Nachdenkenswert #167

,,Für ein richtig gutes Buch mit aufwändiger Fadenheftung und Schutzumschlag kann ich mich immer noch begeistern. Der Klassiker „Mein System“ von Aaron Nimzowitsch ist eines meiner Lieblingsbücher. Auch schöne Schachfiguren mag ich sehr, z.B. edle Staunton Figuren die für mich die Nachhaltigkeit wertbeständiger Arbeit versinnbildlichen.“

     Günter Niggemann, erfolgreicher Schachhändler, im sportinsider Interview

Nachdenkenswert #81

,,Hinzu kam mein Faible für Schachcomputer, der mir zuvor einige interessante Beratertätigkeiten für die damals größten Schachcomputerhersteller eintrug.  Aus der ein oder anderen Enttäuschung über vermeidliche Fehlentscheidungen der Hersteller entwickelte sich dann der Wunsch, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und es auf diese Weise besser zu machen. Den Schwerpunkt sollten eine fachlich kompetente Beratung und die Auswahl geeigneter Schachcomputer für jeden Schachfreund bilden. Mein stetiges Bemühen um den optimalen Service wurde von den Kunden honoriert, das Geschäft wuchs und gedieh. Mit sieben Vollzeit- und bis zu fünf Teilzeitmitarbeitern sind wir heute nicht nur der in Deutschland, sondern in ganz Europa – wahrscheinlich sogar der weltweit – führende Schachvertrieb.“

        Günter Niggemann, Kopf von Schach Niggemann,

        engagierter Schachhändler, im sportinsider Interview

Nachdenkenswert #80

,,Die meisten der Schachprogramme sind ja schon heute dem Großteil der Menschheit überlegen. Gegen die aktuellen Spitzenprogramme mit Spielstärken von über ELO 3.000 können selbst die besten Spieler der Welt – der derzeitige Weltmeister liegt bei ca. ELO 2.800 – kaum mehr bestehen, so dass der PC mit Schachprogramm als Spielpartner, wenn er in seiner Spielstärke nicht künstlich ‚gebremst‘ wird, nur selten zum Einsatz kommt. Dafür ist er als nahezu unfehlbarer Assistent bei Analysen von Schachpartien und Stellungen nicht mehr wegzudenken.“

       Günter Niggemann, Kopf von Schach Niggemann,

       engagierter Schachhändler, im sportinsider Interview

1. Rucki-Zucki-Pokal-Preisturnier um den Pokal der Firma Niggemann

Mein Vater bekam oft Post aus fernen Ländern. Eigentlich täglich. Schöne Briefmarken waren auf den Karten. Neben den Grüßen an meinen Vater waren darauf auch Schachzüge vermerkt. Im Briefkasten landeten sowohl vorgedruckte Fernschachkarten mit dem Diagramm des Schachbretts wie auch Ansichtskarten. Klangvolle Städte rückten näher. Kopenhagen, Amsterdam, Turin, Kassel, Köln, Moskau, Wien oder Glasgow.

Mein Vater holte dann ein edles Schachbrett aus der Lederhülle heraus. Er nahm die wertvollen Schachfiguren und baute die Grundstellung auf. In aller Ruhe holte er sein Fernschachheft aus dem Wohnzimmerschrank und spielte die jeweiligen Partien bis zum aktuell aufgeschriebenen Zug. Ich schaute oft begeistert zu. Die Welt des Fernschachs faszinierte mich.

Nachdem ich selber einige Jahre bereits erfolgreich im Schachverein gespielt hatte, wollte ich auch täglich Post aus anderen Ländern. Ich sprach es kurz mit meinem Vater bezüglich der Formalitäten (Anmeldung etc.) ab. So begann ich mein erstes Internationales Fernschachturnier mit 14 Jahren. Wir schrieben das Jahr 1977. Menschenskinder, wie die Zeit vergeht.

Apropos Fernschach. Bis zum 1. Dezember 2010 können sich Fernschachfreunde noch für das 1. Rucki-Zucki-Pokal-Preisturnier um den Pokal der Firma Niggemann anmelden.  Der Deutsche Fernschachbund e.V. (BdF) hat auf seiner Website die Auschreibung.  Start des Turniers ist der 15.12.2010.

Gespielt wird auf dem BdF-Schachserver. Die Bedenkzeit sieht laut oben verlinkter Ausschreibung wie folgt aus:

 100 Tage für die vollständige Partie je Spielerin/Spieler (Die Bedenkzeit beginnt mit dem Login auf dem Server zu laufen, spätestens jedoch 24 Stunden nach der letzten Zugabgabe. Es wird je gegnerischem Zug maximal eine E-Mail zur Benachrichtigung über den gegnerischen Zug versandt. Der Zug selber wird nicht übertragen. Nach 24 Stunden oder dem Login folgt eine E-Mail, die den Zug enthält. Damit ist gewährleistet, dass die Uhr nur läuft, wenn auch der Zug bekannt gegeben wurde).

Die Pokale für die Plätze 1-3 werden von Schach Niggemann gestellt. Ein feiner Zug. Kürzlich feierte das Unternehmen seinen 25. Firmengeburtstag im Oktober. Wer das kürzliche Sportinsider Interview mit Günter Niggemann verpasst hat, kann in Ruhe hier den Text nachlesen.

Für alle ehrgeizigen Spieler: Es werden auch alle Gruppen für die Deutsche Fernschachwertungszahl (FWZ) ausgewertet. Ich wünsche gutes Gelingen.

Sportinsider Interview mit Günter Niggemann

Seit 25 Jahren gibt es eine interessante Adresse für alle Schachfreunde . Was einst mit einem kleinen Schachhandel begann hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Im Interview gibt Günter Niggemann Einblicke in das Geschäft mit dem Schachversand, erzählt über die Anfänge des Geschäfts und seine spannenden Momente mit Schachbüchern, Schachfiguren sowie Schachcomputern. 

Sportinsider: Herr Niggemann, wie wird man in Deutschland einer der spannendsten Anbieter im Schachversand?

Günter Niggemann: Indem man nicht einhält an sich und seiner Idee zu arbeiten, die Entwicklungen des Marktes genau beobachtet und dabei aber vor allem auch die Wünsche seiner Kunden nicht aus den Augen verliert.

sportinsider: Können Sie kurz die entscheidenden Spielzüge beim Aufbau von Schach Niggemann erklären?

Günter Niggemann: Es begann alles vor gut 25 Jahren mit einem kleinen Schach-Handel. Zu jener Zeit war ich als Vorstandsmitglied der Schachgesellschaft Köln Porz schachlich aktiv und habe u.a. 1983/84 als Turnierleiter das Porz Open organisiert und betreut.

Hinzu kam mein Faible für Schachcomputer, der mir zuvor einige interessante Beratertätigkeiten für die damals größten Schachcomputerhersteller eintrug. Aus der ein oder anderen Enttäuschung über vermeidliche Fehlentscheidungen der Hersteller entwickelte sich dann der Wunsch, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und es auf diese Weise besser zu machen. Den Schwerpunkt sollten eine fachlich kompetente Beratung und die Auswahl geeigneter Schachcomputer für jeden Schachfreund bilden. Mein stetiges Bemühen um den optimalen Service wurde von den Kunden honoriert, das Geschäft wuchs und gedieh. Mit sieben Vollzeit- und bis zu fünf Teilzeitmitarbeitern sind wir heute nicht nur der in Deutschland, sondern in ganz Europa – wahrscheinlich sogar der weltweit – führende Schachvertrieb.

Sportinsider: Was sind Ihre Lieblings-Artikel im Sortiment und warum?

Günter Niggemann: Für ein richtig gutes Buch mit aufwändiger Fadenheftung und Schutzumschlag kann ich mich immer noch begeistern. Der Klassiker „Mein System“ von Aaron Nimzowitsch ist eines meiner Lieblingsbücher. Auch schöne Schachfiguren mag ich sehr, z.B. edle Staunton Figuren die für mich die Nachhaltigkeit wertbeständiger Arbeit versinnbildlichen.

Sportinsider: Wieviel Kunden bedienen Sie im Jahr? Wie groß ist Ihr Kundenstamm?

Günter Niggemann: Gegenwärtig nähern wir uns dem 60.000 Kunden weltweit. In Europa beliefern wir zudem allein ca. sechzig weitere Schachspezialhändler und darüber hinaus auch viele große und kleinere Buchhandlungen. Pro Jahr versenden wir so ca. 17.000 bis 20.000 Pakete in die gesamte Welt.

Sportinsider: Welche Philosophie leben Sie in der Firma Schach Niggemann?  

Günter Niggemann: Grundgedanke ist es, jede Bestellung und Lieferung so zu behandeln, wie wir uns dies selbst als Kunden wünschen und auch erwarten würden. So wird z.B. jeder Artikel vor dem Versand erst noch einmal eingehend auf Qualität, Funktionalität und ordnungsgemäßen Zustand geprüft. Selbstverständlich wissen auch wir, dass dort wo Menschen arbeiten, Fehler nie ganz auszuschließen sind. Daher ist es mindestens genauso wichtig, im Falle berechtigter Reklamationen nicht nur umgehend den ohnehin bestehenden rechtlichen Anspruch auf eine zufriedenstellende Regelung zu erfüllen, sondern jeden Kunden über diese Verpflichtung hinaus auch wirklich zufrieden zustellen, schließlich leben wir auch von der Qualität unserer Kundenbeziehungen.

Sportinsider: Wer ist Ihr Schachspieler in der Geschichte des Königlichen Spiels?

Günter Niggemann: Ganz eindeutig: Vlastimil Hort! Seine schachliche Kompetenz ist herausragend, dazu kommt der ihm innewohnende Schach spielende ‚Schwejk‘ – eine im positiven Sinne verstandene Schlitzohrigkeit. Mit seiner unnachahmliche Art hat er das Schachspiel populär gemacht, versteht er es doch wie kein zweiter, mit unterhaltsamer Gewitztheit, einem überragenden Fundus über die Jahre gesammelter Anekdoten sowie tiefem Schachverständnis, selbst Außenstehenden das Schachspiel anschaulich zu vermitteln. Dieses sichere Wandeln zwischen zwei ganz unterschiedlichen Welten ist einfach faszinierend! Dabei ist Vlastimil Hort über die all die Jahre Mensch geblieben.

sportinsider: Herr Niggemann, wie sehen Sie die Entwicklung im Schach – Stichwort Computer – in den nächsten Jahren?

Günter Niggemann: Das Computerschach hat in den letzten vier Jahrzehnten einen kometenhaften Aufstieg durchlaufen, angefangen von den einfachen Automaten bis schließlich zum Sieg über die stärksten menschlichen Spieler. Konnte aber vor zwanzig Jahren noch von Quantensprüngen in der Entwicklung gesprochen werden, sind diese mittlerweile nicht mehr zu erwarten.

Die meisten der Schachprogramme sind ja schon heute dem Großteil der Menschheit überlegen. Gegen die aktuellen Spitzenprogramme mit Spielstärken von über ELO 3.000 können selbst die besten Spieler der Welt – der derzeitige Weltmeister liegt bei ca. ELO 2.800 – kaum mehr bestehen, so dass der PC mit Schachprogramm als Spielpartner, wenn er in seiner Spielstärke nicht künstlich ‚gebremst‘ wird, nur selten zum Einsatz kommt. Dafür ist er als nahezu unfehlbarer Assistent bei Analysen von Schachpartien und Stellungen nicht mehr wegzudenken.

Sicherlich wird seitens der Softwarehersteller in dieser Richtung weiter an der Qualität und der Spielstärke der Programme gearbeitet, wenn auch der Mensch als Gegner schon lange keine Herausforderung mehr darstellt. Die Programmierer machen sich aber weiter an die Verfeinerung bereits bestehender Ansätze, über kurz oder lang wird vielleicht ein Schwenk zur Künstlichen Intelligenz gelingen. Die ist jedoch alles noch reine Zukunftsmusik. In jedem Fall dürfen wir auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein.

sportinsider:  Herr Niggemann ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

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Weitere Informationen zu Schach Niggemann im Internet gibt es für alle Schachfreunde und Liebhaber des Königlichen Spiels unter:

www.niggemann.com    und    www.schachversand.de

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