Seufzer

Diese Woche beginnt für viele Frauen wieder ein Albtraum. Bundesligafußball über der Woche.

Derweil gehören Schachfreund Peer Steinbrück die Schlagzeilen. Einst gab es in Amerika Watergate. Die Frankfurter Rundschau titelte am Wochenanfang Sponsoring: Steinbrück erlebt sein Schachgate. Gestern war die Geschichte mit dem Versuch die Post und Telekom zu einem Sponsoring in meiner heißgeliebten Sportart Schach zu bewegen, fast wieder versendet. Das Handelsblatt brachte gestern auf der Titelseite ein Foto von Schachfreund Peer Steinbrück. Kämpferisch sieht er darauf aus. Links hinter ihm stehen drei Buchstaben. SPD. Die Überschrift des Artikels lautet Der Bankenschreck. So eine Art offene Eröffnung des Wahlkampf 2013 mit einer Generalabrechnung der allseits beliebten Finanzindustrie. Von Schach war da im Handelsblatt auf der Titelseite bereits schon keine Rede mehr.

Aber es gibt auch noch richtiges Schach. Das Masters Finale in Sao Paulo nimmt Fahrt auf. Chessbase bringt in gewohnter Qualität die Einzelheiten.

Sport ist die populärste Bühne der Gefühle

Leidenschaft, Emotionen, Spannung, Nervenkitzel, Tränen der Freude und der Enttäuschung, Gefühlsausbrüche und viele andere Emotionen erleben wir im Sport.

Dahinter ist mittlerweile eine milliardenschwere Vermarktungsmaschinerie in Stellung. Unternehmen sind im Sponsoring rund um den Erdball aktiv. Berater verdienen Millionen Euro an Provisionen. Schauen wir ein wenig hinter die Kulissen. Wer sponsert wen ? Wie sieht es mit den lukrativen Sportjobs aus ? Wer ist mit wem vernetzt ?

Im Handelsblatt erschien vor Beginn der Saison 2009/2010 folgende Meldung:

,,Der Fußball-Bundesliga baut in der Krise ihre wirtschaftliche Dominanz gegenüber der Konkurrenz aus anderen Sportarten aus. Während die Erstliga-Klubs im Basketball, Handball und Eishockey in der Saison 2009/10 beim Sponsoring oder dem Kartenverkauf Umsatz-Einbußen fürchten müssen, können die Fußball-Vereine die Höhe ihrer Erlöse halten. Zu diesem Ergebnis kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in ihrem Deutschen Sportmarketing Index (DSMI).“

König Fußball bleibt weiter im Scheinwerferlicht. Die Faszination rund um das runde Leder und seine Fans hat vor Saisonbeginn Sebastian Böhm in den Nürnberger Nachrichten sehr schön in einem ganzseitigen Artikel in der Wochenendbeilage beschrieben. Ein kleiner Auszug:

,,Obwohl sich Volkswagen eine Deutsche Meisterschaft kaufen kann, obwohl echte Fans nur der Folklore wegen geduldet werden, obwohl die Klubs zunächst in wirtschaftlichen und erst danach in sportlichen Maßstäben denken, wurde auch im Jahr der Krise ein neuer Dauerkartenrekord aufgestellt. Den typischen Fußballfan gibt es nicht mehr. In den Stadien treffen Call-Center-Agenten beim Motivationsausflug, Kuttenträger, beschwippste Bald-Bräute beim Junggesellinnenabschied, Dreikäsehochs an den Händen ihrer stolzen Väter, potenzielle Investoren aus Tadschikistan und strenge Ultras aufeinander.Und fast alle kommen, um jene magischen Momente zu erleben, die trotz Kommerzialisierung und Entfremdung nur der Fußball bietet.“