Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (11)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (11)Traveler Digital CameraDeutschland hatte bereits 2010 gegen Ghana seine Schwierigkeiten. Das war diesmal nicht anders. Die körperlich robuste, lauffreudige, einsatzstarke und mit Herzblut gepowerte Spielweise der Black Stars setze der Elf um den sein 100. Länderspiel bestreitenden Per Mertesacker auch in Fortaleza arg zu. Das 2:2 sieht tabellentechnisch trotzdem für die Mannschaft von Übungsleiter Löw besser aus. Ghana hatte sich durch die Auftaktniederlage gegen die USA bereits in eine schwierige Ausgangslage gebracht.

Heute stehen 3 Partien auf dem Programm.

Belgien – Russland

Sonntag, 22. Juni, 18.00 Uhr, Rio de Janeiro, im ZDF

Südkorea – Algerien

Sonntag, 22. Juni, 21.00 Uhr, Porto Alegre, im ZDF

USA – Portugal

Sonntag, 22. Juni, 24.00 Uhr, Manaus, im ZDF

Wo steht Geheimfavorit Belgien genau?

Belgien, allgemein als der Geheimfavorit gehandelt, musste sich im ersten Spiel gegen widerstandsfähige Algerier zur Wehr setzen. Sie drehten aber einen 0:1 Rückstand in einen Auftaktsieg. Gut für die Moral der Elf von Marc Wilmots. Wo die Belgier genauer stehen werden wir nach der heutigen Partie gegen Russland vielleicht besser sehen können. Belgien hat zahlreiche Legionäre bei namhaften Clubs im Kader. Ein anderes Prinzip vertritt Russland. Der Kader greift ausschließlich auf Spieler aus der eigenen russischen Liga zurück. Ihren Trainer Fabio Capello habe ich noch 1974 im Dress der italienischen Mannschaft bei der WM in Deutschland gesehen. In der Vorrunde mit Haiti, Olympiasieger Polen und Argentinien kam jedoch das frühzeitige Aus. Im Auftaktspiel gegen Südkorea gab es ein 1:1 inklusive groben Torwartfehler beim Gegentor. Aus deutscher Sicht ist die Partie auch besonders interessant. Im Achtelfinale, wenn Übungsleiter Löw weiterkommt, würde die deutsche Mannschaft auf einen Gegner aus Gruppe H (Belgien, Russland, Algerien, Südkorea) treffen.  Traveler Digital CameraSüdkorea und Algerien kreuzen in Porto Alegre die Klingen

Südkorea gegen Algerien zu bester dann bereits 45 Minuten laufender Tatortzeit. Der Trend der afrikanischen Mannschaften Ghana und Nigeria zeigte im 2. Spiel nach oben. Vielleicht kann auch Algerien noch eins draufsetzen auf die beachtliche Auftaktpartie gegen Belgien. Die algerische Mannschaft besiegte ja vor 32 Jahren Deutschland mit 2:1. Ein Weiterkommen machte der „Nichtangriffspakt“ der deutschen Elf und Österreich in Gijon zunichte. Ein Wiedersehen im Achtelfinale wünschen sich viele Protagonisten von damals. Gegen Südkorea gab es bisher ein Spiel miteinander. Im Jahr 1985 gab es eine 0:2 Niederlage. Der Trainer Algeriens, Vahid Halilhodzic nahm genau vor 3 Jahren am 22. Juni 2011 seine erfolgreiche Tätigkeit für die Nationalmannschaft auf. Er führte die Mannschaft zur vierten WM-Endrundenteilnahme. In den Play-off Spielen gegen Burkina Faso ging es jedoch sehr knapp zu. Das Hinspiel setze eine 2:3 Niederlage. Im Rückspiel gab es das  knappe 1:0. Auch der heutige Kontrahent musste zittern. Südkorea kam in seiner WM-Qualifikationsgruppe hinter dem Iran auf Platz 2. Nur durch das um 2 Treffer bessere Torverhältnis gegenüber Usbekistan gelang der Sprung nach Brasilien.

US-Coach Jürgen Klinsmann kann gegen Portugal das Achtelfinale klarmachen

Die Vorrundengruppenarithmetik ist ja manchmal verblüffend einfach. Die USA mit dem ehemaligen Sommermärchenarchitekten und späteren Vereinstrainernovizen bei Bayern München,  dem motiviationsstarken Jürgen Klinsmann, kann heute ab 24.00 Uhr im Spiel gegen die enttäuschend gestarteten Portugiesen das Achtelfinale klarmachen. Ein Sieg und Weltmeister Jürgen Klinsmann wäre eher unter den letzten 16 wie sein einstiger Assistent Joachim Löw. Mental wirkten die Amis gegen Ghana bärenstark. Den späten Ausgleich der afrikanischen Powermannschaft konterten sie mit dem späten Siegtor. Portugal versemmelte das Auftaktspiel. Sie wirkten indisponiert, Cristiano Ronaldo überspielt von der langen Real Madrid Saison und nicht fit, die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen zu groß. Dazu kam der schnelle Rückstand und Pepes fehlende Abgezocktheit im Duell mit Müller, die zur roten Karte führte. Auf einen Schiedsrichter mit Fingerspitzengefühl konnten sie nicht bauen. Zu allem Unglück gab es dann auch noch Verletzungspech. Im Spiel gegen die USA muss eigentlich eine runderneuerte Elf antreten, um nicht bereits vorzeitig den Heimflug organisieren zu müssen.