. Die älteren Herren der FIFA küren die WM-Ausrichter für 2018 und 2022. Korruptionsvorwürfe hin oder her. Mich erinnern die Funktionäre und die Firma doch immer etwas an das Politbüro. Alte Männer, ihre eigenen Pfründe im Blick, eigener Moralkodex, fehlende Transparenz für das gemeine Volk und eine arteigene Arroganz der Macht .

Das Politbüro verlor übrigens nicht erst 1989. Auch nicht nach dem Amtsantritt von Gorbatschow. Die Niederlage der Genossen setzte bereits 1976 ein. Einem Liedermacher mit Gitarre gestatteten die Herren Honecker und Co. keine Wiedereinreise in die DDR. Wolf Biermann musste nach seinem Konzert in Köln draußen bleiben. Sein damaliges Statement nach der Ausbürgerung im November 1976 spricht Bände:

Doch zurück zur aktuellen Tagespolitik im Sport in Zürich. Journalist Jonathan Sachse gibt auf seinem Blog Hinweise für interessanten Lesestoff rund um die FIFA:

,,Wer top informiert werden will, der folgt den üblichen Verdächtigen (Jens Weinreich, Thomas Kistner, Francois Tanda, Andrew Jennings…), die wiederum über die üblichen Verdächtigen (Sepp Blatter, João Havelange, Ricardo Teixeira, Nicolás Léoz… ) diese Tage aus Zürich berichten werden. Insbesondere Jennings Beitrag in der Panorama-Sendung des BBC gehört in diesem Rahmen zur Pflichtlektüre.“

Diese Woche fing ja bereits mit exzessiven Sportbloggen an. Sidan war am Tag des El Clasico auf  El Fútbol   von 8.00 Uhr bis 23.55 imposante 15 Stunden und 55 Minuten im Einsatz. Okay, mit Unterbrechungen:

10:00 Damit geht es in die Pause. Die Uni ruft.

Zurück zur FIFA und ihren ehrenwerten Herren. Power-Blogger und Qualitätsjournalist Jens Weinreich hat ebenfalls die Maschine angeworfen und ist mit seinem Live-Blog aus Zürich hautnah dabei. Ihn werden die Funktionäre innerlich manchmal…

Am Anfang hatte ich die kleine Schachsequenz eingestreut. Natürlich gibt es auch beim Königlichen Spiel auf den 64 Feldern hinter den Kulissen die eine oder andere unschöne Geschichte in Sachen Korruption. Chess Vibes berichtet über Korruptionsvorwürfe gegenüber dem türkischen Schachverband.

Tour de France Scroll Dossier auf Zeit Online

Für alle Freunde und Gegner des harten Radsports sei auf das Scroll Dossier auf Zeit Online verwiesen. Philipp Katzer und Jonathan Sachse, beides engagierte freie Journalisten, haben im Zusammenspiel mit der Redaktion alles gegeben. Der Bogen wird von einem Hotelier über den Österreicher Kohl bis zu einem Investmentbanker schön gespannt und dargeboten. Philipp Katzer hat das Stück über den Investmentbanker Keith Tuffley geschrieben und dabei eine seiner spektakulärsten Autofahrten erlebt. Auf seinem Blog gibt er dies so wieder:

,,Am Sonntag haben wir Keith Tuffley, so heißt der Verrückte, auf seiner 11-stündigen Fahrt begleitet. Sind nur wenige Meter hinter ihm den steilen Anstieg zum Mont Ventoux hochgeklettert. Im Auto, selbstredend. Die zehntausenden Zuschauer standen bereits dicht gedrängt am Straßenrand. Feuerten an, schrien, fackelten Bengalos ab. Eine der denkwürdigsten Autofahrten meines Lebens.“

Hier am Bodensee geht es dafür etwas ruhiger in Sachen Rad zu. Traveler Digital CameraDabei ist der Ehrgeiz Gelb zu tragen bei dem einen oder anderen durchaus vorhanden.Traveler Digital CameraDie Tour de France gilt ja auch als Werbekarawane. Die Radsportler trugen einst Radtrikots mit den Schriften für Phonak, Gerolsteiner, Telekom oder Milram. Im Jahr 2013 ist Sky in. Hier am See werden die Räder diskret mit der jeweiligen Botschaft abgestellt.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraErmüdungserscheinungen oder brutalen Kräfteverschleiß wie bei der Tour de France wird hier am Bodensee mit entsprechenden Pausen entgegengewirkt. Ganz im Entspannungsmodus. Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraAuch die Tierwelt scheint relaxt und zufrieden zu sein.Traveler Digital CameraEs gibt hier am Bodensee auch keine Dopingkontrollen. Im oben erwähnten Dossier wird auch wieder auf die Möglichkeit einer Manipulation im Jahr 2013 verwiesen.

In Sachen Uli Hoeneß

Nein, es sind nicht wirklich viele gute Texte zur Personalie Uli Hoeneß und den monetären Problemen mit dem Konto in der Schweiz aufgelaufen. Sehr viel Empörungslyrik, stochern im Nebel angesichts der noch nicht bis ins Detail geklärten Sachlage, auffallend viele politische SPD-Stimmen die auf Moral machen. Dabei hat man sich in Sachen Honorarkönig oder dem schnellen Wechsel vom letzten SPD-Kanzler zum lockenden Geld der russischen Wirtschaft auffallend ruhig verhalten.

Immer schön hart aber fair

Auch Frau Schenk meint sich äußern zu müssen. Kürzlich unterlag sie Herrn Scharping bei der Wahl zur „präsidialen Führungsspitze“ (Copyright by Jonathan Sachse) beim Bund Deutscher Radfahrer. Auch Herr Leyendecker hat ein paar Zeilen zu Uli Hoeneß geschrieben. Dazu eine Menge aus dem Boden gestampfter Sendungen zum Thema. Andere Themen mussten weichen. Gestern Jauch. Heute Plasberg. Immer schön hart aber fair. Ein wenig moralisch entrüstet, ein wenig Dampfplauderei, ein wenig erhobener moralischer Zeigefinger. Immer mit Steigerungsmöglichkeiten der Empörung versehen. Die eingeladenen Gäste haben nicht wirklich viel erhellendes beizutragen. Zumindest gestern Abend in der Sendung nach dem Tatort. Gab es eigentlich schon einen ARD-Brennpunkt zur Personalie vom Europameister 1972 und Weltmeister von 1974? Einst legte der öffentlich-rechtliche Sender eine Klinsmann Entlassungs-Story Sondersendung auf. Immer im Dienste der Quote. Mir wird kalt. Welcher Moralapostel hat sich eigentlich noch nicht gemeldet? Zauderer bitte vortreten und die Stirn in Falten der moralischen Entrüstung legen.

Fragen auf dem Kultblog breitnigge zur Personalie Uli Hoeneß

Selbstverständlich hat sich Uli Hoeneß angreifbar gemacht. Oliver Schmidt – Spiritus Rector, Organisator, Bayern München Fan und Macher vom Kultblog breitnigge hat es in seinem reflektierten Text treffend in Form von Fragen auf den Punkt gebracht:

,,All das macht(e) mich wütend, Uli!

Warum hast Du all diesen Leuten, nach einer ebenso erfüllten wie erfolgreichen Karriere, nun diese Steilvorlage geliefert?

Warum – und gehen wir mal davon aus, dass all das wirklich stimmt – hast Du überhaupt ein Konto in der Schweiz?

Warum hast Du über all die Jahrzehnte Gott und die (Heuschrecken-)Welt so verteufelt, um dann anscheinend selbst verurteilungswürdige Handlungen durchzuführen?

Wusstest Du nicht, was Du da tatest? Gerade Du, der Macher? Hat sich blind auf seine (Steuer-)Berater verlassen?“

Kein Mensch geht perfekt durch das Leben. Immer den geraden Weg. Wer hat nicht selbst als Kind beim Nachbarn Kirschen gemopst? Die sahen einfach so verlockend aus. In der Schule bei Mathe einfach nach links zur Klassenbesten geschaut. Ein wenig geillert. Ihre Lösung übernommen. So geschickt, dass der Mathematiklehrer es nicht merkte. Beim ersten Autoverkauf des heißgeliebten Käfers die bekannten Schwächen dem Kaufinteressenten nicht unter die Nase gerieben. Bei der Probefahrt um den Wohnblock alle Vorzüge in goldenen Farben gepriesen.

Beckenbauer, Vettel, Schumacher und die Frage mit dem Wohnsitz

Auch ein Franz Beckenbauer hatte einst Schlagzeilen produziert. Nein, keine Anekdote aus dem Schrebergarten. Monetäre Momente. Bei Günther Jauch kamen doch gestern Abend wie von Zauberhand gelenkt die Namen Sebastian Vettel, Michael Schumacher und Franz Beckenbauer zur Sprache. Stichwort Wohnsitz. Das war der Zeitpunkt wo ich von der Couch aufstand. Vielleicht machen wir auch einfach zu viel Wind um Sendungen in der ARD. Eine vernünftige Berichtersattung vom Schach-WM Kandidatenturnier London 2013 kriegen sie jedenfalls noch nicht hin. Da ist schon die Bestückung vom Videotext problematisch.

Uli Hoeneß geht keinen leichten Zeiten entgegen. Gut , dass er twitter nicht als sein Lieblingsmedium in Gebrauch hat. Dort haben sich die Dinge teilweise in den letzten Tagen überschlagen. Da ist viel Häme mit dabei gewesen. Keine Frage, Uli Hoeneß hat immer gerne auch ausgeteilt. Verbal nahm er nicht den Samthandschuh in Auseinandersetzungen. Moralisch hat er oft sehr klar geurteilt und verurteilt. Im Zweifelsfall immer den Säbel statt Florett. Stichwort Russlandisierung des Fußballs. Oder die deutliche Kritik am FDP-Wirtschaftsminister Rösler (Dabei bin ich kein Fan der FDP oder des Amtsinhabers). Äußerungen über den Stadtrivalen 1860 München in Harald Schmidt Manier. Die unsägliche Daum Geschichte. Kritik an den politischen Kräften die links agieren.

Er hielt Reden vor Wirtschaftsvertretern. Sprach über Moral, Werte, Ordnung. Sah Bayern München schon lange nicht mehr als normalen Fußballverein, er sah im FCB ein erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen. Ist der FC Bayern München ja auch. Wir reden ja hier vom Fußballbusiness. Es geht um viel Geld. Sehr viel Geld. Hohe Summen. Unglaublich hohe Summen. Vielleicht stört da manchmal gar der sentimentale Fan.

Ich bin jedenfalls traurig. Auch zu Teilen sprachlos. Ratlos. Tief durchatmen.

Showtime mit Lance Armstrong und Oprah Winfrey

Über Pep Guardiola reden wir ein andermal. Es ist Lance Armstrong Beichtzeit. Oder ist das mit der Beichte ein wenig hochgegrifffen? Bevor wir weiter in das Thema einsteigen vorab ein Statement von Pepe Danquart, Filmemacher von Höllentour, in einem legendären Interview mit der Freitag unter dem Titel Die Moral der Käfer:

,,Von Politik und Wirtschaft denken die Leute, die sind eh alle korrupt. Beim Sport ist das vielleicht nicht so, das transportieren die Medien, Sport ist etwas Reines, das sind alle Leute wie du und ich, da geht es nicht um Geld. Aber es geht da um Geld, und Spitzensportler wird man nicht, nur weil man ein guter Mensch ist.“

Jonathan Sachse ist ein profunder Kenner der Radsportszene. Die letzten zwei Jahre begleitete er die Tour de France live mit und berichtete unter anderen für das ZDF. Jetzt hat er ein wenig vorgeschlafen. Er widmet in seinem Blog unter dem Titel Lanceoprah – Business Day One dem Ex-Tour de France Seriensieger Lance Armstrong und der charmanten Talkshow-Moderatorin  Oprah Winfrey die volle Aufmerksamkeit.

,,Ich werde meinen Schlafrhythmus bis Samstag ein wenig auf amerikanische Zeitzonen verschieben, sodass ich heute irgendwann am späten Nachmittag hoffentlich im Bett liege und dafür über Nacht eine Live-Versorgung garantieren kann.“

Nun denn. Live-Versorgung klingt gut. Jonathan Sachse will die Ausstrahlung der Armstrong Verteidigungstaktik intensiv begleiten. Das TV-Interview mit den zwei Prominenten aus dem Show-Business ist bereits in einem Hotel in Austin aufgezeichnet worden. Peter Ahrens titelt auf Spiegel Online Dopingbeichte im TV: Tröpfchenweise Wahrheit und bescheinigt dem Anwalt von Lance Armstrong eine gewissenhafte Vorbereitung des medialen Auftritts:

,,Auch wenn Armstrong gesagt hat: Winfrey könne „fragen, was immer sie will, ich werde direkt, ehrlich und offen antworten“, darf man davon ausgehen, dass jedes Wort, das Armstrong vor den Kameras gesprochen hat, von seinem Staranwalt Tim Herman im Vorfeld sorgfältigst abgewogen und zurechtgelegt worden sein wird. Direkt, ehrlich, offen – das sind nicht die Attribute, mit denen man Armstrong zuallererst in Verbindung bringt.“

Die TV-Show ist selbstverständlich ausgeklügelte PR-Strategie. Da ist sicherlich nichts dem Zufall überlassen worden. Gleichzeitg auch ein gutes Lehrbeispiel für alle PR-Agenturen. Lehrstoff für den Umgang mit scheinbar ausweglos erscheinenden Situationen. Krisenmanagement in Reinkultur. The Guardian hebt derweil für das Publikum vorsorglich schon den Zeigefinger:

 „Die PR-Strategie der Tropf-fürTropf-Veröffentlichung wurde perfekt umgesetzt. Lasst Euch nicht verkohlen: Das einzige, was Lance derzeit beschäftigt, sind die Gerichtsverfahren, mit denen er umgehen muss.“

Eigentlich darf beim Thema Doping auch nicht die Stimme von Prof. Werner Franke fehlen. Der vielleicht bekannteste Dopingexperte Deutschlands flüchtet sich im Interview mit Focus Online unter dem Titel ,,Armstrong bei Oprah? Das ist für mich Satire!“ fast ein wenig in Ironie und verweist auch auf die Problemstellen im eigenen Land

,, Er hat ja immer noch beste Kontakte. Vielleicht kommen auch Georg Bush oder Bill Clinton während dieser Oprah-Sendung hereingeradelt, mich überrascht da nichts mehr, mich bringt das alles eher zum Lachen. Was mich aber stört: Jetzt zeigen wieder alle mit dem Finger auf die USA. Dabei darf in Deutschland niemand etwas Erschreckendes über die Geschehnisse dort sagen, hier geht es genauso zu. Hier gab es sogar noch nie eine Strafe für einen West-Sportmediziner wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz oder wegen Beihilfe zur Körperverletzung. Das zeigt doch, wie korrupt das Land ist. In Deutschland hat auch noch nie ein Arzt wegen Dopings die Approbation verloren, das sagt alles.“

Menschenskinder, dass es den Begriff West-Sportmediziner 22 Jahre nach der deutschen Einheit noch gibt. Bei genauerer geografischer Ortung heißt es vielleicht dann irgendwann Süd-West-Sportmediziner. Ansonsten ist kehren vor der eigenen Haustür natürlich immer zu empfehlen. Gar keine Frage.

Die Heuchelei um Lance Armstrong wird so schnell kein Ende nehmen. Es ist guter Filmstoff. Gemixt mit allen Komponenten einer klassischen Hoolywoodstory. Irgendwann wird die Geschichte vom gefallenen Radsporthelden und Krebsbezwinger verfilmt werden. Da bin ich mir sehr sicher.

,,Wollen wir wirklich wissen, ob der FC Barcelona eine Dopingfabrik gewesen ist?“

Die Sportjournalisten Daniel Drepper und Jonathan Sachse wagten am Monatsanfang den Vergleich: Doping in Fußball und Radsport auf dem Blog fussballdoping. Das war vor dem Coup der USADA in Sachen Doping und Lance Armstrong. Die hartnäckigen und investigativen Journalisten eröffneten damals ihren Artikel mit den Worten:

,,Im Fußball nützt es nichts, aber im Radsport geht es nicht ohne. Zwei Pauschalurteile über Doping, die weit verbreitet sind. Wir ziehen den direkten Vergleich zwischen den Sportarten und bewerten anhand von sechs Faktoren, wie dopinggefährdet die beiden Sportarten sind.“

Der Tod des Glücks ist der Vergleich.

Lance Armstrong hat in den letzten Tagen sehr viel mediale Prügel abbekommen. Doch er ist kein Einzeltäter. Es ist eine Systemfrage. Die 182-Jährige schwedische Zeitung Aftonbladet kommentierte:

,,Die Affäre ist der bisher klarste Beweis, wie verrottet das ganze System ist. Armstrong ist dabei nicht der einzige Heuchler. Wir alle sind es. Wollen wir wirklich wissen, ob der FC Barcelona eine Dopingfabrik gewesen ist?“

Nicht, dass noch Champions-League Titel aberkannt werden müssen. Doch es gilt auch für die katalanische Mannschaft die Unschuldsvermutung. Der FC Barcelona ist eines der Aushängeschilder des spanischen Sports. Auch die spanische Fußballnationalmannschaft, selbstredend auch Real Madrid  oder Tennisstar Rafael Nadal sowie Radsportprofi Alberto Contador gehören zum illustren Kreis der umjubelten Imagträger für Spanien. Thomas Kistner hatte im Zusammenhang mit neuerlichen Doping-Enthüllungen um Lance Armstrong im Juli dieses Jahres sich der Thematik der unterstützenden Mittel in seinem Artikel bei der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel Spanische Erfolge – Weltliche Hilfe für die Generation Gold gewidmet:

,,Dass im Dunstkreis des kollektiven Körperwunders häufig der legendäre Blutdoper Eufemiano Fuentes auftauchte, der wiederholt in Haft saß, zuletzt 2011, wurde in der Sportnation nie als Indiz dafür betrachtet, dass es neben dem Generationenglück auch ein paar weltliche Gründe geben könnte für die wundersame Dominanz.“

Thomas Kistner bezieht sich auch auf Kontakte vom unsäglichen Fuentes mit den Fußballern, die der Mediziner mit der arteigenen Berufsauffassung dem spanischen Sender Cadena Ser gegenüber wohl einräumte. Der Qualitätsjournalist wirft die Frage auf:

,,Er habe Teams aus der ersten und zweiten spanischen Fußball-Liga betreut. Ohne sich dabei als Doper zu outen, klar. Was bis heute nichts ändert an der drängenden Frage, warum die Creme der spanischen Fußballklubs, darunter laut Fuentes auch Barcelona, um Fachdienste eines Gynäkologen buhlte?“

Der spanische Radprofi Alberto Contador musste ja seinen Titel vom Tour de France Sieg 2010 im Februar diesen Jahres nach Rechtssprechung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS wieder hergeben. Die gebetsmühlenartig wiederholte Fleischstory war so vom Rundfahrspezialisten nicht durchzukriegen. Unmittelbar nach der Tour und ersten Zweifeln an der Lauterkeit von Contadors Sieg vor zwei Jahren gab es noch den Persilschein vom spanischen Sportminister Jaime Lissavetzky. Am 24. Juli 2010 kam er nach der Tour de France in den Nürnberger Nachrichten zu Wort:

,,Ich akzeptiere keine Kritik, die unseren Sport beschmutzt.“

Im selben Jahr errang die Nationalmannschaft Spaniens erstmalig den Titel bei der Fußballweltmeisterschaft gegen Endspielgegner Niederlande. Der FC Barcelona gewann die Champions-League erstmalig 2006 im Finale mit Arsenal London (Kurzeinsatz von Jens Lehmann im Tor) und 2009 sowie 2011.

Fußball, Volleyball und Schach

Die Einkaufstour von Felix Magath ist beendet. An den unorthodoxen Trainingsbedingungen wird es ja wohl nicht gelegen haben. Mich beschlich schon kürzlich in dem Interview mit Sport Bild am 10. Oktober 2012 so ein Gefühl des Abschieds vom Trainingsspezialisten. Er verwies auf die gute Arbeit von Armin Veh. Jetzt bei Eintracht Frankfurt. Und bat eigentlich indirekt um mehr Geduld mit seiner eigenen Arbeit. Geduld die der VfL Wolfsburg in der Geschichte der Personalpolitik beim ehemaligen Wolfsburg Coach Veh nicht besaß. Der Geduldsfaden war beim VW-Konzern jetzt auch bei Magath gerissen. Einer meiner Lebensmaximen heißt: Gehe nie nach einer Trennung wieder zurück. Magath hätte es mit dem Abschied aus Wolfsburg nach der Meisterschaft 2009 vielleicht auch so händeln sollen. Normal wäre er ja jetzt eigentlich noch bei Schalke 04 und dem einst groß ausgegebenen Projekt Meisterschaft.

Themenwechsel. Volleyball. Für alle Freunde der Hallensportart (großer Vorteil übrigens bei kälter werdenden Temperaturen im Hinblick auf November etc.) lohnt ein Blick rüber zu Sportjournalist und Blogger Jonathan Sachse der unter dem Titel Volleyball: Zahlen für die Duelle in der Premiumklasse eine Reihe von interessanten Zahlen und Äußerungen zusammengetragen hat. Er geht dabei auch folgender Frage nach:

,,Die Volleyball-Top-Vereine in Deutschland bemühen sich, ihre Sportart auf eine große Bühne zu heben. Doch spiegelt der Andrang bei den lang geplanten und groß inszenierten Events tatsächlich den Alltag im deutschen Profivolleyball?“

Ein Muß an Lesestoff auch für alle Verantwortlichen vom VfB Friedrichshafen über Berlin Recycling Volleys bis Generali Haching und dem DVL sowie CEV.

Für Schachfreunde sei ein Blick zu chesstigers empfohlen. Hans-Walter Schmitt hat die Eindrücke vom Ramada Cup 2012 in Bad Soden lesenswert in Text und Bild festgehalten:

,,Eine jedes Jahr erstklassige Möglichkeit für unsere Schachfreunde aus Bad Soden am Taunus und Umgebung in den Leistungsklassen A bis F teilzunehmen. Für unsere heranwachsenden Schachkinder eine gute Gelegenheit in der F-Gruppe zu starten, in der alle Teilnehmer nicht mehr als eine Leistungsstärke von DWZ 1300 aufweisen. Eine erstklassige Chance auf DWZ-Jagd zu gehen, denn sie treffen hier auf meist unbekannte Gegner und besonders auf „trickreiche“ Erwachsene, beziehungsweise Senioren, die ihnen Königsgambit oder sogar das Skandinavische Gambit entgegensetzen.“

Der Vorsitzende der Chess Tigers ist ja bei Schach-WM Kämpfen immer an der Seite von Weltmeister Viswanathan Anand zu finden. Er hält ihm den Rücken frei und ist ein Organisations-Profi. Erinnert sei an die Anand Anreise zum Weltmeisterschaftskampf 2010 in Sofia gegen Vesselin Topalov. Fliegen war schwierig. Durch die Vulkanasche aus Island blieb der Luftraum leer. Für Schachweltmeister Anand wurde ein anderer Weg in die bulgarische Hauptstadt gefunden. Doch nicht nur der große Schachsport auf internationaler Bühne hat es Hans-Walter Schmitt angetan. Er ist mit Herz und Seele sowie unheimlich viel Zeiteinsatz für die Schachförderung des Nachwuchs aktiv. Das Leuchten in den Augen der Kinder ist beredter Lohn und Anerkennung für die Aufbauarbeit.