Sport am Bodensee: Neues Kapitel in der Deutsch-Österreichischen Freundschaft

Meine Jahrhundertliebe und ich leben gerne in der internationalen Bodenseeregion. Es ist ein Katzensprung zu den Nachbarn aus der Schweiz oder Österreich. Die Schweiz kommt dabei ein andermal hier im Blog dran. Bleiben wir bei Österreich – Synonym für Mozartkugeln, klassische Musik, die Legenden Niki Lauda oder Toni Innauer, ambitionierte Red Bull Projekte und gelungenes Marketing von Dietrich Mateschitz, der Sebastian Vettel zum Weltmeister formte und mit Red Bull Salzburg sowie RB Leipzig interessante Fußballprojekte laufen hat. Coach Rangnick wird das Ding dieses Jahr schon durchziehen. Nächste Saison winken dann Duelle mit Bayern München.

Foto:  © Michael Wiemer

Apropos Österreich. Der Wettbewerbsgedanke im Sport lässt sich ja auch zwischen Nachbarn nie ganz ausschließen. Österreich und Deutschland pflegen seit Jahren ein entspanntes Verhältnis in Sachen Rivalität im Sport. Klar, bei Fußballdiskussionen holen Österreicher gerne auch die Erinnerungen an den 3:2 Sieg von Cordoba im Jahr 1978 bei der WM in Argentinien heraus. Dann wäre da auch der fortwährende Wettkampf zwischen den deutschen Skispringern und den österreichischen Ski-Adlern zu nennen. Auch im Eishockey gibt es Duelle. Ein neues Kapitel in der Deutsch-Österreichischen Freundschaft auf dem Eis wurde vor zwei Tagen am Sonntag hier in der Bodenseeregion geschrieben. Der EBEL-Club EC Dornbirn Bulldogs zerlegte die Ravensburg Towerstars mit 8:1. Pressesprecher Frank Enderle vom deutschen DEL2 Club leitet seinen Spielbericht so ein:

,,Im zweiten Testspiel beim österreichischen EBEL-Vertreter Dornbirn hatten die Towerstars keinen guten Start. Gerade einmal 75 Sekunden waren gespielt, da hatten die Gastgeber ihren Top-Stürmer Chris D´ Alvise mustergültig im Slot freigespielt und gegen den Schuss drei Metern ins lange Eck hatte Towerstars Torhüter Christian Rohde keine Abwehrchance.”

 Nach 33 Minuten führte das österreichische Team EC Dornbirn Bulldogs bereits mit 7:0 gegen die Towerstars aus Ravensburg. Danach nahmen die Eishockey-Cracks aus Vorarlberg den Fuß vom Gaspedal und riegelten den Motor ab. Sonst wäre das Ergebnis für die deutsche Mannschaft von Trainer Daniel Naud noch ärger ausgefallen und im zweistelligen Bereich am Sonntagabend gelandet.

Mixed Zone Bodensee

Eurobike 2015: Die Branchenmessse in der Zeppelinstadt Friedrichshafen vom 26. bis 29. August wirft ihre sichtbaren Schatten voraus. Eine Fachjury zeichnet 64 Produkte mit dem Eurobike Award aus. +++ Eishockey: Timing ist alles. Die Ravensburg Towerstars haben, die 1:8 Niederlage in Dornbirn hin oder her, ein kontinuierliches Sportmarketing und pflegen die Beziehungen zu den Fans. Jetzt gibt es den Towerstars Spielplan als Internet-Kalender Import. +++ Fußball: Großer Tag diese Woche für Cashpoint SCR Altach. Sie empfangen OS Belesenses Lissabon am 20. August im Tivoli in Innsbruck zum Europa League Spiel. Die Infos zum Fantreff der Altach Fans in Innsbruck gibt es hier.  +++ Segeln: Eine Reihe von Terminen für alle Segelfreunde auf bodensee-Regatten. +++ Outdoortrophy: Der Pflichttermin für alle mutigen Sportler ist durch. In Vorarlberg fand die outdoortrophy 2015 in Vorarlberg in statt. Hier geht es zu den Siegerlisten. Der Event gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft im outdoorsport und findet alle 2 Jahre statt.

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Nachdenkenswert #309

,,Noch vor einigen Wochen schien die neue Saison sehr fern. Mit Job, Familie, Freunde, den sozialen Medien und anstehendem Urlaub gab es ja auch genug – sagen wir es ganz offen – Ablenkung. Sie mag fade gewesen sein, aber sie tat, was man von ihr erwartete, sie lenkte ab.

Diese Zeit ist nun vorbei. Für uns alle. Die einen (Fans, Vereine, Spieler, Medien) sagen „Gott, sei Dank“, fußball-ferne Angehörige stöhnen ebenso leise wie resignierend „Was? Schon?!“.”

Oliver Schmidt, Kultblogger und Bayern München Fan auf seinem Blog breitnigge.

Sport am Bodensee: SCR Altach vor historischer Chance

Während Pep Guardiola heute beim Audi Cup Endspiel gegen Real Madrid versucht sein Trauma von 2014 zu verarbeiten, schauen die Fußballfans von SCR Altach aus dem Vorarlberg in der Bodenseeregion nach Portugal.

Foto:  © Michael Wiemer

Der offizielle Name der Mannschaft lautet ja Cashpoint SCR Altach. Dem Sponsor sei Dank. Die Erreichung der Europa League Qualifikation ist für das Team in der Vereinshistorie eine neue Facette. Im Hinspiel in der vergangenen Woche gelang ein 2:1 Sieg gegen die portugiesische Elf von  Vitória Guimaraes. Diese Woche ist am Donnerstag, den 6. August, das Rückspiel im klangvollen Estádio Dom Afonso Henriques. Was für ein Stadionname. So könnte glatte der Name für eine Oper durchgehen. Die Fußballarena ist nach dem ersten portugiesischen König Alfons I. benannt. Die Sportstätte erlebte am 25. Juli 2003 das offizielle Stadioneröffnungsspiel. Die Premiere auf der Bühne zelebrierte Vitória Guimarães, die den Kontrahenten aus Deutschland – den 1. FC Kaiserslautern – mit 4:1 nach Hause schickten. Das Estádio Dom Afonso Henriques spielte auch ein Jahr später bei der EM 2004 eine Rolle. 2 Spiele wurden im 30.000 Zuschauer fassenden Fußballstadion absolviert. Der Europameister von 1992, Dänemark, und die Verteidigungsspezialisten aus Italien trennten sich torlos. Italien betrat den Rasen nochmals und gewann gegen die Kicker aus Bulgarien mit 2:1.

Der SCR Altach, von Coach Damir Canadi trainiert, hob heute Vormittag von Friedrichshafen mit dem Flieger ab. Philipp Netzer und Co. wollen dem Überraschungssieg vom Hinspiel, das in Innsbruck im Tivoli stattfand, jetzt die Krönung aufsetzen. Für den Auswärtsflug wurde eigens ein Flugzeug der Airline Germania gechartert.

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Nach dem Marketing-Debakel von Audi bei der DTM jetzt das Miniturnier in München

Nach dem Marketing-Debakel von Audi bei der DTM in Spielberg mit dem Funkspruch-Skandal kommt für den Automobilbauer mit den vier Ringen das kleine Turnier mit Tottenham Hotspur, Real Madrid, AC Mailand und Bayern München in der bayerischen Landeshauptstadt gerade recht. Audi, dessen Motorsportchef Wolfgang Ullrich (,,Timo, schieb ihn raus.“) und Pilot Timo Scheider haben in der Funkspruch-Affäre die negativen Schlagzeilen für sich gehabt. Die Mercedes Piloten Pasqual Wehrlein und Robert Wickens fanden sich nach der Attacke von Scheider im Kiesbett wieder. Die DTM hatte ihren Skandal.

Jetzt also der Audi Cup in München. Die Halbfinalpaarungen sind so angesetzt:

18.15 Uhr Real Madrid – Tottenham Hotspur 

20.45 Uhr Bayern München – AC Mailand

Foto:  © Michael Wiemer

Schon komisch, da kommen bei mir Erinnerungen an meine erste Fußballsaison auf. 1973 wurde ich im Oktober 10 Jahre alt. Meine Eltern fuhren keinen Audi. Ihre Marke war der Trabant 601. Heißgeliebt. Es war ein Kombi, den ich regelmäßig am Freitag auf dem Hinterhof waschen durfte. So richtig mit vielen Eimern Wassern, zahlreichen Tüchern und den Anweisungen meiner starken Mutter. Ihr gehörte eine kleine Wäscherei, daher war Wasser kein Problem. Es wurde nie über Wasserkosten gesprochen oder geschweige lamentiert. Es war also wirklich reichlich Wasser da. Wie gesagt: Kein Problem. Ihr Qualitätsanspruch an eine Autopflege für mich damals hin und wieder schon. Also auch das Armaturenbrett vom Trabi war zu polieren. Selbstredend auch die Reifen. Die Stoßstangen. Es gab unzählige Tücher. Meine Mutter hatte da ihr eigenes System. Sie war durchaus Perfektionistin in Sachen Autopflege. Ihr Anspruch war ein makellos gesäuberter Trabant 601. Woche für Woche. Nach getaner Arbeit durfte ich Fußball spielen. Die Hausaufgaben kamen später dran. Irgendwie flogen mir viele Fächer auch zu, ohne dass ich jetzt der Streber oder Überflieger gewesen wäre. Aber Hausaufgaben waren jetzt wirklich nicht das Problem.

Die Europapokalsaison 1973/1974 verfolgte ich intensiv. Meine Mutter hatte am Aufbau vom Leipziger Zentralstadion mitgewirkt. Mein Vater, fußballbegeistert und Abonnent vom Sportecho sowie im Büro arbeitend, nahm mich in jener Europapokalsaison mit ins Stadion der Hunderttausend. Was für eine Sportstätte. Was für ein Erlebnis für einen 10-Jährigen Buben wie mich. Das Stadion war damals das größte in den beiden deutschen Republiken. Noch heute wirken für mich Stadien wie in München, Nürnberg oder die jetzige Red Bull Arena in Leipzig relativ klein mit ihrem Zuschauerfassungsvermögen weit unterhalb der 80.000er Grenze. Auch wenn Karl-Heinz Rummenigge diesen Vergleich vielleicht nicht mag. Aber bleiben wir bei der UEFA-Cup Saison vom 1. FC Lokomotive Leipzig. Über die Stationen AC Turin, Wolverhampton Wanderers, Fortuna Düsseldorf (damals als Spitzenreiter der Bundesliga nach Leipzig gereist) und dem Ipswich Town wartete dann ein weiterer englischer Club auf die Probstheidaer. Tottenham Hotspur spielte im Halbfinale 1974 gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig um den Einzug ins UEFA-Cup Finale. Die Engländer kamen ins Finale um dort Feyenoord Rotterdam zu unterliegen.

Apropos Rotterdam. In der niederländischen Hafenstadt standen sich im Mai 1974 der 1. FC Magdeburg und der AC Mailand gegenüber. Im Cup der Landesmeister siegte Bayern München im Wiederholungsspiel gegen Atletico Madrid. Das wird ein Extra-Blogbeitrag. Real Madrid spielte die erste Saison mit Günter Netzer, der sich 1973 mit der Selbsteinwechslung und dem spektakulären Tor gegen den 1. FC Köln im legendären DFB-Pokalfinale mit einem entsprechenden Champagnerkorkenknall Richtung Madrid verabschiedet hatte. Voriges Jahr erlebte ich Günter Netzer beim SWR UniTalk in Konstanz. Sehr unterhaltsam.

Nachdenkenswert #304

,,Juventus Turin bringt Fiat werbemäßig auch einen Nutzen. Die spielen mal in Amerika und werden weltweit im Fernsehen übertragen. Nehmen wir Inter Mailand. Der Präsident hat ein Catering-Unternehmen. Der hat den Umsatz, seit er Präsident ist, wie er mir vor kurzem erzählt hat, von 70 000 auf 110 000 Portionen Pasta am Tag gesteigert.”

Karl-Heinz Rummenigge, im Spiegel Interview im September 1989 über die Zukunft des Profifußballs. Rummenigge spielte selbst von 1984 bis 1987 bei Inter Mailand. Im Interview macht er sich auch Gedanken um die Zukunft der Stadien, schlägt ein Einkaufszentrum Karstadt im Stadion vor und skizziert einen Familiennachmittag an einem Bundesligaspieltag, hielt bereits damals die Kapitalgesellschaft für die bessere Organisationsform von Fußballvereinen, schaute sehnsüchtig nach Monte Carlo wo der Prinz ein modernes Stadion mit Aufzügen und Rolltreppe errichten ließ, fand die Senkung von Ticketpreisen nicht gut fürs Geschäft inklusive Seitenhieb an Schalke 04, bilanziert eine ins offene Messer laufende Borussia Dortmund Mannschaft im damaligen Westfalenstadion ob des Zuschauerdrucks im Ruhrgebiet und plaudert über eine Anekdote mit Uli Hoeneß, dem er attestiert “ein kleiner Tiriac” zu sein, als dieser eine Offerte von Juventus Turin für Rummenigge abwehrte mit der Kompensation neuer Werbeverträge.  

Der Hat-Tip für das Fundstück geht an Trainer Baade.  

Nachdenkenswert #301

,,Die Storylines für die kommenden Saison sind bei vielen vermutlich schon fertiggeschrieben und dürften sich auf die Pole ‚Favorit scheitert sensationell‘ und ‚RB Leipzig steigt wie erwartet auf‘ konzentrieren. Nicht ganz unverständlicherweise möchte man hinzufügen. Denn in den vergangenen 12 Monaten hat man bei RB Leipzig für mehr als 30 Millionen Euro Spieler vor allem im entwicklungsfähigen Alter eingekauft. Und da sind noch nicht mal jene Fußballer dabei, die aufgrund der engen Verbindungen ablösefrei aus Salzburg kamen oder die inzwischen nicht mehr in Leipzig kicken.”

Matthias Kießling, Rotebrauseblogger, wirft einen monetären Blick auf die Entwicklung von Red Bulls Fußballprojekt RB Leipzig unter dem Titel Über Geld spricht man nicht, eine Rangnick-Zwischenbilanz. Den Sprung in die Bundesliga im Visier. Bei einem Aufstieg von RB Leipzig in die Liga mit Bayern München, dem VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund und Co. wäre Matthias Kießling der erste Fußballblogger Deutschlands, der eine Mannschaft aus der Fünftklassigkeit über die Stationen Regionalliga, 3. Liga, 2. Bundesliga und Bundesliga per Blog kontinuierlich begleitet hätte. In Sachen kompetente Berichterstattung über RB Leipzig und die Zusammenhänge rund um die Red Bull Welt sowie die Einordnung der alteingesessenen Medien und ihre Artikel über den  Aufstiegsaspiranten ist Rotebrauseblogger immer eine gute Adresse.

Sport am Bodensee: Das Testspiel FC St. Pauli – SC Freiburg in Friedrichshafen im Zeppelinstadion

Die Bodenseeregion ist keine Fußballbundesligaregion. Fußballerische Höhepunkte, wie der Einzug vom FV Ravensburg in das WFV-Pokalfinale gegen den SSV Reutlingen mit organisierter Busfahrt zum Endspiel, finden dann eher in unterklassigen Gefilden statt. Der FV Ravensburg spielt fünftklassig. In der Hierarchie stehen davor die Regionalliga, die 3. Liga, die 2. Bundesliga und die Bundesliga. Der FV Ravensburg ist auf der deutschen Seite der Bodenseeregion dennoch der höchstklassig agierende Fußballverein.

Screenshot: www.fv-ravensburg.de

Das Pokalendspiel ging für die Puzzlestädter bekanntlich verloren. Die Medien in der Bodenseeregion wie der in Konstanz residierende Südkurier mit FV Ravensburg verliert Pokalfinale oder die in Ravensburg sitzende Schwäbische Zeitung mit FV Ravensburg: Brutal, bitter und traurig bereiteten die Niederlage medial auf.

Fernab des ganz großen Fußballs am Bodensee auf deutscher Seite, in der Schweiz spielen der FC St. Gallen und auf österreichischer Seite der Cashpoint SCR Altach in der jeweiligen höchsten Landesspielklasse, kommen Testspiele mit höherklassigen Mannschaften hier in der Region immer ganz gut an. Voriges Jahr gab es im August in Konstanz das Freundschaftsspiel zwischen dem VfL Wolfsburg mit zahlreichen WM-Teilnehmern und dem FC St. Gallen. Den Wolfsburgern ist der Trip an den Bodensee gut bekommen. Sie legten anschließend eine Saison hin, an deren Ende ein Vizemeister hinter Bayern München und ein DFB-Pokalsieg gegen Borussia Dortmund anstand.

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