Reblog: Sport am Bodensee: Die eleganten Riva Boote fernab vom TV

Guten Morgen.

Kann sich jemand noch an das Wehklagen von ARD und ZDF im vergangenen Jahr nach dem Verlust der TV-Rechte in Sachen Olympische Spiele 2018 bis 2024 erinnern? Bild legte den Finger in die Wunde und schrieb in Sachen Axel Balkausky und seiner Reaktion nach der Niederlage von ARD und Co. im Kampf um die Fernsehrechte unter dem Titel: Weniger Randsportarten in ARD und ZDF

,,ARD-Sportchef Axel Bakaulsky droht nach Olympia-Deal mit Eurosport.“

Drohungen weniger Randsportarten in ARD und ZDF zu bringen sind natürlich ein Schenkelklopfer. Deutschlands Volleyballfans zum Beispiel ziehen sich die Spiele legal und bequem aus dem Netz von sportdeutschland.tv oder Schachfreunde die beim WM-Kandidatenturnier 2016 in Moskau traditionell miterleben konnten, das dem Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen die Kraft selbst für Zweizeiler im Videotext zum internationalen Sporthighlight des königlichen Spiels fehlte, haben mit ChessBase Kompetenz in Sachen Berichterstattung. Da bedarf es der ARD oder des ZDF nicht.

Gelegenheit an einen Artikel hier auf sportinsider aus dem Archiv zu erinnern:

Reblog: [vom 02. Juli 2015] Sport am Bodensee: Die eleganten Riva Boote fernab vom TV

Nein, so elegant wie sich vorige Woche die italienischen Stilikonen von Carlo Riva hier am Bodensee bei den 4. Riva Classics zeigten, waren die Reaktionen von ARD und ZDF auf die Vergabe der TV-Rechte in Sachen Olympische Spiele 2018 bis 2024 nicht.

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Foto:  © Michael Wiemer

Da wäre zum Beispiel die Argumentationskette vom ARD-Sportkoordinator Balkausky. Vielleicht gar ein Beispiel für das Medienlehrbuch, wenn sonst hofierte Sender im Kampf um die Übertragungsrechte bei der Vergabe mit leeren Händen dastehen.  Meedia brachte ein Interview von Michael Rossmann (dpa) mit Axel Balkausky unter der griffigen Überschrift ARD-Sportkoordinator Balkausky zur Olympia-Schlappe: „Kampf um TV-Rechte hat eine neue Dimension erfahren.“

,,Zunächst einmal respektieren wir den Verkauf der europaweiten Übertragungsrechte an Discovery und Eurosport als Entscheidung des IOC für eine Neuorientierung bei der Vergabe seiner Medienrechte. Ob es seitens des IOC nicht partnerschaftlicher gewesen wäre, ARD und ZDF als jahrzehntelange Partner deutlich früher als die breite Öffentlichkeit über den Verkauf an Discovery zu informieren, das sollte sich das IOC einmal selbst fragen.“

Discovery Channel sponserte einst ein teures Radsportteam und stellte 2005 mit Lance Armstrong den Tour de France Sieger. Okay, dieses Ergebnis ist mittlerweile Makulatur. Wegen Dopings wurde dieser Sieg nachträglich gestrichen. Das kolportierte Budget soll 12 Millionen US-Dollar pro Jahr betragen haben. Nach der Saison 2007 beendete Discovery Channel sein Sponsorship im skandalumwehten und durchgeschüttelten Radsport.

Der Olympia Coup von Discovery wird auch im Tagesspiegel behandelt. Sonja Álvarez leitet Ihren Artikel unter dem Titel Dabei sein ist alles mit den folgenden Worten ein:

,,Die ARD reagiert trotzig, Sportverbände sorgen sich um die Qualität der Berichterstattung: Reaktionen nach der Vergabe der Übertragungsrechte für die olympischen Spiele an Discovery.“

Eingesammelt hat Sonja Álvarez dann Stimmen von Dagmar Freitag, Alfons Hörmann, Siegfried Kaidel, Clemens Prokop sowie Axel Balkausky.  Dagmar Freitag ist übrigens Parteimitglied der SPD, jener heftige Wahlniederlagen sammelnden Partei, die kürzlich auf ihrem Parteikonvent die Vorratsdatenspeicherung durchwinkte. Auch Jens Weinreich hat ein paar Zeilen in die Tastatur gegeben. Auf Spiegel Online dröselt er die Thematik auf unter der Überschrift Olympia-TV-Deal: Warum ARD und ZDF zunächst draußen sind.

Foto:  © Michael Wiemer

Jetzt hat also Discovery die Hände am Steuer in Sachen TV-Rechte für Olympia. Die Welt fragt ganz ohne Ehrfurcht: Die Olympischen Spiele ohne ARD und ZDF! Na und? Während dessen hat sich auch die FAZ in Person von Michael Hanfeld Gedanken um den Mega-Deal pro Discovery und kontra der Öffentlich-Rechtlichen gemacht und befindet unter dem Titel ARD und ZDF wollen nicht bloß am Boden turnen:

,,Ein historischer Tag für Discovery-Chef David Zaslav, ein erschütternder für die Intendanten von ARD und ZDF: Der Discovery-Konzern hat die Olympia-Rechte gekauft. Was folgt daraus für die Sender und die Zuschauer?“

Des einen Jubel, des anderen Ärger. Es können nicht immer alle gewinnen. Das war definitiv nicht der Tag für ARD und ZDF. Autor Hanfeld, verantwortlicher Redakteur vom Feuilleton der FAZ, hätte dabei auch gerne in die Gesichter der Intendanten geschaut:

,,In die langen Gesichter der Intendanten von ARD und ZDF hätte man am Montag gern gesehen. Bass erstaunt waren sie, die gewohnt sind, Spitzensport jeder Art jederzeit im Programm zu haben. Nun nicht mehr: Die Olympischen Spiele sind für die Jahre 2018 bis 2024 erst einmal weg. Der amerikanische Discovery-Konzern, zu dem der Sender Eurosport gehört, hat für 1,3 Milliarden Euro die Senderechte an zwei Olympischen Sommer- und zwei Winterspielen gekauft.“

Eurosport wurde einst von Rudolf Scharping geadelt. Der Präsident des Bundes Deutscher Radrennfahrer konnte sich dabei 2011 einen Seitenhieb auf ARD und ZDF nicht verkneifen:

,,Das ist eine souveräne Entscheidung von ARD und ZDF. Es zeigt, dass die Produktion einer Telenovela offensichtlich billiger ist als eine Radsport-Übertragung – die findet dann eben bei Eurosport statt.”

So der einstige Verteidigungsminister und Jan Ullrich Fan zum Ausstieg von ARD + ZDF aus der LIVE-Berichterstattung der Tour de France 2012 gegenüber dpa Anfang des Jahres 2011.

Foto:  © Michael Wiemer

Vielleicht ist Fernsehen aber auch total überbewertet. Und machen wir uns doch nichts vor, Menschen die ohne Fernseher leben, sind oft die Zeitgenossen mit dem größeren Zeitbudget. Sehr belesen, produktiv, aktiv in Sachen Sport – also der eigenen Bewegung an frischer Luft. Informiert sind sie oft auch noch besser, weil sie sich keine Talk-Shows von Plasberg, Jauch, Will, Maischberger und Co. reinziehen. Oder starr auf dem Sofa sitzen und sich irgendwelche Nachrichten mit vorgefertigten Meinungen von schlecht angezogenen Nachrichtensprechern vorlesen lassen, ist ja nun wirklich nicht sehr aufbauend. Menschen ohne Fernsehkonsum, einige kenne ich persönlich, sind in der Regel auch sehr ausgeglichen. Fernsehzeit ist für sie vergeudetes Leben. Sie nutzen die gewonnene Lebenszeit gerne auch für gut recherchierte englischsprachige Artikel und investieren in Lesezeit oder nutzen das Internet gezielt für die Suche nach Informationen fernab des Mainstreams.

Foto:  © Michael Wiemer

Hier am Bodensee ist der Sommer schön. Die Temperaturen angenehm warm. Wehklagen über Hitze gibt es hier nicht. Übrigens die 4. Riva Classics Bodensee fand auch so ganz ohne Übertragungen von ARD und ZDF statt. Gestört hat das hier niemanden.

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Derweil ist der Juli auch bereits angelaufen und der Blick auf den Sportkalender am Bodensee zeigt einige durchaus interessante Veranstaltungen.

„Ach, der heißt wirklich Hajo Seppelt.“

Nein, bis zur Medienmarke ist es noch ein wenig Weg für Hajo Seppelt. Mir wurde dies erst kürzlich klar bei einem wunderschönen Spaziergang am Bodensee mit meiner Jahrhundertliebe.

Foto:  © Michael Wiemer

Wir hatten irgendwann das Thema des Beitrags von Hajo Seppelt bei sport inside auf dem WDR über den in pubertärer Art etwas angeberisch daher schwätzenden Frauenarzt Dr. Mark Bonar. Ich berichtete über meinen Eindruck von dem Kurzfilm bei frischer Seeluft. Beiläufig erwähnte ich, dass mir in der Filmsequenz von Hajo Seppelt konkrete Namen von dopenden Sportlern fehlen. Es sei so doch vieles vage. Zumal Dr. Bonar wirklich, ich wiederhole mich da gerne, im pubertären Stil angab mit der Zahl der britischen Leistungssportler die in seiner Praxis aufliefen und grenzwertig versorgt worden seien. Hajo Seppelt müsste da schon noch liefern, meinte ich entspannt. Meine Jahrhundertliebe spontan:

,,Ach, der heißt wirklich Hajo Seppelt.“

Sie weiß von meiner Angewohnheit, hin und wieder Kosenamen zu vergeben. Sie meinte, auch Hajo Seppelt hätte ich mit solch einem versehen. Nein, das Mitglied der ARD-Dopingredaktion heißt wirklich Hajo Seppelt. Man klärt ja gerne auf. Wir beide mussten schmunzeln. Am See ist es auch schwer verbissen zu werden oder sich zu streiten.

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Dabei ist Hajo Seppelt durchaus in den letzten Jahren in Sachen Doping-Berichterstattung in Deutschland an Jonathan Sachse, Daniel Drepper oder Jens Weinreich vorbeigezogen, wie einst Marco Pantani am Berg an seinen „hundsgewöhnlichen Proletariern“ (Copyrhight by Peter Sloterdijk der einst im Spiegel im Jahr 2008 im Interview unter dem Titel „Hundsgewöhnliche Proletarier“ über die Höllentour, die Profanität des Dopings, die zerstörerische Kraft dänischer Nihilisten und den Zauber der Tour de France plauderte).

Das Seppelt im Kampf um die Aufmerksamkeit und in der Frequenz in Sachen Doping-Berichterstattung gefühlt deutlich klar an Jonathan Sachse, Daniel Drepper und Jens Weinreich vorbeizog, ist auch ein Verdienst der ARD. Die ARD polstert die Doping-Redaktion finanziell aus, sorgt für flankierende Logistik bei Flügen nach London und bei der sich immer wieder als medienwirksam zeigenden Promotion-Tour der Vermarktung von Dopingbeiträgen. Seppelt braucht auch keine Crowdfunding Aktionen zu fahren um sich an die Arbeit zu machen. Hajo Seppelt war die letzten Jahre bienenfleißig und sammelte Auszeichnungen wie andere Panini Bilder oder AGON BigCards von Fußballlegenden. Er konzentrierte sich auf das Thema Doping, verzettelte sich nicht mit anderen Themen und meine Jahrhundertliebe weiß seit unserem neulichen Spaziergang am Bodensee auch Bescheid. Sein Name ist Hajo Seppelt. Fairerweise muss ich anfügen, als ich meine Jahrhundertliebe 2000 kennenlernte, fand sie Kahn nicht als Bezeichnung eines der weltbesten Torhüters zu seiner Zeit, sondern eher als Synonym für ein Ruderboot. Sie kommt aus einer Familie, die sich für die Übertragung von Sport im Fernsehen oder den Sportteil in der Zeitung wenig interessiert. Die Ausnahme ist da Motorsport. Fußball stand da eher auf dem Index. Oliver Kahn, wer bitte soll das sein?

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Foto:  © Michael Wiemer

Dabei ist für mich einer der Sternstunden der Doping-Berichterstattung in Deutschland immer noch der Monitor Beitrag aus dem Jahr 1998. In Ein paar Worte zu Hajo Seppelt. Derweil geht der Playoff Wahnsinn weiter merkte ich an:

,,Während die Promotion-Tour von Hajo Seppelt weitergeht, siehe das Spox Interview unter dem Titel „Man muss im Fußball recherchieren“ und bevor ich mich dem Sportgeschehen am Bodensee zuwende, generell ein paar Worte zur Doping-Berichterstattung in Deutschland. Ja, es gab sie, die Sternstunden des investigativen Journalismus. Erinnert sei an das Jahr 1998. Damals strahlte die ARD die Sendung Monitor mit dem unvergesslichen Moderator Klaus Bednarz aus. Seine Anmoderation zum Bericht von Wolfgang Bausch, Fred Kowasch und Jo Angerer über Doping im Radsport (Hier geht es zum Video des Originalfilmbeitrages bei Monitor) war ein Lehrbeipiel wie seriöser und kompetenter Journalismus in Sachen Doping-Berichterstattung aussehen kann.“

Klaus Bednarz hatte prägnante Worte vor dem Abspielen des investigativen Films von Wolfgang Bausch, Fred Kowasch und Jo Angerer vorangestellt.

,,Nun, wie angekündigt zu dem Thema, das spätestens seit der Tour de France die gesamte Sportwelt in Atem hält: Das Thema Doping. Und hier scheint es eine Art himmlisches Wunder zu geben. Alle dopen, nur die Deutschen nicht. Und das ausgerechnet im Zeitalter der Globalisierung. Die Italiener dopen. Die Franzosen dopen. Die Schweizer dopen. Die Belgier dopen. Die Briten … Nur die Deutschen Radsportler sind sauber. So jedenfalls stellen es die Deutschen Radsportfunktionäre dar. In Wirklichkeit wird auch im Deutschen Radsport gedopt bis sich die Lungen blähen und die Muskeln platzen. Und zwar nicht nur bei den Profis sondern auch bei den Amateuren und sogar bei Jugendfahrern. Ein Bericht von Wolfgang Bausch, Fred Kowasch und Jo Angerer.”

 Tief durchatmen.

Nachdenkenswert #338

,,Wieder einmal hat eine Demokratie Nein zu Olympia gesagt. Wie in Oslo, Stockholm, Graubünden, Krakau, Wien und Boston, wo Referenden zuletzt scheiterten oder die Politik die Bewerbung zurückzog.

Und natürlich in München, wo die Bürger vor zwei Jahren Stopp sagten. Damals fürchteten die schwarzmalenden Verlierer, wie jetzt in Hamburg, das Nein bedeute für Jahrzehnte das Aus für deutsche Olympia-Ambitionen. Ein Jahr später hatte sich der deutsche Sport das wieder anders überlegt, freilich ohne auf die Ablehnung aus München reagiert zu haben. Vielleicht wäre mal was anderes als Weiterso gefragt.“

Oliver Fritsch, Sportjournalist mit Rückgrat, befindet auf Zeit Online treffend Neue Köpfe braucht das Sportland und geht in die Analyse in Sachen Olympia Bewerbung von Hamburg inklusive Blick auf Funktionäre und Politiker.

Weiterführende Lektüre:

Jens Weinreich, Blogger und Investigativ-Journalist auf seinem Blog SPORT AND POLITICS:

Peter Ahrens, konstante kritische Stimme zur Überventilierung des Sportsystems mit einem Kommentar auf Spiegel Online:

Ein ganz normaler Bürotag in Deutschland im November 2015

08:00 Entspannt mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Büro.

08:35 Jacket im Büro aufgehangen. E-Mail Eingang checken.

08:45 Kollegen an gewonnene Sportwette Bayern München gegen Stuttgart erinnern.

08:50 Ersten Kaffee im Büro trinken, Rosinenbrötchen tunken. Blick auf Fokus Fussball.

08:56 Mentale kurze Auszeit mit youtube vorbereiten.

08:59 Kultlied – Am Fenster – von City genießen.

09:30 Konferenz. Kollegen an ausstehenden Wetteinsatz erinnern.

10:00 Zurück im Büro. Ablage. Blick auf´s investigative SPORT ANDS POLITICS von Jens Weinreich und die Schriftprobe vom DFB-Präsidenten.

10:30 Genüßlicher Blick auf startblog – f, das Blog für Läufer der f-Klasse. 

11:05 Blick auf die Uhr. Zweites Frühstück in Sicht. Wird auch Zeit.

11:15  Zweites Frühstück mit Kollegen R. Austausch über das geplatzte Sommermärchen.

11:45 Kantine. Sommermärchen Diskussion fortsetzen. Es dreht sich um den DFB.

12:40 Eiligen Außentermin vortäuschen: schnell mal rüber zu Kaufhof.

13:45 Beim Bereichsleiter Sorge über Zustand von S. äußern.

14:30 Am Drucker Powerpoint-Präsentation der Kollegin B. abgreifen.

14:55 Druckerpapier und Textmarker Stabilo für daheim einstecken.

15:15 Angebote von Adidas, Nike, Vaude, Under Armour, Uhlsport und Puma checken.

15:40 Präsentation von B. unter eigenem Namen der Zentrale senden

15:50 Schnell noch ein Blick auf Ravensburg Towerstars und die DEL2 Tabelle.

16:10 Auszubildenden (noch Augsburg Fan) im Großraumbüro hochnehmen.

16:20 Die Sport-Wettgelder für die Woche von den Kollegen einsammeln.

17:10 Endlich Feierabend. In der Tiefgarage auf Bereichsleiter warten:

,,So spät noch?“

17:50 Von der Frau wegen aufreibenden Bürotag bedauern lassen.

17:55 Gut gekühltes Entspannungsbier von der Frau servieren lassen.

Anmerkung

Alles an diesem Büroarbeitstag ist erfunden, das hoffe ich zumindest. Namen der Personen sowie Ablauf in der Firma sind ebenso frei erfunden wie die beschriebenen Situationen und Handlungen.

Ich versichere, dass ein Bezug zu realen Geschehnissen in deutschen Büros nicht beabsichtigt ist, auch wenn sich ein solcher finden sollte.

VfB Friedrichshafen und die Sache mit den Zuschauerzahlen

Tief durchatmen. Ist der Ruf vom Sommermärchen erst ruiniert … Oliver Fritsch schrieb ja kürzlich auf Zeit Online über den Konter des Establishments. Jeden Tag dann weitere Schlagzeilen und der Kampf um mediale Deutungshoheit. Diese Woche kam dann nochmals Bewegung in die Sache. Jens Weinreich, Intimkenner sportpolitischer Verstrickungen, titelt auf seinem Blog SPORT AND POLITICS Es tut sich was im deutschen Fußball. Auch Oliver Fritsch nimmt tagesaktuell Bezug auf die Ereignisse in Frankfurt und befindet in der Personalie Wolfgang Niersbach auf Zeit Online: Zeit für den Abpfiff.

Ja, ja, der Fußball und seine Facetten. Erinnert sei an den smarten Auftritt von Günter Netzer beim SWR UniTalk am Bodensee.

Foto:  © Michael Wiemer

Wenden wir uns dem Volleyball zu.

Die Champions-League im Volleyball nimmt so langsam Fahrt auf. Der von Regio TV Bodensee, Regio TV Schwaben und Regio TV Ulm übertragene Erstauftritt der Volleyballer vom deutschen Meister VfB Friedrichshafen ging erwartungsgemäß mit 0:3 gegen das Starensemble von Dynamo Moskau in der russischen Metropole verloren. Heute tritt Erzrivale Berlin Recycling Volleys ins internationale Rampenlicht und greift ins Geschehen ein. Dabei haben die Berliner heute Abend die Wahl zwischen Basketball mit dem Gast aus Gran Canaria und Volleyball mit dem Besuch von Arkas Izmir in der Hauptstadt. Kai Pahl auf allesaussersport:

,,Wer nicht in die Mercedes Benz-Arena zu ALBA will, kann in die Max-Schmeling-Halle zum Auftakt der Volleyball-CL fahren. Berlin Volleys gegen Arkas Izmir ab 19h30. Laola1.tv überträgt.

Außerdem gibt es vier DVV-Pokalspiele ab 19 Uhr auf Sportdeutschland.tv.“

Die Berliner reisen diese Woche noch in den Süden an den Bodensee. Es gibt dann den Klassiker gegen den VfB Friedrichshafen in der ZF Arena, von mir auch im Sportkalender am Bodensee  für November 2015 eingepflegt.

Interessant wird auch die Thematik Zuschauerzahlen werden. Zum nationalen Heimspielauftakt liefen die Häfler in pinken Barbie-Trikots auf, statt im gewohnten blauen Trikot. Die traditionellen Trikots soll  es jedoch erst wieder für die Spieler vom VfB Friedrichshafen zurück geben, wenn die ZF Arena gefüllt ist.

Dies ist auf eine Marketingkampagne zurückzuführen. Der neue Geschäftsführer Sebastian Schmidt, Nachfolger vom charismatischen Jürgen Hauke, hat sich die Erhöhung der Zuschauerzahlen auf die Fahne geschrieben. Es soll Aufmerksamkeit generiert werden.

Zum nationalen Auftakt in die Saison 2015/2016 gegen die VSG Coburg/Grub kamen 1240 Zuschauer in die ZF Arena. In der abgelaufenen Saison wollten die Bundesligabegegnung zwischen dem VfB Friedrichshafen und der VSG Coburg / Grub 1716 Zuschauer sehen.

Mixed Zone Bodensee

Fanshop Pause: Die in der DEL 2 spielenden Puzzlestädter Ravensburg Towerstars legen eine Länderspielpause ein. Der Shop ist ab 10. November 2015 wieder geöffnet. +++ EV Lindau Islanders:  Die Eishockey-Cracks aus der Inselstadt liegen nach 8 Spieltagen auf Platz 7 in der Bayernliga. Der Meister verlor zuletzt beim Tabellenführer ESC Dorfen nach turbulentem letzten Drittel. Dorfen startete in die Saison mit 8 Siegen aus 8 Spielen im Stil der Fußballer von Bayern München. +++ Handball: In den letzten 15 Jahren ging der Titel in der österreichischen Spitzenklasse HLA mit schöner Regelmäßigkeit an den Bodensee.  Alpla HC Hard (2003, 2012 – 2015) oder Bregenz Handball (2001, 2002, 2004 – 2010) wurden im Nachbarland Meister. Diese Handballerfolgsstory vom Bodensee durchbrach lediglich 2011 der HC Fivers WAT Margareten aus Wien. In der neuen Saison starteten sie mit 11 Siegen aus 11 Spielen und führen die Tabelle vor Alpla HC Hard und Bregenz Handball an. +++ Fußball: Angesichts der täglich neu aufkommenden Schlagzeilen um den deutschen Funktionärsfußball ist man froh auch etwas Normalität zu erleben. Der aus Hamburg in die Bodenseeregion zu St. Gallen gewechselte Joe Zinnbauer nimmt die Schweizer Liga an. Im 6. Punkspiel unter seiner Führung gab es am Wochenende einen Heimsieg gegen den FC Luzern und die geglückte Revanche für die Niederlage im Würth-Cup. Zinnbauers Auftaktbilanz: In der Meisterschaft 2 Siege, 3 Unentschieden und 1 Niederlage. Dazu das Pokal-Aus im Heimspiel gegen Luzern. +++ SCR Altach:  Nach dem Heimsieg gegen den FC Red Bull Salzburg gibt es heute das Pokalspiel im ÖFB Samsung Cup bei Austria Wien. Dem Sieger winkt der Einzug ins Viertelfinale.

Hier geht es zum Sportkalender am Bodensee

Und täglich grüßt das Murmeltier

Schmeckt das Frühstück in diesen Tagen noch?

Foto:  © Michael Wiemer

Täglich Neue Aspekte im Fall DFB und die Bewerbung für die WM 2006. Blogger Jens Weinreich, einst im juristischen Konflikt mit Theo Zwanziger, auf seinem Blog SPORT AND POLITICS:

,,DER SPIEGEL hat jedenfalls schon wieder eine Titelgeschichte gebastelt. Ich durfte erneut dabei sein – wieder mit Jörg Schmitt, Gunter Latsch, Jürgen Dahlkamp, Udo Ludwig und mit Rafael Buschmann. Außerdem im Team, das einige Hürden meistern musste: Michael Wulzinger, Gerhard Pfeil, natürlich Klaus Brinkbäumer, Andreas Meyhoff u.v.a.m., vor allem die Hausjuristen. Hat Spaß gemacht, hat Nerven und Kraft gekostet. Aber ich finde, es hat sich gelohnt.“

Weniger Spaß haben momentan die in die Titelgeschichte vom Spiegel involvierten Funktionäre. Das jahrelang sorgfältig geknüpfte Netz bekommt Risse, das entsprechende Symbolfoto kann ich aus meinem Archiv beisteuern.

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Eins ist sicher: Es werden weiter täglich neue Aspekte an die Öffentlichkeit kommen. Täglich grüßt das Murmeltier.

Die auffliegenden Details sind mehr wie Kratzer am polierten Imagebild. Erinnert mich so ein wenig an den Denkmalsturz von Lance Armstrong.

Sport am Bodensee: SV Germania Weingarten, Ravensburg Towerstars und DTM-Champion Pascal Wehrlein

Das Jahr neigt sich mit Beginn des letzten Drittel dem Ende entgegen. Hier am Bodensee gab es einen schönen Sommer. Erinnert sei an die Spurensuche von Brigitte Bardot, Sophia Loren, Sean Connery und Co.

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Foto:  © Michael Wiemer

Es war die Stunde der Design Ikone Riva. 27 Riva Boote aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Schweden machten der 4. Riva Classics Bodensee auf dem schwäbischen Meer ihre Aufwartung.

Foto:  © Michael Wiemer

Das Riva Event vom Sommer wird allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben.

Apropos angenehme Erinnerung.

Der Sonntagabend wird für die Ravensburg Towerstars nicht so angenehm in Erinnerung bleiben. Eine 2:8 Niederlage beim ESV Kaufbeuren. Die böse Klatsche war nicht das einzige ärgerliche für das Eishockeyteam aus der Puzzlestadt, wie Frank Enderle zu berichten weiß:

,,Die derbe Klatsche im Allgäu-Oberschwaben Derby war letztlich aber noch nicht der negativste Punkt der vermeintlich kürzesten Auswärtsreise. Der Towerstars Teambus wies einen Komplettdefekt aller wichtigsten Systeme auf, Reparaturversuche vor Ort blieben erfolglos. So mussten die Ravensburger Cracks und Funktionäre über drei Stunden und bis kurz nach 1 Uhr im liegengebliebenen Bus in Kaufbeuren ausharren, ehe ein Ersatzbus aus Ulm eintraf und Personal und Ausrüstung umgeladen werden konnte. Es war also schlichtweg ein Spieltag zum Vergessen.“

8 Gegentore an einem Sonntag mussten die Towerstars übrigens im August bei der 1:8 Testspielniederlage gegen den EBEL-Club EC Dornbirn Bulldogs einstecken. 150 mitgereiste Fans aus Ravensburg mussten damals bereits nach 33 Minuten einen 0:7 Rückstand bei dem österreichischen Team aus Vorarlberg konstatieren. Es war ein Testspiel zum Vergessen.

SV Germania Weingarten lässt am Doppelkampfwochende Punkte liegen 

Ringen 1. Bundesliga Süd war am Wochenende für den deutschen Meister von 2011 und 2012 angesagt. Der SV Germania 04 Weingarten hatte zwei Heimkämpfe. Dem Unentschieden gegen den amtierenden deutschen Mannschaftsmeister ASV Nendingen folgte dann eine 9:10 Heimniederlage gegen den Aufsteiger KSV Ispringen. Da nützten auch die beiden Einzelsiege der Brüder William Harth und Georg Harth gegen ihre Kontrahenten Michael Kaufmehl und Tim Müller nichts. Georg Harth hatte ja bekanntlich kürzlich bei den 6. Military World Games in Mungyeong (Südkorea) Silber geholt. So gruppiert sich der SV Germania 04 Weingarten nach diesem Doppelkampfwochenende auf dem Tabellenrang 3 hinter TuS Adelhausen und dem ASV Nendingen. Die nächste Kämpfe stehen bereits auf dem Plan. Am Samstag empfängt Weingarten den Spitzenreiter TuS Adelhausen in der Mineralix-Arena. Am Sonntag dann der Auswärtskampf beim KSV Aalen 2005.

Mixed Zone Bodensee

Fußball: Zerlegt sich da gerade eine Sportart selbst? Irgendwie kommt der Fußball aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus. Und ja, das aktuelle Spiegel Magazin in der Printausgabe ist auch in meiner Hand. Ja, alles gelesen. Ein andermal mehr. Vorab ein Hinweis zu Jens Weinreich seinem Kultblog. Hier in der Bodenseeregion wurde trotz aller Aufregung um die Bewerbung der WM 2006 auch Fußball gespielt. In der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg empfing der FV Ravensburg den FC Nöttingen zum Spitzenspiel. Am Ende stand eine 1:3 Niederlage für die Puzzlestädter zu Buche. +++  Motorsport: Der in Sigmaringen zur Welt gekommene Pasqal Wehrlein sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Im Rahmen einer Sponsorenaktion für Mercedes im Trainingslager der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Südtirol war er in einen Unfall involviert, bei dem ein Urlauber und ein Streckenposten verletzt wurden. Zeitsprung ins hier und jetzt. Für erfreulichere Schlagzeilen sorgte der talentierte Rennfahrer Pasqal Wehrlein am Wochenende bei der DTM auf dem Hockenheimring und ein schönes Geburtstagsgeschenk. Mit 21 Jahren (18. Oktober 1994) wurde er der jüngste DTM Champion. Das mit dem Jubel muss noch trainiert werden, weiß motorsport-total zu berichten.

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