Kritik an der Schachbundesliga, Ulrich Geilmann, Zuschauerdefizite und mangelndes Interesse der Medien

Die Schachbundesliga hat mehrere Probleme. Da wäre die Zuschauerresonanz. Die Zahl der Schachfreunde die Live vor Ort die Partien der Schachbundesliga verfolgen hält sich in überschaubaren Grenzen. 2014 schrieb der in Moskau geborene und in Deutschland Schach spielende Ilja Schneider auf dem Schachblog von Zeit Online unter dem Titel Bauern, Könige und nur eine Handvoll Senioren über die Problematik der fehlenden Zuschauer in der Schachbundesliga.

,,Die muffigen Gaststuben wurden gegen repräsentative Sparkassengebäude, Hotels oder Rathäuser eingetauscht, in Berlin ist die Bundesliga manchmal im Willy-Brandt-Haus der SPD zu Gast. Es gibt hochwertiges Catering, die Spieler tragen Einheitskleidung, die Partien werden live ins Internet übertragen. Nur nach einer Kleinigkeit aus früheren Zeiten sehnt man sich heute: dem Zuschauer.“

Ilja Schneider, einem breiteren Publikum vor seinem Auftritt im Mehrautoren-Schachblog der Zeit Online mit dem eigenen Blog Schachzoo bekannt, wies auch auf den marketingtechnischen Aspekt hin.

,,Als sich die Schachbundesliga e.V. 2007 vom Deutschen Schachbund loslöste, wollte sie sich eigentlich besser vermarkten. Doch eine Liga zu verkaufen, der die wichtigen Merkmale einer Liga fehlen, ist schwer.“

Das lasse ich mal so stehen.

Foto: © Ray Morris-Hill  www.rmhphoto.eu

Schachweltmeister Magnus Carlsen gab in der Geschichte der Schachbundesliga ebenfalls seine Visitenkarte ab. Das norwegische Schachgenie spielte erstmalig in der Saison 2004/2005 für den SF Neukölln 1903. Später folgte das Engagement für die OSG Baden-Baden.

Deutschlands renommierter Schachpublizist Johannes Fischer, durch seine publizistische Arbeit bei ChessBase, dem Schachmagazin KARL, dem Schachblog von Zeit Online und seinem eigenen Blog Schöner Schein über regionale Grenzen bekannt, ist ein kompetenter Kenner in Sachen Schachbundesliga. Im Sportinsider Interview fragte ich Johannes Fischer:

Noch ein paar Worte zur Schachbundesliga. Wie ist die Liga aufgestellt in puncto Marketing, der Rolle in den Medien, den Zuschauerzahlen sowie der Spielstärke?

Johannes Fischer: Ach ja, die Bundesliga. Ich glaube, die könnte etwas flotter sein und eine Auffrischung gebrauchen. Wenn ich mit Freunden aus Schachkreisen über die Bundesliga rede, finde ich selten jemanden, der sich wirklich dafür interessiert geschweige denn begeistert. Die Saison ist zu lang, die vielen Rückzüge verzerren den sportlichen Wert der Liga, und es fehlen Vereine, mit denen man sich identifizieren, mit denen man mitfiebern kann.

Das ist schade, denn in der Bundesliga spielen nicht nur unglaublich viele starke Spieler, sondern in der Bundesliga wird auch viel Geld für Schach ausgegeben. Mit dem Gesamtbudget der Liga könnte man sicher ein phantastisches Schachereignis auf die Beine stellen. Aber ich glaube, ein paar Reformen täten der Bundesliga gut.

Ich weiß, technisch ist das alles schwierig und aufgrund von Regeln, Bestimmungen, Traditionen, etc. wahrscheinlich nicht machbar, aber einfach ins Unreine gesprochen, könnte ich mir vorstellen, dass die Bundesliga attraktiver wäre, wenn man sie auf zehn oder zwölf Vereine reduziert, die irgendwann im Laufe des Jahres an einem zentralen Ort um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft spielen. Das könnte ein richtiges Schachfestival werden – und vor allem ein Turnier, bei dem sich die besten deutschen Spieler mit der internationalen Spitze trifft.

Auch aktuell gibt es Entwicklungen die weniger erfreulich sind. Blogger Georgios Souleidis, einst kontinuierlich auf seinem Schachblog Entwicklungsvorsprung schreibend und seit einigen Jahren dort etwas arg sparsam im publizieren, berichtete gestern auf der Webseite der Schachbundesliga Trierer Bundesligateam zieht um nach Großbritannien. Einzig München dürfte aus dieser Nachricht Honig saugen. Durch den Rückzug von Trier bleiben beide Schachbundesligateams aus München in der Liga. Viele Fragen  bleiben.

Wie steht es um die Schachbundesliga in den Medien?

Der Videotext von ARD und ZDF ist regelmäßig bestückt mit Ergebnissen von Volleyball, Handball, Basketball, Hockey, Tischtennis Eishockey (DEL und DEL2), klar Fußball bis in die Niederungen der viertklassigen Regionalligen. Die Schachbundesliga fehlt da komplett. Komplett. Auch die mediale Aufmerksamkeit der Schachbundesliga in Deutschlands großen überregionalen Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung oder der FAZ ist von überschaubarer Größe. Kontinuierliche Berichterstattung, lange Artikel, Fotostrecken, Interviews mit Protagonisten der Schachbundesliga etc. sind kein Standard. Hier am Bodensee lässt sich gleiches auch über die großen Abonnementzeitungen Südkurier (Sitz in Konstanz) und Schwäbische Zeitung (Sitz in Ravensburg) sagen. Im Südkurier und der Schwäbischen Zeitung findet die Schachbundesliga nicht statt.

Ulrich Geilmann zu den Zuschauerzahlen Live vor Ort in der Schachbundesliga

Schachbundesliga Vizepräsident Ulrich Geilmann stellte sich im vergangenen Jahr meinen Fragen in einem längeren E-Mail Interview. In puncto Marketing und Vermarktung merkte Schachfreund Geilmann an:

,,Bedauerlicherweise haben wir in den letzten Jahren keine kontinuierliche Besetzung des Vorstands für Marketing und Vermarktung sicherstellen können, was sicher ein Manko ist. Bewerbungen nehmen wir aber gerne entgegen! Wer also Qualifikation, Zeit, Lust und Laune hat, den Posten unentgeltlich übernehmen zu wollen, mag sich bei uns melden.“

Auch zur Problematik der Zuschauerzahlen Live vor Ort, die der Internationale Meister Ilja Schneider wie eingangs erwähnt auf Zeit Online 2014 bereits thematisierte, nahm der Schachbundesliga Vizepräsident Ulrich Geilmann Stellung.

,,Erlauben Sie eine kurze Zwischenfrage, Herr Geilmann? Kann man die Zuschauerresonanz vor Ort vielleicht einmal konkreter darstellen?

Ulrich Geilmann: Gerne, Herr Wiemer, auch wenn Sie die Beantwortung nicht ganz zufrieden stellen wird. Die Bundesligawochenenden werden von den Mitgliedsvereinen in Eigenverantwortung ausgetragen. Dabei werden die Zuschauerzahlen jedoch nicht stringent erfasst, weil die Clubs zum Beispiel keine Eintrittsgelder erheben. Nach meiner langjährigen Erfahrung als Teamchef schwanken die Besucherzahlen jedoch je nach Event durchschnittlich im einem zwei- bis dreistelligen Bereich. Da müssen wir noch besser werden.“

Die Schachbundesliga ist in Sachen Zuschauerzahlen Live vor Ort kein Erfolgsmodell. Das mag man bedauern. Andererseits sind die Themen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für Zuschauer vor Ort jetzt auch nicht über Jahre mit Vehemenz offensiv und mit der nötigen Power umgesetzt worden.

Glamour Schach

Nichts hält sich hartnäckiger wie überholte Klischees. Da wird Schach eine Randsportart genannt mit dem geduldeten Aufenthalt im Hinterzimmer einer Gastwirtschaft. Schach fehle jeglicher Glamour. Auch so eine Schubladenfertigmeinung. Ilja Schneider weiß dann sogar von einem Beispiel fehlender Etikette auf dem Schachblog von Zeit-Online unter dem Titel Im rosafarbenen Pyjama am Schachbrett zu berichten. Nein, sexy geht anders – gar keine Frage.

Doch es gibt sie noch, die glamourösen Auftritte im Schach. Es wird dort kein Pfefferminztee serviert oder die Stullen selber aus dem Rucksack geholt.

A Champagne Reception

Nein, es darf schon eine Champagner Rezeption sein. Das Personal ist entsprechend gekleidet. Der Augenblick wird zelebriert. Die Trinktemperatur wird von Gourmetkennern gerne im Bereich  zwischen 6 Grad Celsius bis 9 Grad Celsius als ideal empfohlen. Selbstredend wird auf die Details geachtet, die zu einem perfekten und glamourösen Abend gehören.

Dinner with the Masters

Das traditionelle Restaurant bietet jene Stilsicherheit und Etikette, die der sportlichen Leistung der Protagonisten angemessen ist. Im Simpson’s-in-the-Strand, einem der ältesten Londoner Restaurants, ist alles angerichtet für die Genies.

Grand dining at Simpson's-in-the-Strand

Die Schachbretter sind liebevoll mit in die Tischdekoration eingebunden worden. Die Kronleuchter strahlen glanzvoll und der vorweihnachtlichen Stimmung ist mit den grünen Bäumen, dezent festlich geschmückt, auch gedacht wurden.

Guests enjoying drinks before dinner

Guests enjoying drinks before dinner

Die Stimmung unter den entspannten Gästen ist prächtig. Erwartungsvoll wird dem Dinner in London entgegen gesehen.

Malcolm Pein with guests from Barclaycard

Vorher gerne auch noch ein Glas Champagner. Schachorganisator Malcom Pein mit modisch mutiger und auffälliger Krawatte kümmert sich dabei auch um  die Gäste von Barclaycard.

Vishy Anand

Der mehrfache Weltmeister Vishy Anand, frischgebackener Turniersieger vom London Chess Classic 2014, hat auch noch gegen Jahresende viel Freude am königlichen Spiel.

Die Fotos vom Glamour Schach Dinner, anlässlich der beendeten London Chess Classic 2014, hat Ray-Morris-Hill mir wieder in altbewährter Form, dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

Hier geht es zu seiner Website: www.rmhphoto.eu

Gashimov Memorial: Magnus Carlsen mit 5 aus 8 und ein Blick auf seinen Angstgegner

Die jüngeren Schachfreunde halten den Hype um Magnus Carlsen in einer Sportart, die sonst oft den Ruf einer Randsportart hat, vielleicht für eine Premiere. Fast spielerisch leicht schaffte es der Norweger in die Schlagzeilen. Schach ist verstärkt durch den Schachmozart In. Gar keine Frage. Das gilt natürlich nicht flächendeckend. Selbst die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF haben so ihre lieben Schwierigkeiten beim bestücken des Videotextes mit Schachnachrichten. Ergebnisse der Schachbundesliga oder über das Gashimov Memorial mit Magnus Carlsen findet der geneigte Zuschauer selbst mit dem Fernrohr von Franz Beckenbauer aus dem Sky Spot mit Jürgen Klopp nicht. Aber andere Sportarten haben da auch so ihre Schwierigkeiten. Einst brachte es der erfolgreiche und charismatische Manager des deutschen Basketballmeisters Brose Baskets Bamberg, der auch einem Abwerbungsversuch von Bayern München widerstand, der geschätzte Wolfgang Heyder 2009 in der 84. Ausgabe des Magazins Bamberg Mohr Stadtillu auf den Punkt:

,,Im Prinzip ist es ja bedauerlich, das die Öffentlich-Rechtlichen ihrem Auftrag einer breiten Berichterstattung nicht nachkommen, dass die halt auch nur nach Quote gehen. Da gibt´s dann eben Fußball, Fußball, Fußball und dann vielleicht mal Automobilsport und dann noch ein bisschen Wintersport mit Biathlon, aber alles andere wird relativ verdrängt.

Magnus Carlsen schaffte es im November 2013 immerhin in die Morgennachrichten von ARD und ZDF. Dies war einst Georgios Souleidis gar einen kleinen Blogbeitrag wert unter dem Titel Magnus zieht.

,,Urplötzlich durchzuckt es mich. Der Typ, der für die Sportnachrichten zuständig ist, fängt an über die Schach-WM zu reden. Ich schaue hoch und trau meinen Augen nicht. Tatsächlich sendet das Moma einen Beitrag über zwei Minuten mit Bildmaterial aus Chennai in die deutschen Wohnstuben. Der Beitrag dreht sich hauptsächlich um Magnus Carlsen.“

Doch es gab bereits vor 42 Jahren beim Schachmatch des Jahrhunderts mit Bobby Fischer einen absoluten Medienstar. Im Buch von Jan Stradling Wenn Sport Geschichte schreibt  vermerkt er im Kapitel Der Bauernraub auf den Seiten 130 bis 141 über die Magnetwirkung auf die Medien unter anderen diese nachdenkenswerten Sätze:

,,In Scharen strömten ausländische Medien- und Pressevertreter in die isländische Hauptstadt Reykjavik, wo das Match ausgetragen werden sollte. Das Ereignis fesselte die Menschen in aller Welt. Fischers Porträt prangte auf den Titelblättern von Zeitschriften wie Life, Newsweek und Time. Schachbretter waren ausverkauft, Songs wurden geschrieben, und die Popularität des Spiels stieg sprunghaft an.“

Der Kampf um die Aufmerksamkeit von Lesern auf den Online Plattformen von Magazinen wie Der Spiegel oder der Wochenzeitung Die Zeit wird auch durch die Schachberichterstattung geführt. Das königliche Spiel ist momentan in der Ära Magnus Carlsen verstärkt In. Der Schachspieler aus Norwegen schaffte es gar in die Bild am Sonntag und das sonst mit Schach eher sparsam umgehende Blatt stellte den frischgebackenen Weltmeister kurz in 13 Punkten nach dem WM-Sieg gegen Anand unter dem prägnanten Titel Schach-Genie hat Angst vor dem Intelligenztest vor. Der Norweger wird selbstverständlich auch gut vermarktet und cool in Szene gesetzt. Sponsor G-Star Raw überlässt da nichts dem Zufall. Der grandiose Ulrich Stock einst am 31. Oktober 2013 in dem Kultartikel inklusive dem anschließendem Interview mit Carlsen auf Zeit Online vor dem WM-Kampf gegen Anand:

,,Carlsen dagegen, der weltbeste Schachspieler: eine schwarz-weiße Gestalt mit finsterem Blick. Die Modefirma kleidete ihn ein und ließ ihn von Anton Corbijn fotografieren. Wochenlang war das Plakat in Europas Innenstädten zu sehen. Es sollte junge Menschen zum Kauf einer Jeans verleiten. Sie konnten sich auch das Poster kaufen, um es übers Bett zu hängen.“

Deutschland hat optimistisch betrachtet fast 100.000 Schachspieler im Deutschen Schachbund organisiert. Okay, die letzten Jahren waren etwas rückläufig bei den Mitgliederzahlen. An den Wert aus dem Jahr 2006 mit 97.184 Mitgliedern ist der DSB nicht ganz wieder herangekommen. Doch die Schachbegeisterung in Deutschland lässt sich nicht nur auf Mitglieder im DSB reduzieren. Seit 2014 gibt es auch die Angebote auf Facebook und Twitter vom Deutschen Schachbund.

Es soll ca. jeder 4. Deutsche Schach spielen können. Kein zu unterschätzendes Potenzial im medialen Wettstreit um Leser. In die Printausgabe vom ehrwürdigen Spiegel vom 18. November 2013 hatte es Schach ebenfalls ganz geschmeidig geschafft. Stolz verkündete das Hamburger Nachrichtenmagazin eine Rekordzahl in Sachen Zugriff auf den Online-Schachticker vom Spiegel. Von 1,5 Millionen Klicks in der 4. Partie der Schach-WM Partie zwischen Vishy Anand und Magnus Carlsen war da zu lesen.  Die Begegnung ging über 64 Züge. Das war damals das vierte Remis hintereinander in Chennai.  Da stand es im vielbeachteten WM-Match noch 2:2. Dann kam der vorentscheidende Doppelschlag vom norwegischen Herausforderer. Vielleicht kommt Schach in Zukunft auch noch kontinuierlicher in der Berichterstattung zu Wort. Da ist noch Luft nach oben. Der Carlsen Hype trägt schon noch eine Weile. Oder? Dabei hat auch der norwegische Jungstar weltliche Schwächen. Doch dazu gleich.

Zu großer Form lief am Wochenende Ilja Schneider auf dem Schachblog von Zeit Online auf. Der deutsche Vizemeister im Blitzschach bei der Einzelmeisterschaft im Jahr 2008 hat sich in einen beachtlichen Rhythmus gebloggt. Unter dem Titel Huch, Magnus Carlsen hat verloren! wirft Ilja Schneider einen Blick auf den Schachweltmeister und seinen Angstgegner Fabiano Caruana. Der 29-Jährige Internationale Meister Schneider arbeitet dabei auch die Unterschiede der beiden jungen Profischachspieler heraus.

,,Carlsen bloggt, stellt Videos ins Netz, er treibt unzählige Sportarten. Von Caruana weiß man noch nicht einmal genau, wo er wohnt. Es wurden zwar beide noch nie mit einer Frau an ihrer Seite gesehen. Carlsen wurde trotzdem unter die Sexiest Men of 2013 gewählt, Caruana gilt einfach als Nerd. Aber offensichtlich trainiert er hart, wahrscheinlich mehr als Carlsen.“

Okay, meine Stammleser werden sich an meinen feinen recherchierten Artikel Ein paar Worte zum Rücktritt von Schachweltmeister Carlsen erinnern. Im Zuge der Tradition des gepflegten Aprilscherzes hatte ich in Sachen Frau beim Schachmozart ein wenig Tempogewinn eingebaut.

,,Gerüchte über eine Veränderung im Privatleben, es soll eine bezaubernde Frau im Leben vom 23 Jährigen Schachgenie seit dem Besuch bei Real Madrid an seiner Seite sein, verdichteten sich.“

In Sachen Aprilscherz war ich nicht der einzige Schachfreund. ChessBase powerte mit der Geschichte unter dem Titel WM-Match findet in Norwegen statt. Der Kampf Anand vs Carlsen sollte auf einer Ölplattform stattfinden. Höhepunkt der gut inszenierten Story inklusive Bildern und Videos war jenes Interview mit dem norwegischen Erdöl- und Energieminister Erik Blodøksja.

,,Und wie kommen die Spieler dort hin?

Es gibt einen Helikopter-Shuttle. Etwa 150 km Entfernung, das ist mit dem Helikopter in weniger als einer Stunde erledigt.

Und was ist mit Zuschauern und Journalisten?

Zuschauer? Ach so, die werden über das Internet versorgt. Wer will, kann natürlich gerne auch persönlich kommen. Allerdings auf eigene Kosten. Aber wir stellen Stühle auf.“

Doch zurück in die Gegenwart. Es scheint mir auch generell so, dass Zeit Online mit dem Schachblog und seinen Akteuren (nicht zu vergessen der geschätzte Johannes Fischer) einen guten Griff getan hat in puncto Drive, Texten die den Tag überdauern und  dem scharfen Blick hinter die Kulisse der Schachszene. Weiter so! Gerne mehr davon. Auch im Hinblick auf das WM Match zwischen Vishy Anand und Magnus Carlsen.anand - carlsen deep game

Apropos Magnus Carlsen. Heute stand ja bereits die 8. Runde beim über 10 Runden ausgelegten Gashimov Memorial an. Schachweltmeister Magnus Carlsen hatte sich gestern ja den Platz an der Sonne wieder zurückerobert. Sonntag, nicht der schlechteste Tag für die Erlangung der Tabellenspitze. Zwischenzeitlich hatte er ja in Runde 4 und 5 zwei Niederlagen gegen Fabiano Caruana und Teimour Radjabov hintereinander quittieren müssen und rutschte zwischenzeitlich auf den vorletzten Tabellenplatz, einen für den 23-Jährigen Schachweltmeister gewöhnungsbedürftigen 5. Platz nach Runde 5 ab. Nach dem heutigen Tag mit dem Remis von Magnus Carlsen gegen Sergey Karjakin, die Einzelheiten hat gewohnt zuverlässig André Schulz auf ChessBase zusammengefasst, führt der Weltmeister weiterhin die Tabelle an. Gefolgt von seinem Angstgegner Fabiano Caruana.

Das soll es für heute gewesen sein. Meinen treuen Lesern wünsche ich einen schönen Abend.

Vielleicht noch ein paar Schachlesehinweise:

Joe´s Schachblog mit der Frage: Wer war der stärkste Schachspieler aller Zeiten?

Ein zeitloser Artikel von Johannes Fischer auf seinem wunderbaren Blog Schöner Schein über die Erinnerungen an Sotschi: Ein potemkinisches Turnier.

Deutschlands Champion von 2010, Niclas Huschenbeth, mit Impressionen vom Final Four 2014

2 neue Sportblogs nehmen Fahrt auf

Blogs an den berühmten Nagel zu hängen war in den letzten 12 Monaten im Trend. Die selbsternannte Laufsau Marc Bischoff schloß im Dezember 2009 seinen Laufblog unter anderen mit folgenden Abschiedsworten: 

,,Für die Laufsau ist es gerade am schönsten. Die Laufsau läuft nicht, weil wir hier im Schnee ersaufen, das ist auch mal schön. Die Zugriffszahlen auf den Blog haben astronomische Höhen erreicht (7000 im letzten Monat). Und ich habe das Thema nun endgültig durch. Ich bin mir sicher, dass ich so ziemlich alles in den letzten eineinhalb Jahren verwurstet habe, was man zum Thema Jogging und Laufen unterhaltend schreiben kann.

Schuhkauf: erledigt
Laufen bei Schnee, Eis und Matsch: erledigt
Marathonteilnahme: erledigt
Wettkampfverpflegung: erledigt
Familie, Kinder: erledigt
Tücken der Technik: erledigt
Musikbegleitung: erledigt
Laufklamotten: erledigt
Trainingslehre: erledigt
Weihnachten: erledigt
lustige Videos: mehr als gut für Euch ist…
Übergewicht: durch
Krankheiten: hatschi

Also auf gut deutsch: mit fällt nix mehr ein. Nichts jedenfalls, was Euch wöchentlich unterhalten würde, und erzwingen muss man es ja nun nicht.“

Doch es waren noch weitere Nägel für andere Blogger da. Stefan Löffler wollte ab April 2010 seinen individuellen Schachblog nicht mehr weiterführen. Frank Große bot im August kein Schachtraining mehr auf seinem Blog an. Der Schachzoo von Ilja Schneider wurde auch mit keinem neuen Lesefutter mehr bestückt und schloß im August die Pforten.  Torsten Wieland verabschiedete sich im November vom lesenswerten Schalker Königsblog.

Ich finde es immer sehr schade wenn ein Blog an den Nagel gehangen wird. Doch wie im richtigen Leben geht es immer weiter. Es haben in den letzten Wochen 2 neue Sportblogs das Licht der Welt erblickt. Journalist Jonathan Sachse wurde von mir bereits in Aschenputtel Frauenfußball und die ZDF Live Berichterstattung und seine Alternative erwähnt.

Das Credo von Jonathan Sachse:

,,Meinen Blog habe ich mit dem Slogan “Leidenschaft. Transparenz. Öffentlichkeit.” überschrieben. Hiermit soll mein Verständnis von gutem Journalismus skizziert werden, das, was ich anstrebe. Ich liebe es, mich ausgiebig mit einem Thema auseinanderzusetzen. Die intensive Recherche ist meine Leidenschaft, hier bin ich Perfektionist. Aus Minuten werden schnell Stunden, gerne auch Monate.“

Hier geht es zum Blog von Jonathan Sachse. Er nimmt gerade Fahrt auf.

Ein weiteres interessantes Sportblog ist von Daniel Drepper am Start. Er bohrt auch gleich die dicken Bretter. Fuentes is back. Aber auch aus dem alltäglichen Leben eines Sportjournalisten berichtet er transparent und mit einem Blick auf das Geschäftsgebaren einer Lokalzeitung unter Wie ich beim Ahlener Tageblatt rausgeschmissen wurde…

Auch Daniel Drepper hat ein spezifisches Credo:

„Real journalism consists of what someone doesn’t want published, all the rest is public relations.“ — George Orwell. Zumindest hin und wieder soll hier echter Journalismus geboten werden. Vor allem, aber nicht nur, über die Jubel- und Erfolgsmaschine Sport.“

Beide Sportblogs von Jonathan Sachse und Daniel Drepper versprechen für die Zukunft interessanten Lesestoff. Es ist Ihnen Durchhaltevermögen, Power, Leidenschaft, unbändige Freude am bloggen und eine große Leserschar zu wünschen.

Das feine Schachblog Schachblätter

Durchhaltevermögen ist nicht wirklich eine Kernstärke deutscher Schachblogs. Ein kurzer Rückblick. In Deutschland haben sich dieses Jahr einige Schachblogs verabschiedet. Schachblogger Stefan Löffler hängte seinen Schachblog am 20. April 2010 an den Nagel. Der meinungsstarke Internationale Meister und Schachjournalist machte den Anfang. 

Ein anderes hoffnungsvoll gestartetes Schachprojekt von einem Schachspieler wurde einige Monate später ad acta gelegt. Ilja Schneider schloß die Pforten im Schachzoo im August. Die Schließung von Schachblogs nahm fast inflationäre Ausmaße an. Frank Große verkündete nach der Eröffnung vom Schachtraining.blog am 4. Januar 2010 bereits nach acht Monaten im Sommer einen Einsteller. 

Doch es geht auch anders. Das feine Schachblog Schachblätter feierte kürzlich seinen 5. Geburtstag. Es kommt unaufgeregt daher. Pickt kleine und größere Schachkostbarkeiten auf. Stefan Kalhorn präsentiert sie liebevoll und ohne schrille Töne. Seine Rumpelkammer auf zweimal 32 Feldern atmet eine Schachseele. Durchhaltevermögen ist eine selbstverständliche Kernstärke. Aus der Anfangszeit  vom Schachblog Schachblätter am 19. November 2005 gibt es hier die legendäre 10. Partie zwischen Lasker und Schlechter im Weltmeisterschaftskampf 1910 in Berlin zu sehen.

Schach: Jan Gustafsson geht online und andere offline

Die spanische Schach-Einzelmeisterschaft findet dieses Jahr vom 04.09 bis 12.09 auf Teneriffa statt. Deutschlands Schachgroßmeister Jan Gustafsson coacht das verheißungsvolle Talent Ivan Salgado Lopez. Anschließend geht es mit dem Coaching bei der Schacholympiade im sibirischen Khanty-Mansijsk vom 21. September bis 3. Oktober weiter. Gustafsson nimmt die Mannschaft von Dänemark als Honorartrainer unter seine Fittiche. Anschließend beginnt für ihn mit der OSG Baden-Baden am 9. Oktober die Schachbundesliga. Seit neuestem ist Jan Gustafsson im Netz mit eigener Website und Kolumne vertreten. Mal sehen wie lange der Atem für kontinuierliche Online Auftritte reicht. 

Derweil hat diese Woche Ilja Schneider die Einstellung vom Schachblog Der Schachzoo mitgeteilt. Er hatte ja mit Jörg Hickl die großen Auftritte während des WM Kampfs zwischen Anand und Topalov bei der Live-Berichterstattung auf der Schachwelt. Das war ganz großes Kino. Ilja Schneider will seine eigene Schachstärke verbessern und setzt Prioritäten:

,, Kurzum, ich müsste mich auch außerhalb der zahlreichen Turniere mehr mit Schach beschäftigen. Viel mehr.Wie es auch die ganzen anderen Guten machen, oder zumindest die Erfolgreichen.
Und was mache ich? Ich schalte zuhause meinen Laptop ein und verbringe 2-3 Stunden im Schachzoo, wo ich zumeist ausführlich meine Colorado- und Trompowsky-Partien kommentiere, die ich vorher (und das ist vielleicht sogar das Schlimmste!) vielleicht auch noch – zumindest unterbewusst – EXTRA aufs Brett gebracht habe, um sie danach der Fan-Gemeinde präsentieren zu können?! 3 Stunden, die man hätte auch gut in Königsindisch stecken können?! Bei aller Liebe, aber Freunde, ihr müsst mir zustimmen: Das ergibt einfach keinen Sinn.“
 

Knapp zwei Wochen vorher hatte der Schachtrainer Frank Große aus Leipzig mit seinem Blog Schachtraining das Handtuch geworfen. Sein Abschiedstext las sich so:

Liebe Blogleser, momentan fehlt es mir an Zeit, Kraft und Motivation den Blog wieder zu beleben.
Aus diesem Grund stelle ich das Angebot bis auf weiteres ein!

Ein weiteres Schachblog war bereits am 20. April zu Grabe getragen werden. Die Fahnen auf Halbmast. Stefan Löffler zog den Stecker und verabschiedete sich mit folgenden Zeilen vom Schachblog:

,,Nun zieht der Schachblogger die Konsequenzen. Der Schachblog wird abgedreht. Aber nur um an anderer Stelle, vielleicht ohne einige Spitzen und Insidereien, dafür gegen ein geringes Honorar weitergeführt zu werden.“

Die neue Stelle mit dem monetären kleinen Honorar ist die Schachwelt. Dort flutscht es allerdings auch nicht wie gewünscht. Stefan Löffler titelt desillusioniert Blogger verpisst euch, keiner vermisst euch?

Ein wenig wundere ich mich schon. Bloggen verlangt Leidenschaft, Herzblut, Ausdauer, Spaß und einen aufrechten Gang. Das schnelle und massive Schließen von Schachblogs macht mich nachdenklich. 

Dessert zum Schach-WM-Kampf Anand-Topalov

Heute vor einer Woche verteidigte Viswanathan Anand seinen Titel und wurde gegen Veselin Topalov Weltmeister. Kleiner Nachschlag gefällig? Ein kleines Dessert für alle Schachfreunde. Auf chess-international bringt Franz Jittenmeier ein Interview mit dem internationalen Schiedsrichter Werner Stubenvoll. Hochinteressant. Stubenvoll war zweiter Schiedsrichter beim Schach-WM-Kampf Anand-Topalov in Sofia. Zusammen mit Mag. Hans Stummer blickt er auf das Schachmatch zurück und nimmt auch Stellung zum Stromausfall in der bulgarischen Hauptstadt und dem anschließenden Umgang mit der Zeitmessung beider Schachhelden. Ein Dank geht hier auch nochmals an den Erfinder der Taschenlampe. Der Schiedsrichter beschreibt auch gut die Atmosphäre zwischen dem indischen Tiger von Madras und dem bulgarischen Löwen. Die 5:45 Minuten Interview sind gut investierte Zeit. Wer obige Verlinkung verpasst hat: Hier geht es zum Interview.  

Turm in der Schlacht

 © Michael Alber: Pixelio 

Der Organisator und Macher von chess-international, Franz Jittenmeier, feierte übrigens am Tag des Sieges von Anand seinen 70. Geburtstag. Wer nochmals einen kleinen textlichen und bildlichen Rückblick auf die Siegerehrung werfen möchte, findet bei Georgios Souleidis auf seinem Blog Schwatt und Weiß schöne Impressionen.

,,Genauso müssen Siegerehrungen ablaufen: Kurz die Nationalhymnen abspielen, ein paar hohe Tiere erzählen das Nötigste – lange hört eh keiner zu – und dann werden die Trophäen überreicht.“

Inzwischen ist Georgios Souleidis wieder zurück in Deutschland. Eine kleine Umstellung für ihn. Er stellt ein „Niveaulag“ bei sich fest und findet:

,,Einige Tage nach der WM in Sofia ist es gar nicht so einfach, sich wieder auf den normalen Schachalltag einzustellen. Zu dramatisch, zu hochklassig war das Geschehen in der bulgarischen Hauptstadt. Allerdings finden zur Zeit so viele Turniere statt, dass man den „Niveaulag“ schnell überwindet.“

Was macht eigentlich Weltmeister Anand? Wer könnte uns dies besser mitteilen, wie chesstigers. Nach der planmäßigen Rückkehr per Flugzeug aus Sofia (die Anreiseise zum Match erfolgte ja per 40 Stunden Autotour) gab es kein großes durchatmen. Die nächsten 8 Wochen ist Viswanathan Anand in seiner Heimat Indien:

,,Von dort aus wird er für die nächsten zwei Monate nach Indien reisen, wo vorerst noch kein Durchatmen und Genießen zu erwarten ist, sondern eine umfangreiche Gratulationstour bei Familie, Regierung, Verbänden und Sportministerium. Natürlich wird er bei seinem Sponsor NIIT (National Institut of Information Technologie) den „Return of Invest“ abliefern dürfen.“

Zum Abschluß noch ein Wort zur Schachwelt. Das war schon ganz großes Kino während der WM. IM Ilja Schneider und GM Jörg Hickl erinnern Rainer Osenberg beim caissa schach-magazin gar an Delling und Netzer und er bringt den Grimme-Preis ins Spiel.

,,Bis zum Grimme-Preis ist es sicherlich noch ein weiter Weg, doch scheint diese Art von Schachreportage geeignet, auch solche Schachfreunde zu begeistern, die sich bisher nicht zum Vereinsschach entschließen konnten. Das Erfolgsrezept ist, gleichzeitig etwas abgehoben wie auch volksnah, vor allem aber einfach menschlich zu wirken und eben nicht als „Nerds“.“

Hickl ist erst im vergangenen Jahr mit der Schachwelt auf den Markt gekommen. Mein Kompliment. Die Feuertaufe hat er bei der WM mit seinen Mitstreitern Schneider und Löffler mit Bravour bestanden. In der gedruckten Ausgabe vor der WM war unter anderen ein bemerkenswertes Interview von Stefan Löffler mit Veselin Topalov zu lesen. Der Vizeweltmeister fährt Opel Insignia und viele andere interessante Details, wie Gourmetfreuden vom bulgarischen Herausforderer und seinem Manager sowie seine detaillierte Meinung zu Anand etc. sind zu erfahren. Gestern habe ich in Nürnberg das Schachheft noch in der Bahnhofsbuchhandlung gesehen.   

Von den deutschen Schachzeitungen hat die Schachwelt in der Kombination Print und Online ganz klar als Klassenbeste abgeschnitten. Das war schwungvolles Angriffsspiel am Königsflügel. 

8. Partie Anand-Topalov Live

Heute steht die 8. WM-Schachpartie zwischen Anand und Topalov an. Der angriffslustige Herausforderer eröffnet mit den weißen Figuren. Er wird wieder eine Attacke auf Anand versuchen. Sehen wir heute den Ausgleich im Match? Anand führt knapp mit 4:3. Das Büffet der Live-Berichterstattung wird wieder 14.00 Uhr geöffnet.

World chess champion Viswanathan Anand of India (L) writes a note during the seventh game against his opponent Bulgarian chess grandmaster and former world chess champion Veselin Topalov at the FIDE World Chess Championship match in Sofia, May 3, 2010. REUTERS/Oleg Popov (BULGARIA - Tags: SPORT CHESS)

Susan Polgar ist wieder live dabei. Sie zeigt auch ganz gut wie ein professioneller Webauftritt für eine Schachspielerin geht. Was macht eigentlich Deutschlands Schachkönigin Elisabeth Pähtz?

Die Schachwelt ist heute auch wieder live mit von der Partie. Ein wenig längere Vorlaufzeit für die Vermarktung des eigenen Online-Auftritts während der WM hätte GM Jörg Hickl sicher auch noch mehr Zulauf gebracht. Als IM Ilja Schneider gestern während der Kommentierung den Wettanbieter bwin ins Spiel brachte fragte der Herausgeber der Schachwelt, Jörg Hickel, ob sie denn auch Werbung auf der Schachwebsite der Schachwelt haben. Nein, die österreichischen Sportwettenanbieter sind kein Werbepartner. Dann braucht auch nicht drüber geredet werden. Schneider hatte schnell verstanden und schwenkte auf ein anderes Thema. Da mußte ich leicht schmunzeln. Schach und Marketing sind ein weites Feld.

Die offizielle WM-Website Anand-Topalov ist auch live dabei, und wird am heutigen Dienstag sicherlich auch wieder zahlreich interessierte Schachfreunde aus aller Welt finden. Der Schach-WM-Kampf wird auf allen Kontinenten interessiert verfolgt.

Chessdom, Sponsorpartner des WM-Schach-Kampfs, ist heute auch wieder live am Schachbüffet dabei. Auch dort ist der Zulauf intensiv und die Schach-Partien sind zeitnah zu erleben.

7. Partie Anand-Topalov Live

Heute steht die 7. WM-Schachpartie zwischen Anand und Topalov an. Der amtierende Weltmeister eröffnet mit den weißen Figuren. Ich würde auch gerne ein 1. e4 sehen wollen. Das Büffet der Live-Berichterstattung wird wieder 14.00 Uhr geöffnet. 

Die charismatische und symphatische Schachspielerin Susan Polgar powert auf ihrer Website. Sie wird wieder live von der 7. Partie berichten. Ihre Besucherzahlen während der Live-Kommentierung machen eine gute Figur:

31,236 people joined us right here for game 1 LIVE commentary.
42,198 people joined us right here for game 2 LIVE commentary.
44,512 people joined us right here for game 3 LIVE commentary.
51,939 people joined us right here for game 4 LIVE commentary.
63,059 people joined us right here for game 5 LIVE commentary.
63,304 people joined us right here for game 6 LIVE commentary.

World chess champion Viswanathan Anand (R) of India makes a move against his opponent Bulgarian chess grandmaster and former world chess champion Veselin Topalov during the start of the FIDE World Chess Championship match in Sofia, April 24, 2010. REUTERS/Stoyan Nenov (BULGARIA - Tags: SPORT CHESS)

Großmeister Jörg Hickl und der Internationale Meister Ilja Schneider sind für die Schachwelt auch wieder auf dem Radar. Hier geht es zur Live-Kommentierung im WM Chat. Interessant wird für mich sein, wie Hickl nach der WM seinen Online Auftritt weiterführt. Im vergangenen Jahr ist er ja mit der Zeitung Schachwelt auf den Markt der hart umkämpften Schachzeitungen in Deutschland gekommen. IM Stefan Löffler schrieb damals 2009 auf seinem Schachblog:

,,Für Hickl spricht, dass er sich nicht nur selbst Gedanken gemacht, sondern auch Rat gesucht hat, u.a. beim Schachblogger. So scheint die „Schachwelt“ kapiert zu haben, dass im Zeitalter des Internets Turniernachberichterstattung nicht mehr das A und O sein kann. Die Nullnummer ist für Ende Juli angekündigt ist, und ab September soll die „Schachwelt“ im gutsortierten Zeitschriftenhandel sein.“

Stefan Löffler ist jetzt bei der Schachwelt selbst aktiv involviert. Für meinen Geschmack hat er seinen eigenen Schachblog jedoch verfrüht an den Nagel gehangen. Für die Schachwelt bloggen und das eigene Schachblog weiterführen ist natürlich immer eine grundsätzliche Entscheidung.

Die offizielle WM-Website Anand-Topalov ist auch live dabei, und wird sicherlich auch wieder zahlreich interessierte Schachfreunde aus aller Welt finden. So ein Schach-WM Kampf ist ja auch immer ein Wettbewerb der Aufmerksamkeitsökonomie.

Chessdom ist heute auch wieder live am Schachbüffet der Live-Berichterstattung vertreten. Der Sponsorenpartner des Schach-WM-Kampfs Anand-Topalov erfreut sich ebenfalls großer Aufmerksamkeit. Schachtrainer Frank Große schrieb kürzlich auf seinem Schachtrainingblog:

,,Auf Chessdom wird der geneigte Leser in englischer Sprache die Ereignisse wohl etwas mehr aus der Sicht des Herausforderers Topalow verfolgen können.“

Also, dann auf in die zweite Turnierhälfte. Topalov konnte in seinem Sofioter Wohnzimmer noch nicht den forschen Worten die entsprechenden Ergebnisse folgen lassen. Anand holte aus seinen 3 Weiß-Partien 2,5 Punkte. Daran wird der bulgarische Herausforderer zu arbeiten haben. Der Weltmeister hat sehr schnell seinen 0:1 Rückstand aus der Auftaktpartie in eine Führung gewandelt. Kleine Anmerkung in eigener Sache: Soll ich Anand und Topalov böse sein? Meinem Artikel über die Vermeidung des inflationären Remis, folgten doch tatsächlich in Partie 5 und 6 zwei Punkteteilungen. Okay, ich will da nicht kleinlich sein. Es darf jedoch durchaus in der heutigen 7. Partie wieder ein fulminanter Sieg für einen der beiden Protagonisten auf der Sofioter Schachbühne erfolgen.

5. Partie Anand-Topalov live

Heute steht die 5. WM-Schachpartie zwischen Anand und Topalov an. Der bulgarische Herausforderer eröffnet mit den weißen Figuren. Das Büffet der Live-Berichterstattung wird wieder 14.00 Uhr geöffnet. 

Die Schachwelt läuft zu großer Form auf. Der Internationale Meister Ilja Schneider hat sich bisher als Kommentator bewährt. Heute bekommt er Unterstützung vom Großmeister und Herausgeber der Schachwelt, Jörg HicklHier geht es zur Live-Kommentierung im WM Chat. Da sage noch einer deutsche Schachzeitungen haben kein Faible für das Internet. Ich wünsche gutes Gelingen.

Apr. 25, 2010 - Sofia, Bulgaria - (100425) -- SOFIA, April 25, 2010 (Xinhua) -- World chess champion Viswanathan Anand (C) of India competes during a match in the FIDE World Chess Championship against Bulgarian chess grandmaster and former world chess champion Veselin Topalov (R) in Sofia, Bulgaria, April 25, 2010.

Die offizielle WM-Homepage Anand-Topalov ist auch live dabei, und wird sicherlich auch wieder zahlreiche internationale Schachfans finden. Das Internet ist schon eine feine Sache. Jeder Schachfreund stelle sich bitte vor, er wäre auf den ARD oder ZDF Videotext oder die regionale Printzeitung angewiesen. Das wäre eine asketische Schachdiät.

Chessdom powert heute auch wieder live. Sie sind ja Sponsorenpartner des Schach-WM-Kampfs Anand-Topalov. Auf der Website gibt es auch eine umfangreiche Fotostrecke. Am meisten angesehen (1980 x) wurde sich bisher dieses Bild.

Susan Polgar hat ihren eigenen Blog. Die charmante Schachspielerin wird dort auch wieder live von der 5. Partie berichten. Sie hat den Bogen auch raus. Mein Kompliment.

Stolz verkündet Susan Polgar folgende Besucherzahlen auf ihrer Website:

31,236 people joined us right here for game 1 LIVE commentary.
42,198 people joined us right here for game 2 LIVE commentary.
44,512 people joined us right here for game 3 LIVE commentary.
51,939 people joined us right here for game 4 LIVE commentary.

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