Angela Merkel sagt PR-Termin bei Jogi Löw ab

Es hätte so ein schöner Tag werden sollen. Die protestantische Pfarrerstochter wollte dem Übungsleiter Joachim Löw und seiner Fußballmannschaft einen Besuch im Trainingslager abstatten. Der mündige Bürger kennt ja die Szenarie, Lächeln in die Kamera, Fotos mit Fußballspielern um Sympathie zu erlangen, halt diese geschmeidigen und oft gesehenen PR-Termine von Politikern im Kreise der Sportler. Es soll immer auch ein wenig Glanz, Image und Strahlkraft des Sports auf die Mandatsträger scheinen. Jüngstes Beispiel ist der Tanz von SPD-Politiker Christian Ude mit Bayern Coach Louis van Gaal auf dem Balkon in München während der Meisterfeier. Ude ist dabei bekennender 1860 Fan.

Nun war die CDU-Politikerin Angela Merkel bei Joachim Löw angemeldet. Sie sagte den Termin ab. Die Bundeskanzlerin wurde vom Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler kalt erwischt. Das politische Tagesgeschäft machte dem geplanten PR-Termin im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft einen Strich durch die Rechnung. Schlechtes Timing von Köhler. Ich war mit meiner Liebsten ein paar Tage am Bodensee und habe bei der Rückfahrt nach Nürnberg die Nachricht aus dem Autoradio gehört. Da fiel mir doch gleich spontan das Frauenfußballendspiel Deutschland gegen England bei der EM in Finnland 2009 ein. Auf der Tribüne wurde damals der Bundespräsident Horst Köhler gesichtet.