Pressesprecher Frank Enderle und eine 30 Stunden Odyssee von Brian Roloff

So, die Sportwoche am Bodensee nähert sich dem Ende. Vital Heynen vom VfB Friedrichshafen bekommt die Motivationsspritze der Woche aus Berlin. Der Tagesspiegel berichtete von der Meisterfeier, dem Abschied von Meistertrainer Roberto Serniotti und der Ansage von Manager Kaweh Niroomand in Richtung Bodensee:

,,Den Saisonabschluss umwehte daher schon ein wenig trübselige Stimmung – ehe Niroomand aber noch einmal ein fesselndes Plädoyer für seine Volleys anstimmte. Er nutzte dafür das alte Feindbild VfB Friedrichshafen. „Trainer Heynen meinte, in der kommenden Saison wird sich sein Team den Titel holen. Da kann ich nur sagen: Pustekuchen!“ Die rund 300 Gäste jubelten, Serniotti blickte verträumt.“

Jeder feiert halt anders. Doch die Berliner haben selber eine Reihe von Baustellen. Das weiß Manager Niroomand auch. Akteure wie Ruben Schott oder Tsimafei Zhukouski schielen nach anderen Vereinen. So hört man. Die Vertragsverlängerungen stocken. Publikumsliebling Felix Fischer beendet seine Volleyball-Laufbahn. Dann wäre da auch noch die Personalie von Diagonalangreifer Wouter ter Maat. Er hält sich in Südkorea auf. Mit dem Ziel dort bei einem zahlungskräftigen Club anzudocken. Und ob es so sinnvoll ist den Erfolgstrainer Roberto Serniotti nicht weiter das Vertrauen zu schenken, wird sich erst noch zeigen müssen. Der Italiener holte in seiner ersten Saison 2015/2016 mit Berlin das Triple. Meistertitel, DVV-Pokal und CEV-Cup. Dieses Jahr coachte er die Volleys in das Final Four der Champions-League in Rom. Letzten Sonntag gewann er mit seiner Mannschaft den Showdown in der ZF Arena hier in Friedrichshafen am Bodensee. 6 Tage nach seinem 55. Geburtstag.

Dieser Tage thematisierte ich die Trainerwechsel hier in der Region.

,,Trainerwechsel sind auch hier am Bodensee ein Stilmittel. Wenngleich manchmal …, nun ja, das überlasse ich dem geneigten Leser. Da hatten wir hier am Weihnachtsabend 2015 die Breaking News in der Bodenseeregion mit der Entlassung von Trainer Markus Baur bei den Kadetten Schaffhausen. Auf der Webseite des Schweizer Meisters verkündet. Gutes Timing geht anders. Am 24. Dezember willst Du doch nicht auf der Seite Deines Vereins so eine Nachricht lesen. Es folgte der dänische Trainer Lars Walther bei den Kadetten.“

Dann machte ich den Sprung zu den Ravensburg Towerstars und der Entlassung von Trainer Daniel Naud bei den Oberschwaben.

Dabei habe ich die Kasaulitätskette beim Schweizer Handballmeister aus Schaffhausen gar nicht bis zum Ende erzählt. Bereits bei der Entlassung von Markus Baur zu Beginn der Weihnachtsfeiertage 2015 war mir zu wenig Geduld im Spiel bei den Kadetten. Im Februar 2017 folgte dann der Austausch von Baur Nachfolger Lars Walther aus Dänemark durch Ex-Spieler Peter Kukučka. Der Slowake bereitet die Mannschaft momentan auf das erste Playoff-Finalspiel am Sonntag gegen Pfadi Winterthur vor. Peter Kukučka spielte einst auch in der Handballbundesliga bei der HSG Nordhorn. Mehr zum anstehenden Sonntagsspiel gibt es zum Ende dieses Artikels in der Sport Mixed Zone Bodensee.

Schwenken wir zum Eishockey. Heisskalt.

Bevor ich zu Brian Roloff und seiner Odyssee über 30 Stunden im Sommer 2014 und dem grandiosen Towerstars Trainingslager Tagebuch von Frank Enderle komme, sei mir noch eine Blogempfehlung gestattet. Während der aktuellen Eishockey-WM in Deutschland und Frankreich hat der geniale Chefreporter Sport vom Münchner Merkur, der geschätzte Günter Klein, einen Blog aufgelegt. Er schwelgt dabei auch in Erinnerungen und powert mit der Tastatur. So muss guter Sportjournalismus aussehen. Steigen wir als Appetitanreger kurz in den Eishockey-WM-Blog 2017 beim Merkur ein:

,,Die B-WM 1999 war das belangloseste Turnier, auf dem ich je war. Spiele wie Kasachstan – Ungarn oder Großbritannien – Polen kann man nicht ertragen. Unterhaltsam war’s dennoch: Wir wenigen Journalisten lebten im Hotel auf einem Flur mit der deutschen Mannschaft, und wenn wir frühstückten, kam stets der damals neue Bundestrainer Hans Zach an unseren Tisch und erzählte vom Spare-Ribs-Essen am Abend zuvor: „Hervorragend, und ich kann das beurteilen, ich bin Metzger!“

Lustig war auch, dass die kasachische Mannschaft jeden Morgen um den See gegenüber dem Hotel laufen musste. Bei Deutschland liefen nur die Trainer, Zach sagte zu seinem kasachischen Kollegen: „In Kazazkstan the players run, in Germany the coaches run.“ Als Bild der B-WM in Dänemark blieb mir auch, wie drei breite britische Spieler sich in der Hotellobby in ein Zweiersofa quetschten – um Popcorn zu essen. Das ist die B-WM. Es gab auch Spiele in Odense. Zwei Stunden Zug- und Busfahrt. Nicht mal die Odenser konnten verlässlich sagen, wo ihr Eisstadion steht.“

Übrigens hat Günter Klein von den zahlreichen Sportjournalisten in Deutschland für mich den entspanntest geführten Twitter-Account.

Brian Roloff und die 30 Stunden Odyssee

In Eishockey Erinnerungen schwelgen. Da kann ich mit dem geschätzten Frank Enderle und den Towerstars hier in der Bodenseeregion dienen. Legen wir los.

In der Saisonvorbereitung 2014/2015 powerte Towerstars Pressesprecher Frank Enderle, was das Zeug hielt. Er haute in die Tastatur als ob es kein Morgen gäbe. Das war ganz großes Kino. Die Rede ist von seinem Tagebuch über das Trainingslager in Latsch (Südtirol) im Sommer 2014.

Die Berichte über die Vorbereitung der Ravensburg Towerstars Eishockey-Cracks waren spannend zu lesen. Inklusive solcher geschmeidig erzählten Geschichten wie die Abholaktion von Brian Roloff aus München mit speziellen Hindernissen in Teil 2.

,,Gerade haben die fleißigen Restaurantmitarbeiterinnen mit einer pikante Penne und kräftigen Rinderbrühe die Vorspeise serviert, da sorgt ein Email auf dem Smartphone des Towerstars Pressesprechers für nicht ganz einfache organisatorische Verhältnisse. Brian Roloff, der am Montag in Richtung Europa und Trainingslager aufbrach, informierte über eine drastische Verspätung seines US-Inlandsfluges und damit war auch der Übersee Flug nach München auf der Kippe. Um 0.20 Uhr nachts dann die gute Nachricht: Brian Roloff konnte auf einen späteren Flug umgebucht werden und trifft damit fünf Stunden später in München ein.”

So ein Auszug aus der Roloff Geschichte. Das war Storytelling im besten Sinne des Wortes. Frank Enderle setzte mit seiner Arbeit damit hier in der Bodenseeregion für alle anderen Pressesprecher von Sportclubs und Vereinen die Messlatte ambitioniert hoch.

Übrigens nach der Nachricht von Brian Roloff am 12. August 2012 um 0.20 Uhr nachts gab es dann folgende Sequenz 6 Stunden und 10 Minuten später in einem Frühstücksraum in Südtirol:

12.August, 06.30 Uhr, Frühstücksraum

,,Das Abholkommando für Brian Roloff, Erwin Hutschneider und Frank Enderle, sitzen bei einem ausgewogenen Frühstück und besprechen die Route. „Bloß nicht über den Brenner“, hatte Eismeister Patrik Holzknecht noch als wichtigen Tipp gegeben. Um 7.25 sollte die Reise dann starten, über den Fernpass in Richtung Garmisch und dann nach München. Unglücklich war, dass vermutlich jeder Traktor im Vinschgau und rund um den Reschenpass wohl den gleichen Startschuss hatte. So war die Reise zum Franz-Josef Strauß Airport mit rund fünf Stunden äußerst zäh.“

Letztendlich klappt dann auch die Rückreise von München mit Brian Roloff an Bord in Richtung Südtirol. Ankunft im Trainingslager der Towerstars dann 18.30 Uhr. Um die Geschichte bis zu ihrem Ende zu verfolgen, ist noch etwas Geduld vonnöten. Frank Enderle schauen wir nochmals über die Schulter. Er notiert:

,,Nach einer erneut zähen Rückreise, diesmal über eine leicht modifizierte Strecke, kommt der Mini-Van endlich in Latsch an. Brian Roloff fährt mit Betreuer Erwin Hutschneider auch sofort zur Halle, dort findet gerade die vierte Eistrainingseinheit statt. Um aufs Eis zu gehen, reicht es freilich nicht mehr, aber der US-Stürmer will zumindest in der Kabine für den nächsten Tag alles vorbereiten. Teamleiter Reinhold Bitschi versorgt ihn inzwischen auch mit einem ersten Satz an Teamkleidungsstücken.“

Der amerikanische Eishockey-Crack bekam dann auch noch Abendbrot im Kreise seiner neuen Kollegen. Frank Enderle, aufmerksamer Beobachter der Eishockeyszene trägt in sein Towerstars Trainingslager Tagebuch akribisch ein:

,,Nach dem Abendessen verschwinden die Ravensburger Cracks alsbald auf ihren Zimmern. Brian Roloff steht verständlicherweise als erster vom Abendessen-Tisch auf. Für ihn war es zu diesem Zeitpunkt ein 30 Stunden Tag.“

Verlassen wir die Szenerie des Rückblicks auf das Trainingslager der Ravensburg Towerstars im Sommer 2014. Da war doch auch noch was. Richtig. Deutschland wird Fußballweltmeister. Lionel Messi ist tief enttäuscht. Kann er nur Barcelona? Das ist zu ketzerisch gefragt. Gegenüber der WM 2010 mit dem 0:4 Debakel gegen Deutschland und den aufgedrängten Umarmungen seines damaligen Trainers Diego Maradona, ist dieser Vizeweltmeistertitel mit einer knappen Finalniederlage in der Verlängerung bereits ein Entwicklungssprung. Für die argentinischen Erwartungen zu wenig. Zumal Messi nach wie vor an dem Weltmeistertitel von Diego Maradona 1986 gemessen wird. Derweil Lionel Messi im Maracana mit den Tränen kämpfte, gab es Jubelszenen. Auf der anderen Seite. Schweinsteiger, Podolski, Lahm, Götze und Co. liegen sich in Rio de Janeiro in den Armen.

Übungsleiter Löw hat nach 2006 (damals noch Assistent von Klinsmann) und den Turnieren 2008 (EM), 2010 (WM), 2012 (EM) endlich einen Titel mit der finanziell großzügig ausgestatteten Nationalmannschaft. Nicht auszumalen, was los gewesen wäre, wenn er im Achtelfinale gegen das Low Budget Team aus Algerien ausgeschieden wäre. Übrigens hat Manuel Neuer damals nicht das Torwartspiel neu erfunden. Solche weiten Ausflüge aus dem Tor kannten mein Onkel und mein Vater bereits in den Sechzigern von Lew Jaschin. Es ist nicht überliefert ob Brian Roloff die Spiele der amerikanischen Fußballer in Brasilien verfolgte. Die USA lieferten mit Coach Klinsmann den Belgiern einen Fight in der Verlängerung im Achtelfinale. Da bekamen die US-Spieler irgendwann die zweite Luft. Doch es reichte gegen die spieltechnisch besseren Belgier nicht ganz. Ich schweife ab.

Sport Mixed Zone Bodensee

Eishockey: Die EV Lindau Islanders haben die offene Stelle im Tor besetzen können. Nach dem Abgang von Korbinian Sertl und Beppi Mayer war die Position im Kader verwaist. Jetzt vermeldet hockeyweb.de die Verpflichtung von Goalie Henning Schroth von den Eispiraten Crimmitschau. +++ Fußball: Das Spiel 2 unter Trainer Giorgio Contino beim FC St. Gallen nach der Entlassung von Übungsleiter Joe Zinnbauer in der vergangenen Woche bringt ein Wiedersehen mit dem FC Vaduz. Contino coachte die Liechtensteiner von 2012 bis März 2017. Der FC Vaduz verpflichtete den Deutschen Roland Vrabec als neuen Trainer nach der Auflösung des Vertrages mit Giorgi Contino am 7. März 2017. Vrabecs Vita weist unter anderen Trainerstationen beim 1. FC Lokomotive Leipzig, FC St. Pauli und dem FSV Frankfurt auf. Hier geht es zur Vorschau. +++ Handball: Nein, es war dann doch kein Hitchcock-Thriller. Alpla HC Hard, die Roten Teufel vom Bodensee, gewinnen ihr erstes Playoff-Halbfinalspiel in der Best-of-Three Serie geegn SG INSIGNIS Handball Westwien in der Sporthalle am See. Nach einer 15:13 Halbzeitführung powerte Hard nach der Pause und gewann mit 30:20. Am kommenden Sonntag gibt es das Spiel bei Westwien. Bei einem Sieg der Harder wäre das Ticket für das Finale gebucht. Das Match wird von LAOLA1.tv gestreamt und live auf ORF Sport Plus übertragen. +++ Handball: Die Kadetten Schaffhausen wollen nach 2014, 2015 und 2016 den vierten Meistertitel in Serie einfahren. Kontrahent Pfadi Winterthur ist am Sonntag, den 14. Mai in der BBC Arena zum Auftakt der Playoff-Finalserie zu Gast. Sowohl die in Sachen Trainerwechsel in den letzten zwei Jahren für Schlagzeilen sorgenden Kadetten wie Winterthur würden mit einer Meisterschaft ihren jeweils 10. Meistertitel in der Vereinsgeschichte feiern. Hier geht es zur Vorschau auf der Webseite der Kadetten. +++ Handball: Anders wie die Kadetten Schaffhausen gibt es bei der HSG Konstanz Kontinuität auf dem Trainerposten über viele Jahre. Daniel Eblen ist seit 2004 Coach der ambitionierten Handballmannschaft. Aktuell steht in der 2. Handball-Bundesliga die nächste Aufgabe vor der Tür. Am Samstag gastiert der ASW Hamm-Westfalen in der Schänzle Sporthalle in der größten Stadt am Bodensee. Gäste Keeper Dennis Doden erspielte sich letzte Woche 32.000 Euro. Nicht im Casino. Nicht durch Sportwette beim Buchmacher seines Vertrauens. Die 32.000 Euro holte sich Dennis Doden in der RTL-Show „Wer wird Millionär“ mit Günter Jauch. Diese Info und noch viel mehr packte HSG Pressesprecher Andreas Joas smart in seinen Vorschaubericht.

Eishockey: Dennis Endras sichert Deutschland Sieg gegen die Schweiz

Er ist der überragende Torwart der Partie Deutschland gegen die Schweiz gewesen und rechtfertigt meine Heraushebung im Vorbericht sowie den „Ausflug“ zu Wladislaw Tretjak. Phantastische Leistung. Okay, bis Wladislaw Tretjak ist es noch eine Wegstrecke. Dennis Endras parierte 41 Schüsse. Er war Garant für den 1:0 Sieg gegen die Eidgenossen. Deutschland zieht ins Halbfinale ein und trifft dort auf Russland. Beim Live-Bloggen auf dem Eishockey-Blog gab es ebenfalls Sonderlob für Dennis Endras und die deutsche Mannschaft:

1 Sekunde steht aber noch auf der Uhr. Ist noch nicht aus. Die Teppiche liegen auf dem Eis, aber alles muss zurück. 1 Sekunde haben wir noch

Die Schweizer decken Endras jetzt aus allen Lagen ein, aber der 24-jährige bleibt bisher sicher

Endras, Endras, Endras. Im Moment ist er unsere grosse Halbfinal-Versicherung

Phantastischer Abend. Kompliment meine Herrn. Hockey.web erinnert an einen emotionalen Höhepunkt nach dem Spiel:

,,Zur Ehrenrunde der siegreichen Mannschaft sorgte Denis Endras für einen Gänsehautmoment, als er mit einer überdimensionalen Deutschland-Fahne über das Eis fuhr.“

Das Publikum in Mannheim applaudierte und war in bester Stimmung und feierte begeistert den Sieg der deutschen Eishockeynationalmannschaft.

Hinz und Kunz über Pechstein, Wettskandal, DFB und die Vielfalt im Internet

Hinz: Grüß Dich Kunz. Du bist ja in bester Stimmung. Da hast Du sicherlich ein offenes Ohr für meine Probleme.

Kunz: Selbstverständlich habe ich beste Laune. Ich freu mich auf das Duell der Superhirne Louis van Gaal und Jose Mourinho. Erinnert mich an Robert De Niro und Al Pacino in Heat. Hallo Kunz, jetzt hallt es erst richtig in meinen Ohren nach. Du hast Probleme?

Hinz: Ja, ich komme bei der Flut an Meldungen und Informationen im Sport gar nicht mehr richtig mit. Du kennst Dich doch recht gut mit dem Internet aus.

Kunz: Herr Ober, bitte zwei Espresso, zwei Glas Wasser dazu und zwei Stück von dem gedeckten Apfelkuchen aus der Vitrine. Danke. Hinz komm auf den Punkt.

Hinz: Wo informierst man sich am besten über den Wettskandal im Fußball zum Beispiel? Die vielen vereinzelten Meldungen über die Monate würde ich gerne als Gesamtpuzzle sehen.

Kunz: Ein fertiges Endbild wie bei einem 8.000 Teile Puzzle wirst Du da nicht bekommen. Es ist ein fließender Prozess. Ich schau da gerne bei Fred Kowasch auf sportspool.tv vorbei. Der Filmautor hat dort eine gute Chronologie der einzelnen Puzzleteile im Wettskandal.

Hinz: Okay, Danke. Wie schaut es mit Claudia Pechstein und ihrer unendlichen Geschichte aus?

Kunz: Hinz, Du hängst ja bissel hinterher. Also da ist Jens Weinreich eine gute Empfehlung. Unser Espresso und der Kuchen kommen. Danke. Bringen Sie uns noch bitte zwei Kaffee. Danke. Die Feierlichkeiten ob der Bayern Siege habe ich noch gar nicht richtig aus den Klamotten geschüttelt. Wo waren wir stehen geblieben? Ach so. Ja, beim Qualitätsjournalisten Jens Weinreich. Er hat die wohl in Deutschland ausführlichste Chronik der Personalie Claudia Pechstein.

Hinz: Der Kuchen schmeckt gut. Du veratmest ja den Espresso.

Kunz: Ich steh zu meinen menschlichen Schwächen. Jetzt ist der Kaffee dran. Ja, der Kuchen ist hier immer wieder eine sichere Bank. Hast Du noch mehr Probleme den Überblick zu behalten?

Ein Verlängerter in Wien

© Rainer Sturm: Pixelio 

Hinz: Ja, bei der Geschichte Amerell. Da gab es ja auch eine Flut an Meldungen und überraschenden Entwicklungen. Fehlt mir auch ein wenig der Kompass.

Kunz: Du klammerst Dich einfach zu sehr nur an die Papierzeitung. Lass es fließen. Mach eine Kombination Print und Online draus. Ich mag auch nicht am Sonntag beim Frühstück mit meiner Liebsten den Laptop auf dem Schoß haben. Es gibt jedoch zahlreiche Entwicklungen, da bist Du ohne Internet aufgeschmissen und weniger informiert und eben auch nicht upgedatet. Gutes Beispiel war ja jetzt die Schach WM. Ohne die Online Aktivität der Schachwelt wäre das Ding  erst in der gedruckten Ausgabe lange nach dem WM-Match nachzuvollziehen gewesen. Wir müssen auch mal wieder Schach spielen. Habe wieder Lust darauf bekommen.

Hinz: Ich bin jetzt bezüglich der Personalie Amerell und dem DFB auch nicht schlauer. Wir würden ja oft die Sizilianische Verteidigung spielen. Ich kenne Dich gar nicht anders in der Eröffnung wie 1.E4. Obwohl eine Spanische Partie ist auch nicht schlecht. Ich werde zwichen C5 und E5 schwanken. Ich entscheide mich jedoch sicherlich für den Sizilianer. 

Kunz: Gemach, Gemach. Also, das Thema ganz gut aufgewickelt hat der geradlinige Journalist Oliver Fritsch auf direkter-freistoss. Er ist über Wochen und Monate drangeblieben wie einst Wadenbeißer Berti Voigts im Finale 74 gegen Johan Cruyff. 

Hinz: Von Fritsch hattest Du mir einst erzählt. War das nicht der Hartplatzheld?

Kunz: Ja, und den indirekten-freistoss hat er auch initiiert, bevor er im vergangenen Jahr den Staffelstab an Trainer Baade weitergab.

Hinz: Mein lieber Kunz, jetzt läuft doch die Eishockey-WM. Was gibt es da für empfehlenswerte Online-Eisflächen?

Kunz: Heute willst Du die Versäumnisse der letzten Monate aber in einer Tour aufarbeiten. Ein Kumpel von mir hat eine Nachhilfeschule. Also, Lernschule für Schüler. Mit denen paukt er dann auch immer die Dinge im Zeitraffer durch, für die es normalerweise vorher genug Zeit gab. Das Eishockey-Blog ist engagiert und gut gemacht. Auch Check von hinten ist aktuell und immer einen schnellen Leseangriff wert.

Hinz: Heute würde ich die Rechnung übernehmen.

Kunz: Sehr gerne. Ich führe keine Statistik, jedoch gab es da wohl ein leichtes Übergewicht auf meiner Seite. 

Eishockey-WM: Deutschland-Slowakei Live auf dem Eishockey-Blog

Dem Auftaktsieg gegen die USA vor der Rekordkulisse auf Schalke folgten respektable Ergebnisse der Krupp Männer. Heute winkt im Spiel gegen die Slowakei das Viertelfinale. Nach dem desaströsen und ernüchternden Auftritt in Vancouver ein Lichtstrahl am Horizont. Die Nachhaltigkeit muss jedoch erst noch Ihren Praxistest ablegen. Heute wird 16.00 Uhr nebenan beim Eishockey-Blog live gebloggt.

Bundestrainer Uwe Krupp bringt es bei sport1 auf den Punkt:

„Historisch gesehen, geht es für die deutsche Mannschaft immer um ein Spiel. Die Jungs kennen das. Das ist der rote Faden, der sich durch alle Nationalmannschaften zieht. Wenn du gewinnst, ist alles gut. Wenn du verlierst, ist alles schlecht.“

Rechenschieber und andere mathematische Hilfsmittel können in der Tasche bleiben. Es hilft nur ein Sieg für das Viertelfinale. Spox titelt Tanz mit dem Teufel und bringt noch einen Powersatz von Krupp aus der Pressekonferenz:

,,Ohne Druck wäre ein Diamant nur ein Stück Kohle.“

Also Jungs, dann legt einfach los.

Deutschland mit Traumstart bei der Eishockey-WM

Gelsenkirchen, 07.05.2010.  Dieses Datum geht in die Geschichte der Eishockeyweltmeisterschaften ein. 77.803 Zuschauer bildeten die Kulisse für einen neuen Weltrekord. Die deutsche Crew gewann gegen die USA nach Verlängerung mit 2:1. Den Olympiazweiten bezwungen zu haben, vor der Weltrekordkulisse, ist ein bemerkenswerter Auftakt. Spektakulär. Überraschend. Torhüter Endras wuchs über sich hinaus. Ein klein wenig fühlte ich mich an Tretjak erinnert. Die Mannschaft zeigte eine geschlossene und einsatzstarke Leistung. Bundestrainer Uwe Krupp sagte einst:

,,Schulterklopfen ist nur 50 Zentimeter von einem Tritt in den Hintern entfernt, du bist immer nur so gut wie dein letztes Turnier.“

Nach dem Auftaktsieg vor den Augen von Bundespräsident Köhler (CDU) dürfte es ein paar mehr Schulterklopfer wie in Vancouver gegeben haben. Zeit Online hatte im Artikel Wen interessiert’s? geschrieben:

Eishockey? Ja, heute beginnt hierzulande die WM. Zwischen Olympia und Fußball-WM will ein unbeachteter Sport Massen begeistern. Aber wen reißt Eishockey noch vom Hocker?

Als ich 2003 meine Liebste erstmalig mit zum Eishockey Live in die Arena zum Spiel Nürnberger ICE Tigers gegen Eisbären Berlin nahm, meinte sie hinterher zu mir: ,,Es geht ja auf und ab. Viel schneller als Fußball“.

Die Zeit lag mit ihrer Prognose über den Spielausgang etwas daneben.

,,Es soll das meistbesuchte Eishockeyspiel aller Zeiten werden. Die Partie Deutschland gegen die USA gerät da schon fast zur Nebensache – zumal für die deutsche Mannschaft kaum zu gewinnen.“

Die Schweizer NZZ wirft unter dem Titel WM in Deutschland spektakulär eröffnet noch einen Blick auf eine spezielle Personalie:

,,Zu seinem ersten WM-Auftritt mit Deutschland kam Justin Krueger, der Sohn des ehemaligen und langjährigen Schweizer Nationaltrainers Ralph Krueger. Der 23-jährige Verteidiger, der im kanadischen College-Team Cornell Big Red spielt, erhielt von Trainer Uwe Krupp viel Eiszeit. Zusammen mit seinen Teamkollegen konnte er am Ende des Rekordspiels den perfekten Auftakt zur Heim-WM zelebrieren.“

Für die Fans wird es eine lange Nacht. Sie war sehnsüchtig erhofft wurden.

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