Nachdenkenswert #238

,,Ich bin seit fast 20 Jahren Schachgroßmeister. Erst als Spieler und dann als Trainer habe ich an zahlreichen Turnieren – darunter Olympiaden, Welt- und Europa-Meisterschaften – teilgenommen. Das sind harte Wettkämpfe, in denen das sportliche Element am meisten zählt: man muss gewinnen, man muss den Gegner besiegen! Ohne ausgezeichnete physische Kondition hat man kaum Chancen sich in solchen dauerhaften Leistungswettbewerben durchzusetzen. Deswegen müssen die Spitzenschachspieler durch verschiedene sportliche Aktivtäten ihre physische Kondition ständig trainieren.

Während in vielen Länder Schach als Symbol für Sport betrachtet wird, ist es bedauerlich zu sehen, dass man in Deutschland Schach und Sport versucht zu trennen. Es ist nicht nur skandalös, sondern wird das deutsche Schach als Leistungssport töten. Man stellt sich die Frage: ist das gewünscht, wird Deutschland dadurch in irgendeiner Form profitieren?“

Dorian Rogozenco, Bundestrainer, mit seiner Wortmeldung auf der BMI Spezialseite vom Deutschen SchachbundTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital Camera

Schachweltmeister Magnus Carlsen gewinnt Auftaktblitz in Stavanger

Der bekennende Real Madrid Fan Magnus Carlsen hatte diese Saison mit seiner auserwählten Mannschaft viel Freude. Neben dem spanischen Pokalgewinn gab es vor 10 Tagen auch den Gewinn der Champions-League gegen Atletico Madrid zu bejubeln. Sein Auftritt bei Real Madrid nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft im November 2013 hat den Königlichen also Glück gebracht.

Im Nachgang wird das Händeschütteln mit dem kopfballstarken Ramos auch noch mit einem Hauch Mythos umlegt. Weltmeister Ramos köpfte Bayern München ja bekanntlich mit seinen beiden Kopfballtoren im Rückspiel in den nicht zu verdauenden 0:2 Rückstand. Im Finale erzielte er dann das eminent wichtige Ausgleichstor per Kopf in der Nachspielzeit.

Jetzt ist der norwegische Schachweltmeister selber wieder aktiv in Sachen Leistungssport. Das deutsche Schach hat derweil mit der Mittelstreichung durch das BMI zu kämpfen. Siehe auch die Spezialseite vom Deutschen Schachbund zu diesem unsäglichen Thema. Derweil hat Magnus Carlsen gestern das Auftaktblitz in seinem Heimatland gewonnen. Der Champion setzte sich in Stavanger zur Ouvertüre des „Norway-Chess-Turniers“ gegen Levon Aronian und Alexander Grischuk durch. Ein interessantes Detail des Turnieres ist auch die Sache mit dem Hauptsponsor. Chessbase merkt mit Bezug auf die Turnierwebsite an:

,,Warum heißt das Turnier eigentlich „No Logo- Schachturnier“. Der Veranstalter liefert auf der Turnierwebseite die Erklärung:

Hauptsponsor des Turniers ist das Online-Glücksspiel – und Wettportal „Unibet“, eine Firma, die in Schweden gegründet wurde und inzwischen ihren Sitz auf Malta genommen hat. Gemäß den norwegischen Gesetzen ist Werbung für Online-Glückspiel-Angebote jedoch nicht erlaubt, weshalb das Unibet-Logo auf der Turnierseite des „Norway Chess“-Turniers nicht gezeigt werden und auch der Name nicht im Titel genannt werden darf. Dieses Dilemma haben die Organisatoren durch die Wahl des Namens „No Logo“ im Titel zu lösen versucht.“

Kann man machen. Wäre so eine Geschichte mit „No Logo“ auch im deutschen Schach vorstellbar? Ich habe da so meine Zweifel.

Hier geht es zur offiziellen Turnierwebsite.