Der entscheidende Unterschied

Wir müssen noch kurz über einen Absteiger reden. Herbert Grönemeyer singt in einem seiner Songs:

,,Das Leben ist nicht fair.“

Das wird sich in den letzten Tagen der eine oder andere FDP-Politiker auch gedacht haben. Doch ein typischer Fall von selbst verschuldet. Die Fehlerkette ist ellenlang und würde hier den Rahmen sprengen. Mitleid ist unangebracht für die einstigen verbalen Jungdynamiker, mit der Attitüde vermeintlicher Leistungsträger. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der FDP und einem Fahrrad?Traveler Digital CameraDas Fahrrad hat einen Sitz.

Sport am Bodensee: Die Interboot 2013 und ein Wahlsonntag

Meine geschätzten Leser wären wohl zu Recht ein wenig verwundert, wenn ein leidenschaftlicher Sportblogger mit Wohnsitz am Bodensee keine Schnappschüsse der Interboot 2013 liefern würde. Dann will ich mal, anders wie die FDP, liefern. Traveler Digital CameraFür Rot wird es diesmal auch nicht reichen.  Dazu war der Kandidat und Schachspieler Peer Steinbrück einfach zu wenig bereit ernsthaft in das Spiel einzugreifen. Okay, vielleicht war seine Zeit als einfacher Abgeordneter mit den zahlreichen Reden und der Entwicklung zum Honorarkönig nicht die beste Vorbereitung auf ein langes Match um die Spitze. Es ist ja auch immer so eine Sache mit der Identität. Da will ein Mann einen Job im Bundeskanzleramt, den er eigentlich für unterbezahlt hält. Nein, Rot konnte keinen Speed entwickeln.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraWäre ich das halbstaatliche Fernsehen ARD und ZDF müsste ich mich jetzt eigentlich um Ausgewogenheit bemühen. Es fehlt doch noch die Farbe schwarz. Auf dem Bodensee im Hafen von Friedrichshafen ist auch sie unübersehbar vertreten. Traveler Digital CameraSo, jetzt heißt es für mich dann auch sich vom Laptop zu lösen und der Bürgerpflicht nachzukommen. Das Wahllokal ist um die Ecke. Vielleicht noch ein Symbolbild für die Farbe Grün. Was gibt meine Speicherkarte her? Vielleicht dieser Schnappschuss …Traveler Digital CameraMinisterpräsident Kretschmann hat sich in seiner Legislaturperiode oft zur PS-starken Region Baden-Württemberg geäußert. Das ist manchen in der Partei und im Freundeskreis der Grünen fast zu viel Technik, zu PS-dominant. Vielleicht gibt es auch noch ein Alternativbild. Mal schauen.Traveler Digital CameraSo, jetzt ist es an der Zeit. Ich gehe mit meiner Jahrhundertliebe gleich wählen. Anders wie im Fußball, dort favorisiert sie Borussia Dortmund und ich Bayern München, sind wir uns bei der Stimmenabgabe einig. Auch meinen Lesern einen schönen Sonntag.

Herbst: Wenn Sport auf Politik trifft

Es herbstelt in Deutschland. Die Temperaturen sind gesunken. Auch am Bodensee ist es spürbar kühler geworden. Es geht einher mit der Abstinenz von Touristen. Keine Angst, einige sind schon noch da. Die Radfahrwege sind wieder freier. Fröstelnd wird einem aber eher beim Blick in die Arbeitsweise der alten und verkrusteten Parteien wie CDU, SPD oder FDP (habe ich jemanden vergessen?) im Bundestag beim Thema Sportpolitik. Besonders wenn es um das unappetitliche Thema Korruption im kommerziellen Sport geht. Daniel Drepper  lieferte kürzlich einen entlarvenden fröstelnden Einblick aus dem Sitzungssaal in Berlin mit seinem Liveblog aus dem Sportausschuss: Sport und Korruption. Da möchte man glatt eine Runde Schach spielen und sich Gedanken zur nächsten Bundestagswahl machen.

FDP und andere Zahlenspiele

Die Fast Drei Prozent Truppe um Vizekanzler Rösler konnte wieder nicht liefern. Dem Lieferversprechen auf dem Rostocker FDP Treffen folgten desaströse Wahlniederlagen in Serie. Berlin machte da gestern keine Ausnahme. Im Bild am Sonntag Interview mit Clemens Tönnies und Uli Hoeneß las Bayern Münchens Präsident dem jungen FDP Politiker Rösler die Leviten:

,,Unser Wirtschafts-Minister Rösler scheint keine Ahnung zu haben. Anscheinend will er alles kaputt machen, nur weil er glaubt, mit seinen Aussagen von 3,4 auf 3,6 Prozent der Stimmen zu kommen. Der muss zurückgepfiffen werden.“

Okay, von 3,6 Prozent konnten Rösler und die FDP am Berliner Wahlabend nur träumen. Sie schmierten ähnlich heftig ab wie der Vfl Bochum derzeit in der 2. Bundesliga. Trainerwechsel brachte da ja vorläufig überhaupt nix ausser einer klaren Niederlage. Dabei verwies die FDP einst gerne auf das Wort Leistungsträger.

Andere Zahlenspiele bereite kürzlich Sportjournalist Daniel Drepper auf. In seinem Blog nahm er sich der Entwicklung Leichtathletik-Weltrekorde: Datenjournalismus an. Ausgangspunkt ist die Aufbereitung von mehr als 2000 (!!) Weltrekorden in der Leichtathletik durch den 27-Jährigen Finnen Jens Finnäs. Lesenswert.

Ein Zahlenspiel der ganz anderen Art lieferten am Wochenende die DFB-Frauenfußballerinnen. Ihr EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz in Augsburg erreichte keine 10.000 Zuschauer. Nach dem abrupten Aus beim auf dem Zeichenbrett vorgezeichneten Sommermärchen wollten den Neuanfang der Neid Truppe ganze 6632 Zuschauer im Stadion live sehen. Zum Vergleich die Statistik eines Spiels in der vierten Liga vom Sonntag:

RB Leipzig – FC Magdeburg: 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Krieger (30.), 1:1 Röttger (57.).

RB Leipzig:

Borel – Müller, Sebastian, Franke, Kocin – Schulz (Kammlott, 75.), Geißler – Röttger (Heidinger, 81.), Rockenbach – Kutschke, Frahn

FC Magdeburg:

Tischer – Neumann, Friebertshäuser, Hackenberg, Lenk – Bauer, Henkel – Wolf (Georgi, 77.), Becker, Scharlau (Wright, 90.) – Krieger (Köhne, 84.)

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Zuschauer: 9789

Abpfiff

Im Schach werden bei der Rochade immer zwei Figuren bewegt. Bei der FDP und ihrer Personal-Rochade reichten fünf Finger einer Hand nicht.  Neuanfang in Rostock. Die Partei will ab sofort liefern? Bitte, was soll denn geliefert werden? Inhalte!? Kann mich bitte jemand am Oberarm kneifen. Die marginalisierte Patei will Inhalte liefern. Nach desaströsen Wahlniederlagen und einem Gescharrere um Parteiämter soll es jetzt aufwärts gehen.

Das erinnert ein wenig an den Trainerwechsel bei Eintracht Frankfurt vor Wochen. Da sollte es auch aufwärts gehen. Das Ende der Geschichte ist bekannt.

Japan tschernobylt weiter …

Der Umzug naht. Jetzt wird es auch Zeit. Die Vorfreude ist riesig.

In der Zwischenzeit gab es leichtes rumoren bei Bayern München. Ich bin da sehr entspannt. Am Tag meines Blogbeitrags Warum mir Bayern München keine schlaflosen Nächte bereitet habe ich die ersten Telefonate wegen dem neuen Kuschelnest am Bodensee geführt. Mensch wie die Zeit vergeht. Sie ist seit jenem 11. Februar 2011 wie im Flug vergangen.

Dabei sind in den letzten Wochen Trainer gewechselt in einer Frequenz wie einst Lyz Taylor ihre Ehemänner austauschte. Der Guttenberg Effekt ist verflogen. Die FDP ist marginalisiert. Die Jungspunde reden nicht mehr von Leistungsträger. Die einstige Lieblingsvokabel ist wie ein altes Hemd abgelegt worden. Auch die CDU bekam ihr verdientes Wahlergebnis. Mappus ist nicht mehr Ministerpräsident. Der politische Sachverstand der Wähler in Baden-Württemberg funktionierte. Mein Kompliment.

Den Japanern ist ihr Atomwerk um die Ohren geflogen. Unverändert wird an der Propaganda festgehalten – Es ist nicht mit Tschernobyl zu vergleichen. Es ist nicht so schlimm – und derweil werden gestellte Fotos am Gemüsemarkt mit dem Verzehr einer Tomate geknipst. Spiegel Online titelt Japans seltsame Atom-Show.

,,Gemüse und Obst aus der betroffenen Region sind laut Greenpeace hoffnungslos verstrahlt. Doch solche Bedenken versucht die japanische Regierung zu zerstreuen. So wird in Tokio mit dem zweitägigen PR-Event „Auf geht’s, Iwaki!“ für das Gemüse aus der vom AKW-Störfall betroffenen Region geworben. Regierungssprecher Yukio Edano trat am Dienstag gemeinsam mit der beliebten Comedian Shizu-chan auf – und biss beherzt in eine Tomate aus Iwaki.“

Wer will uns da eigentlich verarschen? Sorry, dass ich so drastisch bin. Aber das kann doch wohl nicht wahr sein. Ich bin da sehr allergisch. Diese heuchlerische Propaganda ist perfide.  

Wer hat im vergangenen Jahr eigentlich in Deutschland die Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten als revolutionär bezeichnet?

Ich zieh jetzt erstmal um.

Zwischenstopp

Japan tschernobylt weiter an einer nicht beherrschbaren Katastrophe. Die Bilder der Atomkraftwerksbetreiber von Fukushima erinnern fatal an die Ratlosigkeit des ZK der SED in der Endphase der Dämmerung der DDR. Hilflos und sinnlos. Wer solche atomaren Betreiber im eigenen Land hat braucht keine Feinde mehr.

Derweil dreht sich die kleine Welt in Deutschland weiter. Auf dem Weg vom Bodensee zurück nach Nürnberg, mit Zwischenstopp in München, gibt es fast stündlich neue Wasserstandsmeldungen aus dem Lager der FDP. Westerwelle will den Parteivorsitz abgeben. Den Vizekanzler auch. Außenminister will er bleiben. Hhm.

Fußball wurde auch noch gespielt. In Dortmund darf bereits das Buffet für die Meisterfeier geordert werden. Bayern München will nicht in die Euroleague. Die charismatischen und polarisierenden Trainer Magath und Daum teilen sich die Punkte.

Das neue Kuschelnest von meiner Liebsten und mir ist derweil zu 95% am Wochenende am Bodensee gemalert worden.