Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (28)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (28)Traveler Digital CameraMeine Jahrhundertliebe gestern 22.59 Uhr zu mir in der Halbzeitpause:

,,Deutschland ist morgen ausgeschlafen.“

Sie hatte schon mit Verlängerung und Elfmeterschießen gerechnet. Wie lange sich dann so ein Fußballspiel hinziehen kann, hatte sie am Samstag beim Spiel Niederlande gegen Costa Rica noch gut in Erinnerung. Auch der Radiosender Antenne Bayern plauderte über ein etwaiges Elfmeterschießen. Das war weit vor 22.00 Uhr. Vor Spielbeginn.

Übungsleiter Löw braucht jetzt noch einen Sieg um sich einen Platz in den deutschen Geschichtsbüchern neben Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer zu sichern. Ich will nicht zu viel Druck aufbauen, aber nach dem gestrigen sensationell herausgespielten Sieg gegen Rekordweltmeister Brasilien kann das Wochenziel nur der Weltmeistertitel sein. Stammleser wissen, den Titel hatte ich Joachim Löw nicht zugetraut.

Nach dem gestrigen Auftakt der Halbfinalduelle zwischen Europa und Südamerika steht heute ein weiteres brisantes Match auf dem Programm. Der dreifache Vizeweltmeister Niederlande holte sich einer seiner Finalniederlagen einst 1978 gegen Argentinien. Da war Lionel Messi noch nicht geboren und ich jobbte als 14-Jähriger mit meinem Kumpel 3 Wochen in den Sommerferien auf einem Fleischhof in Leipzig. Während der WM. Gutes Timing geht anders.

Niederlande – Argentinien

Mittwoch, 09. Juli, 22.00 Uhr, Sao Paulo, im ARD

Heute also auch das Match Arjen Robben gegen Lionel Messi. Die effektiven Torgaranten im Turnier für beide Mannschaften. Der Sonntag in Rio de Janeiro winkt. Marc Koch, Lateinamerika-Korrespondent der Deutschen Welle hat für das Blog Argentinisches Tagebuch von Journalist Christoph Wesemann, der wie Koch in Buenos Aires lebt, ein paar launige Zeilen geschrieben.

Apropos Waldfee und Nationalitätenwechsel: Die Holländer haben sich ja vor ewigen Zeiten eine Argentinierin ins Königshaus geholt. Wahrscheinlich, damit das Protestantenvolk mal ein bisschen lockerer wird. Kein Festhalten an sogenannten »ewigen Wahrheiten«. Und schon gar nicht am 4-3-3. Wenn Holland demnächst Republik wird, ist Máxima schuld!

Wenn Argentinien nicht Weltmeister wird, allerdings auch.

– See more at: http://argentinisches-tagebuch.de/#sthash.ULEoxZw1.dpuf

Apropos Waldfee und Nationalitätenwechsel: Die Holländer haben sich ja vor ewigen Zeiten eine Argentinierin ins Königshaus geholt. Wahrscheinlich, damit das Protestantenvolk mal ein bisschen lockerer wird. Kein Festhalten an sogenannten »ewigen Wahrheiten«. Und schon gar nicht am 4-3-3. Wenn Holland demnächst Republik wird, ist Máxima schuld!

Wenn Argentinien nicht Weltmeister wird, allerdings auch.

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Apropos Waldfee und Nationalitätenwechsel: Die Holländer haben sich ja vor ewigen Zeiten eine Argentinierin ins Königshaus geholt. Wahrscheinlich, damit das Protestantenvolk mal ein bisschen lockerer wird. Kein Festhalten an sogenannten »ewigen Wahrheiten«. Und schon gar nicht am 4-3-3. Wenn Holland demnächst Republik wird, ist Máxima schuld!

Wenn Argentinien nicht Weltmeister wird, allerdings auch.

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Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (27)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (27)

Nach der Völkerschlacht zwischen Brasilien und Kolumbien hat Feldherr Scolari jetzt erstmalig nach vier Spielen hintereinander gegen nichteuropäische Mannschaften wieder ein Team aus Europa vor der Brust. Sehr schöne Halbfinalpaarung.

Brasilien – Deutschland  

Dienstag, 08. Juli, 22.00 Uhr, Belo Horizonte, im ZDF

Ein Sporthändler hier am Bodensee dekorierte Wochen vor Beginn der WM sein Schaufenster unter anderen mit einem leuchtenden Gelb.Traveler Digital Camera

Wie stark wirkte eigentlich der Heimvorteil für den Gastgeber im Halbfinale der bisherigen WM-Geschichte? Ein kleiner Ausflug wenige Stunden vor Beginn des Spektakels.

Der letzte WM-Gastgeber der seinen Heimvorteil in einem Halbfinale versemmelte war Deutschland 2006. An der Seitenlinie Jürgen Klinsmann und sein damaliger Assistent Joachim Löw. In der Kathedrale des deutschen Fußballs, in jenem eindrucksvollen Stadion in Dortmund, gab es jene schmerzhafte Niederlage gegen den späteren Weltmeister Italien. Auch vier Jahre vorher konnte der Gastgeber seinen Vorteil nicht in eine Finalteilnahme umwandeln. Südkorea schied 2002 in Seoul an Kahn und Ballack im Halbfinale mit 0:1 aus. Wir schauen ins Jahr 1998. Da gelang es Gastgeber Frankreich im Duell mit Kroatien den Einzug ins Endspiel mit einem knappen 2:1 Sieg nach einem Rückstand in der 46. Minute durch Davor Suker zu realisieren. Für die französische Mannschaft traf damals der beim AC Parma unter Vertrag stehende Verteidiger Lilian Thuram zweimal in der 47. und 69. Minute. 5 Minuten später dann die rote Karte für Laurent Blanc. Frankreich rettete in Unterzahl den Vorsprung ins Ziel gegen starke Kroaten, die im Viertelfinale Deutschland mit 3:0 aus dem Turnier geworfen hatten.Traveler Digital Camera

1990 gelang es ebenfalls dem Gastgeber nicht seinen Heimvorteil in einen geschichtsträchtigen Finaleinzug umzumünzen. Italien führte lange durch das Tor von Salvatore Schillaci aus der 17. Minute. Jedoch glich Claudio Caniggia in der 67. Minute aus. Dann die Verlängerung und das Drama Elfmeterschießen. Der damals für den SSC Neapel spielende Diego Maradona schoss den letzten Elfmeter für Argentinien und verwandelte. Aldo Serena verschoss anschließend und da auch Roberto Donadoni für die gastgebenden Italiener nicht getroffen hatte, war das italienische Sommermärchen für die Nerven zeigende Mannschaft von Coach Azeglio Vicini vor 24 Jahren beendet.Traveler Digital Camera

1966 gab es einen Gastgebersieg im Halbfinale. England mit Banks, den Charlton Brüdern, Cohen, Wilson, Stiles (der hätte Spaß gehabt bei der Völkerschlacht Brasilien gegen Kolumbien am letzten Freitag – er ging keinem körperlich robusten Zweikampf aus dem Weg, mit dem Hang bis zur Nutzung aller legalen Grenzen und bisweilen auch dem Überschreiten der Regeln),  Moore, Ball, Peters, Hunt und Hurst. Diese Mannschaft besiegte in dieser Aufstellung Portugal mit dem großen Eusebio 2:1. In dem Jahr 1966 war übrigens der TSV 1860 München deutscher Meister. Bayern München holte sich den deutschen Pokalsieg und Borussia Dortmund gewann den Europacup der Pokalsieger. Deutschland unterlag damals dem Gastgeber England im Finale nach Verlängerung mit 2:4.Traveler Digital Camera

Bei der WM in Chile gab es im Halbfinale die Paarung von Gastgeber Chile gegen Brasilien. Brasilien hatte damals im Turnier ihren Star Pele durch Verletzung in der Vorrunde verloren. Doch sie hatten noch andere Stars in ihren Reihen. Der unvergessliche Garrincha erzielte die Tore zum 0:2 in der 9. und 32. Minute. Am Ende mussten sich die Chilenen den Brasilianern mit 2:4 geschlagen geben.Traveler Digital Camera

1958 musste der amtierende Weltmeister Deutschland beim Gastgeber Schweden im Halbfinale antreten. Die schnelle Führung der Deutschen durch Schäfer glich Skoglund aus. Mit dem 1:1 ging es für beide Teams in die Pause. Die schwedische Mannschaft erzielte in der 80. Minute das vorentscheidende 2:1. In der 89. Minute erhöhte Hamrin auf den 3:1 Endstand. Der Heimvorteil trug die Skandinavier ins Endspiel gegen die damalige Übermannschaft Brasilien. Mit Gilmar, Djalma Santos, Bellini, Orlando, Nilton Santos, Zito, Didi, Garrincha, Vava, Pele und Zagallo hatten die Südamerikaner ein Dream-Team zusammen.Traveler Digital Camera

Jetzt tief durchatmen. 1934 gewann Gastgeber Italien gegen Österreich im Halbfinale knapp mit 1:0. Die Umstände des Sieges der Italiener gegen das damalige Wunderteam der Österreicher liest sich bei Bruder Wikipedia so:

,,Mit diesem Erfolg stand die österreichischen Nationalelf im Weltmeisterschaftshalbfinale, wo man auf die Mannschaft des Gastgebers traf und knapp mit 0:1, nach einer zweifelhaften Schiedsrichterleistung des Schweden Eklind, verlor. Dieser war tags zuvor noch Ehrengast Benito Mussolinis gewesen. Österreich begann sehr ambitioniert und vergab in der Anfangsphase bereits eine große Chance durch Sindelar. In der 18. Minute jedoch brach der Italiener Orsi am linken Flügel durch und flankte zur Mitte. Platzer sprang hoch und konnte den Ball fangen, wurde aber von Meazza und Schiavio gefoult und im Fallen über die Torlinie gestoßen. Stark benommen blieb Platzer am Boden liegen, der schwedische Schiedsrichter Eklind erkannte trotz dieser unfassbaren Regelwidrigkeit das Tor an.“

Fair geht anders.Traveler Digital Camera

1930 bezwang Gastgeber Uruguay den Kontrahenten Jugoslawien mit 6:1 und zog ins Endspiel ein. Dort sollten sie die erste Weltmeisterschaft in der Geschichte gegen Argentinien mit einem 4:2 gewinnen. Die Jugoslawen hatten in der Vorrundengruppe 2 gegen Brasilien und Bolivien gewonnen und damit den heutigen Halbfinalgegner der Deutschen aus dem Turnier geworfen.Traveler Digital Camera

Insgesamt gibt es eine Bilanz von 9 Halbfinalspielen von WM-Gastgebern und davon kamen fünf ins Endspiel. Uruguay 1930, Italien 1934, Schweden 1958, England 1966 und Frankreich 1998. Auf der Strecke blieben kurz vor dem Finaleinzug Chile 1962, Italien 1990, Südkorea 2002 und Deutschland 2006.

Übersteht die Mannschaft von Übungsleiter Löw die ersten 25 Minuten ohne Gegentor gegen die leidenschaftlichen Brasilianer bestehen die Chancen 50% zu 50%. In der Vorrunde haben die Brasilianer eher sehr durchwachsen gespielt. Das ist Schnee von gestern. jetzt stehen sie im Halbfinale. Scolari ist bekannt dafür, seine Mannschaften notfalls mit der nötigen Härte aufs Feld zu schicken. Siehe die Partie damals 2006 in Nürnberg zwischen dem von ihm betreuten Portugal und der Niederlande im Achtelfinale. Die sueddeutsche seinerzeit:

,,Die Partie Portugal gegen Holland entwickelte sich zum Skandalspiel: Vier rote und 16 gelbe Karten machten das Spiel zu einer dramatischen Rauferei. Die Portugiesen kämpften sich besser durch und gewannen mit 1:0. Portugal hat in einer wahren Fußball-Schlacht den niederländischen Titeltraum zerstört.“

Feldherr Felipe Scolari machte sich damals nicht sehr viele Freunde unter den niederländischen Fußballfans. Apropos Anhänger aus den Niederlande. Ein schachspielender Fußballfreund aus unserem sympathischen Nachbarland mailte mir gestern einen Lesehinweis auf mochinegun:

,,For José Pekerman this was a chance to right the wrongs of the Germany match, but he must have been feeling a sense of dread as the parallels with 2006 continued to grow (and no one has beaten Brazil in a competitive home game since Peru turned them over in 1975). Was another tragedy on the horizon, or could Pekerman defeat his demons and Brazil to guide his brilliant Colombia side into the World Cup Semi-Finals?“

Auf Betriebstemperatur in diesen entscheidenden Tagen auch Fokus Fussball, allesaussersport, sportspool.tv und spielverlagerung.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (26)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (26)

Ein weiterer Ruhetag. Zeit zum Durchschnaufen, bevor es dann zum großen Endspurt in dieser Woche kommt.Traveler Digital Camera

Ein Ausscheiden im Viertelfinale wäre nicht als Erfolg zu verkaufen gewesen. Fußballlehrer Löw und die Rationalmannschaft  können aber auch ein erneutes hängenbleiben im Halbfinale schlecht als Superstory verkaufen. Dazu sind die bisherigen Teilnahmen von deutschen Nationalmannschaften im Halbfinale  in der WM Geschichte zu häufig gewesen. Ein morgiges Aus gegen den WM-Gastgeber wie einst 1958 gegen die damalige Heimmannschaft Schweden wäre die Manifestierung des Titellosigkeits-Syndrom der letzten Jahre unter Übungsleiter Löw.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (24)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (24)Traveler Digital Camera

Heute stehen die letzten beiden Viertelfinalspiele bei den monetären Festspielen der FIFA an. Argentinien gegen Belgien gab es 1986 im Halbfinale in Mexiko. Diego Maradona überlistete den belgischen Keeper Pfaff zweimal vor offiziell 114.500 Zuschauern. Die eigentlich spektakulären Spiele lieferten beide Teams davor im Halbfinale ab. Maradona erzielte gegen England das Jahrhunderttor und das Handballtor Gottes. Die starken Belgier siegten gegen Spanien mit 6:5 n. Elfmeterschießen (1:1, 1:1). Ceulemanns hatte für Belgien das Führungstor in der 35. Minute erzielt. Spanien glich durch Senor in der 85. Minute aus. Schiedsrichter der damaligen Partie übrigens Sportfreund Kirschen aus der DDR.  Doch schwenken wir in das Jahr 2014. Belgien bisher in der Vorrunde sehr effektiv, jedoch nie so richtig von der Kette gelassen. Das war gegen die USA ganz anders. Jedoch war die Chancenverwertung katastrophal. In der Verlängerung dann das verdiente 2.0. Den Anschlußtreffer ließ man schnell zu und musste sich dann der physischen und mentalen Power der  Amerikaner entgegenstemmen.

Nochmal gut gegangen. Gegen Argentinien wird es weniger Chancen geben. Viel weniger. Die Gauchos bisher auch noch nicht richtig mit voller PS unterwegs, jedoch war auf Messi bisher Verlass. Will Lionel Messi nicht in der Ahnengalerie von Michel Platini, Johan Cruyff etc. landen, die grandiose Spieler zu ihrer Zeit waren, jedoch ohne Weltmeistertitel blieben, muss dieses Spiel gegen das vor dem Turnier als Geheimfavorit gehandelte Belgien gelingen.

Ich erwarte ein Weiterkommen von Argentinien.

Taktikfuchs Louis van Gaal widerlegt die Prognose von Erik Meijer

Apropos Johan Cruyff. Da  wären wir elegant übergeleitet zum Spiel der Holländer. Der aktuelle Star in der sympathischen Mannschaft von Taktikfuchs Louis van Gaal ist Arjen Robben. Nach dem überragenden Auftaktsieg am 13. Juni gegen Spanien erwähnte der sympathische und smarte Bayern München Spieler bereits auch die starke Physis seines Teams.

“Es war ein Superspiel. Das muss man genießen, genießen, genießen! Ich hatte immer sehr viel Vertrauen in diese Mannschaft. Physisch sind wir sehr gut, das hat sich ausgezahlt. Und wir können Fußball spielen.”

Diese Physis bekam Mexiko im Gluthitzespiel im Achtelfinale zu spüren. Davor musste auch Chile dran glauben sowie die unbequemen Australier. Mit diesen vier Siegen in Folge dürfte das Selbstbewusstsein noch ein paar Prozente im Team gestiegen sein. Der Turnierbaum würde ein etwaiges Halbfinale gegen Argentinien bereithalten. Oder Belgien. Beides wäre reizvoll. Doch ein Schritt nach dem anderen. Louis van Gaal hat mich als Coach, der wirklich einen Matchplan hat, taktische Feinjustierungen während des Spiels situativ vornimmt und eine Gewinnermentalität vorlebt, mehr wie überzeugt. Ich war bereits bei seiner Zeit bei Bayern München Louis van Gaal Fan. Würde ihn heute nur ungern frühzeitig aus dem Turnier entlassen wollen. Übrigens hatte Erik Meijer, einstiger Bundesligaspieler bei Bayer Leverkusen und dem HSV vor der WM im Sonderheft der WM von Sport Bild auf Seite 120 folgende Einschätzung vor dem Turnierstart gegeben:

,,In der Defensive ist der Kader sehr dünn, es mangelt an Spielern von Weltklasseformat. Somit wäre das Erreichen des Achtelfinals bereits ein Erfolg. Womöglich auch das Maximum.“

Aber so ist das ja generell mit den sogenannten Expertenmeinungen. In der Woche vor dem Beginn der WM plauderte Paul Breitner, Weltmeister von 1974, bei einer Veranstaltung in der Erlebniswelt der Allianz Arena davon, Spanien sei sein absoluter Turnierfavorit.

Costa Rica nahm die gute Form der Qualifikation mit ins Turnier

Ich muss an dieser Stelle Abbitte beim Team von Costa Rica leisten. Trotz der guten Qualifikation traute ich ihnen nicht das Überstehen der Gruppenphase zu. Sorry. Klar in der entscheidenden Gruppenphase der Nord-und Zentralamerika-Zone hatten sie ein großes Achtungszeichen gesetzt. Zweiter hinter der USA und sieben Punkte vor Mexiko. Dazu die beste Defensive. Doch da war auch die Heimstärke von 5 Siegen in fünf Spielen, die ich nicht übertragbar für das Turnier in Brasilien hielt. Trainer Jorge Luis Pinto ist in Sachen Motivation einer der besonders emotionalen Vertreter seiner Berufszunft. Garant für das Weiterkommen im Achtelfinale gegen Griechenland war Keeper Keylor Navas. Der 27-Jährige Torwart von UD Levante hielt seine Mannschaft auch in Unterzahl im Spiel und setzte das I-Tüpfelchen beim Elfmeterschießen mit seiner entscheidenden Parade gegen Gekas. Doch die Niederlande sind, bitte nicht böse sein in Athen, Piräus etc., doch nochmal eine ganz andere Liga.

Ich erwarte ein Weiterkommen der Niederlande.

Argentinien – Belgien  

Sonnabend, 05. Juli, 18.00 Uhr, Brasilia, im ZDF

Niederlande – Costa Rica

Sonnabend, 05. Juli, 22.00 Uhr, Salvador, im ZDF

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (23)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (23)

Es war ein gnadenloses Spiel. Die Schlacht tobte und beinhaltete alles, was einen Fußball-Thriller ausmacht, von dem noch 32 Jahre danach gesprochen wird. Im Buch 1982 Spanien aus der  Reihe der WM-Bibliothek der Süddeutschen Zeitung bekommt das epische Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich auf den Seiten 82 bis 91 den gebührenden Platz in Wort und Bild. Traveler Digital Camera

10 Seiten für das Drama von Sevilla. Jenes epochale und surreale Naturereignis. Dazu das mehrseitige Interview mit Harald Schumacher auf den Seiten 122 bis 127. Als Vergleich in der 86er Ausgabe der WM Bibliothek der Süddeutschen Zeitung bekommt das erneute Halbfinale Deutschland gegen Frankreich nur ganze 4 Seiten.

Zum Kraftakt 1982 sind hunderte von Artikeln geschrieben wurden. Unzählbare Kommentare veröffentlicht und ein jeder Rückblick auf das WM Turnier in Spanien vor 32 Jahren kommt ohne dieses spektakuläre Spiel nicht aus. Die Videozusammenfassung zigfach mit offenen Mund gesehen. Immer wieder. Und nochmals mit Gänsehaut angeschaut. Wahnsinn. Die 11-minütige Zusammenfassung des 82er Thrillers von Sport1 in der Rubrik SportHistory auf YouTube. Das schnelle Führungstor von Pierre Littbarski, der Elfmeterausgleich durch Michel Platini, dann jene verhängnisvolle 57. Minute bei der Attacke von Harald Schumacher gegen Patrick Battiston. Im oben erwähnten Interview mit Schumacher auf die Frage:

,,Als das Ausmaß seiner Verletzung bekannt wurde, hätten Sie ins Krankenhaus  fahren können?“

,,Völlig richtig. Und es tut mir leid, das ich es nicht gemacht habe. Berti Vogts hat es noch 2006 im ZDF ein Versagen der DFB-Delegation genannt, dass seinerzeit niemand mit mir ins Krankenhaus gefahren ist. Wäre mein damaliger Manager Rüdiger Schmitz an dem Abend in Sevilla gewesen, hätten wir Blumen gekauft und uns so lange an Battistons Krankenbett gesetzt, bis er uns gesagt hätte: Alles okay, es wird schon wieder.“

Später in der Verlängerung die Führung der Franzosen durch Marius Tresor in der 92. und Giresse zum 3:1 in der 108 Minute. Abwehrchef Tresor, dessen Schilderungen vom dramatischen Halbfinale und der Endspielerwartung 1998 im Fußball-Magazin France Football erschien, und auszugsweise von der Süddeutschen Zeitung im WM-Buch 1982 auf Seite 90 und 91 übersetzt wurde:

,,Ich bin in den Wolken. Giresse trifft zum 3:1, unglaublich. Wir sind im Finale.“

Nein, war Frankreich an jenem Abend in Sevilla am 8. Juli 1982 nicht. Auf der Bank war da noch ein Spieler von Bayern München. Mit Verletzung schleppte er sich durchs Turnier. Nach seiner Einwechslung in der 98. Minute erzielt Karl-Heinz Rummenigge 240 Sekunden später in der 102. Minute den Anschlusstreffer. Dann jener atemberaubende Fallrückzieher von Klaus Fischer in der 108. Minute gegen Frankreichs Keeper Ettori und das folgende Elfmeterdrama. Fehlschuss Stielike. Zweimal hält anschließend Bösewicht Schumacher die Elfmeter von Six und Bossis.Traveler Digital Camera

Die Karriere von Mittelfeldstar Michel Platini blieb unvollendet. Seine Laufbahn wurde nicht durch den Weltmeistertitel gekrönt. Später schlug er dann die Funktionärslaufbahn ein, wo er mir wesentlich weniger gefällt wie seinerzeit als Spieler. Sowohl in Wort wie in Handlungen. Nein, ich bin kein Blatter Freund. Aber Platini fiel mir mehrmals unangenehm in den letzten Jahren auf. Dazu vielleicht zu gegebener Zeit mehr.

Erst Didier Deschamps, Fabien Barthez, Bixente Lizarazu, Laurent Blanc, Lilian Thuram, Frank Leboeuf, Stephan Guivarc´h, Patrick Viera, Christian Karambeu, Marcel Desailly Youri Djorkaeff, Zinedine Zidane, Emanuel Petit, Thierry Henry, David Trezueget und Co. holten 1998 im eigenen Land den Titel. Didier Deschamps werden wir auch heute wieder sehen. Er ist der smarte Coach der Franzosen im Jahr 2014. Nach dem Ausscheiden von US-Coach Klinsmann, hat er jetzt das Alleinstellungsmerkmal der 8 Trainer im Turnier. Er war als Spieler Weltmeister.

Über Übungsleiter Löw und das Algerien-Spiel inklusive Taktik und der Personalie Lahm etc. ist dieser Tage eigentlich in den Medien alles durcherzählt und dekliniert wurden. Neuer hielt Löw und die Mannschaft im Turnier. Kein Ruhmesblatt für die taktische Ausrichtung der Mannschaft. Doch das war Montag. Heute ist Freitag. Es ist eigentlich alles gesagt. Siehe hier, hier oder hier. Daher halte ich mich heute kurz. Die Chancen zwischen Deutschland und Frankreich stehen aus meiner Sicht bei 50% zu 50%.

Frankreich – Deutschland  

Freitag, 04. Juli, 18.00 Uhr, Rio de Janeiro, im ARD

Brasilien – Kolumbien

Freitag, 04. Juli, 22.00 Uhr, Fortaleza, im ARD

Im Zweiten Spiel am heutigen Tag dann noch der Gastgeber Brasilien gegen die unbequemen und starken Kolumbianer. WM-Favorit Brasilien ist bisher noch nicht richtig durchgestartet. Ihrem Spiel merkt man zuweilen noch deutlich den Erwartungsdruck an. Die PS, die Scolaris Team zweifellos unter der Motorhaube hat, wurden bisher noch nicht ansatzweise auf die Straße gebracht. Gelingt es ihnen, das Gaspedal durchzudrücken, wird es schwer. Nicht nur für Kolumbien sondern auch für den späteren Halbfinalgegner. Aber Gemach, gemach. In der Geschichte der WM gab es oft spätere Weltmeister die sich bis zum Viertelfinale sehr schwer taten und dann erst die Bremsen lösten.

Brasilien erwarte ich im Halbfinale.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (22)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (22)Traveler Digital Camera

Das Löw noch seinen Job hat, ist dem Glück von Neuer zuzuschreiben. Ja, diese Ausflüge vom ehemaligen Schalke Torwart sind keine Neuigkeit. Auch beim katastrophalen 0:4 gegen Real Madrid im Champions-League Halbfinale in Fröttmaning war er weit außerhalb des Strafraums aktiv. Da übrigens nicht immer souverän. Auch im DFB-Pokalfinale sahen die Zuschauer einen Ausflug. Meine Jahrhundertliebe zu mir:

,,Was macht er denn da draußen?“

Anschließend verletzte er sich bei der Aktion in Berlin an der Seitenlinie. Die dabei zugezogene Schulterverletzung hielt fortan die Nation in Atem. Dabei gab Neuer dem Balljungen die Schuld. Darüber konnte man geteilter Meinung sein. Mein Vater sagte immer: Bitte keine Ausreden.

Doch an jenem Montag gegen Algerien sicherte Manuel Neuer, diesmal bei seinen zahlreichen Ausflügen neben dem Können auch mit viel Glück den Sieg der deutschen Elf und hat bei Übungsleiter Löw einen gut. Oliver Fritsch, von mir sehr geschätzter Fußballjournalist und einstiger Gründer von indirekter-freistoss sowie Hartplatzhelden, findet kein Haar in der Suppe und flechtet auf Zeit Online Manuel Neuer Lorbeerkränze.

,,Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zuschauer bereits daran gewöhnt, dass der deutsche Tormann ein fünfter Verteidiger ist und die vielen Lücken schließt, die ihm seine vier Nebenmänner lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zuschauer daran gewöhnt, dass er die Sicherheit seines Tors weit davon entfernt verteidigt – an der Eckfahne, nahe der Mittellinie oder zur Not auch am Hindukusch.“

Diese Art des Torwartspiels wird sich auch auf den Bolzplätzen der Republik auswirken. Wollte früher jeder Tore wie Rekordtorschütze Gerd Müller schießen oder den Ball wie Netzer führen oder den Beckenbauer machen, prognostiziert Oliver Fritsch den Trend zum Torwart.

,,Man soll ja vorsichtig sein mit solchen Prognosen. Aber Neuer dürfte beim deutschen Sieg gegen Algerien ein epochales Spiel geboten haben, das künftige Generationen beeinflussen wird. Kinder, die das Spiel gesehen haben, wollen ab sofort Tormann werden – und zwar so wie Neuer.“

Kürzlich gab es ja das Ranking von Frank Rost über die besten deutschen Torhüter. Da belegte Manuel Neuer nur Platz 10. 5 Plätze hinter dem kürzlich zu Barcelona gewechselten  Marc-Andre Ter Stegen.

Abseits der WM schießen sich die Bundesligisten warm

Während die deutsche Elf sich 32 Jahre nach dem Thriller von Sevilla auf das Spiel gegen Didier Deschamps französische Auswahl vorbereitet, gibt es derweil die ersten Vorbereitungsspiele von Bundesligisten auf die neue Saison. Da greifen dann die gegnerischen Keeper zuweilen in einer inflationären Anzahl hinter sich. So gewinnt der neu in die Bundesliga aufgestiegene SC Paderborn in der Saisonvorbereitung bei Kreisligist SV 03 Geseke mit 14:0 (10:0). Auch der SC Freiburg hat sich warm geschossen.  Ihr ehemaliger Kulttrainer Volker Finke gab ja mit Kamerun nur eine kurze Visitenkarte in Brasilien ab. Eine enttäuschende Bilanz stand am Ende zu Buche. Doch ich will nicht abschweifen. Also zurück zum angekündigten Torfestival der Freiburger. Sie wollten den Paderbornern nicht nachstehen. Der SC Freiburg hat in der Vorbereitung auf die neue Saison einen ebenso lockeren Testspielsieg eingefahren. Die Breisgauer gewannen gegen den Bezirksligisten FV Tennenbronn 14:0 (5:0).

So locker wie die siegreichen Akteure bei beiden 14:0 Testspielsiegen möchte manch PR Berater auch seine Klienten präsentieren. Doch die Sache mit dem geplanten Image ist ja immer so eine Sache. Der Medienredakteur Jürn Kruse hat sich auf taz Gedanken über die Inszenierung der Nationalmannschaft gemacht, die inszenierten Bilder von den Strandläufen von Übungsleiter Löw und die gewünschte Botschaft: Wir sind locker.

,,Dabei kann dieses deutsche Nationalteam alles, nur nicht locker. Jede Regung folgt einem Plan, alles ist gestellt. Die Bilder, die in die Heimat gesandt werden, müssen übereinstimmen mit der Corporate Identity, die das DFB-Team mittlerweile umgibt.“

Jürn Kruse stellt dabei auch eine „Distanz“ und „Kälte“ fest.

,,Oder „Ein Land, eine Mannschaft, ein Traum“, wie es auf dem Mannschaftsbus heißt. Die Inszenierung eines Turniers, die 2006 begann und mit der Nominierung des Teams auf der Zugspitze (Motto für die EM in der Schweiz und Österreich: „Bergtour“) einen ersten grotesken Höhepunkt erreichte, ist gewuchert und strahlt nur noch Kälte und Distanz aus.“

Da wären wir für heute fast durch. Einen habe ich noch. Der ehemalige Handelsblatt Journalist Thomas Knüwer hat die WM nicht links liegen gelassen. Eine weitere Ausgabe vom Digitalen Quartett #65 unter dem Titel Die digitale WM gibt es.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (19)

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Brasilien gegen Kolumbien und Niederlande gegen Costa Rica sind die ersten feststehenden Viertelfinalbegegnungen.

Heute könnte sich mit Deutschland gegen Frankreich die nächste Paarung herauskristallisieren. Doch dazu müssen beide Mannschaften erst ihre Achtelfinalspiele gegen Algerien und Nigeria gewinnen. Die zahlreichen internationalen Buchmacher sehen die europäischen Mannschaften klar vorne.

Frankreich – Nigeria  

Montag, 30. Juni, 18.00 Uhr, Brasilia, im ZDF

Deutschland – Algerien

Montag, 30. Juni, 22.00 Uhr, Porto Alegre, im ZDF

Didier Deschamps: „Es geht nur um die nackten Ergebnisse.“ 

Frankreich hat mich bisher überzeugt. Wenn sie Nigeria nicht unterschätzen, haben sie gute Chancen in die Runde der letzten Acht einzuziehen. Klar gegen Ecuador büßte man ein wenig an Rhythmus ein, es ist immer etwas schwierig als bereits qualifiziertes Team in eine letzte Gruppenbegegnung zu gehen. Doch insgesamt wirkte die französische Mannschaft, wenn sie ernst machte wie gegen die Schweiz bis zur zwischenzeitlichen 5:0 Führung oder dem 3:0 Auftakt gegen Honduras, wie ein gutes Rennpferd das für den Galopp in der Zielgerade noch Steigerungspotenzial hat.  Didier Deschamps hat als Spieler selbst die Weltmeisterschaft geholt. In Sachen Glaubwürdigkeit ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Der Teamspirit ist ein ganz anderer wie 2010. Reden wir nicht weiter drüber. Der französische Trainer Didier Deschamps dieser Tage:

,,Es geht nur um die nackten Ergebnisse.“

Der heutige Kontrahent Nigeria hat sich bisher gut verkauft und belegte hinter Argentinien und vor Bosnien-Herzegowina  sowie dem Iran den 2. Gruppenplatz. Doch genau kann ich sie immer noch nicht einschätzen. Mir fehlt generell bei afrikanischen Mannschaften bei WM-Turnieren diese Abgezocktheit, auch einen knappen Vorsprung mal mit Zeitspiel über die Runde bringen. Nervenstärke zeigen, den Ball auch durchaus aufreizend durch die eigenen Reihen zirkulieren lassen und die Uhr im Stile einer Turniermannschaft runterlaufen lassen. An dieser Stelle eine Gedächtnisminute für die Elfenbeinküste um Didier Drogba. Auch der nigerianische Fußball kennt sich mit dem späten Ausscheiden aus. Nigerias Trainer Stephen Keshi hat 1994 selbst als Spieler an der WM teilgenommen und kam auf einen Einsatz in der Vorrunde im Spiel gegen Griechenland. Im Achtelfinale unterlag Nigeria damals nur den abgezockten Italienern in der Verlängerung. Bis zur 89. Minute führten die  Super Eagles mit 1:0. Dann kam Roberto Baggio. Sein spätes Ausgleichstor rettete dem späteren Vizeweltmeister beim WM Turnier in den USA und brachte wieder eine afrikanische Mannschaft zum weinen. Und heute Nigeria? Daniel Theweleit hat sich bei Neue Zürcher Zeitung unter dem Titel Konflikt und Frieden der Achtelfinalpartie und der Besonderheiten bei den Super Eagles gewidmet.Traveler Digital Camera

Deutschland hat noch nie gegen Algerien gewonnen

Übungsleiter Löw sollte heute gegen Algerien nicht ausscheiden, um einer Personaldiskussion aus dem Weg zu gehen. In der Vorrunde gab es durchaus gute Ansätze. Bei aller Indisponiertheit der Portugiesen im Auftaktspiel, dem schwachen Nervenkostüm von Pepe, dem fehlenden Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter,  vier Tore gegen die Mannschaft um Superstar Ronaldo muss man auch erst hinlegen. Die zweite Hälfte gegen Ghana war ein intensives Auf und Ab, fern jeglicher taktischer Sachzwänge. Es wurde mit offenem Visier gekämpft und gespielt. Den zwischenzeitlichen 1:2 Rückstand gegen konditionsstarke und leidenschaftliche rennende Spieler von Ghana zu egalisieren ist auch ein Wert und spricht für mentale Stärke. Die eine oder andere unrunde Abwehrgeschichte in der deutschen Mannschaft wird Übungsleiter Löw gesehen haben. Doch für die Moral ist ein Wiederkommen nach einem Rückstand fast unbezahlbar. Siehe die turniertechnisch clever agierende Niederlande, die bei diesem Turnier bisher zweimal Rückstände aufholen konnte. Der Abschlusserfolg der deutschen Elf gegen die USA mit Jürgen Klinsmann und anderen zahlrechen Bekannten war nicht glamourös, jedoch konzentriert eingetütet. Das war für die Vorrunde ordentlich. Jetzt beginnt die Kür. Die bisherige Länderspielstatistik von Deutschland gegen Algerien lautet 2 Spiele, zwei Niederlagen bei 1:4 Toren. In den letzten 34 Jahren gab es seit der WM-Partie am 16. Juni 1982 keine weiteren Spiele gegeneinander. Auf Betriebstemperatur am heutigen Tag ist auch der powernde Linksammler Fokus Fussball, wie immer haut man die Lesehinweise nicht nur so in den Raum, sondern verbindet sie erfrischend und charmant mit eigenen Gedanken. Zu Wochenbeginn haben sich Julian Ritter und Klaas Reese in den Tastaturstrafraum begeben.

Auf die 82er Thematik zwischen Deutschland/Österreich und Algerien bin ich vor wenigen Tagen hier im Blog bereits eingegangen. Schenke ich mir heute. Die algerische Mannschaft benötigte in den Play-off Partien zur WM-Qualifikation gegen Burkina Faso nach dem Hinspiel 2:3 einen entsprechenden Sieg. Mit dem Minimalerfolg von 1:0 wurden die Flugtickets nach Brasilien gebucht. Zum Turnierauftakt in Brasilien gegen Belgien konnten sie einen 1:0 Vorsprung nicht über die Zeit bringen. Auch die zwischenzeitliche 3:0 Führung gegen Südkorea schmolz noch und im Abschlussspiel mit Russland wirkten sie auch nicht so überzeugend. Der Rückstand und ein mögliches Aus vor Augen merkte man ihnen die Nervosität an. Doch dann kam der 1:1 Ausgleich und mit ihm der Einzug ins Achtelfinale. Ich will jetzt gar nicht die Laserpointerattacke auf den russischen Torhüter  Akinfejew vor dem algerischen Ausgleichstreffer thematisieren. Im Kader von Algerien sind 17 Spieler mit einem französischen Pass. 16 Akteure sind in Frankreich auf die Welt gekommen. Claudio Catuogno kürzlich in der Süddeutschen Zeitung:

,,Und wenn man sich nun fragt, ob das Zufall sein kann, dass Algerien 1982 und 1986 bei Weltmeisterschaften auftauchte und dann erst wieder 2010 und 2014, dann stößt man unweigerlich auf eine Sitzung des Weltverbands Fifa im Jahr 2009, auf der Algeriens Fußballchef Hamit Haddadj den Antrag stellte, dass Spieler mit mehreren Nationalitäten sich nicht schon mit 21 für ein Land entscheiden müssen. Sondern dass sie auch danach noch den Verband wechseln können – solange sie kein Pflichtspiel in einer A-Nationalelf bestritten haben.“

Ich erwarte ein Weiterkommen von Frankreich und Deutschland.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Heute ist Ruhetag. Zeit zum durchschnaufen.copy-045.jpgDerweil gibt es vielleicht auch die Gelegenheit noch ein wenig zu stöbern in interessantem Zahlenmaterial. Eine gute visualisierte Übersicht der Körpergrößen und Gewichtsmaße aller Teams der WM-Endrunde gibt es hier gut aufbereitet zu sehen.

Die Leichtgewichte bei Deutschland sind Philipp Lahm mit 66 Kilo, Mario Götze mit 68 Kilo und Kevin Großkreutz mit 72 Kilo. Das meiste Gewicht in der DFB-Elf bringt Manuel Neuer mit 92 Kilo auf die Waage. Das sind 30 Kilo mehr wie Argentiniens Lionel Messi.

48 Vorrundenspiele sind um. Jetzt geht es in die K.o. Phase. Die Entscheidung fällt nach 90 Minuten, bei Bedarf nach Verlängerung oder dem sagenumwobenen Elfmeterschießen. Einer der 16 Achtelfinalisten wird am Ende der Weltmeister 2014 sein. Vor dem Turnier war mein WM-Favorit Brasilien. Das hat sich auch nach der Vorrunde nicht geändert. Wie sagte Schauspieler und Fußballfreund Heiner Lauterbach am 16. Juni so schön im Südkurier:

,,Ich habe noch nie eine WM gesehen, bei der der Weltmeister sieben gute Spiele gemacht hat. Der ist immer auch mal gestolpert.“

In der Geschichte der WM haben Uruguay, Italien, England, Deutschland, Argentinien und Frankreich vor heimischem Publikum ihre Weltmeisterschaften 1930, 1934, 1966, 1974, 1978 und 1998 zu Titeln genutzt. Dieser nicht zu unterschätzende Heimvorteil der Elf von Felipe Scolari kann gerade in engen Spielen die entscheidenden 2 bis 3 oder auch 4 Prozent ausmachen. Da haben wir jetzt noch gar nicht über Wunderstürmer Neymar gesprochen.

Ein Dauerthema der WM ist natürlich die Berichterstattung von ARD und ZDF. 11 Freunde Chefredakteur Philipp Köster im lesenswerten Interview bei Meedia:

,,Nervig ist eigentlich nur, dass sich die Sender offenbar durchgehend als versteckte PR-Kompanie des DFB verstehen. Ständig ist von “wir” die Rede, wenn es um die Nationalelf geht. Und ein Reporter, der im Morgenmagazin der deutschen Nationalelf zuruft: “Gebt Gas, Jungs!” – da fragt man sich ja wirklich, ob der noch alle Latten auf dem Zaun hat.“

Stammleser wissen, dass ich nicht zum Fanclub von KMH (Katrin Müller-Hohenstein) gehöre. Kürzlich hatte ich bei einem sogenannten Interview mit Mario Götze umgeschaltet. Auch Philipp Köster hatte sich die Fußball fremdelnde Plauderei zwischen dem Bayern Spieler Götze und der ehemaligen Antenne Bayern Moderatorin zeitweise angeschaut.

,,Trotzdem drängt sich die Frage auf, warum Müller-Hohenstein jedes Gespräch in Rekordschnelle in Richtung Kaffeeklatsch steuert. Wenn man Mario Götze schon mal ausführlicher vors Mikrofon bekommt, wäre das doch eine feine Gelegenheit, ihn mal zu ein paar fußballerischen Dingen zu befragen. Stattdessen geht es dann um Frühstücksrituale und darum, ob er sich nicht der Schafkopfrunde der Kollegen anschließen möchte. Da schaltet man doch gerne schnell mal um.“

Richtig, Fußball wurde gestern auch noch gespielt. Unter anderen Deutschland gegen USA. Für ein Fazit der Tätigkeit von Übungsleiter Löw ist es noch zu früh. Es war übrigens auch keine „Todesgruppe“ wie Jürgen Klinsmann nach dem Spiel kund tat. Diese Überhöhung von Fußball nervt manchmal. Die DFB Elf kommt am Ende ihrer Pflichtaufgabe nach. Jetzt also gegen Angstgegner Algerien. Die bisherige Länderspielstatistik sieht zwei Spiele mit Verlustpartien. Die erste gab es vor 50 Jahren. Am Neujahrstag 1964 gab es eine 0:2 Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen das algerische Team. Und dann war da ja noch 1982. Jener 16. Juni mit der 1:2 Niederlage der Derwall-Elf gegen Algerien, der zwischenzeitliche Ausgleich durch Karl-Heinz Rummenigge nur Makulatur.

Russland wahr wahrlich nicht von Glück überschüttet bei dieser WM. Erst der Torwartpatzer zum halben Eigentor gegen Südkorea, dann der nicht gegebene Elfmeter im Spiel mit Belgien und jetzt vor dem Ausgleichstreffer durch Algerien diese Laserpointerattacke auf den russischen Keeper Akinfejew. Ein Glück für das Nationalteam Russlands, sie müssen für das nächste Turnier durch keine Qualifikation.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (14)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (14)

Oh, Italien raus. Deutschland kann gegen Italien in diesem Sommer nicht mehr gewinnen. Traveler Digital CameraDafür gibt es Jubel bei Uruguay, die ja mit einer 1:3 Niederlage gegen Costa Rica undenkbar schlecht ins Turnier gestartet waren. Auch Griechenland, ich prophezeite ihnen eine vorzeitige Abreise, starteten nach meiner wenig optimistischen Prognose ins Turnier mit einer deutlichen Niederlage. 0:3 gegen Kolumbien. Am Ende schickten sie die Elfenbeinküste um Oldie Didier Drogba nach Hause. Jetzt gibt es die smarte Achtelfinalbegegnung zwischen Costa Rica und Griechenland.Traveler Digital Camera40 Vorrundenspiele von insgesamt 48 liegen hinter uns. Das 64. Spiel der WM ist dann in Rio de Janeiro am 13. Juli terminiert. Einem Sonntag. In der 28. Kalenderwoche. Das Endspiel im Estádio do Maracanã. Bis dahin ist also noch einiges zu spielen. Deutschland bestreitet morgen noch seine letzte Partie in der Gruppenphase. Die Vorberichterstattung der Medien läuft auf Hochtouren. Der Tagesspiegel nimmt sich unter anderen der strebsamen Personalie Philipp Lahm an und titelt: Grenzenlos gut oder überschätzt?

Inwieweit ist Übungsleiter Löw eigentlich in der Pflicht ernsthaft um den Titel mitzufighten, zu spielen und ihn nach endlos langen 24 Jahren nach Deutschland wieder zu holen? Jochen Schlosser brachte es in seinem Leitartikel auf Seite 1 der Schwäbischen Zeitung hier unten am Bodensee auf folgende Worte vor dem ersten deutschen WM-Spiel am 16. Juni in der vergangenen Woche:

,,Diesmal muss Löw liefern. All seine Entscheidungen deuten darauf hin, dass er selbst dies ebenso sieht. Scheitert er erneut, sollte er die Konsequenzen ziehen.“

Wie tickt die Mannschaft? Sportreporter Delling am 18. Juni 2014 um 23.22 Uhr über das Innenleben der deutschen Mannschaft im Fernsehen:

,,Das ist eine absolut funktionierende Kolchose.“

Das lasse ich mal so stehen.

Argentinien mit Lionel Messi bisher noch nicht in einer Frühform wie 2006 und 2010

Heute treten zwei Weltmeister an, die einst ihren Heimvorteil in den Titel umwandeln konnten. Argentinien und Frankreich. Beide führen ihre Gruppen mit jeweils zwei Siegen an. Argentinien konnte bisher noch nicht richtig überzeugen, jedoch war Messi jeweils mit einem entscheidenden Tor zuverlässig. Ihm reichen wenige Gelegenheiten um dem Gegner weh zu tun. Vielleicht ist dies für weltmeisterliche Ambitionen gar nicht so schlecht, sich genügend Steigerungspotenzial offen zu lassen. 2006 und 2010 spielten sie kräftige und dominante Vorrunden, um später nicht den erhofften Sprung in die Runde der letzten vier zu schaffen. Endstation 2006 und 2010 jeweils die DFB-Elf. Auf Lionel Messi ruhen all die Hoffnungen die einst Diego Maradona 1986 überzeugend schulterte. Christoph Wesemann, in Buenos Aires lebender Journalist, in seinem Argentinischen Tagebuch:

,,Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum.“

Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum. – See more at: http://argentinisches-tagebuch.de/#sthash.D64eXK7Q.dpuf
Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum. – See more at: http://argentinisches-tagebuch.de/#sthash.D64eXK7Q.dpuf
Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum. – See more at: http://argentinisches-tagebuch.de/#sthash.D64eXK7Q.dpuf
Nur Leo Messi mit seinem Traumtor hat die weißhimmelblaue Nationalelf am Sonnabend vor einem peinlichen Unentschieden gegen Iran bewahrt. Irgendjemand hat mal gesagt: Wenn Diego Maradona Neuseeländer wäre, hätte Neuseeland 1986 in Mexiko den Titel geholt. Die Weltmeisterschaft gewann Argentiniens ewiger Goldjunge mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft um sich herum. – See more at: http://argentinisches-tagebuch.de/#sthash.D64eXK7Q.dpuf

Läuft eigentlich alles auf einen Showdown der Superstars Neymar und Messi hinaus? Gemach, gemach. Für die Gauchos steht noch eine Pflichtaufgabe in der Vorrunde an. Die Südamerikaner treffen heute auf Nigeria. Nigeria bisher mit vier Punkten Gruppenzweiter, zerstörten die Hoffnungen von Bosnien-Herzegowina. Ja, Bosnien-Herzegowina. Peter Schmeichel hatte ihnen eine sehr gute WM zugetraut. Adidas stattete sie kurzfristig aus und löste Legea ab. Am Ende bleibt das frühzeitige Ausscheiden aus dem Turnier.  Der Iran braucht heute einen Sieg um etwaige Chancen auf ein Weiterkommen anmelden zu können. In der Qualifikation war der Iran bereits sehr abwehrstark und ließ wenig Gegentore zu. Diese Defensivstärke zeigten sie auch bei der WM. Im Spiel gegen Argentinien wurde ihnen ein Elfmeter nicht zugesprochen, den der eine oder andere Schiedsrichter durchaus gegeben hätte. Ein Weiterkommen der iranischen Fußballer wäre auch ein großartiger Marketingerfolg für den deutschen Ausstatter Uhlsport.

Schweiz mit Moral, starkes Frankreich mit neuem Teamspirit

In den Spielen um 22.00 Uhr treffen Honduras gegen die Schweiz und Ecuador mit Frankreich aufeinander. Die Schweizer wollen das 2010er Szenario von Südafrika vermeiden, mit Auftaktsieg dann am Ende doch in der Gruppe zu scheitern. Erfolgscoach Hitzfeld beantwortete kürzlich im Tagesanzeiger jeweils eine Frage von 24 Prominenten unter dem Titel Was Roger Federer von Ottmar Hitzfeld wissen will. Der Sänger Kuno Lauener stellte dabei mit Blick auf das heutige Spiel gegen Honduras folgende Frage inklusive einem kleinen Wortspiel:

,,Können die Honduraner uns auf dem Hitzfeld von Manaus das Wasser reichen.“

Der einstige Championsleague Triumphator und Trainer von Borussia Dortmund und Bayern München ist um eine Antwort nicht verlegen.

,,Ich hoffe nicht, denn das Wasser in jenem Gebiet ist ziemlich ungeniessbar. Zudem darf nomen nicht omen sein: Wir wollen möglichst kühlen Kopf bewahren und mit einer konzentrierten Teamleistung drei Punkte holen.“

Ottmar Hitzfeld seine Mannschaft zeigte nach dem zwischenzeitlichen beängstigenden 0:5 Rückstand gegen Weltmeister Didier Deschamps wiedererstarktes Frankreich noch eine gute Moral und schoss in der Schlussviertelstunde zwei ergebniskosmetische Tore. Darauf lässt sich aufbauen. Ein Sieg gegen Honduras ist dabei nicht zwingend erforderlich, bei einem Unentschieden und gleichzeitiger Niederlage von Ecuador gegen Frankreich wäre die Schweiz auch im Achtelfinale. Siehe auch die kicker Tabelle. Ein Weiterkommen würde auch Sponsor Puma, der die Eidgenossen ausstattet, in puncto Sportmarketing erfreuen. Gar keine Frage.Traveler Digital Camera

Frankreich weit vorn im Power Ranking

Die französische Elf ist in meinem persönlichen Power Ranking bei dieser WM sehr weit vorn. Irgendwie wirkt die Elf wie mit einem neuen Teamspirit versehen. Benzema scheint, anders wie manch anderer Real Madrid Spieler, nicht überspielt zu sein. Können sie diese Form konservieren in die K.o. Runde, kann es noch eine Weile ganz tolle Freudentänze in Paris geben. Der nach der WM 2010 neue Ausstatter Nike wird aus marketingtechnischer Sicht zufrieden sein. Heute gegen Ecuador wird es vielleicht den ersten Härtetest auf die Turnierfrühform geben. Die Südamerikaner waren gegen die Schweiz mit dem Last Minute Tor unglücklich geschlagen. Drehten die Tabelle dann am 2. Spieltag. Sie liegen zur Zeit auf Platz zwei, punktgleich mit der Schweiz, haben aber das bessere Torverhältnis. Gewinnt Ottmar Hitzfeld braucht Ecuador auch einen Sieg um nicht auszuscheiden. Genug Spannung für den geneigten Fußballzuschauer.

Nigeria – Argentinien

Mittwoch, 25. Juni, 18.00 Uhr, Porto Alegre, im ARD

Bosnien-Herzegowina – Iran

Mittwoch, 25. Juni, 18.00 Uhr, Salvador, im EinsFestival von ARD

Honduras – Schweiz

Mittwoch, 25. Juni, 22.00 Uhr, Manaus, im ARD Konferenz sowie auf EinsFestival

Ecuador – Frankreich

Mittwoch, 25. Juni, 22 Uhr, Rio de Janeiro, im ARD Konferenz

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (13)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (13)

Die große Fußballnation Italien hat Deutschland bei den Weltmeisterschaften mehrfach weh getan in den Jahren 1970, 1982 und 2006. Übungsleiter Löw machte dann auch noch die Halbfinalerfahrung bei der EM 2012. Lieblingsgegner sehen anders aus.

Nach dem italienischen Auftaktsieg gegen England gab es dann keine weiteren Punkte für die Männer um Buffon, Pirlo, Balotelli und Co. Italien und Uruguay kämpfen heute um den Einzug ins Achtelfinale ab 18.00 Uhr in Natal. Italien war gegen Costa Rica zeitig platt. Die Pässe von Pirlo waren insgesamt zu wenig, um ernsthaften Druck aufzubauen auf die einsatzstarke Abwehr von Costa Rica. Reporter Tom Bartels bei der Liveübertragung im ARD:

,,Costa Rica wird den Eindruck bekommen, wenn der Ball nicht zu Pirlo kommt, kann es nicht gefährlich werden.“

Auch der Uraltdoppelweltmeister Uruguay (1930, 1950) wirkte im ersten Spiel gegen Costa Rica zeitig matt und sie fanden sich zu Recht mit einer 1:3 Niederlage ins Turnier gestartet, am Ende der Gruppentabelle. Im zweiten Spiel gegen England dann mit Superstar Luis Suarez, mit einer ganz anderen Körpersprache und Laufbereitschaft. Können sie diese Intensität nochmals abrufen wird es eng für Italien. Andererseits reicht den Italienern ein Unentschieden. Die Südamerikaner müssen gewinnen. Eine Kleinigkeit, die am Ende durchaus den Unterschied ausmachen kann.

Costa Rica ist durch. England erinnert an die Situation im deutschen Handball.

Costa Rica mit 6:0 Punkten nach den beiden ersten Spielen. Damit konnte das Achtelfinale gebucht werden. Für England wieder ein Turnier der Enttäuschung. Irgendwie erinnern sie mich an die Situation der deutschen handballer. Da haben die Engländer mit der Premier League eine hochgradig starke Liga, doch die eigenen Talente kommen meist nicht an den Schaltstellen zum Einsatz, da qualitativ starke Ausländer diese Positionen in den englischen Vereinen besetzen. Die deutsche Handballbundesliga wirbt damit, die stärkste Liga der Welt zu sein, doch auch hier kommen die einheimischen Talente nicht an den ausländischen Weltklassespielern vorbei. Ein Problem auf das einst Heiner Brand nach Peking im focus hinwies.

„Seit nahezu zwölf Jahren haben ich immer wieder angemahnt, dass junge Spieler gefördert werden müssen, sonst wird irgendwann dieser Zustand, den wir jetzt gerade erleben, zum Normalfall, und das darf im Sinne des Handballs nicht sein.“

Man beachte den von Heiner Brand benanten Zeitraum der angemahnten Versäumnisse. Keine drei Jahre, keine fünf Jahre, keine 6 Jahre. Unglaubliche zwölf Jahre. Der Rufer in der Wüste. 2011 im FAZ Interview unter dem Titel Im deutschen Handball gibt es zu viele Stinkstiefel legte er nach:

,,Dass sich allerdings zum Beispiel bei der Ausländerregelung in der Bundesliga gar nichts tut, dass ein Großteil der Leute nur kurzfristige egoistische Ziele anpeilt und sich nicht strategisch mit der Zukunft des Handballs beschäftigt, ist für mich auf Dauer zermürbend. Das Drumherum im Handball ist nicht das, was ich mir vorstelle. Das bringt die Sportart nicht weiter.”

Auch die englische Fußballnationalmannschaft kommt seit Jahren nicht so richtig weiter. Dabei mag ich den englischen Fußball sehr. Habe die goldene Ära des FC Liverpool erlebt, klar Manchester United und das Barcelona Spektakel oder Chelsea mit dem Sachsen Michael Ballack. Die englischen trinkfesten Fans bei der WM 2006 bei ihrer Stippvisite in Nürnberg. Eine gute Heimreise. Der Tagesspiegel meint:

,,In England ist die Diskussion über das eigene Nationalteam mal wieder bei der Premier League angelangt. Spieler aus der Liga jubeln ja viele bei der WM in Brasilien – nur nicht im England-Trikot. Die eigene Top-Spielklasse wird für die Misere der Engänder verantwortlich gemacht. Eine Lösung ist nicht in Sicht.“

Japan trifft auf Kolumbien 

Von Japan kam bisher nicht so viel. Der Auftaktniederlage gegen die Elfenbeinküste schloss sich die Nullnummer gegen Griechenland an. Selbst gegen dezemierte Griechen gelang kein Sieg. Es war bisher nicht die WM der Asiaten. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.  Wenn Kolumbien nicht volle 100% gibt, da sie schon durch sind, können die Japaner durchaus punkten. Man wird sehen. Um eigene Chancen auf ein Weiterkommen zu beanspruchen, bedarf es eines Sieges der Asiaten gegen die Südamerikaner.

Griechenland bisher noch ohne Tor, Elfenbeinküste mit guter Ausgangslage.

Die Griechen sah ich vor der WM nach der Vorrunde nach Hause fahren. Dass sie noch Chancen haben auf ein Weiterkommen bei der Konstellation der Gruppe C (siehe dazu auch die Tabellenübersicht beim kicker), spricht für die Unausgeglichenheit von Japan und der Elfenbeinküste. Aber ehrlich, wenn ich mir etwas wünschen darf, würde ich dann doch lieber die Elfenbeinküste mit ihrem sympathischen Oldie Didier Drogba im Achtelfinale sehen. Sie haben es selber in der Hand. Bei einem Sieg gegen Griechenland sowieso. Bei einem Unentschieden kommt es auf den Ausgang vom Spiel Japan gegen Kolumbien an. Ein Sieg der Kolumbianer oder ein Unentschieden würden Drogba und Co. dann auch reichen. Bei einem Sieg kommt es auf das Torverhältnis an. Aber vielleicht geht es auch ohne Taschenrechner. Man wird sehen. Das ist ja oft bei solchen Konstellationen in den Gruppen am letzten Spieltag, dieses kribbeln. Die Weltmeisterschaften halten da immer wieder Hitchcock-Thriller bereit.

Italien – Uruguay

Dienstag, 24. Juni, 18.00 Uhr, Natal, im ZDF

Costa Rica – England

Dienstag, 24. Juni, 18.00 Uhr, Belo Horizonte, im ZDFinfo

Japan – Kolumbien

Dienstag, 24. Juni, 22.00 Uhr, Cuiaba, im ZDFinfo

Griechenland – Elfenbeinküste

Dienstag, 24. Juni, 22.00 Uhr, Recife, im ZDF