Bundesliga, Leichtathletik-WM und Schach-Weltcup

Der Tag bräuchte 48 Stunden. Prioritäten ordnen. Bundesliga, Schach-Weltcup und Leichtathletik-WM in Moskau. Volles Programm. Meine Jahrhundertliebe mag gerne einen Ausflug in die Natur machen. Oberstdorf mit einer Wanderung auf Einödsbach. Der südlichste ganzjährig bewohnte Ort der Bundesrepublik Deutschland. Wer gibt mir 48 Stunden statt der limitierten 24 Stunden? Bundesliga Start in Deutschland, Bayern München und Borussia Dortmund holen die erwarteten drei Punkte. Auch anderswo rollt der Ball wieder. Erster Sieg vom Aufsteiger AS Monaco im charmanten Nachbarland Frankreich in Ligue 1 gegen Girondins Bordeaux. Bei dem Investitionsvolumen der Monegassen kann dies nur eine Zwischenetappe sein. Mal sehen wohin die Reise der aufgerüsteten Mannschaft geht. Es sind immer wieder diese 144 Euro Finanzpower vom russischen Milliardär und Investor Dimitri Rybolowlew kolportiert worden. Da will einer hoch hinaus. Lehrbücher über ehrgeizige Ziele nehmen Rybolowlew eines Tages vielleicht mit auf.

Trikotsponsor Deutsche Bahn AG mit Schwierigkeiten über der Woche

Während die Deutsche Bahn AG vorige Woche so ihre Schwierigkeiten in puncto Klimaanlage, pünktlichen Ankommen im innerdeutschen Zugverkehr sowie dem Image und Diskussionen um die Personalpolitik hatte, strahlt Hertha mit dem Schriftzug DB vom Trikotsponsor von der Tabellenspitze hinunter. Zum Glück hatten die Neffen ein Abteil mit funktionierender Klimaanlage bekommen. Das ihre Ankunft sich um viele Stunden verspätete ist wieder eine Geschichte die ich ein andermal erzähle. Die mitgegebene Verpflegung war von meiner Jahrhundertliebe und mir für die planmäßigen 3 Stunden Zugfahrt ausgelegt. Doch zurück zur Hertha. Erster Tabellenführer der neuen Saison. Klingt feierlich. Auch bei Nike dürfen die Champagnerkorken knallen. Die Spieler haben das Nike Erkennungszeichen vom Ausstatter auf dem Trikot. Der amerikanische Sportartikelhersteller hatte ja mit den Personalien Lance Armstrong und Oscar Pistorius rückblickend in den letzten Monaten nicht ganz so glückliche Momente in Sachen Sponsorengagement.

Sportmarketing in Reinkultur: Usain Bolt und sich immer wieder stellende Fragen

Das spektakulärste Ereignis dieses Wochenendes ist das Phänomen Usain Bolt. Unter sportmarketingtechnischen Gesichtspunkten ist er ein Glücksfall für Puma. Während Konkurrent Adidas vor Wochen sein Sprinter-Aushängeschild Tyson Gay aus dem Schaufenster nehmen musste, hat Usain Bolt alle Aufmerksamkeit der Welt auf sich. Überhaupt dieser Sprinter aus Jamaika. Gerade Bolt hat alles was gutes Marketing auszeichntet. Eine überragende Performance, eine Show mit Alleinstellungsmerkmal, eine Sportdisziplin der auch offenbar zig Dopingfälle der Vergangenheit und die aktuelle Situation nichts anhaben können in ihrer Faszination für das Publikum weltweit. Schnellster Mann der Welt. Weltrekorde, die in einer atemberaubenden Dominanz die Rekordmarken der Vorgänger pulverisieren. Dazu diese unheimliche Lockerheit. Dieses Lächeln. Diese Gesten. Macht heute ein Kind diese Gesten nach, ist sofort allen klar wer gemeint ist.

Bolt hat jedoch auch Gegenwind. Kritiker werfen ihm ein wenig Clownerie vor. Und dann ist da noch das böse Wort mit D….., was wie ein Damoklesschwert über der Sprinterszene generell schwebt. Leichtathletikfreunde am Stammtisch stellen sich die Frage: Ist Usain Bolt sauber? – Wer will dafür die Hände ins Feuer legen? – ist darauf meine Antwort. Traveler Digital CameraEs ist heiß.

Aus der russischen Metropole Moskau berichtet derweil  Claus Dieterle in der FAZ über den sauberen Blitz aus Jamaika.

Schach-Weltcup in Tromsö und Frankreichs 88. Schach-Einzelmeisterschaft

Ansonsten läuft der Schach-Weltcup von Tromsö an. Alle Infos hat, wie bereits von mir diese Woche verkündet, Thomas Richter auf Schach-Ticker aufgedröselt. Auch ein Blick auf ChessBase lohnt sich für alle Schachfreunde. Frankreich hat ebenfalls schachliche Feinkost zu bieten. Die charmante Stadt Nancy im Nordosten des Landes ist Austragungsort vom 11. bis 23. August für die 88. Schach-Einzelmeisterschaften. Das prächtige Palais des Sports in der Nähe von Gentilly bildet eine festliche Kulisse als Spielort. Alle Infos in puncto Teilnehmerfeld und Spielansetzung gibt es auf Schach-Ticker.

4. Remis zwischen Schachweltmeister Anand und Herausforderer Gelfand sowie gefrustete Fußballvereine

Will denn keiner eine Schachpartie gwinnen? In Moskau endet auch die 4. Partie mit einer Punkteteilung. Inflationär. Bobby Fischer würde seine Stirn runzeln. Er war erklärter Gegner von Remisschwemme. Bei Susan Polgar gibt es die Partie Gelfand – Anand game 4 LIVE! zum nachspielen. Auch chesstigers ist in gewohnter Qualität mit Notation, Text und Bildern an Bord. Sie bringen es auch gut auf den Punkt:

,,Für beide Spieler ist die Schach-WM 2012 in Moskau bisher ein zähes Geschäft. Auch die vierte Partie endete realtiv unspektakulär im Remishafen, nachdem Viswanathan Anand und Boris Gelfand heute ihre Variante der zweiten Partie wiederholten.“

Chessbase titelt Vierte WM-Partie: Gelfand holt mit Weiß nichts heraus – remis und bringt ebenfalls nebst dem Spielverlauf einige interessante Fotos.

Da wir gerade beim Stichwort Fotos waren, ein Hinweis auf ein besonderes Motiv muss an dieser Stelle erfolgen. Eric van Reem hat auf seinem Blog Mate in Moscow unter anderen diesen Einblick in die Vielfalt einer WM-Veranstaltung im Schach in Moskau gegeben. In die Rubrik Sportfoto mag es der geneigte Betrachter vielleicht gar nicht gleich einordnen wollen.

So mit den Remis Tagen darf es jetzt aber gerne auch genug sein, um uns wieder den Protagonisten Viswanathan Anand und  Boris Gelfand zuzuwenden. Am 29. April 2010 schrieb ich hier im Blog unter dem Titel Anand und Topalov meiden die Inflation des Remis:

,,Ganz ohne Remis kamen 1866 der Österreicher Steinitz und der Deutsche  Anderssen aus. In acht Partien siegte Wilhelm Steinitz und in 6 Spielen behielt Adolf Anderssen die Oberhand. 1876 setzte der österreichische Schachweltmeister noch eins drauf. Er siegte in London gegen den Briten Joseph Henry Blackburne mit 7:0. Remis war Fehlanzeige in dem damaligen Schach-WM-Kampf. Soweit der kleine Ausflug in die Schachgeschichte.“

Für die 5. Partie zwischen Anand und Gelfand am Donnerstag, den 17. Mai, bietet der Wettanbieter bwin für einen Sieg von Anand eine Quote von 3,10, bei einem Remis 1,45 und bei einem Sieg von Gelfand mit den schwarzen Steinen eine Offerte von 10,00 an. Diese Quote auf einen Sieg vom Herausforderer lässt die Herzen eines jeden Wetters mit Faible für Außenseiterwetten höher schlagen.

Doch erst einmal ist am Mittwoch Ruhetag. Weniger ruhiger dürfte es zur Zeit bei Bayern München zugehen. Genüßlich zitierte die tz den Kommentar von Stefan Effenberg nach dem Pokaldesaster:

„Ich würde kotzen als Bayern-Spieler, wenn ich jetzt da durch gehen müsste. Die Dortmunder stehen Spalier und klatschen – ich hätte ’nen dicken Hals und Frust“

Frust dürften auch die Spieler von Manchester United schieben oder die deutsche Eishockeymannschaft nach ihrem zweistelligen Debakel gegen Norwegen. Auch in Karlsruhe dürfte sich nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga durch das 2:2 im entscheidenden Relegationsspiel gegen Jahn Regensburg, die Laune auf Titanic Niveau nach dem sinken des Luxusdampfers befinden.

In Regensburg darf hingegen gefeiert werden. Die sueddeutsche.de titelt Nie wieder kalt duschen und erinnert an die eine oder andere Sparmaßnahme von Jahn Regensburg. Der kolportierte Etat von 1,5 Millionen Euro reichte dennoch zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dort trifft der Jahn dann in der nächsten Saison auf zwei Berliner Mannschaften. Die Teams mit den aufbauwilligen Fans (Stichwort Stadion) von Union Berlin und der Hauptstadtverein, der dieses Jahr mit Babbel, Skibbe und Rehhagel mehrere Trainer engagierte, und auf den altehrwürdigen Namen Hertha hört. Es war nicht der Monat für Berlin. Erst fliegt ihnen das Flughafenprojekt um die Ohren und dann diese zwei Partien gegen die Fortuna aus Düsseldorf. Oder gibt es gar ein Nachspiel?

König Otto dürfte sich nach Griechenland gesehnt haben. Jener phänomenalen Triumphfahrt vom Flughafen, in alle Wohnzimmer dieser Welt gesendet, nach dem Sieg bei der Fußballeuropameisterschaft 2004 in Portugal. Andererseits hat ihn keiner zu einem Comeback bei Hertha in der Hauptstadt gezwungen. Die Entscheidung lag bei ihm.

2012/2013 wieder Berliner Derby in der 2. Bundesliga?

Nichts scheint wirklich neu im Berliner Fußball.

Jetzt kann ich sogar einen alten Hinz und Kunz Text wieder hervorkramen.

Vor rund zwei Jahren, am 19. Februar 2010 plauderten Hinz und Kunz über Hertha zwischen Höhenrausch und Abgrund:

Hinz: 

Muss sich die Hauptstadt nächstes Jahr auf eine Bundesliga ohne Berliner Vertreter einstellen?

Kunz: 

Ich mag die Überbetonung auf Hauptstadt nicht. Steigt Hertha ab, ist dass kein Weltuntergang. Berlin hat dann eben zwei Mannschaften in der 2. Bundesliga. Weder Düsseldorf noch München können auf sowas verweisen. Union und Hertha im Unterhaus hat doch auch Charme.

…..

Stuhltausch bei Hertha BSC: Lobeshymne für Skibbe …

Während der eine in Berlin nicht gehen will, wird der andere entlassen. Zu ersterer Personalie empfehle ich die Lektüre Das Märchen vom Politiker im Glück  auf sprengsatz.

Zur Entlassung vom Ex-Hertha Coach gab es offenbar kaum mehr Alternativen. Dabei bekam Michael Skibbe noch am 11. Januar 2012 in der Sport Bild von Leser Daniel Stelzenfelder folgende Lobeshymne zu lesen:

,,Michael Skibbe gehört zu den besten deutschen Trainern. Seine Tätigkeiten bei den deutschen Top-Klubs Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund sowie sein überaus erfolgreiches Auftreten in Frankfurt beweisen dies. Die Hertha-Fans sollten sich auf diesen Trainer freuen.“

Nun, Michael Skibbe zelebrierte ein klassisches Hertha 05. Es hagelte fünf Niederlagen hintereinander in Pflichtspielen und im letzten Spiel eine perfekte Choreografie mit dem 0:5 bei den schwächelnden Schwaben (man frage bei Bayern München und ihrem mühelosen Auswartssieg im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart nach). Danach griffen die branchenüblichen Mechanismen. Hilfe, wo ist das Phrasenschwein. Ich bin mit 3 Euro fällig. Herr Wontorra bitte übernehmen sie.

Der erste Arbeitstag von Ex-Hertha Trainer Skibbe war der 3. Januar 2012. Der Vertrag war bis zum Sommer 2014 datiert und komfortabel dotiert. Skibbes Reputation hat erheblich gelitten. Lobeshymnen werden nicht so schnell angestimmt werden.

Nachdenkenswert #101

,,Mit uns hätte man früher diese ganzen koordinativen Übungen, die wir heute machen, nicht machen müssen. Wir müssen den Jungs Bewegungsabläufe beibringen, die sie normalerweise schon viel früher hätten lernen müssen. Im Alter von 10 bis 14 Jahren. Zu meiner Zeit gab es damals nur den Sport. In der Schule und auch im Privatleben. Da sind wir auf die Straße gegangen, haben gekickt. Gegen die Mauer oder im Schulhof. Da müssen wir wieder hinkommen. Fernsehen, Computer – heute haben die Kinder doch einfach zu viele andere Dinge im Kopf. Und dann wundern wir uns, warum sie so dick sind.“

       Markus Babbel, Coach von Hertha BSC, im B.Z. Interview

Hinz und Kunz über Hertha zwischen Höhenrausch und Abgrund

Hinz: Hallo Kunz. Wollen wir heute einen Blick nach Berlin werfen?

Kunz: Hallo Hinz. Du spielst auf die alte Tante Hertha an?

Hinz: Ja. Bei unserer Vorschau auf die Rückrunde der Bundesliga sind wir ja chronologisch vorgegangen. Vom Tabellenletzten bis zum Spitzenreiter. Zu Hertha hast Du folgendes gesagt:

,,Ja die Hertha hängt durch wie eine Hängematte. Lass mich genau hinschauen. 6 Punkte. Mager. Sehr mager. In der Hauptstadt gibt es ja mit ALBA Berlin und den Eisbären zwei sehr erfolgreiche Vereine. Hertha hatte ja bereits vor der Zeit von Dieter Hoeneß eine lange Zeit fernab der Bundesliga hinter sich. Der Personaladerlass der letzten Monate erinnerte fast an die Situation der SPD. Erst Hoeneß weg. Dann gehen Simunic, Woronin und Pantelic. Später der Trainer Favre. Danach die spektakuläre Pressekonferenz des Schweizers. Unglaublich das Hertha BSC in der Rückrunde der letzten Saison zeitweise Spitzenreiter war und wie der kommende Meister gehandelt und gefeiert und beschrieben worden ist. Funkel ist jedoch sehr nervenstark. Ihn bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Abstiegserfahrung hat er genug gesammelt. Mit einer starken Rückrunde…“

Nun, Hertha hat jetzt in der Rückrunde bereits 6 Punkte geholt.

Berlin, Freie Platzwahl

© Elke Handke: Pixelio

Kunz: Ja, 6 Punkte sind bei der Ausgangsposition normal zu wenig zum leben. Doch Hannover kriegt ja momentan gar kein Bein auf den Rasen. Freiburg fehlt die von mir im damaligen Gespräch angesprochene Mentalität des kratzens und beißens. In Nürnberg hadern sie momentan mit den Schiedsrichtern. So ist Hertha noch nicht endgültig weg vom Fenster. Jedoch die Ausbeute in den Heimspielen ist ungenügend. In dieser prekären Lage sind einzig Siege so richtig hilfreich.

Hinz: Muss sich die Hauptstadt nächstes Jahr auf eine Bundesliga ohne Berliner Vertreter einstellen?

Kunz: Ich mag die Überbetonung auf Hauptstadt nicht. Steigt Hertha ab, ist dass kein Weltuntergang. Berlin hat dann eben zwei Mannschaften in der 2. Bundesliga. Weder Düsseldorf noch München können auf sowas verweisen. Union und Hertha im Unterhaus hat doch auch Charme.

Hinz: Also kriegt es Funkel nicht hin?

Kunz: Ach, Hinz. Du willst mich festnageln. Hertha hat sich ja in den letzten zwölf Monaten zwischen Höhenrausch und Abgrund aufgehalten. Es hat in der Bundesliga immer wieder die unerwartetsten Klassenerhalte gegeben. Stichwort Feuerwehrmann Berger mit der Eintracht. Noch ist das Ortsderby Union gegen Hertha für die nächste Saison nicht im Terminplan garantiert. Mehr an Prognose bekommst Du heute von mir nicht.

Hinz: Danke Dir Kunz. Es war wie immer sehr unterhaltsam mit Dir. Bis zum nächsten mal.

Sponsorspiegel 16.01.10

Golf: Der Amerikaner Tiger Woods muss weitere Einbußen im Sponsoring hinnehmen. Der einstige Liebling der Sponsoren bekommt von General Motors in Zukunft kein Auto mehr gratis gestellt. Nach dem Verlust von Sponsorenverträgen durch die Unternehmensberatung Accenture,  dem Telefonkonzern AT&T und Gillette, dem Spezialisten für die glatte Rasur, verliert der Golfspieler ein weiteres Teil im einst so perfekten Sponsorpuzzle.

Fußball: Stellt Euch vor es ist Fußball WM und keiner geht hin. Der Verkauf der Tickets verläuft in Zeitlupentempo. Thomas Kistner widmet sich in der SZ dem Thema des schleppenden Kartenverkaufs. In seinem Artikel – Festival der Freikarten – verweist er auch auf das zurückhaltende Interesse von Sponsoren an WM Karten.

,,Manche Ticketagenten gehen davon aus, dass die Sponsoren nur 40 Prozent der 550.000 Karten in Anspruch nehmen, die ihnen zustehen. Viele Sponsorentickets landeten zwar auch bei der WM 2006 im Straßenverkauf – diesmal droht aber offenbar eine Schwemme. Und eine WM, die zum Festival der Freikarten wird.“

Kistner verweist in seinem Artikel auch auf das eher defensive mediale Verhalten des DFB in Bezug auf den Ticketverkauf für die Vorrundenspiele der Löw Elf. Das zustehende Kontingent umfasst 21000 Karten. Davon soll erst ein Bruchteil verkauft worden sein.

,,Nicht dementieren wollte der DFB die Frage, ob es zutreffe, dass insgesamt „für alle drei deutschen Spiele bisher keine vierstellige Anzahl an Tickets verkauft worden“ sei.“

Offensiver ist das Medienverhalten des DFB für den Ticketverkauf der Frauen WM 2011 im eigenen Land. Von 700000 Karten sind laut WM-OK  bereits 160000 verkauft worden.

Die übernächste Fußball WM der Männer wirft ihre Schatten voraus – Brasiliens Regierung investiert in großen Stil. Die Stadionwelt berichtet über 7 Milliarden Euro, die für infrastrukturelle Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden. 

Sponsoren von Hertha BSC sollen eine 10% Sondereinlage zur Rettung der „alten Dame“ tätigen. Diese und andere Vorschläge offerierte CDU Politiker Steffel. Außerdem sollen 1000 Berliner Unternehemen 1000 Euro spenden. Die B.Z. machte dies publik und veröffentlichte auch den Brief von Steffel an den Hertha Präsidenten Gegenbauer. Tief durchatmen. In Ruhe lesen. Der CDU Politiker schlägt auch eine einmalige Zahlung von 100 Euro der Hertha Mitglieder vor.

Pikant dabei ist der Umstand, dass der CDU Bundestagsabgeordnete selbst kein Mitglied ist. Die Berliner  Morgenpost schreibt in ihrem Artikl – Wie realistisch der Hertha Rettungsplan ist -:

„Er selbst auch? Steffel zählt nicht zu den 18.100 Hertha-Mitgliedern, von denen Erwachsene 60 Euro Jahresbeitrag zahlen, und die er darüber hinaus zu einer Einmalzahlung von 100 Euro anhalten will. Besonders dieser Teilaspekt in Steffels Zehn-Punkte-Plan empört die Basis.“

Marcus Kremers schreibt in seinem Blog 1848 einen offenen Brief an den Präsidenten der Reinickendorfer Füchse und Hertha Sympathisanten Frank Steffel und erhält auch Antwort. Meine Leseempfehlung.

„Als ehem. Präsident des FC Eintracht Schwerin habe ich Jahr für Jahr ein paar Hundert oder wenige Tausend Euro kämpfen müssen, um im Landesstützpunkt den leistungsorientierten Jugendfußball am Leben zu halten. Unterstützung von Seiten der Politik: Fast Fehlanzeige, weil Schwerin ebenso wie Berlin pleite ist.“

Ich erinnere mich bei dieser ganzen Hertha Diskussion auch an einen längst vergessenen Doppelpass im DSF mit dem damaligen Trainer Falko Götz. Er sprach die Größe von Berlin an, seine namhaften Unternehmen und das Potenzial für Sponsoring.

Hertha BSC Berlin wird vom Sportvermarkter Sportfive vermarktet. Auf der Sportfive Homepage ist zu lesen:

,,“Die alte Dame“ hat sich mit Hilfe des Vermarkters SPORTFIVE in den zurückliegenden Jahren zu einer attraktiven Werbeplattform entwickelt. Immer mehr Firmen entschließen sich, die große Fußballbegeisterung in Berlin für ihre Marketingziele gewinnbringend einzusetzen.“

Theorie und Praxis sind nicht immer ein Geschwisterpaar. Die Symbiose von sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg ist in der deutschen Hauptstadt ALBA Berlin und den Eisbären gelungen. Die Fußballer können weder die sportlichen Titel noch die gesunden Finanzen vorweisen.

Sportfive attestiert Hertha eine Anziehungskraft, welcher momentan offenbar nicht alle folgen wollen.

,,Hertha BSC ist Berlin, Berlin ist Hertha BSC. Der Pulsschlag des Clubs geht vom Herz einer der spannendsten Metropolen Europas aus. Herthas Entwicklung ist beeindruckend: Insbesondere in Berlin und der Region rund um die Hauptstadt ist der Verein zu einem echten Sympathieträger gereift.“

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Hinz und Kunz über die Bundesliga

Hinz: Hallo Kunz, in der Bundesliga rollt ab dem 15. Januar wieder der Ball. Die Winterpause war kurz. Die Gerüchteküche brodelte wie jedes Jahr. Fans scharren schon mit den Füßen. Fangen wir beim Tabellenende an. Erlebt die Bundesliga nächstes Jahr eine Saison ohne einen Verein aus der Hauptstadt?

Kunz: Grüß Dich Hinz. Ja die Hertha hängt durch wie eine Hängematte. Lass mich genau hinschauen. 6 Punkte. Mager. Sehr mager. In der Hauptstadt gibt es ja mit ALBA Berlin und den Eisbären zwei sehr erfolgreiche Vereine. Hertha hatte ja bereits vor der Zeit von Dieter Hoeneß eine lange Zeit fernab der Bundesliga hinter sich. Der Personaladerlass der letzten Monate erinnerte fast an die Situation der SPD. Erst Hoeneß weg. Dann gehen Simunic, Woronin und Pantelic. Später der Trainer Favre. Danach die spektakuläre Pressekonferenz des Schweizers. Unglaublich das Hertha BSC in der Rückrunde der letzten Saison zeitweise Spitzenreiter war und wie der kommende Meister gehandelt und gefeiert und beschrieben worden ist. Funkel ist jedoch sehr nervenstark. Ihn bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Abstiegserfahrung hat er genug gesammelt. Mit einer starken Rückrunde…

Hinz: Wie siehst Du die Dinge beim Club aus Nürnberg?

Kunz: Vor Weihnachten kam es zur Entlassung von Trainer Oenning. Jetzt soll es Hecking richten. 32 Gegentore sind entschieden zuviel. Mit Breno und Ottl hat der Club zwei Bayern Spieler ausgeliehen. Raphael Schäfer wird nach Ablauf seiner Sperre auch wieder zwischen den Pfosten stehen. Es wird sicher eng bis zum Schluss. Jedoch sollte es auf der Wöhrder Wiese wie im vergangenen Jahr beim Aufstieg für die Fans wieder Grund zum Jubeln geben. Kluge sein Weggang zu Schalke ist okay. Reisende soll man nicht aufhalten. Laut Manager Bader war er schon gedanklich sehr weit in Gelsenkirchen. Da macht es auch aus wirtschaftlicher Sicht für den 1. FC Nürnberg Sinn die 1,5 Millionen Euro für Kluge mitzunehmen.

Hinz: Der Vfl Bochum steht momentan auf einem Relegationsplatz.

Kunz: Kann auch die Position am 34. Spieltag sein. Heiko Herrlich wird sicherlich in das Traineramt hineinwachsen. Bochum kennt ja im Gegensatz zu Hertha BSC oder Stuttgart den Abstiegskampf. Die können kratzen und beißen. In den möglichen Relegationsspielen wird sich Bochum nicht so kampflos dem Zweitligisten hingeben wie im vergangenen Jahr Energie Cottbus. Das muss eigentlich heute noch in der Lausitz den Fans weh tun. Unglaublich. Die Cottbuser Truppe hat eigentlich den moralischen Anspruch auf die Bundesliga für die nächsten 50 Jahre verspielt.

Hinz: Du sprachst schon Stuttgart an. Auch dort weht der Wind des Abstiegsgespenst dem Verein entgegen. Babbel musste den Platz frei geben.

Kunz: Ja, nach seiner Demission legte der Schweizer Gross einen guten Start hin. Hinter Babbel können sich die Spieler nicht mehr verstecken. Gross hat in der Schweiz über Jahre gute Arbeit geleistet. Er ist schon ein Typ. Mit Babbel haben die Stuttgarter im vergangenen Jahr Erfolg gehabt. In der Hinrunde lief dann fast nichts zusammen. Jetzt scheinen die Spieler den ernst der Lage begriffen zu haben. Die Schwaben werden mit dem Abstieg definitiv nichts zu tun haben. Wäre ja auch kein schöner Abgang für den Torwart Lehmann. In der Perspektive will Gross um Titel spielen.

Hinz: Hannover 96 stand lange unter Schock. Der Tod von Robert Enke ging nicht spurlos am Verein vorbei.  

Kunze: Die Winterpause war vielleicht für die Hannoveraner am nötigsten. Robert Enke war ein exzellenter Torwart. Hannover wünscht man den Klassenerhalt. Der Kader ist normalerweise bundesligatauglich. Präsident Martin Kind und die Mannschaft haben 17 Spiele Zeit die Klasse zu behaupten.

Hinz: Wollen wir die in der Tabelle vor Hannover 96 liegenden Freiburger, den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach im Paket betrachten?

Kunz: Drängt bei Dir die Zeit? Aber ich kann Dir ja fast keinen Wunsch abschlagen. Also, der SC Freiburg kann noch Probleme bekommen. So richtig kratzen und beißen ist nicht ihr Ding. Dem Coach Robin Dutt ist natürlich ein Klassenerhalt zu wünschen. Ich halte ihn für einen sehr begabten Trainer. Der 1. FC Köln gewann vor der Winterpause das wichtige Duell gegen die Nürnberger mit 3:0. Sonst wäre es für Soldo auch eng geworden. Was ist mit Podolski seiner Treffsicherheit? Vielleicht sollten die Rheinländer eine Ausnahmereglung bei der DFL beantragen und ihren Stürmer im Nationaltrikot auflaufen lassen. Da ist seine Trefferquote wesentlich besser. Die Elf von Borussia Mönchengladbach hat bereits 21 Punkte gesammelt. Das schaut mit dem Klassenerhalt gut aus. Für das ranspringen an obere Tabellenplätze ist es sicher noch zu früh in dieser Saison.

Hinz: Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und der amtierende Meister Vfl Wolfsburg haben jeder 24 Punkte. Wo geht die Reise für die drei hin?

Kunz: Eintracht ist irgendwie eine graue Maus. Die Ansprüche sind in der Bankenmetropole eigentlich andere. Natürlich ist der Kader nicht mit Qualität übersät. Ich habe natürlich auch das desolate und kampflose „Spiel“ im DFB Pokal gegen Bayern München vor Augen. Das darf eigentlich nicht passieren. Mainz 05 hat angenehm überrascht. Vor der Saison den Aufstiegstrainer entlassen und mit Tuchel einen Mann aus den eigenen Reihen das Trainermandat übertragen. Die Truppe machte Spaß. Doch die Rückrunde kann ein stärkeres Stück Arbeit werden. Wichtig wird der Start der Karnevalisten werden. Bliebe aus dem 24 Punkte Trio noch der Meister. Voriges Jahr gab es ja diese sagenhafte Rückrunde. Wird sich diese Saison nicht wiederholen. Armin Veh hat mit Dieter Hoeneß einen starken Mann zur Seite oder vor die Brust gestellt bekommen. Reibungspunkte sind nicht ausgeschlossen. Grafite ist meilenweit von seiner Form entfernt. Einige andere Spieler auch. Das Team wirkt auch nicht so gefestigt wie unter Felix Magath.

Hinz: Kommen wir zum Tabellensiebten Hoffenheim.

Kunz: Ach, Hinz. Das heißt TSG 1899 Hoffenheim. Soviel Zeit muss sein. Die Mannschaft war vor 3 Jahren noch in der Regionalliga. Durch die sensationelle Hinrunde im ersten Bundesligajahr sind die Ansprüche gestiegen. Ralf Rangnick stand zuletzt nicht zur Verfügung. Er kümmerte sich um seinen kranken Vater. Wenn man das neue Trainingszentrum sieht und die Kaderpolitik der letzten 12 Monate incl. Hildebrandt Transfer im Dezember 2008 sollte die Prognose irgendwann auf einen internationalen Startplatz hinauslaufen. Erfolg kommt ja nie zu früh. Doch für dieses Jahr wird es sehr schwer werden in die obige Phalanx hinein zu stoßen.

Hinz: Werder Bremen hat einen guten Kader. Ist Platz 6 da nicht zu wenig?

Kunz: Ja, die Werderaner sind ja immer auf dem Teppich geblieben. Schaaf und Allofs sei Dank. Sie werden angreifen. Wiese ist enorm ehrgeizig. Frings wird frei von Nationalmannschaftseinsätzen bleiben. Spieler mit der Qualität von Özil hat die Bundesliga nicht viele. 3 Punkte Rückstand auf den Nordnachbarn HSV ist nicht so riesig. Am Ende kann mehr wie der jetzige 6. Platz erreicht werden. Alles andere wäre auch eine Enttäuschung.

Hinz: Borussia Dortmund hat die meisten Zuschauer. Einen emotionalen Trainer und Platz 5 inne. Spielt Borussia nächstes Jahr international?

Kunz: Jürgen Klopp ist ein Typ. Das Stadion und die Kulisse im Stadion sind imposant. Die Rückrunde wird der Härtetest. Im letzten Jahr hat es ja nicht ganz gereicht. Dieses Jahr wird es auch wieder bis zum letzten Spieltag bei Borussia Dortmund um die internationale Wurst gehen.

Hinz: Der Hamburger SV stand letzte Saison mit leeren Händen da. Jetzt ist der Traditionsverein 4 Punkte hinter dem Herbstmeister Leverkusen. Sind Meisterschaftsträume erlaubt?

Kunz: Sicherlich ist träumen erlaubt. Am Ende zählen jedoch die Punkte. Sie haben ja ein paar Typen. Frank Rost. Unglaublich starker Charakter. Er ist immer heiß. Coach Labbadia auch. Er will immer gewinnen. Greuther Fürh Präsident Hack schwärmte erst kürzlich in einem Interview für die Fürther Nachrichten vom Feuer von Bruno Labbadia. Doch um Deine Frage klar zu beantworten: Der HSV wird nicht der Deutsche Meister 2010 sein.

Hinz: Bayern München ist 51 Spieltage ohne Tabellenplatz 1. Zur Zeit beträgt der Abstand auf Leverkusen ganze zwei Punkte.

Kunz: Das Du immer wieder mit dem Statistikkram anfangen musst. Am Ende der Saison interessiert das keinen. Der Meister 2010 wird Bayern München sein. Louis van Gaal lässt sich das nicht nehmen. Trotz des Theaters um Ribery. Es ist ja der gefühlte 245. Abgang zu Real Madrid. Franck, es nervt. Andererseits haben die Münchner auch ihren Kader ausgedünnt. Nachbarschaftshilfe für den Club. Breno und Ottl werden sie in Franken bei Nichtabstieg ein kleines Denkmal bauen, Toni wird in Rom wieder glücklich. Das passt schon. Mit diesem Kader musst Du Meister werden. Ich lege mich hiermit fest. Die Schale geht an die Säbener Straße.

Hinz: Da hat Felix Magath was dagegen. Er hat Schalke in der Winterpause weiter aufgerüstet. Die Region dürstet nach dem Titel.

Kunz: Hinz, wenn es nach dem Durst nach der Meisterschale ginge, müsste Schalke Serienmeister sein. Natürlich haben sie 2001 und 2007 die Sache versemmelt. Unglaublich. Magath ist natürlich zur Zeit der beste deutsche Trainer in der Liga. Er wird nächstes Jahr in der Champions-League spielen. Zum Titel reicht es nicht.

Hinz: Bliebe noch der Herbstmeister Bayer Leverkusen.

Kunz: Sie sicherten sich den „Titel“ ja bei Winterskälte. Jupp Heynckes hat dort einen riesigen Job gemacht. Ich mag auch Rudi Völler. Sie werden nicht so weit abrutschen wie im vergangenen Jahr die Hoffenheimer. Die Punktausbeute der Hinrunde werden sie jedoch nicht erreichen. Hinz, wir sind durch. Ich freue mich auf unsere nächste Plauderstunde.