Sport am Bodensee: Fernab vom Sumpf

Nein, die unappetitlichen Dinge in Sachen Korruptionsskandal in der FIFA, die da mit geballter Wucht täglich in die medialen Kanäle kommen, sind nicht erfreulich. Hier am Bodensee ist Fußball beileibe nicht das ganz große Ding. Es gibt einfach viele andere schöne Sachen.

Foto:  © Copyright – Michael Wiemer

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Reblog: FIFA kürt in Zürich die Fußball-WM Ausrichter 2018 + 2022

Die FIFA. Immer wieder die FIFA. Jener überaus sympathische Männerbund mit dem schlagzeilenträchtigen Geschäftsgebaren. Der beharrliche Recherchejournalist und kritische Blogger Jens Weinreich titelt auf seinem Kultblog SPORTS AND POLITICS live aus Zürich: Götterdämmerung im Home of FIFA.  Einleitend merkt er an:

,,Moin moin. Und sie dreht sich noch, die Welt des Joseph Blatter. Noch. Doch seit gestern ist vieles anders. Dieser 27. Mai 2015 war ein historischer Tag. Seit gestern dürfen sich korrupte Funktionäre, und davon gibt es im Weltsport ja noch einige Tausendschaften mehr als jene 14, gegen die Anklage erhoben wird inklusive jener sieben, die im Baur au Lac verhaftet wurden, seit gestern dürfen sich diese Typen in der Schweiz nicht mehr sicher fühlen. Dazu habe ich ein wenig gedichtet, u.a. hier auf SpOn.

Ich denke, es ist völlig offen, ob am Freitag auf dem FIFA-Kongress gewählt wird.“

Gelegenheit für mich ins eigene Blogarchiv zu steigen und einen FIFA Text aus dem Jahr 2010 herauszuholen.

Reblog [vom 01. Dezember 2010]

FIFA kürt in Zürich die Fußball-WM Ausrichter 2018 + 2022

Dieser Tage steht Zürich allerorts im Mittelpunkt. Nachdem am Wochenende Schachweltmeister Viswanathan Anand in der Stadt gesichtet wurde und einen entspannten Eindruck machte, steht jetzt die Mischung von Funktionärspolitik und Fußball auf dem Programm. Die älteren Herren der FIFA küren die WM-Ausrichter für 2018 und 2022. Korruptionsvorwürfe hin oder her. Mich erinnern die Funktionäre und die Firma doch immer etwas an das Politbüro. Alte Männer, ihre eigenen Pfründe im Blick, eigener Moralkodex, fehlende Transparenz für das gemeine Volk und eine arteigene Arroganz der Macht .

Das Politbüro verlor übrigens nicht erst 1989. Auch nicht nach dem Amtsantritt von Gorbatschow. Die Niederlage der Genossen setzte bereits 1976 ein. Einem Liedermacher mit Gitarre gestatteten die Herren Honecker und Co. keine Wiedereinreise in die DDR. Wolf Biermann musste nach seinem Konzert in Köln draußen bleiben. Sein damaliges Statement nach der Ausbürgerung im November 1976 spricht Bände:

Doch zurück zur aktuellen Tagespolitik im Sport in Zürich. Journalist Jonathan Sachse gibt auf seinem Blog Hinweise für interessanten Lesestoff rund um die FIFA:

,,Wer top informiert werden will, der folgt den üblichen Verdächtigen (Jens Weinreich, Thomas Kistner, Francois Tanda, Andrew Jennings…), die wiederum über die üblichen Verdächtigen (Sepp Blatter, João Havelange, Ricardo Teixeira, Nicolás Léoz… ) diese Tage aus Zürich berichten werden. Insbesondere Jennings Beitrag in der Panorama-Sendung des BBC gehört in diesem Rahmen zur Pflichtlektüre.“

Diese Woche fing ja bereits mit exzessiven Sportbloggen an. Sidan war am Tag des El Clasico auf  El Fútbol   von 8.00 Uhr bis 23.55 imposante 15 Stunden und 55 Minuten im Einsatz. Okay, mit Unterbrechungen:

10:00 Damit geht es in die Pause. Die Uni ruft.

Zurück zur FIFA und ihren ehrenwerten Herren. Power-Blogger und Qualitätsjournalist Jens Weinreich hat ebenfalls die Maschine angeworfen und ist mit seinem Live-Blog aus Zürich hautnah dabei. Ihn werden die Funktionäre innerlich manchmal…

Am Anfang hatte ich die kleine Schachsequenz eingestreut. Natürlich gibt es auch beim Königlichen Spiel auf den 64 Feldern hinter den Kulissen die eine oder andere unschöne Geschichte in Sachen Korruption. Chess Vibes berichtet über Korruptionsvorwürfe gegenüber dem türkischen Schachverband.

Die FIFA und der schöne Schein

Rückblick. Die FIFA hat ein arteigenes Verständnis von Journalismus. Andrew Jennings legt dies immer wieder bei BBC offen. Sehr empfehlenswerte 9 Minuten aus dem bei Arte ausgestrahlten Film. Es geht um eine Pressekonferenz mit eigener Dramaturgie, Geld und den schönen Schein, den Wählerblock im Reich von Sepp Blatter, Türsteher die Jennings nicht vorbeilassen sollen, ausgestellte Schecks mit größeren Summen und Selbstbezahlung.

Da fehlen einem doch fast die Worte. Oder? Unglaublich. Heute kürt die FIFA die Ausrichter der WM-2018 und 2022. Am heutigen Tag wird also die Ernte eingefahren. Andrew Jennings hat dieser Tage ja sein aktuelles Dokument bei BBC Panorama: – FIFA´s Dirty Secret gezeigt. Teil 1 gibt es hier und Teil 2 hier.

Da wir gerade bei Fußball-Großereignissen und unerfreulichen Begleitumständen sind. Wie war das eigentlich nochmal 2006 mit dem Leben der Anderen? Fred Kowasch, Organisator und Macher von interpool.tv und sportspool.tv wirft einen Blick zurück:

,,Die aktuelle Veröffentlichung von wikileaks streift auch den Sport. Bisher noch nicht im Original nachzulesen: wie das Bundeskriminalamt im Umfeld der Fußball-WM 2006 in Deutschland Datensätze von 147.000 Personen – unter ihnen Helfer, Ordner, Lieferanten und Journalisten –  mit der ‚Terrordatenbank‘ des FBI abgeglichen haben soll. Das berichtet zumindest das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL auf Seite 29 in seiner aktuellen Ausgabe.“

Muss jetzt das Sommermärchen umgeschrieben werden? Die Frauenfußball-Nationalmannschaft Deutschlands wirbt auf ihrer Facebook-Seite ebenfalls mit diesem Marketing-Begriff.  Sommermärchen Reloaded.

Doch zurück zur Entscheidung der FIFA über die Gastgeber der Fußball-WM 2018 und 2022. Power-Blogger und Qualitätsjournalist Jens Weinreich ist wieder hautnah dran und bietet einen Live-Blog vom Tag der Entscheidung in Zürich. In seiner unnachahmlichen Art wird er seine Sicht der Dinge transparent darlegen. 

Nachdenkenswert #54

Laut südafrikanischen Medien versuchen die Organisatoren verzweifelt, Menschen aus Simbabwe, Malawi, Sambia, Angola und Namibia zu sehr günstigen Bedingungen ins Land zu holen. Sie wollen die Tickets jetzt praktisch verschenken. Südafrikaner, die vor einigen Monaten noch einen ordentlichen Preis für ein Ticket bezahlt haben, werden dann neben jemandem sitzen, der ein Zehntel oder gar nichts für dieselbe Platzkategorie bezahlt hat. Die Fifa machte in Südafrika auch beim Verkauf sehr viele Fehler, wie sie ja selbst zugab.  

Andrew Jennings, Kritker der FIFA und Autor des Buchs Foul,

im Interview mit dem schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz