Nachdenkenswert #318

,,Es ist uns nicht gelungen, die schweren Hypotheken des Spitzensports der vergangenen 50 Jahre zur Kenntnis zu nehmen. Die Kinder, die damals begeistert zum Sport gingen, sind heute 50, 60 Jahre alt und haben schreckliche Doping-Folgen zu tragen, leiden an schwersten physischen und psychischen Krankheiten. Viele sterben. Das Einheitsmanna ist deshalb für diejenigen, die im Spitzensport der DDR zu Opfern gemacht wurden, ausgesprochen bitter. In den 25 Jahren nach der Einheitsverkündung ist es der Gesellschaft nicht gelungen, die Kernlüge des Spitzensports in den Blick zu nehmen.“

Ines Geipel, Vorstandsvorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe e.V. und profunde Kennerin des Sportsystems in Deutschland, auf die Frage: ,,Frau Geipel, Sportfunktionäre und Politiker behaupten, die Vereinigung im Sport sei gut gelungen. Sehen Sie das auch so?“ im FAZ-Interview mit Anno Hecker unter dem Titel Die Kernlüge des Sports.

Ines Geipel im Interview mit Badische Zeitung: „Das ist so, als wenn sich der Spieler selbst auf die Hand pinkeln würde, um mal ein deutlicheres Bild zu bemühen.“

Die ehemalige Sprinterin Ines Geipel, profunde Doping-Expertin, hat sich nicht nur über das Dopingproblem in der Leichtathletik geäußert. Auch der Fußball und der Umgang mit Dopingproben wird von ihr scharf im Interview mit Badische Zeitung kritisiert.

,,Was sagt das schon? Sämtliche Kontrollen während der WM haben unter der alleinigen Hoheit des Fußball-Weltverbands (Fifa) stattgefunden. Das ist so, als wenn sich der Spieler selbst auf die Hand pinkeln würde, um mal ein deutlicheres Bild zu bemühen. Wer die Spiele angeschaut hat, dem war klar, dass wir in einem völlig neuen Spiel sind, was Aggressivität, Physis der Spieler und Schnelligkeit angeht. Und diese neue Performance kommt nun mal nicht von ungefähr. Den Fans ist das egal, aber ohne Chemie ist das schlichtweg nicht drin.“

Ines Geipel war vor 14 Jahren im Jahr 2000 Nebenklägerin im Prozess gegen die Drahtzieher des DDR-Zwangsdopings. Die gebürtige Dresdnerin ist heute Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sowie Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe.

Der Zaubertrank

Im Comic Asterix bei den Olympischen Spielen werden die Helden vorgestellt.

,,Asterix, der Held dieser Abenteuer. Ein listiger kleiner Krieger, voll sprühender Intelligenz, dem alle gefährlichen Aufträge bedenkenlos anvertraut werden. Asterix schöpft seine übermenschliche Kraft aus dem Zaubertrank des Druiden Miraculix…“

Nun, im wahren olympischen Leben scheint der Zaubertrank auch in der Reiseapotheke des einen oder anderen Athleten Platz gefunden zu haben. Sehr suspekt scheint auch der neue Weltrekord über 4 x 100 Meter der Frauen-Staffel aus den USA zu sein. Ines Geipel, einst selbst Leichtathletin und erfolgreiche Sprinterin im DDR Sportsystem, zur Leistung der Athletinnen im Staffelrennen von London auf leichtathletik.de:

,,Ein hochgedopter DDR-Weltrekord, einfach ausgelöscht – es tut mir leid, aber so eine Leistung ist ohne Chemie definitiv nicht möglich“

Ines Geipel nahm auch Stellung zum Körperbau. Ihre Worte sind prägnant und stimmen nachdenklich:

,Diese Art fettloser Körper zu trainieren, ist nicht möglich. Ich weiß, wovon ich spreche, ich hab das auch mal eine Weile getan. Der menschliche Körper ist in den vergangenen 30 Jahren nicht neu erfunden worden.“

Auch Gewichtheben ist immer wieder im Verdacht einen unerlaubten Zaubertrank einzusetzen. Matthias Steiner greift den Gewichtheber-Weltverband IWF wegen zu lascher Dopingkontrollen an.

Der Comicstar Asterix darf bittschön weiter seinen Zaubertrank in den Abenteuergeschichten mit Kumpel Obelix trinken. Die anderen sollten sich…