Reblog: Reebok und Content Marketing

Guten Abend. Uli Hoeneß kommt und Pep Guardiola geht demnächst. So ist der Lauf der Dinge. Kann sich jemand noch an den Frühling 2014 erinnern?

Jener überhitzten Zeit, in der die Neue Zürcher Zeitung mit einer kleinen Chronik der Besichtigung vom Uli Hoeneß Gefängnis aufwartete?

Im Jahr zuvor im Juni 2013 bekam Pep Guardiola bei seinem Amtsantrtitt als Coach von Bayern München viel Vorschusslorbeeren und einen Audi S8 mit bescheidenen 520 PS. Zeit ein wenig ins Blogarchiv zu steigen und eine kleine Geschichte um PS starke Autos bei Bayern München wieder ans Tageslicht zu holen.

Reblog: Reebok und Content Marketing [vom 27. Juni 2013]

So, der erste Pep Guardiola Hype ist durch. Ist er wirklich schon durch?  Das zelebrieren der Übergabe seines Dienstwagens ist auch vonstatten gegangen. Der Audi S8 hat smarte 520 PS. Doch Hand aufs Herz. An den spektakulären Ferrari Dino 246 GT mit Kultikone Günter Netzer kommt er nicht ran. Audi und Bayern München, dies ist eine langgehegte Beziehung. Im Buch Fussball Unser von Eduard Augustin, Philipp von Kneisenberg und Christian Zaschke für die Süddeutsche Zeitung Edition 2005 gab es auf Seite 36 und 37 fein säuberlich aufgelistet die Dienstwagen für Trainerteam und Spieler von Bayern München. Trainer Felix Magath fuhr in der Saison 2005/2006 ein Modell A8 in lichtsilber Metallic mit zarten 450 PS. Den gleichen Motorisierungsgrad hatten die Dienstwagen von  Oliver Kahn, Lucio, Roy Makaay, Claudio Pizarro und Willi Sagnol. Die A 8 Fraktion.

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 Foto:  © Michael Wiemer

Dahinter kam damals die Gruppe um Mehmet Scholl, Michael Ballack (in seiner letzten Saison vor dem Absprung zu Chelsea), Sebastian Deisler, Andreas Görlitz, Paolo Guerro, Keeper Michael Rensing und Philipp Lahm. Ihre S4 Modelle waren mit 344 PS motorisiert. Dann folgte noch eine Gruppe mit 335 PS. Bixente Lizarazu, Martin Demichelis, Owen Hargreaves, Valérien Ismaël, Jens Jeremies, Ali Karimi, Hasan Salihamidzic, Roque Santa Cruz und Bastian Schweinsteiger. Fast bescheidene 225 PS nahm Seppo Eichkorn mit dem A6 Avant in Anspruch.

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 Foto:  © Michael Wiemer

Doch zurück in die Neuzeit. Was ist eigentlich mit der Personalie Robert Lewandowski beim Konkurrenten Borussia Dortmund? Wann bekommt er in München seinen Dienstwagen? Diesen Sommer wohl eher (noch) nicht. So kann er aus der Ferne schauen wie sich der gebürtige Memminger Mario Götze bei Bayern München unter Pep Guardiola einlebt. Inklusive Austausch über die Fahreigenschaften vom Dienstwagen.

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 Foto:  © Michael Wiemer

Themenwechsel. Stichwort Content Marketing. In aller Munde. Oder ist Content Marketing: Alter Wein in neuen Schläuchen? So fragte ich am 5. März 2013. Was ist dran am so oft in den Mund genommenen Marketingbegriff, ist es der selbe Hype wie bei Pep?  Das Thema beschäftigt Thomas Knüwer, Kultblogger auf Indiskretion Ehrensache, bereits länger. Seine Analysen sind immer lesenswert. Der einst für das Handelsblatt journalistisch tätige Knüwer hat das Thema Content Marketing auch diese Woche wieder angefasst. Er dröselt die ganze Sache am Beispiel Reebok unter dem Titel Reebok – via Content Marketing zur Neugeburt einer Marke auf. Dabei kommt eine Sportart in den Blickpunkt, die ich bis dato noch gar nicht kannte … Aber lest selber bei Thomas Knüwer.

Kleine Anmerkung, Die Impressionen von der Klassikwelt Bodensee stammen von mir vom regnerischen Freitag, den 14. Juni 2013 während der Oldtimerparade in Friedrichshafen.

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 Foto:  © Michael Wiemer

Anlässlich des 175. Geburtstag in diesem Jahr von Graf Zeppelin rollten 175 Oldtimer durch die Zeppelinstadt Friedrichshafen.

Klaus Segelbacher wird mit dem MTU-Hallencup 2015 wieder die ZF Arena rocken

Die Liste an bemerkenswerten Sportevents in der Bodenseeregion ist lang. Erinnert sei an die Oberschwäbische Schacheinzelmeisterschaft 2015 (OSEM) in der königlichen Sportart, an das Match Race Germany in Langenargen, die Playoff-Finalserie um die deutsche Meisterschaft im Volleyball zwischen dem VfB Friedrichshafen und dem Erzrivalen Berlin Recycling Volleys, den Pfänder-Cup bei Bregenz Handball oder den Skoda-Cup von den Handballdamen aus Allensbach, auch die Playoff-Thriller auf dem Eis vom EV Lindau in der schnellsten Mannschaftssportart der Welt, der 3-Länder-Marathon mit Start in Lindau und Ziel in Bregenz, die Meisterschaft der Handballer von Kadetten Schaffhausen unter dem 2007 Weltmeister und Erfolgscoach Markus Baur, die Regatta der Segelbundesliga auf dem Bodensee, der Einzug vom FV Ravensburg in das WFV-Pokalfinale, der Handballklassiker um den österreichischen Meistertitel zwischen den am Bodensee residierenden Teams von Alpla HC Hard und Bregenz Handball. Oder die Europäischen Olympischen Winter-Jugendspiele (EYOF) in Vorarlberg und Liechtenstein zum Jahresanfang 2015, bei denen deutsche Skispringerinnen vor den Augen vor Skifluglegende Toni Innauer aufs Podest flogen. Auch die zahlreichen Messen in Friedrichshafen mit Sportflair wie die Motorradwelt, Aqua-Fisch, OutDoor, Eurobike, InterDive oder Interboot prägten den Sportkalender am Bodensee 2015.

Vergessen sei auch nicht die bei sommerlichen Traumtemperaturen und idealen Rahmenbedingungen stattgefundene 4. Riva Classsics Bodensee, die sich auf die Spuren von Brigitte Bardot, Sophia Loren, Sean Connery und Co . begab. Inklusive der Begegnung der Riva Traditionalisten mit S.K.H. Friedrich Herzog von Württemberg im Schloss in der Zeppelinstadt um über die Faszination und gelebte Leidenschaft für die Stilikone Riva zu plaudern. Die Rivaristi waren mehr wie ein Farbtupfer. Egal ob im Hafen in Friedrichshafen, der Visite in Unteruhldingen oder den Erkundungstouren charmanter Badebuchten um Lindau.

Foto:  © Michael Wiemer

Doch das Jahr ist noch nicht rum. Es steht das MTU-Hallencup Turnier in der ZF Arena auf dem Programm. Organisator Klaus Segelbacher hat wieder Fußballmannschaften mit klangvollen Namen einladen können. Das U-15 Event kann auf eine traditionell illustre Teilnehmerrunde verweisen.

Foto:  © Michael Wiemer

2013 fand der MTU-Hallencup erstmalig im Volleyballtempel des VfB Friedrichshafen, der ZF Arena, mit entsprechend starker Zuschauerresonanz statt. Jetzt also die insgesamt 13. Auflage vom MTU Fußballklassiker  und die 3. in der Heimstätte des deutschen Volleyballmeisters. Die ZF Arena ist immer Anziehungsort zahlreicher Fußballfreunde, Scouts, Eltern und Fans, wenn Klaus Segelbacher das sorgfältig, beharrlich, und liebevoll zusammengestellte Teilnehmerfeld der U-15 Kicker ins Rennen schickt. Die ZF Arena wird gerockt.

Foto:  © Michael Wiemer

Das Teilnehmerfeld 2015 bietet mit dem FC Barcelona „Grana“, FC Barcelona „Blau“, Bayern  München, Manchester United, Besiktas Istanbul, Borussia Dortmund, Dinamo Zagreb, Eintracht Frankfurt, FC Chelsea, FC St. Gallen, Schalke 04, Juventus Turin, AC Mailand, Ajax Amsterdam, VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach, MTU-LZ Friedrichshafen, VfB Friedrichshafen Team 1, VfB Friedrichshafen Team 2, FC Kluftern, TSG Ailingen, SG Langenargen/Eriskirch, TSV Tettnang und SGM Fischbach-Schnetzenhausen wieder einen illustren Kreis.

Hier geht es zum Spielplan vom U-15 Fußballturnier, dem MTU-Hallencup. Für die am Bodensee ansässigen Jugendmannschaften sind die Begegnungen mit den namhaften Teams aus der großen Fußballwelt natürlich Highlights. AC Mailand vs. MTU LZ Friedrichshafen. Was für ein Traum für die Jugendlichen aus der Zeppelinstadt. Oder SG Langenargen/Eriskirch vs. FC Chelsea. Diese Erinnerung werden die Jungs aus Langenargen und Eriskirch immer mit sich tragen. Das bedarf keiner prophetischer Gabe. Oder Bayern München vs. TSV Tettnang. Ein Traum geht da für jeden Spieler im Trikot der Tettnanger in Erfüllung. VfB Friedrichshafen 1 vs. Juventus Turin oder FC Kluftern FC Barcelona „Grana“. Faszination pur. Jugendträume werden gelebt in der ZF Arena. Das ist sonnenklar. Oder Ajax Amsterdam vs. VfB Friedrichshafen 2 ist auch nicht von schlechten Eltern. Oder Schalke 04 vs. TSG Ailingen.

Organisator Klaus Segelbacher ist kein Einzelkämpfer. Sein Organisationsteam mit Murat Korkmaz, Moni Gindele, Gisela Forderer, Peter Heim, Rolf Langenstein, Ardiana Krasniqi, Dalibor Buspanovic, und Manfred Vogel sowie Philipp Meier (Website) sind die unermüdlichen Helfer, ohne die so eine Veranstaltung nicht rund laufen würde.

Mixed Zone Bodensee 

Volleyball: Der VfB Friedrichshafen musste diese Saison bereits 4 Niederlagen hinnehmen. Die vielleicht schmerzhafteste war das Pokal-Aus im nationalen Wettbewerb in dieser Woche. Jetzt Balsam auf die Wunden mit dem Samstagsieg in der Liga gegen den Pokalfinalisten 2014/2015 und Halbfinalisten 2015/2016, die SVG Lüneburg. +++ Eishockey: Die Ravensburg Towerstars schossen sich am Freitag vor 2721 Zuschauern mit dem 8:2 gegen die Kassel Huskies auf Platz 3 der DEL2 Tabelle. Coach Daniel Naud merkte nach dem begeisternden Heimsieg an: ,,Wir hatten einen starken und selbstbewussten Start und haben danach nicht mehr zurückgeschaut“. +++ EV Lindau mit Serie: Der Bayernligameister gewinnt sein 5. Spiel in Serie bei Aufsteiger EV Pegnitz . Spielstätte war das Freiluftstadion Pegnitz. In einer Sportwelt immer uniformiert werdender Sportarenen finde ich solche Spielorte nach wie vor sehr reizvoll. +++ Fußball: Der FC St. Gallen seine U-15 nimmt wie oben berichtet am MTU-Hallencup teil. Die 1. Männermannschaft unter dem ehemaligen Bundesligatrainer Joe Zinnbauer konnte den Schwung vom Heimsieg gegen Branchenprimus FC Basel nicht mitnehmen. Es setzte eine Niederlage in Bern. Das Stade de Suisse bleibt für den FCSG uneinnehmbar. +++ SCR Altach ohne Punkte bei Rapid Wien: Die in der Bodenseeregion beheimatete Fußballelf vom SCR Altach verliert bei den Hauptstädtern und Rekordmeister von Rapid Wien im Ernst-Happel Stadion vor 16.400 Zuschauern. +++ Schach: Der SV Friedrichshafen 2 erkämpft sich ein beachtliches 4:4 bei SF Ravensburg 1 und belegt Platz 3 in der Tabelle der Bezirksliga OS Süd 2015/2016. Die Häfler traten in der Aufstellung Gerhard Oberle, Markus Kiefer, Michael Wannke, Eberhard Böckler, Markus Funk, Emmerich Dathem, Swetlana Balz und Wolfgang Preuß an. Hier geht es zu den Einzelergebnissen.

Hier geht es zum Sportkalender am Bodensee

Nachdenkenswert #335

,,Basel hat zwei Mannschaften, die sie einsetzen können. Egal, wer da fit ist oder nicht, für mich haben sie zwei Kader, die sie stellen könnten. Das ist ähnlich wie bei Bayern München, wenn ein einer verletzt ist, dann spielt halt ein Nächster, bei dem von der Qualität her nicht viel Unterschied ist. Ich glaube, dass wir gegen Basel nur eine Chance haben, wenn wir kompakt stehen, clever unseren Plan umsetzen und vor allem keinen Prozentsatz nachlassen, sondern wirklich 100 Prozent geben. Dann haben wir vielleicht eine Chance etwas zu holen. Ansonsten ist Basel der haushohe Favorit.“

Joe Zinnbauer, Ex-Trainer vom Hamburger SV und aktueller Coach vom FC St. Gallen vor dem Spiel gegen den Meister FC Basel auf der Pressekonferenz.

Ein ganz normaler Bürotag in Deutschland im November 2015

08:00 Entspannt mit dem öffentlichen Nahverkehr ins Büro.

08:35 Jacket im Büro aufgehangen. E-Mail Eingang checken.

08:45 Kollegen an gewonnene Sportwette Bayern München gegen Stuttgart erinnern.

08:50 Ersten Kaffee im Büro trinken, Rosinenbrötchen tunken. Blick auf Fokus Fussball.

08:56 Mentale kurze Auszeit mit youtube vorbereiten.

08:59 Kultlied – Am Fenster – von City genießen.

09:30 Konferenz. Kollegen an ausstehenden Wetteinsatz erinnern.

10:00 Zurück im Büro. Ablage. Blick auf´s investigative SPORT ANDS POLITICS von Jens Weinreich und die Schriftprobe vom DFB-Präsidenten.

10:30 Genüßlicher Blick auf startblog – f, das Blog für Läufer der f-Klasse. 

11:05 Blick auf die Uhr. Zweites Frühstück in Sicht. Wird auch Zeit.

11:15  Zweites Frühstück mit Kollegen R. Austausch über das geplatzte Sommermärchen.

11:45 Kantine. Sommermärchen Diskussion fortsetzen. Es dreht sich um den DFB.

12:40 Eiligen Außentermin vortäuschen: schnell mal rüber zu Kaufhof.

13:45 Beim Bereichsleiter Sorge über Zustand von S. äußern.

14:30 Am Drucker Powerpoint-Präsentation der Kollegin B. abgreifen.

14:55 Druckerpapier und Textmarker Stabilo für daheim einstecken.

15:15 Angebote von Adidas, Nike, Vaude, Under Armour, Uhlsport und Puma checken.

15:40 Präsentation von B. unter eigenem Namen der Zentrale senden

15:50 Schnell noch ein Blick auf Ravensburg Towerstars und die DEL2 Tabelle.

16:10 Auszubildenden (noch Augsburg Fan) im Großraumbüro hochnehmen.

16:20 Die Sport-Wettgelder für die Woche von den Kollegen einsammeln.

17:10 Endlich Feierabend. In der Tiefgarage auf Bereichsleiter warten:

,,So spät noch?“

17:50 Von der Frau wegen aufreibenden Bürotag bedauern lassen.

17:55 Gut gekühltes Entspannungsbier von der Frau servieren lassen.

Anmerkung

Alles an diesem Büroarbeitstag ist erfunden, das hoffe ich zumindest. Namen der Personen sowie Ablauf in der Firma sind ebenso frei erfunden wie die beschriebenen Situationen und Handlungen.

Ich versichere, dass ein Bezug zu realen Geschehnissen in deutschen Büros nicht beabsichtigt ist, auch wenn sich ein solcher finden sollte.

Nachdenkenswert #319

,,Der Sonntag ist fußballtechnisch brutal: Bayern – BVB, Everton – Liverpool, Arsenal – Man Utd, PSG – OM, Milan – Napoli, Ajax – PSV, Atletico – Real, Athletic Bilbao – Valencia, FC Zürich – Basel, KSC – Freiburg, Rapid – Salzburg und Barmbek-Uhlenhorst – Süderelbe. Im Ernst: da muss es doch irgendeine Absprache geben oder irgendeine Erkenntnis in den Ligen, die da sagt: Spitzenspiele am ersten Oktober-Wochenende. Diese Häufung ist doch absurd.

Die Konkurrenz am Sonntagnachmittag wird heftig sein – auch weil die NFL mit ihrem ersten London-Spiel des Jahres auftritt. Kick-Off für Miami – NY Jets ist 15h30 MESZ und P7MAXX überträgt (ergo: überträgt am Sonntag drei NFL-Spiele am Stück).“

Kai Pahl, Gründer und Spiritus Rector von allesaussersport, weist auf einen dicht gedrängten Sportkalender am heutigen Sonntag hin.

Reblog: Kommentar von Michael Wiemer zur Fußball-Bundesliga 2014/2015 (3)

Nein, so schnell wollte ich den Kommentar zu Borussia Mönchengladbach nicht aus dem Archiv holen. Er war ja noch gar nicht richtig abgehangen. Doch die Dinge überschlugen sich die letzten Tage beim einstigen Bayern München Konkurrenten aus den 70-igern. Die Fohlenelf sorgte für Schlagzeilen. Sie, die in dieser Saison mit 0 Punkten aus 5 Spielen einen Fehlstart hinlegte. Der Coach stand nicht zur Disposition. Doch es kam anders. Involviert waren in diesen Septembertagen des Jahres 2015 insbesondere Ex-Trainer Lucien Favre und Sportchef Max Eberl. Dann am Montag die eiligst einberufene Pressekonferenz. 2 Tage vor dem wichtigen Punktspiel gegen den FC Augsburg am 6. Spieltag. Eine Englische Woche vor der Brust. Timing ist alles. Also dann halten wir uns nicht weiter mit der Vorrede auf und tauchen in das Archiv hinein.

Reblog: [29. Mai 2015] Kommentar von Michael Wiemer zur Fußball-Bundesliga 2014/2015 (3)

Nach dem Rückblick auf die Saison beim Branchenprimus Bayern München und dem ambitionierten Vizemeister VfL Wolfsburg dröseln wir heute die Tabelle weiter auf. Es geht mit dem Tabellendritten der Fußball-Bundesliga 2014/2015 weiter. In aller Ruhe.

Heute Borussia Mönchengladbach.

Michael Wiemer über die Platzierung von Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach war in den Siebzigern ein Versprechen. Sie heimsten Titel ein und machten sich mit ihrem Angriffsstil Freunde über die regionalen Grenzen. Die Fohlen Elf begeisterte mit atemberaubenden Fußball. 1970, 1971, 1975, 1976 und 1977 wurde Borussia deutscher Meister. Dazu kam die Vizemeisterschaft in den Jahren 1974 und 1978 sowie DFB-Pokalsieger 1973. Jenem Pokalfinale mit der spektakulären Selbsteinwechslung von Günter Netzer, der im vergangene Jahr hier am Bodensee in der Uni Konstanz über seine Laufbahn inklusive den Umständen seiner Einwechslung entspannt plauderte.

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Foto:  © Copyright – Michael Wiemer  

Auch auf internationalen Parkett gab es für Borussia Mönchengladbach großartige Erfolge die sich heute noch auf dem Vereinsbriefkopf gut machen. UEFA-Cup Sieger 1975 und 1979. Dazu der Einzug ins UEFA-Cup Finale in den Jahren 1973 und 1980. 1977 war Borussia Mönchengladbach zudem Finalist im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool in Rom. Doch wir wollen nicht zu sehr in Nostalgie baden. Am 1. August 2015 feiert Borussia Mönchengladbach seinen 115. Geburtstag der Gründung. Schneidig sahen die Herren um 1900 aus.

Schwenk in die Neuzeit. Borussia Mönchengladbach wird in der Bundesligasaison 2014/2015 zu Recht Tabellendritter und schafft die direkte Qualifikation für die Champions-League. 19 Siege, 9 Unentschieden und nur 6 Niederlagen (Bayern München und der VFL Wolfsburg mussten 5 Verlustpartien hinnehmen) ergaben 66 Punkte und ein Torverhältnis von 53:26. Die Borussia mit dem souveränen Torwart Sommer musste die zweitwenigsten Gegentore in der Saison nach Bayern München hinnehmen. In der vergangenen Saison waren es 43 Gegentreffer und insgesamt 55 Punkte bei 11 Niederlagen. Verbunden mit dem Tabellenplatz 6 im Sommer 2014. Der Trend zeigt bei der Mannschaft von Lucien Favre nach oben. 2011 musste Borussia ja bekanntlich gar um den Abstieg bangen und sich in die Nervenprüfung Relegation in zwei Duelle mit dem VfL Bochum begeben. Jetzt kann man genüsslich die Duelle des Hamburger SV mit dem Karlsruher SC von der Couch aus beobachten.

Michael Wiemer über Max Eberl

Erfolg hat viele Väter. Im Misserfolg ist man Waisenkind. So der Volksmund gerne an Stammtischen. Der Erfolg von Borussia Mönchengladbach hat aber auch zwei Namen. Zum Trainer kommen wir gleich. Jetzt wird hier erst eine Lanze für Sportdirektor Max Eberl gebrochen. Ich mag seine unaufgeregte Art. Sein Geschick in Interviews, das verschmitzte Lächeln. Kein Jammern wenn Leistungsträger in den letzten Jahren (erinnert sei an Dante oder Reus) den Weg in monetär stärkere Fußballclubs suchten. Er fand immer wieder neue Spieler, harmonierte mit dem Trainer sehr gut zusammen. Spieler die nicht zu halten waren wurden durch smarte Transfers ersetzt. Nehmen wir für die letzte Saison nur die Torwartposition. Marc-André ter Stegen wechselste letzten Sommer von der Borussia zum FC Barcelona und hat in Kürze einen Betriebsausflug mit den Katalanen nach Berlin im Terminkalender. Max Eberl holte Keeper Yann Sommer vom FC Basel. Ein weiterer gelungener Transfercoup vom Sportdirektor.

Michael Wiemer über den Trainer vom VfL Wolfsburg

Soll ich ehrlich sein? Als Lucien Favre damals in Berlin im Hotel Adlon eine Pressekonferenz einberief um seine Sicht der Dinge in Sachen Demission bei Hertha BSC darzulegen, dachte ich: Ihn werden wir wohl nicht wieder in der Bundesliga sehen. Das fand ich schade. Vom Typ mochte ich ihn. Die Pressekonferenz muss man sich erst mal trauen. Das zog er durch. Aber Bundesligavereine sind ja zuweilen sehr nachtragend. Es wird zwar auch immer ein Charakterkopf auf der Trainerbank ins Anforderungsprofil geschrieben, jedoch zu viele Ecken und Kanten schreckt Präsidenten sowie Sportdirektoren auch oft ab. Selbstverständlich gab es damals in Deutschland ein großes Medienecho auf den Auftritt von Lucien Favre im Nobelhotel Adlon. Tauchen wir doch einfach in einen Text von Welt Online unter dem Titel Die Selbstmontage des höflichen Monsieur Favre aus dem Herbst 2009.

,,Die private Pressekonferenz des früheren Hertha-Trainers Lucien Favre geriet zu einer Farce im Berliner Hotel „Adlon“. Der Schweizer demontierte sich bei seiner Abschiedsrede selbst. Nach dieser Vorstellung dürfte es für den 51-Jährigen schwer werden, noch einmal einen Bundesligisten zu trainieren.“

Nun, Max Eberl hatte im Februar 2011 den Mut Lucien Favre nach Gladbach zu holen. Die Borussia stand im tiefen Abstiegskampf. 7 Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz. Tabellenschlusslicht. Es gibt bequemere Ausgangspositionen für einen Coach. Der Schweizer Trainer brachte die Mannschaft über die besagte Relegation mit Bochum in den sicheren Bundesligahafen. Favre ist ein Trainer, der die Puzzleteile geschickt zusammensetzt, der Mannschaft eine Spielphilosophie nicht nur als schicke Phrase sondern als Erfolgswerkzeug mit an die Hand gibt. Als Spieler war er 1983 Schweizer Fußballer des Jahres. Lucien Favre wird eine akribische Arbeitsweise nachgesagt. Er tüftelt an jedem Detail. Er ist konsequent bei der Ausübung dieser Detailarbeit.

Michael Wiemer vergibt eine Zeugnisnote für Borussia Mönchengladbach

Tabellenplatz 3 mit 66 Punkten und dem Einzug in die Champions-League ist aller Ehren Wert. Unter Berücksichtigung der Ausgangslage ist dies sehr gut. Die Mannschaft wirkte gefestigt, war in der Lage auch Spitzenduelle wie bei Bayern München zu gewinnen. Gladbach war für die Bundesligakonkurrenten kein Wunschgegner. Ambitionierte Mannschaften wie Schalke oder Borussia Dortmund distanzierte man mit 18 bzw. 20 Punkten. Max Eberl und Lucien Favre strahlen eine Ruhe aus, die ich im hektischen Bundesligaalltag als sehr angenehm empfinde. Borussia Mönchengladbach bekommt von mir für den 3. Platz in der Bundesligasaison 2014/2015 die Zeugnisnote 1.

Nachdenkenswert #313

,,Haben diese Fans auch Spielern wie Hassan – Brazzo – Salihamidzic oder Xherdan Shaqiri zugejubelt? Spielern, die aus den Wirren der Balkankriege in den 90er-Jahren des letzten Jahrhundert nach Zentraleuropa flohen? Die hier Schutz, Sicherheit und… Freiheit suchten? Beide hatten natürlich das Glück, dass sie klasse kicken konnten und dadurch privilegiert gegenüber anderen Flüchtlingen gewesen waren, aber sie waren nun einmal Flüchtlinge. Kann man Fan eines solchen Vereins sein und trotzdem gegen Flüchtlinge motzen, hetzen und Vorurteile schüren? Ich finde, man kann, dann ist man aber leider trotzdem ein Arschloch!“

Oliver Schmidt, einer der besten deutschen Fußballblogger, auf seinem Bayern München Kultblog breitnigge mit einem bemerkenswerten Text unter dem Titel  Fußballer. Flüchtlinge, Menschen. Und die Anderen.