Nachdenkenswert #91

,,Uwe Krupp erzählt uns seit fünf Jahren das Gleiche. International zu spielen ist etwas anderes als in der DEL. Hier müssen wir anders angreifen, mehr zum Tor ziehen und öfter schießen, um erfolgreich zu sein. Am Anfang wirkte es manchmal so, als wenn das nicht jeder geglaubt hat. Aber Uwes Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt. Es ist auch sein Verdienst, dass wir jetzt so erfolgreich sind. Natürlich hat er als Trainer großen Anteil an unserem Erfolg.“

               Alex Barta, über den Anteil von Coach Uwe Krupp

               am Erfolg im Interview auf sportal.de

Neue deutsche Eiszeit

Da schau einer an. Während in London das Grundrauschen der Hochzeit des Jahres sich langsam wieder legt, fegen die deutschen Eishockey-Cracks in bemerkenswerter Art und Weise über das Eis.  Krupp ist ein Typ. Einst sagte er den kernigen Satz: 

,,Schulterklopfen ist nur 50 Zentimeter von einem Tritt in den Hintern entfernt, du bist immer nur so gut wie dein letztes Turnier.“

Er erlebte die Häme nach Bern 2009 sowie die Ratlosigkeit ob des bescheidenen Auftritts des Teams bei den monetären Winterspielen in Vancouver und die Schulterklopf-Welle bei der Heim-WM im vergangenen Jahr. Er hat dieses Jahr wieder eine gute Truppe zusammengestellt. Auf Leistungsträger wie Endras ist auch diesmal erneut Verlass. Einst spielte er in Ravensburg, kaum einen Katzensprung von meinem neuen Wohnort Eriskirch am Bodensee entfernt. Ich glaube sogar seine Entwicklung macht auch nochmal einen Sprung, wenn er dann über den großen Teich wechselt. Sein Potenzial scheint mir noch lange nicht ausgereizt.

Reminiszenz an die Dennis Endras Zeit bei der WM 2010

Im vergangenen Jahr schrieb ich zu ihm hier im Blog:

,,Bundestrainer Uwe Krupp hat sich festgelegt. Nein, nicht in Sachen eigener Zukunft im Job sondern in Sachen Torwart. Dennis Endras ist der Auserwählte. Beim Auftaktspiel gegen die USA war er überragend und erinnerte mich teilweise an Wladislaw Tretjak, jenen weltbesten Torhüter aller Zeiten, aus den Jahren der sowjetischen Dominanz im Eishockey.“

Für die jüngeren unter meiner Lesergemeinde schrieb ich zum Verständnis der Eishockey-Legende Tretjak:

,, Wladislaw Tretjak, Freund des siebenstündigen täglichen Trainings, wurde der Mann mit den „tausend Händen“ genannt. Seine Bilanz von 10 Weltmeistertiteln und 3 Olympischen Goldmedaillen ist beeindruckend. Wladislaw Tretjak hat Eishockey-Geschichte geschrieben.“

Jetzt aber auch noch ein Blick über die Bande. Tilman Pauls huldigt auf seinem Eishockey-Blog der deutschen Mannschaft. Zum Einrahmen. In diesen Tagen ist ein kontinuierlicher Blick auf die Ausführungen von Eishockeyexperte und Comeback-Blogger Tilman Pauls einer meiner Empfehlungen.

Uwe Krupp und das Gespür für eine Sensation auf dem Eis?

Wie weit kann die Mannschaft von Uwe Krupp kommen? Ein Weltmeistertitel wäre vor Wochen eine absolute Sensation gewesen. Eigentlich nur auf der Spielekonsole vorstellbar. Nicht im realen Eishockey-Leben. Ich erinnere mich noch an jenen spektakulären Olympiasieg der USA gegen die schier übermächtige Sowjetunion. Eines jener Sportereignisse, wo das Wort Sensation fast noch zu tief stapelt. Ein Eishockey-Duell und Turniersieg für die Ewigkeit. In dieser Dimension würde ich eine Weltmeisterschaft von Deutschland auf dem Eis auch sehen. Ich träume jetzt noch nicht vom Durchmarsch bis zur Weltmeisterschaft.

Wie verspeist man einen Elefanten? Scheibe für Scheibe. Okay, dieser alte Klassiker von manchen Referenten aus der Motivationsszene und dem Vertriebstraining hat einen alten Bart. Ich wollte ihn dennoch bringen. Die neue deutsche Eiszeit ist angebrochen und alleine die Vorrunde war für das Eishockey-Buch für die Enkel angetan. Der Architekt dieser Turnierleistung hat einen Namen: Uwe Krupp. Er  hat ein Gespür für die Jungs und für die Dramaturgie eines Turniers. Wie weit trägt die neue deutsche Eiszeit bei dieser WM?